RheinLand Holding AG (ISIN DE0008415100)

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HV-Bericht RheinLand Holding AG

Stabile Dividende inklusive Bonus bei 1,30 Euro auch in Corona-Zeiten


Zu ihrer diesjährigen Hauptversammlung hatte die RheinLand Holding AG ihre Anteilseigner nach einer Verschiebung des ursprünglichen Termins wegen der anhaltenden Corona-Pandemie nunmehr am 06. Oktober 2020  wie bereits in den Vorjahren in das Crowne Plaza Hotel (früher Swissôtel) in Neuss eingeladen. Der Aufsichtsratsvorsitzende Anton Werhahn begrüßte die trotz der Einschränkungen und zusätzlichen Vorgaben erschienenen rund 100 Aktionäre, Gäste und Vertreter der Presse, darunter Alexander Langhorst von GSC Research, und dankte den Anteilseignern für deren Interesse an der Gesellschaft und für ihr Verständnis für die im laufenden Jahr geltenden Einschränkungen. Er betonte, dass es der Verwaltung ein besonderes Anliegen ist, direkt mit den Aktionären im Rahmen der Hauptversammlung in einen Dialog eintreten zu können, daher habe man sich bewusst für das Präsenzformat entschieden.

Sodann erläuterte er die personellen Veränderungen im Berichtsjahr. Wegen des altersbedingten Ausscheidens von Udo Klanten per Ende Oktober 2020 wurde mit Wirkung zum 15. August Dr. Arne Barinka zum weiteren Mitglied des Vorstands bestellt. Dr. Barinka soll nach Ausscheiden von Herrn Klanten dessen Verantwortungsbereiche übernehmen. Das neue Vorstandsmitglied richtete sich in einer kurzen Vorstellung an die Hauptversammlung und gab dabei einen kurzen Überblick über seinen bisherigen beruflichen Werdegang, der über ein Studium an der RWTH durch verschiedene Versicherungsunternehmen wie Ergo oder Talanx führte. Zuletzt bekleidete er einen Vorstandsposten bei der Ideal Versicherung AG.

Nach Erledigung der weiteren üblichen einleitenden Hinweise und Formalien erteilte Herr Werhahn den Vorstandsmitgliedern das Wort zur Berichterstattung über den Geschäftsverlauf 2019 sowie die weiteren Perspektiven der Gesellschaft.


Bericht des Vorstands

Nach Begrüßung der Teilnehmer stellte Dr. Horbach einleitend fest, dass in diesem Jahr wegen Corona vieles anders ist und sich dies auch auf den Termin der Hauptversammlung und den Ablauf der diesjährigen Hauptversammlung auswirkt. Angesichts des vergleichsweise späten Hauptversammlungstermins in diesem Jahr werde man die Betrachtung des Geschäftsjahres 2019 straffen, zugleich aber über die bisherige Entwicklung 2020 berichten und auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie darlegen.

Mit Blick auf den Geschäftsverlauf zeigte sich Dr. Horbach insgesamt zufrieden. So ist es gelungen die Position im Markt und bei den angebotenen Produkten zu behaupten und zugleich eine gute Entwicklung insbesondere auf der Ergebnisseite zu verzeichnen. Dank dieser guten Positionierung sieht er das Unternehmen auch gut gerüstet für die aktuellen Herausforderungen, die sich aus der Corona-Pandemie, aber auch aus der Veränderung des Marktes ergeben. Hinsichtlich der Entwicklung des Marktumfeldes verwies der Vorstand auf den vorliegenden ausführlichen Geschäftsbericht und beschränkte sich in seinen weiteren Ausführungen auf die Erläuterung der wesentlichen finanziellen Eckdaten des abgelaufenen Geschäftsjahres.

Das Konzernergebnis vor Steuern verbesserte sich leicht auf 19,1 (Vorjahr: 19,0) Mio. Euro, eine gewisse Ergebnisbelastung ergab sich aus Investitionen im Berichtsjahr. Die Steuerbelastung reduzierte sich auf 4,2 nach zuvor 5,4 Mio. Euro, woraus sich ein Ergebnis nach Steuern von 14,9 Mio. Euro nach zuvor 13,6 Mio. Euro ergibt. Auch die Entwicklung des versicherungstechnischen Ergebnisses mit 22,0 nach zuvor 21,9 Mio. Euro gestaltete sich erneut erfreulich. Positiv hob er hervor, dass alle Risikoträger und alle Vertriebswege 2019 einen positiven Beitrag zum Gesamtergebnis geleistet haben.

