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DNI Beteiligungen AG (ISIN DE0005542401)

Lütticher Straße 8a
D-50674 Köln
Deutschland
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Dr. Johannes Blome-Drees
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Traditionsgemäß hatte die DNI Beteiligungen AG ihre Anteilseigner für den 29. August 2008 in das Senats-Hotel Köln in die Domstadt eingeladen. Der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Georg Issels, Vorstandsmitglied der Scherzer & Co. AG sowie der Rheiner Moden AG, begrüßte die rund 25 anwesenden Aktionäre, Gäste und Vertreter der Presse, darunter Alexander Langhorst von GSC Research, und erledigte die üblichen einleitenden Formalien und Hinweise, bevor er dem Alleinvorstand Dr. Johannes Blome-Drees das Wort erteilte.


Bericht des Vorstands

Nach der Begrüßung der Teilnehmer kam Dr. Blome-Drees zunächst auf das turbulente und herausfordernde Marktumfeld des Jahres 2007 zu sprechen. Während die internationalen Börsen in der ersten Jahreshälfte den Aufwärtstrend der letzten Jahre nahezu unverändert fortsetzten, wurden sie in der zweiten Jahreshälfte durch die Immobilien- und Kreditkrise in den USA belastet. Auch der deutsche Aktienmarkt konnte sich dieser Entwicklung nicht entziehen, und so gab der DAX um über 10 Prozent nach. Noch deutlich stärker waren die mittleren und kleinen Unternehmen von der Eintrübung des Umfelds betroffen. In der Folge verzeichneten die beiden Nebenwerteindizes MDAX und SDAX sogar Rückgänge von über 25 bzw. 30 Prozent. Während sich die meisten DAX-Aktien bis zum Jahresende 2007 wieder erholen konnten, stagnierten die Nebenwerte auf niedrigem Niveau, so Dr. Blome-Drees weiter.

Den deutlichen Auswirkungen der Immobilien- und Kreditkrise konnte sich auch die DNI Beteiligungen AG nach einem zunächst vielversprechend verlaufenen ersten Halbjahr 2007 nicht entziehen. Insbesondere die Annahme der Verwaltung, dass die Kursrückgänge bei Banken und Versicherungen im Herbst 2007 übertrieben waren, war offensichtlich falsch. Daher führten die Engagements in Derivaten auf die MLP AG, Interhyp AG, Allianz AG, Commerzbank AG und Deutsche Bank AG zu empfindlichen Verlusten, die auch durch zahlreiche Gewinnrealisierungen bei anderen Beteiligungspositionen nicht vollständig ausgeglichen werden konnten, so Dr. Blome-Drees. Gewinne wurden nach seiner Angabe im Berichtsjahr unter anderem in Positionen der Deutschen Telekom AG, Biotest AG, HOCHTIEF AG und der freenet AG sowie in Aktien der Tele Atlas N.V., Meilleurtaux S.A., HypoVereinsbank AG, RINOL AG und Sunburst AG erzielt.

Mit Blick auf das Zahlenwerk des Geschäftsjahres 2007 erläuterte Dr. Blome-Drees, dass zum Bilanzstichtag im Finanzanlagevermögen ein Wertpapierbestand von 1,678 Mio. Euro ausgewiesen wird. Bei diesen Wertpapieren handelt es sich um solche, die auf eine langfristige Wertsteigerung ausgerichtet und dazu bestimmt sind, dem Geschäftsbetrieb eines Unternehmens dauerhaft zu dienen. Ausgehend hiervon wurden dieser Position die Aktien der Carthago Capital AG, Rheiner Moden AG, HypoVereinsbank AG und der Scherzer & Co. AG zugeordnet. Im Umlaufvermögen wurden Wertpapiere in Höhe von 0,551 Mio. Euro aktiviert. Das ausgewiesene Eigenkapital der Gesellschaft belief sich zum Bilanzstichtag auf 1,394 Mio. Euro, die Eigenkapitalquote reduzierte sich im Jahresvergleich um 5,8 Prozentpunkte auf 49,5 Prozent.

