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curasan AG (ISIN DE0005494538)

Lindigstraße 4
D-63801 Kleinostheim
Deutschland
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Am 27. Juni 2002 fand in der Stadthalle Aschaffenburg vor rund 150 Aktionären die zweite ordentliche Hauptversammlung der curasan AG statt. Für GSC Research war Stephan Kraemer vor Ort und erstellte diesen Bericht.

curasan ist Spezialist für regenerative Biomedizin, wobei der Schwerpunkt auf der Knochenregeneration auf der Basis des Knochenaufbaumaterials Cerasorb liegt. Das Unternehmen wird vom Gründer und Hauptaktionär (46 Prozent) Hans Dieter Rössler geleitet und ging am 20. Juli 2000 mit einem Emissionskurs von 18,5 Euro und einer Erstnotiz von 30 Euro an den Neuen Markt. Dem Unternehmen sind flossen durch das IPO brutto 18,4 Mio. Euro an liquiden Mitteln zu. Heute liegt der Kurs bei 2,5 Euro.

Die dreieinhalbstündige Hauptversammlung wurde pünktlich um 10:00 Uhr vom Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Detlef Wilke eröffnet. Nach Verlesen der üblichen Formalien übergab dieser das Wort an den CFO, Herrn Helmut Trahmer.


Bericht des Vorstands

Herr Trahmer stellte nach seiner Begrüßung fest, dass das Geschäftsjahr 2001 nicht nach den Erwartungen von curasan verlaufen ist. Mit einem Wachstum beim Umsatz von 11 Prozent gegenüber dem Jahr 2000 auf 12,1 Mio. Euro sei man deutlich hinter den prognostizierten Werten geblieben. Verantwortlich dafür waren in erster Linie externe Gründe, die in bürokratischen Hemmnissen bei Behörden und bei Partnerschaften auf internationaler Ebene zu finden sind, die nicht wie geplant verlaufen sind.

In den beiden Geschäftsbereichen Biomaterialien und Pharmaceuticals gab es einen Zuwachs von 13 Prozent auf 4,9 Mio. Euro bzw. ein Wachstum von 10 Prozent auf 7,2 Mio. Euro. 95 Prozent aller Umsätze wurden in Deutschland und Europa erzielt. Auf 14 Prozent nach knapp 15 Prozent im Vorjahr belief sich der Anteil der Auslandsumsätze am konsolidierten Gesamtumsatz, zu dem die AG und 4 Tochtergesellschaften gehören. Der Wareneinsatz reduzierte sich leicht auf 38,2 Prozent der Gesamtleistung und verbesserte sich damit in etwa analog zum Umsatz.

Die Zahl der Mitarbeiter wuchs stark von 83 auf 116 in 2001. Ein Drittel des Zuwachses ist auf Übernahmen fremder Unternehmen zurückzuführen. Die Hälfte aller Mitarbeiter ist im Bereich Marketing / Vertrieb eingesetzt. 28 Mitarbeiter sind im Betrieb, 13 für Forschung / Zulassung, 8 bei Finanzen / Controlling und 5 im Zentralbereich beschäftigt. Insgesamt betrugen die Personalkosten 6,2 Mio. Euro gegenüber 4,7 Mio. Euro im Vorjahr. Für die Zukunft wird bei den Personalkosten kein nennenswerter Anstieg erwartet.

Als Folge der Investitionen sind die Abschreibungen stark angestiegen, allerdings nur zu einem geringen Anteil (15 Prozent der gesamten Abschreibungen) aufgrund von Firmenwertabschreibungen. Der größte Betrag wurde auf Arzneimittelzulassungen abgeschrieben, da hier bilanziell eine Abnutzung unterstellt wird. In der Praxis nimmt der Wert der Arzneimittelzulassungen durch höhere Umsätze beständig zu, so dass im Firmenvermögen stille Reserven entstehen.

Bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen (Vertrieb, Werbung, Zulassung, Verwaltung) stieg der Aufwand von 4,4 Mio. Euro auf 5,6 Mio. Euro an. Kostentreiber waren einerseits die Vergrößerung der betrieblich genutzten Flächen und die Kosten für AG-Umwandlung und Listing der Aktien. Da dieser Kostensprung einmalig war, ist ein vergleichbarer Anstieg für die Zukunft nicht zu erwarten.

