UmweltBank AG (ISIN DE0005570808)

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Die UmweltBank AG hatte für den 30. Juni 2016 zur Hauptversammlung in die Meistersingerhalle nach Nürnberg eingeladen. Mit etwa 220 Aktionären und Gästen hatten sich dort die Teilnehmer eingefunden, um sich über das streng ökologisch ausgerichtete Kreditinstitut zu informieren. Für GSC Research war Matthias Wahler vor Ort.

Der amtierende Aufsichtsratsvorsitzende Günther Hofmann eröffnete die Versammlung um 14:15 Uhr und stellte zunächst die Mitglieder der Verwaltung vor. Im Geschäftsjahr 2015 hat es hier einige personelle Veränderungen gegeben.

Der Gründer und bisherige Vorstandsvorsitzende Horst P. Popp sowie das langjährige Vorstandsmitglied Jürgen Koppmann sind im April 2015 bzw. im Dezember 2014 aus dem Unternehmen ausgeschieden. Das neue Führungsduo sind seither Goran Bašić als Vorstandssprecher und sein Kollege Stefan Weber.

Nach Abhandlung der Formalien informierte Herr Hofmann, dass die UmweltBank beginnend mit dem Berichtsjahr freiwillig den Corporate-Governance-Kodex befolgt. Betreffend den Aufsichtsratsbericht verwies er auf die Ausführungen im Geschäftsbericht. Im Anschluss übergab er das Wort an den Vorstand.


Bericht des Vorstands

Vorstandsmitglied Goran Bašić freute sich berichten zu können, dass 2015 für die UmweltBank und damit auch für die Umwelt erneut ein erfolgreiches Jahr war. Trotz der anhaltenden Niedrigzinsphase und steigender regulatorischer Anforderungen konnten bei allen wesentlichen Zahlen neue Bestwerte erreicht werden.

Zuvorderst nannte Herr Bašić das Geschäftsvolumen, das im Jahresverlauf bereits ein Volumen von 3 Mrd. Euro überschritten hatte. Zum Bilanzstichtag lag es mit 2,99 (Vorjahr: 2,86) Mrd. Euro knapp darunter. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg von 4,5 Prozent. Die Bilanzsumme wuchs um 6,3 Prozent auf 2,76 (2,60) Mrd. Euro und damit stärker als erwartet.

Unerwartet stark entwickelte sich auch das Kreditgeschäft, das mit einem Plus von 13,8 Prozent auf 2,32 (2,04) Mrd. Euro einen neuen Höchstwert erreichte. Dazu beigetragen haben Herrn Bašić zufolge Nachholeffekte nach der Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Im Vorfeld waren viele Projekte erst einmal zurückgestellt worden.

Wichtig war Herrn Bašić überdies die Information, dass sich der Umweltgarantiedeckungsgrad, also das Verhältnis von Umweltkrediten zu den Kundeneinlagen, auf 119,6 (112,7) Prozent weiter verbesserte. Für 1 Euro Kundeneinlage fördert die UmweltBank also Umweltprojekte für 1,20 Euro. Die Garantie, dass mit dem Geld der Anleger ausschließlich Umweltprojekte finanziert werden, wurde mehr als erfüllt.

An dieser Stelle übernahm Vorstandsmitglied Stefan Weber und untermauerte die Erfolge mit konkreten Zahlen. Er begann mit der Aktivseite der Bilanz, auf der sich eine Barreserve von 33,2 (36,9) Mio. Euro findet. Dies betrifft ausschließlich das bei der Deutschen Bundesbank hinterlegte Guthaben, für das mittlerweile ein Negativzins von 0,4 Prozent entrichtet werden muss. Im vergangenen Jahr hat die UmweltBank rund 13 TEUR überwiesen.

Die Forderungen an Kreditinstitute sind auf 322 (266) Mio. Euro gestiegen. Tages- und Termingeld wurde zwar abgebaut. Es gab laut Herrn Weber aber eine deutliche Zunahme der langfristigen Ausleihungen. Allein für die Finanzierung von Windkraftanlagen wurden im vergangenen Jahr in Summe 135 Mio. Euro ausgezahlt. Außerdem zählt diese Position zu den Umweltkrediten.