Die Struktur des Konzerns und das betriebene Geschäftsmodell ist weiterhin unverändert. So steht die Marke RheinLand laut Dr. Horbach weiterhin für den eigenen Außendienst, rhion.digital ist die Marke für den Maklervertrieb und Credit Life die für den Banken- und Kooperationsvertrieb. Produktseitig werden im eigenen Außendienst alle klassischen Versicherungen angeboten, die nicht mehr selbst aufgelegten zinstragenden Lebensversicherungsprodukte werden den Kunden über ein Produkt eines Kooperationspartners offeriert. Ebenfalls ein breites Spektrum an Produkten bietet man auch für den Maklervertrieb bei rhion.digital an.

Im Berichtsjahr konnten die Beitragseinnahmen um 0,6 Prozent auf 542,0 (538,9) Mio. Euro gesteigert werden. Die einzelnen Segmente entwickelten sich dabei folgendermaßen. Der leichte Rückgang bei der Restkreditversicherung auf 203,2 (209,8) Mio. Euro resultiert aus einer vorsichtigeren Neugeschäftspolitik auf dem italienischen Markt. Die Beiträge der Lebensversicherung erhöhten sich auf 110,1 (109,3) Mio. Euro und in der Kompositversicherung war ein deutlicher Anstieg auf 228,7 (219,8) Mio. Euro zu verzeichnen. Insbesondere das Maklergeschäft hat zum Wachstum bei der Kompositversicherung beigetragen, auf dieses entfielen rund 109 Mio. Euro der Beitragseinnahmen. Im Segment Lebensversicherung setzte sich die rückläufige Beitragsentwicklung in der klassischen Lebensversicherung weiter fort. Das Neugeschäft gegen Zinsgarantien wurde hier bereits vor einigen Jahren eingestellt und wird an Partner wie z.B. die Zurich Versicherung weitervermittelt.

Die Beitragseinnahmen des bestehenden Bestands an klassischen Lebensversicherungen verringerten sich auf 71,2 (76,1) Mio. Euro. Die Einnahmen aus der Risikolebensversicherung erhöhten sich auf 38,9 Mio. Euro nach zuvor 33,2 Mio. Euro. Auf dem richtigen Weg sieht Dr. Horbach den Konzern auch bei der Entwicklung der Nettoschadenquote. Diese verringerte sich nochmals. Nach 50,5 Prozent 2017 und 45,9 Prozent 2018 liegt diese 2019 bei 44,5 Prozent. Die Verwaltungskosten betragen 82,5 nach 78,4 Mio. Euro, daraus ergibt sich ein Anstieg der Verwaltungsosten auf 15,2 Prozent nach zuvor 14,5 Prozent.

Aus den Kapitalanlagen konnte auf Konzernebene im Berichtsjahr ein laufendes Ergebnis in Höhe von 27,87 (30,56) Mio. Euro realisiert werden. Unter Berücksichtigung des übrigen Kapitalanlagergebnisses von minus 2,96 (plus 0,2) Mio. Euro beläuft sich das Kapitalanlageergebnis auf 24,9 nach zuvor 30,56 Mio. Euro. Wenngleich Rheinland hier unter der anhaltenden Niedrigzinsphase leidet, ist beim Vergleich mit 2018 aber laut Dr. Horbach zu beachten, dass im Vorjahr stille Reserven gehoben worden sind.

Bilanziell ist das Unternehmen weiterhin sehr solide und gut aufgestellt. Die Vorgaben nach Solvency-II werden weiterhin von allen Unternehmen im Konzern erfüllt. Die Solvabilität liegt mit 216,7 Prozent deutlich über dem aufsichtsrechtlich geforderten Wert von 100 Prozent und der internen Vorgabe von 120 Prozent. Auch die Ratingagentur Assekurata hat 2019 das Rating aller operativ tätigen Versicherungstöchter um eine Stufe von bislang „A“ auf „A+“ mit stabilem Ausblick angehoben. Das Konzerneigenkapital erhöhte sich auf 207,3 (197,5) Mio. Euro und hat sich seit dem Jahre 2009 mit einem damaligen Wert von 101,2 Mio. Euro mehr als verdoppelt. Diese solide Kapitalausstattung bildet nach Einschätzung von Dr. Horbach eine gute Basis für weiteres Wachstum in der Zukunft.

