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HV-Bericht CEWE Stiftung & Co. KGaA

Elfte Dividendenerhöhung in Folge – und kein Ende in Sicht


Die CEWE Stiftung & Co. KGaA hatte für den 7. Oktober 2020 zur ordentlichen Hauptversammlung eingeladen. Die Veranstaltung fand in Folge der Covid-19-Pandemie ohne physische Präsenz der Aktionäre statt. Diese hatten jedoch die Möglichkeit, die Veranstaltung passiv über einen im Aktionärsportal zu Verfügung gestellten Livestream zu verfolgen. Das Protokoll führte Notar Jan J. Kramer aus Oldenburg. Für GSC-Research berichtet Paul Petzelberger.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Otto Korte, der bereits seit 2012 den Vorsitz im Aufsichtsrat innehat, eröffnete in seiner Funktion als Versammlungsleiter die Veranstaltung pünktlich um 10 Uhr. Neben ihm hatten CEO Dr. Christian Friege und CFO Dr. Olaf Holzkämper Platz genommen. Ferner waren die Wirtschaftsprüfer von BDO, Jörg Sabath und Tobias Härle, zugegen. Der Vorsitzende berichtete folgend in groben Zügen über die Arbeit des Aufsichtsrats.

Im Berichtsjahr kam das Kontrollgremium im Plenum zu fünf Sitzungen zusammen; der Prüfungsausschuss tagte zweimal. Der Vorstand nahm an den Sitzungen im Plenum stets Teil. Falls erforderlich, tagte der Aufsichtsrat im Anschluss auch noch ohne Beisitzen der Vorstände. In allen Sitzungen erläuterte der Vorstand dem Aufsichtsrat die Entwicklung der Umsatz- und Ergebniszahlen anhand der Planungen sowie den Risikobericht. Dabei ließ er sich auch über die Neuordnung des Risikomanagementsystems berichten.

Im Zentrum der Beratungen des Aufsichtsrats stand die am 5. Juni 2019 getätigte Akquisition von WhiteWall, die Entwicklung der im Jahr 2018 übernommenen Cheerz und der im Jahr 2015 übernommenen DeinDesign. Weitere Schwerpunkte der Sitzungen waren der Kundendienst, die Marktentwicklung der Geschäftsbereiche On-Site Finishing und Kommerzieller Online-Druck sowie die Struktur der Logistik unter Berücksichtigung verschiedener Vertriebswege. Nachdem die Hauptversammlung im Jahr 2019 einem Ermächtigungsbeschluss zugestimmt hatte, billigte der Aufsichtsrat ein Mitarbeiteraktienprogramm sowie ein Aktienoptionsprogramm für die Vorstände und Geschäftsführer.

Dass sich die Gesellschaft seit Jahren durch eine gute Unternehmensführung und exzellente Mitarbeiterzufriedenheit auszeichnet, freute Korte besonders. Im Berichtsjahr wurde beispielsweise Dr. Holzkämpfer vom FINANCE-Magazin zum CFO des Jahres gekürt. Die hohe Mitarbeiterbindung resultiert unter anderem aus den sehr erfolgreichen Mitarbeiteraktienprogrammen. So sind über 80 Prozent der Belegschaft zugleich Aktionäre der Gesellschaft. Auch für die Jahre bis 2025 sollen die Aktionäre mit ihrer Zustimmung den Weg für ein neues Programm ebnen. Dankend übergab der Vorsitzende für die detaillierten Erläuterungen das Wort an die Vorstände der persönlich haftenden Gesellschafterin.


Bericht des Vorstands

Der Vorstandsvorsitzende Dr. Friege begrüßte die Aktionäre herzlich und sprach sein Bedauern darüber aus, diese nicht in herkömmlicher Weise persönlich begrüßen zu können. Dennoch freute er sich, den Aktionären nun ausführlich über die Lage der Gesellschaft Bericht zu erstatten. Aus aktuellem Anlass stellte der CEO die Ereignisse des Geschäftsjahres 2019 vorerst hinten an und startete mit den Entwicklungen des laufenden Jahres.

Durch das erste Halbjahr 2020 ist die Gesellschaft „sehr ordentlich“ gekommen – und das trotz der Corona-Krise. Sowohl Umsatz als auch Ergebnis konnten in den ersten sechs Monaten des Jahres sogar gesteigert werden: der Umsatz um 0,9 Prozent auf 277 Mio. Euro und das EBIT von minus 1,5 Mio. Euro im Vorjahr auf plus 1 Mio. Euro. Den Grundstein für diese krisenresistente Entwicklung legten nach Ansicht von Dr. Friege die Anfang Februar abgehaltenen Innovation Days 2020. Im Zuge dieser Unternehmensveranstaltung trafen sich über 600 Mitarbeiter aus ganz Europa, um den Zusammenhalt zu stärken und Innovation zu fördern.

