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Am Freitag, dem 24. August 2001, fand in der Schlossgaststätte "Henne" in Heidenheim an der Brenz die mit Spannung erwartete erste ordentliche Hauptversammlung der von Familienstreitigkeiten geprägten MMC Embedded Internet Technology AG über das Rumpfgeschäftsjahr 2000 statt. Für GSC Research berichtet Raimo Werning.

Aufgrund der mit 23 Punkten sowie zahlreichen Gegenanträgen und zwei weiteren Beschlussvorschlägen sehr umfangreichen Tagesordnung wurde die Hauptversammlung vorsichtshalber für eine Fortsetzung am nächsten Samstagmorgen einberufen. Dass dies eine kuriose Veranstaltung werden sollte, bemerkten die Aktionäre und Gäste bereits am Eingang zum Versammlungsraum, wo der Geschäftsbericht von Vorstand Wolfgang Wilhelm Reich und auch noch ein vom ehemaligem Vorstand Michael Benz erstellter Lagebericht auslagen, auf dessen Inhalt zur Wahrung der Objektivität am Ende des Vorstandsberichts eingegangen wird.


Anwesende Organe

Am Tisch der Verwaltung saßen lediglich der 22-jährige Vorstand Wolfgang Wilhelm Reich, sein Vater Wolfgang Erhard Reich, der seit dem 21. Juni 2001 gerichtlich zum Aufsichtsrat bestellt worden ist, sowie der Notar Beuerle mit einem Mitarbeiter. Um diese Personen verteilt standen vier kräftige Männer eines Sicherheitsdienstes. In der zweiten Reihe hinter der Verwaltung saßen noch zwei Damen, die die Fragen der Aktionäre notierten.

Der ehemalige Vorstand Michael Benz war ebenfalls anwesend und saß inmitten seiner Söhne und neben der Aufsichtsrätin Olga Stern, welche im Geschäftsbericht als seine Vertraute bezeichnet wird, in den Reihen der Aktionäre. Der zum 30. Mai 2001 ausgeschiedene Aufsichtsrat Wilhelm Benz und die noch amtierende und neu zu wählende Aufsichtsrätin Dorothea Reich, die Frau des Aufsichtsrats Reich und Mutter des Vorstands, waren beide nicht anwesend.

Auf Nachfrage der Aktionäre, warum die beiden nicht anwesend seien, antwortete Herr Reich sen., Herr Wilhelm Benz sei als Mühlenbesitzer gerade mit der Verarbeitung der Ernte beschäftigt. Zum Fehlen von Frau Reich erklärte der Vorstand Reich jun., seine Mutter setze sich nicht mehr mit ihrem Bruder, "diesem Verbrecher Michael Benz", an einen Tisch. Ein Aktionär meinte daraufhin zu den Herren Reich, "wir sind doch auch da, obwohl sie da sind". Bereits vor der Eröffnung der Hauptversammlung gab es lautstarke Auseinandersetzungen und Beschimpfungen zwischen den zerstrittenen Parteien Reich und Benz.


Eröffnung der Hauptversammlung

Um 10:10 Uhr eröffnete der Aufsichtsrat Reich sen. die Hauptversammlung und wies die etwas über 70 Anwesenden zunächst darauf hin, die Gesellschaft werde für Getränke und Speisen nicht aufkommen. Zur Begründung meinte er, das Unternehmen habe keine Gewinne gemacht, sondern Verluste erlitten, und man könne es daher den nicht erschienenen Aktionären nicht zumuten, dass die Gesellschaft hier für Bewirtung sorgt. Die Nachfrage eines Aktionärs, ob der Aufsichtsrat sein Wasser denn auch selbst bezahlt, wurde mit "selbstverständlich" bejaht.

Zu den nun folgenden lautstarken diesbezüglichen Bemerkungen von Herrn Benz meinte Herr Reich sen. nur, er werde Herrn Benz aus dem Saal entfernen lassen, sofern sich dieser nicht beherrschen könne. Nach der Abhandlung der Formalien erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende noch das Abstimmungsverfahren. Er werde von TOP2 bis TOP23 nach dem Additions- und bei den ZusatzanträgenTOP24 sowie TOP25 nach dem Subtraktionsverfahren abstimmen lassen. Danach übergab er das Wort an seinen Sohn, den Alleinvorstand Wolfgang Wilhelm Reich.


Bericht des Vorstands

Der Vorstand Reich entschuldigte sich zunächst bei den Aktionären für die Enttäuschung und die Kursverluste. Auf dem Tageslichtprojektor sahen die Anwesenden nun eine Tabelle mit den Kursverlusten verschiedener Aktiengesellschaften. Herr Reich meinte, er wolle den Kursverlust nicht rechtfertigen, aber Aktionäre anderer Gesellschaften hätten ähnliche Kursverluste, manche sogar den Totalverlust, erlitten.

Er wolle aber, wie gesagt, keine Ausreden suchen und die gemachten Fehler benennen. Die Schuld für die Gesamtsituation liege dabei aber nicht bei der AHAG, sondern beim ehemaligen Vorstandsmitglied Benz, der alle getäuscht und allen Schaden zugefügt habe. Ihn persönlich, so Herr Reich jun. weiter, treffe eine Mitschuld, da er sich zu lange von Herrn Benz habe täuschen, belügen und betrügen lassen und da er nicht rechtzeitig eingegriffen habe. Aufgrund von Drohungen seitens der AHAG habe man sich jedoch nicht von Herrn Benz getrennt, so der Vorstand weiter.

In den nun folgenden zwei Stunden gab Herr Reich den Verlauf der Geschehnisse seit der Gründung der Gesellschaft aus seiner Sicht wieder. Er verlas dabei eine Rede und belegte die Vorfälle mit der Projektion von Verträgen, Kontoauszügen und Abrechnungen an die Leinwand. Der Protest der Anwesenden war groß, da einige Dokumente ohne Zustimmung der Beteiligten veröffentlicht wurden. Auch die Kritik eines Aktionärs, der Vorstand lese nur den Geschäftsbericht herunter, blieb unbeachtet. Ein andere Aktionär meinte daraufhin, "der will doch nur zeigen, dass er lesen kann".

