10.02.2009
14:19
 

Auch in Zeiten des angeblich papierlosen Büros wird man ja immer noch mit Gedrucktem überschwemmt - nicht zuletzt "dank" der per Post hereinflutenden Werbung. Normalerweise bekomme ich diese gar nicht erst zu Gesicht, durch den krankheitsbedingten Ausfall unserer Sekretärin und Alles-was-mit-Organisation-zu-tun-hat-Kollegin schaute ich die Post heute doch mal schnell durch.

Manche Briefe braucht man dabei gar nicht erst aufmachen: Wer an den "Lebenswerte Insider" schreibt, hat offenkundig keine Ahnung, was wir eigentlich machen und wer wir sind. Eindeutig also eine unaufgeforderte Massenaussendung, der entsprechende Umschlag kann damit ungeöffnet sofort als Spam aussortiert werden. Ein guter Service, so gesehen.

Immerhin: Ähnlich hohe Werte auf der Schmunzel-Skala erreichte in der Vergangenheit nur ein Brief an "GSC Risorge".

10.02.2009
10:32
 

Das schwere Erbe von Leoni, Sixt und Co.

Es ist mal wieder soweit: Die Kür der "Die 5 besten Nebenwerte 2009" im Rahmen des inhaltlich von GSC verantworteten Börsenbriefes NEBENWERTE INSIDER steht unmittelbar bevor - am Samstag geben wir diese im Rahmen eines Lesertreffens in München bekannt.

Eigentlich sollte man ja denken, momentan sei die Auswahl an geeigneten Kandidaten riesengroß. Schließlich finden sich stark gefallene Top-Aktien mit sensationell günstiger Bewertung derzeit in Hülle und Fülle. Falsch gedacht. Denn die "Top 5" stellen definitionsgemäß unsere Basis-Investments dar, bei denen wir nicht nur große Chancen, sondern vor allem auch geringe Risiken sehen - also Kursverluste quasi gar nicht vorstellbar sind.

Nun, dieser Vorgabe sind zwei unserer letztjährigen "Top 5" - namentlich Leoni und Sixt - ohne eigene Schuld nicht gerecht geworden. Beide Firmen sind letztlich dem Auto-Sektor zuzuordnen, und was in dem momentan abläuft, brauche ich wohl kaum näher erklären. Zwar halten sich sowohl Leoni als auch Sixt im Vergleich zu ihrer jeweiligen "Peer Group" von den Zahlen her sehr wacker, den Kursen hat es bislang allerdings wenig genützt.

Um eine Wiederholung dieses Debakels* zu vermeiden, diskutieren wir im aktuellen Umfeld über Faktoren, die in anderen Zeiten als potenzielles Risiko gar keinen Gedanken wert waren. Und so kommt es umgekehrt, dass von meinen Mitarbeitern noch nie so viele verschiedene Werte vorgeschlagen wurden wie in diesem Jahr - oftmals weniger aufgrund der spektakulären Chancen, sondern gerade im Hinblick auf die überschaubare Risikoseite.

Inzwischen haben wir die Qual der Wahl getroffen - vorbehaltlich völlig unerwarteter Entwicklungen in den nächsten drei Tagen (ohne solche Einschränkungen darf man als Analyst in diesen Zeite ja gar nichts mehr sagen!) stehen unsere "5 besten Nebenwerte 2009" nun endlich fest und werden am Wochenende bekannt gegeben. Neugierige (Noch-)Nicht-NWI-Abonnenten können diese auf Anfrage ab nächsten Montag ebenfalls erfahren.

Soviel kann ich vorab verraten: Leoni und Sixt zählen nicht dazu. Nicht weil wir nicht mehr an diese beiden Firmen glauben würden - im Gegenteil, in der von uns beratenen GSC Portfolio AG sind wir dort nach wie vor engagiert. Eine ruhige Kursentwicklung versprechen die Aktien aufgrund des Sentiments der Autobranche aber vorerst gewiss nicht. Und dieses Kriterium liegt uns im aktuellen Umfeld für unsere Leser besonders am Herzen.

