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Private Assets AG (vorm. leasing.99 AG) (ISIN DE0006051139)

Obere Rheinstraße 43
D-78479 Reichenau
Deutschland
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Martin Keitel
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Wie bereits im Vorjahr (siehe hierzu auch den binäre optionen demokonto kostenlos von GSC Research) fand auch die fünfte ordentliche Hauptversammlung der leasing.99 AG am 27. August 2009 im Hotel Mohren auf der Bodenseeinsel Reichenau statt. Unter den etwa 15 Aktionären, Aktionärsvertretern und Gästen befand sich auch Reinhard Hock für GSC Research.

Um 10 Uhr eröffnete der neue Aufsichtsratsvorsitzende Dieter Hoven die Veranstaltung und begrüßte alle anwesenden Personen sowie den Notar Dr. Sieß. Danach erklärte der Versammlungsleiter, dass nach dem Ausscheiden von Dr. Wolfgang Münch aus dem Aufsichtsrat zum 30. April 2009 die Gesellschaft an ihn herangetreten ist und ihn gebeten hat, das Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden zu übernehmen. Dieser Bitte kam Herr Hoven auch aufgrund der jahrzehntelangen Freundschaft, die ihn mit dem Alleinvorstand Norbert Bozon verbindet, gerne nach und ist somit seit Juni 2009 als Vorsitzender des Aufsichtsrats tätig.

Nach einer kurzen Vorstellung seiner Person ging Herr Hoven auf die üblichen Formalien ein und stellte fest, dass bei der Gesellschaft keine Gegenanträge eingegangen sind. Danach übergab er das Wort an Herrn Bozon.


Bericht des Vorstands

Seinen Vortrag begann Herr Bozon mit der Aussage, dass das Geschäftsjahr 2008 von vielen Sondereinflüssen geprägt war und dass man von Umsatz- und Ertragssteigerungen bei der Gesellschaft nur träumen konnte. Nach der Insolvenz von Lehman Brothers bewegten sich das Finanzsystem und die gesamte Weltwirtschaft auf einen tiefen Abgrund zu. Viele Banken konnten nur durch Staatsgelder vor dem Bankrott gerettet werden, was nicht ohne Auswirkungen auf die Entwicklung der gesamten Wirtschaft und auch die Leasingbranche blieb.

Als Nächstes ging der Vorstand auf das Zahlenwerk der Gesellschaft für das Berichtsjahr ein. Der Umsatz konnte demnach um 17,2 Prozent auf 6,5 Mio. Euro gesteigert werden, wobei diese Zunahme nicht aus dem Ausbau des Leasinggeschäfts resultierte, sondern vor allem aus dem Fahrzeughandel mit Leasingrückläufern. Durch den Abbau des Personals konnten die Personalkosten von 0,76 auf 0,48 Mio. Euro um 36 Prozent gesenkt werden. Wie Herr Bozon anmerkte, geht auch im laufenden Jahr der Kosten- und Schuldenabbau weiter, wodurch das Unternehmen wieder weitgehend schuldenfrei gestellt werden wird.

Dennoch fiel in 2008 ein Jahresfehlbetrag in Höhe von 1,62 Mio. Euro an, der den Bilanzverlust auf 6,66 Mio. Euro anwachsen ließ. Das Eigenkapital betrug zum Jahresende noch 4,13 Mio. Euro. Der Vorstand betonte jedoch, dass der Großteil des Bilanzverlusts nichts mit dem operativen Geschäft zu tun hat, sondern vor allem auf die Aktienrückkäufe in den Jahren 2005 bis 2007 zurückzuführen ist. Für weitere Details verwies er auf den Geschäftsbericht und die anschließende Generaldebatte.

Im Folgenden kam Herr Bozon auf die größten Herausforderungen zu sprechen, vor denen die leasing.99 und die gesamte Leasingbranche derzeit steht. Als Erstes nannte er die Refinanzierungsmöglichkeiten, da inzwischen mehrere große Banken aus diesem Bereich ausgestiegen sind, um ihre eigenen Probleme zu lösen. Als Beispiele führte der Vorstand die BayernLB und die HSH Nordbank an. Da zusätzlich noch ein halbes Dutzend weiterer Refinanzierer ausgefallen ist, sind die verbliebenen Finanzinstitute nicht in der Lage, diese Ausfälle abzudecken. Es gibt deswegen Banken, die keine neuen Leasingunternehmen mehr als Kunden annehmen.