Die Forderungen an Kunden wurden auf 2,10 (1,88) Mrd. Euro deutlich ausgeweitet. Die Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren reduzierten sich hingegen durch das Auslaufen von Positionen deutlich auf 288 (373) Mio. Euro. Neuanlagen bei einem Zins nahe Null machen keinen Sinn. Man versuche, die Gelder langfristig unterzubringen.

Die Position Beteiligungen umfasst nach Aussage des Vorstands Unternehmensbeteiligungen vor allem an Kommanditgesellschaften in einer Größenordnung zwischen 10 und 50 Prozent. Der Anstieg auf 7,3 (5,2) Mio. Euro ergab sich durch die Investition in zwei neue Windkraftbeteiligungen.

In den Anteilen an verbundenen Unternehmen von 6,8 (6,2) Mio. Euro finden sich Beteiligungen von mehr als 50 Prozent. Neu enthalten ist hier mit der Gisela 36 Wohnungsbau GmbH & Co. KG eine Mietwohnimmobilie in Berlin. Der Vorstand sieht mit diesem Investment die Chance, ökologische mit sozialen Aspekten zu verbinden und einen höheren Ertrag als bei einer reinen Finanzierung zu erzielen.

Das Kreditneugeschäft lag laut Herrn Weber mit rund 500 Mio. Euro deutlich über den Erwartungen. Nach Abzug der Tilgungen verbleibt für die Bilanz ein Betrag von 280 Mio. Euro. Nominal sind alle Bereiche, also Solarkredite, ökologische und soziale Baufinanzierungen sowie Wind- und Wasserkraftprojekte, gewachsen.

Als Kreditbeispiel nannte Herr Weber die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in Nürnberg-Mögeldorf. Es wird dort eine ökologische Wohnanlage mit 62 Wohnungen inklusive Kindergarten, Café und vier Gewerbeeinheiten neu errichtet. Von dem Investitionsvolumen von 13 Mio. Euro hat die UmweltBank 7,7 Mio. Euro finanziert.

Ein zweites interessantes Projekt ist ein Bürgerwindpark in Lonnerstadt in Mittelfranken mit fünf Windkraftanlagen mit einer Leistung von jeweils 2,4 Megawatt, die jährlich 25 Millionen Kilowattstunden liefern. Von den Gesamtkosten von 20,8 Mio. Euro hat die UmweltBank 15,5 Mio. Euro finanziert.

Herr Weber leitete dann über zur Passivseite der Bilanz. Die Verbindlichkeiten gegen Kreditinstitute, also die Mittel, die von Förderbanken aufgenommen und weitergeleitet wurden, notieren mit 571 (572) Mio. Euro fast unverändert. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden legten hingegen infolge der hohen Nachfrage nach Sparprodukten auf 1,94 (1,81) Mrd. Euro zu.  

Eine große Position ist laut Herrn Weber mittlerweile auch der Fonds für allgemeine Bankrisiken, der auf 77 (58,5) Mio. Euro angewachsen ist. Diese Position zählt zu den Eigenmitteln. Das bilanzielle Eigenkapital erhöhte sich auf 90 (81,6) Mio. Euro. Die Kernkapitalquote liegt mit 8,7 (8,2) Prozent deutlich über der aufsichtsrechtlichen Mindestanforderung von 6 Prozent.

Herr Weber kam dann zur Ertragsrechnung. Gerne teilte er mit, dass das Zinsergebnis dank eines geringeren Zinsaufwands trotz der anhaltenden Niedrigzinsphase auf 52,8 (49,2) Mio. Euro gesteigert werden konnte. Das Finanzergebnis hat sich dank der guten Erträge aus den Beteiligungen sogar auf 4 (2) Mio. Euro verdoppelt. Der Provisionsüberschuss entwickelte sich hingegen mangels Emissionsgeschäft auf 4,6 (5,7) Mio. Euro rückläufig.

