niiio finance group AG (ISIN DE000A2G8332)

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HV-Bericht niiio finance group AG

Befindet sich weiter in der Investitionsphase


Am 1. Juli 2021 fand die ordentliche Hauptversammlung der niiio finance group AG für das Geschäftsjahr 2020 statt. Wie bereits im Vorjahr hielt die niiio finance group ihr Aktionärstreffen wieder in rein virtueller Form ab. Im vergangenen Jahr setzte die Gesellschaft ihren Wachstumskurs unverändert fort. Für GSC Research berichtet Thorsten Renner über den Verlauf der Hauptversammlung.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Steffen Seeger eröffnete die Hauptversammlung pünktlich um 10 Uhr und begrüßte die teilnehmenden Aktionäre sowie den persönlich anwesenden Vorstand. Herr Seeger bedauerte, die Aktionäre nicht persönlich begrüßen zu können. Zum Schutz aller Beteiligten habe sich das Unternehmen aber wieder für die Abhaltung einer virtuellen Hauptversammlung entschieden. Wie er weiter berichtete, sind die übrigen Aufsichtsratsmitglieder online zugeschaltet. Nach der Abhandlung der Modalitäten und sonstiger Formalien übergab Herr Seeger das Wort an den Vorstandsvorsitzenden Johann Horch.


Bericht des Vorstands

Nach Aussage von Herrn Horch ist die niiio finance group AG eine Holding mit zwei Tochtergesellschaften. Dabei kümmert sich die DSER GmbH u das Thema Portfoliomanagementsystem und Beratungssoftwarelösungen und die niiio GmbH um den Bereich Robo-Advisory. Die DSER hat ein lizenzbasiertes Geschäftsmodell, während die niiio GmbH ein Geschäftsmodell entlang der Assets under Management verfolgt.

Die Gruppe beschäftigt derzeit rund 40 Mitarbeiter. Im Bereich Wealth Management geht es darum, entlang der Wertschöpfungskette von der Depoteröffnung bis zur Vermögensberatung per Robo-Advisor alles auf einer Hand zu liefern. Dies bezeichnete Herr Horch als One-Stop-Shop. Dabei agiert niiio im Auftrag der Banken und betreibt die Plattform. Positiv hob er hervor, dass 60 Prozent der Umsätze wiederkehrend sind. Im letzten Jahr verzeichnete das Unternehmen ein Wachstum von 12 Prozent bei etwa 50 renommierten Kunden. Die Gesellschaft wachse jährlich um 10 bis 15 Prozent. In den nächsten Jahren soll durch Investitionen in den Vertrieb und Zukäufe ein überproportionales Wachstum erzielt werden.

Die Software-as-a-Service (SaaS)-Plattform für Wealth Management deckt aus einer Hand die gesamte Wertschöpfungskette ab. Die Wettbewerber decken hingegen meist nur einen kleinen Teil des gesamten Spektrums ab. Auch durch die Aktivierung neuer Kundenlizenzen legte der Umsatz deutlich auf 2,32 Mio. Euro zu. Die aktivierten Eigenleistungen bezifferte der Vorstandsvorsitzende auf 512 TEUR. Daneben verbuchte niiio noch sonstige betriebliche Erträge in Höhe von 91 TEUR. Dagegen verringerte sich der Personalaufwand auf 1,93 Mio. Euro.

Darauf aufbauend wies niiio beim EBITDA mit 42 TEUR erstmals einen positiven Wert aus. Bei regulären Abschreibungen von 2,18 Mio. Euro resultierte ein EBIT von minus 2,14 Mio. Euro. Der Jahresfehlbetrag konnte im vergangenen Jahr auf 2,20 Mio. Euro deutlich reduziert werden. Zum Jahresende beliefen sich die immateriellen Vermögenswerte auf gut 11,4 Mio. Euro. Das Geldvermögen liegt mit gut 2,1 Mio. Euro deutlich über den kurzfristigen Verbindlichkeiten. Bei einem Eigenkapital von 10,96 Mio. Euro lag die Eigenkapitalquote zum Jahresende bei 78 Prozent. Nach Angabe von Herrn Horch wies niiio einen Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit von 327 TEUR und einen Gesamt-Cashflow von 123 TEUR aus. Im letzten Jahr wurden darüber hinaus die Investitionen auf ein Normalmaß reduziert.

