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27.03.2017
15:07
 

In den kommenden Tagen darf der Kapitalmarkt die untestierten Zahlen der GoingPublic Media AG für das Geschäftsjahr 2016 erwarten.

Interessierte Anleger werden ihr Augenmerk dabei vor allem auf zwei Punkte richten: die Auswirkung des Verkaufs des Bereichs „Stiftung“ aufs Ergebnis, sowie den Dividendenvorschlag an die kommende Hauptversammlung.

Als Ende 2015 das Ergebnis durch den Teilverkauf des „Bondguide“ einen unerwarteten, positiven Ergebnisbeitrag erfuhr, sprachen wir bei five-alive von einem Sondereffekt.

Nachdem Ende 2016 der Bereich „Stiftungen“ komplett an die FAZ-Gruppe weitergereicht wurde, konnte man schon fast von einem Geschäftsprinzip sprechen. GoingPublic als Finanzmedien-Incubator. Doch dies wäre zu weit gegriffen. Realistisch Betrachtet beobachten wir hier eher die Nutzung sich ergebener Chancen bei gleichzeitiger Fokussierung auf das Kerngeschäft.

Mit etwas Phantasie sehen wir auch in Zukunft noch Plattformen im GoingPublic Verlag die Zwecks Fokussierung aufs Kerngeschäft für entsprechend positive Ergebnisbeiträge sorgen könnten. Doch bleiben wir vorerst im Hier und Jetzt und bei der bevorstehenden Ergebnispräsentation.

Da über den Kaufpreis, den die FAZ-Gruppe für DIE STIFTUNG Media GmbH bezahlte, Stillschweigen vereinbart wurde, fällt es schwer, hier einen entsprechenden Ergebnisbeitrag zu berechnen. Eine Annäherung über das Ergebnis wird schwierig, weil es in den letzten Jahren zwischen einem Verlust von 18.000 und einem Gewinn von 93.000 Euro schwankte. Etwas konstanter zeigte sich da schon der Umsatz der Stiftung Media GmbH. Dieser bewegte sich in den letzten Jahren zwischen 686 und 864 TEUR, und dürft bei Verkauf vorsichtig geschätzt mindestens auf Vorjahresniveau (780 TEUR) gelegen haben, tendenziell sogar etwas darüber. Nimmt man den Mittelwert der jährlichen Umsätze von 2013-2016, kommt man auch wieder auf knapp 780 TEUR.

Branchenübliche Umsatz-Multiple zur Bewertung kleiner Medienunternehmen liegen laut FINANCE Magazin zwischen 0,84 und 1,39. Selbst bei einer äußerst vorsichtigen Annäherung mit dem 0,5-fachen des letzten bzw. durchschnittlichen Umsatzes von 780.000 EUR käme man auf einen Verkaufserlös von 390.000 EUR bzw. bei 900.000 ausstehenden GoingPublic Aktien auf einen Ergebnisbeitrag von 0,43 EUR/Aktie – eine Zahl, fast zu schön, um wahr zu sein.

Als Preisuntergrenze könnte man einen vom Gewinn guter Jahre abgeleiteten Betrag von rund 100.000 EUR heranziehen. Dies würde für GoingPublic Aktionäre einen Ergebnisbeitrag von 0,11 EUR/Aktie bedeuten, was wir bei five-alive als deutlich zu bescheiden betrachten würden.

Basierend auf die im bisherigen Jahresverlauf 2016 gezeigte Ergebnisverbesserungen schätzen wir bei five-alive das Ergebnis aus gewöhnlicher Geschäftstätigeit der GoingPublic Media AG auf 0,099 EUR/Aktie. Bei einem durchschnittlichen Kurs von rund 3,00 EUR in den letzten Tagen, kommt man somit auf ein KGV von derzeit 30. Zieht man dann den oben genannten Ergebnisbeitrag aus dem Verkauf der Stiftung Media GmbH hinzu, so kommt man auf einen Gewinn je Aktien von 0,209 bzw. 0,529 EUR/Aktie. Damit würde das KGV auf attraktive 14,4 bzw. 5,67 sinken.

