DLB-Anlageservice AG (ISIN DE0005540306)

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HV-Bericht DLB-Anlageservice

Trotz deutlichen Kursanstiegs noch immer unter NAV zu haben


Die Hauptversammlung der DLB-Anlageservice AG fand am 13. Mai 2014 im Brauhaus Riegele in Augsburg statt. Dort hatten sich rund 25 Aktionäre und Gäste versammelt, darunter Matthias Wahler für GSC Research, als der Aufsichtsratsvorsitzende Johannes Schuhwerk die Sitzung um 11 Uhr eröffnete. Er erläuterte zügig die Formalien und übergab das Wort dann an den Vorstand.


Bericht des Vorstands

Wie Alleinvorstand Michael Höfer darlegte, haben sich die Aktienmärkte im Geschäftsjahr 2013 trotz einer konjunkturell durchwachsenen Entwicklung sehr positiv entwickelt. Als Hauptgrund dafür machte er die durch die Notenbanken im Übermaß zur Verfügung gestellte Liquidität in Verbindung mit niedrigsten Zinsen aus.

Dies erhöhte die Attraktivität der Aktie im Vergleich zu anderen Anlageformen und befeuerte die Aktienmärkte. Die DLB hat mit ihren Depots in diesem Umfeld recht ordentlich abgeschnitten. Den schon seit Längerem hohen Investitionsgrad hat der Vorstand beibehalten. Er ist von der positiven Entwicklung der Engagements weiter überzeugt.

Den Bericht zum Geschäftsjahr begann Herr Höfer mit der Erläuterung der Bilanz. Auffällig ist hier zunächst der Rückgang der Beteiligungen auf 1,81 (Vj. 1,99) Mio. Euro. Dies resultiert laut Herrn Höfer aus der Veräußerung der Beteiligung von 6 Prozent an der AB Effektenbeteiligungen AG (ABE) an die Focus-Industrie-Beteiligungs AG, die die Beteiligung darüber hinaus auf 10 Prozent ausgebaut hat.

Auf der ABE-Beteiligung lagen Herrn Höfer zufolge durchaus nennenswerte stille Reserven. Unter anderem sind diese dadurch entstanden, dass die Ausschüttungen der ABE in den letzten drei Jahren als Kapitalrückzahlung erfolgt sind. Dies war in der DLB-Bilanz ergebnisneutral, reduzierte aber den Beteiligungsansatz und erhöhte damit die stillen Reserven.

Die Ausleihungen an die Focus haben sich auf 1,01 (0,52) Mio. Euro verdoppelt und stellen damit einen wesentlichen Vermögensposten dar. Risiken sind damit, wie Herr Höfer betonte, aber nicht verbunden. Die DLB hält 96 Prozent der Anteile und Vorstand und Aufsichtsrat sind mit den gleichen Personen wie bei der DLB besetzt. Dennoch soll die Ausleihung in diesem Jahr zurückgeführt werden.

Bei den sonstigen Wertpapieren gab es keine größeren Veränderungen. Die liquiden Mittel von nur noch 8 (155) TEUR spiegeln den hohen Investitionsgrad wider. Kreditlinien stehen nach wie vor im mittleren sechsstelligen Volumen zur Verfügung. Der Vorstand will diese Spielräume aber wie in der Vergangenheit allenfalls kurzfristig nutzen.

Das Eigenkapital erhöhte sich im Berichtszeitraum auf 3,22 (3,10) Mio. Euro. Der Buchwert der Aktie errechnet sich daraus mit 10,95 (10,56) Euro und die Eigenkapitalquote beträgt bei einer Bilanzsumme von 3,36 (3,21) Mio. Euro knapp 96 Prozent. Der Anstieg der Rückstellungen auf 90 (12) TEUR resultiert laut Herrn Höfer im Wesentlichen aus den Erfolgshonoraren für die Analysten.

Die Umsatzerlöse aus Dienstleistungen waren im vergangenen Jahr mit 190 (63) TEUR nahezu dreimal so hoch wie im Vorjahr. Zum Teil hängt dies Herrn Höfer zufolge mit der Liquidation der Ibörsa AG zusammen und hat Einmalcharakter. Außerdem haben mit der guten Performance der Tochtergesellschaften, auf die er im Anschluss näher einging, auch die Erfolgshonorare zugenommen.

