SPANIGAL Wertpapieranlagen AG (ISIN )

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Die SPANIGAL Wertpapieranlagen AG wurde im Jahr 1989 gegründet und betätigte sich zunächst im Optionsgeschäft. Anfangs wurde hier vor allem mit Stillhaltergeschäften viel Geld verdient, und im ersten Jahr erhielten die Aktionäre eine Dividende von stolzen 184 Prozent auf ihre Anteile im Nennwert von 100 DM. Einige Fehlspekulationen führten dann aber zum Absturz, und das Eigenkapital wurde komplett aufgezehrt. Seit einigen Jahren handelt das Unternehmen nun nur noch mit deutschen Aktien vornehmlich im Nebenwertebereich und versucht, den nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag auszugleichen.

Am 17. Oktober 2005 fand die Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2004/2005 statt, das am 30.6.2005 abgeschlossen worden war. Als Versammlungsort war das Gasthaus Riesblick im schwäbischen Utzmemmingen am Rande des Nördlinger Ries gewählt worden. Bei Beginn um 10:45 Uhr hatten sich dort sieben Aktionäre eingefunden, darunter Matthias Wahler von GSC Research. Anwesend waren außerdem der Alleinvorstand Edmund Hegmann und der Aufsichtsratsvorsitzende Dieter Kohnen, die beiden anderen Aufsichtsratsmitglieder waren entschuldigt.


Bericht des Vorstands

Nach Auskunft von Herrn Hegmann hat sich das Geschäftsjahr 2004/2005 ähnlich entwickelt wie die Vorjahre. Es konnte nur wenig unternommen werden, weil eigentlich kein Geld mehr da ist. Mit dem bisschen konnte aber bei einem Umsatz von 287 TEUR immerhin ein Gewinn von 20 TEUR erzielt werden. Der Bilanzverlust reduzierte sich auf 307 TEUR und der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag auf 62 TEUR. Mangels Kapital wurden im Portfolio viele schnelle Umschichtungen vorgenommen, was eigentlich nicht das Ziel ist.

Wie Herr Hegmann weiter ausführte, konnten 441 EUR als Nachbesserung aus den Squeeze-outs der BW-Bank und der eff-eff erzielt werden. Neu eingegangen wurden sieben weitere Abfindungsspekulationen, im Einzelnen bei Buderus, Jado, MVS, debitel, APCOA, GEA und DSL mit einer Gesamtsumme von rund 50 TEUR, die kurzfristig erst einmal einen kleinen Verlust eingebracht haben. Insgesamt sind nun circa 15 Spruchstellenverfahren anhängig, aus denen zum Teil ziemlich viel Geld erwartet wird. "Ich hoffe, dass im laufenden Jahr daraus wieder einmal Einnahmen erzielt werden können", so der Vorstand. "Wir könnten sie brauchen, die Lage ist nach wie vor ernst". Als Kläger ist die SPANIGAL lediglich bei der Real Garant AG aktiv, alle anderen Verfahren werden passiv verfolgt.

Das für das letzte Jahr verfolgte Ziel, die Bankschulden abzubauen, konnte bis zum Bilanzstichtag nicht erreicht werden. Zum 30.6.2005 wurden die Bankverbindlichkeiten bei einer Bilanzsumme von 279 TEUR mit 254 TEUR ausgewiesen, während die Wertpapiere nur mit 213 TEUR in der Bilanz standen. Bis zum 30.9.2005 konnten aber Fortschritte erzielt werden. Wie Herr Hegmann prognostizierte, wird die Bilanz zum Ende dieses Jahres, wenn Wertpapiere verkauft und damit Kredite getilgt worden sind, nur noch halb so lang sein.

Die ersten drei Monate des Geschäftsjahres 2005/2006 sind laut Herrn Hegmann nämlich hervorragend verlaufen. Bis Ende September konnte bereits ein Gewinn von 21 TEUR erzielt werden. Dazu beigetragen haben Aktien wie Sino, WaveLight und Nucletron, außerdem die insolvente m+s Elektronik AG, an der Anteile vor der überraschend einberufenen Hauptversammlung (siehe hierzu auch den HV-Bericht von GSC Research) ge- und kurz darauf mit 200 Prozent Gewinn wieder verkauft wurde. 3 TEUR wurden mit der EOP Biodiesel AG an nur einem Tag verdient.

