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HV-Bericht CPU Softwarehouse AG

Rekordserie geht weiter


Die CPU Softwarehouse AG hatte für den 5. Juli 2021 zur ordentlichen Hauptversammlung eingeladen. Das Treffen fand aufgrund der Corona-Pandemie wie bereits im Vorjahr rein virtuell statt, weswegen sich die Aktionäre der Gesellschaft ausschließlich über einen im Internet zur Verfügung gestellten Livestream einschalten konnten. Das Protokoll führte Notar Thomas Kristic. Für GSC Research berichtet Paul Petzelberger.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Bernd Günther eröffnete die Veranstaltung pünktlich um 11 Uhr und hieß die Aktionäre willkommen. Neben dem Aufsichtsratsvorsitzenden waren die restlichen zwei Aufsichtsratsmitglieder Dr. Heiko Frank und Burkhard Wollny sowie Alleinvorstand Dr. Thomas Brakensiek zugegen. Wie der Aufsichtsratsvorsitzende feststellte, waren damit Vorstand und Aufsichtsrat vollständig vor Ort anwesend.

In seinen einleitenden Worten bedauerte Günther zunächst außerordentlich, dass die Hauptversammlung wie bereits im Vorjahr pandemiebedingt in virtueller Form stattfinden muss. Für ihn als alten Hauptversammlungs-Haudegen habe das schon etwas Wehmütiges. Desto mehr freuen sich Aufsichtsrat und Vorstand aber, dass von den Aktionärsvereinigungen mehrere Fragen eingereicht wurden.

In Abstimmung mit Dr. Brakensiek wurde beschlossen, dass alle Fragen ohne Ausnahme einzeln und ausführlich beantwortet werden, obgleich eine Frage etwas knifflig ist und der Vorstand hier eigentlich vom Auskunftsverweigerungsrecht Gebrauch machen könnte. Doch ausnahmsweise soll auch diese Frage beantwortet werden, um ein klares Signal der Offenheit und Transparenz in virtuellen Zeiten zu setzen. Günther wies daraufhin, dass er selbst über 19 Jahre im Börsenvorstand der Hanseatischen Wertpapierbörse war und als ein Pfleger guter Aktienkultur bekannt ist.

Im Geschäftsjahr 2020 kam der Aufsichtsrat insgesamt zu fünf Sitzungen zusammen, die wegen der Corona-Pandemie überwiegend als Telefonkonferenzen durchgeführt wurden. Schwerpunkte der Beratungen waren die Geschäftsentwicklung, die strategische Ausrichtung, die Prüfung externer Wachstumspotenziale, die personellen Veränderungen in der Verwaltung sowie die Auswirkungen der Corona-Pandemie und die damit zusammenhängende Etablierung von konzernweiten Hygiene- und Arbeitsschutzregeln.

Nach Verweis auf den im Geschäftsbericht abgedruckten ausführlichen Aufsichtsratsbericht wollte Günther abweichend vom Protokoll noch auf ein paar Themen persönlich eingehen. Das vergangene Jahr war nicht nur aufgrund der Corona-Krise ein ereignisreiches. Mitte Januar 2021 entschied sich der langjährige Alleinvorstand Roger Heinz, seinen zum März auslaufenden Vertrag aus persönlichen Gründen nicht weiter zu verlängern. Als Reaktion darauf hat der Aufsichtsratsvorsitzende schnell sein umfangreiches Netzwerk angezapft und darüber hinaus auf eigene Kosten sogar Headhunter engagiert. Über die Personalvermittler kamen zwar auch einige gute Kandidaten, jedoch zählte der ihm bereits lang bekannte Dr. Brakensiek aufgrund seiner beeindruckenden Berufserfahrung und Persönlichkeit als die absolute Nummer eins.

So übernahm Dr. Brakensiek zu Beginn des März interimistisch die Nachfolge als Alleinvorstand. An dieser Stelle wollte Günther noch einmal die herausragende Leistung von Heinz würdigen. Dieser habe die CPU geliebt und sich über Jahre mit außerordentlich hohem Engagement und großen Erfolgen um die Gesellschaft verdient gemacht. Der gesamte Aufsichtsrat hat die Zusammenarbeit immer als sehr positiv empfunden.

