ENDOR AG (ISIN DE0005491666)

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HV-Bericht ENDOR AG

Jahresüberschuss steigt um 300 Prozent auf 16 Mio. Euro – Aktionäre erhalten 4 Euro Dividende


Die ENDOR AG hatte für den 25. August 2021 zur Hauptversammlung mit Vorlage des Jahresabschlusses 2020 eingeladen. Das Treffen fand aufgrund der anhaltenden Covid-19-Pandemie wie schon im vergangenen Jahr rein virtuell ohne physische Präsenz der Aktionäre statt. Für GSC Research war Matthias Wahler bei der Übertragung der Veranstaltung im Internet zugeschaltet.

Eröffnet wurde die Versammlung vom Vorstandsvorsitzenden Thomas Jackermeier. Er teilte mit, dass der Aufsichtsratsvorsitzende Andreas Potthoff aufgrund eines Trauerfalls in der Familie kurzfristig nicht an der Versammlung teilnehmen kann. Damit war es nötig, zunächst einen Versammlungsleiter zu wählen. Herr Jackermeier schlug für dieses Amt Rechtsanwalt Markus Joachimsthaler von der Kanzlei Pinsent Masons vor.

Vor der Wahl verkündete der Vorstandschef die Erstpräsenz. Zu diesem Zeitpunkt vertrat der Stimmrechtsvertreter 1.033.525 Aktien. Bezogen auf das gesamte Grundkapital von 1.937.198 Euro, eingeteilt in ebenso viele Aktien, entsprach dies einer Quote von 53,35 Prozent. Darüber hinaus waren 424.127 Aktien im Wege der Briefwahl angemeldet. Insgesamt lag die Präsenz damit bei 75,25 Prozent.

Herr Joachimsthaler wurde daraufhin mit einer Zustimmungsquote von 98,57 Prozent zum Versammlungsleiter gewählt. Er übernahm die Versammlungsleitung und teilte mit, dass sich neben Herrn Jackermeier und ihm selbst noch der Notar und der Stimmrechtsvertreter vor Ort eingefunden haben. Die zwei anderen Aufsichtsratsmitglieder und Vorstandsmitglied Andràs Semsey waren über das Internet zugeschaltet und konnten bei Bedarf kommunizieren.

Nachfolgend erläuterte der Vorsitzende die Formalien und verlas die Punkte der Tagesordnung. In diesem Zusammenhang informierte er, dass die Aufsichtsratsmitglieder Thomas Mayrhofer und Richard Rösener ihr Amt mit Ablauf der Hauptversammlung niedergelegt haben. Unter TOP 7 waren deshalb Ergänzungswahlen vorgesehen. Vorgeschlagen waren Ingo Weber, Geschäftsführender Gesellschafter der Carcharodon Capital GmbH, und Rudolf Dittrich, Ingenieur bei der BMW AG.

Sodann berichtete Herr Joachimsthaler über die wesentlichen Themen aus Sicht des Aufsichtsrats und übergab das Wort schließlich an den Vorstand.


Bericht des Vorstands

Herr Jackermeier freute sich, von einem grandiosen Geschäftsjahr 2020 berichten zu können. Wie prognostiziert konnten Umsatz und Ertrag deutlich gesteigert werden. Auch im laufenden Jahr ist eine anhaltend große und noch wachsende Nachfrage nach den Produkten zu verzeichnen. Allerdings sorgen im Moment die erheblichen Störungen in der weltweiten Logistikkette dafür, dass ENDOR in wichtigen Produktionsbereichen nicht mehr lieferfähig ist. Auf dieses Thema ging der Vorstand später im Detail ein.

Mit dem Verlauf des Geschäftsjahres 2020 zeigte sich der Firmenchef indes sehr zufrieden. Bereits vor Aufflammen der Covid-19-Pandemie verlief der Start in das Berichtsjahr sehr dynamisch. Die Corona-Krise wirkte sich auch nicht negativ aus. Im Gegenteil förderten die Ausgangsbeschränkungen noch die Spielfreude der Konsumenten und deren Bereitschaft, in Lenkräder und anderes Equipment zu investieren. Eine stark steigende Nachfrage war unabhängig von der Pandemie auch im virtuellen Rennsport, dem sogenannten Simracing, zu verzeichnen. Und Herr Jackermeier ist überzeugt, dass sich das Wachstum in den nächsten Jahren fortsetzen wird, im Simracing vermutlich noch mehr als im Gaming-Bereich.

Im zweiten Quartal 2020 gab es allerdings Lieferengpässe in allen wichtigen Märkten. Dies bremste vorübergehend das Umsatzwachstum und führte im Konzern mit Stichtag 30. Juni 2020 zu einem ungewöhnlich hohen Auftragsbestand von 6,3 Mio. Euro. Bis zum Ende des dritten Quartals konnten jedoch die Warenverfügbarkeit wieder erhöht und die Vorbestellungen umsatzwirksam ausgeliefert werden.