Das neue Vorstandsmitglied Dr. Daniel Berndt stellt sich den Teilnehmern kurz vor. Nach seiner Aussage war er 17 Jahre bei der Deutsche Bank tätig, bevor er sich mit dem Bereich FinTech beschäftigte. Wie er berichtete, konnten im vergangenen Jahr 20 Prozent Neukunden im B2B-Bereich gewonnen werden. Er hob auch die zu mehr als 60 Prozent wiederkehrenden Umsätze hervor. Das Asset under Management-Wachstum der Kunden konnte sogar verfünffacht werden. In den vergangenen Jahren investierte niiio rund 3 Mio. Euro in Technologie. Dabei flossen rund 10.000 Manntage in die Weitentwicklung der Cutting-Edge-Lösungen.

Anschließend ging Dr. Berndt kurz auf den Großauftrag von Smavesto ein, einer Tochtergesellschaft der Sparkasse Bremen. Das Volumen des Auftrages wird sich dabei auch noch bis 2022 verteilen. Gemeinsam mit der FiNet beschäftigte man sich mit der Entwicklung des Robo-Advisor der zweiten Generation. Dieser sei den bisherigen Robo-Modellen deutlich überlegen. Laut Dr. Berndt ist die Markteinführung noch in diesem Jahr geplant.

Ferner wurde im vergangenen Jahr die digitale Vermögensberatung bei Merck Finck gestartet. Diese Cloud-Technologie könne auch bei anderen Banken eingesetzt werden, so dass sich entsprechendes Skalierungspotenzial ergibt. Das Vertriebsteam wurde nun gebildet und es konnten bereits erste Kooperationspartner identifiziert werden. Hierbei will die Gesellschaft über die Cluster-Strategie skalieren. Dabei wurden die Segmente in einzelne Cluster eingeteilt und diese werden dann individuell mit Vertriebsansätzen bedient.

Daneben wurde auch der Beirat erstmals besetzt. Nach Angabe von Dr. Berndt erfolgte eine stärkere Modularisierung der Preismodelle. Schließlich hat niiio auch mit dem Ausbau des hochmargigen Produktbereichs Robo-Advisory begonnen. Ende letzten Jahres wurde eine Kapitalerhöhung über 2,3 Mio. Euro lanciert und dann im Januar 2021 erfolgreich durchgeführt, um die entsprechenden Wachstumsmaßnahmen umzusetzen.

In der Folge berichtete der Vorstand über das Führungsteam der Gesellschaft. Stolz war Dr. Berndt auch auf den hochkarätig besetzten Aufsichtsrat. In diesem Rahmen bedankte er sich vor allem bei dem scheidenden Michael Mellinghoff. Ergänzt wird diese personelle Besetzung nun durch den neu gegründeten Beirat. Diesem Beirat gehört auch Henning Gebhardt an, der heute zur Wahl in den Aufsichtsrat vorgeschlagen wird. Das gesamte Netzwerk hat man entlang der wichtigsten Zukunftsfelder aufgestellt, betonte Dr. Berndt.

Wachstum basiert bei niiio auf zwei Säulen, nämlich dem organischen Wachstum und dem Wachstum durch Zukäufe, erklärte der Vorstand. Durch entsprechende Integrationsmaßnahmen ergeben sich dann auch Synergieeffekte. Im Bereich des organischen Wachstums nannte Dr. Berndt vor allem den Aufbau des Vetriebsteams und den weiteren Ausbau der Bestandskundenbeziehungen. Darüber hinaus sollen die Entwicklerkapazitäten kräftig ausgeweitet werden.