Die zweite Herausforderung stellt die Neuregelung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) dar, wodurch sich Leasingunternehmen erheblichen Prüfungen durch die Behörde unterziehen müssen. Da der Kostenaufwand gerade für kleinere und mittlere Gesellschaften finanziell und administrativ kaum zu bewerkstelligen ist, verschwinden diese zwangsläufig vom Markt. Deshalb hat sich die Verwaltung der leasing.99 AG dazu entschieden, diesen Weg nicht zu gehen, da auch angedachte Übernahmen größerer Konkurrenten, um die nötige kritische Größe zu erreichen, wieder verworfen wurden.

Als Drittes führte Herr Bozon den zu erwartenden Einbruch im Leasinggeschäft an. So sprach er davon, dass inzwischen davon ausgegangen wird, dass die Leasingbranche vor einem Einbruch des Neugeschäftsvolumens von circa 30 Prozent in diesem Jahr steht. Dies ist jedoch kein Problem der Nachfrage nach Leasingprodukten, die nach wie vor da ist, sondern liegt vor allem an den fehlenden Refinanzierungsmöglichkeiten für Leasingunternehmen, wie der Vorstand klarstellte.

Ein weiterer problematischer Punkt ist die Krise in der Kfz-Branche, wovon die Leasingunternehmen besonders hart betroffen sind, da die Fahrzeugfinanzierung den größten Teil des Leasinggeschäfts ausmacht. Durch die Abwrackprämie wird der Einbruch am Gebrauchtwagenmarkt zusätzlich verstärkt. Außerdem wird die Entwicklung der Leasingbranche, die auf Refinanzierungen angewiesen ist, durch die Einführung der Zinsschranke behindert, wodurch Zinskosten von mehr als einer Mio. Euro nicht mehr steuerlich geltend gemacht werden können. Inzwischen soll der Betrag zwar erhöht werden, trotzdem bleibt eine gewisse Verunsicherung, wie Herr Bozon konstatierte.

Als letzten Punkt führte der Vorstand ein leasing.99-spezifisches Problem an. Dabei handelt es sich um den Betrugsfall mit der EU-Car-Zentrale (ECZ), dessen Opfer neben 40 weiteren Leasinggesellschaften und Banken auch die leasing.99 AG wurde. Darüber hinaus hat man aus Branchenkreisen erfahren, dass innerhalb der Leasingbranche noch sehr viel größere Betrugsaffären aufgedeckt worden sind, von denen die leasing.99 aber nicht betroffen ist.

Was die Aufarbeitung des Betrugsfalls mit der ECZ angeht, teilte Herr Bozon den Anwesenden mit, dass inzwischen zwei Drittel aller Fälle per Gerichtsentscheidung bzw. außergerichtlich erfolgreich abgewickelt wurden. Auch den Rest der Fälle will man mit Kontinuität und Augenmaß aufarbeiten, wie der Vorstand versicherte.

Als Zwischenfazit hielt Herr Bozon fest, dass man sich bei der Gesellschaft dazu entschlossen hat, solche Risiken künftig nicht mehr eingehen zu wollen, und dass es deswegen dringend notwendig war, das Geschäftsmodell zu überdenken und neue Wege zu gehen. Ursprünglich wollte man dabei das vorhandene Know-how im Leasingbereich nutzen und sich ausschließlich auf die Vermittlung von Verträgen konzentrieren. Weiteres Potenzial wird im Kfz-Handel gesehen. Herr Bozon gab aber zu bedenken, dass dies vermutlich nicht ausreicht, um die Aktie für Investoren wieder attraktiver zu machen, da speziell Aktien von Unternehmen aus dem Finanz- und Automobilbereich von den Anlegern momentan gemieden werden.

