UmweltBank AG (ISIN DE0005570808)

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Am Freitag, dem 27. Juni 2008, fand im Aufseßsaal des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg die diesjährige ordentliche Hauptversammlung der Umweltbank AG (UB) statt. Das Unternehmen hat als einzige Bank Deutschlands die soziale und ökologische Ausrichtung in der Präambel seiner Satzung festgeschrieben. Den Kunden wird garantiert, dass geprüfte ethisch-ökologische Geldanlagen angeboten werden. In der Angebotspalette befinden sich dabei ökologische Genussscheine, Umweltaktien und -fonds, ökologisch orientierte Versicherungen und geschlossene Fonds wie Windkraft- und Solarbeteiligungen. Mit diesen Anlagen werden satzungsgemäß ausschließlich sinnvolle Umweltprojekte finanziert. Weiter bietet die UB Tagesgeldkonten und Sparbücher an.

Der derzeitige Aufsichtsratsvorsitzende Günther Hofmann - der Vorsitz im dreiköpfigen Gremium wechselt regelmäßig zum Ende der jeweiligen Hauptversammlung - eröffnete die Veranstaltung um 14:30 Uhr. Eingefunden hatten sich etwa 250 Aktionäre und Gäste, darunter auch ein Vertreter von GSC Research. Herr Hofmann fasste zusammen, dass die UB erneut ein erfolgreiches Jahr absolviert hat. Nach der Erläuterung der üblichen Formalitäten und der Ankündigung des ungefähren Zeitplans - der erste Teil der Versammlung mit Vorstandsbericht und allgemeiner Diskussion sei bis etwa 17 Uhr vorgesehen, ab 17:30 Uhr sollten die Abstimmungen stattfinden (Anm. des Verfassers: Tatsächlich ließ sich diese Planung mit einer Verzögerung von nur fünfzehn Minuten auch einhalten.) - übergab Herr Hofmann das Wort an den Unternehmensgründer und Vorstandsvorsitzenden Horst P. Popp.


Bericht des Vorstands

Einleitend beglückwünschte Herr Popp die Aktionäre, diese seien Teilhaber einer der besten Banken der Welt. Wie er weiter ausführte, hat sich die UB den Aufgaben verschrieben, den Umweltschutz zu fördern und Geld zu verdienen, beides stehe bei der UB gleichrangig und gut vereinbar im Fokus. Wie immer werde er die Geschäftszahlen des abgelaufenen Jahres präsentieren, sein Vorstandskollege Jürgen Koppmann im Anschluss die Umweltbilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung. Daran solle sich der Bericht des Umweltrats anschließen.

Gleich vorweg wollte Herr Popp aber herausstellen, dass sich drei Themen von den Vorjahren etwas abheben. So wird dieses Mal eine leichte Absenkung der Dividende von 0,69 Euro auf 0,50 Euro vorgeschlagen. Die damit verbundene Stärkung der Eigenkapitalbasis ist nach Aussage des Vorstandsvorsitzenden erforderlich zur Finanzierung des weiteren Wachstums. Die Absenkung bei der Ausschüttung erlaubt eine Erhöhung der Rücklagen um 1,4 Mio. Euro, wodurch die UB in die Lage versetzt wird, zusätzliche Kredite mit einem Volumen von etwa 30 Mio. Euro zu vergeben.

Des Weiteren wurde beschlossen, die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu wechseln und den Prüfungsauftrag nicht mehr an die Ernst & Young AG, sondern an die PricewaterhouseCoopers AG zu vergeben. Die PwC sei die größte Banken-Prüfungsgesellschaft, und man sei bei der UB aufgrund des Wachstums in Kategorien vorgestoßen, wo die Prüfung durch den Marktführer gerechtfertigt ist.

Außerdem wird laut Herrn Popp in diesem Jahr die Ausgabe von Genussrechtskapital im Gesamtnennbetrag von bis zu 30 Mio. Euro unter Ausschluss des Aktionärsbezugsrechts vorgeschlagen. Dies geschieht lediglich aus technischen Gründen, da sich die Ausgabe dann schneller und kostengünstiger gestalten lässt. Der Vorstandsvorsitzende versicherte jedoch, man werde es seitens der Bank bewerkstelligen, interessierte Aktionäre auf jeden Fall zu berücksichtigen, diese stünden weiterhin oben auf der Liste der Empfänger. Mit dieser Kapitalmaßnahme soll die Eigenkapitalbasis gestärkt werden.