Und die Mitarbeiter sind es, die das Unternehmen in den letzten 20 Jahren zum größten digitalen Fotoanbieter in Europa geformt haben. Die Ursprünge der Gesellschaft gehen bis in das Jahr 1912 zurück. In der jüngsten Vergangenheit der letzten 15 Jahre entwickelte sich das CEWE-Fotobuch zum absoluten Verkaufsschlager. Mittlerweile wurden mehr als 60 Mio. Stück verkauft. Angelehnt an diesen Verkaufsschlager hat die Gesellschafter zahlreiche kreative Fotodesign-Ideen im Produktangebot. Daneben ist die Gesellschaft auf B2B-Ebene für andere Unternehmen ein zuverlässiger Partner rund um qualitativ hochwertige und kostengünstige Druckprodukte für beispielsweise Werbeaktionen.

Die CEWE-Gruppe ist auch durch die Gründerfamilie Neumüller als Ankeraktionär auf nachhaltige Unternehmensführung ausgerichtet und wurde dafür bereits mehrfach ausgezeichnet: wirtschaftlich langfristig orientiert, partnerschaftlich und fair gegenüber Kunden, Mitarbeitern und Lieferanten, gesellschaftlich verantwortlich und umwelt- sowie ressourcenschonend – so die Leitplanken und Auszeichnungen der Gesellschaft. Insgesamt arbeiten für die Unternehmensgruppe mehr als 4.000 Mitarbeiter in mehr als 20 Ländern. Die CEWE-Aktie ist im SDAX notiert.

Ergebnis der Innovations-Days Anfang des Jahres waren einige Erneuerungen, die sogleich sehr positiv am Markt aufgenommen wurden. Konkret fanden die Mitarbeiter Wege, den Umfang des CEWE-Fotobuchs auf bis zu 202 Seiten zu erweitern. Ferner wurden neue Produkte in das Sortiment aufgenommen, darunter das neue Premium-Poster im Galerierahmen sowie eine Silikon-Handyhülle mit Band zum Umhängen. Intensiv wurde auch an den Bestellwegen gearbeitet. So ist die neue CEWE Fotowelt-App seit einigen Monaten online. In dieser kann sich der Kunde direkt Fotobuch-Vorschläge für seine Fotos anzeigen lassen.

Der Vorstand war ferner intensiv damit beschäftigt, die Ende des letzten Jahres eingegangene Kooperation mit der großen britischen Drogeriemarktkette Boots voranzutreiben. Die langfristig ausgelegte Partnerschaft hilft der Gesellschaft in Großbritannien ihre Marktposition auszubauen. Der Roll-out des CEWE-Fotoservices in rund 1.000 Boots-Filialen läuft - trotz Corona - sehr gut an. Sowohl der Boots- als auch der CEWE-Vorstand sind mit der bisherigen Zusammenarbeit und dem schnellen Ausrüsten der Filialen mit CEWE-Produkten sehr zufrieden.

Sichtlich stolz führte Dr. Friege gleich mehrere Auszeichnungen an, die der Vorstand im Namen der gesamten Mitarbeiterschaft entgegennehmen durfte. Unter anderem wurden zwei TIPA World Awards gewonnen und die Gesellschaft wurde von Deloitte, Credit Suisse, BDI und Wirtschaftswoche zum am besten geführten Unternehmen in Deutschland gekürt. An dieser Stelle bedankte sich Dr. Friege nochmal herzlich bei allen Mitarbeitern für die herausragende Arbeit, gerade auch in Krisenzeiten. Der Zusammenhalt und der große Einsatz aller stimmten ihn zuversichtlich, auch das laufende Geschäftsjahr „ordentlich“ abschließen zu können.

Nun folgte ein kurzer Rückblick auf das vergangene Geschäftsjahr. Das Unternehmen unterteilt sein Geschäft in die drei Felder Fotofinishing, Einzelhandel und kommerzieller Online-Druck. Herz und Ursprung des Unternehmens ist das Fotofinishing, was im Geschäftsjahr 2019 mit einem um 13,8 Prozent gestiegenen Umsatz auf 568 Mio. Euro für knapp 80 Prozent des Gesamtumsatzes verantwortlich war. Zudem wird hier das Geld verdient. Das EBIT stieg überproportional um 15,7 Prozent auf 66,9 Mio. Euro an – eine stolze Marge von knapp 12 Prozent, welche die digitale und skalierbare Stärke der Gesellschaft widerspiegelt. Um diesen Geschäftsbereich noch weiter zu stärken, wurde der Premium-Wandspezialist WhiteWall übernommen und seitdem erfolgreich integriert und weiterentwickelt.

Der zweitgrößte Unternehmensbereich ist der kommerzielle Online-Druck. Die Gesellschaft konnte sich in diesem Bereich mit dem modernen Druckstandort von Saxoprint in Dresden als Kostenführer etablieren. Der Umsatz stieg leicht um 1,6 Prozent auf 103,2 Mio. Euro an und trägt somit rund 14 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Das EBIT fiel hingegen erwartungsgemäß stark von minus 1,6 auf minus 7,7 Mio. Euro. Grund hierfür sind die enthaltenen rund 5 Mio. Euro Rückstellungen für Restrukturierungen. Diese fielen für die Integration der ursprünglichen Laserline-Produktion in den Dresdner Druckstandort von Saxoprint an.