Zukünftig will man sich deshalb bei der leasing.99 AG auf das vorhandene spezielle Know-how konzentrieren, das in Sachen Kapitalmarkt vorhanden ist. In diesem Zusammenhang erinnerte Herr Bozon an die in Eigenregie durchgeführten beiden Börsengänge der leasing.99 AG und der Tochtergesellschaft autoportal.99 AG. Ferner hat man alle folgenden Kapitalerhöhungen ebenfalls selbst durchgeführt.

Außerdem will man seitens der Gesellschaft einen Nutzen ziehen aus der Finanzkrise, die nach Meinung von Herrn Bozon unweigerlich zu einer Zerrüttung des Geld- und Währungssystems führen wird. Da Regierungen und Notenbanken in den letzten Monaten in großem Ausmaß Geld geschöpft haben, um der Krise zu begegnen, wird es zu einem unaufhaltsamen Verlust des Geldwerts kommen, der im schlimmsten Fall sogar mit der Enteignung der Sparer enden wird, so der Vorstand weiter.

Den Wertverlust von Geld kann man am einfachsten und sichersten daran erkennen, wie viel Devisen, Gold oder Rohstoffe man damit kaufen kann, wobei Gold seit Jahrtausenden der beste und universellste Wertmaßstab für den Wert von Geld ist.

Bei der leasing.99 fürchtet man, dass inzwischen ein Punkt erreicht ist, an dem das Vertrauen ins Geld langsam verloren geht, da seit dem Jahr 2000 der Euro etwa 50 Prozent seines Werts gegenüber Gold verloren hat und der US-Dollar sogar fast 75 Prozent. Außerdem erklärte der Vorstand dem Auditorium, dass der Zinseszins rein mathematisch jedes Papiergeldsystem irgendwann zu einem natürlichen Ende bringt.

Deswegen geht Herr Bozon davon aus, dass sich alle Staaten in spätestens fünf Jahren durch eine Währungsreform entschuldet haben und es dann ein völlig neues Währungssystem geben wird, in dessen Anfangszeit Gold die Funktion einer Ankerwährung haben wird. Der Vorstand zeigte sich überzeugt, dass der Besitz von physischem Gold am besten dazu geeignet ist, sein heutiges Geldvermögen in die Zeit nach der Währungsreform zu transferieren und dauerhaft abzusichern.

Aus diesem Grund sollte das Thema Gold jeden Anleger interessieren und die Nachfrage nach Gold weiter steigen. Herr Bozon sieht deswegen im Handel mit physischem Gold eine gute Möglichkeit für das Unternehmen, Geld zu verdienen, wodurch die Aktie wieder attraktiver für Anleger werden soll. Zudem äußerte er die Hoffnung, dass die Gesellschaft schon recht bald in den Handel mit Gold einsteigen kann. Zu diesem Zweck wird die Schweizer Tochtergesellschaft leasing.99 (Schweiz) AG in „Private Metals AG“ umbenannt. Vorrangiges Ziel der Muttergesellschaft wird jedoch erst noch die Sicherung der Vermögenswerte sein, bevor man sich dann neuen Geschäftsfeldern widmen wird.

In diesem Zusammenhang verwies Herr Bozon auf die Tagesordnung, in der die Änderung des Unternehmensgegenstands vorgeschlagen wird. Demnach soll der Gegenstand des Unternehmens der Erwerb und die Veräußerung von Beteiligungen, die Existenzgründungsberatung, die Unternehmensberatung, die Finanzierungs- und Emissionsberatung, die IPO-Begleitung, Investor Relations- und Public Relations-Services, Business Coaching sowie der Edelmetallhandel sein.

Zunächst dient diese Satzungsänderung aber vor allem dazu, einen Rahmen für die künftige Tätigkeit abzustecken, ohne dass alle diese Geschäftsbereiche gleich von Anfang an gestartet werden können. Herr Bozon stellte klar, dass dazu noch die zeitlichen und personellen Kapazitäten fehlen.