Im Einzelabschluss der Rheinland Holding AG speisen sich die Erträge aus den Ergebnisbeiträgen der Tochtergesellschaften sowie der Bewirtschaftung des Immobilienbestands. Die Erträge aus Gewinnabführungen erhöhten sich auf 18,3 nach zuvor 17,2 Mio. Euro. Dabei stammen aus der Rheinland Versicherungs AG 12,4 (13,3) Mio. Euro, aus der Rhion Versicherungs AG 2,9 nach zuvor 0,8 Mio. Euro sowie aus der Credit Life AG 3,6 (3,1) Mio. Euro. Die Verlustübernahme aus der RH Digital Company belief sich auf 1,4 (0,8) Mio. Euro.  Insgesamt ergibt sich somit ein Beteiligungsergebnis von 17,5 (16,4) Mio. Euro. Nach Steuern weist die Rheinland Holding AG ein Ergebnis von 16,0 (14,8) Mio. Euro aus. Allerdings ergibt sich für 2019 im Einzelabschluss ein Abschreibungsbedarf in Höhe von 8,5 Mio. Euro auf die Rheinland Lebensversicherung AG, da dort in den kommenden Jahren angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase nicht mehr mit Ausschüttungen gerechnet wird. Unter dem Strich ergibt sich daher ein Jahresüberschuss von 7,5 nach zuvor 14,8 Mio. Euro.

Die Anteilseigner sollen dennoch in Form einer unveränderten Dividende von 1,20 Euro zuzüglich eines Bonus von 0,10 Euro, insgesamt also 1,30 Euro beteiligt werden. Diese Ausschüttungspolitik hat man mit den Aufsichtsbehörden abgestimmt. Mit Blick auf die konstante Dividendenzahlung hob Dr. Horbach hervor, dass die Rheinland Holding AG damit zu den ganz wenigen Gesellschaften auf dem deutschen Kurszettel gehört, die ihre Dividende in den vergangenen 25 Jahren nicht gesenkt haben. Bezogen auf den aktuellen Aktienkurs von 34,00 Euro ergibt sich eine Dividendenrendite von 3,8 Prozent.

Zum Abschluss seiner Ausführungen warf Dr. Horbach noch einen kurzen Blick auf den Geschäftsverlauf 2020. Die Phase des Corona-bedingten Lockdowns hat man gut überstanden und managen können. Hier zahlte sich nach seiner Angabe insbesondere aus, dass man über entsprechende Notfallpläne verfügte und diese in der Vergangenheit auch durch Probeübungen auf ihre Funktionsfähigkeit hin getestet worden und 2019 sogar vom TÜV zertifiziert worden sind. Somit ist es innerhalb sehr kurzer Zeit gelungen, bis zu 95 Prozent aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Homeoffice aus arbeiten zu lassen. Seit Mai 2020 läuft sukzessive die Rückkehr an die Büroarbeitsplätze, wobei man hier die entsprechenden Hygienevorgaben beachtet. Insgesamt zeigte sich der Rheinland-Chef mit dem Handling der Krise im Unternehmen und der Leistung aller sehr zufrieden. Entsprechend soll die Belegschaft für 2020 eine Corona-Sonderzahlung erhalten.

Operativ wurde im laufenden Jahr beschlossen, die Lebensversicherungsaktivitäten in der Credit Life AG zu bündeln. Zu diesem Zweck ist die Rheinland Lebensversicherung AG rückwirkend zum 01. Januar 2020 auf die Credit Life AG verschmolzen worden. Die Zustimmung der BaFin hierzu wurde erteilt und die Transaktion zwischenzeitlich vollzogen. Hierdurch können künftig Kostenvorteile durch den Wegfall nicht notwendiger doppelter Strukturen eingespart werden, auch verbessern sich die aufsichtsrechtlichen Kennzahlen der zusammengeführten Gesellschaft. Arbeitsplatzverluste sind mit diesem Schritt laut Vorstand nicht verbunden gewesen. Ferner wurde beschlossen das Restkreditversicherungsgeschäft in Italien mit Wirkung zum Ende des Jahres 2020 einzustellen, da dieses die ursprünglichen Erwartungen nicht erfüllt und auch die bereits 2019 eingeleiteten Maßnahmen unter dem Strich nicht die erhofften Effekte gebracht haben.