In diesem Zuge sprach Günther noch eine weitere Würdigung in Richtung seines im letzten Jahr ausgeschiedenen Aufsichtsratskompagnon Reinhard Ender aus. Ender bezeichnete der Aufsichtsratsvorsitzende als den ehemaligen Retter der Gesellschaft. Als die CPU sich finanziell noch in einer Notlage befand, hatte Ender sich federführend eingesetzt und einen Havarie-Schaden vermieden. Insbesondere die positive operative Entwicklung in der Schweiz ist auf Ender zurückzuführen.

Weitere Dankesbekundungen galten zum einen Aufsichtsratsmitglied Dr. Frank, welcher den Aufsichtsratsvorsitzenden auf der letztjährig stattgefundenen Hauptversammlung als Versammlungsleiter vertreten hatte, sowie dem Abschlussprüfer Quintaris für die gute und konstruktive Zusammenarbeit. Wichtige Prüfungssachverhalte wurden in einer „Telefonkonferenz lebendigster Art“ mit dem Abschlussprüfer gemeinsam diskutiert. Nach dem Verlesen rechtlicher Formalien übergab der Aufsichtsratsvorsitzende das Wort an CEO Dr. Brakensiek.


Bericht des Vorstands

Der Vorstandsvorsitzende begrüßte die Aktionäre ebenfalls recht herzlich und sprach sein großes Bedauern darüber aus, das vierzigjährige Jubiläum der Gesellschaft nicht im Rahmen einer Präsenzveranstaltung angemessen feiern zu können. Der aktuelle Verlauf der Corona-Pandemie stimmt den Vorstand aber zuversichtlich, dass im kommenden Jahr wieder zu einer klassischen Hauptversammlung zurückgekehrt werden kann. Vorab wies Dr. Brakensiek noch darauf hin, dass alle im Nachgang der Hauptversammlung noch offen gebliebenen Themen und Fragen gerne direkt an die IR-Abteilung gestellt werden können.

Weiter nahm Dr. Brakensiek auf seine erst jüngst im März stattgefundene Bestellung zum Interim-CEO Stellung. Die Nachfolge des langjährigen Alleinvorstands Roger Heinz anzutreten, der die Gesellschaft über viele Jahre hinweg sehr engagiert, zukunftsorientiert und erfolgreich geführt hatte, sei natürlich eine große Herausforderung gewesen. An dieser Stelle richtete der CEO einen großen Dank für die vertrauensvolle und harmonische Geschäftsübergabe an Heinz. Mit seiner langjährigen Berufserfahrung, darunter als Vorstandsvorsitzender der BMW Bank oder auch im Vorstand der Hamburger Volksbank, beabsichtigt Dr. Brakensiek an die erfolgreiche Entwicklung der Gesellschaft in den vergangenen Jahren nahtlos anzuknüpfen.

Die CPU Softwarehouse AG versteht sich als Partner für Banken, banknahe Institute, Industrie- sowie IT- und Telekommunikationsunternehmen. Die Angebotspalette umfasst eigene Software-Lösungen, Consulting-Dienstleistungen, die Initiierung und Begleitung von agilen und digitalen Transformationsprozessen sowie diverse IT-, Personal- und Telekommunikations-Dienstleistungen. Zielmärkte der Gesellschaft sind in erster Linie Deutschland, die Schweiz und Österreich. Besonders stolz war Dr. Brakensiek mit Blick auf die 88 Personen starke Mitarbeiterschaft. Von Tag eins an habe er ein hochengagiertes und -motiviertes Team erlebt.

