niiio finance group AG (ISIN DE000A2G8332)

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HV-Bericht niiio finance group AG

Aufstellung wurde mit Einbringung der DSER GmbH deutlich verbessert


Die niiio finance group AG hatte für den 27. Juni 2019 zur Hauptversammlung in den Saalbau Gallus nach Frankfurt eingeladen. Nachdem sich die Aktionäre in den Vorjahren in Görlitz getroffen hatten, fand das Treffen damit diesmal mehr in der Mitte von Deutschland statt. Dennoch hielt sich der Andrang mit etwa 20 Aktionären und Gästen, darunter Matthias Wahler für GSC Research, in Grenzen.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Steffen Seeger eröffnete die Versammlung pünktlich um 10 Uhr und teilte mit, dass die Mitglieder der Verwaltung mit Ausnahme eines Aufsichtsratsmitglieds komplett zugegen ist. Der inzwischen dreiköpfige Vorstand hatte mit den Herren Axel Apfelbacher, Johann Horch und Kristijan Grgurevic vollständig am Tisch der Verwaltung Platz genommen.

Nach Abhandlung der Formalien erläuterte Herr Seeger die wesentlichen Themen aus Sicht des Aufsichtsrats. Schwerpunkte waren in den Sitzungen unter anderem die Barkapitalerhöhung des vergangenen Jahres und die Einbringung der Deutsche Software Engineering & Research GmbH (DSER) im Wege der Sacheinlage gewesen, die er als großen Entwicklungsschritt wertet. Dieses Vorhaben wurde allerdings erst zu Beginn des laufenden Geschäftsjahres finalisiert.

Im Anschluss übergab Herr Seeger das Wort an den Vorstand.


Bericht des Vorstands


Herr Apfelbacher begann mit dem Jahresabschluss 2018 der niiio finance group AG. Die Veränderungen in der Bilanz resultieren nach seiner Aussage praktisch ausschließlich aus der Barkapitalerhöhung im Mai 2018, durch die der Gesellschaft ein Bruttoemissionserlös von 4,2 Mio. Euro zugeflossen ist, sowie den vorbereitenden Tätigkeiten für die Sachkapitalerhöhung, die im März des laufenden Jahres umgesetzt wurde.

Die liquiden Mittel erhöhten sich durch die Zuflüsse aus der Barkapitalerhöhung deutlich auf 3,2 (Vorjahr: 0,3) Mio. Euro. Die Reduktion der Anteile an verbundenen Unternehmen auf 5,6 (5,7) Mio. Euro resultiert aus der Transaktionsstruktur bei der Übernahme des operativen Geschäfts der DSER. Wie Herr Apfelbacher darlegte, wurde in einem ersten Schritt noch im Jahr 2018 eine Vorratsgesellschaft an die DSER verkauft, um diese dann 2019 inklusive des operativen Geschäfts im Rahmen einer Sachkapitalerhöhung erwerben zu können.

Das Grundkapital erhöhte sich durch die Barkapitalerhöhung auf 15,3 (11,1) Mio. Euro. Bei einer auf 9,2 (6,1) Mio. Euro ausgeweiteten Bilanzsumme stieg das Eigenkapital auf 8,6 (5,5) Mio. Euro. Die sonstigen Rückstellungen von 287 (356) TEUR betreffen noch das frühere Geschäft, neu gebildet wurden keine. Die Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung von 139 (96) TEUR resultieren aus der Geschäftstätigkeit der AG. Aktuell, also nach Umsetzung der Sachkapitalerhöhung, beläuft sich das Grundkapital auf 22,8 Mio. Euro.

Der Umsatz der AG in Höhe von 451 (3) TEUR resultiert Herrn Apfelbacher zufolge vor allem aus dem Erwerb und der Weiterveräußerung von Ressourcen innerhalb des Konzerns. Der Personalaufwand erhöhte sich mit der Erweiterung des Vorstands auf drei Personen auf 478 (198) TEUR. Sonstige betriebliche Aufwendungen fielen in Höhe von 1,00 (0,73) Mio. Euro an. Insgesamt wurden erhebliche Ressourcen investiert, um die vor einem Jahr vorgestellten strategischen Projekte anzuschieben.

Per Saldo schloss die AG mit einem Jahresergebnis von minus 1,1 (minus 0,8) Mio. Euro negativ ab. Der Verlust war in Anbetracht der hohen Investitionen aber zu erwarten gewesen. Der Bilanzverlust erhöhte sich auf 10,0 (8,9) Mio. Euro. Zum Teil enthält dieser hohe Wert allerdings auch Altlasten aus Zeiten der Altgesellschaft, die mit in das neue Unternehmen übernommen wurden. Man arbeite mit Hochdruck daran, positive Ergebnisse und eine Verbesserung der Bilanzstruktur zu erreichen.

