Trade & Value AG (ISIN DE0006039191)

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HV-Bericht Trade & Value AG

Lena-Beteiligung 2021 erfolgreich veräußert


Am 25. September 2021 fand die ordentliche Hauptversammlung der Trade & Value AG für das Geschäftsjahr 2020 statt. Auch in diesem Jahr hielt die Gesellschaft ihr Aktionärstreffen als Präsenzveranstaltung ab. Im vergangenen Jahr musste Trade & Value einen deutlichen Verlustausweis hinnehmen. Für GSC Research berichtet Thorsten Renner über den Verlauf der Hauptversammlung.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Weilermann eröffnete die Hauptversammlung um 9:30 Uhr und begrüßte die anwesenden Aktionäre. Er entschuldigte seine beiden Aufsichtsratskollegen und ging dann kurz auf den Aufsichtsratsbericht ein. Im Anschluss übergab er das Wort an den Alleinvorstand Oliver Dornisch.


Bericht des Vorstands

Zu Beginn ging Herr Dornisch kurz auf die Tagesordnung der Hauptversammlung ein. Wie er weiter berichtete, haben sich die Umsätze beim Verkauf von Wertpapieren im letzten Jahr verachtfacht. Bei einem sehr regen Handel konnte nach einem harten Kampf nur ein Rohertrag von 28 TEUR erwirtschaftet werden. Dagegen lag der Rohertrag im Vorjahr bei 129 TEUR, obwohl sich der Handelsumsatz nur auf 1,2 Mio. Euro belief, konstatierte der Vorstand. Im Jahresverlauf war das Ergebnis sogar deutlich negativ, erst gegen Ende des Jahres gelang eine Aufholjagd.

Der Personalaufwand und die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen in den beiden letzten Jahren bei jeweils rund 148 TEUR. Diese Summe trägt sich nicht bei dem geringen Rohertrag, betonte Herr Dornisch. Daneben musste die Gesellschaft 2020 auch noch Abschreibungen von 142 TEUR verkraften. Am Ende stand dann ein "schmerzhafter" Verlust von 279 TEUR in den Büchern.

Dabei handle es sich um eine sehr kleine Gesellschaft mit nur einem Vorstand und einem Mitarbeiter. Zudem seien die Gehälter in den letzten Jahren gesenkt worden. Im letzten Jahr belief sich das Trading-Ergebnis auf gut 13 TEUR. Ferner erzielte die Gesellschaft noch sonstige betriebliche Erträge von gut 14 TEUR. Die basierten vor allem auf Zuschreibungen bei der Lena Beteiligungs AG in Höhe von 12 TEUR und bei der Mühl Anleihe von 2 TEUR, berichtete Herr Dornisch.

Das vergangene Geschäftsjahr erbrachte einen Rückgang beim Rohertrag von 129 auf 28 TEUR. Dabei blieb der Personalaufwand relativ konstant. Laut Herrn Dornisch waren die größten Posten bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen von 58 TEUR die Abschlusskosten von 17 TEUR sowie Börseninformationen und Internet mit 15 TEUR. In diesem Rahmen dankte der Vorstand Herrn Herack für die gesamte Organisation der Hauptversammlung.

Bei den Abschreibungen von 142 TEUR entfielen 81 TEUR auf Wertpapiere des Anlagevermögens. Bei NAK Stoffe resultierten davon 34 TEUR, weitere 23 TEUR entfielen auf den Gold-Zack Wandler und 21 TEUR auf Excalibur Capital. Bei der NAK Stoffe AG wolle der im Dezember 2020 gewählte neue Abwickler auf die Gläubiger zugehen, um die Gesellschaft saniert zu bekommen, teilte Herr Dornisch mit. Sollte es Neuigkeiten geben, werde die NAK Stoffe AG dazu eine Meldung veröffentlichen und/oder eine Hauptversammlung einberufen. Im „NAV“ (Hinweis: Der Nettoinventarwert wird von der Gesellschaft monatlich veröffentlicht) habe man die Aktien der NAK Stoffe b. a. W. pauschal mit 20 Cent je Aktie bewertet. Der Anteil an NAK liegt bei 68,6 Prozent. Immerhin habe es zuletzt einige Umsätze in der Aktie gegeben, informierte Herr Dornisch.