Die vorgeschlagene Namensänderung von „leasing.99 AG“ in „Private Assets AG“, was eine Art Gegenpol zum Begriff „Private Equity“ sein soll, soll zum Ausdruck bringen, dass die Gewinner nach den Währungsturbulenzen diejenigen sein werden, die unbelastete Vermögenswerte besitzen, wohingegen die Besitzer von Geldwerten wie Sparguthaben, Lebensversicherungen und Staatsanleihen zu den Verlierern gehören werden. Das Unternehmen möchte dann zu den Gewinnern gehören und auch anderen dabei helfen, ihr Vermögen in die Zeit nach einer Währungsreform zu retten.

Zum Ende seiner Ausführungen dankte Herr Bozon allen Mitarbeitern für die gute Arbeit in einem schwierigen Umfeld und den Aktionären für ihre Treue.


Allgemeine Aussprache

Die Generaldebatte eröffnete Beate Sander aus Ulm. Diese setzte zunächst die geringe Zahl der anwesenden Aktionäre mit dem symbolischen Niedergang des Unternehmens gleich. Ihrer Meinung nach gibt es nichts zu loben für das abgelaufene Geschäftsjahr. Vor fünf Jahren war das noch anders, als die Euphorie bei den Anlegern und Analysten noch riesig war. Beim aktuellen Kurs von 1,55 Euro lohne sich ein Verkauf der Aktie nicht mehr, so Frau Sander, sondern man sollte vielmehr die Hoffnung darauf setzen, dass die Neuausrichtung ein Erfolg wird. In diesem Sinne appellierte sie, dass nun alle gemeinsam anpacken müssen.

Dann stellte Frau Sander den Antrag, dass ein anderer Wirtschaftsprüfer gewählt werden soll, falls auf die Gesellschaft eine KWG (Kreditwesengesetz)-Prüfung zukommen sollte. Nach kurzer Beratung mit dem juristischen Beistand erklärte die Verwaltung jedoch, dass dies nicht möglich ist und dass man im Übrigen seitens der Gesellschaft auch nicht davon ausgeht, dass eine KWG-Prüfung zu erwarten ist.

Des Weiteren rügte Frau Sander den Umstand, dass in der Hauptversammlung nur ein Exemplar des Geschäftsberichts zur Einsichtnahme ausliegt und dass der Geschäftsbericht zu spät im Internet veröffentlicht worden ist. Der Vorstand gelobte in diesen Punkten Besserung für das kommende Jahr. Lobende Worte fand Frau Sander hingegen für den Vorschlag der Verwaltung, die Bezüge des Aufsichtsrats von 30 TEUR auf nur noch 5 TEUR pro Jahr zu reduzieren.

Als aussichtsreich bezeichnete die Aktionärin das neue Geschäftsmodell. In diesem Zusammenhang fragte sie, ob alle Vorkehrungen getroffen wurden für eventuell anstehende Genehmigungen durch die BaFin. Nach Auskunft von Herrn Bozon sind für die geplanten Geschäfte keine speziellen Genehmigungen erforderlich.

Außerdem wollte Frau Sander wissen, ob die Gesellschaft über ein entsprechendes Netzwerk verfügt, um künftig erfolgreich zu sein, was Herr Bozon bejahte. Er selbst bringt aus seiner Zeit als Broker Erfahrungen im Handel mit Edelmetallen mit. Die Gesellschaft verfügt auch über ein umfangreiches Netzwerk, was bereits bei der Durchführung der beiden Börsengänge von leasing.99 und autoportal.99 sehr hilfreich war. Da momentan viele Banker entlassen werden, laufen Gespräche mit Leuten, die Expertise in der Vermögensverwaltung haben, um diese für das Unternehmen zu gewinnen.

Dann interessierte sich die Rednerin dafür, ob die Gesellschaft auch über Alleinstellungsmerkmale verfügt. Wie Herr Bozon in seiner Antwort ausführte, verfügt die leasing.99 über einen Standortvorteil aufgrund der Nähe zur Schweiz, außerdem kann sie auch Geschäfte über eine Schweizer Tochtergesellschaft abwickeln. Ferner ist im Seminarbereich Einiges geplant. Dort sollen in Kooperation mit Wirtschaftsprüfern, Anwaltskanzleien, Banken und Publizisten verschiedene Veranstaltungen angeboten werden.

