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HV-Bericht SPOBAG AG

Weiterhin stattliche Dividendenrendite von 6 Prozent


 

Am 7. August 2003 fand die diesjährige Hauptversammlung der SPOBAG AG statt, zu der sich rund 25 Aktionäre und Gäste einfanden, unter ihnen auch Matthias Schrade von GSC Research. Kurz nach 11 Uhr begrüßte der Aufsichtsratsvorsitzende Robert Orth die Versammlungsteilnehmer und zeigte sich erfreut darüber, dass sich trotz der hochsommerlichen Temperaturen mehr Aktionäre als im Vorjahr zur Versammlung eingefunden haben; er wünschte sich, dass diese Tendenz auch in der Zukunft anhalten möge. Nach Erledigung der üblichen einleitenden Formalien erteilte er dem Alleinvorstand Christoph Bannert das Wort.

 

 

Vorstandsrede

 

Das abgelaufene Geschäftsjahr ist nach Vorstandsangabe nicht durch das Witterungsumfeld beeinflusst worden und konnte mit einer anhaltenden Beliebtheit des Bowlingsportes aufwarten. Die Umsatzerlöse erhöhten sich um 10 Prozent auf 5,191 (Vorjahr: 4,722) Mio. Euro. Bei Brunswick-Distributoren war mit über 20 Prozent ein noch höheres Wachstum zu verzeichnen, während mit anderen Kunden ein Anstieg um 4 Prozent zu verzeichnen war.

 

Bedingt durch den Kursverfall des US-Dollars im Verlauf des Jahres 2002 mussten außerplanmäßige Abschreibungen auf Lagerbestände in Höhe von 123 TEUR vorgenommen werden, so dass der Jahresüberschuss mit 195 TEUR unter dem Niveau des Vorjahres von 236 TEUR lag. Das Betriebsergebnis lag um 7 Prozent über dem Vorjahreswert und erreichte eine Höhe von  509 (Vorjahr: 421) TEUR. Bereinigt um die zuvor genannten Wertberichtigungen hätte sich ein im Vorjahresvergleich um 20 TEUR erhöhter Jahresüberschuss ergeben. Das Ergebnis je Aktie lag bei 0,39 Euro nach 0,47 Euro in 2001. Dennoch sollen die  Aktionäre am Ergebnis des Jahres 2002 in Form einer unveränderte Dividendenzahlung in Höhe von 0,36 Euro je Aktie partizipieren.

 

Mit den vorläufigen Zahlen für das erste Halbjahr 2003 zeigte sich Herr Bannert nicht gänzlich zufrieden. Insbesondere das sehr sommerliche Wetter habe die Outdoor-Aktivitäten in den letzten Monaten deutlich beflügelt. Auf der Grundlage erster noch ungeprüfter Zahlen ist der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,8 Prozent gesunken, die Planungen waren von einem Zuwachs um 195 TEUR ausgegangen. Während die Umsätze mit Brunswick-Distributoren im europäischen Ausland erneut zulegen konnten und um 20 Prozent über dem Vorjahresniveau lagen, war mit den übrigen Kunden ein Rückgang um 10 Prozent zu verzeichnen. Ebenfalls belastend wirkte sich weiter der schwache US-Dollar aus.

 

Besonderes Augenmerk legt die Verwaltung weiter auf ein striktes Kostenmanagement. Dennoch lag das Betriebsergebnis zum Halbjahr um 21 Prozent unter dem Vorjahresvergleichswert. Für das Gesamtjahr erwartet der Vorstand ein gegenüber dem Jahr 2002 vermindertes Umsatzvolumen. Zu berücksichtigen ist jedoch der Umstand, dass die klassischen Bowling-Monate und damit auch die größten Umsätze der SPOBAG in den Herbst- und Wintermonaten liegen.

 

Die Verhandlungen mit der Firma Brunswick über eine Verlängerung des bis Ende 2004 laufenden Exklusivvertrages verzögern sich gegenwärtig durch einen Managementwechsel bei Brunswick, die laufenden Gespräche gestalten sich nach Angabe von Herrn Bannert jedoch als sehr fruchtbar für beide Seiten.

 

Mit Blick auf die Kursentwicklung der SPOBAG Aktie, die im Berichtszeitraum in einer Bandbreite zwischen 4,80 Euro und 6,90 Euro schwankte und aktuell bei 6 Euro steht, zeigte sich der Vorstand vor dem Hintergrund des Börsenumfeldes zufrieden. Er betonte die Dividendenorientierung der Verwaltung, die ihre Anteilseigner durch attraktive Ausschüttungen für ein Investment bei der SPOBAG gewinnen und überzeugen möchte.

