RheinLand Holding AG (ISIN DE0008415100)

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Zu ihrer diesjährigen Hauptversammlung hatte die RheinLand Holding AG ihre Anteilseigner am 2. Juli 2019 wie bereits in den Vorjahren in das Crowne Plaza Hotel (früher Swissôtel) in Neuss eingeladen. Der Aufsichtsratsvorsitzende Anton Werhahn begrüßte die etwas über 300 Aktionäre, Gäste und Vertreter der Presse, darunter Alexander Langhorst von GSC Research, und erläuterte die personellen Veränderungen im Berichtsjahr. Nach Erledigung der weiteren üblichen einleitenden Hinweise und Formalien erteilte Herr Werhahn den Vorstandsmitgliedern das Wort zur Berichterstattung über den Geschäftsverlauf 2018 sowie die weiteren Zukunftsperspektiven der Gesellschaft.


Bericht des Vorstandes

Nach Begrüßung der Teilnehmer zeigte sich Vorstandsmitglied Dr. Lothar Horbach erfreut über das erneut erfolgreich verlaufene Geschäftsjahr 2018. Auf nähere Ausführungen zum gesamtwirtschaftlichen Umfeld verzichtete er unter Hinweis auf die entsprechenden Erläuterungen im ausliegenden Geschäftsbericht. Zusammenfassend bleibt aber festzuhalten, dass sich das weiterhin intakte konjunkturelle Umfeld erneut insgesamt positiv auf das Geschäft der Versicherungsbranche im Allgemeinen und auch auf das Geschäft bei der RheinLand Holding mit ihren Versicherungstochtergesellschaften ausgewirkt hat. Das Ergebnis vor Steuern lag im Konzern in 2018 bei 19,0 (20,1) Mio. Euro, unter Berücksichtigung der Steuerlast von 5,4 (6,4) Mio. Euro ergibt sich unter dem Strich ein Konzernergebnis von 13,6 nach 13,7 Mio. Euro. Der leichte Rückgang beim Ergebnis gegenüber dem Vorjahr resultierte nach seiner Angabe insbesondere aus den Aufwendungen, die im Rahmen der weiteren Digitalisierung des Geschäfts getätigt wurden, und stellt somit keine operative Ergebnisabschwächung dar.

Das Geschäftsmodell der RheinLand Holding ist nach wie vor unverändert gegenüber den Vorjahren. Dieses basiert bei den Versicherungen weiterhin auf den bekannten drei Marken und den drei verschiedenen Vertriebswegen. So steht die Marke RheinLand weiterhin für den eigenen Außendienst, rhion.digital ist die Marke für den Maklervertrieb und Credit Life die für den Banken- und Kooperationsvertrieb. Produktseitig werden im eigenen Außendienst alle klassischen Versicherungen angeboten, die nicht mehr selbst aufgelegten zinstragenden Lebensversicherungsprodukte werden den Kunden über ein Produkt eines Kooperationspartners offeriert. Ebenfalls ein breites Spektrum an Produkten bietet man auch für den Maklervertrieb bei rhion.digital an.

Der Produktschwerpunkt bei Credit Life liegt auf Restschuldversicherungen etwa im Zusammenhang mit Auto- und sonstigen Krediten oder aber auch im Rahmen von Baufinanzierungen. Insbesondere in diesem Geschäftssegment gestaltet sich das Wachstum durch die Hinzugewinnung von weiteren Partnern aus dem Bankenbereich für den Vertrieb der Produkte weiterhin dynamisch. Neben dem Vertrieb von Versicherungen zusammen mit Finanzierungen als Restschuldabsicherung sieht der Vorstand auch weiteres Geschäftspotenzial bei jenen Kunden, die etwa ihre Autos ohne gleichzeitige Finanzierung erwerben. Hier bietet man dem Autohandel mit der App „mobiVERS“ nun zusätzliche Mobilitätsversicherungen für die Kunden an, die rechtssicher direkt über diese App abgeschlossen werden können. Auch in den beiden Auslandsmärkten, den Niederlanden und Italien, gestaltet sich das Geschäft erfolgreich und positiv.

Die Marke rhion.digital hat sich nach Auskunft von Dr. Horbach zur inzwischen beliebtesten Marke im Markt für Makler entwickelt. Das Unternehmen und die Marke wurden im Berichtsjahr auf ein komplett digitales Konzept umgestellt und diese Umstellung im Rahmen der letztjährigen Branchenmesse DKM vorgestellt. Für die Leistungsfähigkeit hat rhion.digital in 2018 überdies auch Auszeichnungen, unter anderem vom Magazin AssCompact, erhalten. Zudem erfolgte der Start der neuen digitalen Kfz-Versicherung „OneDrive“ für den Maklervertrieb. Bisher hatte man Kfz-Versicherungen im Maklervertrieb nur in eingeschränktem Umfang über bestimmte Partner angeboten. Durch das digital abschließbare und einfach strukturierte Produkt sieht man aber deutliches Potenzial im Markt und hat sich daher für eine Verstärkung dieser Aktivitäten entschieden.

