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29.10.2009
19:52
 

Kommentieren ohne Geschichts- und Algebrakenntnisse

Auch wenn Nico wahrscheinlich enttäuscht ist, hat sich weder das russische Algebra- noch das gewünschte Geschichts-captcha durchgesetzt.

Die gute Nachrichtig lautet trotzdem: Spam-Kommentare wird es hier jetzt hoffentlich *etwas* seltener geben. Und mit der gewählten captcha-Variante fühlt sich sicher keiner von Ihnen/euch überfordert.

Matthias Schrade

29.10.2009
16:14
 

Westag & Getalit: WOW!

Gerade sind mir die Neun-Monats-Zahlen unseres GSC-Portfolio-Depotwertes und 2008er-"Top 5"-Titels Westag & Getalit AG in die Mailbox geflattert.

Mein erster Eindruck beim Blick auf die Zahlen: WOW! Und beim Nachrechnen der "Standalone-Zahlen" für Q3 - Westag nennt nur kumulierte Werte - hat sich dies bestätigt. Der Umsatz ging im dritten Quartal 2009 zwar immer noch um 9,3% zurück, der Gewinn legte gegenüber dem Q3/2008 jedoch um sage und schreibe 22% zu!

Die Börse reagiert darauf mit einem Freudensprung um aktuell 7% auf 14,00 Euro. Und das meines Erachtens völlig zu Recht - das 2009er-KGV dürfte selbst auf dem erhöhten Niveau immer noch einstellig sein.

Matthias Schrade

26.10.2009
17:09
 

Genesis: Abzocke im Namen einer Kult-Band

Ich wundere mich ja immer wieder darüber, dass diese Abzocker-Buden meinen Namen nicht langsam mal aus ihren Telefonlisten streichen. Aber so lange das nicht der Fall ist.... schreibe ich halt was drüber.

Gerade erhielt ich einen Anruf von einem "Nils Jansen" von der "Lloyd AG" aus Berlin - bitte nicht verwechseln mit der als seriös einzustufenden "Lloyd Fonds AG" aus Hamburg - der mir (stichwortartig mitgeschrieben) ungefähr das Folgende erzählte:

"Wir haben Sie ja vor einem Jahr schon kontaktiert und Ihnen die Google-Aktie empfohlen [Anmerkung: muss eine Gedächtnislücke bei mir sein]. Heute haben wir etwas Neues für Sie: die Genesis AG.

Die Genesis Invest AG sitzt in der Schweiz, sie hat die kleinste Kläranlage der Welt entwickelt, großes Potenzial etc.

Die Aktie ist ein Start-up, hat vor sechs Monaten bei 2 Euro an der Börse angefangen und steht heute bei 2,60 Euro. Analysten sprechen von 3,50 bis 4 Euro in den nächsten 12 Monaten.

Es fallen keinerlei Ausgabeaufschläge an, keine Provisionen, sie zahlen nur die Orderspesen bei ihrer Hausbank."


Nachdem mir der etwas gebrochen deutsch sprechende Herr noch sorgfältig die WKN buchstabiert hatte, fragte er nach meiner Faxnummer, um mir "weitere Informationen zur Firma und zur Lloyd AG zu schicken". Die gab ich ihm natürlich gerne, die entsprechenden Infos wurden mir prompt gefaxt.

Ansonsten ist alles wie immer bei diesen Schweizer Pennystocks:

- es gibt 20 Millionen Aktien
- der Börsenwert beträgt somit aktuell 52 Mio. Euro
- der Nominalwert der Aktie liegt bei 0,02 SFR (= ca. 0,012 Euro)
- Bilanzen etc. sind online nicht verfügbar (ob sie mir auf meine Nachfrage hin noch geschickt werden, wage ich mal zu bezweifeln)
- die Homepage und die übersandten "Infos" strotzen vor peinlichen Rechtschreibfehlern
- unter "Investor Relations sind die Stammdaten aufgeführt, sonst nur ein paar nichtssagende PR-News und ...
- ... unter "Download" findet sich momentan rein gar nichts


Ich gehe daher bis zum Beweis des Gegenteils davon aus, dass es sich hier einmal mehr um eine Abzockerei handelt, und rate dringend von einem Investment in diesen Schweizer Pennystock ab.

