VCI Venture Capital und Immobilien AG (ISIN DE000A0JCYF4)

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Die VCI Venture Capital und Immobilien AG hatte ihre Aktionäre für den 26.10.2006 zur Hauptversammlung nach Königsbronn eingeladen. Veranstaltungsort war das Gasthaus "Weißes Rössle", das sich im Besitz der Klosterbrauerei Königsbronn AG (KKAG) befindet, an der die VCI eine Beteiligung von 30 Prozent hält. Der Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Erhard Reich eröffnete die Sitzung um 10 Uhr vor einem halben Dutzend Aktionäre und übergab das Wort nach der Abhandlung der Formalien an den Alleinvorstand Wolfgang Wilhelm Reich, seinen Sohn. Für GSC Research war Matthias Wahler vor Ort.


Bericht des Vorstands

Auf einem ersten Schaubild stellte Herr Reich die Unternehmensstruktur der VCI AG dar, wie sie sich zum 30.9.2006 darstellt. Demnach wird eine Beteiligung von 30 Prozent an der KKAG gehalten, außerdem 70 Prozent an der VAP-Vorboersliche-Aktienplattform.de AG, 49,9 Prozent an der Cashbet AG und 33 Prozent an der DVB Deutsche Value Beteiligungen AG & Co. KG a.A. Die Hauptversammlungen all dieser Gesellschaften fanden am gleichen oder am folgenden Tag statt. Außerdem hält die VCI nach Angabe von Herrn Reich noch 100 Prozent an der Reich Industries AG und vier Immobilien.

Im Folgenden stellte der Vorstand die Entwicklung der einzelnen Beteiligungen dar, die in den jeweiligen Hauptversammlungsberichten detailliert beschrieben ist, weshalb an dieser Stelle auf eine ausführliche Wiedergabe verzichtet wird. Angemerkt sei lediglich, dass inzwischen sowohl die KKAG als auch die VAP und die Cashbet im Freiverkehr gelistet sind und dass auch für die DVB die Börseneinführung geplant ist. Bei der Cashbet AG steht zudem aufgrund der Querelen um das staatliche Wettmonopol eine Neuausrichtung im Bereich der Öl- und Gasexploration bevor (Details hierzu finden Sie im HV-Bericht Cashbet AG von GSC Research).

Unzufrieden zeigte sich der Vorstand mit dem Aktienkursverlauf der einzelnen Beteiligungen. So spiegelt der Kurs der KKAG-Aktie von 4 EUR nach seiner Überzeugung keineswegs die positive Entwicklung dieser Beteiligung wider, die nur aufgrund von Abschreibungen, Renovierungskosten und der Kosten des Börsengangs einen Jahresfehlbetrag von 127 TEUR aufweist. Bereinigt um alle nicht operativen Kosten ergibt sich nach seiner Rechnung ein Jahresüberschuss von 60 TEUR. Da die Aktien nur mit 1 EUR in der Bilanz stehen, sieht Herr Reich hier erhebliche stille Reserven (siehe hierzu auch den HV-Bericht KKAG von GSC Research).

Nicht nachvollziehen konnte Herr Reich auch den desaströsen Kursverlauf der VAP-Aktie, die einen inneren Wert von 0,95 EUR aufweist, an der Börse aber derzeit nur mit 0,70 EUR gehandelt wird. Er sieht diese Gesellschaft mit der Beratung kleinerer Unternehmen bis zu einem Volumen von maximal 2,5 Mio. EUR gut aufgestellt. Nicht mehr geplant ist nach seiner Angabe bei der VAP der Aufbau einer Emissions- und Handelsplattform für nicht notierte Werte. Nachdem inzwischen praktisch jede Gesellschaft an der Börse gelistet werden kann, sieht Herr Reich dafür keinen Grund mehr. Die Lizenz der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) wird deshalb auch nicht mehr benötigt (Details finden Sie im HV-Bericht VAP AG von GSC Research).

Bei der Cashbet-Aktie gestaltete sich der Kursverlauf, wie der Vorstand im Folgenden darstellte, sehr volatil. Nach dem Start bei 3 EUR legte sie in der Spitze bis auf mehr als 11 EUR zu, als aber klar wurde, dass der Staat sein Wettmonopol mit aller Macht verteidigen wird, begann eine Talfahrt bis auf 1 EUR. Um weitere Risiken von der Gesellschaft abzuwenden, wurde nun entschieden, die Tochtergesellschaft Oddsline, in der das Wettgeschäft gebündelt ist, abzuspalten, was er als sehr positiv für die VAP wertet. Umso verwunderter zeigte er sich, dass sich diese Entscheidung nicht positiv im Kursverlauf niedergeschlagen hat.

Wie Herr Reich abschließend darlegte, halten er und seine Familie 70 Prozent an der VCI, und die übrigen 30 Prozent befinden sich im Streubesitz.


Allgemeine Aussprache

Ein Aktionär zeigte sich skeptisch, ob der Wertansatz von 1 EUR für die Cashbet-Aktie angesichts der Probleme im Sportwettenbereich tatsächlich realistisch sein kann. Wie ihm der Vorstand vorrechnete, ist nach der Abspaltung der Oddsline AG ein Eigenkapital von 0,94 EUR je Anteil vorhanden, und die Aktie notiert mit 1 EUR nur knapp darüber, weshalb er keinen Abschreibungsbedarf sieht. Zwar ist die VAP nach Nutzung ihres Bezugsrechts nun auch an der Oddsline AG beteiligt, selbst wenn das Geschäft dort eingestellt werden müsste, würde daraus aber kein Verlust entstehen.