Insgesamt ist Dr. Horbach mit der Entwicklung in den ersten drei Quartalen trotz der Herausforderungen durch den zeitweisen Lockdown und die erheblichen Auswirkungen auf die Arbeitsabläufe durchaus zufrieden. Für das Gesamtjahr 2020 geht er von einem Ergebnis vor Steuern im Bereich zwischen 15 und 17 Mio. Euro aus, wobei man sich derzeit sogar am oberen Ende der Bandbreite bewegt. Beim Beitragsvolumen rechnet er mit einer Größenordnung von rund 600 Mio. Euro. Insbesondere das Geschäft mit der BMW Bank sowie dem Maklervertrieb in den Niederlanden entwickelt sich derzeit sehr erfreulich. Positiv gestaltet sich bislang auch die Schadenentwicklung. Durch die längere Lockdown-Phase hat sich insbesondere der Schadenaufwand in der Kfz-Versicherung im Vorjahresvergleich verringert und trägt ebenfalls zur positiven Entwicklung im bisherigen Jahresverlauf bei.

Im zweiten Teil der Vorstandsrede berichtete Vorstandsmitglied Udo Klanten über die Entwicklung der Kapitalanlagen im Konzern. Das Anlageumfeld gestaltet sich weiterhin herausfordernd. So geht die Niedrigzinsphase in Europa nunmehr in das elfte Jahr, in Japan hält diese bereits seit 21 Jahren an und auch die FED hat in den USA bis zum Jahr 2023 Zinsen im Bereich von 0,00 bis 0,25 Prozent in Aussicht gestellt. Angesichts der zu erwartenden Auswirkungen der Covid-19-Pandemie in der globalen Wirtschaft dürfte die Niedrigzinsphase auch mittelfristig weiter anhalten.

Die Kapitalanlagen der Rheinland Lebensversicherung werden für das Jahr 2019 letztmals einzeln ausgewiesen, da diese ab dem Jahr 2020 auf die Credit Life verschmolzen worden ist. Bereits seit dem Jahr 2014 hat Rheinland keine eigenen Verträge mit Zinsgarantien mehr verkauft, sondern vermittelt diese seither an Partner. Entsprechend reduzierte sich das Kapitalanlagevolumen auf 802,0 (808,3) Mio. Euro. Im Schnitt liegt das Rating der gehaltenen Wertpapiere und Kapitalanlagen bei „A“. Der durchschnittliche Wiederanlagezinssatz  lag 2019 bei 0,638 Prozent und bewegte sich damit über dem am Markt erzielbaren Zinssatz. Angesichts der anhaltenden Niedrigzinsen hat man für die Jahre bis 2040 eine genaue Planung der Cashflows aus den Vertragsverpflichtungen vorgenommen und dies entsprechend mit den Anlagen gematcht. Zudem wurde dabei ein Sicherheitspuffer von 10 Mio. Euro eingeplant.

Das Volumen der Kapitalanlagen ohne die Lebensversicherung liegt per Ende 2019 bei 919,4 (888,7) Mio. Euro. Per Ende August 2020 hat sich dieses auf 949 Mio. Euro erhöht. Auch bei diesen Kapitalanlagen beträgt das durchschnittliche Rating der gehaltenen Assets „A“. Die laufenden Erträge lagen bei 10,2 (11,2) Mio. Euro. Die stillen Reserven in den gehaltenen Wertpapieren bezifferte Herr Klanten auf 91 (72) Mio. Euro.

Mit Blick auf die weitere Entwicklung berichtete er darüber, dass Nachhaltigkeitskriterien bei den Kapitalanlagen, sogenannte ESG-Kriterien, künftig eine deutlich höhere Bedeutung gewinnen und man hierauf in der Anlagepolitik Rücksicht nehmen muss. Vor diesem Hintergrund hat man die bestehenden Portfoliopositionen einer entsprechenden Prüfung unterzogen. Im Ergebnis besteht hier nur ein relativ geringes Risiko und der Anpassungsbedarf bei der Allokation sollte sich in einem überschaubaren Rahmen halten. Die Auswirkungen von Covid-19 auf die Ergebnisse der Kapitalanlage werden nach seiner Einschätzung ebenfalls moderat ausfallen. Konkret erwartet er 2020 Belastungen in Höhe von 250 TEUR und 2021weitere rund 100 TEUR.

