February 1  February 1Filter zurücksetzen

25.02.2016
19:48
 

Ob Crowdfunding, Social Trading, FinTech oder Bank 3.0 – die finanzielle Revolution hat viele Namen und noch mehr Protagonisten. Einen davon, die Österreichische wikifolio Financial Technologies AG wurde an dieser Stelle bereits näher betrachtet. Heute soll die in New York beheimatet investFeed im Fokus stehen.

Via investFeed.com können private, wie professionelle Investoren ihre Markterwartungen und Kommentare via Kurznachricht oder Fachartikel veröffentlichen und sich so eine Fan-Gemeinde aufbauen oder sich mit anderen Tradern austauschen. Das Ganze erinnert an eine Kombination aus StockTwits (Börsen Kurznachrichten à la twitter) und Seeking Alpha (Fachartikel/Analysen), nur dass es hier noch eine interessante kommerzielle Komponente gibt.

Der Blogger bekommt Bares

Anders als bei Seeking Alpha, wo man für kommerziell veröffentlichte Artikel je nach Klick-Anzahl bezahlt wird, baut man sich bei investFeed seine Leserschaft selber auf und kann den Preis für das „Research-Abo“ selber bestimmen. Die Fans oder „Followers“ können dann wählen, ob sie zu dem festgesetzten Preis den einen oder anderen Blogger bzw. Schreiber folgen wollen. Die „Abos“ sind kurzfristig kündbar und kosten in der Regel zwischen 0,90 und 20,00 US-Dollar/Monat. Man kommt also schon mit kleinen Summen zum Zuge.

Sicherheit und Performance

Der Sicherheitsgedanke ist auch bei investFeed nicht fern. So kann man die einzelnen Beiträge, wie auch die Blogger an sich, bewerten. Außerdem gibt es für jeden Nutzer ein öffentliches Musterdepot. Hier kann (kein MUSS) der Trader/Blogger je nach positiver oder negativer Kommentierung die entsprechenden Werte mit dem aktuellen Kurs eingeben und später die Position wieder auflösen bzw. verkaufen. Leerverkäufe sollten sich so auch darstellen lassen. Potentielle Abonnenten oder Follower können hier sehen, wie hoch die Trefferquote bei realisierten und nicht realisierten (Buchgewinn) Transaktionen ist, und welche Gesamtperformance der Trader oder Blogger bisher erzielt hat.

Web und App

Elementarer Bestandteil von investFeed sind die Invest- bzw. Newsfeeds – also die Blogbeiträge und Reserachartikel, welche automatisch an die entsprechenden Konten bei twitter, facebook und LinkedIn weitergeleitet werden können. Eine adäquate Suchfunktion für Aktien und Nutzerprofile fehlt ebenso wenig, wie die Versorgung mit Aktienkursen und skalierbaren Charts. Alles in allem findet man unter investFeed.com eine funktionale und aufgeräumt übersichtliche Webseite. Und was noch fehlt ist schon in der Mache. So sollen demnächst noch weitere Märkte folgen, da man derzeit nur den US-Markt zu Auswahl hat. Eine App für Apple und Android ist schon im User-Test und wird ebenfalls in Kürze folgen.

Das FinTech Startup

Das New Yorker FinTech Startup investFeed entspringt einer Idee von Ronald Chernesky und Andrew Freedman. Ron Chernesky, CEO und Mitbegründer von investFeed, war zuvor Händler an der New York Stock Exchange und Entwicklungschef bei der World Trade Financial Group, wo er auf Drew Freedman, CTO und Mitbegründer von investFeed, traf. Beide sind Mitbegründer der FinTechs Thinking Alpha und Dark Pool Traders, und können so auf eine profunde Erfahrung als Startup Unternehmer im FinTech-Bereich verweisen.

Das Social Investing Startup investFeed sucht derzeit Seed Investoren und Business Angels um die Reichweite von investFeed auszuweiten und weitere technische Features zu integrieren. Eine entsprechende Fundraising-Runde läuft derzeit auf der Crowdfunding Plattform Crowdfunder. Nach eigenen Angaben hat investFeed derzeit rund 15.000 registrierte Nutzer aus 20 Ländern und kommt auf 150.000 live Beiträge – und es werden täglich mehr.

Über den Autor:

Karsten Koos ist Vorstand der five-alive AG, Social Trader auf wikifolio.com und über das Family Office "five-alive" Anteilseigner der GSC Holding AG.

 

10.02.2016
15:51
 

GoingPublic | es tut sich was

Es tut sich was bei GoingPublic. Erst wird zum Jahreswechsel auf Xetra der Kurs der sonst eher illiquiden Aktie auf knapp drei Euro gehievt, um dann unter hohen Umsätzen (rund 3% aller ausgegebenen Aktien) am zweiten Handelstag des neuen Jahres um elf Prozent auf 2,65 Euro in die Tiefe zu rauschen. Und dann meldet die Gesellschaft Mitte Januar, dass sie ihr unter Bondguide geführtes Anleihegeschäft durch ein MBO an den bisherigen Chefredakteur Falko Bozicevic ausgliedert.

GoingPublic hält künftig nur noch 25 Prozent am Bondguide. Ein Schritt, der rein wirtschaftlich begründet sein dürfte, wurde Bondguide doch bei zurückliegenden Präsentationen gern als Paradebeispiel für die strategische Wandlung vom Print-Medienhaus zum Multimediaanbieter herangezogen. Ob es sich beim Bondguide-Deal um einen "Notverkauf" handelt, um die Bilanz zu retten oder wenigstens die Dividendenfähigkeit zu erhalten, oder doch um eine strategische Überlegung, werden die nächsten Zahlen zeigen, die zur Veröffentlichung anstehen. Ein Publikationsdatum für etwaige Quartalszahlen ist der Webseite von Going Public jedoch noch nicht zu entnehmen. Dafür fällt bei einem Besuch der Webseite "goingpublic.de" auf, dass es kaum Fremdwerbung gibt und fast alle GoingPublic Magazine zum gratis Download bereitstehen. Ein interessantes Geschäftsmodell. Immerhin verfahren andere Blätter des Hauses in dieser Hinsicht anders.

Nach dem der Bondguide Chefredakteur nun via MBO von Bord ging, auch wenn er dem Hause durch einen Kooperationsvertrag weiter zu Verfügung steht, sei noch eine weitere Personalie am Rande erwähnt: laut seinem Xing Profil ist Andreas Potthoff wohl nicht mehr Prokurist des Verlagshauses. Wie immer man dies zu deuten hat. Man darf gespannt sein, was als nächstes folgt.

 

Über den Autor:

Karsten Koos ist Vorstand der five-alive AG, Social Trader auf wikifolio.com und über das Family Office "five-alive" Anteilseigner der GSC Holding AG.

Der hier angebotene Beitrag dient ausschließlich der Information und stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Er ist weder explizit noch implizit als Zusicherung einer bestimmten Kursentwicklung der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren birgt Risiken, die zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die Informationen ersetzen keine, auf die individuellen Bedürfnisse ausgerichtete, fachkundige Anlageberatung. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden wird weder ausdrücklich noch stillschweigend übernommen.

Börsenalltag per Mail

Abonnieren Sie unsere Blogeinträge als Newsletter!
(* Pflichtfelder)

Abo

Datenschutzerklärung

*

Rechtliche Hinweise