Am 4. Februar 2000 sei die Gesellschaft durch die Einlage von 500.000 Euro von der Familie Reich gegründet worden. Nach der Eintragung in das Handelsregister und nach der Bestellung eines ersten Aufsichtsrats sei die Geschäftsentwicklung in den ersten Monaten von Verhandlungen mit VC-Unternehmen geprägt gewesen. Man habe sich dann schnell entschlossen, die Kapitalerhöhungen mit der AHAG Wertpapierhandelsbank AG durchzuführen. Am 5. Juni 2000 habe eine Kapitalerhöhung um 200.000 Euro stattgefunden, welche komplett von der AHAG AG zu 1 Euro je Aktie gezeichnet wurde mit der Verpflichtung, das Agio in Höhe von 13,70 Euro je Aktie zum Zeichnungsende an die MMC AG zu überweisen.

Nachdem sich bereits die Durchführung der Kapitalerhöhung verzögert hatte, so der Vorstand weiter, sei die AHAG im November 2000 in Zahlungsschwierigkeiten gekommen und habe den Emissionserlös der zu 14,70 Euro durchgeführten Kapitalerhöhung nicht wie vereinbart an die MMC AG überwiesen. Nach mehreren schriftlichen Mahnungen mit Klageandrohung habe die AHAG AG den Emissionserlös abzüglich der Vermittlungsprovision in Höhe von 140.000 Euro, also insgesamt 2,6 Mio. Euro, an die MMC AG überwiesen, allerdings auf ein Konto in Deggendorf und nicht, wie vereinbart, auf ein Konto am Sitz der Gesellschaft.

Daraufhin habe der Vorstand Benz versucht, die erhaltenen Gelder auf ein Fremdkonto zu transferieren. Herr Reich jun. erklärte weiter, er habe diesen Vorgang durch die Sperrung der Konten verhindern können. Zudem habe er dem Vorstand Benz sowie der Aufsichtsrätin Stern nahegelegt, ihre Ämter niederzulegen. An die AHAG habe er die Anweisung erteilt, den Handel mit den MMC-Aktien bis auf Weiteres auszusetzen, was aber nicht geschehen sei. Vielmehr habe die AHAG AG geraten, den Überweisungsversuch zu vertuschen. An zwei Aufsichtsratssitzungen, auf welchen über die Abberufung des Vorstands Benz entschieden werden sollte, habe das Aufsichtsratsmitglied Stern nicht teilgenommen, so dass das Gremium nicht beschlussfähig gewesen sei.

Erst nach einem Gespräch mit den Vorständen der Schnigge-AHAG Venture Capital AG und der Independent Capital AG sowie der Veröffentlichung des ersten Aktionärsbriefs der Gesellschaft sei der Handel am 4. Dezember 2000 ausgesetzt worden. Der AHAG AG warf Herr Reich Insiderhandel mit Aktien der MMC Embedded Internet Technology AG vor, da sie sich zwischen dem 9. November 2000 und dem 4. Dezember 2000 nachweislich von Aktien der MMC AG trennte. Die AHAG AG, so Herr Reich weiter, habe ihr Insiderwissen auch an die VEM Virtuelles Emissionshaus AG weitergegeben, die daraufhin den Börsenzulassungsantrag zurückgezogen habe. Aus diesem Grund sei die MMC AG heute nicht an der Börse notiert. Seit dem 1. Juli 2001 würden die Aktien der MMC Embedded Internet Technology AG aber auf der Handelsplattform binäre optionen demokonto kostenlos gehandelt.

Im Folgenden beschrieb der Vorstand Reich eine Reihe von Vorfällen im Zusammenhang mit dem ehemaligen Vorstand. Er erzählte, Herr Benz habe bei Ericsson Consulting ohne seine Zustimmung und ohne die des Aufsichtsrats eine Analyse in Auftrag gegeben, obwohl er alleine nicht dazu berechtigt gewesen sei. Des Weiteren habe er die Planzahlen nicht eingehalten und einen Auftrag mit der Truck24 AG in Höhe von 306 Mio. DM, ebenfalls ohne Zustimmung der anderen, per Ad-hoc gemeldet. Diesen Vorfall, den Herr Reich jun. mit dem bei der binäre optionen template download AG verglich, habe er selbst dementieren müssen. Dank Herrn Benz habe die Truck24 AG die Zusammenarbeit mit der MMC beendet.

Dann fuhr Herr Reich in seiner Chronologie der Ereignisse fort und erwähnte die Gründung der Tochtergesellschaft VAP-Vorboersliche-Aktienplattform.de AG, für welche er unter TOP19 die Zustimmung der Hauptversammlung einholen wolle. Bezüglich TOP24, der von der AHAG AG und weiteren Aktionären geforderten Auflösung der Gesellschaft, meinte Herr Reich, dies sei nicht möglich, und die AHAG wolle mit ihren lediglich sechs Prozent am Grundkapital der Gesellschaft von ihren eigenen Fehlern ablenken.

Als Nächstes sprach Herr Reich jun. nun weitere Vorfälle mit dem ehemaligen Vorstand Benz an. So seien Teile der Geschäftsausstattung von Herrn Benz unterschlagen worden. Da dieser keine Inventurdaten herausgegeben habe, habe er selbst das Lager überprüfen wollen, so der Vorstand Reich jun. Da sich Herr Benz an diesem Tag in den Firmenräumen eingeschlossen hatte, sei ein Schlüsseldienst gerufen worden, um die Türen zu öffnen. Nach der Öffnung der ersten Tür seien dann auch die Polizei sowie der Vermieter des Objekts hinzugekommen, und man habe versucht, eine friedliche Lösung zu finden. Als Problem habe sich später herausgestellt, dass der Mietvertrag angeblich zwischen der Stadt Heidenheim und Herrn Benz abgeschlossen worden sei.

Durch ein offenes Fenster sei ihm dann an einem anderen Tag der Einstieg in die Firmenräume gelungen, und der Verdacht habe sich bestätigt, so der Vorstand. Herr Benz bezeichnete an dieser Stellte den Vorstand als "Einbrecher" und fragte, ob ihm dabei "sein Papa mit der Räuberleiter geholfen" habe. Der Aufsichtsrat Reich sen. meinte daraufhin zu Herrn Benz, "sei Du bloß ruhig!". Weiter meinte er, sein Sohn habe den meisten hier Anwesenden Einiges voraus, und selbst er stelle sich, was die Fähigkeiten anbelangt, hinter seinen Sohn, der großartige Leistungen vollbringe. Das Gelächter im Versammlungsraum war nach dieser Aussage groß, und ein Aktionär meinte, "das glauben wir gerne".