Wichtig war Herrn Jackermeier der Hinweis, dass die Ursachen für die damaligen und die aktuellen Lieferengpässe nicht vergleichbar sind. Im Jahr 2020 hatte man mit einer hohen Umsatzdynamik gerechnet und war grundsätzlich vorbereitet gewesen. Im Zuge der Pandemie stieg die Nachfrage aber noch einmal spürbar an, was so nicht planbar war und zu Lieferengpässen führte. Aktuell ist die Situation eine andere. Zum einen ist die globale Logistikkette beschädigt und außerdem wird gleichzeitig die halbe Produktpalette erneuert.

Das Jahr 2020 hat Herrn Jackermeier zufolge auf jeden Fall gezeigt, dass Simracing immer beliebter wird und dies wird nach seiner Überzeugung dauerhaft so bleiben. So hat die Pandemie beispielsweise dafür gesorgt, dass zahlreiche Rennveranstaltungen, allen voran die Formel 1, abgesagt worden sind. Einige wurden jedoch medienwirksam virtuell, aber mit den echten Fahrern, ausgetragen, und erstmals im Fernsehen an ein Millionenpublikum ausgestrahlt. Die Produkte von Fanatec wurden dabei werbewirksam platziert und von den Rennfahrern genutzt, was das Simracing nachhaltig populär gemacht hat.

Der Vorstand hat diese unerwartete Medienpräsenz genutzt, um die Zahl der Partner weiter auszubauen. Seit April 2020 ist ENDOR offizieller Partner von WRC eSports, einer vom internationalen Automobildachverband FIA veranstalteten Rallye-Weltmeisterschaft, die über eine große Tradition verfügt und weltbekannt ist. Damit ist ENDOR nach dem Abschluss von Lizenzverträgen mit der Formel 1 und dem US-amerikanischen Motorsportverband Nascar jetzt auch prominent im Simracing vertreten.

Außerdem wurde die Partnerschaft mit der SRO Motorsports Group deutlich erweitert. Die Marke Fanatec ist laut Herrn Jackermeier jetzt für mehrere Jahre Titelsponsor der renommierten Fanatec GT World Challenge, bei der realer und virtueller Sport erstmals in einer Disziplin vereint werden. Die Fahrer müssen sich sowohl auf der Rennstrecke wie auch im Simulator behaupten. Die ersten Rennen wurden von den Teams und vom Publikum sehr gut angenommen.

Nach Auffassung des Vorstandsvorsitzenden hat ENDOR damit Motorsportgeschichte geschrieben. Er ist überzeugt, dass es künftig kaum noch eine Rennserie geben wird, die ohne ein virtuelles Element auskommt. Schließlich ist der Aufwand überschaubar und es schafft eine erhebliche zusätzliche Medienpräsenz. Das kürzlich vorgestellte Podium-Lenkrad BMW GT3, das auch im echten BMW-Rennwagen verwendet wird, wird in dieser Rennserie eingesetzt werden. Die Verbindung von realem und virtuellem Rennsport bietet nach Überzeugung von Herrn Jackermeier gewaltige Chancen für die Marke.

Neben dem Marketing sieht der Firmenchef regelmäßige Innovationen als Basis für den Erfolg. Auch im Jahr 2020 wurden neue Produkte entwickelt und in den Markt eingeführt. Als Highlights benannte er das ClubSport Steering Wheel F1 2020, das CSL Elite Steering Wheel WRC, das CSL Elite Steering Wheel McLaren GT3 V2 und die Software FanaLab.

Im Folgenden präsentierte Herr Jackermeier die Zahlen des Geschäftsjahres 2020 – letztmals auf Ebene der AG. Zwar wird bereits heute auf freiwilliger Basis parallel ein Konzernabschluss erstellt. Aus Gründen der Vergleichbarkeit will der Vorstand die Kommunikation nach außen aber erst ab dem kommenden Jahr ändern.

Der AG-Umsatz erhöhte sich um 146 Prozent auf 88,1 (Vorjahr: 35,8) Mio. Euro. In allen Vertriebsregionen lagen die Erlöse über dem Vorjahreswert. Einen erheblichen Beitrag zum Wachstum leisteten die Produkte der Clubsport-Serie. Aber auch in den anderen Segmenten war teilweise eine kräftig erhöhte Nachfrage zu verzeichnen. Die leichte Verbesserung der bereinigten Rohertragsmarge auf 53,9 (53,7) Prozent ist im Wesentlichen auf den höheren Umsatzanteil der margenstarken Clubsport-Serie zurückzuführen.

Die Zahl der Mitarbeiter wurde in Vorbereitung auf das erwartete kräftige Wachstum auf 113 (70) Personen deutlich ausgeweitet. Der Personalaufwand erhöhte sich dennoch unterproportional um 30 Prozent auf 6,6 (5,0) Mio. Euro. Die Abschreibungen stiegen infolge der umfangreichen Produktentwicklungen um 23 Prozent auf 1,3 (1,1) Mio. Euro. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich um 151 Prozent auf 19,3 (7,7) Mio. Euro. Die größten Einzelpositionen waren die Kosten der Warenabgabe sowie die Kosten für Lizenzen und Konzessionen.

Mit dem deutlich wachsenden Umsatz und den unterproportional steigenden Kosten konnte das EBIT sehr deutlich auf 23,4 (5,9) Mio. Euro ausgeweitet werden. Der Jahresüberschuss vervierfachte sich von 4 Mio. Euro auf 16 Mio. Euro. Die Prognose einer deutlichen Umsatz- und Ergebnissteigerung wurde damit erreicht.