Bei Excalibur Capital geht es um das Thema Liquidation und er fungiere selbst als Abwickler, führte der Vorstand aus. Dabei wurden bereits rund zwei Drittel des Vermögens ausgeschüttet. Erstrangig werde man sich jetzt um die Verkaufsverhandlungen bei der Lena Beteiligungs AG kümmern. Nach deren Vollzug werde er sich dann auf die Schlussliquidation der Excalibur Capital i. A. konzentrieren. Die Trade & Value AG hielt zum Ultimo 2020 74,1 Prozent und erwartet dann einen weiteren Liquidationszufluss aus der Schlussausschüttung. Angesichts dieser Aufgaben werde er sich erst im Anschluss daran wieder vermehrt auf das Trading konzentrieren.

Nach Vorstandsaussage summierten sich die Abschreibungen auf das Umlaufvermögen auf 61 TEUR. Die größten Positionen waren hierbei Activa Resources Aktie und Anleihen sowie Afrika Gold. Die in den Finanzanlagen ausgewiesenen Posten enthalten die Beteiligungen an Lena und Excalibur, erklärte Herr Dornisch. Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen handelt es sich um Trading über den Jahreswechsel, wobei die Valuta erst nach dem Stichtag erfolgte.

Bei der Bilanzsumme kam es zu einem deutlichen Rückgang von 1,57 auf 1,05 Mio. Euro. Wie Herr Dornisch mitteilte, hatte sich die Gesellschaft bei Excalibur ausweislich der Bilanz zum 31.12.2019 noch 270.000 Euro geliehen. Dieser Kredit wurde nach der Ausschüttung 2020 vollständig zurückbezahlt, was – zusammen mit dem Verlust des Geschäftsjahres – zu diesem Rückgang der Bilanzsumme führte. Die Guthaben bei Kreditinstituten bezifferte der Vorstand sodann auf 122 TEUR zum Jahresende 2020.

Die sonstigen Rückstellungen von 31 TEUR enthielten vor allem die Aufwendungen für den Jahresabschluss von 17 TEUR und die Aufsichtsratsvergütung von 8 TEUR.

Nach Aussage von Herrn Dornisch liegen in der Excalibur Capital AG noch Trade & Value-Aktien, die in den nächsten Monaten verkauft werden sollen.

Anschließend nannte Herr Dornisch die einzelnen Positionen des Depots. Dies waren
Excalibur Capital mit einem Wert von 207 TEUR bei einem Kurs von 0,115 Euro per 31.12.2020 und 184 TEUR bei einem Kurs von 0.102 Euro per 22.09.2021;
Gold-Zack Wandler (I) mit einem Wert von199 TEUR bei einem Kurs von 9,00 Euro per 31.12.2020 und 222 TEUR bei einem Kurs von 10,00 Euro per 22.09.2021;
Lena Beteiligungs AG mit einem Wert von 82 TEUR bei einem Kurs von 5,00 Euro per 31.12.2020 und 118 TEUR bei einem Kurs von 1,60 Euro per 22.09.2021.
Hierbei sind jedoch die beschlossene Kapitalherabsetzung und anschließende Kapitalerhöhung zu berücksichtigen.

Weitere Positionen:
NAK Stoffe mit einem Wert von 69 TEUR bei einem Kurs von 0,20 Euro per 31.12.2020 und 68 TEUR bei einem Kurs von 0.20 Euro per 22.09.2021;
Wasgau mit einem Wert von 52 TEUR bei einem Kurs von 14,00 Euro per 31.12.2020 und 42 TEUR bei einem Kurs von 13,90 Euro per 22.09.2021;
Mox Telecom Anleihe (I) mit einem Wert von 50 TEUR bei einem Kurs von 3,00 Euro per 31.12.2020 und 50 TEUR bei einem Kurs von 3,00 Euro per 22.09.2021;
Helveticstar mit einem Wert von 38 TEUR bei einem Kurs von 10,00 Euro per 31.12.2020 und 63 TEUR bei einem Kurs von 12,90 Euro per 22.09.2021.
Bei diesen Positionen steht laut Herrn Dornisch die Liquidation an, weshalb weitere Anteile hinzugekauft wurden.