Ansonsten bin ich gespannt, ob EMI als Vermarkter von Genesis sowie die Lloyd Fonds AG wie von mir empfohlen rechtliche Schritte einleiten, um einer Beschmutzung ihres Namens vorzubeugen.

Matthias Schrade

24.10.2009
21:15
 

Krasse Kacke

Vorab: Ich habe den Koalitionsvertrag selbst noch nicht gelesen, stimme Fefe nicht in allen Punkten zu und die Sprache ist auch nicht durchgängig die meine - aber lesenswert ist dieser Kommentar allemal.

Politik soll ja schließlich auch mal wieder Spaß machen.

Matthias Schrade

24.10.2009
12:23
 

Ariel: 10 Prozent mehr ist weniger

Zum Glück stammt "Ariel" aus dem Haus des US-Herstellers "Procter & Gamble"; bei der in Düsseldorf ansässigen Konkurrenz hätte ich sonst nämlich gerade einen kleinen inneren Konflikt zwischen Lokalpatriotismus und Aufklärungswunsch zu bestehen gehabt.

Ach ja: Anlass war eine Mail, die mir ein Kollege mit dem Kommentar "so wird der Verbraucher verarscht!" schickte, um auf die seltsame Mathematik bei "Ariel"-Flüssigwaschmitteln hinzuweisen. In einem Satz: Wer als Verbraucher nicht GANZ genau aufpasst, zahlt deutlich zu viel. Oder doch zu wenig? So genau habe ich das jetzt ehrlich gesagt selbst nicht kapiert.

Wirklich lesens- und kopfschüttelnswerter Bericht jedenfalls. Und aus lokalpatriotischer Sicht erfreulich, denn jetzt könnte ich ja guten Gewissens die in dieser Hinsicht (noch?!) nicht negativ aufgefallenen Henkel-Produkte anpreisen. Die ich allerdings ebenfalls nicht kaufe ;-)

Matthias Schrade

24.10.2009
10:24
 

Ja is' denn heut' scho' Weihnachten?!

Ich gestehe: Als ich gestern im Verbrauchermarkt meines Vertrauens an der Weihnachtspalette vorbeiging, war mein Widerstand gebrochen: Ich nahm eine Packung Domino-Steine und eine Trommel Marzipankugeln mit - und habe letztere gestern abend sogar schon angebrochen...

Um das schlechte Gewissen zu beruhigen und mich vor mir selbst zu rechtfertigen, mögen folgende drei Aspekte dienen:

1. Es ist ja nur noch zwei Monate hin

2. Genaugenommen sind Domino-Steine und Marzipankugeln völlig willkürlich als Weihnachtskram deklariert (da waren nichtmal Sterne drauf!)

3. Ich habe durch den parallelen Kauf einer größeren Menge an Gummibärchen, Keksen, Chips und Russisch Brot einen größtmöglichen Verwässerungseffekt sichergestellt, um die eventuell verfrüht aufkommende Weihnachtsstimmung in meiner Wohnung ausreichend zu dämpfen.


Die Kassiererin zeigte sich von meinem Einkauf übrigens so schockiert, dass sie mir den Kauf eines Glases Apfelmus durch versehentlich-vom-Band-stoßen-und-auf-dem-Boden-zerbrechen ersparte.

Matthias Schrade

23.10.2009
09:34
 

Haltet den Buletten-Dieb!

Mit freundlicher Genehmigung von Prof. Dr.-Ing. Hans-Joachim Selenz, u.a. Ex-Vorstand von Salzgitter und TUI (damals Preussag AG), veröffentlichen wir heute seinen aktuellen Kommentar als Gastbeitrag.


Gleiches Recht für alle…

Nicht erst seit der Zwei-Klassen-Grippeimpfung fragt sich mancher Bürger, ob er in einer Zwei-Klassen-Gesellschaft lebt. „Sechs Maultaschen reichen für eine Kündigung!“ Diese Schlagzeile ist ebenfalls keine Presse-Ente. Sie beschreibt vielmehr den Zustand von Teilen unserer Justiz. Und das in einem Land, in dem gerade die Justiz häufig die Rolle einer politisch willfährigen Zwei-Klassen-Institution spielte. Der Untertan brillierte schon in Heinrich Manns Justiz-Drama. Er ist - viel zu oft - noch immer Justiz-Hauptdarsteller. Wer in Deutschland eine Bank mit der Pistole ausräumt, landet im Knast. Wer sie indes als Vorstand ausraubt, bleibt in aller Regel unbehelligt.