Als es wieder ruhiger geworden war, fuhr Herr Reich jun. in seinem Bericht fort und erklärte, alle Personalcomputer sowie alle Entwicklungs- und Firmenunterlagen seien nicht mehr vorhanden gewesen, und diese seien bis heute auch nicht mehr aufgetaucht. Die Gesellschaft sei daher handlungsunfähig. Des Weiteren habe sich Herr Benz geweigert, den Firmenwagen herauszugeben. Nachdem der Wagen auf Frau Stern umgemeldet worden ist, habe man Strafanzeige wegen Unterschlagung gestellt. Der Wagen sei dann nach einer Woche auf den Sohn von Herrn Benz weiter übertragen worden, der den Wagen nun fahre.

Der Vorstand kam damit auf die Geschäftsentwicklung zu sprechen, welche im abgelaufenen Geschäftsjahr "beschämend" gewesen sei. Verantwortlich hierfür sei allein der ehemalige Vorstand Benz, der die Ziele nicht erreicht habe. Die vielen Vorfälle und die damit verbundene Ungewissheit, so Herr Reich weiter, hätten fatale Auswirkungen gehabt. Der Umsatz des Geschäftsjahres 2000 liege bei rund 147.000 Euro und der Verlust bei rund 870.000 Euro. Herr Reich nannte auch gleich die Zahlen des ersten Halbjahres 2001. Der Umsatz habe hier rund 80.000 Euro und der Verlust rund 250.000 Euro betragen. Verantwortlich hierfür sei ebenfalls Herr Benz, der unverständlicherweise keine Werbeanzeigen geschaltet habe. "Und wie soll man Umsatz machen ohne Werbung", so Herr Reich jun. weiter.

In den folgenden Minuten erläuterte Herr Reich jun. dann in seiner Finanzanalyse die einzelnen Posten der Bilanz. Im Geschäftsbericht, so der Vorstand, seien die Bilanzkennzahlen "transparent wie bei wohl keiner anderen Gesellschaft" aufgeschlüsselt und mit dem Konto benannt. Auf Nachfrage, ob auch eine Bilanz zum 30. Juni 2001 vorliegt, antwortete der Vorstand, man werde aus Kostengründen nur eine Bilanz zum 30. September zur unter TOP23 vorgeschlagenen Kapitalerhöhung machen für die Analyse und das damit verbundene Prozesskostenrisiko, zusammen 165.000 Euro. An dieser Stelle erwähnte der Vorstand zur Verwunderung der Anwesenden den Kauf und den Verkauf von 2.000 Aktien der DaimlerChrysler AG vor eine Woche, mit denen er innerhalb weniger Tage einen Gewinn von 4.000 Euro für die Gesellschaft erreicht habe. Ein Aktionär meinte daraufhin, der Vorstand solle sich auf das Wesentliche beschränken.

Viele der Anwesenden wurden bereits ungeduldig und wollten endlich etwas über die Zukunftsaussichten hören. Herr Reich jun. meinte, er sei weiterhin von den Chancen des Embedded-Markts überzeugt. Dieses Geschäftsfeld werde in Zukunft, verlagert in die neue Tochtergesellschaft EWS Embedded Web Solution AG, nur ein Teil der neuen Holdingstruktur sein. Gewinne, so der Vorstand weiter, erwarte er, falls keine Einigung mit dem ehemaligen Vorstand erzielt wird, frühestens ab 2003. Ein weiterer Bereich der Holding werde die ACI Aquileia Capital und Immobilien AG sein, welche unterbewertete Objekte aus der Umgebung von Heidenheim, bevorzugt aus dem wachsenden Markt Zwangsversteigerungen, erwerben werde.

Der dritte Teil sehe den Handel mit Aktien aus DAX und MDAX vor. Herr Reich legte einen langfristigen Chart der Börsenentwicklung auf den Projektor und erklärte den Anwesenden, aufgrund der Entfernung zur 200-Tageslinie würden die Aktien bald wieder steigen. Beim Neuen Markt rechne er mit einem Niedergang auf 600 Punkte und mit einer Pleitewelle in 2000.

Der vierte Bereich beschäftige sich mit Venture Capital, einem weiterhin sehr interessanten Markt. Hier habe man den Namen VAP-Vorboersliche-Aktienplattform.de AG gewählt. Man wolle sich an den jungen Unternehmen bei der Gründung beteiligen und diesen dann Kredite gewähren. Auf die Frage, wie man denn die auf einer der Folien genannten Umsatzziele von bis zu 250.000 Euro je Geschäftsbereich erreichen wolle, antwortet Herr Reich jun., den Umsatz werde man durch Aktienkäufe und Verkäufe sowie durch Kreditrückflüsse erzielen.

Nun erläuterte der Vorstand den Anwesenden die Tagesordnung. Man wolle unter TOP13 die Satzung und die Firma der Gesellschaft ändern in VCI Venture Capital und Immobilien AG. Als Grund nannte Herr Reich jun. den schlechten Ruf der MMC AG, obwohl "MMC" ein guter Name gewesen sei. Damit kam der Vorstand noch zu den von der Schnigge-AHAG venture capital AG und der independant capital Unternehmensbeteiligungen AG auf die Tagesordnung gesetzten TOP24, Auflösung der Gesellschaft und TOP25, Bestellung eines Abwicklers.

Herr Reich jun. legte eine Folie mit der Bilanz des ersten Quartals der AHAG AG auf den Projektor und bezeichnete diese als gefälscht, da darin keine Abschreibungen enthalten seien. Und jeder wisse doch, wie die Aktienmärkte im ersten Quartal abgestürzt sind. Herr Reich vermutete, die AHAG AG sehe in der neuen Geschäftsausrichtung der MMC AG eine potenzielle Konkurrenz und verfolge mit der vorgeschlagenen Auflösung nur die eigenen Interessen.