Aus dem Wertpapiergeschäft ergaben sich sonstige betriebliche Erträge von 313 (388) TEUR. Die Dividendenerträge erhöhten sich auf 21 (12) TEUR. Abschreibungen auf Sachanlagen spielten mit 12 (9) TEUR nur eine untergeordnete Rolle und die sonstigen betrieblichen Aufwendungen summierten sich auf 140 (52) TEUR.

Ertragssteuern waren wie schon in den Vorjahren nicht abzuführen. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 264 (204) TEUR entspricht deshalb im Wesentlichen dem Jahresüberschuss. Vorstand und Aufsichtsrat schlugen der Hauptversammlung vor, eine auf 0,60 (0,50) Euro angehobene Dividende auszuschütten.

Im Anschluss ging der Vorstand näher auf die drei Beteiligungen ein. Bei der ABE ging der Jahresüberschuss auf 529 (579) TEUR bzw. 1,47 (1,61) Euro je Aktie leicht zurück. Operativ entwickelte sich das Geschäft mit einer Performance der Depots von über 30 Prozent indes sehr erfolgreich.

Zusätzlich zu einer deutlich höheren Dividende von 3,25 (0,75) Euro beschloss die Hauptversammlung der ABE deshalb eine Kapitalrückzahlung von 1,75 Euro je Aktie. Mit Schwerpunktbeteiligungen wie Rhön Klinikum, BWT, Easy Software, Porsche und Frauenthal sieht Herr Höfer die Gesellschaft auch weiterhin gut aufgestellt.

Die Focus-Industrie-Beteiligungs AG glänzte ebenfalls mit einer Depot-Performance von über 30 Prozent. Da nur wenige Gewinne realisiert wurden, blieb das Jahresergebnis mit 24 (10) TEUR dennoch auf einem niedrigen Niveau. Die Entscheidung, an den Aktien festzuhalten, erwies sich im Nachhinein als richtig. Die großen Positionen wie Adesso, AVT, Cenit, Fabasoft, Heliad, Magix und Sekt Wachenheim haben zum Teil erheblich weiter an Wert gewonnen.

Bei der Novalis Beteiligungen AG lief es ähnlich. Trotz einer Depot-Performance von 17 Prozent kommt die Gesellschaft infolge geringer Gewinnrealisierungen nur auf einen Überschuss von 4 (5) TEUR. Einige Goldwerte sowie Positionen aus den Schwellenländern haben die Performance in 2013 belastet. Bei Beteiligungen wie AVT, Cenit oder Miba haben sich die stillen Reserven hingegen erhöht. Mit größeren Belastungen aus der Ukraine und Russland rechnet der Vorstand nach deutlicher Reduzierung der betreffenden Positionen nicht mehr.

Weiterhin teilte Herr Höfer mit, dass derzeit Gespräche über eine Fusion der Novalis mit der ähnlich strukturierten Beteiligungs- und Verlagsgesellschaft VAB Verlags-AG geführt werden. Diese Gesellschaft, die dem Aufsichtsratsmitglied Peter Bässler zuzurechnen ist, residiert in den gleichen Räumen wie die Novalis am österreichischen Mondsee.

Die VAB veröffentlicht nach Angabe von Herrn Höfer unter anderem den „Hanseatischen Börsendienst“ und den „Austria Börsenbrief“. Neben Kosteneinsparungen verspricht sich der Vorstand von der Fusion, die in der zweiten Jahreshälfte 2014 vollzogen werden könnte, die strategische Weiterentwicklung der DLB-Gruppe.

Des Weiteren informierte der Vorstand, dass im Januar 2014 die entsprechende Ermächtigung genutzt und unter Ausschluss des Bezugsrechts 26.000 Aktien bei sechs längerfristig orientierten Investoren platziert worden sind. Der Ausgabekurs lag mit 9,50 Euro unter Einrechnung des Dividendennachteils leicht über dem damaligen Börsenkurs. Die der Hauptversammlung vorgeschlagene neue Ermächtigung will der Vorstand gegebenenfalls auch sehr behutsam nutzen.

Mit der Entwicklung der DLB-Aktie zeigte sich Herr Höfer recht zufrieden. Im Berichtszeitraum hat der Kurs 17 Prozent an Wert gewonnen und im bisherigen Jahresverlauf 2014 hat sich der positive Trend fortgesetzt. Wie er ergänzte, hat sich der Discount zum Net Asset Value (NAV) mit dem Kursanstieg nur geringfügig vermindert. Insofern sieht er, auch mit Blick auf die Dividendenrendite von mehr als 5 Prozent, eine solide Grundlage für weitere Kurssteigerungen gegeben.

