Pfandfinanz Holding AG (ISIN DE000A0J2W51)

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HV-Bericht Pfandfinanz Holding AG

Expansion soll über Niederlassungen vorangetrieben werden


Am 3. September 2008 fand in München die diesjährige ordentliche Hauptversammlung der Pfandfinanz Holding AG statt. Rund 25 Aktionäre und Gäste, unter ihnen auch Thorsten Renner für GSC Research, hatten sich im Konferenzzentrum eingefunden, um sich über die weiteren Zukunftsaussichten der Gesellschaft zu informieren. Der Aufsichtsratsvorsitzende Harald Gründel eröffnete die Hauptversammlung und übergab nach dem Verlesen der üblichen Formalien das Wort an den Alleinvorstand Marco Thurow.


Bericht des Vorstands

Nach Aussage von Herrn Thurow war das erste volle Geschäftsjahr der Pfandfinanz Holding AG geprägt durch den Auf- und Ausbau des operativen Geschäftsbetriebs und die Positionierung des Unternehmens. Ab Januar 2007 wurden im Kerngeschäft Kfz-Pfandleihverträge mit steigendem Volumen abgeschlossen. Im März erfolgte dann die Übernahme der Car2Cash AG für 220 TEUR. Darüber hinaus wurden im vergangenen Jahr zwei Kapitalerhöhungen durchgeführt, berichtete Herr Thurow. Die erste Kapitalerhöhung über 100 TEUR erfolgte zu 1,75 Euro, während die zweite Kapitalerhöhung nominal 400 TEUR umfasste, so dass sich das Grundkapital nun auf 1,5 Mio. Euro beläuft.

Wie Herr Thurow weiter ausführte, wird das gesamte operative Geschäft noch durch den Vorstand abgewickelt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielte die Gesellschaft Erlöse aus der Ausreichung von Pfandkrediten in Höhe von 138 TEUR und 20 TEUR aus vereinnahmten Standgebühren. An die Tochtergesellschaft Car2Cash wurden 642 TEUR als Darlehen ausgereicht, trotzdem lagen die liquiden Mittel zum Jahresende noch bei 467 TEUR. Da die Kunden zum Großteil in Richtung Car2Cash geleitet wurden, konnte die Umsatzplanung bei der Pfandfinanz Holding AG nicht ganz erreicht werden. Bei Umsatzerlösen von 158 TEUR musste ein Jahresfehlbetrag von 182 TEUR ausgewiesen werden.

Laut Herrn Thurow erzielte Car2Cash einen Überschuss von gut 81 TEUR. Konsolidiert lag der Umsatz insgesamt bei 467 TEUR, und die sonstigen betrieblichen Erträge beliefen sich auf 45 TEUR. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen bezifferte der Vorstand auf 371 TEUR, diese beinhalteten vor allem die Kosten für den Erwerb von Car2Cash, die Kosten der Kapitalerhöhungen, Rechts- und Beratungskosten und die rechtliche Überprüfung des Geschäftsmodells. Unter dem Strich wurde ein Jahresfehlbetrag von knapp 101 TEUR ausgewiesen.

Nach den weiteren Worten von Herrn Thurow begünstigt die wirtschaftliche Situation die Nachfrage nach den Dienstleistungen der Gesellschaft. So rechnete er in diesem Jahr mit einer positiven Entwicklung. Das erste Halbjahr 2008 brachte konsolidiert bei einem Umsatz von 300 TEUR einen Überschuss von 64.300 Euro.

Der Vorstand der Tochtergesellschaft Car2Cash Till von Geldern lieferte dann einige Informationen zum Geschäft dieses Unternehmens. Demnach kauft die Gesellschaft Fahrzeuge und Assets mit zeitlich befristetem Rücktrittsrecht. Die Fahrzeuge werden dabei wieder an den Alteigentümer vermietet. Hierbei hat sich das Unternehmen als kundenfreundlicher Dienstleister positioniert. Immerhin wird den Kunden innerhalb von 20 Minuten die Liquidität und Weiternutzung des Fahrzeugs verschafft.