Danach kam Herr Popp zu den Zahlen des Geschäftsjahres 2007, die sich in nahezu allen Bereichen positiv entwickelt haben. So stieg die Anzahl der Bankkunden um 14,3 Prozent auf 60.096, die Mitarbeiteranzahl um 0,7 Prozent auf 136, auf Vollzeitbasis berechnet aber um 14,5 Prozent auf 90,7. Dieser Trend hat sich nach Angabe des Vorstandsvorsitzenden fortgesetzt, derzeit steht man hier bei umgerechnet 100 Mitarbeitern.

Das Geschäftsvolumen stieg den weiteren Angaben zufolge um 23 Prozent auf 1,118 Milliarden Euro, die Bilanzsumme fiel aufgrund offener Kreditzusagen usw. mit 1,025 Milliarden Euro bei einer Zuwachsrate von 26,5 Prozent geringfügig geringer als das Geschäftsvolumen aus. Das haftende Eigenkapital liegt nach dem Beschluss durch die Hauptversammlung zum Dividendenvorschlag bei 68,1 Mio. Euro und damit 33,3 Prozent über dem Vorjahreswert. Die angelegten Kundengelder erhöhten sich um 21,7 Prozent auf 627,8 Mio. Euro, im Bereich der Vermögensberatung, in dem sogenannte grüne Aktien und sogenannte grüne Riester- oder Rürup-Verträge angeboten werden, musste hingegen ein Minus von 1,2 Prozent auf 59,9 Mio. Euro hingenommen werden.

Das Volumen zugesagter Kredite übertraf das Vorjahresniveau mit nunmehr 839,8 Mio. Euro um 22,4 Prozent, ausbezahlt waren zum Bilanzstichtag 758,2 Mio. Euro, was einem Plus von 25,6 Prozent entspricht. Im Bereich der Ökologie nannte Herr Popp ein Volumen geförderter Kreditprojekte von 8.899 Stück oder plus 32,9 Prozent, die durch diese Projekte erzielte CO2-Ersparnis bezifferte er mit 1,38 Mio. Tonnen oder plus 6,0 Prozent.

Der Vorstandsvorsitzende fasste zusammen, die Zahlen zeigten eine lineare Entwicklung, die UB verzeichne ein gesundes Wachstum. Größter Gläubiger ist nach seiner Angabe nach wie vor die KfW. Wie Herr Popp weiter ausführte, zeigt die Bilanz die Finanzstärke des Instituts. So verfügt die UmweltBank auf der Aktivseite über ein Guthaben bei den Zentralbanken von 15,58 (Vj.: 12,12) Mio. Euro. Die Forderungen an Kunden betragen 744,5 (583,87) Mio. Euro, Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere stehen mit 204,18 (164,2) Mio. Euro in den Aktiva. Grüne Aktien und nicht festverzinsliche Papiere markierten ein Volumen von 0,30 (0,26) Mio. Euro und ökologische Beteiligungen 9,05 (6,18) Mio. Euro.

Bei der Position Sachanlagen war im abgelaufenen Geschäftsjahr aufgrund des Bezugs weiterer Etagen im Gebäude Laufertorgraben ein massiver Anstieg von 0,36 auf 0,74 Mio. Euro zu verzeichnen. Neu ist nach Aussage von Herrn Popp, dass die UB eigene Aktien hält. Dieser Bestand im Wert von 33.995 Euro habe sich zufällig ergeben, weil in 2007 wie geplant die Abfindung der letzten sechzehn verbliebenen stillen Gesellschafter abgewickelt wurde. Diese Gesellschafter hatten das Recht, im Gegenzug mit Aktien bedient zu werden, und hier hat die UB entsprechende Vorratskäufe getätigt. Letztlich entschieden sich aber nur acht der Gesellschafter für Aktien, die Übrigen zogen es vor, bar ausbezahlt zu werden. Künftig steht der gesamte Jahresgewinn, wie der Vorstandsvorsitzende anfügte, damit nur noch den Aktionären zu.