Beim Wachstum durch Zukäufe gehe es darum, Integrationstiefen festzulegen, und um den entsprechenden Know-how-Transfer. Laut Dr. Berndt sind aber auch die Performance und die Realisierung von Synergien wichtig, um die Ziele in der Zukunft zu erreichen. Hierbei konnte er sich eine zentrale Steuerung und eine gemeinsame Produkt-Roadmap vorstellen. Dem zugrunde liegen sollte eine State-of-The-Art-Infrastruktur und ein API-Ökosystem. Bei den Zukäufen gehe es auch darum, einzelne Softwareelemente von anderen Unternehmen zu integrieren. Hierbei solle eine Plattform gemeinsam mit Partnern errichtet werden.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartete der Vorstand ein Umsatzwachstum von 10 bis 15 Prozent. Angesichts der Investitionen rechnete er aber auch mit höheren Personalaufwendungen und regulären Abschreibungen. Dementsprechend dürfte das EBITDA in diesem Jahr vermutlich negativ ausfallen. Nach Aussage von Dr. Berndt führen die Investitionen in die Skalierbarkeit des Geschäftsmodells zu einem geringeren operativen Cashflow. Ab 2022 sollten sich diese Effekte dann jedoch spürbar positiv auswirken. Mittelfristig strebt niiio deutliche Umsatz- und Ertragssteigerungen an. Denn die SaaS-Lösungen des Unternehmens bieten einen klaren Kundennutzen. In diesem Zusammenhang rechnete er mit einer deutlich steigenden Nachfrage nach algorithmisch optimierten Wertpapierportfolien. Auch durch eine höhere Kosteneffizienz soll die EBITDA-Marge auf 10 bis 20 Prozent zulegen.

Laut Herrn Horch konnte die Gesellschaft im Januar für den Aufbau des Vertriebs 2,3 Mio. Euro aus einer Kapitalerhöhung vereinnahmen. Wenn man das Team und die Firma ausbaut, müsse aber auch die Skalierbarkeit gegeben sein. Zudem bedeutet ein Ausbau auch eine Herausforderung für die komplette Infrastruktur des Unternehmens. Deshalb sei man auch gerade dabei noch eine Wandelanleihe zu platzieren. Ein Teil der Mittel fließt in die Zusammenführung der Softwaretechnologien, aber auch in den Ausbau der hochmargigen Robo-Plattform. Ferner wird ein Teil der Mittel in Zukunftstechnologien fließen, kündigte Herr Horch an. Die Gesellschaft strebt zudem ein anderes Marktsegment an der Börse an und plant weitere Kapitalmaßnahmen.

Nach Angabe von Herrn Horch ist der Softwareanbietermarkt in Europa noch stark fragmentiert und hochineffizient. Entsprechend herrscht ein starker Kostendruck. Wie er weiter ausführte, hat niiio die Idee, eine europäische Plattform zu bauen, zu der auch alle Unternehmen eingeladen sind. Bei der Marktanalyse wurden bisher 120 Unternehmen identifiziert, die in der Wertschöpfungskette aktiv sind. Davon habe man nun 20 zu Gesprächen ausgewählt.

Herr Horch sah die Konsolidierung im Markt als überfällig an. Der Vorteil von niiio sei, dass man den Banken den gesamten Wertpapierprozess entlang der Wertschöpfungskette in einem One-Stop-Shop anbieten könne. Der Bereich Robo-Advisory ist ein Assets under Management getriebenes Geschäft, stellte der Vorstand klar. Je mehr Assets under Management, desto stärker profitiert die Gesellschaft. Dabei steigt mit höherem Volumen auch die Marge.

Laut Herrn Horch soll zunächst einmal in Deutschland eine solide Plattform zusammengeführt werden, um danach auch international zu expandieren. Man habe ein Pilotprojekt mit Quantoz gestartet, das man in den kommenden Wochen präsentieren kann. Auch in diesem Bereich denke man in der kompletten Wertschöpfungskette. Die Wettbewerber besetzen dagegen lediglich einzelne Bausteine. Wenn man über eine europäische SaaS-Plattform-Lösung spricht, wird man sich anderen Partnern gegenüber öffnen. Dabei stellt man dann der Bank eine Dienstleistung zur Verfügung, was den Vorteil einer besseren Skalierbarkeit und der schnelleren Anbindung einer Bank hat. Deshalb wolle niiio in den kommenden Jahren in diese Software-Plattform-Technologie investieren, betonte Herr Horch zum Ende seiner Ausführungen.