Im dritten Geschäftsfeld Einzelhandel werden aktuell 147 stationäre Fotofachgeschäfte betrieben, in denen Fotoprodukte von CEWE verkauft werden. Erwartungsgemäß fiel der Umsatz in diesem Segment um 10,3 Prozent auf 43,7 Mio. Euro. Damit trägt der Einzelhandel zum Gesamtumsatz nur noch rund 6 Prozent bei. Ergebnisseitig stand eine schwarze Null zu Buche. Vom Vorstand wurde bewusst auf margenschwachen Hardware-Umsatz verzichtet, um die Kräfte noch stärker auf die Fotofinishing-Produkte zu fokussieren. Der Vorstandsvorsitzende betonte jedoch, dass der CEWE-Einzelhandel mit den greifbaren Foto-Produkten einen wichtigen Beitrag zum Geschäftsfeld Fotofinishing beiträgt.

Eindrucksvoll zeigte der Vorstandsvorsitzende anhand eines Langfristcharts die Transformation der Gesellschaft seit 1990 auf. Bildlich zu sehen war die regionale Expansion im Analogmarkt von 1990 bis zur Jahrtausendwende. Ab dieser Zeit begann die Transformationsphase hin zum digitalen Fotofinishing-Unternehmen. Seit 2012 kam als zusätzlicher Treiber von Wachstum und Diversifikation der kommerzielle Online-Druck hinzu, dessen Anteil am Gesamtumsatz seither ebenfalls stetig anstieg. Summa summarum schlägt sich dieser erfolgreiche Transformationsprozess neben den starken Kurszuwächsen auch in der Dividende nieder. Diese wurde nun bereits seit zehn Jahren kontinuierlich angehoben und soll nun zum elften Mal auf nunmehr 2 Euro erhöht werden. Viel bleibt da nicht mehr zu sagen – das Wort übergab der Vorstandsvorsitzende an CFO Dr. Holzkämper.

Der CFO freute sich ergänzend auszuführen, welche Gründe für eine Investition in die CEWE-Aktie sprechen. Sichtbares Wachstum, steigende Gewinne, grundsolide Stabilität, starke Kapitalrendite, verlässliche Dividende, pries Dr. Holzkämper vorneweg die Vorzüge des Investments in CEWE. Stolz zeigte sich der CFO vor allem auf die stabile Aktionärsstruktur. Neben der Erbenfamilie Neumüller mit 27,3 Prozent ist der zweitgrößte Aktionär die Union Investment Privatfonds GmbH mit 5,1 Prozent. Die Gesellschaft selbst hielt zum Stichtag eigene Anteile von 1,3 Prozent. Laut Dr. Holzkämper sind insgesamt rund 28 Prozent der Aktien in Aufsichtsrat- und Vorstandsgremien vertreten.

Neben dem Vorteil „Aktien treffen Entscheidungen“ nannte der CFO die „grundsolide Stabilität“. Diese besteht aus den zwei Säulen stabile Nachfrage und stabile Bilanz. Im Fotofinishing sorgen emotionale, digitale und weitgehend konjunkturunabhängige Produkte und Marken für eine stete Nachfrage. Und auch im Bereich des kommerziellen Online-Drucks zeigt sich mit den im Portfolio vorhandenen hochwertigen Druckprodukten ein langfristig ansteigendes Marktinteresse. Beide Geschäftsfelder wirken zusammen ausgleichend und sorgen für Stabilität. Daneben strahlt die Bilanz Stärke und Halt aus. Eine sehr solide Eigenkapitalquote von 47,6 Prozent, und bei üppigen liquiden Mitteln von 32,4 Mio. Euro mehr Bankguthaben als Bankschulden sprechen für sich.

Der starke Umsatz- und Ergebnisanstieg der letzten zehn Jahre ist auch gut am Aktienkurs ablesbar. Dieser stieg in diesem Zeittraum um sagenhafte 469 Prozent an. Hinzukommen die ausgeschütteten Dividenden in Höhe von 16,35 Euro je Aktie. Der MDAX legte im gleichen Zeitraum lediglich um 251 Prozent, der SDAX um 239 Prozent und der DAX gar nur um 112 Prozent zu. Und auch mit Blick nach vorne haben die Aktionäre Anlass optimistisch zu sein. Alle sieben die Gesellschaft intensiv begleitenden Analysten empfehlen die Aktie zum Kaufen oder Halten. Zudem weisen alle Analysten Kursziele oberhalb der 100 Euro-Marke auf, im Durchschnitt 110 Euro je Aktie – deutlich mehr als die 91 Euro, die die CEWE-Aktie am Tag der Hauptversammlung kostete.

