Allerthal-Werke AG (ISIN DE0005034201)

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HV-Bericht Allerthal-Werke AG

Andienungsvolumen liegt inzwischen bei 40 Mio. Euro


Die Allerthal-Werke AG hatte für den 28.6.2010 zur ordentlichen Hauptversammlung über das Geschäftsjahr 2009 in den Industrie-Club nach Düsseldorf eingeladen. Etwa 100 Aktionäre und Gäste hatten sich dort eingefunden, darunter Matthias Wahler für GSC Research, um sich über die Entwicklung der vor allem auf Sondersituationen spezialisierten Beteiligungsgesellschaft zu informieren. Der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Hanno Marquardt eröffnete die Versammlung um 11 Uhr, erläuterte zügig die Formalien und übergab das Wort anschließend an den Alleinvorstand Alfred Schneider.


Bericht des Vorstands

Eingangs sprach Herr Schneider einige Worte zum Börsengeschehen des vergangenen Jahres, das bis März von einer dramatischen Abwärtsbewegung und danach von einem genauso schnellen Aufwärtstrend geprägt war. In diesem Umfeld entwickelte sich der Gewinn der Allerthal-Werke AG zwar deutlich rückläufig auf den niedrigsten Wert seit Jahren, mit 0,8 (Vj.: 1,7) Mio. Euro weist das Unternehmen aber trotz Finanzkrise einen schönen Jahresüberschuss aus. Der Gewinn je Aktie nach DVFA/SG liegt bei 0,74 (1,55) Euro.

Dass das Eigenkapital dennoch unverändert mit 10,7 Mio. Euro ausgewiesen wird, liegt laut Herrn Schneider an der Dividendenzahlung des vergangenen Jahres, die ziemlich genau dem nun ausgewiesenen Jahresüberschuss entsprach. Insgesamt hat die Gesellschaft, wie der Vorstand verdeutlichte, seit dem Jahr 2005 in der Summe 2,5 Mio. Euro an Dividenden ausgeschüttet, und mit dem Vorschlag einer unveränderten Ausschüttung von 0,75 Euro je Aktie kommen nun noch einmal 822 TEUR dazu.

Der Kurs der Allerthal-Aktie weist Herrn Schneider zufolge seit der letzten Hauptversammlung eine leichte Aufwärtstendenz auf. Aktuell notiert sie immerhin wieder bei 16 Euro. Damit ist es, wie der Vorstand einräumte, aber noch ein weiter Weg bis zur Ausübungsschwelle des Optionsscheins von 20 Euro. Dies nannte er später auch als Grund für den Vorschlag unter TOP 8, die Ausübungsfrist dieses Finanzierungsinstruments bis 15.9.2014 zu verlängern.

Das Andienungsvolumen erhöhte sich im Berichtszeitraum um 3,7 auf 40 Mio. Euro. Seit Ende 2005 hat sich der Wert damit vervierfacht. Ein Abgang war in 2009 in Höhe von 118 TEUR zu verzeichnen. Dies betraf Herrn Schneider zufolge ausschließlich die DÜWAG AG, bei der das Spruchstellenverfahren beendet wurde. Als Nachbesserung hat Allerthal einschließlich der Zinsen 134 TEUR erhalten.

Bezogen auf das Andienungsvolumen bedeutet dies eine Rendite von 114 Prozent, womit sich der Vorstand sehr zufrieden zeigte. Und in diesem Jahr sind aufgrund der recht komplizierten Berechnungen nochmals knapp 12 TEUR an Zinsen hinzugekommen. Die durchschnittliche Rendite aus den Spruchstellenverfahren liegt seit dem Jahr 2006 im arithmetischen Mittel bei 30 Prozent.

Inzwischen wurde, wie Herr Schneider weiter ausführte, auch das Spruchstellenverfahren bei der Cycos AG beendet. Inklusive der Zinsen hat die Allerthal-Werke AG hier eine Nachzahlung von 48 TEUR erhalten, was bei einem Nachbesserungsvolumen von 329 TEUR einen Aufschlag von 14,6 Prozent auf das eingereichte Volumen bedeutet.