Die verbliebene Position an eigenen Aktien soll demnächst abgegeben werden. Herr Popp betonte in diesem Zusammenhang, dass man bei der UB keine Kurspflege mit Aktienkäufen betreiben will. Das Institut verfüge auch über keine Analystenempfehlungen, und eine Empfehlung der eigenen Aktien sei rechtlich nicht zulässig.

Auf der Passivseite standen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von 312,97 (215,12) Mio. Euro und gegenüber Kunden von 627,79 (426,56) Mio. Euro zu Buche. Die Treuhandverbindlichkeiten sanken von 3,37 auf 2,70 Mio. Euro. Ein deutlicher Anstieg von 1,45 auf aktuell 5,70 Mio. Euro musste bei den Steuerrückstellungen verzeichnet werden. Herr Popp kommentierte dies damit, dass die UB eben gute Gewinne schreibt. Als neue Bilanzposition wurde ein Fonds für allgemeine Bankrisiken eingeführt, der mit 2,25 Mio. Euro dotiert wurde. Hier wurden Gelder gebucht, die insbesondere aus dem Verkauf der Anteile an der Schmack Biogas AG stammten. Dieser im Februar 2007 erzielte unerwartete Gewinn soll quasi als Risikopolster genutzt werden. Das Geld steht damit als haftendes Eigenkapital zur Verfügung.

Als Ausblick für 2008 gab Herr Popp bekannt, dass das erste Quartal erfolgreich verlaufen ist und dass die UB im Gesamtjahr den Trend weiteren Wachstums aus eigener Kraft mit Fokus auf ökologischem und ökonomischem Ertrag fortsetzen wird.

Im Anschluss ergänzte Vorstandskollege Koppmann den Bericht mit den wichtigsten Zahlen aus der Gewinn- und Verlustrechnung. Das Zinsergebnis stieg demnach um 2,2 Prozent auf 11,99 Mio. Euro an. Hier sagte der Vorstand voraus, dass sich der Zinsüberschuss in 2008 wieder stark ausweiten wird, die Margen seien nur vorübergehend aufgrund der Marktsituation zurückgegangen. Das Zins- und Finanzergebnis war mit 41,5 Prozent auf 19,31 Mio. Euro stark angestiegen, was Herr Koppmann überwiegend mit dem Verkaufsgewinn der Schmack Biogas-Aktien erklärte. Der Provisionsüberschuss fiel um 6,8 Prozent auf 5,36 Mio. Euro, was der Vorstand als Stagnation auf hohem Niveau bezeichnete. Die UB liege hier immer noch im Marktumfeld auf einer guten Position. Die Erträge stiegen damit insgesamt um 45,3 Prozent auf 23,44 Mio. Euro.

Dem standen um 26 Prozent auf 4,18 Mio. Euro stark gestiegene Aufwendungen für Personal gegenüber, zudem hat sich die Steuerlast im Vergleich zum Vorjahr um 109,2 Prozent auf 5,86 Mio. Euro mehr als doppelt. Der Jahresüberschuss lag damit bei 6,53 Mio. Euro, ein Plus von 52,7 Prozent. Nach der Einstellung von 2,28 Mio. Euro oder plus 400 Prozent in die Gewinnrücklagen und der Bildung der neugeschaffenen Position des Fonds für allgemeine Bankrisiken verblieb ein Bilanzgewinn von 4,25 Mio. Euro, der damit um 11,1 Prozent über dem Vorjahreswert lag. Nach Bildung einer zusätzlichen Rücklage von 1,48 Mio. Euro stehen damit gemäß Vorschlag der Verwaltung 2,77 Mio. Euro oder 0,50 Euro je Aktie für die Dividendenausschüttung bereit. Die Aufwands-/Ertragsrelation liegt, wie Herr Koppmann anfügte, bei 35 Prozent, was er für eine Bank als sehr guten Wert bezeichnete.