Auch in der Bilanz spiegelt sich das erheblich ausgeweitete Geschäftsvolumen wider. Die Bilanzsumme dehnte sich auf 58,1 (23,8) Mio. Euro aus. Die Vorräte erhöhten sich auf 20,5 (12,0) Mio. Euro, die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen aufgrund der Ausweitung der Geschäftstätigkeit mit den ausländischen Tochtergesellschaften auf 15,1 (4,2) Mio. Euro. Besonders hob der Vorstand zudem die liquiden Mittel von 11,1 (0,3) Mio. Euro hervor. Zusammen mit den noch nicht in Anspruch genommene Kreditlinien und den erwirtschafteten Zahlungsmitteln reicht dies aus, um ausreichend Vorräte zu halten und in Wachstum zu investieren.

Das Eigenkapital erhöhte sich dank der sehr positiven Ertragslage um mehr als 150 Prozent auf 25,1 (9,2) Mio. Euro. Damit kletterte die Eigenkapitalquote auf 43,3 (38,6) Prozent. Parallel wurden die Bankverbindlichkeiten auf 13,5 (2,8) Mio. Euro ausgeweitet. Die Kreditaufnahme diente Herrn Jackermeier zufolge in erster Linie der Finanzierung des deutlichen aufgestockten Warenlagers, um trotz der anhaltend starken Nachfrage lange Lieferzeiten zu vermeiden.

Investiert in das Anlagevermögen wurden im Berichtszeitraum mit 5,0 (2,4) Mio. Euro mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Der Betrag lag damit deutlich über den Abschreibungen von 1,3 (1,1) Mio. Euro. Mit 2,6 (1,4) Mio. Euro floss der Großteil der Investitionen in die Entwicklung neuer Produkte.

Mit Blick auf die starke Gewinnentwicklung, das hohe Eigenkapital und die solide Liquiditätsausstattung sieht es Herr Jackermeier als gerechtfertigt an, erstmals eine Dividende zu zahlen. Der Hauptversammlung war die Ausschüttung von 4 Euro je Aktie oder in Summe 7,7 Mio. Euro vorgeschlagen. Der Vorstandschef versicherte, dass die Gesellschaft dennoch für das weitere Wachstum finanziell solide aufgestellt ist und bleibt.

Sodann kam Herr Jackermeier auf die Entwicklung im ersten Halbjahr 2021 zu sprechen. Nachdem der Umsatz im ersten Quartal noch auf 21,9 (11,9) Mio. Euro verdoppelt werden konnte, entwickelten sich die Erlöse im zweiten Quartal gegenüber dem starken Vorjahreswert auf 13,5 (24,4) Mio. Euro rückläufig. Im ersten Halbjahr 2021 ging der Umsatz damit um 2 Prozent auf 35,4 (36,3) Mio. Euro leicht zurück.

Wie Herr Jackermeier erläuterte, wurde der schwächere Umsatz zum Teil bewusst in Kauf genommen, weil das Produktportfolio aktualisiert und erweitert und der Lagerbestand erneuert wurden. Dies betraf viele volumenstarke Produkte. Unerwartet kamen auch noch die Probleme mit den weltweiten Warenströmen mit der Folge von Lieferverzögerungen und -ausfällen hinzu. Viele Produkte von den Produzenten und Lieferanten in Asien trafen zuletzt stark verzögert oder gar nicht mehr ein. Die unverändert sehr starke Nachfrage konnte deshalb nur teilweise bedient werden.

Insbesondere die Produkte im mengenmäßig starken Mittelpreissegment sind seit April ausverkauft. Zum 30. Juni 2021 fanden sich deshalb zusätzliche Kundenaufträge von 4,6 Mio. Euro in den Büchern, die noch nicht ausgeliefert werden konnten. Und dies ist nach Einschätzung des Vorstands nur die Spitze des Eisbergs. Viele Kunden platzieren ihre Bestellung gar nicht, wenn abzusehen ist, dass die Lieferung stark verzögert oder gar nicht möglich ist. Gegenüber dem Plan konnten im ersten Halbjahr mindestens 7,7 Mio. Euro nicht ausgeliefert werden, obwohl die Nachfrage vorhanden war.

Zudem wurden die Unternehmensstrukturen an das erwartete starke Wachstum angepasst und die umfangreichen Investitionen aus 2020 fortgesetzt. Die Zahl der Mitarbeiter wurde auf 156 Personen noch einmal deutlich ausgeweitet. In der Folge stieg der Personalaufwand auf 5,5 (3,0) Mio. Euro. Damit ist der notwendige Personalaufbau nun aber weitgehend abgeschlossen, die Kosten sollten sich jetzt stabilisieren. Mit der nun erreichten Personalstärke kann nach Überzeugung von Herrn Jackermeier auch ein Umsatz von 150 oder 200 Mio. Euro gestemmt werden.