Die Zwei-Klassen-Justiz weiß, was sie zu tun hat. In Zeiten schlechter Auslastung zeigen Firmen große Phantasie beim Abschieben überzähliger Mitarbeiter. Arbeitsgerichte folgen den Phantasien nicht selten überaus servil. Insbesondere dann, wenn es sich um Konzerne handelt. Unbescholtene Bürger werden der Öffentlichkeit als Kriminelle präsentiert. Das Motto: Haltet den Buletten-Dieb.

Ist der Verzehr einer Bulette - noch dazu beim Zubereiten eines kalten Buffets - tatsächlich kriminell? Ist die „Entwendung“ von Aufstrich für ein Brot kriminell, der Verzehr abgelaufener Lebensmittel oder das Aufladen eines Handys bei einem Stromverbrauch von 0,0016 Cent? Um nicht missverstanden zu werden - Diebstahl ist ein Vergehen. Aber sind diese Handlungen wirklich Diebstahl und als kriminell einzustufen? Die Firma habe dies per schriftlicher Anweisung verboten. Daher sei es kriminell, unabhängig vom jeweiligen Wert - so die Justiz. Gleiches Recht für alle!

Schriftliche Anweisungen hält auch das Aktiengesetz parat. Ebenso wie das Strafgesetzbuch. Kein Mensch käme allerdings in Deutschland auf die Idee, den Chef einer großen Aktiengesellschaft öffentlich zu stigmatisieren, nur weil er einmal die Woche den Wagen seiner Frau waschen und auftanken lässt - auf Kosten der Firma. Weil er sich zum Geburtstag ein Jagdgewehr schenken lässt - auf Kosten der Firma. Weil er die Wirtschaftsprüfer besticht oder die Frau den Firmenjet für die Einkaufstour nutzt - auf Kosten der Firma. Das sind hierzulande lässliche Petitessen. Der Vorstand ist jedoch nicht Besitzer einer AG. Er ist lediglich deren Verwalter. Bei Selbstbedienung auf Kosten der Aktionäre schaut die Justiz in Deutschland gerne gelangweilt weg. Gleiches Recht für alle?

Man muss hierzulande auf der richtigen Etage arbeiten. Auf Chefetagen sind Wildwest-Manieren häufiger anzutreffen als Otto Normalverbraucher ahnt. Recht und Gesetz spielen oft nur eine untergeordnete Rolle. Eine wichtige Funktion hat dabei der Staatsanwalt. Der ist in Deutschland politisch weisungsgebunden. Hat man die Politik im Griff, so hat man auch die Justiz in der Tasche. So etwas nennt man Herrschaftswissen. Dazu genügt es oft schon, wichtige Politiker an der Leine zu haben. Politiker abhängig zu machen, ist keine Kunst. Es funktioniert mit Geld, aber auch ohne. Männer im gesetzten Alter sind besonders anfällig. Bei der WestLB nutzte man für diesen Zweck z. B. einen Bordell-Jet. WestLB Chef Neuber, der den Jet bezahlte, blieb trotz Milliardenbetrügereien bis zu seinem Tod unbehelligt. Wenn trotzdem mal ein Boss - wie PostBank-Chef Zumwinkel - öffentlich vorgeführt wird, so hat auch das Methode. Der Mann hatte sich zuvor mit den falschen Leuten angelegt. Sein Herrschaftswissen bewahrte ihn indes final doch noch vor dem Gang in den Knast.