 

 

Allgemeine Diskussion

 

Als erster Redner meldete sich Herr Radtke aus Dortmund zu Wort und erkundigte sich nach den historischen Hintergründen der heutigen SPOBAG AG mit der Wertpapierkenn-Nummer 549 060 und der früheren SPOBAG Holding mit der Wertpapierkenn-Nummer 725020. Herr Bannert erklärte hierzu, dass er zum Übergang als solchem wenig sagen könne. Die heutige SPOBAG ist aus einer eigenständigen GmbH hervorgegangen, die bis zum Jahre 1994 mit der damaligen SPOBAG Holding über einen Ergebnisabführungsvertrag verbunden war.

 

Der ebenfalls in seiner Aktionärseigenschaft anwesende Herr Oetker ergänzte die Vorstandsausführungen dahingehend, dass seinerzeit die WCM an ihn herantrat mit der Absicht den Mantel der SPOBAG Holding zu erwerben. Diese Transaktion ist im Jahre 1996, begleitet von einem öffentlichen Übernahmeangebot, auch durchgeführt worden. In der Folge wurde die Aktienmehrheit an der SPOBAG Holding an eine Gruppe aus Würzburg weiterveräußert, die die Umbenennung in Actium Beteiligungs AG durchgeführt haben. Die Actium hat mit der heutigen SPOBAG AG nichts zu tun.

 

Aktionär Scherlitzki zeigte sich besorgt hinsichtlich der aus seiner Sicht zu geringen Öffentlichkeitsarbeit. Er erkundigte sich in diesem Zusammenhang nach den Zahlungen an die Firma GSC Research und fragte, warum diese, so die Ansicht von Herrn Scherlitzki, keine Mitteilungen zur Veröffentlichung erhalte. Hierzu erklärte der Vorstand, dass er mit der Öffentlichkeitsarbeit auch nicht ganz zufrieden ist, welches zum Teil an GSC und zum Teil an der SPOBAG selbst liege. Mit Blick auf die quartalsmäßige Berichterstattung führte Herr Bannert aus, dass diese jederzeit auf der Homepage abrufbar sind und über ots verbreitet werden.

 

Angesichts der geringen Anzahl von Aktien, die sich im freien Umlauf befinden - laut Vorstand nur etwa 50.000 von insgesamt 500.000 Stück - ist es jedoch auch schwierig, neue Aktionäre für die SPOBAG-Aktie zu begeistern. Insgesamt sei es ja sehr positiv zu werten, dass sich die Leute nicht von ihren Aktien trennen wollen, da diese die Aktie offenbar als Renditepapier und nicht als Spekulationsobjekt erworben haben.

 

Bezüglich der von Herrn Scherlitzki bemängelten Informationshäufigkeit wies Herr Bannert darauf hin, dass die Öffentlichkeitsarbeit bei SPOBAG mehr auf der Produktseite ansetzt. Beim Zahlenwerk wird gemeldet was zu vermelden ist, jedoch könne er auch nicht 4-5 mal im Jahr schreiben, mit welcher Dividende zu rechnen ist. Die ebenfalls erfragten Kosten bezifferte er auf unter 20 TEUR, und wenngleich man mehr machen könnte, sind die Aufwendungen nach Verwaltungseinschätzung "nicht sehr hoch und nicht sehr niedrig".

 

Aktionär Kuchejda regte in Bezug auf den Sommer eine Expansion der geschäftlichen Aktivitäten in andere Bereiche an. Laut Vorstandsangabe verfügt die Gesellschaft nicht über fachspezifisch geschultes Personal für Freizeitaktivitäten. Angesichts der Dimensionen des Unternehmens, das in den vergangenen Jahren sein Geschäftsvolumen von 2,2 auf rund 5 Mio. Euro ausweiten konnte, ist nach Vorstandeinschätzung mit einem Mitarbeiterstab von 10 kaum mehr machbar.

 

In Bezug auf das Wetter führte er aus, dass die Witterung in den vergangenen Jahren kaum einen nennenswerten Einfluss auf das Geschäft hatte, klar sei jedoch, dass die Hauptsaison in den Herbst- und Wintermonaten und nicht im Sommer ist. Auch ein Zukauf kommt nach Angabe von Herrn Bannert nur dann in Frage, wenn das Zielunternehmen zur SPOBAG und ihrem Geschäft passt. Bislang habe er jedoch noch kein passendes Unternehmen gefunden, sei aber für interessante Anregungen jederzeit sehr dankbar.