Rechnet man die genannte Erfolgsquote von 30 Prozent hoch, ergäbe sich beim besagten Andienungsvolumen von 40 Mio. Euro rechnerisch eine Nachbesserung von 12 Mio. Euro oder 10,95 Euro je Aktie. Diese Annahme erscheint dem Vorstand indes etwas ambitioniert. Selbst bei einer Quote von nur 10 Prozent wären es jedoch immer noch 3,65 Euro je Aktie. „Irgendwo dazwischen bewegen wir uns bei der Bewertung der Nachbesserungsrechte“, erläuterte der Vorstand.

Der Saldo aus Erträgen und Aufwendungen aus Wertpapierverkäufen belief sich laut Herrn Schneider im vergangenen Jahr auf 565 TEUR. Die größten Posten stammen von Transaktionen mit DBV Winterthur, IDS Scheer und PUMA sowie aus besagter Nachbesserung aus der DÜWAG-Andienung. Größere Verluste entstanden bei der Veräußerung von independet capital Unternehmensbeteiligungen und der Andienung bei HRE Hypo Real Estate Holding sowie Ersol Solar Energy, wobei der Vorstand Letzteres eher als Investition in die Zukunft begreift.

Die sonstigen betrieblichen Erträge von 899 TEUR umfassen nach Aussage des Vorstands mit 792 TEUR in erster Linie die Zuschreibungen, die infolge der guten Börsenentwicklung auf den Wertpapierbestand vorgenommen werden mussten. Die größten Beiträge lieferten hier PUMA, Postbank, Dr. Hönle und Generali. Außerdem sind in dieser Position 49 TEUR aus Kostenumlagen enthalten.

Die Abschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere des Umlaufvermögens beliefen sich auf 1,39 Mio. Euro. Mit 682 TEUR stammt davon fast die Hälfte von einer Teilwertabschreibung auf die Beteiligung an der Esterer AG, deren Aktienkurs im Zuge der hohen Ausschüttung von 300 Euro je Aktie erheblich nachgegeben hat. Dagegen stehen allerdings entsprechende Beteiligungserträge. Eine zweite große Belastung stellen mit zusammen 488 TEUR die Stamm- und Vorzugsaktien der Biotest AG dar.

Die Beteiligungserträge beliefen sich Herrn Schneider zufolge inklusive der Esterer-Dividende in der Summe auf 1,35 Mio. Euro. Im Vorjahr waren es noch 2,95 Mio. Euro gewesen. Auch bei den Erträgen aus den Wertpapieren des Anlagevermögens machte sich die Finanz- und Wirtschaftskrise bemerkbar. So reduzierten sich diese auf 277 (453) TEUR.

Bei der Position Zinsen und ähnliche Aufwendungen war ebenfalls ein erheblicher Rückgang auf 168 (444) TEUR zu verzeichnen. Zum einen resultierte dies nach Aussage des Vorstands aus dem niedrigeren Zinsniveau, allerdings auch aus dem Abbau von Verbindlichkeiten. Selbst die Festkredite über drei mal 1 Mio. Euro hat der Vorstand mittlerweile zurückgeführt, nachdem er grundsätzlich nicht mehr so viel Fremdkapital in Anspruch nehmen will wie bisher.

Zudem fielen Herrn Schneider zufolge noch 63 TEUR an Aufwendungen aus der Verlustübernahme an. Diese resultieren aus den Aktivitäten der Allerthal Wohnungsbaugesellschaft mbH in Grasleben, die unter der schlechten Vermietungsquote litt. Mieten über 3,50 Euro pro Quadratmeter sind hier nach seiner Aussage wegen des Zustands der Objekte und der nicht optimalen Lage der Immobilien nicht zu realisieren.

Obwohl das Eigenkapital mit 10,7 Mio. Euro unverändert ausgewiesen wird, erhöhte sich die Eigenkapitalquote deutlich auf 73,7 (67,0) Prozent. Dies liegt laut Herrn Schneider an der auf 14,5 (15,9) Mio. Euro verkürzten Bilanzsumme infolge der Rückführung der Bankverbindlichkeiten. Die Nettoverschuldung errechnete sich zum Jahresende mit 2,7 Mio. Euro.