Da die AHAG AG auch zu den Wahlen zum Aufsichtsrat Gegenkandidaten vorgeschlagen hatte, meinte Herr Reich noch, die AHAG AG solle sich erst einmal selbst neue Aufsichtsräte und Vorstände suchen. Im Folgenden präsentierte Herr Reich jun. noch eine Reihe von weiteren Beschuldigungen gegenüber der AHAG, die seiner Meinung nach ohne ein persönliches Darlehen des Herrn Geson schon längst insolvent wäre und nun über den Aufsichtsrat an die Kasse der MMC AG wolle. So befürchtete er eine weitere Schädigung der Gesellschaft durch die AHAG AG, falls diese in den Aufsichtsrat gelangen sollte. Ein Aktionär meinte daraufhin, der Vorstand solle "seinen persönlichen Scheißdreck vor Gericht klären und den Aktionären nicht auch noch ihre Zeit stehlen". Der Vorstand war damit um 12:30 Uhr am Ende seiner Ausführungen angelangt.


Kurze Zusammenfassung des schriftlich ausliegenden Lageberichts von Michael Benz

Im Hinblick auf die Überweisung von 4,8 Mio. DM schreibt Herr Benz, diese hätte auf ein Dollarkonto mit einer 2 Prozent höheren Verzinsung erfolgen sollen, sei aber schließlich nach der Sperrung als Aufhänger von Herrn Reich jun. gegen Herrn Benz verwendet worden. Nur durch diesen Vorfall wiederum sei die Kursaussetzung bei der AHAG und die Aufnahme des Handels bei Proxepo mit 92 Prozent Kapitalvernichtung ermöglicht worden. Weiter schreibt Herr Benz, Entwicklungsrechnungen seien von Vorstand Reich nicht bezahlt bzw. verschleppt worden, wodurch notwendige Produktentwicklungen unmöglich gewesen seien und die Auslieferung eines Großauftrages über 1,7 Mio. DM nicht habe begonnen werden können.

In der Historie schreibt Herr Benz, der Vorstand Herr Reich jun. sowie die Aufsichtsräte Dorothea Reich und Wilhelm Benz seien lediglich als Platzhalter vorgesehen gewesen, die später hätten ersetzt werden sollen. Des Weiteren habe Herr Reich jun. keinerlei Erfahrung oder Ausbildung in den Bereichen Finanzcontrolling, Personalleitung, Technologie-Know-how, Marketing, Vertrieb, Produktion und Materialbeschaffung.

Zudem habe er keinerlei Geschäftserfahrung. Nachdem er selbst, wie Herr Benz schreibt, vom Vorstand Reich kurz nach der Emissionsgeldzahlung über dessen Wunsch, eine eigene Venture Capital AG zu gründen, unterrichtet worden ist und dies ablehnte, habe der Vorstand Reich seinen Kurs gewechselt und begonnen, ihn über die Aktionärsbriefe und in den Foren von Wallstreet-Online anzugreifen und mit den bekannten Vorwürfen negativ darzustellen.

Im Weiteren geht Herr Benz in seinem Lagebericht auf die verschiedenen Großaufträge ein. Im Anhang finden sich Aufträge der ALS advanced logistic systems AG und der Truck24 AG sowie Schreiben von Unternehmen infolge der Lieferprobleme (Stührenberg GmbH, CBL AG, Lift Plastics Kunststoffbearbeitungs GmbH), aus denen die möglichen Umsätze sowie Schadenersatzdrohungen hervorgehen. Bezüglich der Ericsson-Analyse schreibt Herr Benz, diese sei nötig gewesen und in Absprache mit Herrn Rentrop von Independent Capital in Auftrag gegeben worden. Der Mitarbeiter, den Herr Reich eingestellt hat, so Herr Benz in seinem Bericht, sei für die Aufgaben nicht befähigt und habe bereits Leiterplatten im Wert von mehreren Tausend Markt durch eine falsche Lagerung beschädigt.

Zusammenfassend kann man feststellen, dass Herr Benz in seinem Lagebericht alle Vorwürfe zurückweist und die Vorfälle relativiert. Der von Herrn Reich jun. so genannte Firmenwagen ist laut Herrn Benz von ihm persönlich bezahlt worden, und er habe den Wagen nie an die MMC AG verkauft. Des Weiteren seien vom Vorstand Reich unberechtigt Kosten an Herrn Benz in Rechnung gestellt und seine Post umgeleitet worden, was zum Verlust eines Auftrags geführt habe. Seine Abberufung als Vorstand ist laut Herrn Benz rechtlich nicht korrekt gewesen. Außerdem vermutet er in seinem Bericht finanztechnische Probleme bei der MMC AG, da Anlagevermögen von der MMC GmbH in die MMC AG übernommen worden sei, was steuerliche Probleme mit dem Finanzamt nach sich ziehen dürfte.

Zur Tagesordnung stellt Herr Benz in seinem Bericht die Anträge, dass der Vorstand Reich die Ruf schädigenden Aussagen zurücknimmt und sich dafür entschuldigt. Außerdem verlangt er darin die Auszahlung von Forderungen an ihn und andere Kreditoren, welche er im Anhang in einer Liste aufführt. Außerdem fordert er die Rückabwicklung der Gesellschaft.

Der vollständige Lagebericht kann mit Sicherheit per Email bei Herrn Benz angefordert werden. Seine Adresse lautet binäre optionen literatur.


Allgemeine Diskussion

Als erster Redner wurde Thomas Aldenrath, Vorstand der AHAG Wertpapierhandelsbank AG, aufgerufen, der zunächst erklärte, die AHAG vertrete auf dieser Hauptversammlung rund 84.000 Aktien, und der dann meinte, selten habe ein Unternehmen die Finanzwelt so beschäftigt wie die MMC AG, dessen Vorstand Wolfgang Wilhelm Reich sich seinen Jugendtraum, Vorstand einer Beteiligungsfirma zu sein, erfüllen wolle und dabei den technischen Kopf, Michael Benz, hinters Licht führe. Die private Email-Adresse des Vorstands sei binäre optionen handeln paypal. Und nun spekuliere er mit dem Geld der freien Aktionäre und werde dabei auch noch von seinem Vater unterstützt. Herr Aldenrath meinte weiter, die Gesellschaft habe trotz einer guten Kapitalausstattung nie wirklich ein operatives Geschäft gehabt.

Dieses Verhalten, so Herr Aldenrath weiter, lasse nur auf ein Ziel schließen, nämlich das Geld der Aktionäre. Herr Benz habe dagegen keine Chance gehabt, und die Vermittlungsversuche seitens der AHAG seien an der Dickköpfigkeit der Familie Reich gescheitert. Man habe Verstärkung angeboten, meinte Herr Aldenrath, doch alle Versuche seien boykottiert worden. Man werde daher den Antrag zur Auflösung der Gesellschaft stellen. Dies habe der Vorstand wiederum genutzt, um Nebelbomben zu werfen. Herr Aldenrath meinte weiter, er werde die Vorwürfe seitens des Vorstands nicht mehr kommentieren, er habe einfach keine Lust mehr.