Herr Höfer kam dann zum Ausblick. Die grundsätzlichen Rahmenbedingungen haben sich nach seiner Beobachtung in den letzten zwölf Monaten nicht wesentlich verändert. Die Bewertung der Aktien ist in einem Umfeld extrem niedriger Zinssätze mangels Anlagealternativen noch nicht überzogen und bei den Unternehmen sind unter anderem durch Skaleneffekte durchaus noch Ertragssteigerungen möglich.

Andererseits könnten sich Belastungen aus der Ukrainekrise oder einem Einbruch der Märkte in China ergeben. Zudem haben viele Internet- und Technologiewerte in den USA anspruchsvolle Bewertungen erreicht. Unabhängig davon, wie sich das Marktumfeld entwickelt, ist der Vorstand bestrebt, die operativen Grundlagen für eine weitere Steigerung von Ergebnis und Dividende zu schaffen.


Allgemeine Aussprache


Die Aktionäre Edelmann und Weeke baten um ergänzende Informationen zu der Kapitalerhöhung im Februar 2014. Insbesondere wollten sie wissen, wer die Aktien gezeichnet hat. Nach Aussage von Herrn Höfer waren dies vier Firmen, davon zwei Family Offices, und zwei Privatleute. Alle wollen langfristig engagiert bleiben, was dem Vorstand natürlich am liebsten ist.

Der Ausschluss des Bezugsrechts erschien wegen der gesetzlichen Restriktionen sinnvoll. Auf diese Weise konnte die Kapitalerhöhung nach gezielter Ansprache einiger größerer Investoren schnell und unkompliziert platziert werden, um das Geschäftsvolumen zu erhöhen und die Liquidität in der Aktie zu verbessern. Für die übrigen Aktionäre bedeutete dies keinen Nachteil, da der Ausgabepreis nahe dem Börsenkurs lag.

Auf Nachfrage eines weiteren Teilnehmers teilte Herr Höfer mit, dass abhängig von der Verfassung der Märkte eventuell im Herbst 2014 eine weitere Kapitalerhöhung geplant ist. Sollten Aktionäre Interesse haben, daran teilzunehmen, können sie sich gerne melden. Allerdings sollten sie sich schon in einem nennenswerten Umfang engagieren wollen.

Befragt nach den Gründen für den Verkauf der ABE-Beteiligung an die Focus erklärte Herr Höfer, dass ein Großteil des Vermögens der DLB in den Beteiligungsgesellschaften steckt. Durch den Übertrag konnten die über die Jahre in der ABE entstandenen stillen Reserven nun teilweise realisiert werden, nachdem sich bisher mit den Kapitalrückzahlungen immer nur der Einstandskurs verringert hat.

Letztlich fällt es nach Auffassung von Herrn Höfer bei einer Beteiligungsgesellschaft ins normale operative Geschäft, dass auch einmal stille Reserven gehoben werden. Über die Jahre ist das Vermögen in den Beteiligungsgesellschaften schließlich dennoch gestiegen und die Beteiligungsansätze sind gleich geblieben.

Die Frage von Herrn Weeke, wie sich die Gruppe nach der beabsichtigten Fusion von Novalis und VAB darstellt, konnte Herr Höfer noch nicht konkret beantworten. Derzeit laufen noch die Gespräche, und letztlich müssen auch die Aktionäre der beiden Gesellschaften den Beschluss fassen. Das Ziel ist es auf jeden Fall, Kosteneinsparungen zu realisieren, nachdem die Mindestkosten für eine Kapitalgesellschaft in Österreich noch höher sind als in Deutschland. Außerdem kann so das Geschäftsvolumen der DLB ausgeweitet werden.

Die Verlagsaktivitäten werden auch nach der Fusion erhalten bleiben. Es gibt diesbezüglich ohnehin schon eine enge Kooperation, die wertvoll ist für die DLB. Das Verlagsgeschäft ist allerdings in eine Tochtergesellschaft ausgegliedert und wird den Jahresabschluss der DLB nicht direkt beeinflussen.

Eine weitere Wortmeldung kam wie in den Vorjahren von Walter Benzinger. Er ist nach eigenen Angaben bereits seit zehn Jahren in der DLB-Aktie engagiert und hat zu Kursen zwischen 5 und 13 Euro immer wieder nachgekauft. Insgesamt ist er mit seinem Engagement sehr zufrieden, zumal er über die Zeit in Summe fast 5 Euro an Dividenden erhalten hat.

