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24.02.2010
13:19
 

Amüsantes aus meiner Mailbox von einem unserer HV-Reporter:


Hallo Matthias,

gestern war ich in der HV der XYZ AG. Die haben auch einen für IR zuständigen Menschen, den ich zu seinen Kontaktdaten befragte (für den Berichtsanhang). Da er GSC nicht kannte (ich war als GSC Research ordnungsgemäß gemeldet, stand auch entsprechend auf der Gästeliste), erhielt er zunächst eine kurze Schilderung, wer GSC ist, wozu die HV-Berichte dienen und warum es die Information mit den Kontaktdaten des IR-Ansprechpartners gibt.

Das führte zunächst zu einem Augenblick des Nachdenkens, gefolgt von der Bemerkung: "Ich kann Ihnen ja nicht einfach meine Karte geben. Bitte schicken Sie mir Ihren Bericht zur Freigabe. Wenn das abgestimmt ist, dürfen Sie hernach auch meine Daten als Ansprechpartner IR nennen."

Da finde ich schon gut, dass die HV-Teilnehmer ihre Beiträge nicht vorab abstimmen mussten.

Gruß

XXX


P.S.: Mag ja für das Blog taugen, aber dann bitte ohne Nennung der Gesellschaft, sonst kann man den Menschen ja ausfindig machen und womöglich nehmen Aktionäre dann unabgestimmt Kontakt auf...


Die Mail erreichte mich übrigens unter dem - wie ich nach Lektüre sagen mus, durchaus passenden - Betreff "Paranoia pur". Vielleicht sollte sich der IR-Ansprechpartner einfach zum Geheimrat umschulen lassen. Viel ist da ja nicht mehr zu tun ;-)

Matthias Schrade

22.02.2010
10:45
 

Kommt bald der 1-Liter-Porsche?

Aufgrund der Tatsache, dass der deutsche Sportwagenbauer Porsche die neuen Grenzwerte zum Verbrauch in Amerika deutlich überschreitet, drohen hohe Strafzahlungen und im schlimmsten Fall sogar das Aus auf dem US-Markt. Dies berichtet die Financial Times Deutschland in ihrer heutigen Ausgabe.

Nach dem Gesetz, das im Mai in Kraft treten wird, müsste Porsche für die gesamte Fahrzeugflotte bis 2016 eine durchschnittliche Reichweite von 41,4 Meilen pro Gallone erreichen. Das entspricht etwa einem Verbrauch von 5,7 Litern auf 100 Kilometern. „Um den Grenzwert zu erreichen, müssten wir den Verbrauch Jahr für Jahr um rund zehn Prozent senken“, rechnete Schläfli vor. Das sei technisch unmöglich.

Walter Lewis, der Porsche gegenüber den US-Behörden vertritt, meinte dazu: „Es ist nicht die Aufgabe der Regierung, die Gewinner und Verlierer der Autoindustrie zu bestimmen. Das ist keine Umweltpolitik, das ist Industriepolitik!“

Unrecht dürfte Lewis mit dieser Aussage nicht haben. Zunächst wird die Sparte mit (umweltpolitisch völlig kontraproduktiven) Abwrack- bzw. Ökoprämien gestützt. Nun wird sie mit derartigen Maßnahmen politisch abgewrackt.

Wenngleich Maßnahmen zum Umweltschutz meiner Ansicht nach unumgänglich sind, dürfte der hier gezeigte Weg eher der falsche sein. Vielmehr sollten Wege eingeschlagen werden um sich grundsätzlich möglichst rasch vom Verbrennungsmotor zu lösen. Umweltfreundliche Alternativen gäbe es insbesondere vor dem Hintergrund genug, dass rund 80 Prozent des weltweiten Verkehrs Kurzstrecken bis 20 km sind. Diese Strecken sind auch ohne Benzin oder Diesel einfach überbrückbar. Die Lobby muss dies nur zulassen…

Roland Pumberger

17.02.2010
10:14
 

Fortress Paper mit Rekordergebnis

Während viele Unternehmen unter der immer noch um sich greifenden Finanz- und Wirtschaftskrise leiden, konnte Fortress Paper Ltd. das schwierige Geschäftsjahr 2009 mit einem Rekordergebnis abschließen. Im besagten Zeitraum steigerte das Unternehmen gemäß den am 16.2. publizierten Geschäftszahlen – von uns auf Basis dieses Stichtages umgerechnet in Euro – den Umsatz um rund 5 Prozent auf 139,0 (132,5). Das bereinigte Nettoergebnis lag zum Bilanzstichtag bei 9,7 (9,3) Mio. Euro. Je Aktie errechnet sich daraus ein Ergebnis von 0,94 (0,91) Euro.