Auf einer nächsten Folie zeigte der Alleinvorstand die wichtigsten Meilensteine der vergangenen 18 Monate. Besonders erfreulich ist vorweg der Blick auf die Ergebnis- und Bilanzkennzahlen. Der Konzerngewinn konnte im Berichtsjahr um rund 25 Prozent auf 567 TEUR und im gleichen Zuge die Nettomarge auf 6,4 Prozent deutlich verbessert werden. Ferner entwickelten sich auch alle wesentlichen Bilanzkennzahlen äußerst erfreulich. Neben dem Ausbau des operatives Kerngeschäfts sticht vor allem die eingegangene Kooperation mit IBM hervor. Durch die Partnerschaft wird die Controlling-Software in der Schweiz noch kompatibler gemacht, wodurch wiederum neue Kunden gewonnen werden sollen.

Das starke Wachstum beim Konzerngewinn führte Dr. Brakensiek auf drei Antriebsmotoren zurück. Zum einen gelang bei der Tochtergesellschaft CPU Consulting & Software GmbH eine deutliche Gewinnsteigerung auf hohem Niveau. Zum anderen zeigten sich im Softwaregeschäft insbesondere in der Schweiz starke Ergebniszuwächse. Der dritte positive Ergebnistreiber rührt von der hohen Nachfrage nach agilen und digitalen Projekten her. Dieser Trend wurde bei der CPU früh erkannt und der Vertrieb gezielt danach ausgerichtet. Bereits heute beschäftigt die Gesellschaft zahlreiche hochqualifizierte Scrum-Master, Product Owner und Softwareentwickler in diversen Kundenprojekten.

Einzige wesentliche negative Effekte kamen aus dem in der Tochtergesellschaft CPU GIS GmbH gebündelten Personaldienstleistungsgeschäft. Seit bereits 15 Jahren ist die Tochter als bundesweiter Personaldienstleister für Kunden aus dem IT- und Telekommunikationssektor tätig. Für die Kunden werden meist vor Ort maßgeschneiderte IT-Lösungen entwickelt. In Krisenzeiten mit Kurzarbeit ist es verständlich, dass Unternehmen zuerst an den Kosten der externen Mitarbeiter schrauben. Deutlich schlagen sich diese negativen Effekte auch im Konzernumsatz nieder, der um rund 12 Prozent auf 8,9 Mio. Euro sank.

Unterm Strich steht die Gesellschaft aber sehr stabil dar und die positiven Effekte konnten die negativen bei Weitem überkompensieren, was die Ergebnis- und Margenentwicklung eindrucksvoll ausdrückt. Mit mehreren Graphiken zeigte Dr. Brakensiek die beeindruckende Entwicklung in den letzten vier Jahren. So konnte die Nettomarge von damals 1,43 Prozent kontinuierlich auf zuletzt 6,35 Prozent gesteigert werden und liegt damit bereits deutlich über dem mittelfristigen Ziel einer Bandbreite zwischen 3 und 5 Prozent. Auch die Entwicklung des Jahresüberschusses kann sich sehen lassen. Dieser entwickelte sich ausgehend von rund 76 TEUR im Jahr 2016 auf grob 567 TEUR im letzten Geschäftsjahr.

Damit einhergehend stieg auch die Liquidität auf nunmehr über 2,2 Mio. Euro an und deckt somit bei einem Kurs von 2,30 Euro bereits 23,5 Prozent der derzeitigen Marktkapitalisierung. Dabei ist anzumerken, dass die Gesellschaft vollkommen frei von Bankverbindlichkeiten und Darlehen ist. Als Fremdkapital bestehen in der Bilanz lediglich Rückstellungen und ferner Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie aus Steuern. Unterm Strich steht eine hohe Eigenkapitalquote von 59 Prozent und eine herausragende Gesamtkapitalrendite von 17,47 Prozent.

An dieser Stelle erwähnte Dr. Brakensiek auch die Anfang November 2020 erlangte Zertifizierung einer herausragenden Bonität. Für diese Zertifizierung wurde die Gesellschaft zuvor sowohl von der BaFin-zertifizierten Creditreform Rating AG sowie von der Creditreform Wirtschaftsdatenbank umfangreich geprüft. Wie der Alleinvorstand stolz ausführte, gehört die CPU mit dem erhaltenen Testsiegel zu den 1,7 Prozent der deutschen Unternehmen, denen eine außergewöhnlich gute Bonität bescheinigt wird.