Den Vorstand fragte er an dieser Stelle, wann der hundertste Aktionärsbrief veröffentlicht werde. Hier handle es sich um einen einmaligen Fall von Aktionärsverdummung, und dies könne nicht zugelassen werden. Das Geld müsse an die freien Aktionäre zurückfließen. Zu der geplanten Idee mit der Holdingstruktur und den vier Geschäftsfeldern vertrat Herr Aldenrath abschließend noch die Ansicht, dies könne nicht klappen, da man hierfür mindestens 25 Mio. Euro bräuchte.

Als nächster Redner betrat Volker Deibert das Podium und meinte, er nehme an, dass Heidenheim an der Brenz noch im Bereich des Aktiengesetzes liegt. Er sei sich jedoch sicher, dass man sich hier außerhalb der Aktienkultur befindet. Zur Tagesordnung und den neuen Beschlussvorschlägen zu Options- und Aktienrückkaufprogrammen fragte Herr Deibert, ob man in der Vergangenheit davon Gebrauch gemacht hat. Laut dem Emissionsprospekt, so Herr Deibert weiter, haben die Anleger in den Bereich Embedded Internet investiert. Wenn man nun die Geschäftstätigkeit ändere, solle es den freien Aktionären daher möglich sein, auszusteigen. Herr Deibert fragte den Vorstand nach weiteren Tätigkeiten und nach seiner Qualifikation als Vorstand. An dieser Stelle las Herr Deibert den Satz "Auch weigerte sich die Aufsichtsrätin Stern, Anweisungen des Vorstands Reich auszuführen" vor und meinte, ein Aufsichtsrat müsse laut Aktiengesetz den Vorstand kontrollieren.

Nun präsentierte Herr Deibert seine Rechnung, dass eine Liquidation einen Erlös je Aktie in Höhe von 3,50 Euro bringen würde. Da die Gründer lediglich 1 Euro je Aktie und der Streubesitz zwischen 5 Euro und 14,70 Euro bezahlt haben, wollte er vom Vorstand bestätigt haben, dass zwischen 70 und 80 Prozent der Gelder vom Streubesitz kommen. Zu den Ausführungen des Aufsichtsrats bezüglich des Gleichbehandlungsgrundsatzes bei der Bewirtung meinte Herr Deibert nur, bei den Hauptversammlungen, die er als Aufsichtsratsvorsitzender leitet, habe es so etwas noch nie gegeben. Es sei immerhin allen Aktionären möglich gewesen, auch zur Hauptversammlung zu kommen.

Zur Situation bei der MMC AG erklärte Herr Deibert, es sei "OK", wenn man, und danach sehe es hier ja eindeutig aus, eine Familiengesellschaft wolle. "Dann aber doch bitte ohne uns und ohne unser Geld", so Herr Deibert weiter, der dafür, wie auch schon für vorherige Bemerkungen, einen kräftigen Applaus erhielt. Nun wollte er vom Vorstand noch fünf Schlüsselkunden genannt haben, mit denen der Umsatz im letzten Geschäftsjahr erreicht worden ist. Außerdem fragte er nach der Beziehung zu proxepo.de und nach den Verbindlichkeiten.

Weiter wollte er wissen, wer die Eigentümer der MMC GmbH sind, in welches Segment man beim Börsengang gehen wollte und wer die Empfänger der Rechts- und Beratungskosten sowie der Mietzahlungen sind. Ganz speziell fragte Herr Deibert nach den Erfahrungen des Vorstands im Immobilienbereich. Abschließend beurteilte er noch das eingeschränkte Testat des Wirtschaftsprüfers und wunderte sich darüber. Es gebe auch Wirtschaftsprüfungsunternehmen "mit vier Buchstaben", die Jahresabschlüsse von Unternehmen testierten, die es wirklich nicht verdient hätten.

Als Nächster meldete sich der Aktionäre Peter Czerwonka zu Wort und meinte, solche Bodyguards habe er noch nie auf einer Hauptversammlung gesehen. Andere würden zu den Festspielen fahren, er komme dafür nach Heidenheim, so Herr Czerwonka weiter. Die Vorkommnisse erinnerten ihn nämlich an die Fernsehserie ´Gauner gegen Gauner´. An die Verwaltung stellte er die Frage, ob bereits Klagen von Aktionären vor Gericht anhängig sind und wenn ja, ob auch eine Betrugsklage dabei ist.

Der Aktionär Herr Gerhard Mayer bemängelte als nächster Redner, dass man nicht in der Lage sei, ihm das Original des Geschäftsberichts zu zeigen. Weiter fragte er, ob für den Vorstand Benz ein gültiger Anstellungsvertrag existiert hat. Abschließend wollte er noch wissen, warum man die Hauptversammlung erst im August abhält und wie ein Tagesablauf des Vorstands Reich aussieht.

Der Aktionär mit der nun folgenden Wortmeldung, Rainer Schindler, regte die Anwesenden dazu an, einer Sammelklage wegen Prospektbetrugs beizutreten. Danach fragte der Aktionär Kai Gesing, ob man heute nicht Nachgründungsverträgen zustimmen müsste. Auch er sprach die Prognose vom 18. August 2000 an, welche im Prospekt veröffentlicht worden ist. Herr Gesing meinte, die Gesellschaft sei ohne den Technologieträger Herr Benz gescheitert. Von den neuen Geschäftsfeldern halte er nichts, schließlich habe er in ein Technologieunternehmen investiert. Herr Gesing schlug vor, der Familie ihren Einsatz von 1 Euro je Aktie zurückzuzahlen und den Rest auf die freien Aktionäre zu verteilen, womit die Familie Reich Anstandsgefühl beweisen würde. Abschließend fragte er noch nach dem aktuellen Stand der liquiden Mittel. Ein weiterer Aktionär, Harry Sievers, fragte noch nach dem Grund für die EWS AG.