Für die Dividende, die seit 2008 nie ausgefallen ist, würde dies einen gewaltigen Sprung erwarten lassen. Denn zum einen hat der Vorstand bereits verkündest, dass „über eine Sonderdividende … ein wesentlicher Teil des Ertrags aus der Transaktion (Verkauf der Stiftung Media GmbH, Anm. d. Red.) an die Aktionäre ausgeschüttet werden“ soll, zum anderen hat das Aktionariat ein großes Interesse an einer aktionärsfreundlichen Ausschüttungspolitik. Der Vorstand und Gründer, Markus Rieger, hat erst vor zwei Jahren im Rahmen einer Umplatzierung große Teile der GoingPublic Aktien übernommen, was sicher auch bezahlt sein will, und Stiftungen, die sich auch unter den GoingPublic Aktionären befinden, haben von Natur aus ein großes Interesse an hohen und regelmäßigen Ausschüttungen. Es bleibt also spannend.

Der Joker bei der Dividendenschätzung bleibt besagter Verkaufserlös für die Stiftung Media GmbH. Bei five-alive gehen wir, vorsichtig geschätzt, von einer Dividende von 0,20 bis 0,25 EUR/Aktien für das Geschäftsjahr 2016 aus, nach 0,15 EUR/Aktie für 2015. Das würde einer Dividendenrendite von 6,66 bis 8,33 Prozent entsprechen. Und dies muss keine Eintagsfliege bleiben. Die Gesellschaft pflegt eine aktionärsfreundliche Dividendenpolitik, erreicht in der Regel einen positiven Jahresabschluss und kann sich ggf. auch der Gewinnrücklagen bedienen oder weitere Geschäftsbereiche (teil-)verkaufen. Abgesehen davon feiert die 1998 gegründete GoingPublic Media AG nächstes Jahr ihr zwanzigjähriges Jubiläum, was doch irgendwie nach einer Jubiläumsdividende klingt. Alles in allem keine schlechten Aussichten für die GoingPublic Aktie.

Die five-alive portfolio AG hält mehr als ein Prozent aller ausstehenden Aktien der GoingPublic Media AG.

Karsten Koos

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Über den Autor:

Karsten Koos ist Vorstand der five-alive AG, Social Trader auf wikifolio.com und über das Family Office "five-alive" Anteilseigner der GSC Holding AG.

Hinweis: Der Artikel wurde mit größter Sorgfalt erstellt. Für die Richtigkeit der in der Analyse enthaltenen Aussagen, Prognosen und Angaben wird jedoch keine Gewähr übernommen. Der Inhalt dient lediglich der Information und beinhaltet keine Vermögensberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder anderen Finanzprodukten. Eine Haftung für Vermögensschäden ist ausgeschlossen. Der Autor erklärt, dass er, oder ihm nahestehende Personen oder Institutionen im Besitz von Finanzinstrumenten sein können, auf die sich dieser Artikel bezieht. Hierdurch besteht die Möglichkeit eines Interessenkonfliktes.

10.03.2017
21:27
 

20 Jahre "Neuer Markt" - WDR Zeitzeichen

"Eine Nation war im Fieber - im Börsenfieber. Angestachelt von der Aussicht auf viele Millionen Mark frisches Kapital strebten Mitte der 90er Jahre immer mehr Unternehmen an die Börse. Ob privatisierte Staatsbetriebe wie die Telekom oder ambitionierte High-Tech-Gründung: Selbst Börsenmuffel riskierten plötzlich viele Tausend Mark und zockten mit Aktien von Firmen, deren Geschäftsinhalt zweitrangig schien. (Quelle WDR - Autor: Kay Bandermann)"

Anlässlich des Starts des "Neuen Marktes" an der Frankfurter Wertpapierbörse am 10. März 1997 ist in der Reihe WDR-Zeitzeichen der folgende Beitrag u.a. auch mit Schilderungen von GSC Research veröffentlicht worden

(Link zur ZEITZEICHEN-Sendung in der ARD Mediathek)

Alexander Langhorst

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