Sodann ging Dr. Horbach auf die wesentlichen Eckdaten des abgelaufenen Geschäftsjahres 2018 ein. Die Beitragseinnahmen im Konzern kletterten um erfreuliche 7,1 Prozent auf 538,9 (503,0) Mio. Euro. So legte der Bereich Komposit (Schaden/Unfall) um 4,4 Prozent auf 219,7 (210,4) Mio. Euro zu. Am deutlichsten fiel erneut der Anstieg im Restkreditgeschäft aus. Hier war ein Wachstum um 12,6 Prozent auf 209,9 (186,4) Mio. Euro zu verzeichnen. Der Bereich Leben wuchs um 2,9 Prozent auf 109,3 (106,2) Mio. Euro. Auf der Schadensseite war man in 2018 insbesondere durch die beiden Sturmereignisse Friederike und Burglind betroffen, aus denen allein ein Bruttoschaden von 6,7 Mio. Euro resultierte. Dennoch gestaltete sich die Schadensentwicklung besser als in den Vorjahren. Nach Berücksichtigung der Erstattungen aus Rückversicherungen lag der Nettoschadensaufwand bei 132 Mio. Euro. Die Nettoschadensquote reduzierte sich auf 45,9 (50,5) Prozent, in 2017 lag diese mit 52,8 Prozent sogar noch etwas höher. Fortschritte konnten auch auf der Kostenseite erzielt werden. Auch wenn die Verwaltungskosten durch das gestiegene Geschäftsvolumen absolut auf 78,4 (75,2) Mio. Euro zugelegt haben, reduzierte sich die Kostenquote weiter auf nunmehr 14,5 Prozent nach 15,0 Prozent in 2017 und 15,5 Prozent im Geschäftsjahr 2016. Die sogenannte Schadens-/Kostenquote oder Combined Ratio liegt mit 95,5 nach zuvor 93,8 weiterhin auf einem guten Level im Markt und zeigt, dass im Versicherungsgeschäft weiterhin Geld verdient wird.

Weiterhin unter dem anhaltenden Niedrigzinsumfeld leiden hingegen die Kapitalanlageergebnisse im Konzern. Das aus diesen resultierende laufende Ergebnis lag bei 30,0 (32,7) Mio. Euro. Unter Berücksichtigung des übrigen Kapitalanlageergebnisses von 0,5 nach zuvor 8,8 Mio. Euro ergibt sich ein Kapitalanlageergebnis von 30,6 nach zuvor 41,4 Mio. Euro. Das übrige Kapitalanlageergebnis resultiert dabei laut Dr. Horbach aus Erträgen aus Abgängen und Verkäufen sowie Zu- und Abschreibungen. Wesentlicher Grund für den Rückgang gegenüber dem Vorjahr war dabei die geänderte Rechtslage bei der Berechnung der Zinszusatzreserve in der Lebensversicherung. Durch die Einführung der sog. Korridormethode wurde der Anstieg der Zinszusatzreserve deutlich gedämpft und eine Realisierung von außerordentlichen Erträgen aus Kapitalanlageverkäufen insbesondere in der RheinLand Lebensversicherung AG vermieden.

Ebenfalls ein Thema sind auch die Vorgaben nach Solvency II. Hier ist der Konzern allerdings gut aufgestellt und erfüllt alle Vorgaben. Zudem unterliegt man seit dem 30. Juli 2018 nicht mehr der Berichtspflicht gegenüber den Aufsichtsbehörden wegen der Vorgaben zur Zinszusatzreserve. Hier hatte man in der Vergangenheit, wie bereits anlässlich der letzten Hauptversammlung auch dargelegt, eine Versicherungslösung gewählt, die seitens der BaFin auch ohne weitere Beanstandungen akzeptiert worden ist. Zufrieden zeigte sich Dr. Horbach auch mit der Solvenzquote von 233,9 Prozent. Dieser Wert liegt damit deutlich über der internen eigenen Zielmarke von 120 Prozent und der von der Aufsicht vorgegebenen Marke von 100 Prozent. Auch seitens der Ratingagentur ASSEKURATA wird die finanzielle Solidität der RheinLand-Gesellschaften positiv gesehen und diese werden allesamt mit einem „A“-Rating versehen. Die gute Finanzausstattung zeigt sich auch bei der abermals angestiegenen Eigenkapitalposition im Konzern. So kletterte das Eigenkapital auf 197,5 (188,9) Mio. Euro, in 2016 lag die Position noch bei 179,3 Mio. Euro. Auf Sicht der vergangenen zehn Jahre konnte das Konzerneigenkapital mehr als verdoppelt werden.

Besonders wichtig für den operativen Erfolg sind laut Dr. Horbach natürlich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens. Es wird in der heutigen Zeit immer wichtiger, hier nicht nur die vorhandenen Mitarbeiter weiterzubilden und auf die sich verändernden Rahmenbedingungen wie etwa die immer weiter fortschreitende Digitalisierung vorzubereiten, sondern auch genügend junge Menschen für den Einstieg in die Branche und die RheinLand-Gruppe zu begeistern. Dr. Horbach dankte den Kollegen für die geleistete Arbeit im abgelaufenen Geschäftsjahr und ließ mit Blick auf die Chancen der Ausbildung bei RheinLand den aktuellen Werbefilm hierzu vorführen.