Der Verwaltungsaufwand erhöhte sich auf 12,9 (11,8) Mio. Euro. Ausschlaggebend war Herrn Weber zufolge vor allem der steigende Regulierungsaufwand. Die enthaltenen Personalkosten haben auf 6,5 (6,1) Mio. Euro zugelegt. Abschreibungen spielen bei der UmweltBank weiterhin keine Rolle.

Das Ergebnis vor Steuern stieg deutlich auf 48,2 (44,1) Mio. Euro. Außerdem hat sich die Steuerlast nach der Nachzahlung im Vorjahr wieder normalisiert. Nach der Zuführung von 18,5 (13) Mio. Euro in den Fonds für allgemeine Bankrisiken erreichte der Jahresüberschuss mit einem Plus von 7,2 Prozent auf 15,6 (14,5) Mio. Euro einen neuen Rekordwert.

Das Ergebnis je Aktie sprang sogar um 23,7 Prozent auf 6,15 (4,97) Euro nach oben. Herr Weber stellte jedoch sogleich klar, dass ein solcher Zuwachs nicht jedes Jahr erwartet werden kann.  

Vorstand und Aufsichtsrat schlugen vor, die Dividende auf 1,40 (1,30) Euro zu erhöhen. Herr Weber bat um Verständnis, dass die Ausschüttung weiterhin moderat angehoben wird. Es ist wichtig für den künftigen Geschäftserfolg, ausreichend Geld im Unternehmen zu belassen.

In diesem Zusammenhang erwähnte er auch die ökologische Dividende. Seit der Gründung hat die UmweltBank mehr als 21.500 Umweltprojekte gefördert und zu einer CO2-Ersparnis von über 3 Millionen Tonnen beigetragen. Pro Aktie bedeutet dies eine ökologische Dividende in Form von 554 (491) Kilogramm eingespartem CO2.

2016 wird das Ergebnis nach Einschätzung des Vorstands leicht unter dem Rekordniveau von 2015 liegen. Zwar ist bei Geschäftsvolumen und Bilanzsumme weiteres Wachstum zu erwarten. Das Zins- und Provisionsergebnis dürfte sich aber rückläufig entwickeln und die Personalkosten werden steigen.

Eine zusätzliche Belastung ist daneben durch die Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW) zu erwarten. Der zu entrichtende Beitrag könnte sich durch neue Berechnungsregeln auf rund 1 Mio. Euro vervierfachen. „Auch mit einem etwas geringeren Ergebnis steht die UmweltBank aber vor allem im Branchenvergleich noch fantastisch da“, betonte Herr Weber.

Weiter informierte der Vorstand, dass die UmweltBank zur Stärkung des Eigenkapitals so genannte CoCo-Bonds emittiert hat. Es handelt sich um eine bedingte Pflichtwandelanleihe mit einer unbefristeten Laufzeit und einem Festzins von 2,85 Prozent bis 2021. Die Zahlung ist gewinnabhängig. 

Bisher wurde ein Volumen von 15 Mio. Euro platziert, davon mehr als 9 Mio. Euro über das Bezugsrecht der Aktionäre. Der Bond kann über die UmweltBank gehandelt werden. Durch diese Emission kann die Bank die steigenden Eigenkapitalanforderungen erfüllen und das Wachstum vorantreiben.

 

Anschließend übernahm noch einmal Herr Bašić mit einem Blick auf die Aktie, die sich kontinuierlich nach oben entwickelt. Den Rückschlag im Januar 2016 erklärte er damit, dass einige Aktionäre nach dem Versand der Depotauszüge durch die UmweltBank Gewinne realisieren wollten und gleichzeitig am Tag des Ex-Bezugsrechtshandels wegen des CoCo-Bonds das Orderbuch leer war. Auf Sicht von zwölf Monaten ergibt sich dennoch ein Kursplus von 30 Prozent.

Abschließend berichtete Herr Bašić von dem vom Aufsichtsratsvorsitzenden eingangs erwähnten freiwilligen Beitritt zum Corporate Governance Kodex und erläuterte auf dessen Wunsch hin das Vergütungssystem des Vorstands.