Abschließend berichtete der scheidende Vorstand noch über den Fortgang der Umbauarbeiten in der Zentrale und die Schaffung der Open Space-Büroflächen. Hierbei ist man sehr gut im Plan und konnte die Zeit des Lockdowns und die Homeoffice-Quote von in der Spitze 95 Prozent sehr gut nutzen, um die Umbauten zu beschleunigen. Die vollständige Umsetzung ist nunmehr bis Juli 2021 geplant und wird damit deutlich schneller erreicht sein als ursprünglich vorgesehen. Auf 7.000 Quadratmetern entstehen damit 774 Arbeitsplätze mit modernster Ausstattung, die auf die aktuellen Anforderungen der Arbeitswelt optimal ausgerichtet sind.

Vorstandsmitglied Christoph Buchbender berichtete im Rahmen seiner Ausführungen zunächst über den erfolgreichen Innovation Day in 2019 und die im Anschluss absolvierte Innovationsreise von zehn leitenden Mitarbeitern nach Saint Paul, Minnesota in die 3M Zentrale, um sich dort mit dem Innovationsmanagement des erfolgreichen US-Konzerns zu befassen. Hierbei hat man eine ganze Reihe spannende Erkenntnisse gewinnen können, so dass sich die Reise nach seiner Einschätzung gelohnt hat. Als erstes Ergebnis wurden drei Preise für Innovationen im Unternehmen eingeführt. Wichtig dabei ist, dass die Preisträger dabei von der Belegschaft und nicht vom Management vorgeschlagen werden.

Ferner befassten sich seine Erläuterungen mit der Entwicklung des Geschäftsmodells und der Vertriebswege der Gruppe. Hierbei hob Buchbender hervor, dass man mit dem dreigliedrigen Modell sehr gut im Markt aufgestellt ist und alle drei Bereiche erfolgreich agieren und positive Beiträge liefern. Ungeachtet dessen wertete er es als sehr gut, dass man auf verschiedenen Säulen steht und hierbei etwaige schwächere Entwicklungen in einem Bereich durch positive Entwicklungen in den anderen Bereichen kompensieren kann.

Sehr dynamisch entwickelt sich weiterhin der Bereich Bankenvertrieb und Kooperationen. Hierbei profitiert man insbesondere von der im Vorjahr gestarteten Partnerschaft mit der BMW Bank, aus der bereits jetzt ein zusätzliches Beitragsvolumen von 50 Mio. Euro resultiert. Das Beitragsvolumen verbesserte sich 2019 auf 283 (250) Mio. Euro. Auch hat sich dieses Geschäft trotz Einschränkungen durch Covid-19 weiterhin gut entwickelt. Sehr stolz zeigte er sich darüber, dass man von BMW als Innovationspartner auf diesem Gebiet ausgewählt worden ist. Wenngleich noch unklar ist, was dies genau bedeutet, unterstreicht dies doch die Zufriedenheit mit der bisherigen Zusammenarbeit und die Einschätzung der Kompetenz der Rheinland-Gruppe.

Dynamisch entwickelt sich auch das Maklergeschäft. Es verbesserte sich 2019 auf 179 (152) Mio. Euro und 2020 soll sich die positive Entwicklung weiter fortsetzen. Sehr erfolgreich verlaufen ist auch der Markteintritt in den Niederlanden, der zum 01. Januar 2020 erfolgt ist und aus dem man sich auch mittelfristig weiteres Wachstum verspricht. Die Zentrale des niederländischen Geschäfts ist in Eindhoven angesiedelt. Eine stabile Seitwärtsentwicklung verzeichnete 2019 indes der Ausschließlichkeitsvertrieb mit einem stabilen Geschäftsvolumen von 140 Mio. Euro. Hier rechnet der Vorstand auch 2020 eher mit einer Seitwärtsbewegung, da durch die Corona-Pandemie zumindest zeitweilig die Generierung von Neugeschäft etwas eingeschränkt gewesen ist.

Ein eher unschönes Thema ist laut Buchbender die Produktgruppe der sog. Betriebsunterbrechungsversicherungen mit Blick auf die aktuelle Pandemie. Hierbei hob er jedoch hervor, dass die Bedingungen von Rheinland ausdrücklich besagen, dass keine Pandemieversicherung gewollt gewesen ist. Insoweit sieht er das Unternehmen hier auf vergleichsweise sicherem Terrain. Ungeachtet dessen hat man sich dazu entschlossen, im Rahmen des sogenannten Dehoga-Modells den Kunden eine Pauschale Kulanzleistung von 15 Prozent der versicherten Summe auszuzahlen. Insgesamt betroffen hiervon sind nach seiner Angabe 300 Kunden, die Belastung von Rheinland aus diesen Zahlungen beläuft sich auf 1,5 Mio. Euro.