In diesem Kontext wollte Frau Sander wissen, über welche Kompetenzen der Vorstand in diesem neuen Geschäftsfeld verfügt. Wie Herr Bozon den Anwesenden erklärte, hat er bereits in den 1970er Jahren AIESEC-Börsenseminare mit André Kostolany und Roland Leuschel veranstaltet und verfügt somit über eine langjährige Erfahrung und gute Kontakte.

Als Nächstes fragte die Aktionärin nach der bittersten Erfahrung und der größten Herausforderung in der momentanen Situation. Hierauf nannte Herr Bozon als bitterste Erfahrung, dass man auf den Betrug mit der ECZ hereingefallen ist und dass die juristischen Auseinandersetzungen sowie die Widerbeschaffung der Autos ein sehr zähes Geschäft sind. Als größte Herausforderung bezeichnete er die erfolgreiche Implementierung des neuen Geschäftsmodells.

Schließlich wollte Frau Sander noch wissen, welche Vision die Verwaltung für das neue Geschäftsmodell hat, warum nur mit Gold gehandelt werden soll und ob auch Kooperationen mit Münzhändlern angedacht sind. Der Vorstand erklärte, dass es das Ziel ist, das Gesellschaftsvermögen zu sichern und in die Zeit nach einer möglichen Währungsreform zu retten und dabei auch anderen Leuten zu helfen. Außerdem strebt er an, dass irgendwann einmal jede Aktie der Private Assets AG durch Gold gedeckt sein wird.

Neben Gold sind natürlich auch andere Edelmetalle wie Silber und Platin für die Gesellschaft interessant, wie Herr Bozon versicherte. Allgemein erwartet er für den Edelmetallsektor einen großen Preisanstieg. Eine Kooperation mit Münzhändlern ist ebenfalls denkbar, aber konkret noch nicht geplant, wie er zu verstehen gab.

Nächster Redner war der Verfasser dieses Berichts, der sich zunächst wunderte, dass über das Fernbleiben des Aufsichtsratsmitglieds Paul Ray nichts gesagt wurde. Die Verwaltung erklärte dazu, dass Herr Ray selbst viele eigene Unternehmen auf der ganzen Welt hat und somit ein vielbeschäftigter Mann ist, der sich viel auf Reisen befindet.

Dann wollte der Aktionär wissen, weshalb das Unternehmen im Gegensatz zu den letzten Jahren gar keine Ad-hoc-Mitteilungen mehr veröffentlicht und die Aktionäre somit zum Beispiel gar nicht über das schlechte Jahresergebnis 2008 oder den Verlust des halben Grundkapitals informiert wurden. Dazu wollte er auch wissen, welche Beträge im Jahr für das Designated Sponsoring und für Investor Relations aufgebracht werden.

Nach Aussage von Herrn Bozon werden keine Meldungen mehr veröffentlicht, da man befürchtet, dass diese zur negativen Stimmungsmache gegen das Unternehmen verwendet werden, so wie dies in der Vergangenheit öfters passiert ist. Der Designated Sponsor, die Close Brothers Seydler Bank AG, erhält pro Quartal 7,5 TEUR. Insgesamt wurden in 2008 für IR-Arbeit 71 TEUR ausgegeben.

Zum Betrugsfall wollte der Redner wissen, ob Mitarbeiter des leasing.99-Konzerns über das Betrugssystem der ECZ Bescheid wussten, was vom Vorstand verneint wurde. Außerdem fügte Herr Bozon hinzu, dass dem Unternehmen schriftlich zugesichert wurde, dass die Ermittlungen gegen leasing.99 und autoportal.99 eingestellt werden.

Auf die Frage nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen im Betrugsfall wollte Herr Bozon keine Auskünfte geben, da es sich zum Teil noch um laufende Verfahren handelt. Ebenso ist unsicher, bis wann mit einem Ende der Ermittlungen gerechnet werden kann. Mitarbeiter wurden wegen des Betrugsfalls keine entlassen, da „wir uns nichts zu Schulden haben kommen lassen“, so der Vorstand.

