EQS Group AG (ISIN DE0005494165)

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Am 17. Mai 2019 fand in München die 19. ordentliche Hauptversammlung der EQS Group AG statt. Das vergangene Geschäftsjahr stand weiter im Zeichen einer hohen Investitionstätigkeit, was die Ergebnisentwicklung deutlich beeinflusste. Rund 30 Aktionäre und Gäste hatten sich in den Räumen der Gesellschaft eingefunden, um sich über die weiteren Zukunftsperspektiven des Unternehmens zu informieren. Für GSC Research berichtet Thorsten Renner über den Verlauf der Hauptversammlung.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Rony Vogel eröffnete die Hauptversammlung pünktlich um 14:00 Uhr und wies auf die Veränderungen im Vorstand hin. In diesem Rahmen stellten sich die beiden neuen Vorstandsmitglieder Marcus Sultzer und André Silverio Marques den Anwesenden vor. Nach dem Verlesen der sonstigen Formalien und einer kurzen Filmeinspielung zum neu entwickelten IR-Cockpit übergab Herr Vogel das Wort an den Vorstandsvorsitzenden Achim Weick.


Bericht des Vorstands

Nach Aussage von Herrn Weick wurde 2003 das erste Cockpit entwickelt und damit ging es lediglich um die reinen Meldepflichten. Durch die Vielzahl an Regulierungen ist die Welt nun jedoch deutlich komplexer geworden. EQS ist zu Beginn angetreten, um Transparenz im Kapitalmarkt herzustellen, so Herr Weick. Im vergangenen Jahr wurde viel investiert und es wurden weitere Mitarbeiter eingestellt. So kann die Gesellschaft nun auch das neue Produkt im Markt anbieten.

Das neue Produkt richtet sich nicht nur an börsennotierte Gesellschaften, sondern an alle Unternehmen, die Transparenz herstellen wollen, teilte der Vorstandsvorsitzende mit. Durch die Ausweitung können die Produkte nun 25.000 Unternehmen angeboten werden und nicht nur der begrenzten Anzahl an notierten Firmen. Laut Herrn Weick ist EQS an allen wichtigen Finanzstandorten vertreten. Dies sei zwar teuer, um erfolgreich zu sein, müsse man jedoch vor Ort sein. So wurde über die letzten Jahre ein weltweites Netzwerk aufgebaut.

Mit den 474 Mitarbeitern betreut EQS 2.300 Großkonzerne. Auch wenn derzeit die Ergebnisse angesichts der Investitionen schwächer ausfallen, zeigt der Aktienkurs, dass Gründer, Management und langfristige Investoren alle an die Strategie des Unternehmens glauben und Vertrauen in die weitere Entwicklung haben. Die Transformation verlangt der Gesellschaft einiges ab, denn zuvor war EQS sehr profitabel.

Nach Ansicht von Herrn Weick gibt es derzeit weltweit drei große Trends, nämlich Digitalisierung, Regulierung und Globalisierung. Zunächst wandte man sich an die Nutzer von Investor Relations, jedoch wächst dieser Bereich mit 2,6 Prozent zu langsam. Derzeit findet am Markt eine Konsolidierung statt, an der sich EQS ebenfalls aktiv beteiligen möchte. So kümmert man sich nun auch um den Bereich Compliance und hier gibt es laut Herrn Weick ein Wachstum von 13 Prozent. Zudem sei es leichter, Kunden zu gewinnen mit den neuen Produkten.

EQS weist insgesamt eine sehr stabile Struktur auf. Wie der Vorstandsvorsitzende mitteilte, sind 80 Prozent der Umsätze wiederkehrend. Bei den restlichen 20 Prozent handelt es sich um Einzelumsätze. Ende des letzten Jahres wurde die neue Plattform auf den Markt gebracht, auch wenn sie derzeit noch nicht alle Funktionen umfasst. Das vergangene Geschäftsjahr bescherte EQS ein Umsatzwachstum von 19 Prozent und ein EBITDA, das knapp über der Nulllinie lag. Die hohen Investitionen hatten das Ergebnis geschwächt. Nur durch einen positiven Sondereffekt im Zusammenhang mit der erfolgswirksamen Ausbuchung einer Put-Option konnte ein positives Ergebnis erwirtschaftet werden. EQS ist aber unverändert sehr solide mit einer Eigenkapitalquote von 59 Prozent aufgestellt, betonte Herr Weick.

Das EBITDA sank binnen Jahresfrist von 2,3 auf 0,3 Mio. Euro. Allerdings stellte das Jahr 2018 auch den Höhepunkt der Investitionsoffensive dar, erklärte Herr Weick. Den Hauptgrund für die deutliche Kostensteigerung sah er in der erneuten Ausweitung der Mitarbeiterzahl. Knapp über die Hälfte der Mitarbeiter sind Softwareentwickler. Entsprechend war Herr Weick froh, überhaupt so viele kompetente Mitarbeiter finden zu können. Die Entwickler stammen dabei aus unzähligen Ländern, allein am Standort München arbeiten Menschen aus 43 Nationen unter einem Dach.