 

Auf die Frage nach den Verhandlungen zur Verlängerung des Distributorenvertrages mit der Firma Brunswick antwortete der Vorstand, dass die Verhandlungen dort wegen verschiedener Wechsel im Management schleppend verlaufen. Der Vertrag zwischen SPOBAG und Brunswick existiert jedoch seit über 40 Jahren; übrigens sei er selbst vor einer Tätigkeit bei SPOBAG jahrelang Mitarbeiter von Brunswick gewesen.

 

Insgesamt sehe er die Gefahr, dass Brunswick auf die Vertriebspartnerschaft mit SPOBAG verzichtet, als relativ gering an, da in Deutschland und weiten Teilen Europas die Kunden, die Brunswick-Artikel erwerben wollen, direkt bei SPOBAG anrufen. Dennoch sei nicht auszuschließen, dass man bei Brunswick auf die Idee komme, auf SPOBAG verzichten zu können. In diesem Fall müsste Brunswick jedoch einen eigenen Vertrieb und ein eigenes Lager aufbauen.

 

Bezogen auf die These eines Aktionärs, dass im Freizeitbereich mit weiterem Wachstum zu rechnen sei, zeigte sich Herr Bannert unsicher, ob man das mehr an Freizeit auch unbedingt mit einem mehr an Geschäft gleichsetzen kann, da die Leute auch weniger Geld zur Verfügung haben, wie unter anderem die rückläufigen Umsätze im gastronomischen Bereich belegen.

 

Ferner erkundigte sich Herr Kuchejda danach, ob die Bowlingbahnen über eine Klimatisierung verfügen. Bei neueren Bahnen ist dies nach Vorstandsangabe der Fall, aber ob dies bei 35 Grad die Leute zum Bowlen animieren kann ist nach seiner Einschätzung mehr als fraglich. Er nannte dazu als exemplarisches Beispiel eine Anekdote, bei der ein in Schwimmbadnähe Bowlingbahnbesitzer in der (gekühlten) Bahn Freibier anbot und dafür als einzigen Kommentar erntete, er solle es rausbringen.

 

Hinsichtlich Marketing-Maßnahmen betonte Herr Bannert, man müsse immer Aufwand und Nutzen gegenüber stellen. Beispielsweise habe der probeweise Einsatz von Telemarketing einen nur unwesentlichen Umsatzanstieg gegenüber Flyern gebracht. Das Internet nutze man als reine Präsentationsplattform für Produkte, aber ohne Preise, zumal auch die meisten Bowlingbahnen nicht online sind. "Der größte Marketingerfolg ist unser persönlicher Kontakt mit den Kunden", erklärte Herr Bannert. In vielen Fällen spreche man inzwischen mit den Söhnen oder Töchtern der früheren Inhabern, mit denen man schon Geschäft gemacht hatte.

 

Gefragt nach der möglichen Umsetzung eigener Freizeitideen meinte Herr Bannert, da könnte man zwar einiges probieren, aber es sei schwierigen, mit den Großen zu konkurrieren. Er wies darauf hin, dass SPOBAG selbst nicht zulässt, dass andere Player in die eigene Nische eindringen - umgekehrt genauso. Als ein "süßes kleines Unternehmen" mit 10 Mitarbeitern, davon drei Lagerarbeiter, könne man nicht einfach 15 Prozent mehr Leute einstellen.

 

Herr Bannert betonte, reines Umsatzwachstum ist für die SPOBAG kein Ziel. Es macht nur Sinn, wenn damit auch Gewinne erwirtschaftet werden, sonst "wechseln Sie bloß Geld". Aufsichtsratsvorsitzender Orth ergänzte, man müsse sehen, dass die Strukturen passen. Wenn man Geld für die Expansion in die Hand nimmt, muss auch ein Return heraus kommen. Wichtig sei vor allem, die gute Rendite zu halten, damit die Aktionäre weiter eine schöne Dividende erhalten.

 

Aktionär Pomiluek erkundigte sich danach, inwieweit eine Kapitalerhöhung auf dem Weg zur weiteren Expansion des Unternehmens ein geeignetes Instrument darstellt. Nach Auskunft von Aufsichtsratschef Dr. Orth kann diese Fragestellung nicht pauschal beantwortet werden. Grundsätzlich sei der Einsatz eigener Aktien als Akquisitionswährung denkbar. Bezogen auf den möglichen Zeithorizont einer solchen Transaktion wollte sich der Versammlungsleiter nicht festlegen, meinte aber, dass dies auch erst in ein paar Jahren erfolgen könnte.