Entscheidend für den Erfolg des laufenden Geschäftsjahres ist typischerweise das Weihnachtsquartal 2020. Für nähere Erläuterungen übergab Dr. Holzkämpfer wieder das Wort an den Vorstandsvorsitzenden, der die Ansicht aller Vorstände und auch Mitarbeiter aussprach, dass es zu Weihnachten doch kein schöneres und persönlicheres Geschenk gibt als ein individuelles Fotoprodukt von CEWE. Um den Kunden die Geschenkvorbereitungen zu erleichtern, wurde eine Palette von Geschenkideen speziell für diese Weihnachtssaison vorbereitet, so beispielsweise Weihnachtsdesignprodukte von Cheerz, Premium-Produkte in Galeriequalität von WhiteWall, Handyfotohüllen von DeinDesign, das CEWE-Jahresbuch, der CEWE-Adventskalender oder auch schon den CEWE-Jahreskalender 2021 – „persönlicher und schöner geht es doch gar nicht“.


Beantwortung der Fragen


Eine allgemeine Aussprache im herkömmlichen Sinne fand in diesem Jahr aufgrund des virtuellen Formats nicht statt. Dafür hatten die Aktionäre jedoch die Möglichkeit, Fragen bis zu zwei Tage vor der Hauptversammlung zur Beantwortung einzureichen. Vom durch den Gesetzgeber eingeräumten Ermessensspielraum bei der Beantwortung der Fragen machte der Vorstand keinen Gebrauch, sodass die Fragen einzeln beantwortet wurden. Einzige Ausnahme waren fünf Fragen eines Wettbewerbers. Die Beantwortung dieser Fragen hätte laut dem Vorsitzenden unternehmensinterne Informationen für den Wettbewerb offengelegt. Ferner betraf ein Teil der Fragen Sachverhalte aus den Jahren vor 2019.

Insgesamt wurden 46 Fragen von sieben Aktionären und Aktionärsvertretern eingereicht, darunter Fragen von Christian Retkowski, Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), sowie Fragen von Dr. Peer Koch, Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Der Mitarbeiter-Aktionärsverein wurde durch seinen Vorsitzenden Olaf Ehrhardt vertreten.

Die ersten Fragen kamen von Privataktionär Keitel, der ein wenig bedauerte, dass heutzutage alle Unterlagen und Informationen zur Gesellschaft digital einzusehen und zu entnehmen sind. Für diese Ansicht zeigte Dr. Friege durchaus Verständnis. Er verwies aber auch darauf, dass die IR-Abteilung auf Anfrage den Geschäftsbericht gerne auch postalisch zuschickt und darüber hinaus telefonisch für alle Anliegen der Aktionäre jederzeit gerne bereitsteht.

Die Fragen der restlichen Aktionäre und Aktionärsvertreter betrafen im Wesentlichen die Beteiligungen und Akquisitionen der letzten Jahre, das anvisierte neue Mitarbeiteraktienprogramm, die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Gesellschaft. Ferner kamen – und darüber freuten sich CEO und CFO besonders –auch zahlreiche inhaltliche Impulse. So schlug Aktionär Joon vor, ein ähnliches Angebot wie das von Merch bei Amazon einzuführen. Das angesprochene Schema sieht vor, dass Kunden eigene Poster und Leinwände designen und diese dann auf einem Marktplatz anbieten können. CEWE könnte dabei den Druck und Versand übernehmen. Darauf führte Dr. Friege aus, dass sich der Vorstand derartige Angebote stets intensiv anschaut und analysiert. Aufgrund des begrenzten Marktpotenzials steht das angesprochene Format jedoch nicht an oberer Stelle auf der Prioritätenliste.

Sehr freuten sich die Vorstände über die Fragen vom Vorsitzenden des Mitarbeiter-Aktionärsvereins. Dieser sprach sein großes Lob aus, dass der Vorstand erneut ein Mitarbeiteraktienprogramm anvisiert. Dieses bietet den Mitarbeitern gerade in den unsicheren Krisenzeiten einen großen Mehrwert. CFO Dr. Holzkämper stimmte darin voll und ganz überein. Für den Vorstand ist es nach wie vor ein großes Anliegen, die Mitarbeiter der Gesellschaft an der Unternehmensentwicklung aktiv zu beteiligen. Dass über 80 Prozent der Belegschaft zugleich Aktionäre der Gesellschaft sind, ist eine stolze Zahl. Der Vorstand ist sehr bemüht, die hohe Mitarbeiterbeteiligung zu halten und gar noch auszubauen.

Im Jahr 2019 wurden 24.800 Aktien zu einem Durchschnittspreis von 86,62 Euro je Aktie zurückgekauft. Diese sollen für das Mitarbeiteraktienprogramm verwandt werden und können bei Übernahmen als Akquisitions-Währung genutzt werden. Ferner kann die Einziehung der Aktien für die Aktionäre eine indirekte Gewinnausschüttung darstellen. Auf die Frage nach der Dividendenpolitik nannte der CFO das Ziel, die Dividende nominal von Jahr zu Jahr zu erhöhen. Der Anstieg wird im Einklang mit der Ergebnissteigerung gesehen, kurz: Steigt das Ergebnis, steigt auch die Dividende.

