EQS Group AG (ISIN DE0005494165)

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HV-Bericht EQS Group AG

Steigende Anzahl an Unternehmensmeldungen und Boom bei der Nachfrage nach Online-Hauptversammlungen


Am 17. Juli 2020 fand die 20. ordentliche Hauptversammlung der EQS Group AG statt. In den vergangenen 20 Jahren entwickelte sich EQS zu einem der führenden internationalen RegTech-Unternehmen in den Bereichen Compliance und Investor Relations. Wie die meisten Unternehmen in der aktuellen Zeit hielt auch die Gesellschaft ihr jährliches Aktionärstreffen rein virtuell ab. Aber auch bereits in den Vorjahren hatte EQS ihren Aktionären ein Mitwirken an der Hauptversammlung per Onlineteilnahme ermöglicht. Für GSC Research berichtet Thorsten Renner über den Verlauf der Hauptversammlung.

Nach einem kurzen Trailer eröffnete der Aufsichtsratsvorsitzende Rony Vogel die Hauptversammlung pünktlich um 14:00 Uhr und begrüßte die Aktionäre zur virtuellen Veranstaltung. Nach dem Verlesen der üblichen Formalien übergab Herr Vogel das Wort an den Vorstandsvorsitzenden Achim Weick.


Bericht des Vorstands


Das Unternehmen wurde vor 20 Jahren mit dem Ziel gegründet, den Bereich Investor Relations zu digitalisieren, teilte Herr Weick mit. Jetzt wurde auf diesem Weg ein Meilenstein erreicht, denn die Hauptversammlung wird virtuell und interaktiv umgesetzt. Die Basis für das Schaffen innerhalb der Gesellschaft liegt in dem Satz „Radikale Transparenz wird zum wichtigsten Kapital des Unternehmens, nämlich das Vertrauen“. In den letzten 20 Jahren hat man überall festgestellt, dass nicht alle hinter diesem Satz stehen, was man gerade bei einem Unternehmen aus München sehe.

In den letzten zwei bis drei Jahren hat EQS das Spektrum noch einmal deutlich erweitert, und zwar um den Bereich Corporate Compliance. Derzeit hat die Gesellschaft 2.500 Kunden bei Software as a service, weitere 4.400 Kunden nutzen den Einreichungsservice. Mit ihren 324 Mitarbeitern auf Vollzeitbasis ist EQS an allen wichtigen Finanzstandorten vertreten, berichtete der Vorstandsvorsitzende.

Im Jahr 2000 kamen zwar viele Unternehmen an die Börse, sie hatten aber oft keine Erfahrung, wie man mit Investoren kommunizieren muss. Dies wollte EQS ändern, doch es hat nach Angabe von Herrn Weick lange gedauert, die Kunden zu überzeugen. Nun zählt die Gesellschaft zu den führenden Unternehmen im Bereich Investor Relations. Neben der Erfüllung der gesetzlichen Pflichten geht es aber auch darum, aktive Investor Relations Arbeit zu betreiben. Das Geschäftsmodell ist sehr gut skalierbar, doch leider wächst der Markt nur mit 3 Prozent, bedauerte Herr Weick. In Deutschland geht die Anzahl der börsennotierten Unternehmen sogar deutlich zurück. Notierten 2007 noch rund 800 Unternehmen im regulierten Markt, reduzierte sich deren Anzahl auf nur noch 460.

Deshalb habe man sich entschieden, mit Corporate Compliance in einen angrenzenden Markt zu gehen. Dieser Markt wächst mit jährlich 20 Prozent und bietet somit enorme Chancen. Das Produktportfolio von EQS konnte in den letzten Jahren deutlich ausgebaut werden. Ende nächsten Jahres müssen alle Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern über ein Hinweisgebersystem im Bereich Whistleblowing verfügen. Positiv hob Herr Weick hervor, dass die Gesellschaften EQS viele wichtige Daten anvertrauen, womit er wieder den Bogen zum Thema Vertrauen spannte. Aber auch im Bereich Investor Relations investierte EQS in den Ausbau des Produktportfolios. Mit der Plattform IR COCKPIT können sämtliche Workflows abgebildet werden, so der Vorstand.

Anschließend ging Herr Weick auf die wichtigsten Ereignisse des vergangenen Geschäftsjahres ein. Zunächst startete das Jahr mit einer Enttäuschung, denn der Launch der neuen Plattform musste um sechs Monate verschoben werden. Im zweiten Quartal gelang der Verkauf von Ariva mit einem ordentlichen Erlös und gutem Gewinn an Wallstreet Online. Das dritte Quartal brachte dann den Launch der neuen Plattform, bis zum Jahresende konnten bereits 200 Unternehmen für die Nutzung gewonnen werden. Dadurch erzielte die Gesellschaft im vierten Quartal einen Rekordumsatz, bei dem die Profitabilität überproportional gesteigert wurde. Laut Herrn Weick hat das Unternehmen im letzten Jahr 3,8 Mio. Euro neues wiederkehrendes Vertragsvolumen generiert. Der Höhepunkt der Investitionen für EQS Cloud lag bereits im Jahr 2018, jetzt nimmt das Investitionsvolumen von Jahr zu Jahr ab, informierte der Vorstand.