Sodann erläuterte Dr. Horbach das Ergebnis der RheinLand Holding AG, die neben der Verwaltung der Versicherungsbeteiligungen auch die eigenen Immobilienbestände und sonstigen Vermögenswerte verwaltet. Das Anlagevermögen erhöhte sich auf 167,9 (162,2) Mio. Euro, wobei der Anstieg vor allem aus dem Zugang von Investmentanteilen zur Liquiditätssteuerung und einer Inhaberschuldverschreibung, die als Sicherheit im Zuge einer Rückversicherungslösung erworben wurde, resultiert. Der Immobilienbestand reduzierte sich aufgrund der planmäßigen Abschreibungen auf 24,7 (25,1) Mio. Euro. Die gesamten Erträge der RheinLand Holding AG lagen bei 23,6 (24,8) Mio. Euro. Davon resultierten aus den Gewinnabführungsverträgen mit der RheinLand Versicherungs AG 13,4 (12,8) Mio. Euro, mit der Rhion Versicherung 0,8 (1,8) Mio. Euro und mit der Credit Life AG 3,1 Mio. Euro nach zuvor 4,1 Mio. Euro. Unter dem Strich ergibt sich ein Jahresüberschuss der RheinLand Holding AG von 14,8 (16,4) Mio. Euro. Die Aktionäre sollen in Form einer auf 1,20 (1,00) Euro erhöhten Basisdividende sowie eines Bonus von 0,10 (0,30) Euro am Unternehmenserfolg beteiligt werden. Aus der Dividendenzahlung ergibt sich laut Dr. Horbach eine Dividendenrendite der Aktie von 3,6 Prozent.

Mit Blick auf das aktuell laufende Geschäftsjahr rechnet der Vorstand mit einer weiter positiven Entwicklung in allen drei Vertriebswegen, wobei insbesondere bei Credit Life ein weiterhin dynamisches Wachstum und auch im Maklervertrieb ein deutlicher Zuwachs erwartet werden. Der eigene Vertrieb soll ebenfalls moderat zulegen. Ausgehend von den weiteren erforderlichen Investitionen in die weitere Digitalisierung des Geschäfts und bei einer weiterhin normalen Schadensentwicklung im weiteren Jahresverlauf rechnet der Vorstand in etwa mit einem Konzernergebnis etwas über dem Vorjahresniveau, die Schwankungsbreite der Prognose liegt bei plus/minus 2 Prozent.

In seinem Teil der Vorstandsausführungen berichtete Vorstandsmitglied Udo Klanten über die Entwicklung der Kapitalanlagen im Berichtsjahr. Hierbei hat man weiterhin mit den Herausforderungen aus dem anhaltenden Niedrig- und Negativzinsumfeld zu kämpfen, welches bei Staatspapieren oder EZB-Einlagen mit negativen Renditen aufwartet. Der Umstand, dass die Schuldner letztlich sogar noch Geld für die Aufnahme von Schulden erhalten, widerspricht jeglicher betriebswirtschaftlicher Logik und stellt bei der Kapitalanlagepolitik eine besondere Herausforderung dar. Auch die Entwicklung der Börsen, die in den Jahren bis 2017 mit noch deutlichen jährlichen Zuwächsen glänzen konnten, hat sich in 2018 deutlich eingetrübt und etwa dem DAX einen Rückgang um 20 Prozent im Jahresvergleich beschert.

Bei der Asset-Allocation hält man an der bisherigen Strategie weiter fest, das angestrebte durchschnittliche Rating der Anlagepapiere soll sich im Single-A-Bereich bewegen. Das Kapitalanlagevolumen der RheinLand Lebensversicherung erhöhte sich im Berichtsjahr leicht auf 808,3 (801,9) Mio. Euro. Der Rückgang des realisierten Ergebnisses resultiert dabei aus der Änderung der Berechnungsmethode zur Zinszusatzreserve (Korridormethode), da hier weniger Realisierungen erforderlich geworden sind. Diese Entwicklung ist auch bei den Wettbewerbern für das Jahr 2018 zu beobachten. Auf Sicht der vergangenen Jahre lag die mit der Anlagestrategie erzielte Rendite zwischen 2010 bis 2017 bei 4,3 Prozent verglichen mit 4,5 Prozent in der Branche. Die Kapitalanlagen der RheinLand-Gruppe ohne das Lebensversicherungsgeschäft erhöhten sich im Berichtsjahr auf 888,7 (852,2) Mio. Euro. Auch hier wird eine ähnliche Anlagestrategie verfolgt. Die erzielten Nettoerträge lagen bei 11,8 nach zuvor 10,2 Mio. Euro. Insgesamt beläuft sich das gesamte Kapitalanlagevolumen im Konzern auf 1,569 (1,526) Mrd. Euro. Die Portfoliostruktur gestaltet sich dabei folgendermaßen: Auf Schuldscheinforderungen entfallen 30,7 Prozent, auf Namensschuldverschreibungen 25,1 Prozent, auf Aktien und Investmentfondsanteile 6,8 Prozent und auf Inhaberschuldverschreibungen 24,2 Prozent.