Die Wertpapiere des Anlagevermögens standen zum Bilanzstichtag mit 12,4 (11,0) Mio. Euro zu Buche. Die größten Positionen waren hier Herrn Schneider zufolge Generali, Biotest, Dr. Hönle, Freenet, ERGO Versicherungsgruppe und Kizoo, die in der Summe einen Betrag von 6,3 Mio. Euro ausmachten. Nicht enthalten sind darin die beiden aktiven Beteiligungen Esterer AG und RM Rheiner Management AG.

An der RM Rheiner Management AG hält die Allerthal-Werke AG laut Herrn Schneider unverändert 38,35 Prozent der Anteile. Dieses Finanzunternehmen weist seinen Angaben zufolge für 2009 einen Jahresüberschuss von 161 TEUR aus, plant die Ausschüttung einer Dividende von 0,50 Euro je Aktie und erhöhte das Andienungsvolumen um rund 10 Prozent auf 27,8 Mio. Euro. Viel verspricht sich der Vorstand hier von verschiedenen Kooperationen und Poolverträgen unter anderem mit der HORUS AG in Remscheid.

An der Esterer AG hat Allerthal die Beteiligung wie Anfang Juni 2010 gemeldet wieder über 25 Prozent aufgestockt. Dieses Unternehmen weist für 2009 einen Jahresfehlbetrag von 675 TEUR aus, und auf der Tagesordnung für die Hauptversammlung am 30. Juni 2010 ist kein Dividendenbeschluss vorgesehen. Das schlechte Ergebnis resultiert hier laut Herrn Schneider aus dem Abkauf von Pensionsansprüchen und deren Bilanzierung nach dem neuen Gesetz zur Modernisierung des Bilanzrechts (Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz, BilMoG).

Weiter informierte Herr Schneider die Anwesenden, dass bei der Allerthal-Werke AG im vergangenen Jahr eine Umsatzsteuersonderprüfung stattgefunden hat. Diese endete für die Jahre 2006 bis 2008 mit einer Erstattung von 11 TEUR und für 2009 mit einer Belastung in fast der gleichen Höhe, insgesamt also praktisch mit einem Nullergebnis. Hingegen war noch als Resultat aus dem Umzug nach Köln eine Gewerbsteuermehrbelastung in Höhe von 7 TEUR zu tragen. Eine Prüfung der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) führte zu keinen Beanstandungen.

Schließlich sprach der Vorstand noch einige Worte zur Entwicklung im bisherigen Jahresverlauf 2010. Mit Stichtag 14. Juni summierten sich demnach die realisierten Kursgewinne auf 384 TEUR, die Zuschreibungen auf 832 TEUR und die Dividenden auf 283 TEUR. Dagegen stehen Abschreibungen auf die Wertpapiere des Anlagevermögens von 453 TEUR, woraus sich ohne Berücksichtigung der Verwaltungskosten ein Ergebnis von rund 1 Mio. Euro ergibt. Basierend auf diesen Zahlen strebt der Vorstand für das erste Halbjahr ein deutlich positives Ergebnis an.

Beim Nachbesserungsvolumen waren noch keine neuen Zugänge zu verzeichnen. Wenige Tage vor der Hauptversammlung wurde jedoch der Squeeze-out bei der D+S europe AG eingetragen, woraus sich in Kürze eine Erhöhung der Position um etwa 300 TEUR ergeben wird. Als weitere große Ereignisse der letzten Zeit nannte Herr Schneider den Squeeze-out-Beschluss bei ERGO und den Abschluss eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags bei IDS Scheer.

Bei IDS Scheer steht im Juli dieses Jahres nun außerdem die Verschmelzung mit der Software AG an. In diesem Zusammenhang verwies Herr Schneider auch auf das Aktienrückkaufprogramm der Kizoo AG, über das er die Anteile der Allerthal-Werke AG bereits angedient hat. Mittelfristig erwartet er außerdem Strukturmaßnahmen bei Generali und PUMA.


Allgemeine Aussprache

Ein großes Thema der folgenden Aussprache war der Vorschlag unter TOP 2, eine unveränderte Dividende von 0,75 Euro je Aktie auszuschütten. Dies fand Thomas Hechtfischer von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) erstaunlich viel, nachdem die Ausschüttungsquote damit bezogen auf den Konzernjahresüberschuss etwas mehr als 100 Prozent beträgt. Daher bat er um eine Aussage zur weiteren Dividendenpolitik.