Weiter fuhr Dr. Brakensiek mit den Eckdaten der Wachstumsstrategie fort. Das Umfeld, in dem sich die CPU bewegt, wird von zwei wesentlichen Trends bestimmt. Zum einen hat mit Ausbruch der Corona-Pandemie die Bedeutung von agilen und digitalen Projekten zur Transformation von Geschäftszweigen enorm zugenommen, was der Gesellschaft natürlich in die Karten spielt. Zudem schreiten auch die regulatorischen Anforderungen im Banken- und Finanzdienstleistungssektor stark voran, was für die Akteure zum einen den Investitionsdruck erhöht, zum anderen partiell aber auch zu Budgetrestriktionen führt.

Ein Wachstumstreiber ist darum ganz klar die agile und digitale Transformation. CPU wird seine Kunden weiterhin als verlässlicher und innovativer Partner bei Projekten im Qualitätsmanagement, der Datenmigration mit unterschiedlichen Softwarelösungen oder sogar bei kompletten Wechseln von Rechenzentren begleiten. Um dieses margenhohe Geschäft weiter auszubauen, beabsichtigt der Vorstand weitere Stellen wie Agile Coach, Scrum Master oder auch Product Owner zu besetzen und umfangreiche Schulungen anzubieten. Ferner ist an der Stelle auch die strategische Partnerschaft mit ASTAgil, einer Sparte der ASTA Akademie GmbH, anzuführen. Gemeinsam soll das Beratungsleistungsprogramm deutlich ausgebaut und somit noch komplexere Projekte begleitet werden.

Als zweiten Wachstumstreiber hat der Vorstand das Softwaregeschäft identifiziert. In der Schweiz konnte hier im letzten Jahr bereits ein großer Sprung nach vorne gemacht werden, in dem die Wartungsverträge mit der Graubündner-, der Schaffhauser- sowie der Urner Kantonalbank vorzeitig für mehrere Jahre verlängert wurden. Darüber hinaus konnte an die Urner Kantonalbank zusätzlich eine Lizenz des CPU Value Mirror Zinsrechenkerns vertrieben werden. Dabei handelt es sich um eine innovative Software-Lösung für eine verlässliche Ergebnisquellenanalyse und Rentabilitätsmessung im Bankencontrolling. Dieser Vertriebs-Coup hat laut Dr. Brakensiek für Aufsehen gesorgt und die Weichen für den Gewinn weiterer Kunden gestellt.

Durch die Kooperation mit IBM soll der CPU Value Mirror um ein integriertes Softwaretool ergänzt werden. Zudem hat die Gesellschaft mit der National Bank aus Essen ein Pilotprojekt gestartet, durch das weitere erfolgreiche Lösungen für das Kreditgeschäft entwickelt werden sollen. Stolz wies der CEO daraufhin, dass die Gesellschaft bereits seit zwanzig Jahren mit der National Bank geschäftlich verbunden ist und dass die gemeinsame Pionierarbeit viel Potenzial aufweist. Sollten daraus erfolgreiche weitere Softwareprodukte entstehen, können diese dann auch weiteren Bankkunden angeboten werden. Ergänzend zu diesen zwei bereits bestehenden Wachstumstreibern wird nun auch verstärkt der Fokus auf den Bereich Consulting gelegt. Auf Basis tiefgreifender Analysen sollen Banken und Finanzdienstleister zukünftig bei der Digitalisierung von Geschäftsprozessen begleitet werden.