Vor der Erläuterung der Eckdaten der Gewinn- und Verlustrechnung führte der Vorstand aus, dass die Erlöse aus Wertpapierkäufen und -verkäufen nunmehr in der Position Ertrag und Aufwand aus Wertpapiergeschäften erfasst werden. Diese Erlöse verringerten sich im Vergleich zu 2006 auf 74 (Vj.: 552) TEUR, die Abschreibungen auf Finanzanlagen, Wertpapiere des Umlaufvermögens und sonstige Forderungen erhöhten sich im Berichtsjahr dagegen um 38 auf 251 TEUR. Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen um 111 auf nunmehr 136 TEUR, während sich die sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 20 auf 78 TEUR verringerten.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit war mit minus 163 TEUR negativ nach einem Plus von 197 TEUR im Vorjahr, und unter dem Strich ergab sich ein Jahresfehlbetrag von 155 TEUR nach einem Vorjahresüberschuss von 198 TEUR. Dies entspricht einem Ergebnis je Aktie nach DVFA/SG von minus 1,03 Euro nach zuvor plus 1,32 Euro.

Der Kurs der DNI-Aktie tendierte nach Vorstandsangabe im Geschäftsjahr 2007 leicht schwächer und lag per Ende 2007 bei 14,85 EUR verglichen mit 15,80 Euro per ultimo 2006. In den ersten Monaten 2008 hat sich der Kursrückgang weiter fortgesetzt, wobei die DNI-Aktie derzeit auf einem Niveau von 12,50 Euro notiert.

Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen berichtete Dr. Blome-Drees über die aktuell wichtigsten Beteiligungspositionen der Gesellschaft. Bei der Carthago Capital AG mit Sitz in Bremen handelt es sich um ein börsengehandeltes, unabhängiges Beteiligungsunternehmen. Über ihr Tochterunternehmen Carthago Value Invest SE investiert diese Gesellschaft vorwiegend in Unternehmen mit fundamentaler Unterbewertung, Neben- und Spezialwerte in Sondersituationen, Abfindungskandidaten und Squeeze-outs sowie Insolvenz- und Mantelwerte.

Zum Kerngeschäft dieses Unternehmens zählen darüber hinaus auch Corporate Finance-Leistungen, die über die Tochter Carthago Capital Consulting AG angeboten werden. Hier werden den Kunden aktive Beratungsleistungen für Börsengänge und Handelsaufnahmen sowie Kapitalmaßnahmen und Unternehmensbewertungen angeboten. Durch die Verknüpfung von Investment- und Corporate Finance-Aktivitäten weist die Carthago Capital AG ein integriertes Geschäftsmodell mit hohem Synergiepotenzial auf.

Positiv wertete der DNI-Chef, dass diese Beteiligung auch im schwierigen Umfeld des Jahres 2007 ein positives Ergebnis erzielt hat. Der Gewinn nach Zinsen und Steuern belief sich auf 2,18 Mio. Euro, der Gewinn je Aktie der Carthago Capital AG betrug 0,73 Euro. Auch für das laufende Jahr rechnet der Vorstand des Unternehmens trotz des wechselhaften Börsenumfelds mit einem positiven Ergebnis.

Während die Beteiligung an der Carthago Capital AG bislang aus Sicht der DNI Beteiligungen AG ein lohnendes Investment war, konnte sich die Carthago-Aktie sowohl im Berichtsjahr als auch im laufenden Jahr nicht vom negativen Marktumfeld abkoppeln, und so sank der Kurs von 5,70 Euro Anfang 2007 bis auf ein Tief von 3,55 Euro. Aktuell steht die Aktie bei 3,65 Euro. Dr. Blome-Dress zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass die positive operative Entwicklung bei einer Beruhigung des Marktumfelds wieder zu deutlich höheren Kursen der Carthago-Aktie führen wird.

Eine weitere wichtige Beteiligungsposition stellt die Rheiner Moden AG dar, die nach vollzogener Satzungsänderung nunmehr als RM Rheiner Management AG firmiert. Dieses Unternehmen investiert sein eigenes Vermögen vorwiegend in Abfindungswerte. Darüber hinaus fungiert die Gesellschaft als Partner bei Kooperations- und Poolverträgen sowie als Vermittler bei Manteltransaktionen. Schließlich ist die RM Rheiner Management AG im Bereich sogenannter Nachbesserungsrechte tätig, so der DNI-Chef. Sogenannte Nachbesserungsrechte oder besser Abfindungserstattungsansprüche entstehen, wenn Aktien und deren Wert im Rahmen von gesetzlichen Strukturmaßnahmen einer gerichtlichen Überprüfung unterzogen werden.

