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MERKUR BANK KGaA (ISIN DE0008148206)

Bayerstraße 33
D-80335 München
Deutschland
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Die Hauptversammlung der Merkur Bank KGaA fand am 22. Juni 2017 im Konferenzzentrum der Hanns-Seidel-Stiftung in München statt. Wie in den Vorjahren hatten sich dort rund 200 Aktionäre eingefunden, darunter Matthias Wahler für GSC Research, um mehr über die Gründe für den anhaltenden Erfolg der Privatbank zu erhalten. Das Protokoll führte Notar Dr. Wolfgang Ott.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Traut eröffnete die Versammlung um 11 Uhr und teilte mit, dass die Geschäftsleitung und die Mitglieder des Aufsichtsrats komplett zugegen sind. Anschließend erläuterte er die Formalien und sprach einige ergänzende Worte zum Aufsichtsratsbericht. 

Weiter informierte er, dass sich Aufsichtsratsmitglied Prof. Wolfgang Simler entschlossen hat, sein Mandat mit Ablauf der Versammlung aus Altergründen niederzulegen. Als sein Nachfolger war unter TOP 7 Rainer Neumann vorgeschlagen, der sich im Folgenden kurz vorstellte. Der 67jährige war mehr als 20 Jahre lang in der R+V Versicherung für das Finanzressort verantwortlich gewesen.

Im Anschluss übergab der Vorsitzende an Dr. Marcus Lingel, persönlich haftender Gesellschafter und Vorsitzender der Geschäftsleitung der Merkur Bank.


Bericht der Geschäftsleitung

Dr. Lingel freute sich, von einem erfolgreichen Jahr für die Merkur Bank berichten zu können. Das Marktumfeld gestaltet sich bekanntlich nicht einfach. Die Branche leidet unter der anhaltenden Niedrigzinsphase, den ständig wachsenden regulatorischen Herausforderungen und dem zunehmenden Wettbewerbsdruck. Die Merkur Bank konnte sich von dieser Entwicklung aber einmal mehr abkoppeln und in allen Geschäftsbereichen wachsen.

Als Erfolgsgeheimnis sieht Dr. Lingel das unternehmerische Denken und die Konzentration auf das originäre Bankgeschäft. „Wir nehmen das Geld, das die Kunden anlegen, und geben es denen, die es brauchen“, erklärte er. Die Merkur Bank spekuliert nicht am Kapitalmarkt und verzichtet weitgehend auf Fristentransformation. Das Kreditinstitut hat im Bereich Vermögensanlagen auch bewusst keine eigenen Produkte im Angebot, um Interessenskonflikte zu vermeiden. Das ist wichtig für die Glaubwürdigkeit.

Im Finanzierungsbereich konzentriert sich die Merkur Bank auf drei Bereiche. Zum einen die Bauträgerfinanzierung und hier vor allem auf wohnwirtschaftliche Projekte in München und Stuttgart. Zweitens die Leasingrefinanzierung mit einem Schwerpunkt auf Maschinen und Fahrzeugen. Und schließlich die Mittelstandsfinanzierung mit Schwerpunkt auf den Regionen Bayern, Sachsen und Thüringen. Alle diese Bereiche sind 2016 gewachsen.

Gewachsen sind auch die Vermögensanlagen. Das Depotvolumen hat das schon hohe Niveau des Vorjahres mit 248 (Vorjahr: 212) Mio. Euro noch einmal um 16,6 Prozent übertroffen. Dr. Lingel wertete dies als großen Erfolg. Wie er darlegte, hatte das Depotvolumen vor sechs Jahren erst bei 30 Mio. Euro gelegen. Zudem hatten im vergangenen Jahr die Fusion von vier Standorten, die Überarbeitung der Preisstruktur und die Zusammenführung des Onlinegeschäfts mit dem Filialgeschäft für eine gewisse Unruhe gesorgt. Künftig können die Kunden selbst wählen, ob sie online oder lieber vor Ort aktiv werden wollen.

