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Am 13. Juni 2008 fand um 14 Uhr in den Räumlichkeiten von GSC Research in Düsseldorf ein Investorenmeeting der Impreglon AG statt. Der Geschäftsführer von GSC, Herr Matthias Schrade,  begrüßte dazu den Firmengründer und Vorstandsvorsitzenden der Impreglon AG, Herrn Henning J. Claassen, sowie rund 15 Investoren und Interessenten, die sich dazu eingefunden hatten.

Herr Schrade dankte Herrn Claassen bereits im Vorfeld seiner Ausführungen für die Bereitschaft, sich der Diskussion mit Investoren zu stellen. Zudem führte er aus, er sei selbst auf den Vortrag sehr gespannt, da Impreglon zu den wenigen Unternehmen gehöre, mit denen er sich noch nicht intensiver befasst hat. Über die Veranstaltung, in deren Verlauf sich eine angeregte Diskussion entwickelte, berichtet Investmentanalyst Klaus Kränzle.


Präsentation und Diskussion

Zunächst bedankte sich Herr Claassen bei Herrn Schrade für die freundliche Begrüßung und leitete dann seine Ausführungen mit einem kurzen Überblick über die Firmengeschichte der Impreglon AG ein. Diese ist nunmehr seit sechzehn Jahren auf dem Markt für Beschichtungen aktiv. Wichtige Meilensteine waren der in 1982 erfolgte Erwerb einer NASA-Lizenz für Beschichtungen und die in 1983 erfolgte Gründung als Inhouse-Beschichter des früheren Mutterunternehmens Meltex GmbH. Vor seiner Tätigkeit als Gründer und Vorstandsvorsitzender der Impreglon AG war Herr Claassen in gleicher Funktion für die Meltex tätig, zu der auch noch heute eine große Verbundenheit besteht.

Die in Lüneburg ansässige Firmengruppe verfügt heute über 14 Beschichtungsbetriebe in Deutschland (vier Standorte), USA, Ungarn, Großbritannien sowie in den Niederlanden. Über Minderheitsbeteiligungen bzw. vergebene Lizenzen ist das Unternehmen in den Märkten Japan, Schweden sowie Italien aktiv. Zum Aufbau eines neuen Produktionsstandorts sind nach Angabe von Herrn Claassen Investitionen in einer Größenordnung zwischen 3 und 5 Mio. Euro erforderlich, die Gewinnzone wird im Regelfall nach einer Anlaufphase von drei bis fünf Jahren erreicht. Diesen vergleichsweise langen Zeithorizont begründete Herr Claassen mit der Struktur des Geschäftsmodells, da Aufträge zur Beschichtung erst angenommen werden können, wenn das Beschichtungswerk vollständig errichtet und in Betrieb genommen worden ist.

Bei der Erschließung weiterer Märkte, genannt wurde vom Vorstandsvorsitzenden im weiteren Vortragsverlauf hierbei speziell auch der australische Markt, soll der Fokus jedoch eher auf der Übernahme bereits bestehender Beschichtungsbetriebe liegen. Diese Aussage gilt auch für die vorgesehene Ausweitung der Präsenz in den bereits bearbeiteten Regionen.

Anhand einiger anschaulicher Beispiele schilderte Herr Claassen dann das Tätigkeitsspektrum der Impreglon AG. Der Kerngedanke ist, dass viele bewegliche Teile z.B. von Turbinen oder Produktionsmaschinen aggressiven Stoffen ausgesetzt sind und somit in regelmäßigen Abständen mit einem Schutzanstrich beschichtet werden müssen, um die Funktionsfähigkeit der Maschinen zu gewährleisten. Die Impreglon AG generiert ihre Aufträge dabei aus zwei Quellen: Zum einen beauftragen die Maschinenbauer die Gesellschaft mit der Erstbeschichtung der beweglichen Teile im Rahmen der Originalausrüstung (sogenanntes OEM), zum anderen beauftragen die Produktionsunternehmen Impreglon in der Regel nach zwei Jahren mit der Erneuerung der Beschichtung.