Per 30.6.2008 verfügte die RM Rheiner Management AG über ein Portfolio an Nachbesserungsrechten in Höhe von 20,17 Mio. Euro. Aus diesen Nachbesserungsrechten erwartet das Management in Zukunft wesentliche Ergebnisbeiträge. Diese Einschätzung wird auch von der Unternehmensleitung der DNI geteilt. Der Börsenkurs der Gesellschaft, der sich in den letzten Jahren sehr erfreulich entwickelt hat, war sowohl im Berichtsjahr als auch im laufenden Jahr stabil. Der aktuelle Kurs liegt bei 34 Euro.

Bei der Scherzer & Co. AG handelt es sich nach Angabe von Dr. Blome-Drees um ein Beteiligungsunternehmen, das seit seiner Neuausrichtung im Jahre 2005 eine sicherheits- und chancenorientierte Investmentstrategie betreibt. Einen Schwerpunkt bilden dabei Investitionen in Abfindungswerte im Kontext von Strukturmaßnahmen und in Value-Aktien, bei denen der Börsenkurs nach unten hin abgesichert erscheint. Investiert wird zudem in Aktien, die bei kalkulierbarem Risiko ein erhöhtes Chancenpotenzial aufweisen.

Das Geschäftsjahr 2007 hat die Scherzer & Co. AG sehr erfolgreich abgeschlossen. Bei einem Jahresüberschuss von 4,4 Mio. Euro betrug das Ergebnis je Aktie 0,16 Euro. Das Halbjahresergebnis 2008 vor Zinsen und Steuern lag allerdings bei minus 74 TEUR. Mitte 2008 besaß die Gesellschaft Nachbesserungsrechte in Höhe von 38,804 Mio. Euro.

Für die DNI Beteiligungen AG bietet die Scherzer & Co. AG damit eine gute Gelegenheit, in ein Portfolio zu investieren, das nach Auffassung von Dr. Blome-Drees ein sehr interessantes Chance-/Risikoverhältnis aufweist. Leider konnte sich auch die Scherzer-Aktie dem Abwärtstrend an den Finanzmärkten ab Mitte des Berichtsjahres nicht entziehen und hat seit ihrem Hoch Anfang April 2007 knapp 20 Prozent auf 1,40 Euro eingebüßt. Auch in Bezug auf diese Beteiligung bekräftigte der Vorstand seine positive Einschätzung. und so rechnet er mit einem deutlichen Kursanstieg bei einer Beruhigung des Marktumfelds.

Vergleichsweise jung ist hingegen das Engagement der DNI bei der freenet AG. Erfolgt ist der Positionsaufbau nach Bekanntwerden der debitel-Übernahme. Hierdurch positioniert sich das Unternehmen klar als Mobilfunk-Wiederverkäufer und nicht im DSL-Geschäft. Nach der Transaktion ist die freenet AG mit einigem Vorsprung der größte Wiederverkäufer im deutschen Mobilfunkmarkt und kommt mit seinen gut 19 Millionen Mobilfunkkunden auf einen Marktanteil von rund 20 Prozent. Damit belegen die Büdelsdorfer den Platz 3 auf dem deutschen Markt.

Wie Dr. Blome-Drees weiter ausführte, ist die Verwaltung der DNI von der strategischen Neuorientierung der Gesellschaft überzeugt, mit deren konsequenter Umsetzung nach den bei der DNI vorliegenden Informationen im dritten Quartal zügig begonnen wurde. Zu den Maßnahmen zählen neben der Reduzierung der Verschuldung der freenet AG auch die Integration der Unternehmen sowie die Erschließung von Synergien. Zur Reduzierung der Verschuldung wird zunächst der Verkauf des schwächelnden und defizitären DSL-Geschäfts beitragen, auf das eine ganze Reihe von Wettbewerbern ein Auge geworfen hat. Bei freenet erwartet man in 2009 ein EBITDA für die Gruppe (ohne DSL-Geschäft) von 450 Mio. Euro. Vor diesem Hintergrund sieht der DNI-Vorstand bei der aktuellen Bewertung an der Börse noch einiges Aufholpotenzial.

Als letztem Wert berichtete Dr. Blome-Drees über die Deutsche Telekom AG. Rückblickend hat diese Position in der Vergangenheit bereits mehrfach dazu geführt, dass man den Anteilseignern von einer unbefriedigenden Aktienkursentwicklung berichten musste. Während dies in den beiden letzten Geschäftsjahren erfreulicherweise nicht der Fall war und in 2007 sogar ein ansehnlicher Trading-Gewinn erzielt werden konnte, verheißt die Kursentwicklung im laufenden Geschäftsjahr laut Vorstand wieder einmal nichts Gutes. Von Januar bis März 2008 hat die Aktie mehr als 30 Prozent an Wert eingebüßt und hat sich seitdem auch nur leicht erholen können. Aktuell hält die DNI 150.000 Call-Optionen mit der Basis 12 und einer Laufzeit Dezember 2012 im Bestand, auf die man als Stillhalter revolvierend kürzer laufende Optionen verkauft.

