PAION AG (ISIN DE000A0B65S3)

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Jahresergebnis positiv durch Sondereffekte beeinflusst


Das auf die Behandlung von Schlaganfällen und anderen thrombotischen Erkrankungen spezialisierte biopharmazeutische Unternehmen PAION AG meldete heute das Konzern-Finanzergebnis gemäß den Internationalen Financial Reporting Standards (IFRS) für das Geschäftsjahr 2007, das am 31. Dezember 2007 endete.

Das Geschäftsjahr 2007 wurde mit einem Jahresfehlbetrag von 10,5 Mio. EUR (Vorjahr: 17,4 Mio. EUR) abgeschlossen. Die Ertragslage des Geschäftsjahres 2007 wurde durch verschiedene Sondereffekte, die sich saldiert auf einen Ertrag in Höhe von 4,6 Mio. EUR beliefen, wesentlich beeinflusst. Ohne Berücksichtigung dieser Sondereffekte wäre ein Jahresfehlbetrag in Höhe von 15,2 Mio. EUR ausgewiesen worden.

Die Sondereffekte resultierten hauptsächlich aus der Beendigung der Kooperation mit Forest Laboratories, Inc. im Nachgang der negativen Ergebnisse der Phase-III-Studie mit Desmoteplase. Durch die Kündigung der Kooperationsvereinbarung seitens Forest ergaben sich für PAION keinerlei Rückzahlungsverpflichtungen hinsichtlich der bisher erhaltenen Zahlungen und Kostenerstattungen. Die in der Vergangenheit als Rückstellung ausgewiesenen potenziellen Rückzahlungsverpflichtungen in Höhe von 10,9 Mio. EUR gegenüber Forest wurden daher im Geschäftsjahr aufgelöst. Ebenfalls wurden die sich unmittelbar auf diese Rückzahlungsverpflichtungen beziehenden Erstattungsansprüche in Höhe von 8,2 Mio. EUR gegenüberunserem Partner H. Lundbeck A/S aufgrund der nun fehlenden Bezugsgröße ausgebucht. Aus den Auflösungen dieser Rückzahlungsverpflichtungen und Erstattungsansprüche resultierte ein einmaliger Ertrag in Höhe von 2,7 Mio. EUR, der mit den Aufwendungen für Forschung und Entwicklung verrechnet wurde. Ferner wurden 1,7 Mio. EUR der von Forest im Geschäftsjahr 2004 erhaltenen und bisher abgegrenzten Vertragsabschluss¬gebühr ertragswirksam aufgelöst und als Umsatz ausgewiesen.

Die Umsatzerlöse des Geschäftsjahres 2007 beliefen sich auf 4,8 Mio. EUR (Vorjahr: 10,5 Mio. EUR), wovon 3,1 Mio. EUR auf Erstattungen von Entwicklungskosten für Desmoteplase durch Forest und Lundbeck entfielen (Vorjahr: 10,5 Mio. EUR). 1,7 Mio. EUR resultierten aus der bisher abgegrenzten Vertragsabschlussgebühr, welche aufgrund der Beendigung der Kooperation mit Forest nun vorzeitig aufgelöst wurde (siehe Sondereffekte). Der Rückgang der Umsatzerlöse ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass geringere, weiterberechenbare Kosten im Rahmen der praktisch weitgehend abgerechneten DIAS-2-Studie angefallen sind und darüber hinaus Lundbeck seit dem zweiten Quartal 2007 die anteiligen Kosten der Produktionsentwicklung unmittelbar trägt.