Der Jahresfehlbetrag belief sich nach IAS auf 2,8 Mio. Euro nach minus 1,8 Mio. Euro im Vorjahr. Nach HGB errechnet sich ein Fehlbetrag von 4,3 Mio. Euro. Der Unterschied liegt hauptsächlich in der Berücksichtigung von "Latenten Steuern" nach IAS, d.h. hier werden Steuerertattungsansprüche - für in der Zukunft liegende Gewinne - bereits heute bilanziell berücksichtigt und als Ertrag verbucht.

Die Bilanzstrukturen sind nach Auskunft von Herrn Trahmer nicht belastet. So decken die kurzfristigen Vermögenswerte und die liquiden Mittel die kompletten kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten. Die restlichen Vermögenswerte sind durch Eigenkapital hinterlegt, das einen Anteil von mehr als 70 Prozent an der Bilanzsumme hat.

Die Entwicklung der liquiden Mittel kann die curasan AG nicht zufrieden stellen. Nach 12,5 Mio. Euro in 2000 sanken die Barmittel von 5,2 Mio. Euro in 2001 auf voraussichtlich 0,9 Mio. Euro Ende 2002. Durch die Verbesserung des operativen Cashflow geht der Vorstand jedoch davon aus, dass es zu keinem Liquiditätsengpass kommt.

In einer beispielhaften Rechnung legte Herr Trahmer die aus seiner Sicht deutliche Unterbewertung der curasan-Aktie dar. Hierbei bediente er sich des so genannten Praktikerverfahrens, das über Umsatzmulitplikatoren den Unternehmenswert berechnet. Bei Faktor 2 für die Umsätze mit Biomaterialien (4,9 Mio. Euro) und Lokalanästehtika 3,3 Mio. Euro) sowie einem Faktor 1 für die Umsätze mit Antibiotika (2,8 Mio. Euro) und sonstigem (1,1 Mio. Euro) errechnet sich ein Firmenwert von 20,3 Mio. Euro.

 

Dieser Unternehmenswert übersteigt den Buchwert um 15 Mio. Euro deutlich. Vor diesem Hintergrund und angesichts der Tatsache, dass der Börsenwert des Eigenkapitals weniger als zwei Drittel des Bilanzwerts ausmacht, ist für Herrn Trahmer der aktuelle Börsenkurs nicht mehr nachvollziehbar und stellt eine Übertreibung nach unten dar.

Die curasan AG hat das konzerneigene Risikomanagementsystem erweitert. So wurden seit der letzten HV die DV-Landschaft extern geprüft, ein finanzwirtschaftliches Rating erstellt, die interne Organisation des Rechnungswesens modernisiert und die Werthaltigkeit von Arzneimittelzulassungen und Debitorenpositionen durch externe Gutachter überprüft. Zusätzlich wird das vorhandene Qualitätsmanagementsystem konzernweit vereinheitlicht und mit dem kaufmännischen Risikoüberwachungssystem verzahnt.

Zum Schluss seiner Ausführungen kam Herr Trahmer nochmals auf den unbefriedigenden Aktienkurs von 2,80 Euro (aktuell: 2,50 Euro) am Bilanzstichtag im Vergleich zu 3,46 Euro Buchwert des Eigenkapitals und einem Kurs/Umsatz-Verhältnis von 0,9 zu sprechen. Einen Teil des Kursrückgangs führt Herr Trahmer auf den Abgabedruck eines vorbörslich eingetretenen Venture Capitalisten zurück, der in den letzten Monaten annähernd zehn Prozent des Grundkapitals über die Börse verkauft hat.

Anschließend sprach CEO Rössler zu den Aktionären und knüpfte an der wenig zufrieden stellenden Kursentwicklung der curasan-Aktie an. Er erwähnte in diesem Zusammenhang, dass er im zurückliegenden Jahr 136.000 Aktien und in 2002 rund 32.000 Aktien seiner Gesellschaft gekauft hat. Auch Herr Rössler sieht die Gründe für die schlechte Börsenperformance von curasan im schlechten Marktumfeld, aber auch in den Plankorrekturen und -abweichungen der letzten Jahre.

Erfreulicherweise sei es letzte Woche gelungen, ein großes Restpaket des engagierten Venture Capitalisten an einen mittel- bis langfristig orientierten Kreis von Privatanlegern zu veräußern. Dadurch entsteht von dieser Seite kein weiterer Abgabedruck auf die Aktie.