Nun betrat der Rechtsanwalt Dr. Hans Norbert Götz aus Baden-Baden das Podium und stellte sich als Aktionärsvertreter und Spezialist für Minderheitsaktionärsrecht vor. Herr Dr. Götz meinte, es spiele nun keine Rolle mehr, ob der Dienstwagen genutzt wird oder nicht. Zu den Vorwürfen des Vorstands, die AHAG AG fürchte Konkurrenz, widerlegte er als objektive Person, indem er betonte, es mache in diesem Markt nichts aus, wenn noch ein Konkurrent mitspielt. Der AHAG-Vorstand könne über solche Versuche "doch nur lachen". Es handle sich hier um einen "seltsamen Fall", so Herr Dr. Götz weiter, denn die Technik spiele keine Rolle mehr. Dies sei ungefähr so, wie wenn der Zündkerzenhersteller BERU von heute auf morgen Zeitschriften mit Kreuzworträtseln drucken würde.

Viele der Vorkommnisse bezeichnete Herr Dr. Götz als "rechtswidrig" und "mit Sicherheit anfechtbar", wobei er zu den Chancen meinte, "wenn, dann hier". Bezüglich TOP24 (Auflösung der Gesellschaft) regte er an, diesen Tagesordnungspunkt vorzuziehen. Weiter meinte er, es sei "eine Schande, dass erwachsene Menschen so einen Etikettenschwindel möglich machen". Nun kam Herr Dr. Götz auf seine "2. Schiene" zu sprechen, denn es handle sich hier auch noch um "einen Prospekthaftungsfall, wie er im Buche steht". Im Folgenden las Herr Dr. Götz eine Reihe von Sätzen aus dem Verkaufsprospekt vor, wo es unter anderem heißt "[...] Die Mittel aus der Kapitalerhöhung fließen der Gesellschaft in vollem Umfang zu. [...] Ein Teil der Mittel wird zur Expansion in den U.S.A. und zur Vorfinanzierung von Entwicklungen eingesetzt. [...] Es existieren fertige, verkaufsfähige Produkte."

Nun, so Herr Dr. Götz weiter, habe sich laut der Aussage des Vorstands und Seite 13 des Geschäftsberichts "Entwicklung der Produkte ist noch nicht abgeschlossen" herausgestellt, dass es keine fertigen Produkte gibt, dass es sogar gar nichts gibt. Dies sei eine bewusste Fehlinformation der Aktionäre, und dafür müsse der Vorstand zur Verantwortung gezogen werden.

Als letzter Redner der ersten Fragerunde trat Baron Hans G. von Tiesenhausen auf und meinte, diese Hauptversammlung sei die Krönung der diesjährigen Hauptversammlungen. Im Hinblick auf die Planung mit den Zwangsversteigerungen erklärte er, dies sei das Gebiet der Banken, die die Preise nach oben ziehen. Man solle sich daher auf das Kerngeschäft beschränken.


Antworten und weitere Diskussion

Auf die Fragen antwortete zunächst der Vorstand Herr Reich jun., der erklärte, es seien weder Optionsscheine ausgegeben worden, noch habe man Aktien zurückgekauft. Das Börsensegment, in welches man gehen wollte, wäre der Freiverkehr in Berlin gewesen. Zu der Veröffentlichung von Planzahlen meinte der Vorstand, solche habe er nie veröffentlicht, sondern diese seien ausschließlich von Herrn Benz gekommen. Die Beratungsverträge würden mit seinem Vater Herrn Reich sen. bestehen, so der Vorstand weiter. Die Mieten schlüsselte der Vorstand in monatlich 3.700 DM für das Büro mit der Technik in Deggendorf und für sein Büro mit monatlich 180 Euro auf. Auf Nachfrage, wo dieses denn liegt, antwortete Herr Reich jun. "in den Räumen der Kanzlei meines Vaters". Herr Deibert hatte noch gefragt, ob das Stammkapital bei den neuen Töchtern schon überall voll eingezahlt ist, was der Vorstand bejahte.

Zu der Frage nach seiner Erfahrung im Immobilienbereich antwortete der Vorstand, die Familie Reich besitze hier eine große Erfahrung. Die Gesellschaft habe aber noch keine Immobilien erworben. Zu seiner Tätigkeit als Vorstand erklärte Herr Reich jun., dies sei mit bis zu zehn Stunden täglich ein echter Full-time-Job, und er habe keine Zeit mehr "für etwas anderes". Es stimme, dass er ein Jurastudium angefangen habe, dieses habe er jedoch nach 14 Tagen auch schon wieder abgebrochen. Auf die höchst brisante Frage, ob dieses Studium schon geplant war, als er den Prospekt erstellte, machte Herr Wolfgang Wilhelm Reich jun. ausdrücklich "keine Angaben". Ungefähr an dieser Stellte stand auch wieder der ehemalige Vorstand Benz auf und stellte klar, dass alle Verfahren gegen ihn eingestellt worden sind.

Die MMC GmbH bezeichnete der Vorstand als Vorgängergesellschaft. Man habe jedoch die MMC AG neu gegründet und nicht die GmbH umgewandelt. Auf die entsprechende Frage eines Aktionärs antwortete der Vorstand, die Klagen beträfen nur die Gesellschaft. Betrugsanzeigen seien hingegen noch nicht eingegangen. "Es läuft was wegen Prospekthaftung" schloss der Vorstand aus einem Telefonat mit dem zuständigen Staatsanwalt Herrn Böhmer, der die Zusendung eines Emissionsprospekts verlangte. Auf die Frage eines Aktionärs, warum er und einige seiner Bekannten trotz mehrfacher Anmeldung keine Informationen per Email bekommen, meinte der Vorstand, er sei "kein Internet-Freak", und Herr Benz habe "irgend etwas mit dem Server umgestellt", so dass er für einen gewissen Zeitraum keine Firmenemails bekommen habe.

Die verneinende Antwort von Herrn Reich jun. auf die Frage, ob ein Anstellungsvertrag mit Herrn Benz bestanden hat, schockierte die Anwesenden. Auf Nachfrage erklärte er auch noch, er sei es gewesen, der die Gehaltszahlungen an Herrn Benz unterschieben hat. Ein Aktionär klärte ihn daraufhin auf, dass er dies ohne Rechtsgrundlage getan hat und dass es sich somit um die Veruntreuung von Aktionärsgeldern handelt. Die Versuche des Vorstands, durch den erneuten Hinweis auf die Veruntreuung des Firmenfahrzeugs durch Herrn Benz abzulenken, scheiterten. Herr Benz behauptete dann auch noch, er habe das Fahrzeug selbst bezahlt und nannte daraufhin einer Gruppe von Aktionären, die sofortige Klagen wegen der Veruntreuung angedroht hatten, auswendig (!) die Adresse und Telefonnummer des zuständigen Staatsanwalts. Herrn Reich fiel daraufhin nichts mehr ein, und er forderte diese Gruppe von Aktionären nur noch dazu auf, "ruhig mal gegen ihn zu klagen".