Wie der Vorstandsvorsitzende weiter mitteilte, ist die neue Cloud-Architektur äußerst leistungsfähig. Die neue Plattform soll einmal sieben Elemente umfassen, kündigte Herr Weick an. Hierbei soll mit der neuen Plattform und neuen Produkten sowie neuen Märkten weiteres Wachstum generiert werden. Nach Überzeugung des Managements wollen die Unternehmen alles digitalisieren und dann alles unter einer Plattform zusammenführen. Auch wenn EQS derzeit noch nicht alle Funktionen im Angebot hat, so ist die Vision doch das entscheidende für die Unternehmen.

Herr Weick war überzeugt, in diesem Bereich schnell wachsen zu können. Bis 2025 sollen allein 70 Mio. Euro Umsatz in diesem Markt erzielt werden. Dabei basiert die Schätzung auf dem jetzigen Produkt zuzüglich des Policy Managers. Im Bereich IR Manager gibt es ansonsten nur US-amerikanische Anbieter im Markt. Über das neue Cockpit will EQS deutlich wachsen, auch um weitere Marktanteile hinzuzugewinnen.

Nach dem Übergangsjahr 2018 bietet 2019 nun ein Feuerwerk an neuen Produkten, so der Vorstandsvorsitzende. Im Jahr 2018 lag darüber hinaus auch der Höhepunkt an Investitionen, die nun in den kommenden Jahren deutlich zurückgehen werden. Als Ziel für das laufende Geschäftsjahr nannte Herr Weick ein Umsatzwachstum von 15 bis 20 Prozent und ein EBITDA in der Größenordnung von 1,0 bis 2,0 Mio. Euro. Als wichtig erachtete er auch, dass die Kunden sehr zufrieden sind. EQS erhalte hierbei immer sehr gute Bewertungen. Auch in den kommenden Jahren soll die Gesellschaft mit 15 bis 20 Prozent wachsen. Dabei schätzte Herr Weick das Wachstum im Bereich Compliance auf 20 bis 25 Prozent und im Bereich IR auf 10 bis 15 Prozent. Das Ziel von EQS sei unverändert, der führende Anbieter in Europa für Corporate Compliance- und IR-Lösungen zu werden, betonte Herr Weick zum Ende seiner Ausführungen.


Allgemeine Diskussion


Im Hinblick auf den IR Manager wollte Herr Müller wissen, wie man an die Daten hinsichtlich der Beteiligungshöhe von Investoren an Unternehmen kommen will, wenn es sich nicht um Namensaktien handelt. Als Hauptlieferant von Informationen fungiert hierbei ein amerikanisches Unternehmen, teilte Herr Weick mit. Dieses Unternehmen sammelt die Daten weltweit und generiert Informationen aus den Fondsberichten. Das Unternehmen verfügt über ein großes Team, das sich um diese Informationen kümmert. Allerdings bestehen auch weitere Quellen, zumal es sich bei den Berichten immer um Vergangenheitsdaten handelt. Derzeit arbeite man noch am System und der Entscheidungsfindung, wann Daten im System überschrieben werden.

Angesichts der gestiegen Anzahl an Produkten befürchtete Herr Müller einen weiteren Personalaufbau im Vertrieb. Dagegen erklärte der Vorstandsvorsitzende, eine Aufstockung der Vertriebsmitarbeiter ist nicht erforderlich. Bisher gab es lediglich zwei Produkte, nun sind die Mitarbeiter froh, dass sie mehrere Produkte anbieten können. Angesprochen auf die Wettbewerbssituation meinte Herr Weick, die Konkurrenten kommen vorwiegend aus den USA. Dabei handelt es sich meist um relativ junge Unternehmen, die sich auf diesen Markt konzentriert haben. Die ganz großen Player sind bisher in diesem Markt nicht vertreten.

Anschließend meldete sich Frau Dr. Winter für die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger zu Wort und bedankte sich für den umfassenden Vorstandsbericht. Positiv wertete sie den erneuten Umsatzanstieg und den hohen Anteil wiederkehrender Umsätze. Zudem habe die Gesellschaft für 2020 eine Dividende in Aussicht gestellt. Dem widersprach jedoch Herr Marques. Diesmal solle der Gewinn auf neue Rechnung vorgetragen werden. EQS verfügt aber über eine langfristige Guidance und sobald operativ wieder eine überdurchschnittliche Ergebnisentwicklung ansteht, dann werde man auch wieder über eine Dividende befinden.