Extrem dynamisch entwickelt sich weiterhin das Bauträgergeschäft. In diesem Bereich erreichte das Neugeschäftsvolumen mit 780 (730) Mio. Euro einen neuen Höchstwert, obwohl die Geschäftsleitung mit Neukunden mittlerweile vorsichtig ist. 90 Prozent des Neugeschäfts wurden 2016 mit Bestandskunden generiert, bei denen das Risiko abgeschätzt werden kann. Zudem wurde das Kooperationsgeschäft weiter ausgebaut. Inzwischen arbeitet die Merkur Bank mit sechs Banken zusammen und es wurden fast 180 Mio. Euro an Krediten ausgelagert.

Im Leasingbereich wurde mit einem Neugeschäft von 104 (115) Mio. Euro fast das Niveau des Vorjahres erreicht. Es hätte, wie Dr. Lingel klarstellte, auch weiteres Wachstum generiert werden können. Im Moment schätzt er aber das Risiko-Ertrags-Verhältnis im Bauträgerbereich als besser ein. Man konzentriere sich deshalb in der Leasingrefinanzierung auf das gute Geschäft, um die Margen zu halten. Er hob auch die breite Risikodiversifikation hervor. Das Leasingvolumen von insgesamt fast 200 Mio. Euro verteilt sich auf viele tausend einzelne Verträge.

In Summe wuchs das Neugeschäftsvolumen deutlich auf 954 Mio. Euro. Dies wertet Dr. Lingel als großen Erfolg, schließlich steht die Merkur Bank bei den Konditionen nicht immer an erster Stelle. Nach seiner Überzeugung schätzen die Kunden die hohe Zuverlässigkeit. Die Kreditbeanspruchung erhöhte sich parallel auf 847 (816) Mio. Euro. Hätte es kurz vor Jahreswechsel nicht einige Rückführungen gegeben, wäre es sogar noch mehr gewesen. Ende Januar 2017 lag das Volumen bei rund 900 Mio. Euro. Die Bilanzsumme überschritt mit 1,03 (0,97) Mrd. Euro erstmals die Marke von 1 Mrd. Euro.

Die hohe Kreditbeanspruchung war laut Dr. Lingel der Grund dafür, dass der Zinsüberschuss mit 23,1 (21,6) Mio. Euro höher als erwartet ausfiel, obwohl sich die Zinsspanne auf 2,24 (2,37) Prozent weiter reduzierte. Der Firmenchef zeigte sich damit sehr zufrieden. Schließlich gab es so gut wie keine Erträge aus Fristentransformation. Als wesentlichen Grund für den Rückgang der Spanne nannte Dr. Lingel die Liquiditätsvorsorge bei der Zentralbank und die hohe Wettbewerbsintensität.

Der Provisionsüberschuss hielt mit 10,1 (10,4) Mio. Euro fast das hohe Vorjahresniveau. Das Bauträgergeschäft hat daran mittlerweile einen Anteil von 66 Prozent. Die Vermögensanlagen und die Mittelstandsfinanzierung steuern mit 11 bzw. 8 Prozent deutlich weniger bei. Dies eröffnet bei einer Fortsetzung des Wachstumstrends aber nach Einschätzung von Dr. Lingel noch hohes Potenzial, wenngleich es künftig langsamer vorangehen dürfte als in der Vergangenheit.

Als große Herausforderung wertet der Vorsitzende der Geschäftsleitung weiterhin die Kapitalausstattung. Mit dem wachsenden Kreditvolumen steigt kontinuierlich der Kapitalbedarf, und die Regularien nach Basel III bringen ebenfalls zusätzliche Anforderungen mit sich. Insofern bewertet er es positiv, dass die Eigenmittel, die das harte Kernkapital (Tier 1), das sonstige Kernkapital (Additional Tier 1) und das Ergänzungskapital (Tier 2) umfassen, auf 87,9 (74,7) Mio. Euro deutlich gewachsen sind. Das harte Kernkapital belief sich zum Jahresende auf 52,5 (49,0) Mio. Euro.

Ein wichtiger Schritt war in diesem Zusammenhang die Kapitalerhöhung im Dezember 2016, bei der 517.000 neue Aktien zu 7,80 Euro ausgegeben wurden. Durch die Kapitalzufuhr konnten die sich bietenden Chancen wahrgenommen und das generierte Geschäftsvolumen komplett in den Büchern behalten werden. Als sehr wichtig sieht Dr. Lingel an, dass mit der Kapitalmaßnahme keine Verwässerung für die bereits investierten Aktionäre verbunden war – ganz im Gegenteil zu vielen anderen Banken, die große Kapitalerhöhungen zu sehr niedrigen Kursen platzieren mussten.