Den Geschäftsverlauf in 2002 beurteilt der CEO als bislang sehr erfolgreich, da das Wachstum im ersten Quartal 2002 etwa 23 Prozent betrug und da auch für das zweite Quartal von guten Werten ausgegangen wird. Der Export konnte im ersten Halbjahr 2002 sogar um 70 bis 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden.

Auch beim Ergebnis wird eine Besserung zum 30.6.02 erwartet, nachdem man in 2001 zum gleichen Zeitpunkt ein Minus von 2 Mio. Euro vor Steuern verzeichnen musste. Für 2002 wird insgesamt ein Umsatzwachstum von 30 Prozent erwartet. An dieser Stelle bedauerte Herr Rössler nochmals die Planverfehlungen des Vorjahres, da curasan selbst die reduzierten Werte nicht erreichen konnte.

Um denjenigen, die erstmalig bei einer HV von curasan anwesend waren, einen Eindruck von der Tätigkeit ihres Unternehmens zu geben, erläuterte Herr Rössler den anwesenden Aktionären das Geschäftsmodell. curasan hat zwei Schwerpunkte, den Bereich Biomaterialien (insbesondere die Cerasorb-Familie) sowie Pharmaceuticals.

Im Bereich Biomaterialien werden Produkte zur Knochen- und Geweberegeneration, Gewebezüchtung, Wundheilung und Arthrose entwickelt, produziert und vertrieben. Die Pharmaceuticals werden zur lokalen oder vollständigen Betäubung der Patienten, zur Schmerztherapie und zur Verhinderung oder Bekämpfung von Infektionskrankheiten eingesetzt.

In diesem Geschäftsfeld befindet sich eine Reihe von Produkten, insbesondere Generika, das sind Nachahmerprodukte, deren Patent ausgelaufen ist. Die Vielzahl an Produkten ermöglicht das Schnüren von Angebotspakten und erlaubt dem Krankenhausmanager das one-stop-shopping.

Mit Abstand wichtigste Produktfamilie ist die Cerasorb-Familie, bestehend aus Granulaten und Formteilen. Dieses Knochenaufbaumaterial macht risikobehaftete und teure chirurgische Zweiteingriffe zur Knochenentnahme überflüssig, weil es Baustoff für den neu wachsenden Knochen ist und sich anschließend vollständig selbst abbaut. Seit Herbst letzten Jahres ist Cerasorb für die Anwendung bei Knochendefekten im gesamten Skelettsystem zugelassen. Die flächendeckende Vermarktung beginnt in 2 bis 3 Monaten.

Als Gründe für die Planabweichungen in 2001 nannte der Vorstand einerseits bürokratische Verzögerungen von teilweise 1,5 Jahren, den Austausch von Vertriebspartnern in Frankreich und Italien, den Verzicht auf Umsatz in Ländern mit schwacher Währung sowie die schwache Konjunktur und das magere 4. Quartal 2001, in dem aufgrund der Euroumstellung ausgebliebene Umsätze zu verschmerzen waren.

Auf der Positivseite kann curasan den Ausbau der Produktpalette von 21 Produkten mit 78 Artikeln per Ende 2000 auf aktuell 36 Produkte mit 106 Artikeln verbuchen. Bis Ende 2002 werden die 2000er-Zahlen mehr als verdoppelt sein. Auch wolle man nach der bereits erreichten Verbesserung im Umsatzranking auf Platz 51 von 300 die Krankenhäuser versorgenden Pharmafirmen in 2001 im laufenden Jahr in die 40er-Ränge vorstoßen; schon jetzt werden 32 der 37 deutschen Unikliniken beliefert, bis Ende 2002 sollen alle Unikliniken beliefert werden. Seit April 2002 verfüge man über die Zulassung für Cerasorb in den USA für die Indikationen Unfallchirurgie und Orthopädie. Derzeit ist curasan auf der Suche nach einem Vertriebspartner.

Dann ging Herr Rössler wie Herr Trahmer noch auf die liquiden Mittel ein, die bei planmäßigem Geschäftsverlauf ausreichen sollten. Falls nicht, sieht sich der Vorstand durchaus in der Lage, 1 bis 2 Mio. Euro Liquidität von außen zu besorgen. Zum Abschluss seiner Ausführungen erinnerte Herr Rössler nochmals an die niedrige Unternehmensbewertung, die er für einen günstigen Einstiegszeitpunkt hält bzw. eine gute Möglichkeit, um vorhandene Bestände zu verbilligen.