Durch die Übernahme von Car2Cash können nun Synergien realisiert werden, meinte Herr von Geldern. Zudem entsteht durch den Erwerb ein bislang einzigartiges Geschäftsmodell. Während es für die Pfandleihe spezielle Regelungen gibt, bietet Car2Cash den Kauf mit Rücktritt an. Diese Form des Vertrags ermöglicht die Weiternutzung der Assets bei frei verhandelbaren Konditionen. In einem möglichen Verwertungsfall fällt der Mehrerlös zumindest zum Teil an die Gesellschaft, erklärte Herr von Geldern. Einen weiteren Vorteil stellt der mögliche Umsatzsteuerausweis dar.

Den Gesamtmarkt für Pfandleihe bezifferte der Vorstand auf 500 Mio. Euro, beim Markt für Kauf mit Rücktritt sah er allerdings noch ein deutlich größeres Potenzial. Mit der schnellen und diskreten Abwicklung hat sich die Gesellschaft ein positives Dienstleistungsimage erworben. Zudem erfolgt bei diesem Vorgang kein Schufa-Eintrag. Risiken könnten allerdings aus einem zunehmenden Wettbewerb, Unterschlagung oder Fehlbewertung der Fahrzeuge oder anderer Vermögenswerte resultieren.

Im letzten Jahr ist die Pfandfinanz Holding AG vom Pfandleihverband abgemahnt worden, jedoch hat die Gesellschaft nun auch das zweite Verfahren vor dem OLG München gewonnen. Der Verband hat jedoch Nichtzulassungsbeschwerde beim BGH eingelegt, allerdings dürfte diese Beschwerde keine großen Erfolgsaussichten besitzen, meinte Herr von Geldern. Wie der Vorstand weiter ausführte, nimmt die Gesellschaft nur rasch verwertbare Wirtschaftsgüter mit einem bestimmbaren Marktpreis an. Bei höherwertigen Fahrzeugen wurde zur Sicherheit ein 4-Augen-Prinzip eingeführt. Herr von Geldern erwartet ein sehr großes Markt-, Kunden- und Wachstumspotenzial. Neben der Chance zur regionalen Expansion sah er gute Chancen, Marktführer zu werden.

Für die Zukunft strebt die Gesellschaft eine rasche und breite Besetzung des Markts an. Wichtig ist dabei nach Aussage des Vorstands die richtige Positionierung der Marke Pfandfinanz Holding AG. Die weitere Expansion wird über ein Niederlassungskonzept geplant, wobei im Juni 2008 bereits die erste Niederlassung in Düsseldorf eröffnet wurde. Trotz dieser Niederlassung liegt die Entscheidungskompetenz aber weiterhin in München, berichtete Herr von Geldern. Nachdem die erste Niederlassung positiv angelaufen ist, sollen nun weitere Standorte besetzt werden.


Allgemeine Diskussion

Graf zu Solms-Laubach vertrat auch einen größeren Investor und zeigte sich von der Gesellschaft sehr beeindruckt. Da diese aber noch sehr klein ist, sah er die Gefahr, dass das Unternehmen vom Wettbewerb überrannt werden könnte. Aus diesem Grund bat er um Angabe der Finanz- und Investitionsplanung für die kommenden Jahre. Laut Herrn Thurow wurde die Ertrags- und Kostenplanung für die Jahre 2008 bis 2012 von ihm und Herrn Geldern entworfen, diese Plandaten seien jedoch nicht Gegenstand der heutigen Hauptversammlung.