Abschließend wagte sich der Vorstand trotz der aktuellen Unwägbarkeiten noch an eine konkrete Prognose für die Entwicklung der Beitragseinnahmen. So rechnet man für 2020 mit einem Wachstum um rund 11 Prozent auf 602 Mio. Euro und für 2021 mit einem weiteren Anstieg um gut 6 Prozent auf dann 639 Mio. Euro. Ein weiteres Ziel für 2021 ist es laut Buchbender, dass das gesamte Geschäft von Rheinland CO2 neutral ist.


Allgemeine Aussprache


Als erster Redner meldete sich Dr. Clemens Scholl als Sprecher für die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) zu Wort und zeigte sich erfreut über die unveränderte Dividendenhöhe und das von der Verwaltung gewählte Format einer Präsenzhauptversammlung. Etwas kritisch bewertete er jedoch wie auch weitere Debattenredner die neuerlich erforderlichen Abschreibungen auf die Beteiligung an der Rheinland Lebensversicherung. Hier interessierten die Redner die Hintergründe der angefallenen Abschreibungen und die Überlegungen, welche die Verwaltung zur Verschmelzung mit der Credit Life im laufenden Geschäftsjahr geführt haben. Als Grund für die erforderlich gewordene Abschreibung verwies der Vorstand auf die verschlechterten Ertragsaussichten bei der Rheinland Lebensversicherung AG und den Umstand, dass auf Basis des dort geplanten ausgeglichenen Ergebnisses in den kommenden Jahren nicht mit nennenswerten Zuflüssen aus Ausschüttungen auf der Ebene der Rheinland Holding AG gerechnet werden kann. Vor diesem Hintergrund ergibt sich der bilanzielle Abschreibungsbedarf im Einzelabschluss. Gemäß der vorgenommenen Bewertung ergibt sich ein Abwertungsbedarf von 8,5 Mio. Euro, so dass sich der Buchwert von zuvor 17,0 Mio. Euro auf 8,5 Mio. Euro verringert.

Weiterer Abwertungsbedarf wird künftig nicht mehr entstehen, da die Gesellschaft rückwirkend per 01.01.2020 auf die Credit Life verschmolzen worden ist. Hintergrund dieses Schrittes ist die Überlegung, das gesamte Geschäft mit Risikolebensversicherungen und Restschuldabdeckungen in einer Gesellschaft zu bündeln. Hierdurch können unnötige Doppelstrukturen vermieden werden und auch die aufsichtsrechtlich relevanten Kenngrößen der beiden verschmolzenen Gesellschaften verbessern sich im Vergleich zur bisherigen getrennten Stand-Alone Betrachtung.

Ferner interessierte sich der SdK-Sprecher für die Entwicklung bei MobiVers und den bisherigen Start im Markt. Hierzu erläuterte Vorstandsmitglied Andreas Schwarz, dass der Start im Markt erst 2020 erfolgt ist und man mit diesem in die Lockdown-Phase im Frühjahr geraten ist. Bisher ist die Resonanz im Markt sehr gut. Man arbeitet bereits mit über 100 Partnern und dort mit insgesamt 350 Verkäufern zusammen. Die Zahl der vertriebenen Produkte beträgt bereits über 500. Angesichts des erst kürzlich erfolgten Starts zeigte sich Schwarz mit dieser Entwicklung zufrieden.  Derzeit liegt der Fokus darauf, weitere Partner zu finden und anzubinden. Insgesamt ist die Resonanz im Markt positiv, da die Autohäuser durch den Verkauf der Produkte zusätzliche Einnahmequellen erschließen können. Für Rheinland ist das Geschäft ebenfalls strategisch sehr interessant, da man hier die Autohäuser direkt anbindet, ohne dass z.B. eine entsprechende Bank von Herstellern zwischengeschaltet ist.