Danach ging der Vorstand auf die sogenannten Umweltkennzahlen ein, mit denen die Bank ihren Beitrag zu Fortschritten in der Ökologie bemisst. Hier konnte er belegen, dass trotz gestiegener Mitarbeiterstunden und Bilanzsumme in vielen besonders umweltbelastenden Bereichen eine Verbrauchsverringerung erzielt werden konnte. Bei Papier waren dies 2,4 Prozent, bei den Pkw-Kilometern 33,5 Prozent und bei den Flugkilometern 11,4 Prozent. Dennoch erhöhten sich auch aufgrund der gestiegenen Anzahl der gefahrenen Bahnkilometer die produzierten Emissionen um 11,4 Prozent auf 90,6 Tonnen, wobei ein Vergleich mit den Vorjahreszahlen wegen der erstmaligen Einbeziehung der indirekten Emissionen des Papierverbrauchs eigentlich diesbezüglich nicht aussagekräftig ist.

Mit den Beteiligungen an ökologischen Projekten wurde eine Windstromproduktion von 16.427.750 kWh oder plus 18,8 Prozent erreicht, die Solarstromproduktion blieb mit 10.162 kWh etwa konstant. Bei einer CO2-Bilanz, in der die CO2-Einsparung durch die finanzierten Kreditprojekte von 1.383.133 (1.305.094) Tonnen dem genannten Eigenverbrauch gegenübergestellt wurde, ergibt sich nach Aussage von Herrn Koppmann eine Summe von 1.383.042 (1.305.013) Tonnen. Diese Summe entspricht etwa dem jährlichen Stromverbrauch von 1,35 Millionen Menschen in Deutschland.

Die geförderten 8.899 Kreditprojekte waren in 2007 zu 44 (33) Prozent im Bereich der Sonnenergie angesiedelt, zu 28 (29) Prozent im Sektor ökologisches und soziales Bauen, zu 15 (19) Prozent im Bereich Wind- und Wasserkraft, zu 7 (8) Prozent in Projekten für Biomasse und Biogas und zu 6 Prozent im Bereich der ökologischen Landwirtschaft oder anderen Projekten. Die Solarprojekte verteidigten damit erneut deutlich ihren Spitzenplatz.

An den Bericht von Herrn Koppmann schloss sich der Bericht des sogenannten Umweltrats durch dessen Vorsitzende Silke Riedel an. Diese dreiköpfige Institution von Experten überwacht die Geschäfte der Bank aus ökologischer Sicht, ergänzt also den insbesondere die ökonomischen Aspekte überwachenden Aufsichtsrat. Hier wurde überprüft, dass die Kredite entsprechend der ökologischen Vorgaben satzungsgemäß vergeben wurden. Auch die Anlage der Liquiditätsreserven der Bank wurde im Rahmen eines Ratings durch unabhängige Agenturen dahingehend überprüft, dass keine Negativkriterien tangiert wurden. Hier erfolgt noch eine Umsetzung und Fortschreibung des Ratings im kommenden Jahr, derzeit liegen aufgrund der geringen Operationalisierung der Negativkriterien keine übereinstimmenden Ergebnisse vor.

Eine sogenannte Umweltpunkte-Checkliste, die eine zusätzliche Förderung besonders hochwertiger ökologischer Projekte ermöglichen soll, wird nach Angabe von Frau Riedel derzeit fortgeschrieben. Der UmweltBank Aktienindex (UBAI), in dem Aktien zusammengestellt sind, die den ökologischen Vorgaben der UB entsprechen, wird vom Vorstand zusammengestellt und enthält derzeit 41 Aktien. Der Umweltrat hat hier ein Einspruchsrecht. Gleiches gilt für Umweltfonds, die neu ins Angebotsportfolio aufgenommen wurden. Zur problematischen Thematik der Förderung von Projekten zur Erzeugung von Biotreibstoffen nahm der Umweltrat Stellung, wobei er durch den einmal jährlich tagenden Umweltbeirat beraten wurde, der strategische Beratungsfunktionen übernimmt. Wie Frau Riedel abschließend bemerkte, hält man Biotreibstoffe für eine wichtige Übergangstechnologie, der Anteil dieses Bereichs soll aber nicht über den derzeitigen Stand hinaus erhöht werden.


