VAP-Vorboersliche-Aktienplattform.de AG (ISIN DE000A0JCYE7)

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Deutschland
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Kontakt Investor Relations:
Wolfgang Reich
Email: info@vap-ag.de


Zeitlich gesehen zwischen der Hauptversammlung der "Schwestergesellschaft" DVB Deutsche Value Beteiligungen AG & Co. KGaA (siehe hierzu auch den HV-Bericht von GSC Research) und der des Großaktionärs Klosterbrauerei Königsbronn AG (Näheres finden sie im HV-Bericht von GSC Research) fand am 2.9.2005 im Gasthaus Weißes Rössle in Königsbronn um 14 Uhr die Hauptversammlung der VAP Vorboersliche-Aktienplattform.de AG (VAP) statt. Fünf Aktionäre und außerdem als Gast Matthias Wahler von GSC Research hatten sich in den Räumlichkeiten eingefunden, um sich über die Entwicklung des jungen Unternehmens zu informieren. Begrüßt wurden die Anwesenden vom Aufsichtsratsvorsitzenden Wolfgang Erhard Reich, der das Wort nach Abhandlung der Formalien an seinen Sohn Wolfgang Wilhelm Reich übergab, der als Alleinvorstand der Gesellschaft fungiert.


Bericht des Vorstands

Nach Auskunft des Vorstands wurde die VAP im Mai 2001 mit einem Grundkapital von 750 TEUR gegründet und verfügt nach einigen Kapitalmaßnahmen in den Jahren 2003 und 2004 nun über ein Grundkapital von 2 Mio. EUR. Das Geschäft ist die Beratung von Unternehmen von der Gründungsphase über die Beschaffung von Eigen- und Fremdkapital bis hin zum Börsengang.

Geplant ist, dieses Geschäft demnächst auf drei Tochtergesellschaften aufzusplitten. Eine ist dann ausschließlich beratend tätig, in der zweiten sollen, da mögliche Haftungsrisiken nicht völlig ausgeschlossen werden können, alle Geschäfte gebündelt werden, für die eine Lizenz benötigt wird. Schlimmstenfalls wäre dann von etwaigen Problemen nur eine einzelne Gesellschaft betroffen. Die dritte Beteiligung soll schließlich als eine Art Werbeagentur konzipiert werden und für die Unternehmen unter anderem Präsentationen und Werbung erstellen.

Noch sind die benötigten Lizenzen aber nicht beantragt. Dies soll, da die Vorbereitung recht aufwändig ist, laut Zeitplan Mitte 2006 geschehen. Mit der Lizenzerteilung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) rechnet Herr Reich dann Ende 2007. Vorgesehen ist für die Zeit nach der Lizenzerteilung dann auch das Betreiben einer Emissions- und einer Handelsplattform für noch nicht notierte Aktien. Ohne Lizenz ist dies zurzeit nur möglich, wenn eine Bank dazwischengeschaltet wird, was der Vorstand aber nicht unbedingt als Nachteil ansieht. Die Valora AG verfolgt nach seiner Aussage trotz entsprechender Lizenz immer noch beide Modelle, den direkten Handel mit Privatpersonen und auch über eine Bank.

Als Zielgruppe will die VAP insbesondere kleine Unternehmen mit einem Volumen von bis zu 5 Mio. EUR und einem Kapitalbedarf zwischen 0,25 und 1,5 Mio. EUR ansprechen. Dieser Bereich ist laut Herrn Reich deshalb interessant, weil sich die bisher in diesem Geschäft aktiven Marktteilnehmer ausschließlich um größere Unternehmen kümmern und kleinere Gesellschaften in Deutschland derzeit noch über keinen seriösen Ansprechpartner verfügen.

Verdienen will die VAP, wie üblich in diesem Geschäft, an Provisionszahlungen. In der Regel sind dies nach Auskunft des Vorstands bei Emissionen 5 bis 10 Prozent des Emissionserlöses und beim Handel 5 bis 10 Prozent des Volumens. Valora verlangt von der Käufer- und der Verkäuferseite jeweils 10 Prozent an Provision, und in diesem Bereich will sich der Planung nach auch die VAP ansiedeln. Bei der Beratung wird, wie in der Branche üblich, nach Leistung bezahlt.