Mehr Informationen erbat sich der Aktionär zum offenbar geplanten Einstieg der Cashbet AG in die Öl- und Gasexploration. Wie ihm Herr Reich erklärte, verfügt das Unternehmen bis 30.6.2007 über eine Option, Anteile an einer Gesellschaft zu erwerben, die Erölfelder im Südwesten der USA erschließen will. Er hält die Initiatoren für vertrauenswürdig, dennoch will er selbst in die USA fliegen und die Situation genau überprüfen. Grundsätzlich sei er nämlich sehr skeptisch bei solchen Gesellschaften, die in Deutschland immer wieder einmal über Börsenbriefe empfohlen werden. Die Sache soll auf jeden Fall ganz transparent gestaltet werden, und es soll nur investiert werden, wenn auch tatsächlich eine interessante Chance gegeben ist.

Ein anderer Aktionär konnte nicht verstehen, wie im ersten Quartal des laufenden Jahres ein Gewinn von 550 TEUR entstanden sein soll, wie dies in einer Pressemitteilung gemeldet worden war. Nach Auskunft von Herrn Reich ist dies über verschiedene Aktiengeschäfte gelungen, und aktuell liegen tatsächlich mehr als 500 TEUR in der Kasse. Wie sich die Situation zum Jahresende darstellen wird, ist nun vor allem von der weiteren Entwicklung der VAP-Aktie abhängig, wenn sich diese aber wieder in Richtung 1 EUR bewegt, wird auch im Gesamtjahr ein Gewinn in dieser Größenordnung zu vermelden sein. Theoretisch besteht zwar auch noch ein Risiko bei der Beteiligung an der Cashbet AG, der Vorstand sieht aber keinen Grund, warum diese Aktie unter 1 EUR fallen sollte.

Wie Herr Reich betonte, handelt es sich um einen "sauberen" Gewinn, der nicht durch das Hochrechnen von Wertansätzen entstanden ist. Im Gegenteil stehen die 100.000 KKAG-Aktien mit 1 EUR in den Büchern, während diese an der Börse mit 4 EUR gehandelt werden, womit sogar noch stille Reserven vorhanden sind. Würde die Immobiliengesellschaft nicht nach HGB, sondern nach IFRS bilanziert, wäre der Aktienkurs nach seiner Überzeugung auch deutlich höher als 4 EUR.

Mit Blick auf den KK Immobilien Fonds, der im Oktober 2005 von der KKAG gegründet wurde und über den nun bereits zwei Objekte gekauft wurden, erkundigte sich einer der Anwesenden, warum ständig Teile des Geschäfts in neue Beteiligungen ausgegliedert werden. Wie ihm der Vorstand erklärte, weist die KKAG aufgrund der momentan noch recht hohen Renovierungskosten ständig ein negatives Ergebnis aus, was die Zahlung einer Dividende unmöglich macht. Durch die Auslagerung fallen diese Kosten nicht mehr in der AG an, so dass die Zahlung einer Dividende nun möglich werden wird. Nach Auffassung von Herrn Reich wird die Struktur auf diese Weise auch übersichtlicher, und nicht zuletzt sehen die Banken die klare Aufteilung sehr gern und suchen plötzlich wieder das Gespräch.


Abstimmungen

Der Aufsichtsratsvorsitzende gab die Präsenz mit 252.850 Aktien oder 22,47 Prozent des Grundkapitals bekannt. Alle Beschlüsse wurden im Folgenden praktisch einstimmig gefasst. Im Einzelnen waren dies die Entlastung von Vorstand (TOP 2) und Aufsichtsrat (TOP 3), die Bestellung von Manuel Weber-Bleyle zum Abschlussprüfer (TOP 4), der Verzicht des Aufsichtsrats auf die Zahlung einer Vergütung (TOP 5) und die Wahl der Herren Wolfgang Erhard Reich, Hans-Jochen Grüninger und Dorothea Reich in den Aufsichtsrat (TOP 6).

Nach knapp zwei Stunden schloss der Aufsichtsratsvorsitzende die Versammlung und lud zum Mittagessen.


Fazit

Das Geschäft der VCI Venture Capital und Immobilien AG verläuft offenbar recht positiv. Allein in den ersten Monaten des laufenden Jahres wurde ein Gewinn von 550 TEUR erwirtschaftet, der bis zum Jahresende zumindest gehalten werden soll. Pro Aktie wären dies fast 0,50 EUR, woraus sich bei einem Aktienkurs von 2,10 EUR eine sehr günstige Bewertung errechnet. Es bestehen allerdings durchaus noch Unsicherheiten bei einzelnen Beteiligungen, vor allem bei der Cashbet AG, und auch die Aktien der Klosterbrauerei Königsbronn AG und der VAP AG entwickeln sich seit dem Listing deutlich schlechter als erwartet. Zudem hat eine gewisse Vorsicht bei den Unternehmen der Reich-Gruppe, die im kommenden Jahr wohl aus noch mehr als den bislang vier börsennotierten Gesellschaften bestehen wird, schon allein wegen der starken Verquickungen der Firmen untereinander noch nie geschadet.


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