Wie Herr Weick weiter ausführte, hatte Covid-19 bisher kaum negative Einflüsse auf EQS. In Zeiten der Krise gab es kaum Börsengänge und vereinzelt kam es auch zu Verschiebungen bei Entscheidungen. Auf der anderen Seite zeigten sich aber deutlich mehr positive Effekte, wie die deutlich steigende Anzahl an Nachrichten oder der enorme Rückenwind bei den virtuellen Hauptversammlungen.

Die Gesellschaft verfolgt im laufenden Jahr zwei wichtige Zielgrößen. Das neue wiederkehrende Vertragsvolumen soll nach Angabe von Herrn Weick bei 4,5 bis 5,5 Mio. Euro liegen. Bis April hat die Gesellschaft bereits 1,76 Mio. Euro erreicht. Die Anzahl neuer Kunden soll im laufenden Jahr 320 bis 400 erreichen. In den ersten Monaten lag die Anzahl bei 90 Kunden. Hierbei war der Vorstand zuversichtlich, den leichten Rückstand im weiteren Jahresverlauf aufzuholen.

Damit bestätigte EQS auch die Prognose für das Gesamtjahr. Demnach soll der Umsatz um 10 bis 20 Prozent wachsen und das EBITDA auf 3,5 bis 4,5 Mio. Euro zulegen. Bis 2025 strebt EQS dann eine Umsatzsteigerung auf 100 Mio. Euro an. Davon veranschlagt das Management 68 Mio. Euro im Bereich Compliance und 32 Mio. Euro im Bereich Investor Relations. Damit wird EQS dem Ziel, der führende europäische Anbieter zu werden, deutlich näherkommen, betonte Herr Weick.

Zum Abschluss ging der Vorstand noch kurz auf die Tagesordnung ein. Unter TOP 2 schlägt die Verwaltung den Gewinnvortrag auf neue Rechnung vor. Bei der Aufsichtsratswahl stellen sich die bisherigen Mitglieder zur Wiederwahl. In diesem Rahmen dankte Herr Weick für die gute Zusammenarbeit. Darüber hinaus schlägt die Gesellschaft noch einen Aktiensplit im Verhältnis 1:5 vor, um die Liquidität in der Aktie zu erhöhen. Zum Abschluss betonte Herr Weick, dass EQS in den letzten Jahren hohe Investitionen getätigt hat und jetzt die daraus resultierenden Früchte ernten möchte.


Allgemeine Fragerunde


Vor dem Eintritt in die Beantwortung von Fragen erläuterte Herr Vogel noch kurz die Tätigkeiten des Aufsichtsrats. Im Gegensatz zu den meisten anderen virtuellen Hauptversammlungen konnten die Aktionäre bei EQS auch noch während der Hauptversammlung Fragen einreichen. Die erste Frage beschäftigte sich mit der Entwicklung beim Ergebnis je Aktie. Das Ergebnis je Aktie sei zwar ein wichtiger Indikator, in den letzten Jahren stand jedoch der Aufbau der Plattform im Vordergrund, erklärte Herr Weick. Die Investitionen werden jetzt aber deutlich zurückgehen, wodurch sich das Ergebnis je Aktie in den kommenden Jahren unabhängig von der operativen Entwicklung verbessern wird.

Angesprochen auf die Anzahl der virtuellen Hauptversammlung teilte der Vorstand mit, EQS wird mindestens 50 Hauptversammlungen digital begleiten in den ersten neun Monaten. Dadurch können zusätzliche Erlöse im Bereich Investor Relations generiert werden. Frau Winter von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger bat um Erläuterungen, ob aus der Verzögerung beim Launch der neuen Plattform auch Einbußen resultierten. Laut Herrn Weick kam es kurzfristig zu Einbußen, da aufgrund eines späteren Starts der Verträge die Erlöse aus den Monaten seit dem ursprünglich geplanten Start fehlten. Zudem können aber auch nicht alle Kunden gleichzeitig auf COCKPIT wechseln. Allerdings wurde dies durch andere Erlöse überkompensiert. Das Feedback zur Plattform ist bisher positiv, da die Verantwortlichen nun auch täglich damit arbeiten können. Insgesamt hat man nun bereits 459 Kunden auf das neue COCKPIT gelenkt.

Eine weitere Frage drehte sich um das Portal für die Hauptversammlung. Man habe hierbei das Rad nicht neu erfunden. Die Gesellschaft verfügt über ein Produkt, das es bereits seit Jahren gibt, berichtete Herr Marques. Für die Hauptversammlung wurde ein Gesamtpaket mit Link Market Services geschnürt, womit die Kunden ein umfassendes Angebot erhalten. EQS habe auch mit anderen Partnern Hauptversammlungen umgesetzt. Damit kam es in diesem Bereich zu deutlichen Fortschritten, nach Ansicht von Herrn Marques könnte dies der Thematik zum Durchbruch verhelfen.