Des Weiteren berichtete Herr Klanten auch über den im Berichtsjahr abgeschlossenen Umbau der Hauptverwaltung. Hierbei wurden die bisherigen Räumlichkeiten an die Erfordernisse der modernen Arbeitswelt angepasst. Erstmals verfügt RheinLand damit auch über eine zeitgemäße Open-Space-Arbeitswelt. Zudem ist der Bau eines dreieckigen Pavillons im Innenhof der Hauptverwaltung erfolgt, dort ist ab dem Sommer 2019 die Zukunftswerkstatt beheimatet. Mit diesem Konzept will man allen Mitarbeitern die Nutzung dieses Innovationszentrums ermöglichen. Diese und weitere Schritte sollen laut Klanten nicht nur dazu beitragen, mit der gesellschaftweiten Digitalisierung Schritt zu halten, sondern diese auch aktiv mit gestalten zu können. Zudem stärken die nun neuen und agilen Arbeitsmethoden, die offene und kommunikative Arbeitsplatzgestaltung und die täglich neu entstehenden, in wechselnden Teams zu bearbeitenden Projekte die Wahrnehmung von RheinLand als großer und attraktiver Arbeitgeber in der Region.

Vorstandsmitglied Andreas Schwarz berichtete im Rahmen seiner Ausführungen über die Entwicklung im Bereich des Banken- und Kooperationsvertriebes. Neben dem Inlandsgeschäft entwickelt sich dort auch das Geschäft in den Auslandsmärkten Niederlande und Italien weiterhin erfolgreich. Auch für das Inland konnte der Vorstand über eine erneut sehr erfreuliche Entwicklung berichten, abermals konnten auch neue Partner auf der Vertriebsseite gewonnen werden. Besonders stolz zeigte er sich darüber, dass es nunmehr auch gelungen ist, die BMW Bank als Partner zu gewinnen. Nach Unterzeichnung des Vertrages wird man bis 2024 als Partner für alle BMW-Händler bei Finanzierungen über die BMW Bank in der Restschuldversicherung bei der Kaufpreisfinanzierung für die Fahrzeuge agieren können. Hierbei hat man sich gegen namhafte Mitbewerber durchsetzen können und dabei auch den Allianz-Konzern, ansonsten bevorzugter Partner von BMW, aus dem Feld schlagen können. Aus dieser Kooperation erwartet Schwarz ein erhebliches Geschäftspotenzial, so wird jedes zweite verkaufte Fahrzeug von BMW und Mini finanziert, ab 2020 sollte daraus ein Umsatzvolumen für Credit Life von 40 bis 50 Mio. Euro realisiert werden können.

Ein zweiter wichtiger Wachstumstreiber soll perspektivisch die App „mobiVERS“ werden. Mit dieser zum Patent angemeldeten Innovation, die einen vollständig papierlosen Abschluss von Versicherungsverträgen möglich macht, will man die Autohäuser auch für die nach wie vor wichtige Kundengruppe der Barzahler und Fremdfinanzierer mit Absicherungsprodukten bedienen, um auf diese Weise deren eigene Profitabilität zu erhöhen. Neben Autohäusern befinden sich auch Plattformen für die private Baufinanzierung im Fokus, da deren Geschäftsmodelle ebenfalls gut zum Produktspektrum von Credit Life passen. Der Marktstart von „mobiVERS“ soll im vierten Quartal 2019 erfolgen, die Testphase ist erfolgreich verlaufen und es konnten währenddessen bereits 400 Produkte erfolgreich abgeschlossen werden. Künftig ist auch eine Ausweitung der angebotenen Produkte über die App denkbar. Insgesamt ist es hierdurch nicht nur möglich, weitere Absatz- und Vertriebswege zu adressieren, sondern man wird auch ein Stück weit unabhängiger von einzelnen Partnern und Geschäftsfeldern, so dass sich insgesamt auch eine höhere Diversifizierung ergibt.

Im letzten Teil der Vorstandsausführungen berichtete Vorstandsmitglied Christoph Buchbender über die weitere Digitalisierung des Unternehmens und die sich auf diesem Gebiet ergebenden weiteren Chancen und Perspektiven. Sehr erfolgreich ist man mit der kompletten Digitalisierung des Geschäfts bei der Maklermarke Rhion vorangeschritten. Dies wird auch in der Firmierung unter „rhion.digital“ deutlich. Diese wurde anlässlich der letztjährigen Finanz- und Maklermesse DKM in Dortmund gestartet und ist im Markt auf eine sehr positive Resonanz gestoßen. In diesem Kontext wurde auch das dortige Produktspektrum für den Privatkundenmarkt um die Kfz-Versicherung „ONdrive“ erweitert. Bisher hatte man das Kfz-Versicherungsgeschäft dort zurückhaltend betrieben, möchte hier aber künftig dynamischer agieren. Bei der Produktgestaltung stand daher auch das anwenderfreundliche Handling klar im Vordergrund. Der Abschluss von rund 20.000 Verträgen seit der DKM im vergangenen Oktober zeigt, dass der gewählte Ansatz richtig gewesen ist, und zudem sind auch die angeschlossenen Makler mit dem Erfolg zufrieden und verfügen über ein attraktives weiteres Produkt für Vertriebsimpulse.

