Varengold Bank AG (vormals: Varengold Wertpapierhandelsbank AG) (ISIN DE0005479307)

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HV-Bericht Varengold Bank AG (vormals: Varengold Wertpapierhandelsbank AG)

Aktionäre segnen Kapitalerhöhung mit Bezugsrechtsausschluss zu mindestens 20 Euro je neuer Aktie ab


Zu einer außerordentlichen Hauptversammlung hat die Varengold Bank AG ihre Anteilseigner am 15. Januar 2014 in das Haus der Wirtschaft in Hamburg eingeladen. Der Aufsichtsratsvorsitzende Rechtsanwalt Hans J. M. Manteuffel begrüßte unter anderem den Beirat der Gesellschaft Herrn Ole von Beust sowie die rund 25 Aktionäre, Gäste und Vertreter der Presse, darunter Alexander Langhorst von GSC Research, und erteilte nach Erledigung der üblichen einleitenden Hinweise und Formalien dem Vorstand das Wort.


Bericht des Vorstands


Nach Begrüßung der Teilnehmer stellte sich zunächst kurz das neue Vorstandsmitglied Frank Otten den Anteilseignern vor. Herr Otten, der seit dem 01. Oktober 2013 Mitglied im Vorstand der Varengold Bank AG ist, war zuvor lange Jahre bei der Landesbank Schleswig-Holstein und danach bei der HSH Nordbank tätig. Dort hat er in einer Reihe verschiedener Funktionen z. B. den Aufbau des Geschäfts im Baltikum und den Aufbau des Syndizierungsgeschäfts betrieben und war zuletzt bis zu seinem Ausscheiden dort als Global Head für den Bereich Financial Institutions tätig.

Der Vorstandsvorsitzende Yasin Sebastian Qureshi begrüßte die Teilnehmer ebenfalls und gab zunächst einen kurzen Überblick zum Geschäftsjahr 2013. Dieses war nach seiner Angabe geprägt von der vollständigen Neuausrichtung des Unternehmens von einer Wertpapierhandelsbank hin zu einer Vollbank. Die Vollbanklizenz und damit die Erlaubnis für das Einlagengeschäft wurde dem Unternehmen im Juni 2013 durch die Aufsichtsbehörde BaFin erteilt.

Im bisherigen Kerngeschäftsfeld Capital-Markets-Brokerage ist das anhaltend schwierige Umfeld an den internationalen Kapitalmärkten weiterhin spürbar und wirkt sich nicht nur durch einen deutlich spürbaren Vertrauensverlust der Anleger gegenüber dem klassischen Investmentbanking, sondern auch in der öffentlichen Wahrnehmung aus. Die betreuten Kunden agieren weiterhin sehr vorsichtig und zurückhaltend, so der Vorstandschef weiter. Auf diesen bereits seit Ausbruch der Finanzkrise zu beobachtenden Trend, der sich seither verfestigte, hat man im Hause Varengold mit einer Umstellung des Vertriebs reagiert. Hierbei liegt der Fokus nunmehr in der gezielten Ansprache von institutionellen Anlegern, private Anleger werden weiterhin, jedoch über zwischengeschaltete Broker oder Vermittler betreut. Den Geschäftsverlauf im Bereich Brokerage bezeichnete Herr Qureshi als zufriedenstellend.

Ein wichtiger Faktor im Geschäftsjahr 2013 waren die Aufwendungen im Zusammenhang mit der Erlangung und Erteilung der Vollbanklizenz. Hierfür waren nach Vorstandsangabe zusätzliche Investitionen für den Ausbau der Vollbank zu tätigen, als Beispiel nannte dieser die Implementierung eines Kernbankensystems zur Abwicklung der neuen Geschäftsaktivitäten. In der früheren Struktur als Wertpapierhandelsbank hat man noch auf Systeme von Drittanbietern zurückgreifen können. Seit dem 02. Januar 2014 sind die Systeme allesamt implementiert und voll funktionsfähig, so dass z. B. auch Auszahlungsverkehrsdienstleistungen usw. den Kunden angeboten werden können.

Den Vollbank-Aufwendungen standen in 2013 allerdings noch keine Vollbank-Erträge gegenüber, insoweit bekräftigte der Vorstand die anlässlich der ordentlichen Hauptversammlung abgegebene Prognose eines negativen Jahresergebnisses für das Jahr 2013 (siehe hierzu auch den Hv-Bericht von GSC Research).