Zahlreiche Fragen betrafen die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Gesellschaft. Vorneweg betonte Dr. Holzkämper: Der Vorstand ist zuversichtlich, dass auch 2020 für CEWE ein „ordentliches Jahr“ werden wird – wenngleich die Prognosefähigkeit aufgrund der aktuell noch vorherrschenden Unsicherheiten stark eingeschränkt ist.

Mit Blick auf die Mitarbeiter lässt sich sagen, dass es zwar einzelne Infektionsfälle gab, alle Mitarbeiter damit aber sehr verantwortungsvoll umgingen. So konnte durch leichte strukturelle Anpassungen wie beispielsweise Schichtarbeit in der Produktion und bei Schlüsselstellen der Verwaltung vollumfänglich gewährleistet werden, dass es zu keinem Zeitpunkt zu Service- oder Lieferengpässen kam. Alle Mitarbeiter zeigen nach wie vor ein großes Maß an Verantwortungsbewusstsein. Von Seiten des Vorstands müssen ergänzend zu den im ersten Halbjahr initiierten Maßnahmen keine weiteren Handlungen erfolgen. Für das wichtige Weihnachtsquartal sind alle Weichen gestellt.

SdK-Sprecher Retkowski freute sich darüber, dass die Gesellschaft operativ bisher glimpflich durch die Krise gekommen ist. Der einbrechende Umsatz im Einzelhandel und dem kommerziellen Online-Druck wurde durch den sogenannten „Stay at home“-Effekt im Fotofinishing-Segment mehr als ausgeglichen. In Zeiten der Kontaktbeschränkungen hatten die Menschen mehr Zeit, sich um ihre vorhandenen Bilder zu kümmern und die gesammelten Erinnerungen in Fotobüchern festzuhalten. Dies kam der Gesellschaft zugute. Der SdK-Sprecher wollte wissen, welche Bedeutung der Vorstand nun der Tatsache beimisst, dass die Menschen aufgrund der über weite Strecken entfallenen Urlaubssaison über deutlich weniger aussagekräftige Fotos verfügen.

Dass dies einen gewissen negativen Einfluss auf den Fotofinishing-Bereich hat, wurde vom Vorstand an unterschiedlichen Stellen bereits mehrfach ausgeführt. Eine genaue Schätzung ist nur schwer machbar. Der Vorstandsvorsitzende erinnerte aber auch daran, dass nicht nur Urlaubsfotos eine geniale Grundlage für ein CEWE-Fotoprodukt sind. Auch andere persönliche Momente und Erinnerungen wie Hochzeiten, Geburtstage oder familiärer Zuwachs bieten sich an. Auch hofft der Vorstand, dass Menschen gerade auch die schönen Erfahrungen innerhalb einer unschönen Krise wertschätzen und in Fotoalben veredeln. So kann etwa gerade die durch die Kontaktbeschränkungen verstärkt ermöglichte gemeinsame Familienzeit für schöne Erinnerungen gesorgt haben.

Weitere Fragen zu den Auswirkungen der Corona-Krise kamen von DSW-Sprecher Dr. Koch und Mitarbeiteraktionärsvorsitzenden Ehrhardt. Gefragt wurde nach den konkret umgesetzten Kostensenkungsmaßnahmen, dem Umfang von Kurzarbeit sowie der Krisenrobustheit des Geschäftsmodells von CEWE. Die Frage nach dem Umfang der Kurzarbeit sei schwer zu beantworten, da die Gesellschaft in vielen unterschiedlichen Ländern mit unterschiedlichen Regelungen und in unterschiedlichen Branchen tätig ist. Der Vorstandsvorsitzende versuchte dennoch grob ein Gefühl für den Umfang zu vermitteln, indem er angab, wie viele Mitarbeiter in jedem Monat zwischen März und August mindestens einen Tag in Kurzarbeit waren. Bei dieser Betrachtungsweise sind 400 Mitarbeiter im Kommerziellen Druck, 400 Mitarbeiter im Fotofinishing und 200 Mitarbeiter im Einzelhandel zu nennen. Die Intensität der Kurzarbeit wird in dieser empirischen Erhebung aber nicht widergespiegelt. So befanden sich im Einzelhandel Mitarbeiter teilweise Wochen lang in Kurzarbeit, wohingegen im Fotofinishing hier und da auch mal nur ein paar Schichten ausfielen.

Zusätzlich war Dr. Friege wichtig zu betonen, dass es sich bei dem Instrument der Kurzarbeit nicht um eine staatliche Unterstützungsleistung handelt, sondern um eine Versicherungsleistung. Sowohl das Unternehmen CEWE als auch die Mitarbeiter haben über die Jahre Beiträge in die entsprechende Arbeitslosenversicherung eingezahlt. Diese hat nun im Eintritt des Versicherungsfalls ihre Leistung erbracht. Daneben wurden im Zuge der Kostensenkungsmaßnahmen alle unnötigen Kostenpositionen verringert. Dies betraf ausgewählte Projekte, Anschaffungen und Geschäftsreisen. Wie in der Vorstandsrede bereits thematisiert, wurden die Fotofinishing-Produkte im Einzelhandel noch stärker favorisiert. Auf margenschwache Hardware-Umsätze wird immer mehr verzichtet. Im kommerziellen Online-Druck wird sich klar auf die Marken Saxoprint, Viaprinto und Laserline konzentriert.

