Private Assets AG (vorm. leasing.99 AG) (ISIN DE0006051139)

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HV-Bericht Private Assets AG (vorm. leasing.99 AG)

Der Weg für die Neuausrichtung ist frei


Am 7. September 2020 fand die ordentliche Hauptversammlung der Private Assets AG als Präsenzveranstaltung im Haus der Wirtschaft zu Hamburg statt. Sieben Aktionäre und Aktionärsvertreter waren vor Ort, darunter auch Reinhard Hock, um für GSC Research zu berichten.

Protokollierender Notar war Dr. Kleiser. Pünktlich um 11 Uhr eröffnete der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Lukas Lenz die Versammlung und stellte fest, dass keine Gegenanträge bei der Gesellschaft eingegangen waren. Nach Abhandlung der Formalien und Erläuterung des Aufsichtsratsberichts übergab er das Wort an den seit November 2019 agierenden Alleinvorstand Claus Dieter Hermanni.


Bericht des Vorstands

Nach seiner Begrüßung ging Herr Hermanni auf den Jahresabschluss 2019 ein und stellte zunächst die wesentlichen Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung vor. Das Rohergebnis in Höhe von 143 TEUR setzte sich vor allem aus den Erträgen aus dem Goldhandel in Höhe von 21 TEUR, dem Verkauf von Anlagegütern in Höhe von 20 TEUR sowie dem Auflösen einer Prozessrückstellung in Höhe von 83 TEUR zusammen.

Im Personalaufwand von 207 (Vorjahr: 109) TEUR war unter anderem eine Abschlusszahlung in Höhe von 19.500 Euro an den ehemaligen Vorstand Norbert Bozon enthalten. Die sonstigen Aufwendungen von 157 (212) TEUR enthalten im Wesentlichen die Kosten für die beiden Hauptversammlungen im Jahr 2019 sowie Kosten für die Aufstellung und Prüfung des Jahresabschlusses, Mietaufwendungen sowie Rechts- und Beratungskosten.

Der Jahresfehlbetrag stellte sich auf 230 (146) TEUR. Durch die vollständige Auflösung der Kapitalrücklage in Höhe von 2,71 Mio. Euro konnte der Bilanzverlust auf 2,65 (5,13) Mio. Euro reduziert werden.

Im Anschluss daran ging der Vorstand auf die Bilanz zum Jahresende 2019 ein. Die Bilanzsumme ging auf 61 (344) TEUR zurück. Auf der Aktivseite wurden Sachanlagen in Höhe von 7 (37) TEUR, Forderungen von 8 (107) TEUR sowie ein Bankguthaben in Höhe von 31 (0) TEUR ausgewiesen. Da die Private Assets AG bilanziell überschuldet ist, belief sich der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag zum Jahresende 2019 auf 15 TEUR. Zum Jahresende 2018 wurde noch ein Eigenkapital in Höhe von 216 TEUR ausgewiesen. An dieser Stelle betonte Herr Hermanni, dass die Gesellschaft zwar ein negatives Eigenkapital hat, dies aber nicht mit einer Insolvenz gleichzusetzen ist.

Auf der Passivseite wurden Rückstellungen in Höhe von 45 (119) TEUR sowie Verbindlichkeiten in Höhe von 17 (9) TEUR ausgewiesen.

In seinem Ausblick stellte der Vorstand fest, dass sich die Lage des Unternehmens sehr ernüchternd darstellt. „Es sieht nicht rosig aus. Das Eigenkapital ist vollständig aufgebraucht“, so Herr Hermanni. Der laufende Geschäftsbetrieb wird kreditfinanziert durch ein Darlehen in Höhe von 75 TEUR, welches zum Jahresende 2020 fällig ist.

Die Kosten wurden durch Aufgabe der nicht mehr sinnvollen Geschäftstätigkeiten zwischenzeitlich zwar auf ein Minimum reduziert, dennoch reicht die vorhandene Liquidität nur aus, um die laufenden Kosten zu decken. Für die Aufnahme einer neuen Geschäftstätigkeit und zur Stärkung der Kapitalbasis sind dringend neue Mittel notwendig, betonte der Vorstand.

Im Anschluss daran stellte Herr Hermanni die zur Abstimmung vorgeschlagenen Kapitalmaßnahmen vor, die dafür sorgen sollen, dass die Gesellschaft wieder auf die Beine kommt. Im ersten Schritt soll das Kapital auf null herabgesetzt werden, was laut Vorstand notwendig ist, um der momentanen wirtschaftlichen Situation der Gesellschaft Rechnung zu tragen.

Im Anschluss daran ist dann eine Kapitalerhöhung im Verhältnis 8:1 geplant. Der Vorstand führte dazu aus, dass jeder Aktionär, der vor der Kapitalherabsetzung acht Aktien besessen hat, eine neue Aktie zeichnen kann. Wie Herr Hermanni weiter erklärte, findet kein Bezugsrechtshandel statt und es wird auch keinen Spitzenausgleich geben. Allerdings wird den Aktionären die Möglichkeit eines Überbezugs eingeräumt werden.

Zum Bezugspreis erklärte der Vorstand, dass dieser noch nicht final festgelegt worden ist. Die Verwaltung erachtet jedoch einen Preis von 1,50 Euro für die neuen Aktien als sinnvoll, um das Eigenkapital aufzufüllen und das angesprochene Darlehen zurückführen zu können. „Dadurch können wir die Private Assets AG neu aufstellen und verfügen über ausreichend Kapital, um den laufenden Geschäftsbetrieb zu finanzieren“, so der Unternehmenslenker weiter.