Abschließend sprach Dr. Brakensiek nochmal ein großes Lob an das gesamte CPU-Team aus. Bereits vor Antritt seines Vorstandsamts wurde ihm seitens großer Banken zugetragen, dass die CPU-Mitarbeiter sich durch hohes Engagement und eine ausgezeichnete Expertise auszeichnen. Dies könne er nun wenige Monate nach Amtsantritt auch aus persönlicher Erfahrung voll und ganz bestätigen. Besonders freut ihn als CEO auch, dass die Gesellschaft Anfang des Jahres vom angesagten Technikmagazin CHIP mit dem Testsigel „Top Arbeitgeber für IT-Jobs 2021“ ausgezeichnet wurde. An der Studie nahmen rund 2.800 Unternehmen in Deutschland teil. Die Auszeichnung spiegelt die tolle Unternehmenskultur der Gesellschaft wider.

Die Corona-Krise hat den Gewinn weiterer Kunden in der Schweiz zwar verzögert, jedoch ist der Vorstandsvorsitzende zuversichtlich, dass im zweiten Halbjahr 2021 weitere namhafte Kunden verkündet werden können. Zudem sollen die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung noch stärker hochgefahren werden, um nun den Grundstein für den Erfolg der nächsten fünf Jahre zu legen. Summa summarum schaut Dr. Brakensiek zuversichtlich auf das laufende Geschäftsjahr und freut sich bereits auf die kommende Hauptversammlung im nächsten Jahr, auf der er dann weitere Meilensteine verkünden wird.


Beantwortung der Fragen

Insgesamt wurden zehn Fragen von zwei Aktionärsvertretern im Vorfeld der Hauptversammlung eingereicht, namentlich von Sören Merkel für die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) sowie von Paul Petzelberger für die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), der zugleich Verfasser dieses Berichts ist. Beide Aktionärsvertreter baten zu Beginn um Erläuterungen, wie es um das Personaldienstleistungsgeschäft der CPU GIS steht und welche strategische Relevanz der Vorstand diesem bemisst.

Die CPU GIS GmbH wurde im Jahr 2016, damals noch firmierend als NSG GIS GmbH, von der Cancom SE abgekauft. Durch den Zukauf konnte viel Know-how im Bereich der Telekommunikationsaktivitäten hinzugewonnen werden, weshalb Dr. Brakensiek die Akquisition als strategisch klug bezeichnete. Aktuell ist die Situation pandemiebedingt aber eine vollkommen andere. In Zeiten von einbrechender Nachfrage und Kurzarbeit werden Kosten immer zuerst mit Blick auf externe Mitarbeiter eingespart. Laut CEO muss nun erst einmal abgewartet werden, bis sich die Nachfrage nach den Personaldienstleistungen wieder stabilisiert hat.

Eine von den Aktionärsschützern hinterfragte Aufgabe des Personaldienstleistungsgeschäft steht derzeit aber nicht zur Diskussion. Um den Consulting-Bereich zu stärken, wird eher über eine Erweiterung oder Ergänzung beraten. Ziel ist es beispielsweise, User-Help-Desk (UHD)-Funktionen für IT- und Telekommunikationskunden zu übernehmen und dies über die CPU GIS entsprechend abzubilden. Mit Blick auf die Verkündung der mittelfristigen und langfristigen strategischen Ausrichtung der Tochter bat der Vorstandsvorsitzende noch ein wenig um Geduld.

Für DSW-Sprecher Merkel schlüsselte Dr. Brakensiek auf, dass der Umsatz der CPU GIS im Berichtsjahr deutlich auf 1,025 Mio. Euro zurückgegangen ist. Eine optimale Mitarbeiter-Anzahl lässt sich nicht pauschal nennen, da diese stets von der Kundennachfrage abhängt. Neue Mitarbeiter werden bei der Tochtergesellschaft nur dann eingestellt, wenn auch entsprechende Aufträge vorliegen. Wie bereits in der Vorstandsrede kurz erwähnt, reduzierte sich die Anzahl der Mitarbeiter in der CPU GIS um ein gutes Stück, wodurch sich auch der Rückgang bei der gesamten Mitarbeiterschaft erklärt. Bei der CPU Consulting & Software GmbH blieb die Mitarbeiteranzahl gleich, in der AG wurde personell sogar leicht weiter aufgebaut.