In diesem Zusammenhang äußerte Herr Apfelbacher Verständnis für die regelmäßige Kritik von Investorenseite, dass bisher nur die Zahlen der AG veröffentlicht werden, die nicht sonderlich aussagekräftig sind. Er kündigte an, dass beginnend mit dem Halbjahresabschluss 2019 konsolidierte Zahlen präsentiert werden, nachdem sich unter dem Dach der Holding nun mit der niiio GmbH und der DSER zwei operative Gesellschaften befinden, die Umsatz und Erträge produzieren.

An dieser Stelle übernahm Vorstandsmitglied Johann Horch. Er erinnerte an seine Aussage auf der letztjährigen Hauptversammlung, als er als Ziel ausgegeben hatte, mit den innovativen digitalen Lösungen der niiio finance group tiefer in den Bankenmarkt einsteigen zu wollen. Das Timing sieht er als perfekt an. Die Modernisierungs- und Digitalisierungswelle hat auch die Bankenwelt erreicht, es kommt derzeit zu massiven Veränderungen.

Inzwischen ist es gelungen, das Netzwerk zu verbreitern. Es konnten verschiedene renommierte Partner gewonnen werden, mit denen zusammen den Kunden digitale Angebote entlang der gesamten Wertschöpfungskette angeboten werden. Konkret geht es, wie er bereits vor einem Jahr vorgestellt hatte, um ein Portfoliomanagementsystem und eine Lösung im Bereich Robo Advisory, also Kernbausteine für das digitale Vermögensmanagement.

Die DSER deckt das Geschäft rund um das Thema Portfoliomanagement ab. Mit festen Projekten und wiederkehrenden Lizenzzahlungen bewertet Herr Horch dies als Brot-und-Butter-Geschäft. In der niiio GmbH geht es um die Digitalisierung der Vermögensverwaltung. Niiio partizipiert hier vor allem an dem Volumen, das über die Robos verwaltet wird. Wie schnell die Entwicklung hier voranschreitet, lässt sich noch nicht abschätzen. Mittel- und längerfristig erwartet der Vorstand aber eine rasante Entwicklung. Von den jetzt getätigten Investitionen werde man in einigen Jahren signifikant profitieren.

Vertriebsvorstand Kristijan Grgurevic berichtete im Anschluss von vielen Gesprächen mit Partnern, Wettbewerbern und Kunden. Alle spüren den Druck, dass die Vermögensverwaltung effizienter und günstiger werden muss, und alle sehen den Vorteil einer optimierten technologischen Plattform. Nach der erfolgreichen Einbringung der DSER kann die niiio finance group in diesem Bereich nun massiv angreifen und den Markt mitgestalten. Viele Unternehmen setzen auf die Digitalisierung, wissen aber noch nicht genau, wie sie vorgehen sollen. Man werde deshalb eher als Partner gesehen. 

Das Thema Robo Advisory wird hingegen kontrovers diskutiert. Derzeit findet sich am Markt bereits eine dreistellige Zahl dieser Systeme. Es stellt sich allerdings die Frage, wie viele dauerhaft bleiben und welche wieder verschwinden. Grundsätzlich verstehen viele Unternehmen, dass es neues Potenzial eröffnet und die Attraktivität insgesamt erhöht, wenn mit diesen Lösungen die richtigen Zielkunden angesprochen werden. Der Bedarf ist sehr groß und die niiio finance group will den Markt mitgestalten. Der Markt wird sich allerdings noch massiv verändern.

Abschließend übernahm noch einmal Herr Apfelbacher und berichtete von einigen strategischen Projekten, die zusätzlich zu den bereits bestehenden Softwarelösungen zu den Themen Portfoliomanagementsysteme und Robo Advisory auf der Agenda stehen. Er stellte aber sogleich klar, dass diese Entwicklungen im laufenden Jahr noch keinen Einfluss auf den Jahresabschluss haben werden.

Ein Projekt basiert auf der Erkenntnis, dass den Banken Softwareprodukte von vielen Seiten angeboten werden, die sie aber erst einmal integrieren müssen. Die Grundidee ist es, komplementäre Softwareanbieter, die ohnehin benötigt werden, von vorneherein an das Portfoliomanagementsystem anzubinden. Den Kunden soll die Möglichkeit geboten werden, diese Angebote online zu buchen und so ohne Integrationsaufwand Zugriff auf alle Funktionen zu erhalten.