Mit den höheren Investitionen stiegen ebenso die sonstigen betrieblichen Aufwendungen auf 12,8 (7,9) Mio. Euro stark an. Die größten Einzelposten waren weiterhin Werbekosten und die Kosten der Warenabgabe. Insbesondere betraf der zusätzliche Aufwand auch die neuen Partnerschaften mit WRC eSports und der SRO Motorsports Group. Überdies wurde wie ausgeführt stark in Forschung und Entwicklung investiert.

Das EBIT entwickelte sich deshalb im ersten Halbjahr 2021 auf 2,6 (10,2) Mio. Euro rückläufig. Der geplante Ausgleich der höheren Kosten durch die weitere Geschäftsausweitung konnte mit dem ungeplanten Wegfall der Deckungsbeiträge nicht erreicht werden. Sonst wäre auch das Ergebnis weitergewachsen. Es war deshalb notwendig, die Ergebnisprognose zu korrigieren.

Wie mit Ad-hoc-Meldung vom 9. August 2021 kommuniziert, wird jetzt für das laufende Jahr kein weiter steigendes Ergebnis, sondern ein rückläufiges EBIT erwartet. Die Umsatzprognose musste ebenfalls angepasst werden, da sich signifikante Teile des Geschäfts ins Jahr 2022 verschieben. Ursprünglich war man davon ausgegangen, 2021 beim Umsatz erstmals die Marke von 100 Mio. Euro übertreffen zu können. Trotz der Lieferprobleme soll der Vorjahresumsatz nun zumindest gehalten oder leicht übertroffen werden.

Die negativen Effekte sind nach Überzeugung des Vorstandsvorsitzenden nur temporärer Natur. Es gibt weiterhin sehr hohe Vorbestellungen für das neue CSL DD, die ab August zur Auslieferung kommen und dann umsatzwirksam werden. Die Rückmeldungen zu dem neuen Produkt waren durchweg positiv. Weitere Impulse erwartet sich der Vorstand durch neue Playstation-kompatible Produkte im Einstiegsbereich, die für das Jahresende geplant sind. Die Umsatzbeiträge werden sich allerdings teilweise auf das erste Quartal 2022 verschieben.

Herr Jackermeier sieht das Unternehmen sehr gut für einen anhaltenden Wachstumskurs aufgestellt. Die EBIT-Marge sieht er mittelfristig bei über 20 Prozent. Bei einem normalen Geschäftsverlauf wäre dieses Niveau auch schon im ersten Halbjahr möglich gewesen. Der Vorstand erwartet in den nächsten Jahren einen erheblichen Effizienzschub und zudem positive Effekte aus den neuen Partnerschaften. Ganz neu findet sich auf dieser Liste das japanische Spielestudio Polyphony Digital, das im Konsolenmarkt weiteres Wachstum bescheren wird. Überdies werden mit dem Playstation-kompatiblem und günstigen Direct-Drive-Lenkrad neue Kundengruppen erschlossen werden können.

Abschließend warf Herr Jackermeier einen Blick auf den Aktienkurs, der sich trotz der Anpassung der Prognose recht stabil gezeigt hat. Auch an dieser Stelle soll das Unternehmen weiterentwickelt werden. Ein Schritt auf diesem Weg ist der vorgeschlagene Aktiensplitt im Verhältnis 1 zu 8 in Form einer Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln, mit der sich das Grundkapital von 1,9 Mio. Euro auf 15,5 Mio. Euro erhöht. Mit der deutlich höheren Aktienzahl sollte sich die Handelsliquidität erhöhen. Zudem wird das Kursniveau optisch günstiger.

Am Geschäftsverlauf des vergangenen Jahres sieht der Vorstand aufgezeigt, welch rasantes Wachstum in dem Markt von ENDOR möglich ist. Nach der aktuellen Planung werden die sehr guten Umsatzzahlen aus 2020 im laufenden Jahr zumindest bestätigt werden können. Ohne die aktuellen Probleme von Lieferantenseite wäre noch weit mehr möglich gewesen. Herr Jackermeier ist aber zuversichtlich, dass diese Umsätze 2022 nachgeholt werden können. Er sieht das Unternehmen ausgezeichnet aufgestellt, um im Wachstumsmarkt Simracing weltweit eine führende Rolle zu spielen.


Beantwortung der eingereichten Fragen


In der vorgegebenen Frist hatten acht Aktionäre oder Aktionärsvertreter insgesamt 53 Fragen, teils noch mit umfangreichen Unterfragen eingereicht. Viele Themen wurden allerdings mehrfach angesprochen. Die Antworten lieferte alle Herr Jackermeier. Die Namen der Fragesteller wurden nicht genannt. Den Stream verfolgten beim Einstieg in die Fragenbeantwortung 68 Aktionäre.

Insgesamt durfte sich der Vorstand angesichts der überragenden Entwicklung im Geschäftsjahr 2020 viel Lob anhören. Ein Aktionär formulierte, dass Herr Jackermeier die ENDOR-Aktie von einem „Mauerblümchen zu einem Juwel gemacht“ hat. Ein anderer versuchte einen Vergleich zwischen Herrn Jackermeier und dem Apple-Gründer Steve Jobs zu ziehen, was dem Vorstandsvorsitzenden aber doch deutlich übertrieben schien.