In Österreich lag der Umsatz mit 100 TEUR eher auf einem überschaubaren Niveau. Wachstumsmotor war hingegen die Schweiz, wo zahlreiche Kundenbeziehungen zu Kantonalbanken bestehen. Erklärtes Ziel ist es, weitere schweizerische Banken für den Value Mirror zu gewinnen. Laut CEO gibt es vielversprechende Hinweise, dass sich im zweiten Halbjahr 2021 die Liste der Kunden in der Schweiz verlängern wird.

Wie in den Vorjahren wurde auch die Dividendenpolitik und eine mögliche Wiederaufnahme von Ausschüttungen thematisiert. Hierzu verwies der CEO auf die Erläuterungen des Aufsichtsratsvorsitzenden. Nach Ansicht der Verwaltung soll sowohl pandemiebedingt aus Vorsichtsgründen als auch strategisch zum Ausbau des Geschäfts dieses Jahr erneut auf eine Ausschüttung verzichtet und dadurch die Gewinne thesauriert werden. Langfristig ist aber beabsichtigt, ein konstanter Dividendenzahler zu werden.

Mit Blick auf potenzielle M&A-Aktivitäten erklärte Dr. Brakensiek, dass Vorstand und Aufsichtsrat fortlaufend passende Gesellschaften anschauen, es aber kein Druck besteht schnell tätig zu werden. Eine konkrete Option besteht derzeit auch nicht. Als wichtige Kriterien für ein Akquisitionsobjekt hat die Verwaltung definiert, dass es eine Gesellschaft aus dem DACH-Raum mit einem IT-Hintergrund sein muss. Darüber hinaus ist es natürlich zwingend notwendig, dass man hinsichtlich der Unternehmenskultur gut zusammenpasst.

Lob gab es von den Aktionärsschützern dafür, dass die Gesellschaft innovative und stark nachgefragte Software-Produkte im Angebot hat. Die dazugehörige Frage zielte darauf ab, welche Maßnahmen unternommen werden, um das Geschäft weiter zu skalieren. Dass der Ausbau des Software-Geschäfts einer der drei Wachstumspfeiler ist, bestätigte Dr. Brakensiek. Muster-Softwarelösung ist der CPU Value Mirror, für den im Laufe des Jahres weitere Großkunden in der Schweiz begeistert werden sollen. Technologisch findet hierbei zudem eine fortlaufende Optimierung durch die Partnerschaft mit IBM statt.

Weiter ist auch das laufende Pilotprojekt mit der National Bank im Bereich des Kreditgeschäfts zu nennen, durch das weitere Softwarelösungen entstehen sollen, die dann auch anderen Kunden angeboten werden können. Bisher handelt es sich hierbei noch größtenteils um Forschungs- und Entwicklungskosten, aber der Vorstand ist guter Hoffnung, dass sich die Investition auszahlen werden. Gemäß dem Namen der Gesellschaft – „Softwarehouse“ – ist also ganz klar der Ausbau und die Skalierung über Software-Produkte ein wichtiger Wachstumstreiber.

Die letzte Frage an den Vorstand betraf die mittelfristige Ausrichtung. Konkret wurde gefragt, ob der Vorstand beabsichtigt eine Mittelfristprognose zu verabschieden. Hierauf erwiderte Dr. Brakensiek zunächst, dass es bereits seit vielen Jahren die mittelfristige Prognose einer Nettomarge in der Bandbreite zwischen 3 und 5 Prozent gibt. Diese konnte nun mit 6,4 Prozent bereits deutlich übertroffen werden. Dennoch möchte der Vorstand aufgrund der nach vor mit der Corona-Pandemie verbundenen großen Unsicherheiten hinsichtlich einer neuen Mittelfristprognose noch vorsichtig sein und abwarten. Vorerst ist es auf jeden Fall das Ziel die bei der Nettomarge definierte Bandbreite zu toppen.

