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Weng Fine Art AG (ISIN DE0005181606)

Rheinpromenade 8
D-40789 Monheim am Rhein
Deutschland
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Die Vorgängergesellschaft der heutigen Weng Fine Art AG (WFA) hat der Namensgeber Rüdiger K. Weng bereits im Jahr 1994 gegründet. Konzipiert als Unternehmen an der Schnittstelle zwischen Kunst und Wirtschaft, hat sich die WFA seither zu einem der führenden gewerblichen Kunsthändler entwickelt. Seit einigen Monaten ist das Unternehmen auch im Retailgeschäft aktiv.

Die Aktie ist seit dem 2. Januar 2012 im Entry Standard der Frankfurter Börse gelistet. Ausgehend vom ersten Kurs von 15 Euro ging es seither rasant nach oben. Bis heute hat sich das Niveau auf 88 Euro mehr als verfünffacht. Der größte Aktionär ist nach wie vor der Firmengründer Rüdiger K. Weng mit einer Beteiligung von rund 75 Prozent.

Zur ersten Hauptversammlung nach dem Listing hatte die WFA für den 24. September 2012 in die Veranstaltungsräume der Rennbahn nach Krefeld eingeladen. Nachdem das Geschäftsjahr am 31. Januar endet, lag der Termin innerhalb der gesetzlichen Frist. Die Veranstaltung begann erst um 16 Uhr. Sicherheitshalber war deshalb auf zwei Tage einberufen. Dies musste jedoch nicht in Anspruch genommen werden.

Etwa 150 Aktionäre und Gäste hatten sich zu der Versammlung eingefunden, um sich über die weiteren Perspektiven des an der Börse einzigartigen Unternehmens zu informieren. Mit Blick auf die geringe Größe der Gesellschaft ist dies eine beeindruckende Zahl, zumal es insgesamt nur etwa 300 Aktionäre gibt. Für GSC Research war Matthias Wahler vor Ort.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Heribert Reiners eröffnete die Versammlung gegen 16.15 Uhr und erläuterte die Formalien. Anschließend sprach er einige Worte zur Arbeit des Aufsichtsrats, der sich im Geschäftsjahr 2011/12 zu insgesamt zu fünf Sitzungen getroffen hat. Im Anschluss übergab er das Wort an den Alleinvorstand Rüdiger K. Weng.


Bericht des Vorstands


Herr Weng begann seine 90minütigen Ausführungen mit einem Überblick über die wesentlichen Kennzahlen des Geschäftsjahres 2011/12. Der Umsatz hat in diesem Zeitraum mit 6,5 (Vj. 6,7) Mio. Euro in etwa das Vorjahresniveau gehalten. Dass die Erlöse nicht gestiegen sind, lag nach seiner Aussage daran, dass die Priorität auf die Vorbereitung des Börsengangs gelegt worden ist und sich der Kunstmarkt insgesamt eher seitwärts entwickelt hat.

Als sehr erfreulich wertete Herr Weng, dass die Marge deutlich ausgeweitet werden konnte. Insgesamt hat die WFA rund 1.000 Kunstwerke mit einer Rohmarge von durchschnittlich 76 (Vj. 67,3) Prozent verkauft. Zugleich haben sich die Abschreibungen auf 90 (312) TEUR stark verringert, nachdem sich das Preisgefüge am Kunstmarkt stabilisiert und zum Teil leicht verbessert hat. Im Übrigen konnten sonstige Erträge von 235 (95) TEUR vereinnahmt werden. Das Rohergebnis verbesserte sich deshalb um 20 Prozent auf 3 (2,5) Mio. Euro.

Da auch die Kosten stiegen, kletterte das EBIT etwas weniger um 13 Prozent auf 1,36 (Vj. 1,20) Mio. Euro. Nach Steuern verblieb, da sich der Zins- und der Steueraufwand etwas erhöhten, ein Jahresergebnis von 775 (693) TEUR. Vorstand und Aufsichtsrat schlugen vor, hieraus mit einer Verdopplung der Dividende auf 0,30 (0,15) Euro, in Summe 150 TEUR an die Aktionäre auszuschütten.