Nach Ansicht des Aktionärs dürfte das jetzige Kapital nicht ausreichen, um die weitere Expansion zu finanzieren, weshalb er sich nach dem weiteren Vorgehen erkundigte. Laut Herrn Thurow wird derzeit mit Banken und Investoren über weiteres Kapital verhandelt. Aktionär Graf zu Solms-Laubach sah das große Zukunftspotenzial noch nicht im Aktienkurs berücksichtigt. Nach Meinung von Herrn Thurow sollten zukünftige Erfolgsmeldungen der Aktie zu einem positiven Kursverlauf verhelfen.

Da die Gesellschaft für die Beantwortung der wenigen Fragen eine längere Unterbrechung eingelegt hatte, war in der Zwischenzeit auch Herr Zapf eingetroffen. Nach dessen Meinung ist die Gesellschaft nach dem markanten Auftreten auf der letzten Hauptversammlung jetzt wieder auf dem Boden angekommen. Nachdem die Gesellschaft nun gar keine Planzahlen nennen wollte, erkundigte sich Herr Zapf noch einmal nach den Aussagen auf der vergangenen Hauptversammlung. Dies sei bereits Gegenstand der letzten Hauptversammlung gewesen und könne hier nicht beantwortet werden. Allerdings hatte man den Angaben zufolge für 2007 einen leichten Verlust von 53 TEUR und für 2008 einen Überschuss von rund 400 TEUR geplant.

Des Weiteren bat Herr Zapf um einen Plan-Ist-Vergleich für die beiden ersten Quartale 2008, jedoch erklärte der Vorstand auch hier, ein solcher Vergleich sei nicht Gegenstand der Hauptversammlung, und außerdem seien die Halbjahreszahlen auch schon bekannt gegeben worden. Auf die Frage nach dem Kaufpreis für Car2Cash und dessen Ermittlung erklärte Herr Thurow, dieser sei anhand von Planrechnungen ermittelt worden und habe sich dann auf 220 TEUR belaufen.

Nähere Informationen verlangte Herr Zapf zu den Daten hinsichtlich der Aufstellung des Jahresabschlusses und der Prüfung. Angesichts widersprüchlicher Angaben werde er entweder vom Vorstand oder vom Aufsichtsrat „verarscht“, mutmaßte Herr Zapf. Wie Herr Thurow daraufhin berichtete, wurde die Bilanz am 28. Februar 2008 aufgestellt und dann direkt an den Wirtschaftsprüfer weitergegeben. Der Abschluss wurde dann am 3. April 2008 vom Prüfer wieder zurückgegeben und dem Aufsichtsrat ausgehändigt.

Die schlechte Bezahlung des Aufsichtsrats könne allerdings auch mit der Qualität in Einklang gebracht werden, meinte Herr Zapf. Ihn interessierte dann, ob die Ausleihungen an die Tochtergesellschaft überhaupt noch werthaltig sind. Nach Aussage des Vorstands sind die Ausleihungen auf den Erwerb von Fahrzeugen bezogen und anhand von Bewertungslisten durch den Wirtschaftsprüfer geprüft. Angesprochen wurden von Herrn Zapf auch die EBIT-Ziele, die noch zu einer Erhöhung des Car2Cash-Kaufpreises um 50 TEUR führen könnten. Bei einem EBIT von 100 TEUR in 2007 und von 200 TEUR in 2008 kommt es zu der genannten Erhöhung, teilte Herr Thurow mit. Auf die Frage von Herrn Zapf, von wem die Car2Cash AG gekauft wurde, erklärte der Vorstand, man habe die Gesellschaft vom Aufsichtsratsvorsitzenden Gründel gekauft.

Nach Ansicht von Herrn Zapf ist die Einladung zur Hauptversammlung nicht form- und fristgerecht erfolgt. Zudem erklärte er schon Widerspruch zu den Tagesordnungspunkten 2,3 und 5 zu Protokoll. Bei TOP 4, der Wahl des Abschlussprüfers, begrüßte er ausdrücklich die Wiederwahl, da der Abschlussprüfer so noch einmal die Möglichkeit habe, einen Abschluss zu prüfen und daraus zu lernen. Den vorgeschlagenen Aktienoptionsplan hielt Herr Zapf für „unerhört, frech und dreist“. Erst habe der Vorstand dafür gesorgt, dass das Grundkapital nicht mehr vorhanden ist, und dann greife er auch noch in die Taschen.