Die SPANIGAL nimmt laut Herrn Hegmann außerdem an der "gigantischen Spekulation" bei der DEWB bezüglich der Abfindung durch die Jenoptik teil (siehe hierzu auch den HV-Bericht von GSC Research). Ein Erfolg dabei wäre laut Herrn Hegmann ein Glücksgriff für die SPANIGAL. Als weiteres erfolgreiches Geschäft führte der Vorstand den Kauf der CyBio-Aktie an, die bereits 20 Prozent im Plus liegt. Nicht so erfolgreich war bislang die Spekulation bei der Deutschen Steinzeug, die nach Überzeugung des Vorstands aber deutlich unterbewertet ist, was sich noch im Kurs niederschlagen wird.


Allgemeine Aussprache

Aktionär Keinemann erkundigte sich zunächst nach dem aktuellen Stand des Eigenkapitals. Nach dem positiven Start ins neue Jahr liegt dieses laut Herrn Hegmann noch mit 40 TEUR im Minus. "Wir bräuchten noch zwei solche Quartale wie das erste des laufenden Jahres oder einige positive Entscheidungen in den Spruchstellenverfahren, dann wäre das Eigenkapital wieder ausgeglichen", äußerte er seine Hoffnung.

Herr Dr. Ross fragte nach der Höhe der Kreditlinien. Wie ihm Herr Hegmann erklärte, darf die SPANIGAL offiziell nur noch bei einem Discountbroker mit Kredit arbeiten, soweit dies die Wertpapiere als Beleihung hergeben. Bei den übrigen Banken bestehen trotz negativem Saldo keine Linien mehr. "Wir wollen die Überschuldung ja wegkriegen, aber leider haben wir kaum Geld zum Anlegen", veranschaulichte der Vorstand nochmals das Dilemma. Wichtig erschien ihm aber zu sein, dass die Firma überhaupt noch existiert. Wenn die Kredite dann abgebaut sind, soll mit einer geringeren Verschuldung weitergemacht werden.

In ihrem Beitrag bemängelte Frau Ross, dass zwei der drei Aufsichtsräte nie zur Hauptversammlung auftauchen. Der Aufsichtsratsvorsitzende entschuldigte dies mit deren langem Anfahrtsweg und den hohen Kosten, die die SPANIGAL nicht übernehmen könnte. Es wurde deshalb akzeptiert, dass die beiden weit entfernt wohnenden Herren nicht anreisen.

Schließlich fragte noch Herr Roll aus München nach näheren Informationen zu den im Geschäftbericht aufgeführten Eventualverbindlichkeiten in Höhe von 143 TEUR. Diese stehen, wie ihm der Vorstand erklärte, im Zusammenhang mit Besserungsscheinen aufgrund von Forderungsverzichten von Mitgliedern der Verwaltung. Bedient werden diese, sobald das Eigenkapital wieder positiv ist und echte Gewinne ausgewiesen werden, auch dann aber nur mit der Hälfte des Gewinns, so dass trotzdem noch etwas für die Aktionäre übrig bleibt.


Abstimmungen

Von den insgesamt 3.600 Stückaktien mit einem Nennbetrag von 51,13 EUR waren 653 vertreten. Den größten Teil hielten Vorstand und Aufsichtsrat. Beide wurden einstimmig entlastet, womit die Tagesordnung dann auch schon erledigt war. Der Aufsichtstratsvorsitzende konnte die Versammlung nach rund einer Stunde schließen.


Fazit

Die Lage bei der SPANIGAL Wertpapieranlagen AG ist ernst. Bereits seit Jahren ist das Eigenkapital komplett aufgezehrt, und die Bankschulden übersteigen das Wertpapiervermögen deutlich. Auch wenn inzwischen wieder Gewinne geschrieben werden und insbesondere das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres gut verlaufen ist, wird es noch einige Jahre dauern, bis überhaupt wieder ein positives Eigenkapital ausgewiesen wird. Hoffnung hat der Vorstand, dass Nachbesserungsansprüche zu einer schnelleren Verbesserung führen könnten. Echte Perspektiven sind für das Unternehmen derzeit nicht zu erkennen.


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