Die Partner für dieses Projekt wären Software-as-a-Service-Anbieter. Es dauert allerdings, diese Unternehmen entsprechend anzubinden. Das Potenzial ist indes gewaltig. Die niiio finance group würde dann nicht mehr nur ein Portfoliomanagementsystem, sondern einen Marktplatz anbieten, auf dem Banken und Vermögensverwalter die benötigten Softwarekomponenten finden und buchen können. Dies würde eine enorme Verbreiterung der Marktpositionierung bedeuten.

Zudem hatte der Vorstand bereits vor einem Jahr von den Plänen im Bereich Blockchain-Technologie berichtet. Dieses Projekt ist Herrn Apfelbacher zufolge aber noch längerfristiger angelegt. Die Idee ist es nicht etwa, eine eigene Digitalwährung zu kreieren. Vielmehr soll auf Basis bereits bestehender Technologien eine neue Verwahr- und Verwaltungsinfrastruktur unterhalb des Portfoliomanagementsystems entwickelt werden. Dies würde die Transaktionskosten dramatisch reduzieren.

Ein solches Projekt ist allerdings nicht allein zu realisieren. Die niiio finance group will lediglich als Technologieanbieter auftreten und im Übrigen Partner einbinden. Die Entwicklung der Technologie sieht Herr Apfelbacher auch eher als das kleinere Problem. Die echte Herausforderung wäre es, eine solche Lösung im Markt zu positionieren. Im Erfolgsfall würde sich aber ganz enormes Potenzial eröffnen.

Theoretisch könnte mit einem Blockchain-basierten System nicht nur Aktien und Derivate, sondern auch eine digitale Währung verwaltet werden. Und dieses Thema wird inzwischen sogar von der Politik und von Zentralbanken diskutiert. Dies ist aber, wie Herr Apfelbacher nochmals klarstellte, nichts, was für die heutige Positionierung der niiio finance group relevant wäre. Das Potenzial wäre zwar riesig, die Wahrscheinlichkeit einer Realisierung ist aber gering. Relevant sind Stand heute nur die bereits existierenden Lösungen, die der Kollege vorgestellt hat.


Allgemeine Aussprache


Im Rahmen der Generaldebatte meldeten sich insgesamt zwei Redner zu Wort. Der erste Redner ist in größerem Umfang in der niiio-Aktie investiert und sieht interessante Perspektiven für das Unternehmen. Umso mehr missfällt ihm, dass die Aktie an der Börse ein Mauerblümchendasein fristet. Seiner Meinung nach wäre es die Aufgabe der Gesellschaft, aktiver auf Investoren zuzugehen, zumal der Vorstand selbst immer wieder von einer Unterbewertung spricht.

Der Aktienkurs ist nach Auffassung des Redners ja auch eine Art Aushängeschild, auf das potenzielle Geschäftspartner schauen. Das angebliche Zukunftspotenzial wird in dem Kurs, der nun sogar deutlich unter 1 Euro abgerutscht ist, auf jeden Fall nicht ersichtlich. Dabei ist die niiio AG doch in überaus spannenden Bereichen unterwegs.

Herr Horch versicherte, dass auch er mit der Entwicklung der Aktie nicht zufrieden ist. Wie er darlegte, hat sich der Vorstand nach der Einbringung der DSER erst einmal mit dem Ausrollen der Projekte beschäftigt. Und die Ressourcen sind bei einem kleinen Unternehmen wie niiio nun einmal begrenzt. Künftig soll die Kommunikation mit dem Kapitalmarkt mehr in den Fokus rücken.

Hinderlich beim Vertrieb ist der niedrige Aktienkurs nach Einschätzung von Herrn Horch allerdings nicht. Bei der DSER gestalteten sich die Gespräche mit den Banken vor der Einbringung schwieriger. Die Vertreter der Kreditinstitute bewerten eine Börsennotiz zunächst einmal unabhängig vom Aktienkurs positiv. Natürlich wäre es aber besser, wenn der Kurs sich nach oben bewegen würde.

Irritiert zeigte sich der Fragesteller von den sehr überschaubaren Aktienkäufen von Herrn Horch, die die Gesellschaft in den Tagen vor der Hauptversammlung gemeldet hat. Seiner Auffassung nach müsste der Vorstand schon größere Positionen kaufen, um am Markt Vertrauen zu schaffen. Wie Herr Horch darlegte, wollte er nach der Freigabe von rechtlicher Seite erst einmal langsam in dieses Thema einsteigen. Es ist durchaus denkbar, dass er künftig größere Volumina kaufe, wenn der Markt dies hergibt.