Angesprochen auf die Corona-Effekte berichtete Herr Sultzer über einen deutlichen Anstieg des Nachrichtenvolumens in den Monaten März bis Mai. Auch im Hinblick auf das Thema Webcast kam es zu einem kräftigen Anstieg der Nachfrage. In Summe zeigt sich über alle Bereiche hinweg ein kräftiger Digitalisierungsschub. Denn die Unternehmen haben während der Krise festgestellt, dass noch deutlich mehr Digitalisierung notwendig ist. Im Blickpunkt stand auch das Thema Homeoffice. Laut Herrn Pfleger setzte die Gesellschaft bereits früh auf Homeoffice, zumal die Voraussetzungen bereits vorhanden waren. Selbst wenn sich alle Mitarbeiter im Homeoffice befinden, kann der Geschäftsbetrieb zu 100 Prozent aufrechterhalten werden.

Auf Nachfrage zur Prognose erklärte der Vorstand, man habe einen optimistischen Ausblick gegeben, der auch bestätigt wurde. Angesichts der aktuellen Entwicklung fühlt man sich auch in der eingeschlagenen Strategie bestätigt. Zum Verkauf von Ariva teilte Herr Marques mit, EQS hat im Jahr 2017 die Entscheidung getroffen, die Aktivitäten auf den Bereich Compliance zu erweitern. In dieser Hinsicht machte die Beteiligung an Ariva keinen Sinn mehr. Mit dem Buchgewinn von 50 Prozent aus der Transaktion zeigte sich der Vorstand sehr zufrieden.

Ferner erkundigte sich ein Anteilseigner nach Wachstumschancen durch neue Regulierungen. Mit diesem Thema beschäftigt man sich bereits seit der Gründung. Nach Angaben des Vorstands kommen aus allen Ecken immer neue Vorschriften. Nächstes Jahr kommen die neuen Whistleblowing-Richtlinien, die einen großen Markt eröffnen. Zudem erhoffte sich die Gesellschaft auch im Ausland weitere Kunden zu gewinnen.

Erläuterungsbedarf hatten die Aktionäre zur Neukundengewinnung und der Online-Hauptversammlung. Den Großteil der Neukunden gewinnt EQS im Ausland. Laut Herrn Sultzer stammen etwa zwei Drittel bis 70 Prozent der Neukunden aus dem Ausland. Besonders interessant sei dabei der Markt in Frankreich, aber auch in der Schweiz, Großbritannien und Hongkong. Für die Online-Hauptversammlung konnten rund 50 Kunden gewonnen werden. EQS bietet bereits seit Jahren Online-Hauptversammlungen an und dieses Angebot könnte in Zukunft deutlich mehr an Bedeutung gewinnen.


Abstimmungen

Nach dem Ende der Fragerunde leitete Herr Vogel zu den Abstimmungen über. Vom Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von 1.434.978 Euro waren 1.004.653 Euro entsprechend 76,98 Prozent vertreten. Die Beschlüsse wurden alle mit mindestens 88 Prozent Zustimmungsquote im Sinne der Verwaltung gefasst.

Dies waren der Gewinnvortrag auf neue Rechnung (TOP 2), die Entlastung von Vorstand (TOP 3) und Aufsichtsrat (TOP 4), die Wahl von BDO zum Abschlussprüfer (TOP 5), die Wahl der Herren Vogel, Conzatti, Wirth, Nienaber in den Aufsichtsrat (TOP 6), diverse Satzungsänderungen (TOP 7 bis 10), die Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln (TOP 11) sowie die Schaffung eines genehmigten Kapitals (TOP 12). Gegen 16:15 Uhr konnte Herr Vogel die Hauptversammlung wieder beenden.


Fazit und eigene Meinung

Die EQS Group AG verzeichnete in den vergangenen Jahren deutliche Investitionen. Dies führte vorübergehend auch zu einer Ergebnisbelastung. Mit dem Engagement im Bereich Compliance will sich das Unternehmen neue Wachstumsfelder erschließen, da das ursprüngliche Betätigungsfeld kaum Wachstumschancen bietet. Speziell in Deutschland zeigt sich bei der Anzahl der notierten Aktien in den letzten Jahren ein massiver Rückgang. Mit dem jetzigen Engagement eröffnet sich die Gesellschaft in Zukunft noch deutliche Wachstumsperspektiven. Die Gesellschaft profitiert derzeit auch von einem deutlich gestiegenen Nachrichtenvolumen. Allerdings hat sich der Kurs in den letzten Monaten auch äußerst erfreulich entwickelt. Bei Kursen von knapp 100 Euro ist schon ein großer Anteil des Zukunftspotenzials im Kurs eingepreist.


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