Erklärungsbedürftig erschien dem Aktionärsschützer überdies die Reduzierung des Geschäfts in Italien. Dieses soll wie vom Vorstand zuvor ausgeführt per Ende 2020 sogar komplett eingestellt werden. Hierzu antwortete Herr Schwarz, dass die Analyse des dortigen Geschäfts bereits 2019 gezeigt hat, dass dieses sich wirtschaftlich betrachtet nicht getragen hat, weswegen man bereits strengere interne Richtlinien entwickelt und das Neugeschäft entsprechend verringert hat. Die bisherige Entwicklung wie auch die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie insbesondere im hier relevanten Markt in Norditalien haben dazu geführt, dass dieses Geschäft noch weniger attraktiv geworden ist, daher ist die Entscheidung gefallen, das Neugeschäft per Ende 2020 einzustellen.

Befragt nach den Auswirkungen des Lockdowns und der insgesamt etwas rückläufigen Mobilität durch die Corona-Pandemie auf die Schadenentwicklung in der Kfz-Versicherung antwortete Herr Buchbender, dass die Schadenaufwendungen sich im Vorjahresvergleich um etwa 7 bis 10 Prozent verringert haben. Dieser Effekt ist auch nicht nur bei Rheinland, sondern auch bei den Mitbewerbern in ähnlicher Weise zu beobachten.

Mit Blick auf den bestehenden Unternehmensvertrag mit der RH Digital Company und der für 2019 erforderlich gewordenen Verlustübernahme wollte Dr. Scholl wissen, ob hier in der Zukunft mit positiven Ergebnisbeiträgen gerechnet werden kann. Laut Herrn Buchbender ist das Unternehmen als eigenes Start-up konzipiert und bewusst ins Leben gerufen worden, um hier flexibler und eigenständig agieren zu können. Zudem ist es in gewisser Weise auch als Forschungs- und Entwicklungsabteilung zu verstehen. Auch wenn betriebswirtschaftlich hier Verluste zu tragen sind, erwartet man natürlich aus dort entwickelten Produkt- und Vertriebsideen positive wirtschaftliche Impulse für den Rheinland Konzern.

Aktionär Norbert Boxberg erkundigte sich im Rahmen seines Wortbeitrags unter anderem nach den Gründen der unterschiedlichen Teilzeitarbeitsquoten bei weiblichen und männlichen Mitarbeitern im Konzern. Ihm war bei Durchsicht des Geschäftsberichts aufgefallen, dass die Teilzeitarbeitsquote bei den weiblichen Beschäftigten bei 41 Prozent liegt, wohingegen diese bei den männlichen Beschäftigten lediglich 3 Prozent beträgt. Hierzu antwortete Dr. Horbach, dass ungeachtet der Tatsache, wie man dies bewertet, festzustellen ist, dass die gesetzliche Elternzeit ganz überwiegend durch die Frauen in Anspruch genommen wird. Dies schlägt sich in der entsprechend unterschiedlichen Teilzeitarbeitsquote nieder. Man ist hier als Arbeitgeber natürlich sehr bemüht, die gut qualifizierten Mitarbeiterinnen möglichst frühzeitig zumindest auf Teilzeitbasis wieder an den Arbeitsplatz zurückzuholen.

Des Weiteren erkundigte sich der Redner nach den in der Bilanz abgebildeten verschiedenen Rückstellungen. Hierbei handelt es sich nach Auskunft von Dr. Horbach um die verschiedenen Positionen, die nach den Bilanzierungsregelungen für Versicherungsunternehmen zu bilden sind. Aus diesen ergeben sich auch die jeweils aufgeführten Bezeichnungen. Nicht klar war dem Fragesteller auch, wofür Rückstellungen gebildet wurde für Leistungen, bei denen der Versicherungsnehmer das Risiko trägt. Bei dieser rund 1,5 Mio. Euro umfassenden Position handelt es sich laut Dr. Horbach um eine Rückstellung für fondsgebundene Lebensversicherungen, die im Rahmen der Deutschlandrente zusammen mit der ARAG vertrieben wurden und bei denen man als Mitanbieter aufgetreten ist.

Auf die Frage nach einer etwaigen umsatzsteuerlichen Relevanz der im Geschäftsbericht genannten Rückversicherungsfunktionen, die auch teilweise konzernintern erfolgen, antwortete der Vorstand, dass dies eine branchenübliche Praxis darstellt und alle diese Vorgänge nicht der Umsatzsteuer unterliegen.