Neben dem Geschäft in Deutschland wird rhion.digital künftig auch den Maklermarkt in den angrenzenden Niederlanden adressieren. Mit CreditLife verfügt man bereits über Erfahrungen auf dem niederländischen Markt und hat inzwischen eine Vereinbarung mit dem niederländischen Maklerverband NVGA abgeschlossen. Diesem gehören 174 Versicherungsmakler in den Niederlanden an, die ein Beitragsvolumen von rund 2 Mrd. Euro verwalten. Als Zentrale für das dortige Geschäft wird ein Standort in Eindhoven aufgebaut. Es ist erklärte Strategie, so Buchbender weiter, dort nur mit Premiummaklern zusammenzuarbeiten, der Start ist für Anfang 2020 vorgesehen. Bis zum Jahr 2023 erwartet man ein Beitragsvolumen aus dem niederländischen Maklergeschäft von 100 bis 120 Mio. Euro.

Zudem gab Herr Buchbender noch einen Ausblick auf die Zielsetzungen für die Beitragseinnahmen der Gruppe in den kommenden Jahren. Ausgehend von 533 Mio. Euro in 2018 soll in 2019 eine Größenordnung von 560 Mio. Euro erreicht werden. Hier zeigte sich Buchbender auch ausgesprochen zuversichtlich und kündigte an: „Die kommen auch.“. In 2020 soll getrieben durch die Kooperation mit der BMW Bank und den Einstieg in das niederländische Maklergeschäft durch rhion.digital ein Beitragsvolumen von etwa 650 Mio. Euro erreicht und in 2021 die 700-Mio.-Euro-Marke angepeilt werden. Die in der Vergangenheit ausgegebene Mittelfristplanung hat weiterhin Bestand.

Sehr zufrieden zeigte sich der Vorstand zum Abschluss auch mit den Fortschritten bei der RH Digital Company. Hierbei handelt es sich um ein Company-Start-up, das sich ausschließlich auf die Entwicklung digitaler Versicherungsprodukte und digitaler Geschäftsmodelle für die RheinLand-Gruppe konzentriert. Wichtige Tätigkeitsfelder waren dabei die Weiterentwicklung des Kfz-Versicherungsproduktes ONdrive sowie der papierlose Abschluss von Versicherungsverträgen. Mit dem vorgegebenen Budget von 2,5 Mio. Euro konnten signifikante Fortschritte erzielt werden. Besonders positiv hob Herr Buchbender hervor, dass sich der erforderliche Zeitraum zur Entwicklung neuer Produkte von bisher rund 6 Monaten auf lediglich noch etwa 6 Wochen verkürzt hat. Hierdurch ist es möglich, sehr viel schneller auf sich bietende Trends am Markt mit neuen oder verbesserten Produkten zu reagieren. Auch die interne Kalkulation von Tarifen ist deutlich verbessert worden. Bei ONdrive ist es nunmehr möglich, innerhalb von 48 Sekunden zu ermitteln, welche Versicherungsprämie für ein zu versicherndes Auto vom Kunden zu entrichten sein wird. Auch für die Zukunft erwartet Buchbender noch weitere positive Impulse und Neuerungen aus der Digital Company, welche sich positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten RheinLand-Gruppe auswirken sollten.


Allgemeine Aussprache

Als erster Redner meldete sich Dr. Clemens Scholl als Vertreter der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V. (SdK) zu Wort und zeigte sich durchaus zufrieden mit dem vorgelegten Zahlenwerk und der Geschäftsentwicklung im abgelaufenen Jahr. Besonders gefiel dem Redner auch das Motto „Start-up-Spirit seit 1880“ und er stellte fest, dass man auch im Alter von 139 Jahren noch erfolgreich Start-ups auf den Weg bringen und sich immer weiter wandeln kann, um sich auf Anforderungen des Marktes und der Kunden einzustellen. Nicht ganz nachvollziehen konnte Dr. Scholl in diesem Kontext allerdings die Bewertung der RheinLand-Holding-Aktie und verwies dabei auf die Ende 2018 an die Börse gegangene DFV Deutsche Familienversicherung AG, welche bei deutlich schlechteren wirtschaftlichen Kennzahlen, wie etwa einem Eigenkapital von 59 Mio. Euro gegenüber 200 Mio. Euro bei RheinLand Holding, und sogar einem ausgewiesenen Verlust an der Börse in etwa genau so hoch bewertet wird. Dies konnte der Aktionärsschützer nicht ganz nachvollziehen, insbesondere da RheinLand mit der Maklertochter rhion.digital ja auch klar auf eine vollkommen digitale Struktur setzt.