Da sich die Deutsche Telekom AG nach Vorstandsangabe auf einem guten Weg befindet, ihre Jahresziele zu erreichen, ist sie nach seiner Auffassung bei einer Dividendenrendite von 7,7 Prozent auf dem derzeitigen Niveau günstig bewertet. Aus diesem Grunde wird an dem Engagement weiter festgehalten, da es sich nach Einschätzung von Dr. Blome-Drees langfristig betrachtet um ein attraktives Investment handelt und auch der Aktienkurs über entsprechendes Potenzial verfügt.

Zum Abschluss seiner Ausführungen gab Dr. Blome-Drees noch einen kurzen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr 2008. Da die Probleme an den Finanzmärken weiter fortbestehen und zudem in letzter Zeit auch die Anzeichen für ein Übergreifen der Krise auf die Realwirtschaft zunehmen, geht der Vorstand für das Gesamtjahr von weiterhin volatilen Finanzmärkten aus. Insbesondere zusätzliche Hiobsbotschaften aus dem Banken- und Immobiliensektor könnten dort zu weiteren Verwerfungen führen.

Zwar trägt die schwerpunktmäßige Anlage der DNI in unterbewertete Aktien, in Aktien mit Übernahmephantasie und in Squeeze-out-Titel dazu bei, den Wert der eigenen Aktie auch in schwierigen Börsenzeiten zu stabilisieren, einer andauernden Abwärtstendenz der Finanzmärkte werde sich die Gesellschaft dennoch nicht entziehen können, so der Vorstand weiter.

Grundsätzlich geht die DNI als Beteiligungsgesellschaft mit ihren Investitionen Risiken ein, die gegebenenfalls zu Verlusten führen können. Sollte es beispielsweise im weiteren Jahresverlauf nicht zu einer spürbaren Erholung bei den Aktien der Deutschen Telekom AG kommen, wird dies nach Aussage von Dr. Blome-Drees zu merklichen Belastungen für die DNI Beteiligungen AG führen. Angesichts der unsicheren Gesamtlage sah sich der Vorstand zudem nicht in der Lage, eine konkrete Ergebnisprognose für das Jahr 2008 abzugeben.

Abschließend erinnerte Dr. Blome-Drees daran, dass ein volatiles Marktumfeld für eine Beteiligungsgesellschaft nicht ausschließlich negativ zu werten ist. Starke Schwankungen ermöglichen im Anlagebereich günstige Einstiegsmöglichkeiten, und im Stillhaltergeschäft können hohe Prämien erzielt werden. Ferner geht er davon aus, dass die bestehenden Basisinvestitionen im Finanzanlagebereich in den nächsten Monaten zusätzliche positive Impulse für einen deutlichen Vermögenszuwachs der Gesellschaft liefern werden.


Allgemeine Aussprache

Nachdem sich kein Aktionär zu Wort meldete, bat der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Issels seine beiden Aufsichtsratskollegen, über die aktuellen Entwicklungen am Immobilien- und Aktienmarkt zu berichten.

Daraufhin ging Rainer Thaler im ersten Teil der Ausführungen auf das aktuelle Marktumfeld im Immobiliensektor ein. Nach seiner Einschätzung hat eine vollkommen fehlgeleitete Analyse und Risikoeinschätzung zu Immobilien- und Immobilienfinanzierungen seitens der Banken zum Ausbruch der Subprime-Krise mit den inzwischen unübersehbaren Folgen am Immobilienmarkt geführt. Im Vergleich zu den USA und Großbritannien, aber auch zu Spanien ist der deutsche Markt noch deutlich glimpflicher davongekommen. Unabhängig hiervon ist es jedoch bei Wohnimmobilien auch auf dem deutschen Markt zu Übertreibungen gekommen, die nach Aussage von Herrn Thaler vor allem auf von Private Equity-Investoren getriebene Investitionen zurückzuführen sind.