Allgemeine Diskussion

Die Aussprache über die Tagesordnungspunkte begann Herr Heinz von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK). Dieser beklagte zunächst allgemein den großen Vertrauensverlust an der Börse, wobei er den jüngsten Betrugsfall Worldcom explizit erwähnte. curasan sei zwar nicht in einen Topf mit diesen Firmen zu werfen, habe aber durch zwei Fehlprognosen in den letzten zwei Jahren ebenfalls viel Vertrauen verspielt. Statt 80 Prozent Umsatzwachstum in 2001 habe man nur 11 Prozent erzielt.

Die erste Frage von Herrn Heinz richtete sich auf die langwierigen Zulassungsverfahren. In diesem Zusammenhang wollte er vom Vorstand wissen, ob man diesen Zeitbedarf unterschätzt oder unvollständige Unterlagen eingereicht hat.

Herr Rössler machte an zwei Beispielen deutlich, dass curasan mit Entwicklungen konfrontiert wurde, auf die das Unternehmen keinen Einfluss hatte. So gab es eine achtmonatige Verzögerung beim Bau einer Anlage im Industriepark, in dem die curasan ihren Sitz hat, weil auf der Straßenseite von curasan keine Starkstromleitung vorhanden war. Die Kosten für das Legen dieser Leitung sollten komplett von curasan übernommen werden, wogegen man Einspruch eingelegt hat. Erst nach dem Legen der Starkstromleitung konnten die kompletten Unterlagen zur Zulassung eingereicht werden.

Im zweiten Beispiel wurde eine bereits erhaltene Zulassung für die doppelt sterile Verpackung nachträglich aufgrund von Nachforderungen der Genehmigungsbehörden wieder zurückgezogen mit der Konsequenz von Verzögerungen bei der Markteinführung.

Herr Heinz bemängelte ferner, die Kapazität im Bereich Marketing / Vertrieb sei zwar um 50 Prozent gewachsen, der Umsatz solle aber nur um 30 Prozent steigen, wofür er eine Erklärung verlangte. Herr Rössler begründete dies mit Vorlaufzeiten für neues Personal. Hinzu kamen die oben erwähnten Verzögerungen bei der Einführung der doppelt sterilen Verpackung.

Schließlich sieht Herr Heinz in der weltweiten Bearbeitung von Märkten eine Verzettelung von curasan und eine Vergeudung der begrenzten Ressourcen. Hierauf entgegnete Herr Rössler, der USA-Markt sei zu groß und zu wichtig, um auf ihn verzichten zu können.

Als nächster Redner sprach Herr Hoffmann von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), der sich für Details zu den angekündigten Kostensenkungsmaßnahmen interessierte. Herr Rössler erklärte, an starke Einschnitte, insbesondere im personellen Bereich, sie nicht gedacht, da dieses Personal bei dem erwarteten Anziehen des Geschäfts dann schmerzlich vermisst würde und wieder teuer eingekauft werden müsste. Im Übrigen seien die Kostensprünge durch die Akquisitionen jetzt Historie, und die derzeitige Kostenstruktur lasse ein erhebliches Wachstum ohne weiteren Kapazitätsaufbau zu.

Des Weiteren fragte sich Herr Hoffmann, ob die Produktionsverlagerung von Schonach nach Frankfurt am Main nicht langfristig teurer ist als die Produktion in Schonach. Herr Rössler gab dazu bekannt, dass der Standort Schonach von einem fremden Dienstleister betrieben wurde und dass curasan mit dem Betrieb in Eigenregie kostengünstiger produziert.

Verwundert zeigte sich Herr Hoffmann über die hohen Abschreibungen von 0,9 Mio. Euro auf nadellose Injektionsgeräte, weil das Produkt die Erwartungen nicht erfüllt hat, und er wollte wissen, ob dies nicht früher hätte erkannt werden können, um die Abschreibungen niedriger zu halten. Hierauf antwortete Herr Rössler, dass curasan für diese Injektionsgeräte den exklusiven internationalen Vertrieb für den Hersteller Rösch übernehmen wollte und dass daher sozusagen als "Eintrittsgeld" diese hohe Mindestabnahmemenge von Geräten erfolgte.