Im Folgenden erläuterte Dr. Lingel die Risikovorsorge. Nachdem dieser Wert 2015 noch 2,2 Mio. Euro betragen hatte, wurde der Betrag im vergangenen Jahr aufgrund der extrem guten Marktsituation um 4,2 Mio. Euro reduziert. Parallel wurde allerdings die Zuführung in den Fonds für allgemeine Bankrisiken auf 6,1 (1,8) Mio. Euro deutlich ausgeweitet. Zum Teil wurden Reserven nach § 340f HGB umgewandelt. Die Geschäftsleitung hält diese zusätzliche Vorsorge für sinnvoll. Das positive Umfeld wird nicht für alle Zeiten anhalten.

Dennoch konnte das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit deutlich um 22 Prozent auf 7,3 (5,9) Mio. Euro ausgeweitet werden und der Gewinn je Aktie erhöhte sich trotz der Kapitalerhöhung auf 0,56 (0,51) Euro. Der Vorschlag an die Hauptversammlung lautete, die Dividende auf 0,26 (0,22) Euro anzuheben. Das Ziel ist es laut Dr. Lingel weiterhin, die Ausschüttungsquote sukzessive in Richtung 50 Prozent anzuheben.

Gerne kam der Vorsitzende der Geschäftsleitung dann auf das Cost-Income-Ratio zu sprechen, das sich auf 63,8 (65,0) Prozent weiter verbessert hat. Vor allem im Branchenvergleich ist dies einer sehr guter Wert. Die Senkung dieser Quote ist, wie er versicherte, gar nicht so einfach. Schließlich muss kontinuierlich in die Technik investiert werden. Zudem verursacht die Regulatorik einen hohen Aufwand. Aktuell wird überdies in die Digitalisierung investiert.

Erfreuliches konnte Dr. Lingel von der Aktie berichten. Nachdem der Kurs lange nicht mit dem guten Geschäftsverlauf mitgelaufen ist, hat die Notierung endlich angezogen. Als einen wesentlichen Grund sieht er neben dem Wechsel des Designated Sponsors und vielen Investorengesprächen die Kapitalerhöhung mit Bezugspreis weit über Aktienkurs, was zu einer starken medialen Präsenz geführt hat. So konnte sich die Aktie endlich etwas abkoppeln und frei machen von der Sippenhaft. Die Investoren sehen nun die Alleinstellungsmerkmale.

Der Start ins laufende Jahr ist ebenfalls gelungen. Im ersten Quartal entwickelte sich das Neugeschäft vor allem im Immobilienbereich sehr positiv. Das Leasinggeschäft und die Mittelstandsfinanzierung sind ebenfalls gewachsen und das Depotvolumen legte auf 264 Mio. Euro weiter zu. Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit verbesserte sich im ersten Quartal um 14 Prozent auf 2,02 (1,76) Mio. Euro und der Periodengewinn beträgt 1,13 (1,05) Mio. Euro.

Das zweite Quartal entwickelt sich, wie Dr. Lingel anmerkte, nicht schlechter. Er geht davon aus, dass sich die dynamische Entwicklung im weiteren Jahresverlauf fortsetzt. Damit sollte auch das Ergebnis je Aktie trotz des anhaltend schwierigen Branchenumfelds weiter gesteigert werden können. Die Merkur Bank ist vom Margendruck kaum betroffen, hat bei den Kosten eine gute Ausgangsposition und ist auch bei den Risiken gut aufgestellt. Damit sieht Dr. Lingel die Voraussetzungen gegeben, dass die Merkur Bank weiter gegen den Strom schwimmen kann. Er blickt sehr optimistisch in die Zukunft.


Allgemeine Aussprache


In der folgenden Diskussion sprachen Daniel Bauer als Vertreter der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), Elke Schubert von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) sowie Aktionär Eckhard Stauffenberg und ein Kleinaktionär aus Bamberg. Außerdem hatte der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende Ulrich Brugger einige Anmerkungen und Fragen.