Ich bin mir aber sicher, die "Erben" von Leoni und Sixt werden dieser hohen Verantwortung gerecht werden.


*Naja, "Debakel" ist relativ: Trotz der Kurseinbrüche bei Leoni und Sixt haben unsere "5 besten Nebenwerte 2008" ebenso wie die 2007er-"Top 5" insgesamt einmal mehr weitaus besser als DAX und SDAX abgeschnitten.

09.02.2009
16:15
 

Hin- und herreißende Zahlen bei Westag & Getalit

Tja, was soll man von diesen vorläufigen Zahlen nun halten: Einerseits ist der Umsatz im vierten Quartal um 10,4% gesunken und das Ergebnis vor Steuern sogar um etwa 27%, andererseits war Westag & Getalit mit einem Vorsteuergewinn von 3,5 Mio. Euro im Schlussquartal immer noch hochprofitabel. Und nicht zuletzt sollte durch das heute vorgelegte vorläufige Ergebnis eine (mindestens) konstante Dividende von 1,00 Euro sicher sein, was die Rendite auf sattliche 10% bringt.

Trotzdem ärgerlich, dass ausgerechnet das als ultrakonservativ bekannte Unternehmen sich im Sommer auf der Small Cap Conference erstmals etwas weiter aus dem Fenster gelehnt hat. Statt der angekündigten Gewinnsteigerung um ca. 30% auf deutlich über 2 Euro je Aktie sind es jetzt "nur" knapp 14% Plus auf rund 1,89 Euro je Aktie geworden. Da ist man ein wenig hin- und hergerissen, ob man sich nun über das immer-noch-gute Ergebnis freuen oder über die Prognoseverfehlung ärgern soll.

Angesichts dessen, was andere Firmen derzeit so melden, darf man hier allerdings getrost von einem Luxusproblem sprechen.

Nachtrag, 17:05 Uhr: Die Börse weiß wohl auch nicht recht, was sie mit den Zahlen anfangen soll - der Kurs steigt aktuell um 1% auf 10,15 Euro. Dafür steht bei Xetra (Handel nur 1x täglich zur Kasse) heute eine spektakuläre Geld-Brief-Spanne von 9,48 zu 25,00 Euro (sic!). Wenn's Ihnen das Geld für eine überteuerte Order wert ist, könnten Sie möglicherweise morgen das einmalige Gefühl erleben, eine Aktie "eigenhändig" um 150% nach oben zu schießen ;-)

09.02.2009
13:42
 

Binder+Co hat nicht zu viel versprochen

Eins kann man Dr. Grabner, Vorstand der österreichischen Binder+Co AG, ganz gewiss nicht vorwerfen: Dass er erst viel ankündigt, die Prognosen aber am Ende nicht einhält.

So meldete das Unternehmen heute vorläufige 2008er-Zahlen, die - wie mir der Firmenchef verriet - einen Wiener Journalisten schon zu der Aussage "Sie sind ja ein Alien" bewegten. Und meinem Kollegen Roland Pumberger eine annähernde Punktlandung auf seine in unserem letzten Research-Update im November weit über die offizielle Firmenprognose hinaus angehobenen Schätzungen bescherten.

Im laufenden Jahr soll das Ergebnis laut Dr. Grabner übrigens das hohe Niveau von 2008 halten. Ich gehe stark davon aus, dass er auch hier nicht zuviel verspricht.

09.02.2009
10:03
 

Bilanzierungsfähigkeit von Ehefrauen

Manche Dinge, die mir so in die Mailbox flattern, sollte eine gewisse Jemand vielleicht besser nicht zu Gesicht bekommen ;-)

06.02.2009
19:10
 

Bewährte Tradition

Gerade habe ich mir die so-gut-wie-endgültigen Zahlen des Steuerberaters sowie die Word-Version unseres letztjährigen Abschlusses auf einen USB-Stick gezogen. Mit dem erklärten Ziel, in den kommen 8 bis 12 Stunden (je nach Durchhaltevermögen) den Löwenanteil des 2008er-Geschäftsberichts von GSC zu produzieren. Jetzt weniger die ganzen Mini-Notizen im Anhang - solche Feinarbeit macht man besser konzentriert tagsüber -, sondern vielmehr den Textteil, und hier wiederum vor allem die grobe Struktur.