Nach Angabe von Herrn Buchbender hat man sich in der Vergangenheit auch intensiv mit dem Geschäftsmodell der DFV Deutsche Familienversicherung befasst, zudem bestand auch zeitweilig eine Kooperation. Die dort bearbeiteten Marktsegmente sind allerdings nicht mit denen von RheinLand zu vergleichen, da dort der Fokus vornehmlich auf Zusatzversicherungen und speziellen Absicherungen liegt, aber nicht alle klassischen Segmente wie bei RheinLand angeboten werden. Hinsichtlich der Bewertungsthemen wollte sich der Vorstand nicht äußern, wies aber auf die Feststellung des Redners hin, dass die Bewertung von RheinLand im Vergleich offenbar deutlich günstiger erscheint.

Des Weiteren interessierte sich der Aktionärsschützer dafür, welches geschäftliche Potenzial denn aus dem neuen Angebot mobiVERS zu erwarten ist. Nach Angabe von Herrn Schwarz ist eine Prognose hierzu derzeit nur schwer möglich, der Marktstart ist für das vierte Quartal 2019 vorgesehen. Die interne Planung geht davon aus, dass auf Sicht von 3 Jahren gut 1.000 Händler als Kooperationspartner für den Vertrieb gewonnen werden können und sich daraus dann auch entsprechendes Potenzial bei der Zahl der Verträge ergeben wird. Belastbarere Angaben dürften im Rahmen der kommenden Hauptversammlung und nach dem Marktstart möglich werden.

Nähere Erläuterungen erbat Dr. Scholl auch in Bezug auf das Angebot ONdrive und den Unterschied zwischen diesem Produkt und den bereits in der Vergangenheit über ausgewählte Makler angebotenen Kfz-Versicherungen. Zudem interessierte er sich für die Zahl der vorhandenen Verträge. Laut Herrn Buchbender beläuft sich die Zahl der Verträge in diesem Segment auf rund 20.000. In der Vergangenheit wurde das Kfz-Versicherungsgeschäft in der Tat nur über ausgewählte Partner im Maklerbereich angeboten. Dabei handelte es sich um 10 bis 15 Partner, über die auf diese Weise in der Vergangenheit rund 1.900 Verträge vermittelt und abgeschlossen wurde. Durch die völlige Umstellung des Kfz-Produktes auf eine komplett digitale Variante konnte hier das Potenzial deutlich ausgeweitet werden. Seit der Vorstellung auf der Maklermesse DKM im vergangenen Oktober konnten hierdurch weitere rund 18.000 Verträge abgeschlossen werden, ein Potenzial, das über den reinen Maklervertrieb wie zuvor nicht realisierbar gewesen wäre, so Buchbender weiter. Eine Aussage zur Profitabilität dieses neuen Produktes ist nach Vorstandsangabe derzeit noch nicht möglich, da man noch nicht über eine ausreichend lange Historie verfügt. In den vergangenen Monaten waren aber keinerlei auffällige Entwicklungen bei Frequenz und Höhe von Schadensfällen erkennbar.

Befragt nach den Hintergründen der angegeben Verluste im Bereich der digitalen Aktivitäten in Größenordnung von 2,5 Mio. Euro erläuterte Herr Buchbender, dass es sich bei der genannten Zahl um das für das dahinter stehende Projekt veranschlagte Budget gehandelt hat. Der größte Teil der Summe ist dabei in die Softwareentwicklung für die digitalen Produkte geflossen. Diese Beträge werden entsprechend aktiviert und über die kommenden Jahre abgeschrieben.

Angesprochen auf die aus Sicht des Redners ausgesprochen geringe Aktienquote in den Portfolien der verschiedenen Gesellschaften verwies Herr Klanten auf die Anforderungen aus aufsichtsrechtlicher Sicht an die entsprechende Unterlegung derartiger Engagements durch Eigenkapital. Daher ist stets sehr genau zu überlegen, welche Eigenkapitalmittel für derartige Investments zur Verfügung gestellt werden können.

Nähere Erläuterungen erbat Herr Scholl auch in Bezug auf die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen gegenüber Versicherungsvermittlern, die eine Größenordnung von 38,5 (27,0) Mio. Euro aufweisen und damit eine durchaus nennenswerte Position im Zahlenwerk darstellen. Nach Angabe von Dr. Horbach handelt es sich bei der Position um eine Reihe verschiedener Sachverhalte, die aufgrund von bestehenden Vorgaben entsprechend auszuweisen sind. Als zugrundeliegende Sachverhalte nannte er beispielsweise geleistete Vorauszahlungen für erwartete Vermittlungen, teilweise handelt es sich auch um Rückzahlungsansprüche aus Provisionen für stornierte Verträge usw. Bei allen darin summierten Positionen handelt es sich um Vorgänge des normalen laufenden Geschäfts, der Anstieg gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreswert ist dabei dem insgesamt weiter gestiegenen Geschäftsvolumen geschuldet.