Das Geschäftsmodell erachtet der Vorstand als sehr krisenrobust, was die Zahlen des ersten Halbjahres 2020 unterstreichen. Während es im kommerziellen Online-Druck und Einzelhandel zu negativen Effekten kam, profitierte die Gesellschaft im digitalen Fotofinishing-Geschäft von dem auch bereits durch SdK-Sprecher Retkowski angeführten „Stay at home“-Effekt. Als entsprechende Maßnahmen auf die negativen Effekte wurde der kommerzielle Online-Druck weiter restrukturiert und die Doppelfokussierung auf Kostenführerschaft und Serviceführerschaft intensiviert. Im Retail-Geschäft sollen einige unprofitable und für Synergien nicht relevante Ladengeschäfte schließen. Für die Sondierung neuer Geschäftsfelder und Innovationen werden stets die Innovation-Days durchgeführt. Doch auch im normalen Alltag setzt CEWE auf eine Kultur der aktiven Mitgestaltung.

Zahlreiche weitere Fragen der Aktionäre und Aktionärssprecher behandelten einzelne Tochterunternehmen, insbesondere die zuletzt getätigten Akquisitionen. Der CEO bestätigte auf Nachfrage von DSW-Sprecher Dr. Koch, dass der Vorstand mit der bisherigen Integration von WhiteWall äußerst zufrieden ist. Die Entwicklung liegt gar oberhalb der anfangs aufgestellten Planungen. Der Mehrwert der neuen Tochter ist offensichtlich: Mit der Galerie-Qualität von WhiteWall ist die Gesellschaft oberhalb der Marke CEWE positioniert, die Kundengruppe dadurch deutlich erweitert. Ferner lobte Dr. Friege die Produktionstechnologie in Frechen bei Köln: 1,8 Meter in der Höhe, fünf Meter in der Breite, ein Stück Papier, Pigmentdruck oder Acrylglas – „so etwas kann auf der Welt sonst keiner“.

Auch mit den Akquisitionen von DeinDesign und Cheerz hat der Vorstand allen Anlass zufrieden zu sein. Bei diesen beiden Töchtern herrschte durch den „Stay at home“-Effekt analog zum gesamten Fotofinishing-Bereich eine Sonderkonjunktur. Ebenso auch bei der Start-up-Beteiligung an der futalis GmbH. Die im Jahr 2015 erworbene futalis vertreibt online hochwertige und individualisierte Haustiernahrung. Seit Unternehmenserwerb entwickelte sich das Start-up mit hohen Wachstumsraten zum Undercover-Star der Gesellschaft. Aufgrund der nur geringen Synergien zum Kerngeschäft hat der Vorstand mittelfristig dennoch vor, die Mehrheitsbeteiligung zu veräußern. Bis sich die Marktlage normalisiert hat, wird jedoch von einem entsprechenden Verkaufsprozess abgesehen. Sowieso hat die Gesellschaft dabei keine Eile. Um neben dem hohen Umsatzwachstum auch die Ergebnisentwicklung zu forcieren, hat der Vorstand im letzten Jahr in die Automatisierung der futalis-Produktion investiert. Die Gewinnschwelle ist nun nicht mehr weit entfernt, obgleich dies bei einem wachstumsstarken E-Commerce-Unternehmen nicht das Wichtigste ist.

Einzig und allein eine Unternehmensakquisition der letzten Jahre, die Laserline GmbH, fällt ein wenig aus dem Erfolgsraster. Mit der thematisierten und mittlerweile vollständig umgesetzten Verlagerung der Produktion nach Dresden wurden nun jedoch signifikante Effizienzsteigerungen eingeleitet. Alle mit dieser Produktionsintegration verbundenen Kosten sind auch bereits in den Geschäftszahlen 2019 enthalten. Mit einem „kleinen Kullertränchen im Auge“ konnte Dr. Friege bestätigen, dass der Bereich Kommerzieller Online-Druck vor Ausbruch der Corona-Krise „wirklich sehr gut und über Plan“ dastand. Es wurde halt nur nicht mit Corona budgetiert.

SdK-Sprecher Retkowski bat den Vorstand noch um weitere Details, ob Mitarbeiter von Laserline nach Dresden mit umgezogen sind und welche Restrukturierungskosten in den ausgewiesenen rund 5 Mio. Euro Sonderaufwand enthalten sind. Zu den Mitarbeitern kommentierte Dr. Friege, dass der Großteil nicht nach Dresden umgezogen ist. In dem ausgewiesenen Sonderaufwand sind Personalkosten, Kosten für Rückbauten, Kosten für weiterlaufende Mietzahlungen sowie Abschreibungen für Maschinen und weitere Produktionsgegenstände enthalten. Die sich zeigenden Synergieeffekte liegen zum Großteil in dem nun gebündelten Produktionsvolumen.