Alle Redner gratulierten zu dem erneut erfolgreichen Geschäftsjahr. Das Ergebnis konnte weiter gesteigert werden und die Aktionäre erhalten mit 0,26 Euro eine attraktive Dividende. Darauf könne man, wie Herr Brugger anmerkte, zu Recht stolz sein. Herr Bauer hob zudem die Kapitalerhöhung deutlich über Börsenkurs hervor. So etwas ist alles andere als üblich und schafft durch das zusätzliche Kapital die Voraussetzung für das künftige Wachstum.

Eigentlich wäre das Ergebnis nach Auffassung von Herrn Bauer sogar noch besser ausgefallen. Durch die deutlich erhöhte Zuführung in den Fonds für allgemeine Bankrisiken wurde die Entwicklung stark gebremst. Er konnte den Grund für diese zusätzliche Vorsorge nicht recht nachvollziehen. Angeblich sind die Risiken bei der Merkur Bank doch sehr überschaubar. Für ihn passte dies nicht zusammen.

In seiner Antwort stellte Dr. Lingel zunächst klar, dass die Hälfte der Erhöhung aus der Umwandlung von Reserven nach § 340f HGB resultiert. Daraus ergab sich also keine zusätzliche Ergebnisbelastung. Im Übrigen bekräftigte er seine Überzeugung, dass die tatsächlich zu bildende Risikovorsorge im Moment zu niedrig ausfällt und eine zusätzliche Aufstockung sinnvoll ist. Irgendwann wird sich das Marktumfeld wieder verschlechtern.

Ein Thema bei fast allen Wortmeldungen war die Schließung der vier Filialen in Ingolstadt, Treuen, Markneukirchen und Weimar. Herr Bauer wollte wissen, welche Auswirkungen dies auf die Personalkosten im laufenden Jahr hat und in welcher Höhe Abfindungen gezahlt worden sind. Frau Schubert erkundigte sich nach etwaigen Plänen für die Schließung weiterer Filialen.

In seiner Antwort stellte Dr. Lingel klar, dass Kostensenkungen nicht der Grund für die Filialschließungen waren. Das Ziel war es vielmehr, die Beratungsleistungen im Bereich der Vermögensanlage weiter zu verbessern. Um eine höhere Beratungsqualität zu erreichen, ist es sinnvoll, die Mitarbeiter zusammenzuziehen, damit sie sich austauschen können. An den kleinen Standorten hätte sich dies nicht gelohnt. Weitere Schließungen sind nicht geplant.

Claus Hermann als weiteres Mitglied der Geschäftsleitung ergänzte, dass insgesamt 157 TEUR an Abfindungen gezahlt wurden. Kündigungsschutzklagen gab es nicht, da allen Mitarbeitern gute Angebote unterbreitet wurden. Auch wenn dieses Thema nicht im Mittelpunkt stand, führen die Filialschließungen auch zu sinkenden Personalkosten. Im laufenden Jahr werden voraussichtlich etwa 500 TEUR eingespart werden können.

Herrn Bauer war aufgefallen, dass sich das Bauträgergeschäft immer stärker in Süddeutschland und vor allem auf München konzentriert. Ihm stellte sich die Frage, was passiert, wenn der Immobilienmarkt in dieser Region eines Tages nicht mehr so gut läuft. Schließlich steuert das Bauträgergeschäft zwei Drittel zum gesamten Provisionsergebnis bei.

Dr. Lingel konnte diese Frage gut nachvollziehen. Tatsächlich liegt der Schwerpunkt im Immobiliengeschäft im süddeutschen Raum. Allerdings wurde das finanzierte Volumen zum Teil schon an die Partner ausplatziert, was das Risiko reduziert. Im Übrigen wird das Geschäft durch die stetig wachsenden Vermögensanlagen zunehmend diversifiziert. Dies reduziert auch die Refinanzierungskosten, wenn die Zinsen wieder steigen.

Nicht nachvollziehen konnte der SdK-Vertreter, warum die Geschäftsleitung in der Branche einen höheren Margendruck erwartet. Angeblich sind viele Banken dabei, Risiken in den Aktiva abzubauen, was die Situation entspannen müsste. Dies betreffend informierte Dr. Lingel, dass viele Institute zunächst einmal ihren Handelsbestand abbauen, weil sie keine Rendite mehr sehen. Stattdessen versuchen sie das Kreditgeschäft auszuweiten, womit in diesem Bereich höhere Konkurrenz und damit Margendruck entstehen.