 

Besorgt zeigte sich Herr Kuchejda hinsichtlich der erhöhten Steuerrückstellungen sowie der erhöhten Abschreibungen auf die Lagerbestände. Nach Angabe der Verwaltung basieren die Steuerzahlungen auf dem Jahresüberschuss, dass heißt, wenn dieser zurückgeht, reduzieren sich auch die zu bildenden Rückstellungen. In der vorliegenden Bilanz sind 171 TEUR nach 173 TEUR im Vorjahr enthalten; im vergangenen Jahr habe man jedoch mehr Vorauszahlungen an das Finanzamt geleistet.

 

Der wesentliche Grund für die deutlich gestiegenen Abschreibungen bei den Vorräten ist laut Vorstand der Rückgang des Dollar-Kurses von 1,12 auf 0,85 Euro, allein dieser Effekt führte zu Wertberichtigungsbedarf in einem Volumen von 121 TEUR. Auf Nachfrage erklärte Herr Bannert, das gesamte Warenlager besitzt ein Volumen von rund 1,5 Mio. Euro und weist eine Umschlagshäufigkeit zwischen 1 und 4 pro Jahr auf.

 

Schließlich dankte Herr Orth noch dem mit der heutigen Hauptversammlung aus dem Aufsichtsrat ausscheidenden Uwe Wortmann für die Unterstützung seit der Gründung der Gesellschaft und für die kollegiale Zusammenarbeit. Anschließend stellte sich Herr Hechtfischer kurz vor und erklärte, er sei Jahrgang 1959, verheiratet mit 5jährigen Zwillingen. Als Jurist und Rechtsanwalt ist er seit dem Studium für Wertpapier und DSW tätig und besucht seit 1993 Hauptversammlungen. Bei der SPOBAG werde er erstmals Aktionärsinteressen nicht nur auf HV´s, sondern auch im Aufsichtsrat vertreten.

 

Auf eine Nachfrage zum Wirtschaftsprüfer antwortete Herr Orth, dass dieser seit Gründung der SPOBAG für diese tätig ist. Es gibt nicht viele Bowlinghändler, entsprechend sei die Kompetenz für dieses spezielle Geschäft wichtig. Auch schätze man seitens der SPOBAG eine kontinuierliche Zusammenarbeit.

 

 

Abstimmungen

 

Nach Beendigung der allgemeinen Aussprache gegen 11:50 Uhr wurde die Präsenz mit 405.182 Aktien oder 81,04 Prozent des stimmberechtigten Grundkapitals festgestellt. Sämtliche Beschlussvorlagen wurden einstimmig verabschiedet.

 

Im Einzelnen wurden die nachfolgenden Beschlüsse gefasst: Ausschüttung einer Dividende von 0,36 Euro je Aktie (TOP 2), die Entlastung von Vorstand (TOP 3) und Aufsichtsrat (TOP 4), die Nachwahl von Rechtsanwalt Thomas Hechtfischer in den Aufsichtsrat der Gesellschaft (TOP 5) sowie die Wahl der Warth & Klein Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2003 (TOP 6).

 

 

Fazit

 

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte die SPOBAG trotz erfreulicher Absatztendenzen mit dem im Jahresverlauf immer schwächer tendierenden US-Dollar-Wechselkurs zu kämpfen, der das Jahresergebnis zum Bilanzstichtag mit einem außerordentlichen Wertberichtigungsbedarf auf die Lagerbestände in Höhe von 121 TEUR belastete. Dennoch können sich die Aktionäre über eine im Vorjahresvergleich konstante Dividende von 0,36 Euro je Aktie freuen, dies entspricht bei einem Aktienkurs um die 6 Euro einer Dividendenrendite von  immerhin 6 Prozent.

 

Ob die Geschäftsentwicklung auch für das laufende Jahr eine Ausschüttung in der gewohnten Form aus dem Jahresgewinn möglich macht, bleibt vorerst abzuwarten. Entscheidend wird sein, wie die wichtigen Herbst- und Wintermonate des Jahres 2003 verlaufen und welche Entwicklungen sich beim US-Dollar in den kommenden Monaten ergeben. Aufgrund der mehrfach betonten Ausrichtung auf eine sehr aktionärsfreundliche Ausschüttungspolitik ist zu erwarten, dass die SPOBAG ihre stark rendite-orientierten Aktionäre nicht enttäuschen wird.

 

 

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