Auf technischer Basis profitiert Impreglon den weiteren Angaben zufolge vom zunehmenden Trend weg vom sehr umweltbelastenden Galvanikverfahren hin zu umwelt- und materialschonenderen Verfahren. Ein wichtiger Treiber dieser Entwicklung ist die Entscheidung der Automobilhersteller, im Produktionsprozess und bei Zukaufkomponenten weitestmöglich auf Galavanikverfahren zu verzichten. Die Umsetzung soll bis 2010 erfolgt sein. Inzwischen wirken sich bei der Galvanik nach Angabe des Impreglon-Chefs auch die gestiegenen Rohstoffpreise aus, so dass andere und deutlich umweltschonendere Verfahren wie verschiedene Beschichtungstechniken zusätzlich an Attraktivität für die Auftraggeber gewinnen.

Zunehmend spielt auch die internationale Aufstellung von Impreglon eine Rolle. Wegen des vergleichsweise geringen Werts der Beschichtung im Vergleich zur Werthaltigkeit der Maschinen lohnt sich der aufwändige Transport der Maschinen nur in einem Umkreis von 300 bis 400 Kilometern. Hier kann nach Angabe von Herrn Claassen die Impreglon AG zunehmend ihre Stärken ausspielen, da weltweit agierende Konzerne ihre Beschichtungsaufträge gerne an ein einziges Unternehmen vergeben, um einen weltweit einheitlichen Standard sicherstellen zu können. Dies gestaltet sich aufgrund der regional sehr zersplitterten Angebotsstruktur in der Praxis als sehr schwierig, wovon Impreglon als einziger stark international ausgerichter Player profitiert.

Vorteile zieht das Unternehmen auch aus einer Forschungskooperation mit dem Fraunhofer Institut und der Technischen Universität Braunschweig. Daraus ergab sich die Frage eines Teilnehmers nach der rechtlichen Absicherung des so erworbenen Know-hows von Impreglon. Diese beantwortete Herr Claassen mit der für viele Teilnehmer überraschenden Feststellung, dass Impreglon aufgrund der rechtlichen Durchsetzungsmöglichkeiten vor Gericht eher mit dem Instrument Markenschutz als mit dem äußerst komplizierten und schwer handlbaren Patenschutz operiert.

Im Nachfolgenden ging Herr Claassen auf die typische Vorgehensweise bei der Expansion ein. Demnach geht Impreglon üblicherweise zunächst Minderheitsbeteiligungen ein, die spätestens nach circa drei bis fünf Jahren profitabel arbeiten sollten. Bei einer erfolgreichen Zusammenarbeit übernimmt Impreglon nach circa sieben bis acht Jahren die Mehrheitsbeteiligung.

Im Gegensatz zu anderen Unternehmen gestaltete sich die Vorstellung der Zahlen aufgrund der für sich selbst sprechenden Wachstumsraten recht entspannend für Herrn Claassen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr steigerte Impreglon seine Umsatzerlöse um 127 Prozent auf 46,14 (Vj. 20,33) Mio. Euro. Bei einem EBIT von 6,12 (2,82) Mio. Euro wurde ein Jahresüberschuss von 4,2 (1,53) Mio. Euro erwirtschaftet. Dies entspricht einem Ergebnis je Aktie von 0,86 (0,40) Euro.

Auf Nachfrage erklärte der Vorstandsvorsitzende, dass der deutliche Umsatzanstieg wesentlich aus den getätigten Zukäufen und Übernahmen resultierte. Das organische Wachstum erreichte jedoch immerhin einen Wert von 20 Prozent, der damit deutlich über dem Branchenschnitt von gut 8 Prozent liegt. Eine Folgefrage von Teilnehmerseite zielte in die Richtung, wie es mit der Konkurrenzsituation für Impreglon aussieht und ob dieses Wachstum mit dieser Geschwindigkeit auf absehbare Zeit Bestand haben wird.

Herr Claassen ging dazu zunächst auf die allgemeine Marktlage ein. Wie bereits konstatiert ist der Markt sehr zersplittert, so dass die meisten Mitbewerber regional aufgestellt sind und Umsätze in einer Spannbreite von circa 4 bis 6 Mio. Euro erzielen. Der Impreglon-Chef sieht sein Unternehmen im Markt als Konsolidierer und stellte weiteres anorganisches Wachstum über Zukäufe in Aussicht. Hierbei ergeben sich neben dem mittelständisch geprägten Wettbewerbsumfeld auch Vorteile aus der Altersstruktur vieler am Markt tätigen Betriebe, da sich diese heute oft bereits mit der Regelung der Nachfolgefrage beschäftigen und sich in dieser Phase immer gute Akquisitionschancen ergeben.