Ein Redner äußerte allerdings Zweifel, ob der vorgeschlagene Splitt im Verhältnis 1 zu 8 tatsächlich dazu beiträgt, die Aktie attraktiver zu machen. Schließlich befinden sich die Aktien zu großen Teilen in festen Händen. Herr Jackermeier zeigte sich überzeugt, dass sich aus dem Splitt ein positiver Effekt ergeben wird. Die deutlich höhere Aktienzahl wird zu mehr Handelsvolumen führen. Zudem ist der Aktienkurs mit 175 Euro sehr schwer. Eine optisch günstigere Bewertung steigert erfahrungsgemäß die Attraktivität gerade bei Privatanlegern. Die Kosten sind mit rund 5 TEUR überschaubar.

Befragt nach einem geplanten Wechsel in ein anderes Börsensegment informierte der Vorstand, dass in der Tat die Aufnahme der Xetra-Notierung geplant ist. Wann es so weit ist, konnte er noch nicht sagen. Mittelfristig wäre auch ein Up-Listing in den regulierten Markt eine Option. Mit der geplanten Erstellung des Jahresabschlusses nach IFRS werden bereits erste Vorbereitungen getroffen. Dies wird aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Außerdem soll geprüft werden, wie sinnvoll ein Zweit-Listing der Aktie in den USA wäre.

Praktisch alle Fragesteller erkundigten sich nach der Dividendenpolitik. Von Interesse war, ob die Ausschüttung von 4 Euro für das Geschäftsjahr 2020 eine einmalige Maßnahme ist oder jetzt nachhaltig mit einer Dividendenzahlung gerechnet werden kann. Schließlich handelt es sich bei ENDOR um ein Wachstumsunternehmen. Damit stellt sich die Frage, ob der Vorstand keine anderen Möglichkeiten sieht, das Kapital sinnvoll anzulegen.

Nach Aussage von Herrn Jackermeier ist es das Ziel, langfristig eine Dividende zu zahlen und die Aktionäre auch auf diesem Weg am Unternehmenserfolg zu beteiligen. Angepasst an die jeweilige Gewinnsituation und die Wachstumspläne soll eine möglichst kontinuierliche Ausschüttungspolitik verfolgt werden. Auf eine Ausschüttungsquote wollte sich der Vorstand indes nicht festlegen. Er will sich dies betreffend die Flexibilität wahren. Natürlich ist ENDOR ein Wachstumsunternehmen. Viele Zukunftsinvestitionen sind aber bereits abgeschlossen. Nachdem das Unternehmen auch finanziell gut aufgestellt ist, ist die Zahlung einer Dividende somit angebracht.

Ein Aktionär wollte wissen, warum der Aufsichtsratsvorsitzende, wie am 27. Januar 2021 gemeldet, 10.000 Aktien außerbörslich an den Vorstandsvorsitzenden verkauft hat. Der einzige Grund war laut Herrn Jackermeier Diversifikation. Es handelte sich im Übrigen um weniger als 10 Prozent des Aktienbestands von Herrn Potthoff. Insgesamt hat Herr Jackermeier über seine Beteiligungsgesellschaft für rund 7,7 Mio. Euro ENDOR-Aktien zugekauft und seine Beteiligung von 47 Prozent auf rund 50 Prozent ausgebaut.

In diesem Zusammenhang wurde die Frage gestellt, warum für den Vorstand unter TOP 8 auch noch ein Aktienoptionsprogramm aufgelegt werden soll. Im Vergleich zu seinem enormen Aktienbestand fällt dies ohnehin kaum ins Gewicht.

Für den Aufsichtsrat antwortete Herr Jackermeier, dass das Optionsprogramm für alle Vorstandsmitglieder aufgelegt werden soll. Zudem soll die Vorstandsvergütung schon heute so strukturiert werden, dass sie den gesetzlichen Erfordernissen bei einer Notierung der Aktie im Geregelten Markt genügt. Im Übrigen können die Optionen nur ausgeübt werden, wenn sich der Aktienkurs binnen vier Jahren nach Begebung verdoppelt. Ansonsten verfallen sie wertlos. Dies erscheint Herrn Jackermeier ausreichend ambitioniert, aber auch erreichbar.

Ein Thema der virtuellen Debatte war ferner die Prognoseanpassung vom 9. August 2021 als Folge der Schwierigkeiten in der weltweiten Logistikkette. Einem Aktionär fiel es schwer zu glauben, dass diese Entwicklung Mitte Juli 2021, als die vorherige Planung noch einmal bestätigt worden war, noch nicht absehbar gewesen sein soll. Ein anderer fragte nach der aktuellen Situation und wollte wissen, wie derartige Schwierigkeiten künftig vermieden werden sollen.

In seiner Antwort erläuterte Herr Jackermeier, dass man bis Ende Juli davon ausgegangen war, dass sich die absehbaren Umsatzverschiebungen noch innerhalb des Jahres 2021 auflösen werden. Es kam dann aber kurzfristig zu verschiedenen Einzelereignissen wie der Beschädigung eines Containers in China, die Vorstand und Aufsichtsrat dazu bewogen haben, vor dem Hintergrund der ohnehin erkennbaren Entwicklungen die gesamte Planung zu überarbeiten. Nach dem aktuellen Stand werden sich signifikante Umsätze ins Jahr 2022 verschieben. Die Erwartungen für 2021 mussten insofern angepasst werden.