Der Saxoprint-Standort in Dresden ist zudem einer der weltweit effizientesten Bogenoffset-Druckstandorte für den Online-Druck. Diese Effizienz wird nun genutzt, die Strategie der Kostenführerschaft weiter zu intensivieren. Das ist auch der ausschlaggebende Grund, weswegen der Vorstand für den gesamten kommerziellen Online-Druck sehr optimistisch gestimmt ist. Physische Druckprodukte werden, gerade im kommerziellen Werbebereich, nach wie vor eine große Rolle spielen – davon ist der Vorstand voll und ganz überzeugt. Der Trend geht hierbei klar weg von kleinen lokal ansässigen Druckereien hin zu großen digitalen Online-Druckern im Internet; ein Trend, von dem die Gesellschaft klar profitiert und sich weiteres Wachstum verspricht.

Gerne gab Dr. Friege auf Bitte des SdK-Sprechers auch noch Informationen zur Boots-Kooperation. Von dieser neuen Partnerschaft erhofft sich der Vorstand eine deutliche Verbesserung der Marktposition in England und Irland. Boots selbst beschrieb der CEO als einen seit über 150 Jahren dominierenden Marktführer im Drogerieeinzelhandel in Großbritannien. Zusammen mit dem Boots-Vorstand ist man aktuell dabei, das beste Fotoangebot Großbritanniens auf die Beine zu stellen. Boots reiht sich damit in eine lange Reihe von starken Kooperationspartnern in Europa ein, wie beispielsweise dm, Müller, Budni, Edeka, Saturn, Rossmann, Bipa, Kruidvat, teta, Leclerc und FNAC. Auch die Analysten der Bader-Bank stimmen in das Loblied über die Boots-Kooperation ein und erwarten bis 2021 zusätzliche Umsätze von bis zu 15 Mio. Euro bei einer stolzen EBIT-Marge von bis zu 12 Prozent.

Die letzten Fragen betrafen das Zahlenwerk und die Unternehmensführung. Den vom DSW-Sprecher hinterfragten Rückgang der Eigenkapitalquote auf 47,6 Prozent führte der CFO auf die Erstanwendung der neuen Rechnungslegungsvorschrift IFRS 16 zurück. Nach dieser Neuregelung müssen alle von der Gesellschaft geleasten Vermögensgegenstände nun so in der Bilanz abgebildet werden, als ob sich diese im Eigentum befinden würden. Als Folge steigt die Bilanzsumme an, was wiederum die Relation des Eigenkapitals, sprich die Eigenkapitalquote, senkt. Ohne diesen bilanziellen Effekt läge die Quote bei 53,6 Prozent. Auch der Rückgang des Return on Capital Employed (ROCE) um rund 5 Prozentpunkte ist auf die Erstanwendung von IFRS 16 zurückzuführen.

SdK-Sprecher Retkowski war noch aufgefallen, dass für 2019 ursprünglich 55 Mio. Euro Investitionen geplant waren, letztendlich jedoch nur in Höhe von 39 Mio. Euro angefallen sind. Gefragt nach den Gründen führte Dr. Holzkämper die Differenz auf einfache Stichtagseffekte zurück. Im Laufe eines Geschäftsjahres zeigen sich zum einen oft noch weitere Investitionspotenziale, zum anderen kommt es hier und da auch zu gewissen Investitionsverschiebungen. Der Rückgang ist also nicht auf eine „Unterinvestition“ zurückzuführen. Auch wenn er als CFO berufstypisch versucht „ein wenig kniebrig“ zu sein, so werden notwendige Investitionen nie grundlos aufgeschoben. Auch das gehört zu der langfristig orientierten Unternehmensausrichtung dazu.

Korte. ging dann noch auf zwei Fragen in Bezug auf die Unternehmensführung und Compliance ein. Kurz und knapp führte er aus, dass es im Berichtsjahr zu keinen Interessenskonflikten kam und es auch keine wesentlichen Rechtsstreitigkeiten gegeben hat und auch nicht gibt. Ebenso haben sich auch keine Compliance-Verstöße zugetragen. Auch in Bezug auf dieses Thema können sich die Aktionäre also gewiss sein: Bei CEWE ist die nachhaltige Unternehmensführung kein bloßes Lippenbekenntnis, sondern gelebte Realität.


Abstimmungen

Der Aufsichtsratsvorsitzende verkündete die Präsenz mit 5.071.480 Aktien. Bezogen auf das Grundkapital von 19.278.841,40 Euro, eingeteilt in 7.414.939 Aktien, entsprach dies einer Quote von 68,40 Prozent. Davon wurden rund 55 Prozent der Stimmen durch die vor Ort anwesenden und weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter der Gesellschafter und rund 45 Prozent von Aktionären im Wege digitaler Briefwahl abgegeben.

Alle Beschlussvorschläge wurden angenommen, darunter die Beschlussfassung des Jahresabschlusses (TOP 1), die Ausschüttung einer Dividende von 2,0 Euro je Aktie (TOP 2), die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat (TOP 3 & 4), die Wiederwahl von BDO zum Abschlussprüfer (TOP 5), das bedingte Kapital (TOP 6) und die Satzungsänderungen im Sinne des ARUG II (TOP 7).