Bezüglich des Gesamtschadens meinte Herr Bozon, dass dieser zum jetzigen Zeitpunkt noch schwer zu quantifizieren ist. Falls es gelingen sollte, alle Fahrzeuge zurückzubekommen, und wenn alle Nutzungsentschädigungen geleistet werden, beläuft sich der Schaden eventuell nur auf 1 Mio. Euro, es könnten aber auch 2 bis 3 Mio. Euro werden.

Dazu wollte der Redner noch wissen, ob Unternehmen aus dem leasing.99-Konzern oder aktuelle bzw. ehemalige Organmitglieder Anteilseigner bei ECZ oder EZP waren. Herr Bozon versicherte, dass dies nie der Fall war.

Mit Blick auf das neue Geschäftsmodell bat der Redner um die Nennung von Planzahlen für die kommenden Geschäftsjahre, was von der Verwaltung aber abgelehnt wurde. Außerdem wurden alle Fragen, die das laufende Geschäftsjahr betreffen, wie z. B. die Entwicklung des Unternehmens im ersten Halbjahr, der aktuelle Stand des Eigenkapitals und der Liquidität, nicht beantwortet, da diese nicht Gegenstand der Hauptversammlung seien.

Dann erkundigte sich der Redner, von wem die Initiative zur Neuausrichtung ausging und ob es zu Neueinstellungen im Personalbereich kommen wird. Laut Herrn Bozon wurde die Neuausrichtung vom Vorstand in Absprache mit den Großaktionären beschlossen. Neueinstellungen werden selektiv vorgenommen, um externes Know-how ins Unternehmen zu holen.

Um nähere Erläuterungen bat der Aktionär auch zum Abbau der Mitarbeiter von 25 auf 12, außerdem wollte er wissen, ob Abfindungen bezahlt wurden. Hierzu erklärte der Vorstand, dass die Reduzierung erfolgte, da das Leasinggeschäft nicht wie geplant ausgebaut werden konnte. Abfindungen wurde keine gezahlt.

Kritisch sah der Redner, dass im Geschäftsbericht kein Lagebericht abgedruckt wurde, da so der Informationsgehalt des Geschäftsberichts äußerst dünn ist. Herr Bozon meinte dazu, dass man absichtlich nicht zu viele Informationen preisgeben wollte, da diese sonst gegen das Unternehmen verwendet werden könnten und der Gesellschaft Schaden zugefügt werden könnte. Die Frage nach den steuerlichen Verlustvorträgen beantwortete Herr Bozon mit 8,4 Mio. Euro.

Zu den in der Vergangenheit durchgeführten sieben Kapitalerhöhungen wollte der Redner wissen, ob die Zeichner damals überwiegend Privatanleger, institutionelle Investoren oder Organmitglieder der Gesellschaft waren und über wen die Platzierungen erfolgten. Außerdem bat er um Angabe der aktuellen Aktionärsstruktur. Zu den Zeichnern wollte der Vorstand aus Datenschutzgründen keine Informationen geben. Die Platzierung erfolgte in Eigenregie mit Unterstützung des Netzwerks. Zur Aktionärsstruktur wollte sich Herr Bozon nicht dezidiert äußern, um „keine größeren Aktionäre zu decouvrieren“. Den Streubesitz gab er mit etwa 200.000 Aktien an, die bei geschätzten 1.500 Aktionären liegen.

Als Nächstes kam die Sprache auf die Anfang 2008 platzierte Wandelschuldverschreibung, die der Redner als Flop bezeichnete. Vom ursprünglich angebotenen Volumen in Höhe von 10 Mio. Euro konnten gerade mal 140 TEUR bzw. 1,4 Prozent platziert werden. Dazu bat er um Auskunft zu den Kosten für die Platzierung und zu den Zeichnern. Herr Bozon räumte ein, dass die Wandelschuldverschreibung ein Misserfolg war. Die Platzierung kam zum falschen Zeitpunkt, da das Umtauschverhältnis aufgrund des Kursverfalls der leasing.99-Aktie nicht mehr passte. Die Kosten gab er mit 10 TEUR an, Zeichner waren bestehende Aktionäre.