Weiterhin teilte Herr Jackermeier mit, dass die Probleme in der Logistik außerhalb des Einflussbereichs von ENDOR liegen. Bekanntlich sind große Teile der weltweiten Wirtschaft von diesen Schwierigkeiten betroffen. Aus heutiger Sicht werden die Störungen auch noch im dritten Quartal anhalten. Im vierten Quartal sollte sich die Situation dann allmählich entspannen. Inzwischen wurden große Mengen an Chips und Rohmaterialien auf Vorrat eingekauft. Mit einer Normalisierung ist aber erst 2022 zu rechnen.

Ein Fragesteller erkundigte sich nach den Plänen in China. In diesem riesigen Wachstumsmarkt müsste sich nach seiner Einschätzung enormes Potenzial für ENDOR eröffnen. Wie Herr Jackermeier mitteilte, ist ENDOR bereits mit einem Partner in China aktiv. Perspektivisch ist aber auch in diesem interessanten Markt ein eigener Vertrieb geplant. Eine Aussage zu den möglichen Wachstumsraten in dieser Region konnte er noch nicht treffen.

Ferner wurde die Frage gestellt, ob sich die hohen Erwartungen an die Formel-1-Lizenz erfüllt haben. Vermutlich dürfte sich ausgewirkt haben, dass die Rennen nicht mehr im frei empfangbaren Fernsehen übertragen werden. In seiner Antwort versicherte Herr Jackermeier, dass die Erwartungen sogar deutlich übertroffen wurden. Allein durch den Verkauf der Formel-1-lizenzierten Produkte wurde bereits der Return on Investment erreicht. Hinzu kamen ein erheblicher Imagegewinn und die Folgegeschäfte aus der Kooperation.

Verschiedene Fragen betrafen mögliche Produktneuentwicklungen, die sich beispielsweise aus der Kooperation mit Bentley ergeben könnten. Zu viel wollte Herr Jackermeier zu diesem Thema nicht sagen. Er stimmte aber der Einschätzung des Aktionärs zu, dass es einen Markt für Luxus-Fahrsimulatoren gibt, in dem man aktiv werden könnte. Aktuell ist das Geschäft mit Fahrschulsimulatoren mit einem Umsatzanteil von lediglich 2 Prozent für ENDOR ein kleiner Nischenbereich.

Einem Aktionär war aufgefallen, dass sich im Portfolio derzeit noch keine High-End-Pedale der Marke Fanatec befinden. Dabei sind die Pedale aus Rennfahrersicht teilweise wichtiger als die Lenkräder. Ihn interessierte, ob sich Pedale für die Podium-Serie zumindest in der Planung befinden, was Herr Jackermeier bestätigte. Nach seiner Auffassung sind allerdings auch die Clubsport-Pedale schon ziemliche High-End-Produkte.

Befragt nach den Plänen im Simracing-Bereich erläuterte Herr Jackermeier, dass derzeit die gesamte Produktpalette auf Direct-Drive umgestellt wird. Als nächstes ist die Umstellung auf das QR2-System vorgesehen. Außerdem gibt es noch einige Lücken in den Serien, die nach und nach geschlossen werden sollen. Im Bereich Motorsport-Lenkräder gibt es ebenfalls viel zu tun und der Bereich Cockpit ist in diesem Bereich noch nahezu unerschlossen. Insgesamt gibt es also reichlich Platz für Innovationen.

Ein Fragesteller erkundigte sich nach möglichen Plänen für Zukäufe, um das Produktportfolio zu ergänzen oder zu erweitern. Konkret ist dies nach Aussage von Herrn Jackermeier nicht geplant. Er sieht das Unternehmen gut aufgestellt. Grundsätzlich sind Zukäufe in Nischenbereichen, die noch nicht abgedeckt werden und in denen sich das Geschäft weiter ausbauen lässt, aber denkbar. Der Markt wird laufend beobachtet.

Andersherum wurde die Frage gestellt, ob Investoren vorstellig geworden sind, die an einer Übernahme von ENDOR Interesse gezeigt haben. Dies betreffend informierte der Vorstandschef, dass es auch im vergangenen Jahr Anfragen für potenzielle Kooperationen gegeben hat. Aktuell werden aber keine konkreten Gespräche geführt.

Gefragt wurde ferner nach ergänzenden Informationen zu dem Betrugsfall in Portugal, der bereits auf der letztjährigen Hauptversammlung thematisiert worden war. Als Grund nannte Herr Jackermeier, dass die Kundenbestellungen infolge eines Programmierfehlers sofort auf vollständig bezahlt gesetzt und die Waren verschickt wurden, obwohl tatsächlich noch kein Geld eingegangen war. Bis dieses Problem auffiel, war bereits ein Schaden von 470 TEUR entstanden, wovon bisher 106 TEUR durch Rücksendung der Ware oder Bezahlung ausgeglichen werden konnten. Noch offen sind also 364 TEUR brutto.