Die bei diesen Transaktionen gezahlten Kaufpreise sowie der hohe Fremdmitteleinsatz von zum Teil bis zu 95 Prozent hat auch hier entsprechende Spuren hinterlassen. Besonders deutlich werden die Auswirkungen laut Herrn Thaler an einer Reihe von börsennotierten Immobilien-AGs wie Patrizia, Eurocastle/Fortresse und anderen, deren Aktienkurse in den letzten Monaten bereits deutlich nachgegeben haben. Trotz dieser Rückgänge und auch der deutlichen Korrekturen an den ausländischen Immobilienmärkten ist der „große Tsunami“ in der Branche bislang ausgeblieben. Vor diesem Hintergrund geht Herr Thaler davon aus, dass die Auswirkungen noch einige Jahre andauern werden.

Als weiteren Punkt führte Herr Thaler an, dass der Markt für Verbriefungen seit dem Sommer 2007 faktisch zusammengebrochen ist und zahlreiche Banken und Finanzierer noch auf erheblichen Handelsbeständen sitzen, die sie bislang noch nicht bei Investoren platzieren konnten. Auch die von vielen Marktbeobachtern erwartete Belebung des Markts durch die Einführung von REITs (Real Estate Investment Trust) hat sich bislang auf dem deutschen Markt noch nicht eingestellt, und so sind aktuell lediglich zwei REIT-AGs an der Börse notiert.

Auf die Frage nach möglichen Chancen im Bereich der Immobilienaktien antwortete Herr Thaler, dass nach seiner Einschätzung vor allem solche Gesellschaften Chancen bieten, welche ihre Bestände bereits vor dem Jahr 2006 und damit vor Beginn des dynamischen Preisanstiegs erworben haben. Damit sind solche Gesellschaften auch nicht so stark von dem zu erwartenden Rückgang des Preisniveaus auf das Niveau von vor 2006 betroffen. Ebenfalls meiden sollte der Investor privatisierungsgetriebene Wohnungsgesellschaften. Im aktuell deutlich schwieriger gewordenen Umfeld entwickeln sich gute Objekte in entsprechenden Lagen und mit guter Mieterstruktur weiterhin positiv, jedoch wird es deutlich schwieriger, im aktuellen Umfeld schlechte oder problembehaftete Objekte erfolgreich und ohne spürbare Preisnachlässe zu veräußern.

Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Martin Wirth, Vorstandsmitglied bei der FPM Frankfurt Performance Management AG, berichtete dann im Rahmen seiner Ausführungen über seine aktuelle Einschätzung zum Aktienmarkt und beleuchtete hierbei insbesondere die Branchen Banken und Telekommunikation. Nach seiner Einschätzung befindet sich der Aktienmarkt mit Ausnahme von Large Caps bereits seit Mitte 2006 in einer Baisse, und diese ist auch bereits weit fortgeschritten, da inzwischen nahezu alle Branchen hiervon erfasst worden sind.

Die Bewertungen bewegen sich in vielen Sektoren auf dem Niveau des Jahres 2003, auch eine Betrachtung der Gesellschaften unter Substanzgesichtspunkten ist nach Meinung von Herrn Wirth interessant. Mit Blick auf das Jahr 2003 erinnerte er daran, dass seinerzeit der Markt seinen Tiefpunkt erreichte, als auch Energieaktien wie RWE und E.ON eingebrochen sind, wobei damals vor allem von Versicherungsgesellschaften entsprechender Verkaufsdruck ausgeübt worden ist.

Inzwischen ist das Risikomanagement bei Banken und anderen Finanzunternehmen laut Herrn Wirth jedoch sehr restriktiv geworden, und ähnlich restriktiv werden auch Positionen von Kunden wie beispielsweise Hedgefonds überwacht. Aktuell belastend auf den Markt wirken sich nach Angabe von Herrn Wirth auch Mittelabflüsse bei Value-Strategien aus, welche zuletzt ebenfalls schlecht abgeschnitten haben und nunmehr auch von Umschichtungsbewegungen der Investoren betroffen sind.

Mit Blick auf die aktuelle Bewertung von Bank- und Finanzaktien konstatierte Herr Wirth, dass der Markt aktuell nicht differenziert, welches Institut von den Verwerfungen am Immobilien- und Verbriefungsmarkt nennenswert betroffen ist und welches nicht. Als Beispiel für Institute, welche sich im schwierigen Umfeld noch sehr gut behaupten, nannte er die Deutsche Bank in Europa sowie Goldman Sachs in den USA. Wie wenig die Investoren im aktuell nervösen Umfeld differenzieren, zeigt sich nach seiner Auffassung auch am Beispiel der Aareal Bank-Aktie, welche ebenfalls große Kursverluste zu verzeichnen hatte, obwohl dieses Institut als einziges die eigenen Zielvorgaben auch erreicht hat.