Im Anschluss daran kam der Redner auf die im Geschäftsbericht angesprochene Studie von Trust Research zu sprechen, wobei er wissen wollte, ob es sich um eine Auftragsstudie handelte und wie hoch die Kosten dafür waren. Der Vorstand erklärte dazu, dass im Jahr 2007 ein IR-Vertrag mit Trust Research bestand, für den 2.000 Euro pro Monat bezahlt wurden. Dabei handelte es sich um ein Komplettpaket, in dessen Rahmen auch die Studie erstellt wurde.

Unklar war dem Aktionär, was im Rahmen der Neuausrichtung mit der Beteiligung an der autoportal.99 AG geschehen soll und bis wann das restliche Leasingvermögen verwertet sein wird. Wie Herr Bozon in seiner Antwort darlegte, möchte man seitens der Gesellschaft an autoportal.99 festhalten, da man im Autohandel künftig großes Potenzial sieht. Das Leasingvermögen soll bis Ende 2010 verwertet werden. Bezüglich der Forderungen interessierte den Redner, ob dort ein Klumpenrisiko besteht, und wenn ja, gegen wen. Hierauf räumte Herr Bozon ein, dass es gegenüber der ECZ ein Klumpenrisiko gibt, das sich aber erst im Nachhinein als ein solches herausgestellt hat.

Bedenken äußerte der Redner zur autoportal.99 AG, da diese zum 31.12.2008 nur noch über ein Eigenkapital von knapp 1,5 Mio. Euro verfügte. Da die Entwicklung im laufenden Geschäftsjahr vermutlich ebenfalls schwierig ist, befürchtete er hier weitere Verluste, die die Situation bei autoportal.99 weiter verschlechtern könnten. Dazu wollte er wissen, ob die Gesellschaft und dadurch der ganze Konzern in absehbarerer Zeit in eine existenzbedrohende Lage geraten könnten. Laut Vorstand wird dies nicht der Fall sein, da man bei autoportal.99 mit einem hohen Mittelzufluss aufgrund der Nutzungsentschädigungen rechnet, der das Eigenkapital stärken wird.

In diesem Zusammenhang fragte der Aktionär, ob Kapitalmaßnahmen, wie ein Kapitalschnitt mit anschließender Kapitalerhöhung, zur Sanierung geplant sind. Einen Schnitt schloss Herr Bozon aus, eine Kapitalerhöhung sei momentan zwar nicht geplant, aber vorstellbar. Als Nächstes kam die Frage nach den finanzierenden Banken. Laut Vorstand sind dies neben der BayernLB eine weitere Landesbank und eine der beiden großen Sparkassen.

Im Anschluss daran kam die Sprache auf die Aktienrückkäufe in der Vergangenheit. Der Redner sah hierin eine Vernichtung von Aktionärsvermögen, da im Durchschnitt ein Preis von fast 30 Euro pro Aktie bezahlt wurde. Er bat um Auskunft, ob im laufenden Jahr weitere Aktien zurückgekauft worden sind und was mit den 179.104 im Bestand der Gesellschaft gehaltenen eigenen Aktien geschehen soll. Herr Bozon gab zu, dass die Verwaltung die Risiken beim Aktienrückkauf unterschätzt hat. Deswegen wurden im Jahr 2009 bis jetzt auch keine weiteren Aktien zurückgekauft. Die eigenen Aktien sollen eingezogen werden, man möchte damit allerdings warten, bis man 200.000 im Bestand hat.

Zu den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 333 TEUR bat der Redner um Nennung der drei größten Posten, außerdem interessierte ihn, wie sich die Fremdleistungen in Höhe von 115 TEUR zusammensetzen. Der Vorstand nannte daraufhin Rechtsanwaltskosten in Höhe von 95 TEUR, Kosten für den Steuerberater über 41 TEUR sowie die Gebühren für den Designated Sponsor in Höhe von 30 TEUR als die größten Aufwandsposten. Die Fremdleistungen betreffen vor allem eine Sicherstellungsbürgschaft.