Direkte Wettbewerber kann Herr Reich, wie er an einem Schaubild demonstrierte, derzeit in Deutschland nicht erkennen. Auch die Valora ist zwar im vorbörslichen Handel aktiv, führt aber keine Emissionen durch. Und andere Unternehmen wie VEM, Gebhard & Schuster, Axxon und Concord sind im vorbörslichen Handel überhaupt nicht tätig und unterstützen nur größere Unternehmen bei Kapitalmaßnahmen. "Wir wollen die Unternehmen im Optimalfall von der Gründung bis zum Börsengang begleiten", fasste der Vorstand seine Vision zusammen.

Auf Basis der letzten Kapitalerhöhung, die mit 1 EUR zu nominal platziert wurde, sieht Herr Reich die VAP mit einer Marktkapitalisierung von 2 Mio. EUR im Vergleich zu den anderen Unternehmen der Branche als sehr günstig an. Schließlich ist dieser Wert komplett von Eigenkapital unterlegt. "Wenn sich unser Geschäft erfolgreich entwickelt, verfügt die VAP-Aktie über ein erhebliches Potenzial", schloss er daraus.

Derzeit liegen 50,1 Prozent der Anteile bei der ACI AG, einer Tochtergesellschaft der Klosterbrauerei Königsbronn AG, 29,9 Prozent bei der börsennotierten VCI AG, und die restlichen 20 Prozent befinden sich im Free Float. Eine Notierung der Aktie im Freiverkehr wird für das kommende Jahr angestrebt.


Allgemeine Aussprache

Ein Aktionär bemängelte, dass der Vorstand bereits konkret über die Gründung von drei Tochtergesellschaften nachdenkt, obwohl operativ noch überhaupt nichts verdient wurde. Er befürchtete zusätzliche Kosten und konnte auch nicht verstehen, wer in den verschiedenen Beteiligungen jeweils als Geschäftsführer eingesetzt werden soll.

Wie der Vorstand in seiner Antwort darlegte, hat er sich bisher selbst um alle Belange gekümmert, rechtlicher Rückhalt ist durch die Kanzlei seines Vaters gegeben. Tatsächlich befindet sich die VAP aber derzeit auf der Suche nach geeignetem Personal für die einzelnen Beteiligungen. Einige Interessenten haben sich auch schon gemeldet, es stellt sich allerdings die Frage nach den Konditionen, die bislang nicht erfüllbar waren. Gesucht werden Mitarbeiter, die für die VAP als noch kleine Gesellschaft bezahlbar sind und deren Entwicklung langfristig begleiten wollen.

Wissen wollte der Aktionär weiterhin, wie die VAP an potenzielle Kunden herankommen will. Er hatte festgestellt, dass bislang nur kleinere Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen getätigt, aber noch keine externen Mandate gewonnen werden konnten. Auch diesbezüglich verwies Herr Reich auf den Mandantenkreis seines Vaters, in dem sich auch interessierte Unternehmen befinden, mit denen zum Teil auch schon erste Gespräche stattgefunden haben. Solange die Lizenz der BaFin noch nicht vorliegt, darf die VAP in diesem Geschäft mit ihrem Angebot aber ohnehin nicht extern am Markt auftreten. Deshalb beschränkten sich die Aktivitäten bislang auch ausschließlich auf nahestehende Unternehmen.

Ein weiterer Kritikpunkt war das im Geschäftsbericht nicht abgedruckte Testat. Hier musste der Vorstand einräumen, dass dieses beim Zusammenheften vergessen wurde, er versprach aber, dies im Laufe der Versammlung nachzuliefern, was dann auch geschah.