Mit Blick auf die der Hauptversammlung vorgeschlagene Kapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechts erläuterte der Varengold Bank-Chef die Hintergründe der vorgeschlagenen Transaktionen. Es sollen maximal bis zu 161.183 Aktien an maximal zwei Investoren ausgegeben werden. Die Ausgabe soll zum Bezugspreis von mindestens 20,00 Euro je Aktie und damit deutlich über dem aktuellen Börsenkurs und unter Ausschluss des gesetzlichen Bezugsrechts der Aktionäre erfolgen. Durch diese Kapitalmaßnahme will der Vorstand die Varengold Bank AG strategisch weiter entwickeln und deren Zukunft nachhaltig sichern. Konkret sollen die zufließenden Mittel für die Geschäftsfelder Commercial Banking und Asset Management sowie für den Auf- und weiteren Ausbau des dortigen Produktportfolio genutzt werden.

Neben der Erschließung neuer Investorengruppen mit Fokus auf institutionellen Investoren erwartet Herr Qureshi durch den Mittelzufluss eine Stärkung und Verbesserung der Liquiditätskennzahlen und eine Risikominimierung. Die damit verbundene Anhebung der Eigenkapitalquote soll es der Varengold Bank AG ermöglichen, künftig auf einem soliden Kapitallevel agieren zu können. Zudem erwartet die Unternehmensleitung hierdurch eine weitere Stabilisierung des Unternehmens und eine Stärkung der Position am Markt und gegenüber dem Wettbewerb.

Im laufenden Geschäftsjahr soll die weitere Internationalisierung des Geschäfts vorangetrieben werden. Der Standort der Bank in Deutschland und „Banking made in Germany“ ist im internationalen Geschäft ein attraktives Modell und wird von den potenziellen und bestehenden Kunden nachgefragt. Durch die Internationalisierung verbunden mit einer Verbreiterung der Angebotspalette verspricht sich der Vorstand auch eine Verringerung der Abhängigkeit von einzelnen Geschäftsbereichen und eine verbesserte Risikostruktur der Gesamtbank.

Durch die bestehende Vollbanklizenz ist im Commercial Banking die Verbreiterung der Produktpalette für die bestehenden und neuen Kunden möglich. Zusätzliche Erträge will man durch neue Produkte wie die Verauslagung von Lombardkrediten, das kommerzielle Auslandsgeschäft, Tages- und Festgeldkonten zu attraktiven Konditionen sowie internationale Zahlungsverkehrsdienstleistungen erwirtschaften.


Allgemeine Aussprache


Als erster Redner meldete sich Dr. Andreas Sosat als Vertreter der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) zu Wort und interessierte sich dafür, warum die jetzt vorgeschlagene Kapitalmaßnahme nicht Zeit bis zur nächsten ordentlichen Hauptversammlung hat. Die gewählte Vorgehensweise begründete der Vorstandsvorsitzende mit dem Umstand, dass nur einmal im Kalenderjahr eine Kapitalerhöhung mit Ausschluss des Bezugsrechts durchgeführt werden kann. Zudem steht aktuell Geschäft vor der Tür, für dessen Annahme und Durchführung weiteres Kapital erforderlich ist, und deshalb hat man sich für die Variante der Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung entschieden.

Des Weiteren interessierte sich der Aktionärsschützer dafür, warum die Ausgabe der Aktien an maximal zwei Investoren erfolgen soll. Die Kapitalmaßnahme richtet sich nach Aussage des Vorstandsvorsitzenden an institutionelle Investoren, die im Regelfall an 5 Prozent-Paketen oder gegebenenfalls darüber hinaus reichenden Positionen interessiert sind. Man befindet sich hier auch in sehr konkreten Gesprächen mit Adressen, welche sich nicht nur am Unternehmen beteiligen möchten, sondern darüber hinaus auch zusätzliches Geschäft mitbringen.

Mit Blick auf die möglichen neuen Investoren erkundigte sich Dr. Sosat auch danach, ob es sich bei diesen um eher langfristig orientiere Investoren handelt, welche mit ihrer Beteiligung am Unternehmen einen strategischen Zweck verfolgen. Laut Herrn Qureshi ist dieses der Fall. Angesichts der sehr langfristigen Überlegungen, die von den Investoren verfolgt werden, und auch weil diese zusätzliches operatives Geschäft zur Bank mitbringen, verspricht dies eine aus Unternehmenssicht sehr interessante Konstellation. Die langfristigen strategischen Beweggründe dieser Investoren begründet auch die aufgerufene Preisvorstellung bei der vorgeschlagenen Kapitalerhöhung, der Ausgabekurs für die jungen Aktien liegt nach Vorstandsangabe schließlich um über 100 Prozent über dem aktuellen Börsenkurs.