Die Aktie von Fortress Paper konnte schon im Vorfeld der Zahlen stark an Wert zulegen und sich zuletzt über der Marke von 9 Euro etablieren. Auf aktuellem Kursniveau errechnet sich damit ein KGV von 9 auf Basis des von uns erwarteten Gewinns für das laufende Geschäftsjahr 2010. Grundsätzlich immer noch preiswert. Wenn da nur nicht diese Fahnenstange wäre….

Roland Pumberger

12.02.2010
09:27
 

Schönrederei?

Während die Deutsche Bank in ihrem „Konjunkturausblick 2010“ bereits wieder optimistisch ist, dass sich die Erholung der Wirtschaft fortsetzt und der Aufschwung, der derzeit noch größtenteils den Impulsen der Geld- und Fiskalpolitik geschuldet ist, zunehmend selbsttragend wird sieht die Realität aber offensichtlich anders aus.

So treibt die laufende Wirtschaftskrise in Deutschland immer mehr Unternehmen in die Pleite. Im November 2009 meldeten 2539 Unternehmen Insolvenz an, das waren 6,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie aus aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts hervorgeht.

In den ersten elf Monaten 2009 meldeten mit 30.104 Betrieben 11,3 Prozent mehr als im Vorjahr Insolvenz an. Prominente Fälle waren etwa der einst größte Versandhändler Quelle, der Porzellanhersteller Rosenthal und die Unterwäschefirma Schiesser. Die Gläubiger mussten nach Angaben der Statistiker allein im November um rund drei Milliarden Euro an offenen Forderungen fürchten - das waren 800 Mio. Euro mehr als im Vorjahresmonat.

Experten erwarten auch in den kommenden Monaten einen weiteren Anstieg der Pleiten: 2010 könnten nach Einschätzung des Insolvenzverwalter-Verbandes VID so viele Firmen wie nie zuvor den Gang zum Konkursgericht antreten, nämlich 40.000. Erst 2011 sei mit einem Rückgang zu rechnen.

Unterm Strich scheint es also so zu sein, dass sich die Region Asien am schnellsten aus der Wirtschaftskrise berappeln kann. Dies belegen eindrucksvoll die zuletzt von dort vermeldeten Wirtschaftsdaten beispielsweise aus China und Südkorea. Exportsteigerungen von 21 bzw. 47 Prozent sprechen hier eine deutliche Sprache. Die deutschen Exporte stiegen dagegen im Dezember 2009 lediglich um unbereinigte 3,4 Prozent im im Vergleich zum Vorjahresmonat. Im Vergleich zum Vormonat ging es allerdings unbereinigt um  minus 5,99% kräftig abwärts.

Roland Pumberger

01.02.2010
09:24
 

Bosch mit erstem Verlust seit dem 2. Weltkrieg

Der weltgrößte Autozulieferer Bosch hat im vergangenen Jahr wegen der eingebrochenen Fahrzeugnachfrage den ersten Verlust seit Ende des zweiten Weltkriegs eingefahren. “In keinem Geschäftsjahr seit 1945 mussten wir so heftige Rückschläge bei Umsatz und Ergebnis hinnehmen wie 2009″, sagte Bosch-Chef Franz Fehrenbach in Stuttgart. 2010 werde ebenfalls “kein einfaches Jahr”, der Konzern mit 271.000 Beschäftigten werde um ein ausgeglichenes Ergebnis kämpfen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2009 sank der Umsatz des im Stiftungsbesitz befindlichen Konzerns um 16 Prozent auf rund 38 Mrd. Euro. Der Verlust vor Steuern dürfte etwa 3  bis 4 Prozent des Umsatzes betragen. Dies wären zwischen 1,14 und 1,52 Mrd. Euro.

Nach den desaströsen Zahlen 2009 rechnet der Bosch-Chef im laufenden Jahr wieder mit einer Belebung der Geschäfte. Der größte Schwung soll dabei von den asiatischen Schwellenländern ausgehen. Die weltweite Automobilproduktion werde 2010 voraussichtlich um 10 bis 15 Prozent wachsen, in der stark geschrumpften Sparte Industrietechnik sei voraussichtlich aber erst in der zweiten Jahreshälfte eine nennenswerte Erholung zu erwarten, hieß es.

Dass die Krise noch nicht vorbei ist zeigen die weiteren Meldungen des Wochenendes:

England: GlaxoSmithKline streicht weitere 4.000 Stellen

Deutschland: Vodafone denkt über Stellenstreichungen in D nach

Deutschland: Deutsche Börse streicht 10% der Stellen

Deutschland: Siemens streicht 2.000 Stellen in Deutschland

USA: Sechs weitere Bankpleiten am vergangenen Freitag… (bislang 15 in 2010)

Die Deflationsspirale scheint sich demnach trotz der expansiven Geldpolitik der Notenbanken weiter zu drehen. Vermutet hatte ich dies schon in meinem Artikel „Die Pferde können und wollen nicht saufen…“ Mitte Oktober.

Roland Pumberger

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