Zu dem späten Termin der Hauptversammlung und der Verhinderung einer außerordentlichen Hauptversammlung meinte der Vorstand nur, er sei der Überzeugung gewesen, die Kosten für zwei Hauptversammlung wären zu hoch gewesen. Außerdem seien nun die Sachverhalte klar, und man wolle mit der heutigen Hauptversammlung einen Schlussstrich unter die Entwicklungen ziehen. Die nächste Hauptversammlung kündigte er an dieser Stelle für den Frühling 2002 an.

Zu dem eingeschränkten Testat des Wirtschaftsprüfers antwortete dieser selbst. Das eingeschränkte Testat hänge mit dem außerordentlichen Aufwand an Emissionskosten zusammen. Aufgrund der Komplexität dieses Vorfalls wollte er den Anwesenden nähere Ausführungen ersparen. Die liquiden Mittel gab der Vorstand nach einer ausgiebigen Suche mit 1,6 Mio. Euro zum 30. Juni 2001 bekannt. Zum Geschäftsbereich Embedded meinte Herr Reich sen. noch, man werde die Manpower vielleicht wieder bekommen.

Auf Nachfrage von Herrn Deibert antwortete der Vorstand auf die Frage nach den Schlüsselkunden, man könne bei einem so geringen Umsatz, der "ein Witz ist", nicht von Schlüsselkunden reden, denn es gebe keine. Die Verbindlichkeiten zum 30. Juni 2001 gab er ebenfalls auf Nachfrage mit 100.000 Euro bekannt. Herr Deibert blieb erneut etwas länger am Rednerpult stehen und erklärte, als Publikumsgesellschaft sollte auch ein Vertreter aus dem Streubesitz in den Aufsichtsrat gewählt werden.

Im Folgenden sprach Herr Deibert direkt zur Familie Reich und erinnerte diese mehrfach an ihre Familienehre. Herr Deibert erklärte den Sachverhalt erneut und meinte, das ursprüngliche Projekt habe sich nun halt als nicht durchführbar herausgestellt, und es sei offensichtlich etwas schiefgelaufen. Ein Teil des Geldes sei aber noch da, und so solle man doch den Streubesitz wieder aus der Gesellschaft entlassen. Auf die Frage von Herrn Deibert, wie sich der Vorstand den niedrigen Aktienkurs erklärt, meinte dieser, die Anleger würden wohl schon die Kapitalerhöhung zu einem Euro vorwegnehmen.

Als eine Möglichkeit schlug Herr Deibert ein durch eine Bankbürgschaft unterlegtes öffentliches Kaufangebot zu beispielsweise zwölf Euro vor. Sowohl Herr Reich sen. als auch sein Sohn stellten sich stur und erklärten, es gebe zu so einem Schritt "keine Möglichkeit für die Gesellschaft". Man sei sich keiner Schuld bewusst, und dies bewiesen auch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft, so der Vorstand, der an dieser Stelle erneut dazu aufforderte, ihn anzuzeigen. Herr Dr. Götz meinte daraufhin, er ahne, warum der Vorstand immer dazu auffordere, ihn anzuzeigen. Mit Strafanzeigen nämlich erreiche man in so einem Fall in Deutschland rein gar nichts. Die Staatsanwaltschaft, so Dr. Götz weiter, werde sich nicht in Familienstreitigkeiten einmischen, des Weiteren wisse sie auch viel zu wenig über die Sachverhalte.


Abstimmungen

Die Präsenz wurde mit 601.942 der insgesamt 750.000 Aktien und somit 80,26 Prozent des Grundkapitals festgestellt. Die Abwicklung der Abstimmungen zog sich über zwei Stunden hin, da des Öfteren vom Additionsverfahren zum Subtraktionsverfahren gewechselt wurde. Der Grund lag darin, dass im Grunde nur die Großaktionärin Familie Reich und der Vorstand für die Vorschläge der Verwaltung stimmten. Es musste also jeweils ein Abstimmungsverfahren gewählt werden, bei dem nur diese Stimmen gezählt wurden. Ansonsten hätten bei der Abstimmung, welche auf Zuruf durchgeführt wurde, jeweils fast 100 Stimmkarten und deren Stimmenanzahl vorgelesen werden müssen, was bei 25 Tagesordnungspunkten sicher noch länger gedauert hätte. Auf eine elektronische Erfassung der Stimmenanzahl wurde wahrscheinlich aus Kostengründen verzichtet.

Es war daher im Zusammenhang mit den wechselnden Abstimmungsmodi nicht immer klar, ob man z.B. mit "JA" nun für oder gegen die Entlastung einer Person stimmt. Dies stellte sich während der Abstimmung als Problem heraus, da viele Aktionäre, die bereits gegangen waren, ihre Weisungsformulare nicht in ihrem eigentlichen Sinn ausgefüllt hatten. Außerdem mussten vor zahlreichen Tagesordnungspunkten erst die Gegenanträge vorgelesen und begründet werden. Einzelne Abstimmungen mussten auch wiederholt werden, da sich auf einmal die Präsenz geändert hatte.

Mit einer Mehrheit von 80 Prozent hatte die Familie Reich aber nichts zu befürchten, und die Kleinaktionäre konnten nichts ausrichten. Alle Tagesordnungspunkte wurden mit jeweils ungefähr 500.000 Stimmen im Sinne der Gesellschaft entschieden. Ausnahmen bildeten die Entlastungen, welche wie bei Herrn Benz und Frau Stern, deren Nichtentlastung das Ehepaar Reich und ihr Sohn vorgeschlagen hatten, zum Teil einstimmig entschieden wurden. Auch die Entscheidung über die Auflösung der Gesellschaft sowie die Wahl eines Abwicklers wurden von der Familie Reich abgelehnt. Herr Dr. Götz merkte daraufhin an, die Großaktionärin habe bei Tagesordnungspunkt 24 ihre Stimmrechte "wider Anstand und Sitte" mißbräuchlich ausgenutzt.