Allgemeine Aussprache

Vor dem Eintritt in die Debatte bat der Aufsichtsratsvorsitzende den Vorsitzenden des Umweltrats Klaus Kiefer um seinen Bericht. Der Umweltrat wurde bei der Gesellschaft eingerichtet, um den Vorstand in ökologischen Fragen zu beraten. Herr Kiefer konnte nur unterstreichen, dass das Geld bei der UmweltBank auch aus ökologischer Sicht gut angelegt ist.

Prof. Dr. Klose von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) gratulierte ebenso wie die nachfolgenden Redner zu dem hervorragenden Ergebnis. Gerade in einer Branche, in der von anderen Unternehmen nur Klagen zu hören sind, eilt die UmweltBank von Rekord zu Rekord, die Aktie legt kontinuierlich zu und die Dividende wird nun schon zum siebten Mal in Folge angehoben.

Positiv wertete der Aktionärsschützer zudem, dass sich die Gesellschaft nun freiwillig dem Corporate-Governance-Kodex unterwirft. Lobend erwähnte er ebenso wie nachfolgende Redner überdies die Vorstandsvergütung, die mit insgesamt 280 TEUR völlig in Ordnung geht. Auch der Aufsichtsrat ist mit insgesamt 56 TEUR nicht überbezahlt.

Mehrfach kam die Frage auf, wieso zusätzlich 168 TEUR an ehemalige Vorstandsmitglieder bezahlt wurden. Dies betraf laut Herrn Bašić Bezüge des Gründers Horst P. Popp sowie von Herrn Koppmann.

In diesem Zusammenhang teilte er mit, dass Herr Popp mittlerweile sozialversicherungspflichtig als Mitarbeiter angestellt ist. Keiner kennt die Bank besser als der Firmengründer und er konnte auch schon einen erkrankten Mitarbeiter ersetzen. Eine Beratertätigkeit wurde nicht vereinbart.

Bei der Dividende sah der Aktionärsschützer noch Luft nach oben. Bei einem Ergebnis von 6,15 Euro beträgt die Ausschüttungsquote nur 23 Prozent. Die Auszahlung von 1,40 Euro hielt er mit Blick auf das starke Wachstum, das auch durch Eigenkapital unterlegt werden muss, dennoch für vertretbar. Wichtig wäre ihm aber, dass die Kontinuität beibehalten wird.

Zur Höhe der künftigen Ausschüttung wagte Herr Bašić noch keine Aussage. Natürlich sollen die Aktionäre weiterhin an der erfolgreichen Geschäftsentwicklung partizipieren. Man müsse aber auch die Eigenkapitalerfordernisse und die zunehmenden regulatorischen Anforderungen im Auge behalten.

Wie Herr Weber ergänzte, werden die Eigenkapitalanforderungen wohl weiter steigen. Und derzeit ist die Kapitalausstattung gerade so ausreichend, weiteres Wachstum muss also entsprechend unterlegt werden. Ihm scheint deshalb eine gewisse Zurückhaltung bei der Dividende angebracht. Auch die Kosten der Regulierung werden eher noch zunehmen.

Interessant fand der DSW-Sprecher die Frage, inwieweit neue Marktteilnehmer in den Wettbewerb mit einsteigen wollen. Die UmweltBank verfügt schließlich über ein funktionierendes Geschäftsmodell im Bankenbereich, nach dem andere Marktteilnehmer händedringend suchen.

Partiell gibt es nach Aussage von Herrn Weber durchaus schon starken Wettbewerb. Er nannte an dieser Stelle die niederländische Triodos Bank und die Ethikbank, die aber beide deutlich kleiner sind. Außerdem gibt es die GLS Bank, die aber mehr im sozialen Bereich aktiv ist.

Unschön fand der Aktionärsschützer, dass die UmweltBank für die 33 Mio. Euro, die bei der Deutschen Bundesbank hinterlegt sind, quasi eine Verwahrungsgebühr in Form von Negativzinsen zahlen muss.