Kleinaktionär Eberhard Knebel fand es durchaus angebracht, die Ausschüttung auf Vorjahreshöhe zu belassen. Schließlich sei das laufende Jahr sehr gut angelaufen. Marcus Sühling von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) hätte hingegen eine Absenkung begrüßt, nachdem die Dividende nicht komplett verdient ist. Und Herr Schweimanns wollte wissen, ob der Dividendenvorschlag auf das Verlangen von Seiten der Großaktionäre zurückzuführen ist.

Wie Herr Schneider zu diesem Thema ausführte, bestimmen die Dividendenpolitik grundsätzlich die Hauptversammlung bzw. die Aktionäre, die die Mehrheit halten. Er selbst habe in der Aufsichtsratssitzung, in der dieses Thema auf der Tagesordnung stand, aber ebenfalls angeregt, die Ausschüttung bei 0,75 Euro je Aktie zu belassen, um ein Zeichen für Kontinuität und Stärke zu setzen. Schließlich könne sich die Gesellschaft die Auszahlung von 822 TEUR angesichts des Bilanzgewinns von 6,5 Mio. Euro problemlos erlauben, auch wenn der Jahresüberschuss nur 808 TEUR beträgt.

Weiterhin griff Herr Hechtfischer aus der Tagesordnung die Ermächtigung zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien heraus. Dabei missfiel ihm, dass die Anteile im Falle eines öffentlichen Rückkaufangebots mit einem Aufschlag von bis zu 20 Prozent auf den Börsenkurs sollen erworben werden können. Zumindest hätte er begrüßt, wenn der Vorstand bei einer Ausnutzung der Ermächtigung in jedem Fall die Genehmigung des Aufsichtsrats einholen müsste.

Gerade im Falle eines öffentlichen Rückkaufangebots konnte Herr Schneider hier keinen Nachteil für die Kleinaktionäre erkennen. Schließlich erfolge die Annahme gegebenenfalls quotal, wobei kleinere Volumina prinzipiell sogar bevorzugt werden. Im Übrigen will der Vorstand auf jeden Fall die Zustimmung des Aufsichtsrats einholen, sollte dieses Instrument tatsächlich genutzt werden.

Nicht recht verständlich war Herrn Hechtfischer die im Geschäftsbericht gewählte Formulierung, wonach „das Chancenpotenzial im vergangenen Jahr durch den Verzicht auf einen höheren Kredithebel nicht in Gänze genutzt wurde“. Für ihn klang dies so, als hätte der Vorstand zwar interessante Anlageobjekte im Visier gehabt, aber, vielleicht mangels ausreichender Kreditlinien, auf den Erwerb verzichtet.

Der Erklärung von Herrn Schneider zufolge soll diese Aussage lediglich bedeuten, dass er den enormen Kursaufschwung der Börse so nicht vorausgesehen und deshalb an der defensiven Aufstellung des Depots festgehalten hat. Den Leverage habe er reduziert, aber beibehalten. Es ist, wie er betonte, keineswegs so, dass die Allerthal-Werke AG keine Kredite mehr bekäme. Im Gegenteil steht gegebenenfalls noch ein Vielfaches der genutzten Linien zur Verfügung.

Aus der letzten Hauptversammlung hatte Herr Hechtfischer mitgenommen, dass die PUMA-Aktien mit einem längerfristigen Anlagehorizont erworben worden sind. Deshalb wunderte ihn, dass sich der Vorstand von dieser Position nun mit einem recht kleinen Gewinn von 94 TEUR getrennt hat. Herr Schneider erklärte dies damit, dass die Position relativ groß war und eine Teilrealisierung nach der deutlichen Kurserholung von im Tief 140 Euro bis auf 250 Euro sinnvoll erschien.

Unklar waren dem DSW-Vertreter ferner die Gründe, die den Vorstand zur Wiederaufstockung der Beteiligung an der Esterer AG auf über 25 Prozent bewogen haben, nachdem er die Aktien kurz zuvor erst verkauft hatte. Schließlich wird in diesem Jahr nicht einmal mehr eine Dividende ausgeschüttet, was das Potenzial nach Einschätzung von Herrn Hechtfischer sehr begrenzt.