Die einzelnen Tagesordnungspunkte waren die Beschlussfassungen über die Feststellung des Jahresabschlusses 2000 (TOP2), die Entlastungen von Vorstand Michael Benz (TOP3), Vorstand Wolfgang Reich (TOP4), Aufsichtsrat Wilhelm Benz (TOP5), Aufsichtsrätin Dorothea Reich (TOP6), Aufsichtsrätin Olga Stern (TOP7), die Wahl des Abschlussprüfers (TOP8), die Wahl von Herrn Jochen Grüninger (war anwesend, stellte sich aber nicht vor), Herrn Wolfgang Erhard Reich und Frau Dorothea Reich in den Aufsichtsrat (TOP9), ein Aktienoptionsprogramm (TOP10), Ausgabe von Optionsscheinen (TOP11) und der Erwerb eigener Aktien (TOP12).

Weitere Punkte waren eine die Firma (§1) betreffende Satzungsänderung (TOP13), eine Satzungsänderung bezüglich des Gegenstands des Unternehmens (TOP14), bezüglich der Anzahl der Vorstände (einem statt zwei) (TOP15), die Zusammensetzung des Aufsichtsrats (TOP16), den Ort der Hauptversammlung (TOP17), bezüglich Stimmrechten (TOP18), die Genehmigung der Gründung der VAP-Vorboersliche-Aktienplattform.de AG (TOP19), der EWS Embedded Web Solution AG (TOP20), der ACI Aquileia Capital und Immobilien AG (TOP21), die Börseneinführung (TOP22), die Erhöhung des Grundkapitals von 750.000 Euro um 750.000 Euro auf 1,5 Mio. Euro (TOP23), die Auflösung der Gesellschaft (TOP24) und die Bestellung eines Abwicklers (TOP25).


Fazit und Schlussworte

Selbst Aktionäre, die sich ihrer Kursverluste bewusst waren und lediglich auf die Hauptversammlung kamen, um sich die so genannte "Naturaldividende" in Form einer Bewirtung abzuholen, wurden ein zweites Mal herb enttäuscht. Auch der Autor dieses Berichts, der eigentlich als Gast der Gesellschaft an der Veranstaltung teilnahm, musste für eine Cola und eine Butterbrezel selbst 7,70 DM berappen. Dieser Betrag ist sicher nicht die Welt, doch die Begründung des Aufsichtsrats sorgte bereits zu Beginn der Veranstaltung für einen noch breiteren Ärger unter den Anwesenden. Die frustrierten Aktionäre sahen das Geld vor sich liegen, schließlich befindet es sich noch auf den Konten der Gesellschaft. Der Einzige jedoch, der darauf zugreifen kann, ist der Vorstand und seine im Aufsichtsrat sitzenden Eltern. Der Aktienkurs aber, das Einzige, worauf die Anleger zurückgreifen können, ist beim Nennwert angelangt.

Durch die nun kommende Kapitalerhöhung wird sich zum Leid des Streubesitzes höchst wahrscheinlich der Anteil der Familie Reich sogar noch weiter erhöhen, so dass diese auf jeden Fall über die 75 Prozent kommt. Was sie danach vorhat, vermag man sich überhaupt nicht vorzustellen.

Nun, entweder ist die Familie Reich sehr dumm und nahm in ihrer Dickköpfigkeit das in der Form von Herrn Deibert vorgeschlagene, im Grunde für alle Beteiligten sehr faire Übernahmeangebot aus diesem Grund nicht an - oder sie ist furchtbar intelligent und plant bereits auf Jahre, wie sie das in der Gesellschaft liegende Geld der Anleger mit Tochtergesellschaften, Beratungsverträgen, Aufsichtsratsposten, Immobiliengeschäften, fragwürdigen Rückstellungen und ähnlichen Dingen in die eigene Tasche sickern lassen wird.

Anders ließe es sich auch gar nicht erklären, warum sich vor allem Herr Reich sen. und sein Sohn von der gesamten Stadt Heidenheim sowie der deutschen Finanzwelt mit einer derartigen Gleichgültigkeit und, wie Herr Deibert in seinem Wutausbruch meinte, nach "arroganter Gutsherrenart" auftretend, kritisieren lassen, auch stets mit dem Gedanken, rund 2.000 Anleger völlig gewissenlos um einen Haufen Geld gebracht zu haben.

Betrachtet man den Vorstand Reich jun. und den ehemaligen Vorstand Benz, so fällt es schwer, überhaupt einem der Beiden bezüglich der vorgefallenen Dingen hundertprozentig zu glauben. Beide haben keine richtig weiße Weste, obwohl natürlich jeder behauptet, im Recht zu sein. Man neigt dazu, eher Herrn Benz zu glauben. Aber wer seine Glaubwürdigkeit und das Vertrauen der Anleger und Beobachter erst einmal verloren hat, bekommt sie nur schwer wieder zurück.

Die meisten Vorwürfe kommen von der jeweiligen Gegenseite, und das ist das Problem. Die Staatsanwaltschaft hält sich zurück und hat bis heute alle Klagen abgewiesen. Herr Benz verzichtete zwar auf eine mündliche Klarstellung, es ist jedoch sehr wahrscheinlich, dass er die Millionen des Emissionserlöses nicht veruntreuen wollte, sondern lediglich auf ein besser verzinstes Konto zu überweisen versuchte. Immerhin ist es schwer vorstellbar, dass er ohne Folgen mit dem Geld "abgehauen" wäre.

Doch die Familie Reich stellt es so dar und stellt sich ebenfalls als getäuscht hin. Zitat Reich sen.: "Auch wir haben diesem Mann (Herrn Benz), immerhin dem Bruder meiner Frau, über Jahre vertraut". Für Herrn Benz sprechen im Grunde mehr Punkte wie der nicht unterschriebene Anstellungsvertrag, das Studium von Herrn Reich jun., das beweist, wie wichtig er die Sache nahm und sein Wille, die MMC AG rückabzuwickeln.

Festzustellen bleibt: In öffentlichen Aktiengesellschaften sollten verwandtschaftliche Beziehungen zwischen Aufsichtsräten und Vorständen verboten werden, da die vom Gesetz vorgeschriebene Kontrollfunktion im Grunde nicht ausgeführt werden kann.


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Erchenstraße 70
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Tel.: 07321 / 9590 - 28
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