Zum Abschluss seiner Ausführungen bat Herr Hermanni um die Zustimmung und Unterstützung der Aktionäre für die vorgeschlagenen Maßnahmen. Als Argumente führte er an, dass nur dadurch ein Neustart der Private Assets AG möglich ist und die Unternehmensbilanz dann bereinigt ist. Des Weiteren wies er darauf hin, dass das Unternehmen über eine Börsennotiz im Freiverkehr und einen steuerlichen Verlustvortrag in Höhe von 8,2 Mio. Euro verfügt.

Nach Aussage des Alleinvorstands gibt es derzeit zwar noch keine konkreten Pläne für eine Neuausrichtung des Unternehmens. Es steht aber die Option im Raume, dass durch die Aufnahme eines Kooperationspartners neues operatives Geschäft in die Gesellschaft eingebracht werden könnte.


Allgemeine Aussprache

Herr Geppert wollte wissen, ob die genannten Verlustvorträge in Höhe von 8,2 Mio. Euro auch tatsächlich bestätigt sind, was vom Vorstand bejaht wurde. Einziges Risiko könnte eine Betriebsprüfung sein.

Dann erkundigte sich der Aktionär nach dem Stand der Liquidierung der Tochtergesellschaft IPO.GO AG. Laut Herrn Hermanni soll deren Liquidation zum Jahresende 2020 endgültig abgeschlossen sein.

Auf die Frage, ob bereits Zusagen oder Übernahmegarantien in Bezug auf die Kapitalerhöhung vorliegen, antwortete der Vorstand, dass dies aktuell nicht der Fall ist.

Zum künftigen Sitz der Gesellschaft führte Herr Hermanni aus, dass der Verwaltungssitz derzeit in Esslingen bleibt. Ob der Sitz in Zukunft nach Hamburg verlegt wird, ist derzeit offen.

Herr Böker bat um Nennung der jährlichen Kosten, die in der AG anfallen. Herr Hermanni bat um Verständnis, dass er hierzu keine genauen Angaben machen kann, da die künftige Geschäftstätigkeit des Unternehmens noch nicht absehbar ist.


Abstimmungen

Vor Durchführung der Abstimmungen gab der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Lenz die Präsenz bekannt. Vom Grundkapital in Höhe von 2.850.000 Euro, eingeteilt in ebenso viele Stückaktien, waren 1.196.964 Aktien vertreten, was einer Präsenz von 42 Prozent entsprach.

Dem früheren Vorstand Norbert Bozon wurde mit über 96 Prozent Neinstimmen die Entlastung für das Geschäftsjahr 2019 verweigert, ebenso den ehemaligen Aufsichtsräten Dieter Hoven, Rolf Dommann, Hubert Grün und Florian Bozon (TOP 2a bzw. 3a). Alle übrigen Tagesordnungspunkte wurden mit jeweils über 98 Prozent Jastimmen im Sinne der Verwaltung beschlossen.

Dies waren die Entlastung des Vorstands Claus Dieter Hermanni (TOP 2b) und die Entlastung der Aufsichtsräte Dr. Lukas Lenz, Sven Dübbers und Florian Feddeck (TOP 3b) für das Geschäftsjahr 2019, die Wahl der NPP Niethammer, Posewang & Partner GmbH, Hamburg zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2020 (TOP 4), die Herabsetzung des Grundkapitals von 2.850.000 Euro auf null Euro (TOP 5), die Erhöhung des Grundkapitals um bis zu 329.344 Euro auf bis zu 329.344 Euro (TOP 6) sowie die Anpassung der Satzung (TOP 7).

Nach 65 Minuten konnte Dr. Lenz die Hauptversammlung um 12:05 Uhr schließen.


Fazit

Nachdem auf der außerordentlichen Hauptversammlung im November 2019 die Organe der Private Assets AG komplett neu besetzt werden konnten (siehe den entsprechenden HV-Bericht von GSC Research), machte die diesjährige ordentliche Hauptversammlung den Weg für die bilanzielle Bereinigung frei.

Der Kapitalschnitt auf null Euro mag zunächst zwar hart erscheinen. Allerdings muss man sich vor Augen führen, dass das Unternehmen durch die frühere Verwaltung komplett zu Grunde gerichtet wurde und vollkommen vermögenslos ist. Eine Neuausrichtung wäre vor diesem Hintergrund wohl kaum möglich gewesen, so dass der nun angedachte Weg alternativlos ist.

Nach Durchführung der Kapitalerhöhung zum Bezugspreis von 1,50 Euro je neuer Aktie (eine Vollplatzierung unterstellt) und nach Rückzahlung des Darlehens in Höhe von 75 TEUR verfügt die Private Assets AG dann über liquide Mittel von etwas über 400 TEUR. Damit ist die Basis für einen Neustart gelegt. Für einen eventuellen Kooperationspartner könnte die Börsennotierung sowie der Verlustvortrag von 8,2 Mio. Euro von Interesse sein.

Da die künftige Ausrichtung des Unternehmens aber noch nicht klar ist, sollten vorsichtige Naturen die weitere Entwicklung besser erstmal abwarten, bevor eine Investition in die Aktien des Unternehmens erfolgt.


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Hinweis: Der Verfasser ist Aktionär der Private Assets AG.



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