Wie Herr Schneider diesbezüglich erläuterte, hat er das zwischenzeitlich höhere Kursniveau zum Verkauf einiger Anteile genutzt, soweit dies der Markt hergegeben hat. Im Nachhinein war dies natürlich zu wenig. Nun notiert die Aktie aber wieder deutlich unterhalb des bilanziellen Eigenkapitals, was der Vorstand durchaus als interessant erachtet.

Interessant fand Herr Hechtfischer die Aussage im Geschäftsbericht, wonach die Gesellschaft im vergangenen Jahr auch kurzfristig in Unternehmensanleihen investiert und damit immerhin 9 TEUR verdient hat. Nun wollte er wissen, ob dies eine einmalige Transaktion war oder ob diese Aktivitäten künftig verstärkt werden sollen.

Wie den Ausführungen von Herrn Schneider zu entnehmen war, sieht dieser seine Expertise eher im Aktienbereich, den er grundsätzlich auch als interessanter empfindet. Bei Anleihen ist schließlich, wenn sie Pari erreicht haben, zumindest beim Halten bis zur Endfälligkeit Schluss. Dennoch habe er sich diesem Thema gestellt und in geringem Umfang Anleihen der HeidelbergCement AG erworben.

Vermisst hatte Herr Hechtfischer im Geschäftsbericht das Kapitel über die Zielsetzungen bei den einzelnen Beteiligungen. Insbesondere bei Biotest, Dr. Hönle und Kizoo konnten er und Herr Sühling keine Gründe für ein Investment erkennen. Herr Schneider machte daraufhin einige ergänzende Angaben. Demnach will der Vorstand die Biotest-Aktien so lange halten, bis sich das enorme Potenzial der Entwicklungspipeline zumindest ansatzweise im Kurs abbildet. Er ist nach wie vor überzeugt, dass dieses Unternehmen über erhebliches Potenzial verfügt, räumte aber ein, dass er ebenso wie alle anderen Investoren bisher unzufrieden mit der Performance ist.

Die Dr. Hönle AG findet Herr Schneider ebenfalls sehr interessant, nachdem dieses Unternehmen die Gewinnschwelle auf 42 Mio. Euro ganz erheblich gesenkt hat und inklusive der Neuerwerbungen über ein Umsatzpotenzial von deutlich mehr als 60 Mio. Euro verfügt. Bei einer EBIT-Marge von über 10 Prozent sieht er hier eine deutlich zweistellige Kursfantasie. Kizzo-Aktien hat die Allerthal-Werke AG nach Aussage des Vorstands bereits zweimal mit Erfolg verkauft und ist nun zum dritten Mal investiert. Dass das Vermögen dieser Gesellschaft derzeit nur aus Geld und einigen Beteiligungen besteht, sieht er nicht als Nachteil. Im Gegenteil lasse sich der innere Wert der Aktie so leicht ausrechnen, und die Zukäufe erfolgten zu einem Kurs weit unter diesem Niveau.

Die Bedenken von Herrn Sühling, dass bei Kizoo nur ein kleiner Teil der angedienten Aktien tatsächlich abgenommen werden könnte, teilte Herr Schneider nicht. Nachdem sich nur ein geringer Teil der Aktien im Streubesitz befindet, geht er von einer Quote von über 75 Prozent aus. Sollten alle Anteile abgenommen werden, würde dies für Allerthal inklusive der Dividende einen Gewinn von 63,9 Prozent bedeuten.

Wenig sinnvoll erschien dem SdK-Sprecher auch die Spekulation auf eine Nachbesserung bei der HRE. Seine Frage, ob der Vorstand dieses Investment noch einmal eingehen würde, beantwortete Herr Schneider grundsätzlich mit ja; zum damaligen Zeitpunkt war dieses Vorgehen nach seiner Überzeugung absolut richtig. Wie der Vorstand in Erinnerung rief, hatte die DSW auf der letzten Hauptversammlung der HRE unter anderem mit Unterstützung der Allerthal-Werke AG einen Antrag auf Ergänzung der Tagesordnung eingereicht. Die Idee war, dass die ausgeschlossenen Aktionäre ein verbrieftes Rückkaufrecht erhalten sollten. Das Verfahren läuft noch, und Herr Schneider zeigte sich gespannt, wie es weitergeht.