Aktionär Wilm Müller meldete sich ebenfalls im Rahmen der Generaldebatte zu Wort und stellte seine üblichen Anträge, die Verwaltung nicht zu entlasten und beim Gewinnverwendungsvorschlag eine Aktie der Trade & Value AG zu verlosen. Der Aufsichtsratsvorsitzende wies darauf hin, dass er zunächst über die Vorschläge der Verwaltung abstimmen lassen werde und für den Fall, dass diese nicht die erforderliche Mehrheit erhalten, sodann auf die Gegenanträge von Herrn Müller zurückkommen wird.


Abstimmungen

Nach Beendigung der allgemeinen Aussprache um 17:35 Uhr wurde die Präsenz mit 2.871.243 Aktien oder 74,77 Prozent des stimmberechtigten Grundkapitals festgestellt. Sämtliche Beschlussvorlagen der Verwaltung wurden mit überwältigender Mehrheit bei zumeist nur wenigen hundert Gegenstimmen und/oder Enthaltungen verabschiedet.

Im Einzelnen beschlossen wurde die Ausschüttung einer Dividende von 1,20 Euro je Aktie zuzüglich eines Bonus von 0,10 Euro (TOP 2), die Entlastung von Vorstand (TOP 3) und Aufsichtsrat (TOP 4) sowie die Wahl der PricewaterhouseCoopers GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2020 (TOP 5).

Der Versammlungsleiter konnte die Hauptversammlung nach einer Dauer von knapp drei Stunden um 17:52 Uhr schließen. Zuvor dankte er nochmals im Namen von Vorstand, Aufsichtsrat und Aktionären Herrn Klanten für dessen 34-jährige Tätigkeit im RheinLand Holding Konzern, dem Vorstand der Obergesellschaft gehörte er seit dem Jahre 2001 an.


Fazit

2019 ist es dem Rheinland-Konzern gelungen die wesentlichen Erfolgskennziffern erneut zu verbessern. So verbesserte sich der Konzernüberschuss um erfreuliche 11 Prozent auf 14,9 (13,6) Mio. Euro, das Konzerneigenkapital legte ebenfalls erneut zu und hat mit 207,3 Mio. Euro erstmals die 200 Mio. Euro-Marke überschritten. Ebenfalls erneut positiv zu werten ist, dass man in allen aktiv betriebenen Sparten zum Teil deutlich über dem Marktdurchschnitt zulegte. Insbesondere das Geschäft mit Restkreditversicherungen (Credit Life) wächst weiterhin dynamisch und liefert stetig steigende Beiträge zum Gruppenergebnis. Die im Vorjahr gestartete Zusammenarbeit mit der BMW Bank gestaltet sich ebenfalls sehr erfreulich und hat 2019 zu zusätzlicher Wachstumsdynamik geführt. Auch der Einstieg in den niederländischen Maklermarkt mit rhion.digital gestaltet sich bisher ausgesprochen positiv.  

Auch für das laufende Geschäftsjahr 2020 rechnet der Vorstand trotz der anhaltenden Corona-Pandemie mit einem weiteren Zuwachs bei den Beitragseinnahmen und einem Ergebnis in einer Bandbreite zwischen 15 und 17 Mio. Euro. Zum Stand per Ende September 2020 zeichnet sich ab, dass man sich dort derzeit eher am oberen Ende der Bandbreite bewegt. Positiv wirken sich hier in gewisser Weise die Einschränkungen wie Lockdowns und verstärktes Homeoffice insbesondere in der Schadenentwicklung in der Kfz-Versicherung aus.

Angesichts der guten Entwicklung auch im laufenden Geschäftsjahr dürfen sich die Anteilseigner über eine im Vorjahresvergleich stabile Dividendenzahlung von 1,30 Euro freuen. Diese besteht aus einer unveränderten Basisdividende von 1,20 Euro sowie einem Bonus von 0,10 Euro.  Positiv anzumerken ist in Bezug auf die Ausschüttungspolitik, dass die RheinLand Holding AG zu den wenigen Gesellschaften auf dem deutschen Kurszettel zählt, die ihre Dividende in den vergangenen 28 Jahren niemals kürzen mussten. Bei einem Aktienkurs von 36,00 Euro errechnet sich daraus eine noch immer attraktive Rendite von über 3,5 Prozent. Und die Zeichen stehen gut, dass die Aktionäre auch in den kommenden Jahren weiterhin mit attraktiven Dividenden rechnen können. Die RheinLand-Aktie bleibt damit unverändert ein gut verzinstes Investment für den konservativen und langfristig ausgerichteten Anleger.

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Hinweis: Der Verfasser ist Aktionär der beschriebenen Gesellschaft.



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