Das Problem dieser Injektionsgeräte wurde erst nach Abschluss umfangreicher Tests deutlich. Die Anwendung war schwieriger als gedacht, und kleine "Macken" wie eine nur sechsmonatige Haltbarkeit der Ampullen für die Injektionsgeräte haben zum Aus dieses Produkts und zu den genannten Abschreibungen geführt.

Dann wollte Herr Hoffmann wissen, wie hoch das Ausfallrisiko bei den ausstehenden Forderungen in Höhe von rund 1,5 Mio. Euro ist. Herr Trahmer hält dieses für gering, da die Kunden von curasan - überwiegend Ärzte und Apotheker - nur ein geringes Ausfallrisiko haben und da die einzelnen Forderungen betragsmäßig niedrig sind. Anders ist die Situation im Ausland zu beurteilen, da durch das Alleinvertriebsrecht der Partner eine Bündelung der Forderungen bei einem Kunden stattfindet.

Des Weiteren erkundigte sich Herr Hoffmann, welche Auswirkungen die Kostenbremse im Gesundheitswesen auf die Entwicklung von curasan hat. Herr Rössler sieht in den Generika von curasan, die deutlich billiger als die Ursprungsprodukte sind, einen guten Risikoausgleich zu den Biomaterialien, so dass die Auswirkungen für curasan insgesamt begrenzt bleiben.

Genau bei den Generika setzte ein weiterer Kritikpunkt des DSW-Redners an. Diese erzielen nur geringe Margen, und eine hohe Anzahl von Konkurrenten bietet diese Produkte an. Herr Rössler erwiderte, dies treffe auf curasan nicht zu, weil die Generika, die curasan anbietet, nicht im Segment der so genannten Blockbuster - Medikamente mit mehreren hundert Mio. Euro Umsatzpotenzial - angesiedelt sind. Das Umsatzpotenzial der Generika von curasan liegt bei 5 bis 40 Mio. Euro p.a.. Dadurch ist die Anzahl der Konkurrenten erheblich niedriger. Zudem erzielt curasan mit Margen zwischen 30 und 90 Prozent - im Durchschnitt 57 Prozent - sehr ordentliche Erträge.

Die curasan AG will mit ihren Biomaterialien weltweit Standards setzen. Diesbezüglich fragte Herr Hoffmann, wie weit man in der Realisierung dieses Ziels ist. Herr Rössler sieht dies nach wie vor als Ziel, sieht aber den größten Gegner bei der Umsetzung in den bisherigen Erfahrungen der Ärzte, die gerne aus Gewohnheit und finanziellen Erwägungen Knochentransplantationen vornehmen, wo keine erforderlich wären. In diesem Punkt sieht er die Gesundheitsreform als natürlichen Verbündeten der curasan, da sie dafür sorgen wird, dass teure Eingriffe nicht mehr durchgeführt werden können, wenn kostengünstigere Alternativen existieren.

Eine weitere Frage von Herrn Hoffmann war, ob die Verbesserungen von Cerasorb neue Zulassungen erforderlich machen, was Herr Rössler verneinte, da es sich um Weiter- und keine Neuentwicklungen handle. Herr Hoffmann nannte Forschungskooperationen als Möglichkeit, Kosten zu senken, was Herr Rössler allerdings anders sah, da die Aufwendungen in diesem Bereich nicht so hoch seien, dass solche Kooperationen und die damit verbundene spätere Erlösteilung gerechtfertigt sind.

Nach der Zulassung von Cerasorb für das gesamte Skelett steht jetzt die Vermarktung an. In diesem Zusammenhang interessierte Herrn Hoffmann, wie schnell sich aus dieser Zulassung Umsätze generieren lassen. Diesbezüglich wollte Herr Rössler keine genaue Einschätzung abgeben, er hofft aber auf ein Umsatzwachstum von 30 Prozent p.a. in diesem Bereich.

Die Suche nach einem Vertriebspartner in den USA soll nach Auskunft von curasan 6 bis 12 Monate dauern. Auf die Frage, wie lange es dann noch dauert, bis dieser Vertriebspartner produktiv arbeitet, betonte Herr Rössler zunächst, wie schwierig es ist, einen geeigneten Partner zu finden. Wenn dieser aber erst einmal gefunden ist, fallen für curasan keine weiteren Kosten mehr an. Sollte der Partner in der Branche etabliert sein, sind kurzfristig mindestens 10 Mio. $ Umsatz pro Jahr durchaus möglich.