Der Bitte von Herrn Sühling, doch künftig wieder mehr Engagements ausführlich im Geschäftsbericht darzustellen, wollte Herr Schneider lieber nicht nachkommen. Wie dieser in letzter Zeit erfahren musste, schadet eine zu große Transparenz dem Geschäft ganz erheblich, da dieses Vorgehen quasi als Reklame für das Geschäftsmodell verstanden werden kann. Er will sich die Preise nicht mehr auf diese Weise kaputt machen.

Weiterhin erkundigte sich Herr Hechtfischer, ob der Vorstand bei der sich in der Verlustzone befindenden Wohnungsbaugesellschaft die Chance sieht, zeitnah wenigstens ein Nullergebnis zu erreichen oder aber die Beteiligung zu verkaufen. Hier wollte ihm Herr Schneider keine großen Hoffnungen machen. Die Situation in Grasleben ist in letzter Zeit eher schlechter geworden, und zudem sind die Wohnungen auch nicht so attraktiv.

Schließlich griff Herr Hechtfischer wieder einmal die Namensfrage auf. Die Firmierung „Allerthal-Werke“ erschien ihm angesichts des veränderten Geschäftsmodells nicht mehr passend, und er regte an, über eine Namensänderung nachzudenken, wie dies auch bei der früheren Rheiner Moden AG gehandhabt wurde.

Prinzipiell gäbe es nach Meinung des Vorstands die Möglichkeit, die Gesellschaft nur noch „Allerthal AG“ zu nennen. Andererseits sollte es seiner Meinung nach gut überlegt werden, den bekannten Markennamen aufzugeben. In diesem Zusammenhang informierte er die jüngeren Aktionäre, dass die Gesellschaft zunächst als Brauerei und später im Gummigeschäft tätig war, bevor sie sich zu einem Investmentunternehmen wandelte.


Abstimmungen

Vor dem Eintritt in die Abstimmungsvorgänge verkündete Dr. Marquardt die Präsenz auf der Hauptversammlung. Vom Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von 1.096.648 Euro, eingeteilt in ebenso viele Aktien, waren demnach 508.886 Aktien entsprechend 46,40 Prozent vertreten. Die Beschlüsse wurden dann komplett einstimmig oder bei maximal wenigen tausend Gegenstimmen gefasst.

Im Einzelnen waren dies die Verwendung des Bilanzgewinns zur Ausschüttung einer Dividende von 0,75 Euro je Aktie (TOP 2), die Entlastung von Vorstand (TOP 3) und Aufsichtsrat (TOP 4), die Wahl der Formhals Revisions- und Treuhand GmbH zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2010 (TOP 5), die Anpassung der Satzung an das Gesetz zur Umsetzung der Aktionärsrechterichtlinie (ARUG) (TOP 6), die Ermächtigung zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien mit der Möglichkeit zum Bezugsrechtsausschluss (TOP 7) sowie die Verlängerung der Laufzeit der Optionsscheine (TOP 8).

Um 13:25 Uhr war die Versammlung beendet.


Fazit

Die Finanzkrise ist auch an der Allerthal-Werke AG nicht spurlos vorbeigegangen. Trotz der Marktturbulenzen weist die Beteiligungsgesellschaft aber mit 0,8 Mio. Euro erneut einen schönen Jahresüberschuss aus und zahlt eine konstante Dividende von 0,75 Euro je Aktie, was bei einem Aktienkurs von etwas über 15 Euro eine Verzinsung von fast 5 Prozent bedeutet. Entsprechend gut war die Stimmung auf der Hauptversammlung. Kritische Stimmen waren praktisch nicht zu hören.

Dass der Vorstand in dem schwierigen Umfeld die Inanspruchnahme von Krediten zurückgefahren und damit das Risiko vermindert hat, ist gut verständlich und war die richtige Entscheidung, nachdem der folgende Aufschwung in diesem Ausmaß nicht vorausgesehen werden konnte. Insgesamt erscheint das Portfolio nach wie vor gut aufgestellt. Ein enormes Potenzial ergibt sich darüber hinaus aus dem Andienungsvolumen von inzwischen 40 Mio. Euro.


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