Auch in den ersten Monaten des laufenden Geschäftsjahres hat sich den weiteren Angaben zufolge die positive Geschäftsentwicklung weiter fortgesetzt. So erhöhten sich die Umsatzerlöse im ersten Quartal 2008 um 63 Prozent auf 11,55 (7,07) Mio. Euro, und bei einem EBIT von 1,5 (1,23) Mio. Euro konnte ein Periodenergebnis von 0,9 (0,6) Mio. Euro bzw. von 0,18 (0,16) Euro erwirtschaftet werden.

Der Verfasser dieses Berichts, Klaus Kränzle, fragte in diesem Zusammenhang nach vergleichbaren Unternehmen, anhand derer ein Analyst seine Peer Group von Vergleichsaktien aufstellen könnte. Unternehmen wie Impreglon seien aufgrund ihres Geschäftsmodells immer wieder eine Herausforderung für Analysten. Diesen Aussagen stimmte Herr Claassen prinzipiell zu. Hundertprozentig passende börsennotierte Wettbewerber gebe es nicht, und die Analysten müssten somit die Peer Group etwas weiter fassen.

In diesem Zusammenhang nannte er das US-Unternehmen Praxol und die schweizerische Sulzer Metco, eine börsennotierte Tochter des bekannten gleichnamigen Maschinenbaukonzerns. Beide Unternehmen sind jedoch deutlich größer als Impreglon und nur in Teilen Wettbewerber. Da die neu an der Börse gelistete Ropal AG nur Hochglanz-Lösungen anbietet, was Impreglon gar nicht macht, besteht auch hier keine Überschneidung. Gleiches gilt für Muehlhan, die sich mit maritimem Oberflächenschutz befassen.

Wie Herr Claassen weiter ausführte, kommt Impreglon nach eigenen groben Schätzungen zurzeit auf einen Marktanteil von 18 Prozent in Deutschland. Das gesamte Volumen des für Impreglon relevanten Markts im Inland bezifferte er auf circa 250 Mio. Euro, wobei sich dieses derzeit im Wesentlichen auf 25 namhafte Anbieter konzentriert. Europaweit schätzte er den Markt auf etwa 600 bis 700 Mio. Euro. Der US-Markt sei noch größer, vermutlich im Bereich von einer Milliarde.

Aufgrund ihrer internationalen Aufstellung gelang es der Impreglon AG in den letzten Jahren, Aufträge von vielen internationalen Konzernen aus einer Vielzahl verschiedener Branchen zu generieren, die möglichst mit einem einzigen Beschichtungspartner im Zuge des sogenannten „One-Stop-Konzepts“ zusammenarbeiten wollten.

Mit den von Impreglon angebotenen verschiedenen Verfahren, namentlich handelt es sich dabei um thermische Spritztechnologie, Polymerbeschichtungen und Korrosionsschutzbeschichtungen, können wichtige Eigenschaften bei den zu beschichtenden Materialien und Bauteilen erzielt werden. Durch die verschiedenen Verfahren ist es möglich, Eigenschaften wie Antihaft, Härte, Verschleißfestigkeit und Traktion, Korrosionsschutz, Gleiten und chemische Beständigkeit zu erzeugen bzw. weiter zu verbessern. Als Kunden nannte Herr Claassen unter anderem Airbus, Atlas Copco, Autoliv, Bahlsen, Baker Hughes, BASF, BMW, ContiTech, Daimler, Krauss Maffei, MAN Roland, Nestlè, Dr. Oetker, Pirelli, Rheinmetall, Tesa, ThyssenKrupp und VW.

In diesem Zusammenhang betonte der Vorstandsvorsitzende die breite Aufstellung von Impreglon, die es ermöglicht, internationale Konzerne durch ausländische Tochtergesellschaften zu betreuen. Auf die Frage nach Abhängigkeiten erklärte Herr Claassen, dass der größte Einzelkunde die ehemalige Muttergesellschaft Meltex mit 3 Prozent ist, was seiner Meinung nach keine Gefahr darstellt. Der übrige Umsatz verteilt sich auf über 500 Kunden. Auf anderer Begriffsebene betrachtet verteilt sich der Umsatz zur Hälfte auf die Maschinenhersteller, zur anderen Hälfte auf die Produktionsbetriebe, die Impreglon mit der Beschichtung beauftragen. Eine wichtige Branche stellen mit einem Umsatzanteil von einem Drittel Anteil zudem die Automobilzulieferer dar.