Ihm war aufgefallen, dass sich in den Beteiligungsgesellschaften teilweise die gleichen Aktien finden. Aus Gründen der Risikostreuung schien ihm dies nicht unbedingt sinnvoll zu sein. Wie Herr Höfer darlegte, werden identifizierte gute Werte abhängig von der zur Verfügung stehenden Liquidität teilweise auch in verschiedenen Gesellschaften gekauft. Es ist durchaus sinnvoll, das Vermögen nicht auf zu viele Werte aufzuteilen. Eine Risikostreuung ist dennoch gegeben.

Sehr erfreulich fand Herr Benzinger, dass sich bei der DLB-Aktie mit Veröffentlichung der Zahlen des Geschäftsjahres 2013 ein regelrechtes Kursfeuerwerk entzündet hat. Dennoch notiert sie nach Aussage des Vorstands weiterhin unter NAV. Auf seine Nachfrage nannte Herr Höfer einen Wert von 14 Euro als Untergrenze für den aktuellen inneren Wert. Der NAV errechnet sich auf jeden Fall über dieser Marke.

Ein Aktionär war nicht ganz zufrieden mit der Dividende. Seiner Meinung nach hätte die DLB angesichts eines Gewinns je Aktie von 0,90 (0,69) Euro noch mehr als 0,60 Euro ausschütten können. Hierzu erklärte Herr Höfer, dass er grundsätzlich versucht, die verschiedenen Interessen auszubalancieren.

Zum einen gibt es Aktionäre, die am liebsten gar keine Dividende wollen, weil sie langfristig engagiert sind und eine Ausschüttung versteuern müssen. Außerdem soll das Geschäftsvolumen weiter erhöht werden. Andere Aktionäre wollen am liebsten den gesamten Gewinn als Dividende erhalten. Der Vorstand meint, mit 0,60 Euro einen guten Kompromiss gefunden zu haben.


Abstimmungen

Herr Schuhwerk verkündete die Präsenz mit 117.438 Aktien. Bezogen auf das gesamte Grundkapital, das sich seit der Kapitalerhöhung auf 2.560.000 Euro beläuft und in 320.000 Aktien eingeteilt ist, bedeutet dies eine Quote von 36,70 Prozent. Alle Beschlüsse wurden einstimmig gefasst.

Im Einzelnen waren dies die Dividende von 0,60 Euro (TOP 2), die Entlastung von Vorstand (TOP 3) und Aufsichtsrat (TOP 4), die Änderung der Beschlussfassung hinsichtlich des genehmigten Kapitals (TOP 5) und die Wahl der Rath, Anders, Dr. Wanner & Partner WPG zum Abschlussprüfer (TOP 6).

Um 12:33 Uhr schloss der Vorsitzende die Versammlung.

Fazit

Das Geschäftsjahr 2013 hat die DLB AG erfolgreich abgeschlossen. Obwohl nur ein Teil der Kursgewinne realisiert wurde, kletterte der Jahresüberschuss auf 263 (203) TEUR und das Ergebnis je Aktie erreichte 0,90 (0,69) Euro. Die Aktionäre profitieren von dem Erfolg über eine Anhebung der Dividende auf 0,60 (0,50) Euro. Auch nach dem deutlichen Kursanstieg der Aktie bedeutet dies noch eine Rendite von über 5 Prozent.

Der Aktienkurs hat sich mit der erfolgreichen Geschäftsentwicklung im Rücken in den letzten zwölf Monaten auf mehr als 11 Euro deutlich nach oben entwickelt. Die Bewertung ist damit aber gar nicht teurer geworden. Der NAV liegt nach Aussage des Vorstands aktuell auf jeden Fall über 14 Euro. Der Discount hat sich also kaum verringert.

Anfang 2014 hat der Vorstand eine kleine Kapitalerhöhung bei einigen größeren Investoren platziert, die das Unternehmen langfristig begleiten wollen. Für die DLB ist dies sicherlich sinnvoll. Die Verwaltungskosten verteilen sich so auf ein größeres Anlagevolumen. Das Engagement dürfte sich aber auch für die Investoren lohnen.

Immerhin haben die DLB-Aktionäre in den letzten zehn Jahren über zwei Finanzkrisen hinweg im Durchschnitt knapp 0,50 Euro p.a. an Dividende erhalten. Das ist durchaus bemerkenswert. Nach wie vor ist die DLB eine solide und renditestarke Aktie, die weiterhin gekauft werden kann.


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