Diese Nachtschicht hat bei mir nun schon eine gewisse Tradition: Zu jeder anderen Zeit lenken klingelnde Telefone, hereinflatternde EMails und natürlich vor sich hin purzelnde Börsenkurse ab. Mal sehen, wie weit ich dieses Mal mit dieser Hauruck-Aktion komme.

06.02.2009
12:28
 

Unser "Neuer" gibt mit V&B sein Research-Debüt

Zum Jahresanfang als neuer Analyst eingestellt, hat unser - langjährige Leser werden sich erinnern - neuestes Team-Mitglied Timo Bauer soeben sein Research-Debüt in Form einer Analyse zu Villeroy & Boch gegeben.

Selbstkritisch muss ich sagen, wir haben ihn da ziemlich ins kalte Wasser geworfen; angesichts begrenzter Vergleichbarkeit der Vorjahreszahlen (Entkonsolidierung des Fließenbereichs), großer Unwägbarkeiten im Bereich Konsum (V&B hat noch keine Zahlen zum Weihnachtsgeschäft genannt) und nicht zuletzt einer.... nennen wir es mal "begrenzten Mitwirkung" der IR-Abteilung des Unternehmens kam seine Einschätzung vor dem Gegenlesen durch meinen Kollegen und mich schon bemerkenswert nahe.

Für mich bleibt jetzt nur noch eine Wette zu gewinnen: Hat Villeroy & Boch seinen Umsatz im Gesamtjahr mit 845 (Vj. 848,6) Mio. Euro tatsächlich annähernd halten können (wie Timo es prognostiziert) oder hat die Konjunkturkrise das Weihnachtsgeschäft doch stärker ausgebremst (was ich glaube). Wobei ich das auf dem Spiel stehende Abendessen gerne gegen eine Schätzungs-Punktlandung beim Research-Debüt des Kollegen eintausche.

06.02.2009
11:46
 

Halloren und die Tücken von Copy-Paste

Wenn man viel mit Datei-Vorlagen arbeitet, kommt es gerne mal vor, dass man einen alten Textbaustein zu ändern oder löschen vergisst. Ich kenne das aus eigener Erfahrung bei uns im Research und in unseren eigenen Quartalsberichten. Meistens ist sowas nicht wirklich tragisch, aber eben doch peinlich, wenn's jemand merkt.

So geschehen bei der Halloren Schokoladenfabrik, aufgrund deren sehr guter gestriger Präsentation ich soeben auf der Seite mal die Bilanz anschauen wollte (die im Handout von gestern nicht enthalten war). Erst runzelte ich ein wenig die Stirn, als ich den Satz "Durch den erfolgreichen Börsengang erhöhte sich das Eigenkapital der Gesellschaft um 10,5 Mio. € auf nunmehr 14,72 Mio. €." las (Hervorhebung von mir) - im Bericht über das dritte Quartal 2008. Irritierend für mich deshalb, weil ich ziemlich sicher war, dass das IPO schon im Mai 2007 stattgefunden hatte.

Dann brachte mich der Blick ins Archiv zum Schmunzeln: Der Satz findet sich seit dem zweiten Quartal 2007 (jeweils marginal abweichend) in allen Zwischenberichten von Halloren. Zuletzt dürfte das Eigenkapital aber wohl eher durch die sehr erfolgreiche Geschäftsentwicklung gestiegen sein, nicht durch Nachwirkungen des Börsenganges. Und auch nicht jedes Mal um 10,5 Mio. Euro....

Werde dem Vorstand gleich mal eine freundliche Mail schreiben, damit’s ab dem nächsten Quartalsbericht anders formuliert wird.

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