Nach Bekanntgabe der Abstimmungsergebnisse schloss der Vorsitzende die Veranstaltung um 12:07 Uhr.


Fazit

Die CEWE Stiftung & Co. KGaA schaut auf einen langjährigen Transformationsprozess zurück. Dass dieser überaus erfolgreich verlief, ist keineswegs selbstverständlich. Zahlreiche Unternehmen haben den Wandel zu einem digitalen, skalierbaren und zugleich profitablen Geschäftsmodell nicht oder nur teilweise geschafft. Ganz anders bei CEWE. Eindrucksvoll zeigte CEO Dr. Friege auf der Hauptversammlung auf, wie der digital erzielte Umsatz in den letzten 20 Jahren sukzessive den analogen Umsatz abgelöst hat. Zudem wurde mit dem Bereich des kommerziellen Online-Drucks ein weiteres Kompetenzfeld aufgebaut, was seit dem Jahr 2012 wächst und die Gesellschaft noch stärker diversifiziert.

Der bilderbuchartige Transformationsprozess macht sich auch dadurch bemerkbar, dass dieser nicht kräfte- und kapitalverzehrend vonstattengeht, sondern von fortlaufend hoher Profitabilität und solider Kapitalstruktur geprägt ist. Die elfte Dividendenerhöhung in Folge unterstreicht dies in aller Deutlichkeit. Ferner ermöglicht die solide Kapitalstruktur dem Vorstand Chancen am Kapitalmarkt zu nutzen, um die Rolle als Europas führender Fotoservice- und Online-Druck-Anbieter weiter ausbauen zu können - wovon in den letzten Jahren auch reichlich Gebrauch gemacht wurde. Für knapp 30 Mio. Euro kaufte der Vorstand allein in den letzten drei Jahren gewinnbringende Unternehmen. Die jeweiligen Integrationen schreiten größtenteils sehr ordentlich voran und werden sich vermutlich in den kommenden Jahren im Zahlenwerk weiter positiv bemerkbar machen.

Doch unabhängig von den neu akquirierten Produkten und Dienstleistungen steht eines fest: Der absolute Verkaufsschlager ist das CEWE-Fotobuch. Dieses eine Produkt, von dem jährlich über sechs Millionen Stück verkauft werden, ist sowohl wachstums- als auch margenstark. Das europaweit etablierte Fotoalbum war für die Gesellschaft in den letzten 15 Jahren der Garant für den erfolgreichen Transformationsprozess. Rund um diesen Verkaufsschlager verstehen Vorstand und Mitarbeiter es von Jahr zu Jahr neu, innovative Foto-Produkte zu entwerfen. Großer Pluspunkt ist, dass all diese Produkte und Designideen weitgehend konjunkturunabhängig und für die Kunden mit einer großen Emotionalität verbunden sind – Eigenschaften, die eine starke Marke auszeichnen.

Abschließend richtet sich der Blick noch auf die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Gesellschaft. Mit Umsatz- und Ergebniswachstum im ersten Halbjahr können die Aktionäre sehr zufrieden sein. Der sogenannte „Stay at home“-Effekt befeuerte das umsatz- und margenstarke Fotofinishing-Geschäft und glich alle negativen Effekte im kommerziellen Online-Druck und dem Einzelhandel mehr als aus.

Spannend wird es nun im dritten und vierten Quartal. Besonders Letzteres ist weihnachtsbedingt üblicherweise das umsatzstärkste des gesamten Jahres. Positiv ist, dass sich am Markt konjunkturell deutliche Erholungswellen abzeichnen, welche das Konsumverhalten der Menschen nach Krisenschock wiederbeleben. Negativ könnte hingegen sein, dass den Kunden für das Weihnachts-Fotoprodukt Bilder fehlen. Inwiefern sich dieser Effekt negativ niederschlagen wird, ist abzuwarten. Fest steht, die Fotoprodukte treffen ganz und gar den Nerv der heutigen Zeit: ein Produkt, das digital, ortsunabhängig und flexibel erstellbar ist, und dennoch maximal Emotionen transportiert.

Hinzu kommt eine nachhaltig und langfristig orientierte Unternehmensführung gepaart mit einer stabilen Aktionärsstruktur. Dass die Aktionäre einen besonders hohen Stellenwert bei CEWE haben, wurde auf der Hauptversammlung praktisch fühlbar. Alles in allem konnten sich die Aktionäre über eine ausführliche und detaillierte Vorstandspräsentation und Beantwortung ihrer Fragen freuen. So scheint es abschließend wahrscheinlich, dass die Gesellschaft mit ihrem lukrativen Geschäftsmodell und ihrer Position als Marktführer das Wachstum der vergangenen Jahre fortsetzen wird. Mittlerweile sind über 80 Prozent der Mitarbeiter zugleich Aktionäre der Gesellschaft. Ein wenig Spielraum ist also noch vorhanden.


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