Hinsichtlich der weiteren Finanzierungsstruktur des Geschäfts nach der Rückführung von in der Vergangenheit aufgenommen Nachrangdarlehen erläuterte Herr Klanten, dass etwa die Finanzierung des Geschäfts in den Niederlanden durch Nachrangdarlehen erfolgt. Auf Ebene der RheinLand Holding hat man derzeit kein Nachrangkapital mehr in der Bilanz stehen, in der Zukunft kann er sich allerdings durchaus erneut die Inanspruchnahme dieses Finanzierungsinstrumentes vorstellen, mit dem man in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht hat.

Aktionär Boxberg erkundigte sich im Rahmen seiner Wortmeldung unter anderen danach, wie die aktuell im Straßenverkehr auftauchenden und seit kurzem zugelassenen sog. „E-Scooter“ versichert werden und ob solche gegebenenfalls im Rahmen der normalen privaten Haftpflichtversicherung mit abgedeckt werden. Nach Angabe von Herrn Buchbender geht man hier sehr pragmatisch an die Angelegenheit heran und stuft „E-Scooter“ als Mofas ein. Bei einer Höchstgeschwindigkeit von maximal 25 km/h sind diese auch im Rahmen der üblichen Privathaftpflichtverträge mit abgesichert, so der Vorstand weiter.

Aktionär Thorsten Bauer zeigte sich im Rahmen seiner Wortmeldung durchaus angetan von der geschäftlichen Entwicklung der Gesellschaft, war allerdings etwas besorgt über eine Formulierung im Geschäftsbericht. So stellte er zum Thema möglicher Reputationsrisiken dort eine gegenüber dem Vorjahr abweichende Formulierung fest und wollte wissen, welche Hintergründe diese abweichende Wortwahl hat. Laut Herrn Schwarz gibt es keine besonderen Gründe für die im Geschäftsbericht verwendete Wortwahl, es sind auch für 2018 und darüber hinaus keine besonderen Reputationsrisiken erkennbar.

Bereits seit 1981 ist Aktionär Otto Lehmann an der RheinLand Holding AG beteiligt, er interessierte sich dafür, wie die interne Weiterbildung der Mitarbeiter gewährleistet wird, insbesondere mit Blick auch auf die erheblichen Veränderungen in der Branche und bei den technischen Anwendungen. Hierzu verwies Dr. Horbach darauf, dass man in den RheinLand-Gesellschaften hier sehr aktiv ist und viele Angebote und Weiterbildungsmöglichkeiten eröffnet. Ein Schwerpunkt ist dabei nach seiner Angabe auch alles, was sich mit der immer weiter voranschreitenden Digitalisierung des Geschäfts befasst. Entscheidend für den dauerhaften Erfolg ist nach seiner Überzeugung sehr gut qualifiziertes Personal, mit dem man das angestrebte weitere Wachstum auch bewerkstelligen kann. Neben der Gewinnung von neuen Mitarbeitern ist es daher auch entscheidend und klar im Fokus, die bestehenden Mitarbeiter weiterzubilden und bei der Weiterentwicklung des Unternehmens und der Geschäftsmodelle mitzunehmen.

Des Weiteren interessierte sich der Anteilseigner dafür, ob im Rahmen der baulichen Erweiterungen auch die Installation von Solarmodulen auf den Dachflächen geprüft worden ist. Laut Herrn Klanten hat man sich mit dieser Fragestellung durchaus befasst. Angesichts der erforderlichen Aufwendungen für die Anschaffung der Solarmodule und deren vergleichsweise begrenzter Haltbarkeit hat man sich letztlich dagegen entschieden.

Aktionär Frank Hamatschek aus Hamburg erkundigte sich danach, was unter der sog. „Korridormethode“ im Zusammenhang mit Lebensversicherungsbeständen zu verstehen ist. Bei der Korridormethode handelt es sich laut Klanten um ein 2018 eingeführtes neues Verfahren zur Festlegung des Referenzzinses. Dabei wird der Referenzzins auch weiterhin nach dem bisherigen Verfahren berechnet. Liegt er jedoch unterhalb (bzw. oberhalb) eines gewissen Korridors, wird stattdessen die untere (bzw. obere) Grenze des Korridors als neuer Referenzzins festgesetzt. Der Korridor steht dabei nicht fest, sondern wird jedes Jahr ausgehend von den Vorjahreswerten neu ermittelt. Die Verwendung der Korridormethode schränkt nun den Aufbau der Zinszusatzreserve auf das für die Sicherung der Garantien notwendige Maß ein. Zudem ist es hierdurch nicht mehr notwendig, dass Versicherungen kurzfristig hoch verzinste Kapitalanlagen verkaufen. Dies stabilisiert langfristig die Ertragssituation für die Versicherten.

Des Weiteren interessierte sich der Redner für die Zahl der Anmeldungen zur Hauptversammlung und die Zahl der tatsächlich erschienenen Anteilseigner. Nach Vorstandsangabe lag die Zahl der Anmeldungen bei 432 Personen, die aktuelle Zahl der Teilnehmer wurde mit 319 beziffert.