Allgemeine Aussprache

Als erster Redner meldete sich Günther Rasp zu Wort. Dieser lobte die guten Zahlen, man sei zwischenzeitlich nichts anderes mehr gewohnt, was ja ein großes Kompliment sei. Dennoch wollte er kritisch anmerken, dass die Vorstandsbezüge nicht individualisiert dargestellt werden. Weiter bat Herr Rasp um Angaben zum Aktienbesitz der Organmitglieder. Ferner interessierte den Aktionär, welche Kosten für die Hauptversammlung angefallen sind. Nachdem auf einen Notar verzichtet wurde, könnten diese doch eigentlich nicht sehr hoch sein. Mit Blick auf den Verkauf der Schmack Biogas-Aktien merkte er an, er habe dies damals nicht mitbekommen. Wenn dies veröffentlicht worden wäre, hätte er dies als Zeichen interpretiert, auch seine eigenen Bestände zu verkaufen.

Wie schon im Vorjahr bat Herr Popp um Verständnis, dass er Wert auf die Erhaltung der verbleibenden Privatsphäre legt. Insgesamt seien die Vorstandsbezüge deutlich zurückgegangen, was aber einzig daran liege, dass in 2006 noch anteilig das Gehalt des ausgeschiedenen Vorstands Engelhard zu bezahlen war. Letzterer wurde nicht ersetzt. Den Aktienbesitz der Organe fragte Herr Popp dann bei den Einzelpersonen jeweils ab. Er selbst besitzt demnach gemeinsam mit seiner Frau 15 Prozent, die über die Umweltreuhand GmbH verwaltet werden. Herr Koppmann meldete für sich einen Bestand von 9.950 Aktien, Frau Dr. Schöne 3.000. Wie Herr Popp ergänzte, sind die Mitarbeiter über ein Beteiligungsmodell zu etwa 2 Prozent am Aktienbestand beteiligt. Der Verkauf der Schmack Biogas-Aktien wurde, wie der Vorstandsvorsitzende weiter ausführte, auf der Homepage der Schmack Biogas AG im Internet veröffentlicht. Die Kosten der Hauptversammlung bezifferte er mit rund 20 TEUR, die Anzahl der gedruckten Geschäftsberichte reduzierte sich auf 1.600 Stück.

Herr Meier bat dann den Vorstandsvorsitzenden um seine Einschätzung, inwieweit die zu erwartenden Neukonditionen bei der Förderung erneuerbarer Energien Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung haben könnten. Herr Popp prognostizierte, dass die neuen Vorschriften, die erst noch den Bundesrat passieren müssen, eine Erhöhung der Einspeisevergütung für Windkraft und Biomasseenergie mit sich bringen werden. Die Vergütungen für Solar- und Photovoltaikenergie werden schneller als ursprünglich geplant zurückgehen. Massive Auswirkungen erwartet er nicht. Auch Biogas wird nach Einschätzung des Vorstandsvorsitzenden wieder an Fahrt gewinnen, entscheidend sei die Entwicklung des Weltmarktpreises für Bioprodukte. Windkraft sei in Deutschland kaum ausbaufähig, hier werde zunehmend in den südeuropäischen Länder investiert.

Wie Herr Popp weiter ausführte, liegt bei den Solarmodulherstellern die Ursache entstandener Probleme eher im hausgemachten Bereich, Konkurrenz aus China sei nicht per se von schlechterer Qualität. Hierfür bürge die Erfordernis der Zertifizierung. Deutsche Module sind in der Herstellung teurer, rechnen sich aber bei im Ausland gebauten Anlagen noch gut, da dort höhere Einspeisevergütungen gezahlt werden.

Dr. Franz Gottschalk kritisierte im Folgenden die geplante Dividendenkürzung, die er mit 27 Prozent als keineswegs geringfügig erachtete. Er bezweifelte, wofür das Unternehmen soviel Geld benötigt. Hinsichtlich des Verkaufs der Schmack Biogas-Aktien bemerkte er kritisch, man könne dies auch so interpretieren, dass die UB dieser Gesellschaft geholfen hat, gut in den Markt zu starten, dass dann aber die Verantwortlichen alleine gelassen wurden.

Wie Herr Popp in seiner Antwort betonte, hat die UB die Aktien der Schmack Biogas AG niemals zum Kauf empfohlen. Diese Gesellschaft verfüge jedoch über eine gute Technik. Nachdem die UB früh in das Unternehmen eingestiegen ist, stellte sie mit Herrn Popp etwa ein Jahr lang auch einen Aufsichtsrat. In dieser Funktion habe er den Verantwortlichen gute Ratschläge gegeben, die aber nicht befolgt wurden. Während man bei der UB immer starken Wert auf frühe Rentabilität legt, waren bei Schmack Biogas damals Verlustrunden zu verzeichnen. Am Börsengang habe sich die UmweltBank daher schon nicht mehr beteiligt und den Verkauf kurz nach dem IPO dann konsequent durchgeführt.