Einer der Anwesenden erkundigte sich, wie die geplante Handels- und Emissionsplattform erstellt werden soll. Hier wird von Herrn Reich der Kauf einer Lizenz für eine Plattform favorisiert, die sich im Ausland bereits bewährt hat. Dabei rechnet er mit einer Größenordnung von einmalig rund 250 TEUR zuzüglich einer laufenden Gebühr für Wartung und Pflege. Ergänzend fügte er hinzu, dass Valora den Handel bis heute im Wesentlichen manuell abwickelt, was also offenbar auch möglich wäre.

Ein anderer HV-Teilnehmer sprach speziell die Bilanz der Gesellschaft an. Dort war zu erkennen, dass das Grundkapital offenbar erst zu etwas mehr als der Hälfte eingezahlt ist und dass die bereits zur Verfügung stehenden Mittel zum größten Teil der Klosterbrauerei Königsbronn AG (KKAG) als Darlehen zur Verfügung gestellt wurden. Er sah hier zumindest ein theoretisches Risiko und bat den Vorstand um eine Stellungnahme.

Wie Herr Reich diesbezüglich darlegte, wird derzeit über die Rückführung der Ausleihungen verhandelt, um die Mittel einheitlich in der jeweiligen Gesellschaft zur Verfügung zu haben. Für den anstehenden Aufbau der Handelsplattform werden diese dann ohnehin benötigt. Solange sie aber nicht für Investitionen abgerufen werden mussten, war die Ausleihung an die KKAG zum Zinssatz von 6 Prozent eine sinnvolle Alternative. Das Grundkapital war nach Aussage des Vorstands zum Bilanzstichtag tatsächlich erst zur Hälfte eingezahlt, inzwischen wurde dies aber weitgehend nachgeholt.


Abstimmungen

Vor Eintritt in die Abstimmungen gab der Vorstand bekannt, dass die Aktien aus der jüngsten Kapitalerhöhung vor der Hauptversammlung nicht mehr in die Depots eingebucht werden konnten, weshalb die anwesenden Aktionäre eigentlich noch gar nicht stimmberechtigt wären. Rein rechtlich, so legte er dar, hätte die Hauptversammlung auch gar nicht stattfinden müssen, sie sollte aber dennoch quasi als Informationsveranstaltung durchgeführt werden.

Rein formal waren deshalb nur 100.000 Aktien entsprechend 5 Prozent des Grundkapitals vertreten, und alle Beschlussfassungen erfolgten einstimmig im Sinne der Verwaltung. Im Einzelnen waren dies die Entlastung von Vorstand (TOP 2) und Aufsichtsrat (TOP 3), die Bestellung von Herrn Manuel Weber-Bleyle zum Abschlussprüfer (TOP 4), die Festsetzung der Aufsichtsratsvergütung auf Null (TOP 5) und die Ermächtigung des Vorstands zur Einführung der VAP-Aktie in den Freiverkehr der Börse (TOP 6).


Fazit

Die Idee, speziell kleinen Unternehmen von der Gründungsphase bis zum Börsengang zur Seite zu stehen und ihnen eine Handels- und Emissionsplattform anzubieten, ist grundsätzlich interessant. Es muss sich allerdings erst noch zeigen, ob dieses Geschäft von der VAP-Vorboersliche-Aktienplattform.de AG erfolgreich umgesetzt werden kann. Bisher ist das Unternehmen ausschließlich im Kreise nahestehender Unternehmen tätig, in denen ebenfalls Herr Reich den Vorstand stellt, und auch die für eine Ausweitung der Aktivitäten nötige Lizenz der BaFin liegt noch nicht vor. Ob die Aktie tatsächlich schon bald im Freiverkehr gelistet sein wird, bleibt ebenso wie die Erteilung der Lizenz durch die BaFin abzuwarten.


Kontaktadresse

VAP-Vorboersliche-Aktienplattform.de AG
Erchenstraße 70
89522 Heidenheim

Tel.: 07321 / 9590 - 28
Fax: 07321 / 9590 - 60

Email: info@vap-ag.de
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