Bei den folgenden Insolvenzanleihen wartet man laut Vorstand auf die Liquidation und die Ausschüttung.
Erotik Abwicklungs AG Anleihe mit einem Wert von 31 TEUR bei einem Kurs von 1,11 Euro per 31.12.2020 und 31 TEUR bei einem Kurs von 1,11 Euro per 22.09.2021;
Solon AG Anleihe mit einem Wert von 27 TEUR bei einem Kurs von 1,00 Euro per 31.12.2020 und 27 TEUR bei einem Kurs von 1,00 Euro per 22.09.2021;
hkw Personal Anleihe  mit einem Wert von 23 TEUR bei einem Kurs von 2,11 Euro per 31.12.2020 und 26 TEUR bei einem Kurs von 2,02 Euro per 22.09.2021.

Überzeugt zeigte sich Herr Dornisch auch von der Neuinvestition in die International School Augsburg AG, deren Börsengang im März 2020 erfolgte, wenn auch auf längere Sicht.
International School Augsburg mit einem Wert von 0 Euro und ohne Kurs per 31.12.2020 und 55 TEUR bei einem Kurs von 9,60 Euro per 22.09.2021;
Afrika Gold mit einem Wert von 14 TEUR bei einem Kurs von 0,89 Euro per 31.12.2020 und 18 TEUR bei einem Kurs von 0,75 Euro per 22.09.2021;
Mühl Anleihen mit einem Wert von 2 TEUR bei einem Kurs von 0,011 Euro per 31.12.2020 und 17 TEUR bei einem Kurs von 0,102 Euro per 22.09.2021;
BKN Biostrom Anleihe mit einem Wert von 11 TEUR bei einem Kurs von 7,50 Euro per 31.12.2020 und 15 TEUR bei einem Kurs von 9,00 Euro per 22.09.2021;
Activa Resources mit einem Wert von 6 TEUR bei einem Kurs von 0,006 Euro per 31.12.2020 und 11 TEUR bei einem Kurs von 0,01 Euro per 22.09.2021;
Griechenland GDP Kicker mit einem Wert von 22 TEUR bei einem Kurs von 0,311 Euro per 31.12.2020 und 5 TEUR bei einem Kurs von 0,256 Euro per 22.09.2021;
cash.life mit einem Wert von 0 und ohne Kurs per 31.12.2020 und 3 TEUR bei einem Kurs von 1,51 Euro per 22.09.2021

Ferner hielt die Gesellschaft zum Jahresende 2020 noch 112 TEUR Liquidität (Buchungssaldo), die sich zum 22. September auf 124 TEUR erhöhte. Laut Herrn Dornisch bestanden zum Jahresende noch weitere Trading-Positionen im Umfang von 37 TEUR, zum 22. September nahmen die sonstigen Positionen einen Wert von 11 TEUR ein. Zudem gab es noch weitere Insolvenz-Anleihen und Aktien im Wert von 15 TEUR, zum 22. September verringerte sich diese Position auf 1 TEUR.

Nach Ansicht des Vorstands ist die Liquidität der Gesellschaft sichergestellt. Zudem rechnete er noch mit starken Liquiditätszuflüssen aus dem Verkauf der Position in den Aktien der Lena Beteiligungs AG und der Abwicklungsausschüttung bei der Excalibur Capital AG i. A. Nach beiden Ereignissen würde die Gesellschaft dann rund 40 bis 50 Prozent Liquidität halten, die dann u. a. auch für das Trading verwendet werden kann. Ferner berichtete Herr Dornisch noch über Nachbesserungsansprüche. Hier habe man 2020 60 Audi-Aktien im Volumen von 93 TEUR über einen Squeeze-out andienen müssen.

Im vergangenen Jahr habe man bei der Wella AG Nachbesserungen erhalten. Bei der Abit AG habe man damals in GFKL-Aktien umgetauscht und daher keine Nachbesserung erhalten. Etwaige Nachbesserungsansprüche bestehen nun nur noch bei der Audi AG.

Der Umsatz in Aktien der Trade & Value AG (Notiz im Freiverkehr der Börse Hamburg) sei relativ gering gewesen zeigte Herr Dornisch anhand eines Charts. In der Spitze seit Anfang 2020 habe er mal bei 3,40 Euro gelegen, meist bewege sich die Umsätze jedoch in einer Spanne zwischen 2,20 und 2,40 Euro.