Die Dividendenkürzung begründete der Vorstandsvorsitzende mit dem Umstand, dass die UB zwar immer schon stark wachsen wollte, dass es in der Anfangszeit des Unternehmens aber wichtig war, die Profitabilität auch nach außen durch Dividendenausschüttungen deutlich zu machen. Hierbei behalf man sich mit der Ausgabe von Genussrechten, um die Eigenkapitalausstattung zu stärken. Mittlerweile sieht das Management aufgrund der am Markt gewonnenen Stellung in einer Dividendenkürzung keine Risiken mehr für den Aktienkurs. Das Eigenkapital wird gebraucht, um ein Wachstum des Kreditvolumens zu ermöglichen.

Wolfgang Frey regte dann an, man solle bei der UB das vorhandene Expertenwissen dazu nützen, noch mehr Beteiligungsangebote für Kunden aufzulegen. Hierauf entgegnete Herr Popp, die UB werde schon im Herbst dieses Jahres ein Modell mit einem deutsch-französischen Windradprojekt auflegen, außerdem plane man die Auflegung von Beteiligungsmodellen im Solarbereich in Spanien. Insgesamt ist ein Beteiligungsmodell nach Aussage von Herrn Popp aber sehr komplex, man benötigt lange Vorlaufzeiten, und die UB verfügt nur über eine kleine Mannschaft in diesem Sektor. Weiterhin sollen nur Projekte verkauft werden, von deren Rentabilität man bei der Bank auch überzeugt ist.

Im weiteren Verlauf bezog sich Sabine Klose auf die vierteljährlich erscheinende Postille „Bank und Umwelt“, in der unter anderem die aktuellen Beteiligungsmodelle vorgestellt werden. und sie bat darum, darin auch auf die UB-Aktie einzugehen. Weiter stellte sie die Frage, warum sich die UB nicht dem Einlagensicherungsfonds der Banken anschließt. Ihrer Meinung nach würden dann größere Beträge bei der UB angelegt.

Hinsichtlich der Broschüre wies Herr Popp auf die Platzprobleme hin, es handle sich um ein bewusst klein gehaltenes Heftchen, er nahm dies aber als Anregung auf. Zum Thema Einlagensicherungsfonds erwiderte er, die UB habe beim Start keine Verbandsmitgliedschaft und auch keinen Großaktionär gehabt. 1998 mit der Gründung des gesetzlichen Einlagensicherungsfonds sei die UmweltBank diesem beigetreten, und damit fühle man sich wohl. Jeder Aktionär der UB trage trotz des geringen Kreditausfallrisikos ein höheres Risiko als die Anleger. Existenzwichtig sei die Bonität der Bank, und letzte Zweifel könne man verlieren, wenn man bedenke, dass die KfW der UB immerhin 300 Mio. Euro anvertraut.

Weitere Fragesteller regten an, im Internet die Beteiligung an Projekten und insbesondere die Beteiligung an fassbaren Projekten zu ermöglichen - z.B. einem eigenen Waldbesitz der UB - und hinterfragten den Verwaltungskostenanstieg um 3,7 Prozent sowie die Zulässigkeit der neuen Bilanzposition des Fonds für allgemeine Bankrisiken. Hierauf entgegnete der Vorstand, man habe sich bei der UB bewusst gegen einen Ausbau der Internet-Variante entschieden. Für Privatkunden soll weiterhin der zwischenmenschlichen Kommunikation der Vorzug gegeben werden, bei Firmenkunden sei das Vorgeschlagene bereits realisiert. Es sollen jedoch Begleitinformationen verstärkt im Internet präsentiert werden, um den Kunden im Vorfeld eine entsprechende Vorbereitung zu ermöglichen.