Eine gewisse Sorge beschlich den Redner beim Blick auf den Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers. Natürlich hat sich die Situation mit der Einbringung der DSER im laufenden Jahr deutlich verändert. Eine Formulierung wie „Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit“ hielt er dennoch für wenig Vertrauens-erweckend. Allerdings könnte dies auch darin begründet liegen, dass der Abschlussprüfer nur die Holding bewertet und nicht die Gruppe.

In seiner Antwort verwies Herr Apfelbacher zunächst auf die Regeländerung des Jahres 2018. Allein aus der Länge des Bestätigungsvermerks kann nicht abgeleitet werden, dass die Situation kritischer geworden ist. Der Verweis auf die unsichere Lage ist im Übrigen nicht neu, ein solcher war bereits im Wertpapierprospekt zu finden gewesen. Als Holding erwirtschaftet die niiio AG nun einmal keine eigenen Umsätze. Nach der erfolgreichen Einbringung der DSER erwartet sich der Vorstand im kommenden Jahr einen anderen Kommentar. Das Geschäftsvolumen hat sich deutlich erhöht.

Dass beginnend mit dem ersten Halbjahr 2019 ein Konzernabschluss veröffentlicht werden soll, bewertete der Aktionär sehr positiv. Die Zahlen haben dann deutlich mehr Aussagekraft. Wichtig wäre ihm zusätzlich eine Prognose für das Gesamtunternehmen. Mit den bislang vorliegenden Zahlen fällt es Aktionären und Analysten sehr schwer, sich ein realistisches Bild von der Situation der Gesellschaft zu machen.

Herr Apfelbacher konnte diese Kritik gut verstehen. Ähnliches hört er immer wieder von Investorenseite. Bisher war eine Prognose schwierig, weil das Geschäft stark von der Entwicklung der Assets under Management bei den Kunden abhängig war, worauf man keinen Einfluss habe. Mit der Einbringung der DSER ist nun eine bessere Planbarkeit gegeben. Eine Prognose will der Vorstand aber erst abgeben, wenn auch eine stabile Lage im Robo Advisory zu erkennen ist, sonst müsste die Planung womöglich gleich wieder korrigiert werden. Zweifellos ist eine Verbesserung der Kommunikation unabdingbar, um die Aktie attraktiver zu machen.

Ferner thematisierte der Anteilseigner die Barkapitalerhöhung des vergangenen Jahres, mit der ursprünglich ein Emissionserlös von 8,5 Mio. Euro hätte erzielt werden sollen. Tatsächlich wurde jedoch nur die Hälfte erreicht, obwohl durchaus einige namhafte Investoren gewonnen werden konnten. Offenbar reichen die erlösten 4,2 Mio. Euro gut für die geplanten Investitionen aus. Dennoch interessierte den Aktionär, woraus diese große Abweichung resultiert.

In die gleiche Richtung ging eine Frage des zweiten Debattenredners. Er sah die Gefahr, dass nicht genug Geld für die geplanten Investitionen vorhanden sein könnte und niiio gegen die Wettbewerber ins Hintertreffen gerät. Von den Produkten zeigte er sich ebenfalls überzeugt. Dies allein reicht aber nicht aus, die Lösungen müssen ständig weiterentwickelt und vor allem vertrieben werden. Jetzt werden in der Branche die Claims abgesteckt und ohne eine ausreichende Kapitalbasis dürfte es schwerfallen, die Marktposition zu sichern.

Wie Herr Apfelbacher erläuterte, habe man bei der Ansprache von Investoren im Vorfeld der Kapitalerhöhung immer kommuniziert, dass die Einbringung der DSER noch vor der Kapitalerhöhung stattfinden soll. Wegen der Komplexität des Projekts kam es dann jedoch zu Verzögerungen und viele Investoren wollten abwarten, bis die Transaktion durchgeführt ist. Es konnten deshalb nicht alle Interessenten mitgenommen werden.

Mit dem Umfang der Kapitalerhöhung ist der Vorstand dennoch zufrieden. Als großen Vorteil sieht er, dass es bei niiio schon laufendes Geschäft gibt, aus dem Geld zufließt. Natürlich wäre es besser gewesen, wenn die vollen 8,5 Mio. Euro hätten eingesammelt werden können. Nach der Sacheinbringung wäre es künftig aber sicherlich leichter, noch eine Kapitalerhöhung durchzuführen, falls dies erforderlich wäre.