Abschließend bat DSW-Sprecher Merkel um Erklärung, warum der Aufsichtsrat auf vier Mitglieder erweitert werden soll. Hierzu verwies der Aufsichtsratsvorsitzende zunächst auf seine eingangs gemachten Erläuterungen, wiederholte dann aber gerne nochmal die diversen Beweggründe. Vorerst ist wichtig zu beachten, dass es sich lediglich um die Option handelt ein weiteres Aufsichtsratsmitglied zu bestellen. Ein Beweggrund, der bereits im Geschäftsbericht genannt ist, dreht sich um Dr. Brakensiek. Falls dieser das interimistisch übernommene Vorstandsamt wieder abgeben sollte, möchte der Aufsichtsrat ihn aufgrund seiner hochkarätigen Berufserfahrung und dann auch dem umfangreichen Wissen über die Gesellschaft gerne langfristig durch ein Aufsichtsratsmandat an die Gesellschaft binden.

Bis dahin bestehen aber auch andere Vorteile. Zum einen ist da per se die Handlungsfähigkeit des Kontrollorgans zu nennen. Mit nur drei Aufsichtsratsmitgliedern sei eine Gesellschaft grundsätzlich immer dünn besetzt und im Falle von Krankheit oder Verhinderung kann es schnell zu Verzögerungen bei wichtigen Verwaltungsthemen kommen, was neben operativen Einschnitten auch aufsichtsrechtlich horrende Strafzahlungen nach sich ziehen kann. Ferner erachtet Günther die optionale Erweiterung auch vor dem Hintergrund möglicher M&A-Aktivitäten für sinnvoll. Sollte ein Zukauf oder gar Zusammenschluss durchgeführt werden, so wäre auch dann eine schnelle Erweiterung des Kontrollgremiums sehr hilfreich.

An dieser Stelle wies der Aufsichtsratsvorsitzende auch auf die seit dem Neuen Markt noch bestehenden steuerlichen Verlustvorträge hin – laut Günther ein „enormes ökonomisches Gut“. Die Höhe der Verlustvorträge übersteigt das Aktienkapital um weit mehr als das Zwanzigfache. Dies liefert natürlich reichlich Zündfeuer für M&A-Aktivitäten. In den letzten Jahren war es das primäre Ziel, sich um die eigenen Baustellen zu kümmern. Nun, da das Feld bestellt ist, können auch wieder verstärkt Akquisitionen oder gar Zusammenschlüsse ins Auge gefasst werden. Doch wie bereits ausgeführt, ist die CPU nun in der komfortablen Lage, dies nicht voreilig und unter Druck angehen zu müssen. Auch ohne namhafte M&A-Aktivitäten hat die Gesellschaft eigenständig reichlich Potenzial, um das Geschäft zu skalieren und den Erfolgskurs der vergangenen Jahre fortzuschreiben.


Abstimmungen

Der Aufsichtsratsvorsitzende verkündete die Präsenz mit 2.375.910 Aktien. Bezogen auf das Grundkapital von 4.093.953 Euro, eingeteilt in ebenso viele Aktien, entsprach dies einer Quote von 58,03 Prozent.

Alle Beschlussfassungen wurden mit großer Mehrheit von über 97 Prozent angenommen, darunter der Vortrag des Bilanzgewinn auf neue Rechnung (TOP 2), die Entlastung der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder (TOP 3 & 4), die Wiederwahl der Quintaris GmbH zum Abschlussprüfer (TOP 5) sowie die Erweiterung des Aufsichtsrats auf vier Mitglieder (TOP 6).

Im Anschluss an die Bekanntgabe der Abstimmungsergebnisse gab Günther allen Aktionären nochmal für fünf Minuten die Gelegenheit, Widerspruch zum Protokoll des Notars zu geben. Nach Ablauf der Frist schloss der Aufsichtsratsvorsitzende die Veranstaltung um 13:10 Uhr.