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im Geschäftsjahr 2007 fielen im Vergleich zum Vorjahr deutlich niedriger aus und beliefen sich auf 9,8 Mio. EUR (Vorjahr: 16,5 Mio. EUR). Der Rückgang ist im Wesentlichen auf deutlich geringere Entwicklungskosten im Zusammenhang mit der Herstellung des Wirkstoffs Desmoteplase zurückzuführen. Die Kosten für die Entwicklung der Wirkstoffe Enecadin und Solulin sind dagegen im Vergleich zum Vorjahr angestiegen und umfassen insbesondere Produktionskosten sowie Kosten für die Durchführung klinischer Studien. Darüber hinaus führten die Auflösung der langfristigen Rückzahlungsverpflichtungen gegenüber Forest und die Ausbuchung der langfristigen Erstattungsansprüche gegenüber Lundbeck mit einem Nettoertrag in Höhe von 2,7 Mio. EUR zu einer weiteren Reduzierung der Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (siehe Sondereffekte).

Die Aufwendungen für die allgemeine Verwaltung haben sich im Geschäftsjahr 2007 im Vergleich zum Vorjahr leicht reduziert und beliefen sich auf 4,4 Mio. EUR (Vorjahr: 4,6 Mio. EUR). Der Finanzmittelbestand zum 31. Dezember 2007 lag bei 42,9 Mio. EUR (Vorjahr: 57,2 Mio. EUR). Zusätzlich erhielt PAION im ersten Quartal 2008 eine Abschlagszahlung von Lundbeck in Höhe von 8,0 Mio. EUR, die mit Inkrafttreten des erweiterten Lizenzvertrags fällig wurde. Somit startet PAION mit einer soliden Liquiditätsausstattung von rund 50 Mio. EUR in das Geschäftsjahr 2008.

Infolge der negativen Ergebnisse der DIAS-2-Studie hatte PAION Mitte 2007 ein Maßnahmenpaket verabschiedet, das auf die Reduzierung der internen und externen Kosten abzielte. Der im Zuge dieser Maßnahmen vorgenommene Personalabbau betraf nahezu sämtliche Unternehmens¬bereiche und erfolgte unter der Maßgabe, dass die Entwicklungsorganisation in ihrer Funktion erhalten bleibt. Zum 31. Dezember 2007 beschäftige PAION 53 Mitarbeiter (Vorjahr: 81).

Ausblick 2008

Nachdem die Fortführung des Entwicklungsprogramms mit Desmoteplase durch den Abschluss der neuen Kooperationsvereinbarung mit Lundbeck sichergestellt ist, wird PAION die strategische Neuausrichtung der Entwicklungspipeline vorantreiben. PAION ist bestrebt, die mit der Entwicklung von Wirkstoffen verbundenen Risiken im Rahmen von Kooperationen sowie durch eine Ausweitung der Entwicklungspipeline und der Berücksichtigung weiterer Therapiefelder neben dem Schlaganfall zu reduzieren. Hierzu hat PAION bereits in der Vergangenheit eine Vielzahl von Wirkstoffen und Unternehmen evaluiert. PAION wird diesen Prozess in 2008 weiter intensiv verfolgen.

Die weitere Entwicklung von Desmoteplase wird nun federführend durch Lundbeck erfolgen. Lundbeck beabsichtigt, den Zulassungsbehörden Daten zu präsentieren, auf deren Basis die Zustimmung für eine neue Phase-III-Studie mit Desmoteplase eingeholt werden soll. Lundbeck erwartet den Start für diese Studie für das zweite Halbjahr 2008. Über die weitere Entwicklung von Enecadin wird im Rahmen der strategischen Neuausrichtung der Entwicklungspipeline entschieden werden. Nachdem die erstmalige Erprobung von Solulin am Menschen erfolgreich verlaufen ist, wird PAION das klinische Phase-I-Programm fortführen und parallel hierzu eine Phase-II-Studie mit Solulin vorbereiten.

Da Lundbeck nun sämtliche Entwicklungskosten für Desmoteplase tragen wird, werden PAIONs Forschungs- und Entwicklungskosten im Vergleich zum Vorjahr grundsätzlich niedriger ausfallen. Die tatsächliche Höhe der Aufwendungen und des Jahresergebnisses wird jedoch maßgeblich von der neuen Unternehmensstrategie abhängen.



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