Die nächste Frage von Herrn Hoffmann galt dem Wettbewerbsvorteil der curasan gegenüber ihren Konkurrenten. Hierzu stellte Herr Rössler fest, außer curasan könne niemand an einer kaputten Knochenstelle den ursprünglichen Zustand wieder herstellen. Die letzte Frage des DSW-Vertreters zielte auf die Entwicklung der Exporte und die angestrebte Exportquote von curasan. Aktuell sind im zweiten Halbjahr die Exporterlöse um 70 bis 80 Prozent gestiegen, und die Exportquote wird Ende 2002 bei 19 bis 20 Prozent liegen gegenüber 13 bis 15 Prozent aus dem Vorjahr. Mittelfristig wolle man 50 Prozent erreichen, langfristig sogar 60 Prozent.

Als letzter Redner der allgemeinen Diskussion zeigte der Kleinaktionär Herr Kiem sein Unverständnis über die von der Verwaltung beantragte Ermächtigung zum Kauf eigener Aktien. Wie man bei dieser Liquiditätslage eine solche Absicht verfolgen könne, wollte er wissen. Herr Trahmer betonte, es sei natürlich nicht geplant, bei der momentanen Liquiditätslage eigene Aktien zurückzukaufen. Vielmehr diene diese Ermächtigung dazu, bei einer - im Moment nicht geplanten - Akquisition eine Verwässerung für die Altaktionäre zu vermeiden. Herr Rössler ergänzte, er könne sich eine Minderheitsbeteiligung eines strategischen Investors durchaus vorstellen. Ob und wann es dazu kommt, sei heute nicht bekannt.


Abstimmungen

Bei einer Präsenz von 55,14 Prozent aller ausstehenden Aktien in Höhe von 5 Millionen Stück wurden alle Tagesordnungspunkte mit Zustimmungsquoten von 99,7 Prozent bis 100 Prozent ohne Schwierigkeiten im Sinne der Verwaltung verabschiedet.

Neben den üblichen Tagesordnungspunkten zur Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat und der Wahl des Abschlussprüfers waren dies die Neuwahl des Aufsichtsrats (der alte AR ist der neue), einer Veränderung bei der Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder sowie Satzungsänderungen in bezug auf die Dauer der AR-Tätigkeit (auf 5 Jahre erhöht) und der erforderlichen Stimmenzahl auf der HV zur Abberufung des Aufsichtsrats (von 50 Prozent auf 75 Prozent erhöht).

Zusätzlich wurde die Satzung in dem Punkt geändert, der die Hinterlegungsvorschriften und die Regelungen zur Stimmrechtsausübung betrifft (wurde an die gesetzliche Regelung angepasst). Ebenfalls bei wenigen Gegenstimmen wurde der kontrovers diskutierte Tagesordnungspunkt über die Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien angenommen.


Fazit und eigene Meinung

Die curasan AG ist nach zwei Fehlprognosen in den vergangenen Jahren, weiterhin operativen Verlusten und einem damit verbundenen starken Liquiditätsabbau von der Börse mit einem starken Kursrückgang bestraft worden. Die Hinweise des Vorstands auf eine niedrige Bewertung werden vermutlich solange ungehört bleiben, bis sich das Marktumfeld geändert hat und curasan schwarze Zahlen schreibt.

Dass die Voraussetzungen mit 36 Produkten, einem das Risiko minimierenden Mix aus selbst entwickelten Produkten und Generika sowie bereits erbrachten Vorleistungen für zukünftige Umsätze durchaus gut sind und sogar besser als bei vielen Konkurrenten, deren Produkte noch in klinischen Tests stecken, ist sicherlich unbestritten.

Diese Voraussetzungen in profitable Umsätze umzuwandeln, ist die große Herausforderung für die curasan AG in den nächsten Monaten. Eine Aufnahme von Fremdmitteln oder strategischen Partnern zur Sicherung der Zahlungsfähigkeit sollte nur erfolgen, wenn dies unvermeidlich zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs ist.

Gelingen die prognostizierten Vorhaben, werden die Anleger wieder Vertrauen in die Aktie fassen und die Unternehmensbewertung über das Niveau von 12 bis 13 Mio. Euro ansteigen lassen.


Kontaktadresse

curasan AG
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Ansprechpartner Investor Relations

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