Ein Aktionär bat um aktuelle Informationen zu den fehlerhaften Umsatzsteueranmeldungen, die ebenfalls schon im vergangenen Jahr ein Thema gewesen waren. Versehentlich hatte ENDOR versäumt, das Überschreiten von Lieferschwellen zu überprüfen, wie dies in Europa vorgeschrieben ist. Es musste deshalb eine Korrektur für mehrere Jahre vorgenommen werden, was im Geschäftsjahr 2020 Kosten von rund 700 TEUR verursachte. Allerdings waren 2019 bereits Rückstellungen gebildet worden. Das Thema ist komplett aufgearbeitet, ein solcher Fehler kann nicht mehr passieren.

In den USA ergab sich Herrn Jackermeier zufolge ein Steuerproblem dadurch, dass 2018 das Staatsrecht für die Umsatzsteuerberechnung geändert wurde. Diese Vorlage setzten 2018 und 2019 die meisten Bundesstaaten in ihren Steuergesetzen um. Die US-Tochter wurde durch Überschreiten der Umsatzsteuergrenzen schlagartig in 27 amerikanischen Bundesstaaten umsatzsteuerpflichtig. Erschwerend kam hinzu, dass die Umsatzsteuer in den USA regional sehr zersplittert berechnet wird, teilweise hat jeder Stadtbezirk seine eigenen Mehrwertsteuersätze.

Alles in allem hatte ENDOR in den Zeiten des schnellen Wachstums die Strukturen und technische Infrastruktur für das Management der komplizierten Umsatzsteuerberechnungen nicht schnell genug aufsetzen können. In der Folge wurde in vielen Regionen zeitweise fälschlicherweise keine Umsatzsteuer berechnet. Für die Kunden war dies ein Rabatt, der auch zu höheren Verkäufen führte. Insgesamt mussten 1,47 Mio. US-Dollar Umsatzsteuer nachgezahlt werden. Auch dies wurde vollständig im Jahr 2020 verbucht.

Gefragt wurde ferner nach dem Grund für das vermeintlich überraschende Ausscheiden der Aufsichtsratsmitglieder Thomas Mayrhofer und Richard Rösener. Wie Herr Jackermeier erläuterte, ist Herr Mayrhofer als erfahrener Rechtsanwalt Ende 2020 eingesprungen, nachdem die geplante Kandidatin von ihrem Arbeitgeber keine Erlaubnis für das Mandat erhalten hatte. Herr Rösener scheidet hingegen aus persönlichen Gründen aus.

Nach Überzeugung des Vorstandsvorsitzenden wurden mit Ingo Weber und Rudolf Dittrich zwei Nachfolger gewonnen, die mit ihren Erfahrungen und ihrem Netzwerk ein großer Gewinn für ENDOR sind.

Später informierte Herr Jackermeier auf entsprechende Nachfrage, dass mit dem weiteren Unternehmenswachstum sicherlich eine Vergrößerung des Aufsichtsrats und des Vorstands auf die Tagesordnung kommen wird.

Weiterhin wurde angefragt, warum gerade die Ebner Stolz GmbH & Co. KG zum Abschlussprüfer gewählt werden soll. Wie Herr Jackermeier in Vertretung von Herrn Potthoff ausführte, hat der Aufsichtsrat bei fünf Wirtschaftsprüfungsgesellschaften angefragt. Aufgrund des Angebots fiel die Entscheidung auf Ebner Stolz. Diese Gesellschaft verfügt über eine hohe Kompetenz gerade auch für den Mittelstand und internationales Geschäft.

Ein weiteres Thema der virtuellen Debatte war der geplante Neubau des Firmensitzes. Befragt nach dem aktuellen Stand informierte Herr Jackermeier, dass das Grundstück inzwischen gekauft worden ist. Der Baubeginn ist aber noch nicht erfolgt, derzeit läuft die Angebotsphase. Die Baugenehmigung liegt bereits vor.

Ferner wurde angefragt, ob in der sich schnell verändernden Branche die Werthaltigkeit des Warenbestands tatsächlich als gesichert angesehen werden kann. In seiner Antwort informierte der Vorstandsvorsitzende, dass dies sowohl für den Wirtschaftsprüfer wie auch für den Aufsichtsrat ein großes Thema ist. Gegebenenfalls müssen auf sich schlecht verkaufende Produkte Wertberichtigungen vorgenommen werden. Allerdings befindet sich ENDOR in der komfortablen Lage, dass aufgrund der hohen Umschlagsgeschwindigkeit fast alle Produkte innerhalb von wenigen Monaten ausverkauft sind. Die Werthaltigkeit des Lagers wird somit fortlaufend bestätigt.

Ein Aktionär bat schließlich um eine Aussage, welche revolutionären Neuerungen in naher Zukunft zu erwarten sind und wie Umsatz und Ergebnis in einigen Jahren aussehen könnten. Zu diesem Thema versicherte Herr Jackermeier, dass er unverändert großes Potenzial für den Markt und das Unternehmen sieht. Mit konkreten Prognosen wollte er sich aber zurückhalten. Die vor einigen Jahren abgegebene Planung hat sich im Nachhinein als viel zu konservativ herausgestellt. „Wir wollen in unserem Bereich aber durchaus noch Einiges bewegen“, betonte der Vorstand. Die Fusion von Simracing und Motorsport soll weiter vorangetrieben werden.