Fazit

Eine Hauptversammlung mit Bernd Günther als Versammlungsleiter ist per se immer eine spannende und unterhaltsame Angelegenheit. Es ist wohl eher selten der Fall, dass die einleitenden Worte des Aufsichtsratsvorsitzenden beinahe so lange wie die darauffolgende Vorstandsrede andauern. Es stellt sicherlich ein angenehmes und äußerst informatives Aktionärs-Schmankerl dar, wenn Günther es sich in gewohnter Art nicht nehmen lässt, aus dem Nähkästchen zu plaudern.

Personell war der kurzfristige Vorstandswechsel eine große Herausforderung. Alleinvorstand Heinz führte und prägte das Unternehmen in den vergangenen sieben Jahren stark und die Risiken, die mit solch einem Führungswechsel verbunden sind, dürfen nicht unterschätzt werden. Dank des exzellenten Netzwerks des Aufsichtsrats konnte mit Dr. Brakensiek jedoch definitiv ein hochkarätiger Manager mit viel Vorstandserfahrung in großen Unternehmen und Banken für die CPU gewonnen werden, was schon allein betrachtet stark für die Gesellschaft spricht.

Die Corona-Krise konnte die CPU im Gesamten bisher äußerst gut durchstehen. Mit Blick auf die Ergebnis- und Bilanzkennahlen zeigt sich wieder einmal ein Rekordjahr. Dennoch bewegt sich der Aktienkurs seit einem Jahr eher seitwärts mit sogar leicht abwärts gerichteter Tendenz. Daraus ergibt sich bei einem derzeitigen Aktienkurs von 2,40 Euro eine nicht uninteressante Bewertung. Basierend auf den Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahrs heißt es: KUV von 1 und KGV von 17.

Hinzu kommt die äußerst komfortable Liquiditätssituation. Es bestehen keinerlei Bank- oder Darlehensverbindlichkeiten, hingegen aber stolze 2,2 Mio. Euro Liquidität. Lediglich aufgrund von Rückstellungen sowie operativen und steuerlichen Verbindlichkeiten steht „nur“ eine Eigenkapitalquote von 59 Prozent zu Buche. Die Gesamtkapitalrendite liegt bei 17,47 Prozent. Die ausgezeichnete Bilanz- und Liquiditätssituation ist vor allem vor dem Hintergrund erfreulich, dass seit der Jahrtausendwende noch voluminöse Verlustvorträge bestehen.

Dass die Erfolgsserie der letzten Jahre sich fortsetzen könnte, dafür spricht einiges. Zum einen hat die Gesellschaft für ein Unternehmen ihrer Größe eine beeindruckende Liste an namhaften Kunden und Partnern. Diverse Kantonalbanken, IBM, National Bank, ASTAagil – Vorstand und Aufsichtsrat haben es in den letzten Jahren geschafft, eine gute Ausgangbasis für weiteres Wachstum zuzubereiten.

Sicherlich bestehen durch den Ausbau der Consulting-Dienstleistungen und des Softwaregeschäfts, dessen Investitionen in Forschung und Entwicklung die Ergebnissituation kurzfristig auch noch etwas belasten könnten, reichlich Potenzial. Aufgrund der hohen Verlustvorträge und der ausgezeichneten Liquiditätssituation winkt die M&A-Fahne aber natürlich auch hinterm Zaun hervor. Durch einen cleveren Akquisitions-Coup könnte die Gesellschaft ihr Nebenwerte-Dasein auf einen Schlag beenden und in neue Sphären vorstoßen.

Bis dahin scheint aber nicht viel anzubrennen und abschließend kann zufrieden auf die zahlreichen Zertifizierungen geschaut werden. Die vielfältigen Auszeichnungen als Top-Arbeitgeber lassen einen als Aktionär doch durchaus gerne mit dabei sein. Und auch die Bonitäts-Zertifizierung war sicherlich keine Lappalie, sondern drückt die solide Unternehmenslage der Gesellschaft aus. Nach Ansicht von GSC Research bietet die CPU-Aktie ein für einen Nebenwert äußerst solides und stabiles Investment, gepaart mit allerlei organischen und anorganischen Wachstumschancen.


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