Allgemeine Diskussion

Herr Graf erkundigte sich nach den Positionen Wasgau und Helveticstar. Bei Wasgau liege man derzeit um den Einstandskurs, berichtete Herr Dornisch. Die Position Helveticstar dürfte dagegen rund 20 Prozent im Plus liegen. Angesprochen auf die Position International School Augsburg meinte der Vorstand, hier liege der durchschnittliche Einstandskurs bei etwa 10,50 Euro. Damit liege man rund 10 Prozent im Minus, es gebe aber kaum Stücke auf dem Markt. Als gemeinnützige Gesellschaft könne das Unternehmen derzeit keine Dividende ausschütten; zur prognostizierten sehr positiven Eigenkapitalentwicklung verwies er auf einen aktuellen Artikel im Nebenwertejournal, der auch auslag.

Nähere Auskünfte erbat Herr Graf zum geplanten Verkauf bei der Lena Beteiligungs AG. Wie Herr Dornisch informierte, laufen die Verhandlungen und er brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, diese Verhandlungen bald abschließen zu können. Sollte der Verkauf dieses Jahr nicht klappen, dann dürfte es schwierig sein, ein positives Ergebnis zu erzielen. Eigentlich hätte er den Verkauf gerne bis zur Hauptversammlung abgeschlossen, bedauerte der Vorstand. Man werde die weiteren Fortschritte aber transparent melden. Sollte der Verkauf platzen, dann werde man sofort das Thema Excalibur angehen, um dieses bis zum 30. April 2022 erfolgreich zu beenden.

Die vorgeschlagene Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien bezeichnete Herr Dornisch als reinen Vorratsbeschluss. Zudem müsse die Gesellschaft erst einmal Gewinne nach Overheadkosten erwirtschaften. Die noch bestehenden 18.900 eigenen Aktien sollen erst einmal nicht eingezogen werden. Der Markt sei im Hinblick auf einen Verkauf aber auch sehr illiquide, man erwäge aber ohnehin keinen Verkauf dieser Aktien unterhalb des NAV.


Abstimmungen

Nach dem Ende der Aussprache leitete Herr Weilermann zu den Abstimmungen über. Vom Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von 375.000 Euro waren 46.774 Euro entsprechend 12,47 Prozent vertreten. Die Beschlüsse wurden alle einstimmig im Sinne der Verwaltung gefasst.

Dies waren die Entlastung von Vorstand (TOP 2) und Aufsichtsrat (TOP 3), die Wahl der Herren Weilermann, Schwarzfischer und Jännert in den Aufsichtsrat (TOP 4) sowie die Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien (TOP 5).

Im Rahmen des Tagesordnungspunktes zur Aufsichtsratswahl erfolgte eine kurze Vorstellung der einzelnen Kandidaten. Zudem verabschiedete Herr Dornisch das ausscheidende Aufsichtsratsmitglied Manfred Schmid, der schon seit der „Investmentclub GbR“-Zeit 1996 mit der Gesellschaft verbunden und mit Gründung der Trade & Value AG seit 2001 im Aufsichtsrat vertreten war.

Gegen 11:20 Uhr konnte Herr Weilermann die Hauptversammlung wieder beenden.


Fazit und eigene Meinung

Die Trade & Value AG musste das vergangene Geschäftsjahr mit einem deutlichen Verlust abschließen. Auch in den Vorjahren waren die Erfolge eher überschaubar, was zu einem deutlichen Rückgang des vorhandenen Vermögens führte. Nun scheinen sich die ersten Lichtblicke aufzutun. Auf der Hauptversammlung wurde über Verkaufsverhandlungen bei der Lena Beteiligungs AG berichtet. Am 11. Oktober vermeldete die Gesellschaft inzwischen auch den erfolgreichen Vollzug der Transaktion und den Verkauf der gehaltenen 73.051 Lena-Aktien zu einem Preis von 2,46 Euro je Anteilsschein.

Mit den zugeflossenen Mitteln können neue Engagements getätigt oder die Trading-Aktivitäten intensiviert werden. In der Meldung vom 11. Oktober 2021 wurde auch ein aktueller NAV mitgeteilt, gegenüber dem Wert per 30. September 2021 kletterte dieser um 0,18 Euro auf 2,55 Euro je Aktie. Die Liquiditätsquote bezogen auf den NAV beträgt nun 29,7 Prozent. Es bleibt zu hoffen, dass hier zukünftig mehr Wert auf Value-Aktien gelegt wird, denn immerhin muss die Gesellschaft eine Rendite von mindestens 15 Prozent erwirtschaften, um die anfallenden Kosten auszugleichen.


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