Mit Blick auf den vorgesehenen Bezugsrechtsausschluss für die Aktionäre - einen solchen lehnt die DSW wegen dem Problem der Verwässerung im Regelfall immer ab - wollte Dr. Sosat wissen, ob die Verwaltung auch alternative Wege der Kapitalbeschaffung ohne einen solchen Ausschluss geprüft hat. Der Vorstand konnte die Bedenken des Redners hinsichtlich der Verwässerung im Grundsatz nachvollziehen und erinnerte in seiner Antwort daran, dass er selbst davon als Aktionär ebenfalls betroffen ist. Angesichts des Umstandes, dass der Ausgabekurs der jungen Aktien jedoch um 100 Prozent über dem aktuellen Börsenkurs liegt, zu dem letztlich alle interessierten bestehenden Aktionäre weiter kaufen können, sieht er hier jedoch keinen Nachteil für die bestehenden Anteilseigner. Ergänzend führte Vorstandsmitglied Fix aus, dass bei einer Bezugsrechtskapitalerhöhung wohl kaum der Ausgabepreis von 20 Euro realisierbar wäre und man sich dort im Rahmen des Durchschnittskurses an der Börse bewegen müsste, der deutlich darunter liegt.

Auf die Frage nach mittelfristig geplanten weiteren Kapitalerhöhungen antwortete Herr Qureshi, dass man über entsprechende Vorratsbeschlüsse verfügt und derartige Schritte bei weiter wachsendem Geschäft und daraus resultierendem Kapitalbedarf durchaus denkbar sind. Der Bankchef erinnerte in seiner Antwort an den für Banken limitierenden Faktor des Eigenkapitals bei weiterem Wachstum.

Als zweiter Redner meldete sich Aktionär Spahn zu Wort, der sich als Kleinaktionär vorstellte und nicht so recht nachvollziehen konnte, wieso es Investoren gibt, die die Aktien zu 20 Euro aus der Kapitalerhöhung beziehen, wenn die Papiere derzeit über die Börse deutlich billiger zu haben sind. Hierzu verwies der Vorstand auf den strategischen Charakter, der von den Investoren mit dem Einstieg bei der Varengold Bank verfolgt wird. Zudem gab der Vorstand zu bedenken, dass angesichts des durchschnittlichen Handelsvolumens der Aktie ein Erwerb dieser Stückzahlen über die Börse wohl nur schwierig möglich ist. Angesichts der sehr langfristigen Interessen der beiden in Frage kommenden Investoren und dem von diesen mitgebrachten Geschäft sind hier andere Bewertungserwägungen heranzuziehen als beim Streubesitzinvestor, so der Vorstandschef zum Abschluss seiner Ausführungen.


Abstimmungen

Nach Beendigung der allgemeinen Aussprache um 11:58 Uhr wurde die Präsenz mit 576.650 Aktien oder 35,78 Prozent des stimmberechtigten Grundkapitals festgestellt. Die unter dem einzigen Tagesordnungspunkt 1 vorgeschlagene Erhöhung des Grundkapitals gegen Bareinlagen unter Ausschluss des Bezugsrechts zum Ausgabebetrag von mindestens 20,00 Euro wurde von den Anwesenden bei 111 Gegenstimmen und 30 Enthaltungen verabschiedet. Der Versammlungsleiter konnte die Hauptversammlung bereits nach einer guten Stunde um 12:10 Uhr wieder schließen.


Fazit

Mit der zwischenzeitlich erteilten Vollbanklizenz kann die Varengold Bank im Gegensatz zu früheren Zeiten ihren Kunden in der Zukunft die komplette Palette der Bankdienstleistungen anbieten. Das Jahr 2013 und wohl auch noch 2014 dürfte von Investitionen in die Vollbank geprägt sein, die sich entsprechend auf der Ergebnisseite niederschlagen.

Die geplante Einwerbung von maximal zwei weiteren langfristigen Investoren, die brutto über 3,2 Mio. Euro in die Kasse bringen und zusätzlich auch noch für weiteres operatives Geschäft sorgen soll, erscheint aus Sicht des Verfassers sinnvoll und folgerichtig. Bei Banken ist nicht zuletzt nach den Verwerfungen der vergangenen Jahre eine solide Eigenmittelausstattung wohl einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren, um sich im Markt durchzusetzen und entsprechend wachsen zu können. Aktionäre, die an der Fortentwicklung der Bank partizipieren wollen, können aktuell die Aktien an der Börse zu Kursen unter 10 Euro und damit deutlich günstiger als die Zeichner der geplanten Kapitalmaßnahme erwerben.


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