VAP-Vorboersliche-Aktienplattform.de AG (ISIN DE000A0JCYE7)

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Deutschland
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Wolfgang Reich
Email: info@vap-ag.de


Die VAP-Vorboersliche-Aktienplattform.de AG hatte ihre Aktionäre für den 27.10.2006 zur Hauptversammlung in das Gasthaus "Weißes Rössle" nach Königsbronn eingeladen. Der Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Erhard Reich konnte bei der Eröffnung um 14 Uhr ein gutes Dutzend Aktionäre begrüßen und als Gast Matthias Wahler von GSC Research. Nach der Erläuterung der Formalien übergab der Versammlungsleiter das Wort an seinen Sohn Wolfgang Wilhelm Reich, der zum Vorstand der Gesellschaft bestellt ist.


Bericht des Vorstands

Für alle neuen Aktionäre warf Herr Reich zunächst noch einmal einen Blick auf die Historie der Gesellschaft, die im Jahr 2001 mit einem Grundkapital von 750 TEUR gegründet worden war. Geplant war damals, wie der Name schon sagt, der Aufbau einer vollelektronischen vorbörslichen Emissions- und Handelsplattform. Aufgrund des in den Folgejahren sehr schlechten Marktumfelds wurde dieses Vorhaben aber zunächst verschoben.

Im Jahr 2003 wurde dann, zunächst nur für die Schwestergesellschaften, das operative Geschäft aufgenommen. Große Projekte waren in 2004 unter anderem die Abwicklung von Transaktionen für die Klosterbrauerei Königsbronn AG (KKAG) und die Begleitung der VCI Venture Capital und Immobilien AG (VCI) an die Börse. In 2005 wurden Kapitalerhöhungen für die DVB Deutsche Value Beteiligungen AG & Co. KG a.A. (DVB) und die KKAG durchgeführt, bei letzterer, um das Grundkapital zu erhöhen und damit das Listing vorzubereiten. Im April 2005 wurden auch Aktien der VAP zu 1 EUR platziert, und seit Dezember 2005 ist die Aktie im Freiverkehr gelistet.

In diesem Jahr hat sich das Umfeld für die VAP laut Herrn Reich nun radikal verändert. Wie er erklärte, wurden die Anforderungen für ein Listing im Freiverkehr so weit verringert, dass nun praktisch jede Aktie an der Börse notiert werden kann. Der Aufbau einer vorbörslichen Aktienplattform war damit nicht mehr sinnvoll, weshalb dieses Vorhaben nicht mehr weiter verfolgt wird. Die ursprünglich angestrebte Lizenz der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) wird damit ebenfalls nicht mehr benötigt.

Das Geschäft beschränkt sich nun, wie Herr Reich weiter ausführte, auf die Beratung und Begleitung von kleineren Unternehmen von der Gründung bis zum Börsengang. Im Mittelpunkt steht die Beratung bei Kapitalmaßnahmen bei Unternehmen mit einem Kapitalbedarf zwischen 0,25 und 1,5 Mio. EUR bis maximal 2,5 Mio. EUR. Verdient wird zum einen am Beratungshonorar und außerdem an der Beteiligung an den jeweiligen Unternehmen. Herr Reich hält diese Spezialisierung schon allein deshalb für sehr sinnvoll, weil in diesem Bereich kein wirklicher Wettbewerber existiert.

Als erfolgreiches Beispiel führte der Vorstand die Cashbet AG an, die an die Börse begleitet und an der auch eine Kapitalbeteiligung eingegangen wurde. Zunächst war dieses Engagement ein sehr gutes Geschäft, nachdem die Aktie sehr schnell von 3 EUR auf 11 EUR geklettert war. Der Beschluss des Gesetzgebers, das staatliche Wettmonopol beizubehalten, führte aber zu einem dramatischen Kursverfall, der die Gewinne wieder aufzehrte.

Wie der Vorstand betonte, ist die VAP dennoch mit einem blauen Auge davongekommen, und es wurden keine Verluste aus diesem Engagement eingefahren. Nach der Abspaltung und Einbringung des operativen Geschäfts der Cashbet AG in die Oddsline AG besteht auch kein Risiko mehr aus diesem Engagement. Zwar ist die VAP nach wie vor an der Oddsline AG beteiligt, das Risiko beläuft sich jedoch, falls das Geschäft tatsächlich eingestellt werden muss, auf maximal 70 TEUR. Falls das Monopol jedoch fällt, bestehen große Chancen.

Das Listing der Cashbet AG im März dieses Jahres und die Abspaltung des operativen Geschäfts wurden natürlich ebenfalls von der VAP begleitet. In 2007 sollen weitere Listings begleitet werden, namentlich die DVB Deutsche Value Beteiligungen AG & Co. KGaA, die KK Immobilien Fonds I AG & Co. KG a.A., eine Tochtergesellschaft der KKAG, die SPV Schwäbische Patentevermarktungs AG & Co. KGaA und die Private Equity Fonds I AG & Co. KGa.A. Weitere Mandate befinden sich in der Verhandlung.

Im Folgenden präsentierte der Vorstand eine Grafik mit der aktuellen Unternehmensstruktur. Im vergangenen Jahr wurden nach seiner Angabe verschiedene Gesellschaften gegründet, allein vier Vorratsgesellschaften, die zum Teil schon wieder verkauft wurden. Die größte Beteiligung ist nach seiner Aussage nach wie vor die an der Cashbet AG.