Aktionär Ehresmann zeigte sich sehr angetan von dem erfolgreichen Abschluss des Deals mit BMW und dem Umstand, dass man hier den bisherigen Partner von BMW, namentlich den Allianz Konzern und damit wohl den Branchenprimus, aus dem Feld schlagen konnte. Dies nötigte dem Redner Respekt ab und er wünschte dem Management viel Erfolg bei der Umsetzung dieses interessanten Geschäfts. Ferner interessierte er sich unter anderem dafür, welche weiteren Vertriebswege etwa für die Produkte von Credit Life noch denkbar sein könnten. Laut Herrn Schwarz konnten etwa die Sparda-Banken als Partner für Restschuldversicherungen bei Baufinanzierungen gewonnen werden. Auch für weitere Finanzierungsangebote ist dies noch denkbar. Das erwartete Geschäftsvolumen hieraus soll sich bei rund 32 Mio. Euro im aktuell laufenden Jahr bewegen, was einem Zuwachs von rund 50 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert entspricht.


Abstimmungen

Nach Beendigung der allgemeinen Aussprache um 18:47 Uhr wurde die Präsenz mit 2.952.367 Aktien oder 76,88 Prozent des stimmberechtigten Grundkapitals festgestellt. Sämtliche Beschlussvorlagen der Verwaltung wurden mit sehr großer Mehrheit bei nur vereinzelten Gegenstimmen und/oder Enthaltungen verabschiedet.

Im Einzelnen beschlossen wurde die Ausschüttung einer Dividende von 1,20 Euro zuzüglich eines Bonus von 0,10 Euro – also insgesamt 1,30 Euro je Aktie (TOP 2), die Entlastung von Vorstand (TOP 3) und Aufsichtsrat (TOP 4), die Wahl der PricewaterhouseCoopers GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2019 (TOP 5) sowie die Wahl von Dr. Ludwig Baum, Andreas Daners, Jürgen Stark, Jutta Stöcker, Wilhelm Ferdinand Thywissen und Anton Werhahn in den Aufsichtsrat der Gesellschaft (TOP 6). Der Versammlungsleiter konnte nach einer Versammlungsdauer von rund dreieinhalb Stunden um 19:06 Uhr die Hauptversammlung schließen.


Fazit

Der leichte Rückgang des Ergebnisses in 2018 gegenüber dem Vorjahr ist insbesondere durch Investitionen in die weitere Digitalisierung des Unternehmens sowie der Abläufe und Geschäftsmodelle zurückzuführen. Diesen kurzfristig etwas ertragsbelastenden Effekten stehen mittel- und längerfristig deutliche Wachstumspotenziale gegenüber, so dass diese Investitionen betriebswirtschaftlich ausgesprochen sinnvoll erscheinen. Verglichen mit dem Vorjahr reduzierte sich der Konzernüberschuss auch nur leicht auf 13,6 (13,7) Mio. Euro. Auch in der AG ging das Ergebnis entsprechen etwas zurück und erreichte eine Größenordnung von 14,8 (16,4) Mio. Euro, liegt damit aber in etwa auf dem Level von 2015 mit seinerzeit 14,7 Mio. Euro.

Positiv ist überdies zu bewerten, dass man in allen aktiv betriebenen Sparten zum Teil deutlich über dem Marktdurchschnitt zulegte. Insbesondere das Geschäft mit Restkreditversicherungen (Credit Life) wächst weiterhin dynamisch und liefert stetig steigende Beiträge zum Gruppenergebnis. Erhebliches Wachstumspotenzial sollte sich dort aus der neu vereinbarten Zusammenarbeit mit der BMW Bank sowie dem geplanten Einstieg auf den niederländischen Maklermarkt mit rhion.digital ergeben.

Die Aktionäre dürfen sich über eine im Vorjahresvergleich um 0,20 Euro auf 1,20 Euro erhöhte Basisdividende freuen. Der gezahlte Bonus reduzierte sich entsprechend um die Anhebung der Basisdividende von zuvor 0,30 auf nun 0,10 Euro. Auch wenn die Aktionäre damit in Summe eine unveränderte Ausschüttung von 1,30 Euro je Anteilsschein erhalten, ist die Anhebung der Basisdividende dennoch als ein positives Signal und ein Statement zugleich zu bewerten. Positiv anzumerken ist in Bezug auf die Ausschüttungspolitik, dass die RheinLand Holding AG zu den wenigen Gesellschaften auf dem deutschen Kurszettel zählt, die ihre Dividende in den vergangenen 27 Jahren niemals kürzen mussten. Bei einem Aktienkurs von 38,2 Euro errechnet sich daraus eine noch immer attraktive Rendite von 3,4 Prozent. Und die Zeichen stehen gut, dass die Aktionäre auch in den kommenden Jahren weiterhin mit attraktiven Dividenden rechnen können. Die RheinLand-Aktie ist damit unverändert ein gut verzinstes Investment für den konservativen Anleger.


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Hinweis: Der Verfasser ist Aktionär der beschriebenen Gesellschaft.


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