Die unter TOP 9 bis 11 vorgeschlagenen Kapitalbeschlüsse hielt Herr Bauer für zu umfangreich. Sie überschreiten aus Sicht der SdK das maximal Tragbare. Er kündigte an, gegen die Ermächtigung zur Ausgabe von Wandel-, Options- und Gewinnschuldverschreibungen unter TOP 11 zu stimmen. Frau Schubert war anderer Meinung. Ihr schienen die neuen Ermächtigungen mit Blick auf die stetig steigenden Kapitalanforderungen absolut notwendig.

Dr. Lingel versicherte in diesem Zusammenhang, dass es sich ausschließlich um Vorratsbeschlüsse handelt. Im Übrigen sah er mit der letzten Kapitalerhöhung, bei der die Aktien weit über dem damaligen Aktienkurs ausgegeben worden sind, gut aufgezeigt, dass man gegebenenfalls im Interesse der Aktionäre handle. Er bat alle Teilnehmer um Zustimmung zu den Beschlussvorschlägen.

Herr Brugger übte wie schon im Vorjahr Kritik an den sozialen Aktivitäten der Merkur Bank in Mosambik. Er äußerte Zweifel, ob dieses Engagement der Gesellschaft nützt. Eher sah er die privaten Interessen der Familie Lingel berührt, zumal Siegfried Lingel in seiner Funktion als Honorargeneralkonsul das afrikanische Land regelmäßig besucht, was erhebliche Kosten verursachen dürfte.

Nach Überzeugung von Dr. Lingel liegen diese sozialen Aktivitäten sehr wohl im Interesse der Bank. Wie er darlegte, zählen viele Kunden der Merkur Bank zu den Mitgliedern der Deutsch-Mosambikanischen Gesellschaft (DMG) und einige Schulen in Mosambik werden von Kunden finanziert. Soziales Engagement gehört nach seiner Auffassung zum unternehmerischen Erfolg dazu.

Herr Traut ergänzte, dass die Kosten der Bank, der DMG und der Konsulate strikt getrennt werden. Der Aufsichtsrat hat ein festes Budget für die Aktivitäten in Mosambik festgelegt, das nicht überschritten werden darf. Im Übrigen steht das Engagement in Afrika nur für einen Teil der sozialen Aktivitäten. In Summe hat die Merkur Bank im vergangenen Jahr, zum Teil verbunden mit Wohltätigkeitsveranstaltungen, 190 TEUR gespendet.

Herr Brugger meinte noch weitere Interessenskonflikte zu erkennen. So hat die Merkur Bank einige Räumen im Firmengebäude in München an eine Firma vermietet, die der Familie zuzurechnen ist, was Dr. Lingel bestätigte. Er konnte jedoch nicht verstehen, wo der Interessenskonflikt liegen soll. Im Gegenteil sei man froh, dass die Dachgeschossfläche genutzt werden kann. Im Übrigen äußerte er seine Verwunderung über die Anmerkung von Herrn Brugger. Schließlich hat er noch bis 27. April 2016 dem Aufsichtsrat angehört. Das Thema müsste ihm bekannt sein.

Ferner forderte Herr Brugger detaillierte Informationen zu den externen Prüfungen, die im Berichtszeitraum stattgefunden haben. Auch hier äußerte sich Herr Traut irritiert, schließlich hatte Herr Brugger noch dem Aufsichtsrat angehört, als die Projekte gestartet worden sind. Nichtsdestotrotz nannte er die wesentlichen Themen der Untersuchungen, bei denen verschiedene Wirtschaftsprüfungsgesellschaften eingeschaltet worden waren. Herr Brugger war dennoch unzufrieden und ließ die Frage zu Protokoll geben.

Herr Stauffenberg hatte der Bilanz entnommen, dass die Merkur Bank bei der Bundesbank mit 121 (72) Mio. Euro nochmals deutlich mehr Mittel angelegt hat. Ihm schien es dringend angeraten, die Einlagen dort zu reduzieren. Schließlich müssen negative Zinsen von 0,4 Prozent gezahlt werden, was immerhin eine Belastung von 0,5 Mio. Euro im Jahr bedeutet. 