Auf seine Nachfrage informierte Herr Weber, dass als Mindestreserve aktuell 1 Prozent der Kundeneinlagen hinterlegt werden müssen. Dies wären bei der UmweltBank rund 18 Mio. Euro. Dass es noch mehr ist, liegt daran, dass früher 2 Prozent hinterlegt werden mussten. Außerdem reicht 1 Prozent nicht aus, um das Geschäftsvolumen zu stemmen.

Im Übrigen macht es, wie der Vorstand ergänzte, auch keinen Unterschied, wo die kurzfristige Liquidität geparkt wird. 2015 haben einige Geschäftsbanken noch einen Zins von Null angeboten. Mittlerweile ist er überall negativ. Im laufenden Jahr wird die „Verwahrungsgebühr“ deutlich steigen.

Der Einschätzung von Prof. Dr. Klose, dass die Kapitalrendite mit 1,24 Prozent sehr gering ist, widersprach Herr Weber. Diese Kennzahl, die sich aus der Relation von Jahresüberschuss und Bilanzsumme errechnet, ist sogar recht hoch. Die Wettbewerber liegen in der Regel deutlich unter 1 Prozent.

Betreffend die CoCo-Bonds bestätigte Herr Weber die Vermutung des DSW-Sprechers, dass es ein Auslöseereignis gibt. Sänke die harte Kernkapitalquote auf weniger als 5,125 Prozent, würde die Anleihe zu dem dann geltenden Kurs automatisch in Aktien gewandelt werden.

Sehr interessant fand der DSW-Vertreter das Projekt mit der Schaffung von Wohnraum in Berlin. Er regte an, verstärkt in diesem offenbar lukrativen Geschäft tätig zu werden.

In seiner Antwort bestätigte Herr Weber, dass dieses Geschäft für die UmweltBank interessant ist. Allerdings wird neuer Wohnraum in Städten in aller Regel zu teuer realisiert. Die UmweltBank verfolgt hingegen einen anderen Ansatz. Im Mittelpunkt steht nicht die Gewinnmaximierung. Vielmehr soll bezahlbarer Wohnraum für junge Familien und Alleinerziehende geschaffen werden.

Zum Glück gibt es einige Projektierer mit sozialem Gewissen, die dies möglich machen. Nach Überzeugung von Herrn Weber ist dies eine Win-Win-Situation. Die UmweltBank will nun ähnliche Projekte in anderen Städten anstoßen. Zur Finanzierung größerer Volumina soll eventuell auch einmal eine Anleihe emittiert werden.

Ferner war dem DSW-Sprecher aufgefallen, dass das genehmigte Kapital erst im kommenden Jahr verlängert werden müsste. Er äußerte die Vermutung, dass es einen Grund gibt, unter TOP 6 die Verlängerung vorzuziehen, was Herr Bašić bestätigte.

Wie er darlegte, gibt es eine Verbindung zu TOP 7, unter dem die Möglichkeit für Sachausschüttungen eröffnet werden soll. Es ist konkret geplant, den Aktionären im kommenden Jahr die Wahl zu lassen, ob sie die Dividende in bar oder in Form von Aktien haben wollen. Mit Blick auf die steigenden Kapitalanforderungen erscheint dies dem Vorstand sinnvoll.

Ferner bat Prof. Dr. Klose um einen mittelfristigen Ausblick. Das Marktumfeld dürfte sich schließlich noch länger schwierig gestalten. Die Zinsen rutschen immer weiter ab.

Nach Aussage von Herrn Weber wird das Zinsergebnis auf jeden Fall zurückgehen. Man tue aber das Bestmögliche, um die Verhältnisse zu optimieren. Die UmweltBank kann auch in schwierigen Zeiten lange überstehen und ordentliche Gewinne ausweisen. Gegebenenfalls müssen eben etwas kleinere Brötchen gebacken werden.

Aktionär Prof. Dr. Martin Hundhausen, der über viele Jahre sehr kritisch aufgetreten war, lobte den Stil des neuen Vorstandsteams. Für das Image der UmweltBank ist deren Auftreten sicherlich von Vorteil. Er hatte jedoch vernommen, dass die Kundenzahl sich rückläufig entwickelt. Im Geschäftsbericht hatte er dazu aber nichts gefunden.