Die desaströse Kursentwicklung der Aktie in den letzten Wochen kann sich der Vorstand nur mit der Furcht der Anleger erklären, dass die VAP mit ihrer Beteiligung an der Cashbet AG hohe Verluste einfährt. Nachdem der Kurs zwischenzeitlich auf mehr als 1,30 EUR geklettert war, notiert die Aktie aktuell nur noch bei 0,70 EUR, obwohl sich der innere Wert mit 0,95 EUR errechnet. Wie Herr Reich noch einmal betonte, hat die Cashbet-Beteiligung keinen Verlust eingebracht.

Abschließend sprach der Vorstand noch einige Worte zur Gewinn- und Verlustrechnung, die auf den ersten Blick, wie er zugeben musste, nicht rosig aussieht. So wird für das Geschäftsjahr 2005 ein Verlust von 164 TEUR ausgewiesen, was allerdings ganz wesentlich an den Personalkosten, Abschreibungen und den Kosten für Werbung und Kundenakquisition liegt. "Operativ haben wir die Kosten im Griff", so der Vorstand.

Unter Normalumständen sollte es deshalb gelingen, zumindest ein ausgeglichenes Ergebnis und durch die positive Entwicklung bei Beteiligungen dann einen deutlichen Gewinn auszuweisen. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres wurde nach Aussage von Herrn Reich nach Abschreibungen ein Ergebnis von Null erwirtschaftet, das bis Jahresende aufgrund der noch anfallenden Kosten aber noch leicht negativ werden dürfte, dies aber deutlich weniger als 2005.

Spätestens im Jahr 2007 soll dann laut Herrn Reich ein Gewinn erzielt werden. In letzter Zeit wurden nach seiner Angabe einige neue Mandate gewonnen und vielversprechende Kontakte geknüpft. Dafür, dass 2005 nicht so positiv wie erhofft verlaufen ist, gab er dem Staat mit dem Beharren auf dem Sportwettenmonopol eine gewisse Mitschuld. Eine solche Entwicklung wie bei Cashbet soll nämlich eigentlich vermieden werden, angestrebt wird eine langfristig solide Entwicklung der Gesellschaft.


Abstimmungen

Keiner der Aktionäre hatte eine Frage an die Verwaltung, weshalb Herr Reich sogleich zu den Abstimmungen überleitete. Zuvor gab er die Präsenz mit 240.635 Aktien oder 10,9 Prozent des Grundkapitals bekannt. Alle Beschlüsse wurden im Anschluss einstimmig gefasst. Im Einzelnen waren dies die Entlastung von Vorstand (TOP 2) und Aufsichtsrat (TOP 3), die Bestellung von Steuerberater Manuel Weber-Bleyle zum Abschlussprüfer (TOP 4), der Verzicht des Aufsichtsrats auf eine Vergütung (TOP 5) und die Wahl der Herren Wolfgang Erhard Reich, Hans-Jochen Grüninger und Detlef Simons in den Aufsichtsrat (TOP 6).

Wie der Vorstand zu TOP 6 noch ergänzend ausführte, hält Herr Simons eine Beteiligung von mehreren Prozent an der VAP und soll stellvertretend für den Free Float einen Platz im Kontrollgremium erhalten. Dies war der ausdrückliche Wunsch der Verwaltung, und auch in den anderen Gesellschaften der Gruppe soll dieses Vorgehen gewählt werden, um den Kleinaktionären mehr Gehör zu verschaffen. Interessenten sollen sich, wie Herr Reich ausdrücklich betonte, bei der jeweiligen Gesellschaft melden.

Die Versammlung endete um 15:10 Uhr.


Bericht von der außerordentlichen Hauptversammlung

Am folgenden Montag, dem 30.10.2006, fand dann in Neu-Ulm in den Räumen der Notarkanzlei Prof. Dr. Kanzleiter und Winkler eine außerordentliche Hauptversammlung der Gesellschaft statt. Wie üblich bei den Unternehmen der Reich-Gruppe, wird aus Kostengründen über Beschlüsse, die notariell beurkundet werden müssen, in einer getrennten Sitzung in Bayern abgestimmt.

Auf der Tagesordnung dieser Veranstaltung, bei der lediglich der Vorstand Wolfgang Wilhelm Reich und der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Jochen Grüninger anwesend waren, stand unter TOP 1 nur die Schaffung eines genehmigten Kapitals. Bei einer Präsenz von 100.000 Stimmen wurde dieser Punkt einstimmig beschlossen. Bereits nach wenigen Minuten konnte der Versammlungsleiter dieses Zusammentreffen wieder beenden.


Fazit

Die Pläne für die VAP-Vorboersliche-Aktienplattform.de AG haben sich verändert. Nachdem es ursprünglich das Ziel war, eine vorbörsliche Emissions- und Handelsplattform aufzubauen, wird dieses Vorhaben nun nicht mehr weiter verfolgt, da es aufgrund der deutlich gesenkten Anforderungen für ein Listing im Freiverkehr wohl auch zum Scheitern verurteilt wäre. Die Zulassung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) wird ebenfalls nicht mehr beantragt, diese wäre wohl auch nur schwer zu bekommen gewesen.

Das Geschäft der Gesellschaft beschränkt sich nun auf die Beratung von Unternehmen bei Kapitalmaßnahmen bis hin zum Börsengang. Hier gibt es einige Mandate, bislang allerdings ausschließlich aus dem Umfeld der Reich-Gruppe. Viele Anleger sind nach dem enttäuschenden Geschäftsjahr 2005 auch sehr skeptisch, ob die Dienstleistungen künftig tatsächlich auch extern nachgefragt werden. Obwohl die Aktie mit 0,70 EUR deutlich unter dem inneren Wert von 0,95 EUR notiert, dürfte das Potenzial nicht allzu groß sein, größere Kursschwankungen lassen sich bei dem marktengen Wert aber natürlich nicht ausschließen.


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