Denn selbst wer als Boss die Gesetze nicht kennt, hat auf deutschen Chefetagen nichts zu fürchten. Deutsche Bank-Chef Ackermann musste im Mannesmann-Prozess zugeben, das deutsche Aktienrecht nicht zu kennen - “Herr Ackermann und der Führerschein“. Als Angehöriger des Prekariats hätte ihm das bestenfalls Häme eingebracht - und den Rausschmiss beschleunigt. Denn jeder Bürger weiß: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Herr Ackermann verlor hingegen weder sein Amt noch seine Aufsichtsratsmandate. Dass er Aktiengesellschaften führen und überwachen kann, ohne die rechtlichen Vorgaben zu kennen, ist unter rechtsstaatlich korrekten Bedingungen zwar undenkbar. Bereits vor dem Prozess wurde ihm allerdings von der Kanzlerin eine weiße Weste attestiert. Polit-Vorgabe für die Justiz. Den Strafbefehl bezahlte Ackermann aus seiner Portokasse und machte danach unbeschwert weiter. Als sei nichts geschehen. Die Kanzlerin lud ihn danach sogar zum Dinner ins Kanzleramt. Ob es dabei Buletten oder Maultaschen gab, ist nicht überliefert. Die sechs kriminalisierten Maultaschen wären übrigens im Mülleimer gelandet. Gleiches Recht für alle…

Peine, den 22. Oktober 2009
gez.: Prof. Dr.-Ing. Hans-Joachim Selenz

21.10.2009
22:09
 

Ein gewisses Niveau

Momentan häufen sich die Kommentar-Spam-Attacken auf dieses Blog, weshalb hier in Kürze ein sogenanntes captcha installiert wird. Leider sind die oftmals ein wenig nervig, wenn man die verschwommenen Buchstaben nicht richtig lesen kann, weshalb ich um eine halbwegs augenfreundliche Version bat.

Zum Glück hat der Chef unseres Website-Betreuers genau die richtige Lösung:

Das captcha unten ist eine russische Entwicklung, nehmt das doch! Auf deutsch heisst der Text "Lösen Sie die Gleichung nach x auf und tragen Sie das Ergebnis in das Feld ein". Lesen kann das jeder und wir legen ja auch Wert auf ein gewisses Niveau der Blog-Leser, was man damit eben auch gleich erreicht!


In den letzten Wochen wurde mir die Zahl der Kommentare hier sowieso zu viel - zuletzt volle zwei Stück in nur einem einzigen Monat, wer soll sich das alles durchlesen? Eben.

Matthias Schrade

21.10.2009
11:48
 

Intershop hat sich die Finger verbrannt

Die Intershop Communications AG hat sich die Finger verbrannt. Aufgrund der Einstellung des Geschäftsbetriebs bei Quelle Deutschland muss das Unternehmen eine Wertberichtigung in Höhe von mehreren hunderttausend Euro durchführen. Bereits heute steht damit fest, dass im dritten Quartal 2009 ein negatives Ergebnis ausgewiesen wird.

Intershop ist der E-Commerce-Dienstleister für das Versandhandelshaus Quelle sowie mehrere Spezialversender und Auslandstöchter des Unternehmens. Diese sind nach Angaben des Insolvenzverwalters der Quelle-Muttergesellschaft Arcandor bislang nicht von der Abwicklung betroffen.

Am Rande: Im Zuge der Quelle-Liquidierung verlieren 7000 Mitarbeiter ihren Job. Der Plan, Deutschlands ältestes Versandhaus zu verkaufen, ist gescheitert. Bayern hatte sich noch im Sommer an einer Bürgschaft von 50 Mio. Euro beteiligt, damit der Katalog gedruckt werden konnte. Das Geld dürfte nun verloren sein.

Roland Pumberger

20.10.2009
01:23
 

Alles leere Versprechungen

Ein nach eigenen Angaben mehr oder weniger verarmter Kleinaktionär - er beklagte zuletzt halböffentlich ein schmerzliches Abschmelzen seines Vermögens auf 1.691.012 Euro - schreibt in seinem EMail-Verteiler:

"So, jetzt hab ich mir die Steuer auf den Schreibtisch gelegt. Immerhin hab ich noch heute und morgen. Am Mittwoch muss ich ins Gefängnis sagt das Finanzamt (alles leere Versprechungen)."


Es müssen schon harte Zeiten sein, wenn sich noch vor kurzem als Kapitalisten fühlende Menschen aus meinem Bekanntenkreis inzwischen dazu gezwungen werden, sich auf diese kreative Weise in den Genuss von kostenlosen staatlichen Leistungen wie freier Kost und Logis zu bringen.

Wobei ich zugeben muss, dass diese Interpretation meinerseits möglicherweise argumentativ derjenigen mancher Meteorologen nicht ganz unähnlich ist.

Matthias Schrade

Börsenalltag per Mail

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