Ein Teilnehmer fragte nach den Auswirkungen der Ölpreis-Explosion und der Durchsetzbarkeit von Preiserhöhungen seitens Impreglon. Wie Herr Claassen in seiner Antwort ausführte, konnte Impreglon aufgrund der guten Marktstellung eine 3,5-prozentige Preiserhöhung beim Kunden durchsetzen und damit die höheren eigenen Kosten weiterreichen, da der Ölpreis natürlich die Preise für die benötigten Polymere in die Höhe getrieben hat.

Eine Anschlussfrage zielte darauf, ob die Gesellschaft nur Preissteigerungen weitergeben kann oder ob aufgrund der guten Marktstellung sogar Margensteigerungen machbar wären. Nach Auskunft von Herrn Claassen ist das Ziel weiterhin eine EBIT-Marge von 15 Prozent (Anm. des Verfassers: In 2007 waren es 13,2 Prozent), und er zeigte sich auch guten Mutes, diese Zielmarge mittelfristig zu erreichen.

Ein anderer Teilnehmer wollte Näheres zur weiteren Positionierung des Unternehmens an der Börse wissen. Wie Herr Claassen diesbezüglich ausführte, wird derzeit das Rechnungswesen von HGB auf IFRS umgestellt, um mittelfristig vom Entry Standard in ein höherwertiges Marktsegment zu wechseln. Quartalsberichte erstelle man bei Impreglon bereits jetzt schon.

Eine nächste Frage an Herrn Claassen bezog sich auf die persönliche Beteiligungshöhe und etwaige Bestrebungen, das Unternehmen langfristig von seiner Person unabhängiger zu positionieren. Nach Angabe von Herrn Claassen beträgt sein Anteil aufgrund seiner Nichtbeteiligung an der jüngsten Kapitalerhöhung momentan 49 Prozent. Auf diesem Niveau wolle er seine Beteiligung auch halten. Den zweiten Teil der Frage beantwortete Herr Claassen dahingehend, dass er schon lange nicht mehr in das operative Tagesgeschäft der Gruppe eingreift und zudem einen schon insgesamt 16 Jahre im Unternehmen tätigen Mitarbeiter als seinen Nachfolger aufbaut.

Abschließend fasste Herr Claassen für die Anwesenden noch einmal in kurzen Eckpunkten die Investmentstory der Impreglon AG zusammen. Dank technisch ausgereifter Beschichtungsverfahren ist Impreglon demnach nicht mehr auf veraltete Verfahren wie z.B. die Galvanik angewiesen. Durch die internationale Aufstellung kann das in Lüneburg beheimatete Unternehmen zudem auch Großkonzerne im Rahmen eines „One-Stop-Shops“ umfassend mit seinen Dienstleistungen versorgen. Die breite Kunden- und Branchenstreuung vermeidet zudem existenzgefährdende Abhängigkeiten.

Nach gut zwei Sunden angeregter Diskussion beendete GSC-Geschäftsführer Matthias Schrade die Diskussion, dankte Herrn Claassen für seine interessanten Ausführungen und lud die Teilnehmer des Investorenmeetings zu einem Imbiss in den Räumlichkeiten von GSC Research ein.


Fazit und eigene Meinung

Mit der Impreglon AG stellte sich ein Unternehmen in einem interessanten Markt vor. Während die „Börsenscheinwerfer“ meist auf den boomenden Maschinenbau gerichtet sind, hat sich die Gesellschaft mit einem schlüssigen Geschäftsmodell ihre Nische geschaffen. Trotz der zuletzt durchwachsenen Börsenlage blieb die Impreglon-Aktie weitestgehend von Abgabedruck verschont. Dies lässt den Schluss zu, dass es dem Untenehmen gelungen ist, durch überzeugende Zahlen eine stabile Aktionärsbasis zu schaffen.

Insgesamt haben die Teilnehmer einen sehr interessanten Vortrag gehört, der zudem immer wieder eine offene Diskussion aufkommen ließ. Der Vorstand konnte dabei durch seine anschaulichen Erläuterungen und fundiertes Detailwissen überzeugen. Alle Zuhörer sind gespannt, wie sich die bislang erfolgreiche Börsenstory weiterentwickelt.


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