Befragt nach dem erwarteten Geschäft aus den neuen Produkten erklärte Herr Weick, im Bereich IR sollen die bestehenden Kunden auf die neue Plattform migriert werden. Bedingt durch die neuen Module hielt er eine Steigerung des durchschnittlichen Umsatzes um 50 Prozent für möglich. Wie Herr Sultzer ergänzte, war der Insider Manager der Trigger, um noch stärker in den Bereich Compliance zu gehen. Zunächst kamen die Kunden primär aus Deutschland, jetzt konnte das Geschäft aber schon auf über 20 Länder ausgedehnt werden. Positiv wertete er auch, dass die Kunden nun das Vertrauen gewonnen haben, ihre Daten auch in die Cloud zu geben.

Weitere Fragen von Frau Dr. Winter beschäftigten sich mit dem Thema Whistleblowing und dem Geschäft in Asien. Die EU-Kommission ging gerade erst vor drei Wochen mit einer Verordnung an die Öffentlichkeit, in der die Unternehmen verpflichtet werden sollen, Hinweisgeberkanäle einzurichten. Dies soll derzeit alle Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten betreffen, woraus der Vorstand ein riesiges Potenzial sah. Entsprechend erachtete er diesen Bereich als einen der großen Schritte für die kommenden Jahre. Die Märkte in Asien befinden sich laut Herrn Marques in einer anderen Entwicklungsphase. Insgesamt zeigte er sich zufrieden mit der Auslandsexpansion, auch wenn man sich bspw. aus Dubai zurückzog, da dort keine Fortschritte zu verzeichnen waren. Asien weist derzeit noch einen geringen Regulierungswert auf, was dazu führt, dass die Unternehmen schwerer vom Einsatz entsprechender Produkte zu überzeugen sind. Langfristig biete sich hieraus aber noch riesiges Potenzial.

Zum Ende sprach die Aktionärsvertreterin noch etwaige Probleme bei einem Brexit an. Nach Ansicht von Herrn Weick würde sich dadurch nicht viel ändern. Großbritannien sei schon immer ein Vorreiter in Sachen Regulierung gewesen. Deshalb ging er nicht davon aus, dass die Regulierung wieder zurückgedreht werde. Einen Aktionär interessierte, wo sich die Server des Unternehmens befinden. Für die alten Produkte liegen die Server in Deutschland und Österreich, aber auch in Russland und Asien. Bei den neuen Produkten gibt es jetzt dagegen die Amazon-Cloud, informierte Herr Pfleger.

Eine weitere Aktionärin hinterfragte die Auswirkungen, falls die Globalisierung nicht wie geplant voranschreitet. Wie der Vorstand entgegnete, wird dieses Thema durchaus sehr ernst genommen. Man habe in den Ländern Standorte errichtet, um auch mit lokalen Teams vor Ort zu sein. So kann die Gesellschaft in Russland bisher ohne jede Einschränkung aktiv sein. Des Weiteren bat die Aktionärin um eine Aussage, ob das Whistleblow-Programm auch von der Stadt München eingesetzt werden könnte. Das Programm ist zwar eher auf Unternehmen ausgerichtet, aber auch die Stadt oder andere Behörden könnte diese Lösung einsetzen.


Abstimmungen

Nach dem Ende der Aussprache leitete Herr Vogel zu den Abstimmungen über. Vom Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von 1.434.978 Euro waren zur Abstimmung 1.045.766 Euro entsprechend 72,88 Prozent vertreten. Die Beschlüsse wurden alle mit mindestens 98 Prozent Zustimmung im Sinne der Verwaltung gefasst. Beschlossen wurden der Gewinnvortrag auf neue Rechnung (TOP 2), die Entlastung von Vorstand (TOP 3) und Aufsichtsrat (TOP 4), die Wahl der BDO AG zum Abschlussprüfer (TOP 5) sowie die Vergütung des Aufsichtsrats (TOP 6). Gegen 16:00 Uhr konnte Herr Vogel die Hauptversammlung wieder schließen.


Fazit und eigene Meinung


Die EQS Group AG befindet sich derzeit in einer Transformationsphase. Auf der Umsatzseite wächst das Unternehmen weiterhin deutlich, die derzeitige Investitionsoffensive lastet jedoch auf dem Ergebnisausweis. Allerdings kann die Gesellschaft nach der Fertigstellung des neuen Cockpits nun mit einer Produktoffensive an den Markt gehen und die neuen Produkte bei den Kunden platzieren. Für das laufende Jahr prognostiziert der Vorstand erneut ein Umsatzwachstum von 15 bis 20 Prozent. Das EBITDA sieht er ohne neue Bilanzierungseffekte bei 1,0 bis 2,0 Mio. Euro. In den kommenden Jahren muss die Gesellschaft deutlich weniger in die Entwicklung investieren. Entsprechend wird sich die Profitabilität dadurch verbessern, daneben stehen auch Skaleneffekte auf der Agenda. Sukzessive wird EQS das Angebot noch erweitern, was zusätzliches Umsatzpotenzial eröffnet. Auch wenn sich EQS derzeit etwas ertragsschwach zeigt, sind wir angesichts der neuen Produkte für die zukünftige Ergebnisentwicklung positiv gestimmt. Entsprechend sollten die Anleger die EQS-Aktie weiter halten.


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