Zum Schluss seiner Ausführungen ging der Redner auf den Aufsichtsratsbericht ein und fand es merkwürdig, dass dort nicht die einzelnen Sitzungstermine angegeben waren. Ebenso kritisierte er, dass das Ausscheiden des ehemaligen Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Münch überhaupt nicht erwähnt wird. Deswegen bat er um Nennung der Hintergründe für dessen Rücktritt. Zum Rücktritt von Dr. Münch äußerte sich Herr Bozon dahingehend, dass er von diesem menschlich sehr enttäuscht worden ist, und meinte, dass dieser zurücktrat, „als er merkte, dass für ihn bei unserer Gesellschaft nichts mehr zu holen war“.


Abstimmungen

Nach dem Ende der Debatte gab der Aufsichtsratsvorsitzende die Präsenz auf der Hauptversammlung bekannt. Vom Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von 11.050.000 Euro, eingeteilt in 850.000 Aktien, waren demnach 258.933 Aktien entsprechend 30,46 Prozent vertreten. Alle Tagesordnungspunkte wurden mit einer Mehrheit von jeweils über 99 Prozent verabschiedet.

Im Einzelnen abgestimmt wurde über den Vortrag des Bilanzverlusts auf neue Rechnung (TOP 3), die Entlastung von Vorstand (TOP 4) und Aufsichtsrat (TOP 5), die Wahl von Dieter Hoven in den Aufsichtsrat (TOP 6), die Wahl von Dipl.-Kfm. Andreas Haupt zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2009 (TOP 7), die Umfirmierung in „Private Assets AG“ (TOP 8), die Änderung des Geschäftsgegenstands (TOP 9) sowie über die Aufsichtsratsvergütung (TOP 10).

Ein Aktionär legte Widerspruch gegen sämtliche Beschlussfassungen ein, ehe die Versammlung um 13:20 Uhr geschlossen werden konnte.


Fazit

Nachdem es der leasing.99 AG in den vergangenen Jahren nie gelungen ist, im Leasinggeschäft profitabel zu arbeiten, und nachdem die Risiken und Anforderungen für kleine Leasingunternehmen nach Ansicht des Vorstands zu groß geworden sind, zieht man sich seitens der Gesellschaft aus diesem Geschäftsfeld zurück und wendet sich komplett neuen Bereichen zu, was nach außen hin durch die Umfirmierung in „Private Assets AG“ zum Ausdruck gebracht wird.

Besonders großes Potenzial verspricht man sich bei der Gesellschaft dabei vom Handel mit Edelmetallen, wo das Management anscheinend eine goldene Zukunft sieht. Allerdings muss die Frage erlaubt sein, ob die Hausse bei den Edelmetallen nicht schon ihren Zenit überschritten hat und ob die Gesellschaft aufgrund dessen eventuell zu spät in diesem Segment tätig wird. Inwiefern das vorhandene Know-how und die zugekaufte Expertise ausreichen, um damit Erträge zu erwirtschaften, die sich dann auch positiv auf den arg gebeutelten Aktienkurs auswirken, muss abgewartet werden.

Mit dem Geschäftsfeld Leasing hat die Verwaltung bereits schon einmal auf das falsche Pferd gesetzt, so dass eine gewisse Skepsis angebracht ist, ob durch die Neuausrichtung eine nachhaltige Besserung erreicht werden kann.

Da in den letzten Jahren zudem ein Großteil des Aktionärsvermögens vernichtet wurde, ist die Verwaltung besonders gefordert, das zerstörte Vertrauen der Anleger wieder herzustellen. Vor allem sollte dabei auch die Kommunikation mit den Anteilseignern verbessert werden, damit diese zeitnah und transparent über ihr Unternehmen informiert werden.


Kontaktadresse

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Hinweis: Der Verfasser besitzt Aktien der leasing.99 AG.


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