Das satzungsgemäße Ziel der UmweltBank ist laut Herrn Bašić die Förderung der Umwelt. Dies ist nicht gleichzusetzen mit der Gewinnung möglichst vieler neuer Kunden.   Heute sind viele Projekte größer und komplexer, während das Massengeschäft mit der Solarfinanzierung, bei dem die UmweltBank Vorreiter war, sich rückläufig entwickelt. Die Kundenzahl stagniert in etwa. Die Ergebnisse geben aber Recht, dass man den richtigen Weg verfolge.

Weiter bestätigte Herr Bašić auf Nachfrage des Aktionärs, dass der Vorstand einen Anwalt beauftragt hat, um die Klagen von Kunden betreffend die Rückerstattung von Bearbeitungsentgelten zu prüfen. Die Klagen waren nicht in allen Fällen gerechtfertigt und der Vorstand ist verpflichtet, das Beste für das Unternehmen und die Aktionäre herauszuholen. Bei vielen Kleinbeträgen konnten einvernehmliche Lösungen gefunden werden.

Aktionär Rass hatte von notleidendenden Krediten im Volumen von 15 Mio. Euro gelesen. Dies erschien ihm relativ viel zu sein. Wie Herr Weber klarstellte, ist dies tatsächlich erstaunlich wenig, zumal etwa die Hälfte des Betrags auf die Insolvenz von nur einer Gruppe entfällt, bei der die Forderung voraussichtlich komplett befriedigt werden kann. Notleidend heißt ja nicht, dass die Zahlung komplett ausfällt.


Abstimmungen

Der Vorsitzende verkündete die Präsenz mit 1.727.734 Aktien. Bezogen auf das gesamte Grundkapital von 14.399.424 Euro, eingeteilt in 5.538.240 Aktien, entsprach dies einer Quote von 31,20 Prozent. Alle Beschlüsse wurden mit Mehrheiten über 97 Prozent gefasst.

Im Einzelnen waren dies die Dividende von 1,40 Euro (TOP 2), die Entlastung von Vorstand (TOP 3) und Aufsichtsrat (TOP 4), die Wahl der Baker Tilly Roelfs AG zum Abschlussprüfer (TOP 5), die Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals (TOP 6) und die Änderung der Satzung betreffend die Zulassung von Sachausschüttungen (TOP 7).

Nach knapp fünf Stunden schloss Herr Hofmann die Versammlung.


Fazit

Dem schwierigen Marktumfeld zum Trotz hat die UmweltBank AG auch das Geschäftsjahr 2015 mit neuen Rekordwerten abgeschlossen. Die strenge Ausrichtung auf die Finanzierung von ökologischen und sozialen Projekten, die sogar in der Satzung verankert ist, scheint sich auszuzahlen. Von den großen Problemen, mit denen viele andere Kreditinstitute zu kämpfen haben, ist bei den Nürnbergern nichts zu erkennen.

Erneut konnte die UmweltBank alle Kennzahlen verbessern und die bilanzielle Aufstellung ist grundsolide. Mit einer maßvollen Dividende – bei einem Ergebnis je Aktie von 6,15 Euro und einer Dividende von 1,40 Euro beträgt die Ausschüttungsquote nur 23 Prozent – soll das Eigenkapital weiter gestärkt werden, was die Voraussetzung ist, um weiter zu wachsen. Dieses Ziel verfolgt auch die jüngste Emission eines CoCo-Bonds.

Die Aktie entwickelt sich in Anbetracht des anhaltenden Geschäftserfolgs weiterhin positiv. In den letzten zwölf Monaten hat der Kurs nochmals um 30 Prozent zugelegt. Die Marktkapitalisierung beträgt inzwischen 450 Mio. Euro. Teuer ist die Aktie mit einem KGV von 13 dennoch nicht. Im laufenden Jahr dürfte der Gewinn zwar von dem hohen Niveau aus leicht zurückgehen. Mittel und langfristig sollte das Ergebnis mit dem wachsenden Geschäftsvolumen aber weiter zulegen.


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