Ein weiteres Thema des ersten Redners war der Wertansatz der niiio GmbH in der Bilanz der niiio AG. Die operative Tochter ist dort unverändert mit einem Betrag von 5,6 Mio. Euro zu finden, obwohl die Planungen für diese Tochtergesellschaft ausweislich den Angaben im Geschäftsbericht gegenüber dem Wertpapierprospekt massiv zurückgenommen wurden. Für 2020 wird nur noch ein Jahresüberschuss von 397 TEUR erwartet statt zuvor 1,74 Mio. Euro. 2021 sollen es 522 TEUR sein statt der 1,577 Mio. Euro aus der vorherigen Planung.

Wie Herr Apfelbacher darlegte, wird die Planung ständig aktualisiert. In den Jahren 2017 und 2018 war die Prognose riskanter formuliert, dafür wurde in der Bewertung ein höherer Diskontierungssatz angesetzt. Da es inzwischen im Robo-Geschäft erste Implementierungen gab, wurden die Abzinsungsparameter verändert. Und geprüft wird ja nur, dass die Beteiligung mindestens so viel wert ist wie in der Bilanz angegeben. Wäre dies nicht der Fall, hätte man eine Abschreibung vornehmen müssen.

Auf Nachfrage des ersten Redners ergänzte der Vorstand später, dass in der ursprünglichen Prognose zudem die Blockchain-Initiative stärker enthalten war. 2018 stellte sich jedoch heraus, dass Umsätze aus diesem Geschäft nicht so schnell zu realisieren sein werden wie gedacht. Verschiedene Partner, die vor einem Jahr noch Feuer und Flamme waren, halten sich plötzlich zurück. Das Thema wurde deshalb komplett aus der Prognose herausgenommen. Mit den aktuellen Zahlen ist die Prognose nun sehr konservativ.

Eine weitere Frage vom zweiten Redner zielte auf die Assets under Management, die mit der Software der DSER GmbH verwaltet werden. Herr Horch nannte hier einen Betrag von etwa 40 Mrd. Euro, der über die niiio-Strukturen läuft. An diesem enorm hohen Wert sieht er das große Vertrauen der Banken aufgezeigt. Für niiio müsste dies langfristig auch einen großen Hebel im Vertrieb eröffnen. Je mehr Kunden aus der alten Welt in die neue Welt überführt werden, desto leichter müssten sie für weitere neue Produkte zu begeistern sein.


Abstimmungen

Vor Eintritt in die Abstimmungen verkündete Herr Seeger die Präsenz. Vom gesamten Grundkapital, nach Durchführung der Sachkapitalerhöhung zur Einbringung der DSER in Höhe von 22.829.657 Euro und eingeteilt in ebenso viele Aktien, waren 16.891.586 Aktien vertreten. Dies entsprach einer Quote von 73,99 Prozent.

Alle Beschlüsse, im Einzelnen waren dies die Entlastung von Vorstand (TOP 2) und Aufsichtsrat (TOP 3), die Bestellung von Prof. Dr. Rainer Jurowsky zum Abschlussprüfer (TOP 4) sowie die Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals (TOP 5), wurden mit Zustimmungsquoten weit über 99 Prozent gefasst.

Um 13:42 Uhr schloss der Vorsitzende die Versammlung.


Fazit

Mit der Einbringung der Deutsche Software Engineering & Research GmbH (DSER) zu Beginn des laufenden Jahres ist der niiio finance group AG ein großer Schritt nach vorne gelungen. Unter dem Dach der Holding finden sich nun zwei operative Gesellschaften, die Umsätze und Erträge generieren. Die DSER deckt das Geschäft rund um das Thema Portfoliomanagement ab, in der niiio GmbH geht es um die Digitalisierung der Vermögensverwaltung.

Im Jahresabschluss 2018 ist die breitere und stabilere Aufstellung indes noch nicht zu erkennen. Auf Basis des Einzelabschlusses schließt das Berichtsjahr aufgrund der hohen Investitionen in die Produktentwicklung planmäßig mit einem Verlust ab. Grundsätzlich ist die Aussagekraft der AG-Zahlen, die nur die Holding umfassen, jedoch sehr begrenzt. Insofern ist es sehr zu begrüßen, dass beginnend mit dem Halbjahresabschluss 2019 konsolidierte Zahlen veröffentlicht werden sollen. Vielleicht findet die niiio-Aktie dann auch mehr Beachtung an der Börse.

In den letzten Monaten tendierte der Kurs nach unten, obwohl die Perspektiven nach wie vor interessant klingen. Digitale Lösungen für den Bankbereich sind derzeit sehr gefragt und es konnten zuletzt einige renommierte Partner gewonnen werden. Insgesamt scheint das Unternehmen besser und stabiler aufgestellt als noch vor einem Jahr. Zuletzt sind die Anleger wieder zuversichtlicher geworden. Von niedrigem Niveau aus zeigt der Kurspfeil inzwischen wieder nach oben.


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