Allgemeine Fragerunde

Herr Seeger erstattete dann den Aufsichtsratsbericht und ging auf die anstehende Aufsichtsratswahl ein. In diesem Rahmen berichtete er kurz über die Tätigkeiten von Herrn Gebhardt. Die erste Frage beschäftigte sich mit der Einschätzung des Vorstands zu der Nachhaltigkeit des wachsenden Interesses am Kapitalmarkt. In der Tat hat das Interesse der Privatanleger deutlich zugenommen, bestätigte Dr. Berndt. Es werde auch mehr und mehr zum Allgemeingut, dass es kaum Alternativen zur Aktienanlage gibt. Davon profitiert niiio finance bspw. in Form der wachsenden Nachfrage nach Robo-Advisory. Die Assets under Management legen hier beständig zu und der Vorstand erachtete dies als einen nachhaltigen Trend.

Die namhaften Personen im Beirat und Aufsichtsrat fungieren vor allem als strategische Berater, meinte Dr. Berndt im Hinblick auf die Frage nach den Vorteilen der namhaften Persönlichkeiten. Man hoffe auch darauf, dass sie Türen zu potenziellen Kunden öffnen, dabei gehe es aber nicht um die ehemaligen Arbeitgeber. Insgesamt profitiert die Gesellschaft jedoch von ihrer Erfahrung und ihrem umfangreichen Netzwerk.

Ferner bat ein Aktionär um Angabe der Wettbewerber in beiden Bereichen. DSER und niiio sind für die Entwicklung, Betrieb und Vertrieb der SaaS-Plattform verantwortlich. Diese Plattform bietet innerhalb der Wertschöpfungskette die unterschiedlichsten Prozesse an. Da es keine vergleichbare One-Stop-Shop-Plattform gebe, stehe man mit einzelnen Säulen der Plattform im jeweiligen Wettbewerb. Allerdings bieten diese Wettbewerber nicht alles aus einer Hand an.


Abstimmungen


Nach dem Ende der Fragerunde leitete Herr Seeger zu den Abstimmungen über. Vom Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von 25.112.622 Euro waren 17.758.921 Euro entsprechend 70,72 Prozent vertreten. Die Beschlüsse wurden weitgehend bei rund 600.000 Gegenstimmen im Sinne der Verwaltung gefasst.

Dies waren die Entlastung von Vorstand (TOP 2) und Aufsichtsrat (TOP 3), die Wahl von Herrn Gebhardt in den Aufsichtsrat (TOP 4), die Wahl von Prof. Dr. Jurowsky zum Abschlussprüfer (TOP 5), die Schaffung eines neuen bedingten Kapitals (TOP 6) sowie die Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals (TOP 7).

Gegen 11:35 Uhr konnte Herr Seeger die Hauptversammlung wieder beenden.


Fazit und eigene Meinung


Die niiio finance group AG befindet sich weiter in der Investitionsphase. Trotzdem konnte der Umsatz im vergangenen Jahr ausgeweitet werden. In den vergangenen Jahren hatte die Gesellschaft gut 3 Mio. Euro in neue Technologien investiert. Diese Investitionen werden sich jedoch erst mit Zeitversatz im Ergebnis niederschlagen. Allerdings werden sich die positiven Effekte aufgrund der hohen Skalierbarkeit dann um so stärker auswirken.

Im Bereich Robo-Advisory ist in den kommenden Jahren mit einem starken Wachstum zu rechnen. Mit der zweiten Generation ist die Gesellschaft hier ebenfalls hervorragend positioniert, um von der steigenden Nachfrage zu profitieren. In den kommenden Jahren will die Gesellschaft weiter jährlich um 10 bis 15 Prozent wachsen. Der Aufbau des Vertriebsteams sollte hier weitere Impulse ermöglichen. Mittelfristig sollte dies auch dem Aktienkurs weiteres Potenzial verleihen.


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