In diesem sehr nervösen Umfeld ist nach Aussage von Herrn Wirth die Frage der Solvabilität ausgesprochen wichtig, wie sich auch am Beispiel der Refinanzierungssätze von Banken wie der Deutschen Bank AG und einer Vielzahl von amerikanischen und auch schweizerischen Wettbewerbern zeigt. Auf mittlere und längere Sicht wird sich der Markt nach Einschätzung von Herrn Wirth dramatisch umverteilen, worunter vor allem die großen US-Häuser Citibank und Merril Lynch, aber auch die schweizerische UBS leiden werden.

Bezogen auf die aktuelle Einschätzung zur Aktie der Deutschen Telekom erklärte Herr Wirth, dass es sich bei diesem Anteilsschein nahezu um einen Unternehmensbond handelt mit einer erfreulich hohen Dividendenrendite von 8 Prozent und einem entsprechend hohen Free Cashflow. Zu leiden hat die Gesellschaft jedoch unter dem anhaltend intensiven Wettbewerbsumfeld und den damit einhergehend sinkenden Preisen für die angebotenen Leistungen. Auf dem aktuellen Kursniveau von 11 Euro bietet die Aktie nach Angabe von Herrn Wirth eine Rendite von fast 15 Prozent.

Als ebenfalls sehr aussichtsreiches Investment bewertete der FPM-Vorstand auch die Aktie der freenet AG, die zuletzt ebenfalls deutlich unter Druck geraten ist. Bezogen auf die aktuelle Auseinandersetzung des Managements von freenet mit seinen Anteilseignern United Internet AG und Drillisch AG wollte Herr Wirth nicht in die dort vorgebrachte Kritik einstimmen, und er bescheinigte dem Unternehmensvorstand, im letzten Jahr einen guten Job gemacht zu haben.

Auch den Erwerb von debitel und die damit einhergehende lang erwartete Bereinigung des Markts begrüßte Herr Wirth vom Grundsatz her. Die hierfür aufgenommenen Fremdmittel wird das Unternehmen auf Sicht von zwei bis drei Jahren zurückzahlen können, der Free Cashflow je Aktie beläuft sich auf 2 bis 3 Euro und bietet damit eine Rendite von 20 bis 30 Prozent bei Aktienkursen von unter 10 Euro. Auch das Geschäftsmodell ist nach Ansicht von Herrn Wirth recht stabil und erprobt, überdies ist freenet die Nummer 3 im Mobilfunkmarkt nach der Kundenzahl und verfügt damit auch ohne eigenes Netz über eine entsprechende Marktmacht gegenüber den Netzbetreibern. Insgesamt erinnert das Geschäftsmodell an Unternehmen aus dem Bereich Utilities/Versorger.


Abstimmungen

Nach diesen Ausführungen stellte der Aufsichtsratsvorsitzende um 12:05 Uhr die Präsenz mit 46.365 Aktien oder 30,91 Prozent des stimmberechtigten Grundkapitals fest. Sämtliche Beschlussvorlagen der Verwaltung wurden einstimmig und ohne Enthaltungen verabschiedet. Im Einzelnen beschlossen wurden die Entlastung von Vorstand (TOP 2) und Aufsichtsrat (TOP 3) sowie die Wahl der Formhals Revisions- und Treuhand-GmbH zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2008 (TOP 4).


Fazit

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat die DNI Beteiligungen AG auf eine Gegenbewegung bei Finanzaktien gesetzt und sich nach dem durch die Subprime-Krise ausgelösten Kursrutsch im Sommer dort bereits frühzeitig engagiert. Letztlich ist die erwartete Gegenbewegung ausgeblieben und hat zu entsprechenden Belastungen in der Gewinn- und Verlustrechnung geführt, so dass die Gesellschaft wieder einen kleinen vierstelligen Bilanzverlustvortrag aufweist. Analog hierzu hat sich auch der Aktienkurs in den vergangenen Monaten in Richtung von aktuell 12,40 EUR abgeschwächt.

Grundsätzlich hält der Verfasser den vom Unternehmen verfolgten Investmentansatz jedoch für aussichtsreich, so dass vor allem längerfristig orientierte Investoren die aktuelle Kursschwäche zum Einstieg nutzen könnten.


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Hinweis: Die DNI Beteiligungen AG besitzt Aktien der GSC Info und Beteiligungen AG, der Muttergesellschaft der GSC Research GmbH.


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