03.03.2009
12:17

Auf der gestrigen Hauptversammlung der Rapunzel Naturkost AG (ältere HV-Berichte von GSC zum Unternehmen siehe hier) haben die Mitarbeiter gegen die Aktionäre demonstriert. Mutmaßlich im Auftrag des Hauptaktionärs, was dieser aber abstritt. Anbei und unten die Foto-Dokumentation eines vor Ort anwesenden Kollegen.

Hintergrund ist die angestrebte Umwandlung in eine GmbH, was mit den unverhältnismäßigen Kosten einer - unnotierten - Aktiengesellschaft mit überschaubarem Aktionärskreis begründet wird. Dass der Hauptaktionär und Alleinvorstand Joseph Wilhelm dann noch uneingeschränkter herrschen kann (was die oben genannt Mutmaßung zu den Hintergründen der Demonstration stützt), wurde als Begründung dagegen nicht genannt.

Und was die "unverhältnismäßigen Kosten" angeht: Für die Umwandlung wurden laut Umwandlungsbericht bislang rund 800 TEUR (!) aufgewandt. Von dem Geld hätte man einige HVs abhalten können.... die Leitung der gesrtigen übernahm übrigens der "zufällig anwesende" Kirch-Anwalt Franz Enderle - zu einem Tagessatz von 7.000 EUR.

Wer beim Namen der Gesellschaft denkt, das sei ja sowieso nur eine unbedeutende "Öko-Klitsche", liegt im Übrigen gewaltig daneben: Rapunzel ist ein stetig wachsendes Unternehmen mit einem Umsatz von rund 100 Millionen Euro, das mit einem Nettogewinn von 4 Mio. Euro in 2007 zudem hochprofitabel ist.

Da zahlreiche Widersprüche zu Protokoll erfolgten, sind Anfechtungsklagen bereits vorprogrammiert. Nicht auszuschließen also, dass es noch einmal eine HV gibt, zu der die Mitarbeiter ihre Demo-Plakate aus dem (Firmen-)Keller hervorholen können.

Ob die Demo nun vom Chef "beauftragt" war oder nicht: Ernsthafte Sorgen um ihren Arbeitsplatz zu machen scheinen sich die Damen und Herren ausweislich ihrer fröhlichen Gesichtsausdrücke jedenfalls kaum.


Hinweis: Ich bin Aufsichtsratsmitglied bei der im Open Market gelisteten SCI AG, die Anteile an der Rapunzel Naturkost AG hält und Anfang Februar ein Kaufangebot unterbreitet hatte.

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  • 2 Kommentare
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Von Nico
03.03.2009
14:25
Typisch

"Wir machen Bio aus Liebe - weg mit der AG"

...als ob die AG undemokratischer wäre, als eine GmbH. Ich glaube auch, dass der Alleinvorstand hier geschickt die Ressentiments der Belegschaft für seine Zwecke ausgenutzt hat. Dazu muss man die Mitarbeiter ja nicht einmal zwingen. Halbseidene Information reicht schon.

Von düsseldorfer
09.03.2009
09:07
Herrlich

Naja jeder will ja mal in die Presse ;-)

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