Abstimmungen

Vor Eintritt in die Abstimmungen verkündete Herr Joachimsthaler die Präsenz. Der Stimmrechtsvertreter vertrat 1.033.535 Aktien. Bezogen auf das gesamte Grundkapital von 1.937.198 Euro, eingeteilt in ebenso viele Aktien, entsprach dies einer Quote von 53,35 Prozent. Darüber hinaus waren 456.365 Aktien im Wege der Briefwahl angemeldet. Insgesamt erreichte die Präsenz damit 76,91 Prozent.

Alle Beschlüsse wurden mit Mehrheiten über 97 Prozent gefasst. Bei der Dividende fast einstimmig, bei Entlastung des Vorstands komplett einstimmig bei nur 480.315 stimmberechtigten Aktien

Im Einzelnen beschloss die Hauptversammlung über die Dividende von 4 Euro (TOP 2), die Entlastung von Vorstand (TOP 3) und Aufsichtsrat (TOP 4), die Wahl der Ebner Stolz GmbH & Co. KG zum Abschlussprüfer (TOP 5), einen Aktiensplitt im Verhältnis 1 zu 8 in Form einer Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln (TOP 6), die Nachwahl von Ingo Weber und Rudolf Dittrich in den Aufsichtsrat (TOP 7) sowie die Auflage eines Aktienoptionsprogramms 2021 (TOP 8).

Nach exakt drei Stunden schloss der Vorsitzende die Versammlung.


Fazit

Das Geschäftsjahr 2020 ist für die ENDOR AG wie erwartet überaus erfolgreich verlaufen. Der Umsatz stieg um stolze 146 Prozent auf 88,1 Mio. Euro und das EBIT und der Jahresüberschuss vervierfachten sich auf 23,4 Mio. Euro bzw. 16 Mio. Euro. Erstmals erhalten die Aktionäre auch eine Dividende und dies mit 4 Euro in einer attraktiven Größenordnung - noch vor wenigen Jahren hätte sich niemand eine solche Ausschüttung vorstellen können. Das weitere Wachstum steht natürlich im Vordergrund. Dennoch soll auch in den nächsten Jahren soweit möglich kontinuierlich eine Dividende gezahlt werden.

Das laufende Jahr ist ebenfalls positiv gestartet. Im ersten Quartal konnten die schon sehr guten Werte des vergangenen Jahres noch einmal deutlich übertroffen werden. Seit einigen Monaten ist nun aber auch ENDOR vermehrt von den weltweiten Störungen der Warenströme betroffen. Dies führt dazu, dass das Unternehmen bei einigen Produkten nicht mehr lieferfähig ist und sich eigentlich noch für dieses Jahr geplante Umsätze ins erste Quartal 2022 verschieben. Nachdem Umsatz und Ergebnis ursprünglich weiter gesteigert werden sollten, werden nun ein Umsatz auf dem sehr hohen 2020er-Niveau und ein rückläufiges EBIT erwartet.

Dies tut der Erfolgsgeschichte des Landshuter Unternehmens aber keinen Abbruch. Die Nachfrage nach den Produkten ist weiterhin sehr stark und es liegen bereits umfangreiche Vorbestellungen vor. Auch mit Blick auf das stetig erweiterte Produktportfolio, die hohe Innovationskraft und die sehr starke Marktposition ist davon auszugehen, dass sich der Wachstumskurs im kommenden Jahr fortsetzt. Insbesondere aus der wachsenden Bedeutung des Simracing-Bereichs eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten, ebenso aus den umfangreichen Kooperationen.

Entsprechend sorgte die Gewinnwarnung infolge der Lieferschwierigkeiten an der Börse nur kurz für Verunsicherung. Inzwischen notiert die Aktie mit 175 Euro wieder auf dem Niveau in den Wochen vor der Meldung. Ganz günstig ist die Bewertung bei einer Marktkapitalisierung von 340 Mio. Euro nicht mehr. Mit Blick auf das unverändert hohe Potenzial erscheint ein Investment aber nach wie vor vielversprechend. Das im Jahr 2020 auf AG-Ebene erzielte EBIT von 23,4 Mio. Euro dürfte mit den zu erwartenden deutlichen Umsatzzuwächsen bei Weitem noch nicht das Ende der Fahnenstange sein.

Kurzfristig dürfte sich der beschlossene Aktiensplitt im Verhältnis 1 zu 8 positiv auf die Aktie auswirken. Das Kursniveau wird sich mit Umsetzung dieser Maßnahme rechnerisch auf etwa 22 Euro ermäßigen. Die optisch deutlich günstigere Notierung wird erfahrungsgemäß neue Anleger anlocken. Spannend klingt auch, dass derzeit geprüft wird, wie sinnvoll ein Zweit-Listing der Aktie in den USA wäre. Dort wären wohl noch ganz andere Bewertungen als in Deutschland möglich. Spekulativ erscheint ein Investment trotz der bereits mehr als beeindruckenden Kursentwicklung in den letzten Jahren weiterhin sehr interessant.


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