Herr Zitzmann verlangte die Angabe der in 2007 und bisher in 2008 abgeschlossenen Verträge. Im vergangenen Jahr wurden laut Herrn Thurow insgesamt 72 Pfandverträge abgeschlossen und im laufenden Jahr bereits 45. Car2Cash hatte im vergangenen Jahr 65 und in diesem Jahr bisher 57 Kaufverträge mit Rücktritt abgeschlossen.

Größere Diskussionen entspannen sich auch um den Lagebericht, und hierbei wollte Herr Zapf wissen, wie viele verschiedene Lageberichte erstellt wurden. Laut Herrn Thurow gibt es nur einen Lagebericht, und dieser liege auch in der Hauptversammlung aus. Dies konnte nach Ansicht von Herrn Zapf nicht sein, denn der Aufsichtsrat habe schon vor einigen Monaten einen Lagebericht vorliegen gehabt, als er den Abschluss im April 2008 festgestellt hat. Der ausliegende Lagebericht sei jedoch erst im Juli 2008 erstellt worden.

(Anm. des Verfassers: Der Aufsichtsratsvorsitzende schrieb dann dem Vorstand die zu gebende Antwort auf.) Demnach gibt es nur einen Lagebericht. Der heute vorliegende Lagebericht ist der gleiche, der auch schon im Zusammenhang mit der Erstellung des Jahresabschlusses verfasst worden war. Der Aufsichtsratsvorsitzende erklärte ergänzend, der Lagebericht habe im April 2008 bereits vorgelegen, der ausliegende Lagebericht sei jetzt nur mit dem Datum 2. Juli 2008 versehen, weil er noch ein zweites Mal unterschrieben wurde. Den ersten unterschriebenen Lagebericht hatte die Gesellschaft jedoch nicht dabei, was ins Protokoll aufgenommen wurde.


Abstimmungen

Vom Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von 1,5 Mio. Euro waren 1.076.616 Euro entsprechend 71,77 Prozent vertreten. Die Beschlüsse wurden alle bei wenigen Gegenstimmen im Sinne der Verwaltung gefasst. Im Einzelnen abgestimmt wurde über die Entlastung von Vorstand (TOP 2) und Aufsichtsrat (TOP 3), die Wahl der AVENTAS GmbH zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2008 (TOP 4) und die Schaffung eines bedingten Kapitals zur Ausgabe von Aktienoptionen (TOP 5).


Fazit und eigene Meinung

Die Pfandfinanz Holding AG hat die gesteckten Ziele für das vergangene Jahr nicht erreicht und wird auch für 2008 die ursprünglichen Ziele sicherlich verfehlen. Auch sonst muteten Organisation und Unterlagen nicht sehr professionell an. Schon für einfachste Fragen musste längere Zeit unterbrochen werden, und in den ausgelegten Unterlagen stimmte so gut wie kein einziges Datum. Sollte man die Geschäftsabschlüsse ähnlich sorglos angehen, dann könnten sich noch einige böse Überraschungen ergeben.

Immerhin läuft das Geschäft in 2008 bisher deutlich besser als im Vorjahr, und zum Halbjahr konnte ein Überschuss von gut 64 TEUR ausgewiesen werden. Angesichts der verfügbaren Mittel erscheint eine schnelle Expansion schwierig, hier steht das Unternehmen aber in Verhandlungen mit Banken und Investoren, um zusätzliche Mittel zu generieren. Sollte sich das Geschäft der Tochtergesellschaft Car2Cash AG tatsächlich gut entwickeln, besteht natürlich die Gefahr, dass finanzkräftige Konkurrenten den Markt aufrollen.


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