„Ich ärgere mich auch jeden Tag“, versicherte Dr. Lingel. Leider lassen sich für sichere Anlagen aber keine positiven Zinsen mehr erzielen, nachdem ja auch Bonitätsrisiken berücksichtigt werden müssen. Die einzige Alternative wären Bundesanleihen mit mehr als zehn Jahren Laufzeit. Dann wäre man aber wieder beim Thema Fristentransformation, das wie ausgeführt vermieden werden soll. Im Moment müsse man mit den negativen Zinsen leben.

Ferner bat Herr Stauffenberg um eine Abschätzung, wie sich die Zinsspanne im laufenden Jahr entwickeln wird. Dies betreffend informierte Dr. Lingel, dass sich die Marge im Immobilienbereich auf historisch niedrigem Niveau bewegt. Die Merkur Bank schlägt sich dennoch besser als die Konkurrenz. Er sieht bei der Zinsspanne so langsam die Grenze nach unten erreicht. Im Gegenteil könnte sie wieder zulegen, wenn die Märkte schwieriger werden. Es eröffnet sich also eher eine Chance.

Schließlich teilte Herr Stauffenberg mit, dass er seine Merkur-Bank-Aktien bereits 1999 gekauft hat. Soweit er sich erinnerte, hatte es damals bei einem nahezu identischen Aktienkurs mit umgerechnet fast 0,60 Euro aber mehr als die doppelte Dividende gegeben, was Dr. Lingel bestätigte.

Allerdings müsse bei einem Vergleich berücksichtigt werden, dass die Bilanzsumme seither erheblich gestiegen ist. Zudem haben die Eigenkapitalanforderungen massiv zugenommen. Im Übrigen war die Aktie damals über dem Substanzwert gehandelt worden. Heute liegt die Notierung unter diesem Wert, der sich aktuell mit rund 9,50 Euro errechnet. Wie ausgeführt soll die Dividende weiter erhöht werden. Eine gewisse Thesaurierung ist aber ebenso erforderlich.


Abstimmungen

Herr Traut verkündete die Präsenz mit 4.237.215 Aktien. Bezogen auf das gesamte Grundkapital von 13.235.200 Euro, eingeteilt in 5.170.000 Aktien, entsprach dies einer Quote von 74,51 Prozent. Dies war deutlich mehr als im vergangenen Jahr. Sämtliche Beschlüsse wurden mit Mehrheiten über 99 Prozent gefasst.

Im Einzelnen waren dies die Feststellung des Jahresabschlusses (TOP 2), die Dividende von 0,26 Euro (TOP 3), die Entlastung der persönlich haftenden Gesellschafterin (TOP 4) und des Aufsichtsrats (TOP 5), die Wahl der KPMG AG zum Abschlussprüfer (TOP 6), die Wahl von Rainer Neumann in den Aufsichtsrat (TOP 7), die Änderung der Satzung betreffend den Tag der Dividendenzahlung (TOP 8) sowie die Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals und die Ermächtigung zur Ausgabe von Wandel-, Options- und Gewinnschuldverschreibungen (TOP 9 bis 11).

Der persönlich haftende Gesellschafter stimmte sämtlichen Beschlussfassungen zu.

Nach knapp drei Stunden schloss Herr Traut die Versammlung.


Fazit

Die Merkur Bank KGaA trotzt weiterhin der schwierigen Situation in der Branche. Im Geschäftsjahr 2016 konnte die auf Bauträgergeschäft, Leasing und Mittelstandsfinanzierung fokussierte Privatbank das Ergebnis erneut deutlich steigern, obwohl sogar noch höhere Zuführungen als nötig in die Risikovorsorge getätigt wurden. Die Hauptversammlung beschloss eine Dividendenerhöhung auf 0,26 (0,22) Euro. Die Ausschüttungsquote nähert sich langsam dem Zielwert von 50 Prozent.

Eine clevere Idee war es, Ende 2016 eine Kapitalerhöhung weit über Börsenkurs durchzuführen. In den Wochen darauf hat das Interesse für die Aktie deutlich zugenommen. Inzwischen hat die Notierung fast das Niveau der Kapitalerhöhung von 7,80 Euro erreicht. Auch damit notiert sie aber noch unter dem Substanzwert, der sich mit etwa 9,50 Euro errechnet. Auch mit Blick auf die Dividendenrendite von 3,4 Prozent und die weiterhin positiven Aussichten ist die Merkur-Bank-Aktie weiterhin als attraktives Investment einzustufen.


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