Den weiteren Angaben zufolge befindet sich das Management nicht direkt auf der Suche nach neuen Projekten, wird aber bei passenden Beteiligungen zugreifen. Derzeit bestehen Beteiligungsangebote an Wind- und Solarkraftwerken sowie an einem Blockheizkraftwerk. Fassbare Projekte wären am ehesten im Bereich Waldbesitz vorstellbar, hier sei Deutschland aber ohnehin international Vorreiter. Insofern setze man bei der UB auf weniger greifbare, auch im Ausland angesiedelte Projekte und versuche, diese durch die Publikation in „Bank und Umwelt“ anschaulich zu machen.

Die Verwaltungskosten setzten sich insbesondere aus Miet-, Werbungs- und Portoaufwendungen zusammen, und deren Anstieg lag in der Geschäftsausweitung bzw. der Inflation begründet. Bei dem Fonds handelt es sich nicht um einen aufgelegten Fonds im Sinne des Allgemeinverständnisses, vielmehr wurde eine Buchungsposition geschaffen, um haftendes Eigenkapital darzustellen. Dies entspreche einer Rücklage und sei bilanziell unproblematisch.


Abstimmungen

Vor Beginn der Abstimmungen stellte der Aufsichtratsvorsitzende die Präsenz auf der Hauptversammlung fest. Vom Grundkapital in Höhe von 14.399.424 Euro, eingeteilt in 5.538.240 Aktien, waren demnach 1.103.387 Aktien entsprechend 19,92 Prozent vertreten. Die Tagesordnungspunkte wurden weitgehend ohne Gegenstimmen und Enthaltungen beschlossen, lediglich bei TOP 5, TOP 6 und TOP 7 waren 1.000, 120 bzw. 2.140 Gegenstimmen zu verzeichnen.

Im Einzelnen beschlossen wurden die Verwendung des Bilanzgewinns zur Ausschüttung einer Dividende von 0,50 Euro je Aktie (TOP 2), die Entlastung von Vorstand (TOP 3) und Aufsichtsrats (TOP 4), die Wahl der PricewaterhouseCoopers AG zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2008 (TOP 5), die Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien (TOP 6) und zur Emission von Genussrechten mit der Möglichkeit zum Bezugsrechtsausschluss (TOP 7).

Die Versammlung endete um 18:15 Uhr.


Fazit

Die Verbindung einer guten Kapitalrendite mit der Förderung ökologischer Ziele - bei der UmweltBank AG (UB) gelingt diese Kombination par excellence. Erneut blickt man bei der UB auf ein hochprofitables Geschäftsjahr zurück. Bei den vorgelegten Zahlen wurde der Jahresüberschuss bescheiden mit 6,53 Mio. Euro angegeben, was allein schon einem respektablen Zuwachs gegenüber dem Vorjahreswert von 4,28 Mio. Euro entspricht. Hinzu kommt noch die neu geschaffene Bilanzposition des Fonds für allgemeine Bankrisiken von 2,25 Mio. Euro, die ebenfalls aus entstandenen Gewinnen gespeist wurde.

Vor diesem Hintergrund ist die notorisch eher hoch bewertete Aktie der UmweltBank weit günstiger zu haben als in der Vergangenheit. Wie der Vorstandsvorsitzende hervorhob, ist das Institut aufgrund seiner Geschäftspolitik auch künftig keinerlei Gefahren aus der Subprime-Krise ausgesetzt. Das Kreditausfallrisiko ist bei der UB aufgrund des Umstands, dass ausschließlich geprüfte Projekte gefördert werden, vergleichsweise sehr gering. Der Verlauf des Aktienkurses erwies sich als sehr volatil, und dieser schwankte im letzten Jahr immer wieder zwischen etwa 15 und 19 Euro. Für die jüngste Abwärtsbewegung können die stetig besseren Zahlen eigentlich kaum verantwortlich sein, eventuell spielten hier die Dividendenkürzung und der allgemein negative Börsentrend für Banken doch eine entscheidende Rolle.

Für das Unternehmen sieht die Zukunft weiterhin rosig aus, und dies sollte sich auch in der Bewertung über kurz oder lang wieder widerspiegeln. Die Geschäftspolitik folgt einem wichtigen Trend der Zeit. Hier liegen sowohl Chance als auch Risiko für die künftige Geschäftsentwicklung. Änderungen der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wie staatliche Förderungsmaßnahmen und die Entwicklung der Energiepreise beeinflussen massiv die Wachstumsmöglichkeiten der UmweltBank.


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Ansprechpartner Investor Relations

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