Die Bilanz bestand zum Stichtag auf der Aktivseite in erster Linie aus dem Warenbestand. Diese Größe hat sich um etwa 10 Prozent auf 10,5 (Vj. 9,6) Mio. Euro erhöht. Die Bestände sind, wie Herr Weng betonte, sehr konservativ angesetzt. Es wird nicht nur nach dem Niederstwertprinzip bilanziert, sondern es werden auch die Verkaufskosten einkalkuliert. Das Anlagevermögen spielt bei einem Handelsunternehmen wie der WFA keine nennenswerte Rolle. Aus den Forderungen von 79 (178) TEUR, die sich ausschließlich an gewerbliche Kunden richten, geht keine Gefahr aus.

Die Eigenmittel erhöhten sich infolge des guten Ergebnisses deutlich auf 4,4 (Vj. 3,9) Mio. Euro. Bei einer Bilanzsumme von 10,9 (10,1) Mio. Euro errechnet sich daraus eine Eigenkapitalquote von 40,4 (38,6) Prozent. Damit liegt der Wert weit über der Untergrenze von 35 Prozent, die der Vorstand gezogen hat. Die Bankverbindlichkeiten von 5,7 (4,8) Mio. Euro verteilen sich auf insgesamt fünf Kreditinstitute, denen Herr Weng an dieser Stelle seinen Dank aussprach. Sie haben den Aufbau des Unternehmens in hohem Maße unterstützt.

Die Idee, die WFA als erstes Kunsthandelsunternehmen in Europa an die Börse zu bringen, ist Herrn Weng zufolge im Sommer 2010 geboren. Die Motivation ging in erster Linie vom Aufsichtsratsmitglied Christian W. Röhl aus, der das Vorhaben dann auch im Wesentlichen umgesetzt hat. Angesichts der grassierenden Schuldenkrise sah es mit der Realisierung zunächst allerdings nicht so rosig aus.

Von Seiten der Banken gab es indes von Anfang an eine klare Aussage: Wenn überhaupt etwas läuft, dann ist es Kunst. Die Stimmung war insoweit trotz des schwierigen Umfelds recht positiv. Als Vorteil erwies sich zudem, dass zu dieser Zeit sonst kein Unternehmen den Börsengang anstrebte. Die WFA konnte sich deshalb der ungetrübten Aufmerksamkeit aller Involvierten sicher sein.

Letztlich wurde entschieden, den IPO als reines Listing durchzuführen. Die Banken haben zunächst einen Startpreis von 20 bis 25 Euro vorgeschlagen. Letztlich setzte sich Herr Weng jedoch mit seinem Wunsch von 15 Euro durch - dies war die letzte Notierung, die im Pre-IPO-Handel bezahlt worden ist. Er wollte die Aktien lieber zu billig als zu teuer platzieren; jeder sollte mit diesem Investment Geld verdienen.

Schon vor der Aufnahme des Listings am 2. Januar 2012 war dann zu spüren, dass das Interesse an der Aktie deutlich höher war als ursprünglich angenommen. Der Vorstand hat deshalb keinerlei Presse eingeschaltet, um keinen Hype zu kreieren. Der Gang an die Börse sollte ruhig vonstatten gehen, weshalb er auch die Gewinnschätzung für das laufende Jahr konservativ mit 500 TEUR ansetzte. Der Aktienhandel startete dann schließlich mit 16 Euro.

Obwohl sich Herr Weng weiterhin passiv verhielt, ist die Presse schnell auf ihn zugekommen. In den ersten sechs Monaten sind nach seiner Zählung mindestens 100 Artikel über das Unternehmen erschienen. Nach neun Monaten an der Börse hat sich der Aktienkurs nun auf fast 90 Euro verfünffacht. Damit ist die WFA in 2012 die beste Aktie durch alle Segmente und die beste Neuemission seit mehr als 10 Jahren.

Wichtig war Herrn Weng in diesem Zusammenhang der Hinweis, dass die WFA im Sommer auch die Aktie mit dem höchsten Handelsvolumen im Entry Standard gewesen war. Der deutliche Kursanstieg ist also nicht dem geringen Freefloat und der daraus resultierenden Marktenge geschuldet. Heute ist die WFA nun eines der wertvollsten und kapitalkräftigsten Kunsthandelsunternehmen in Kontinentaleuropa.

Zum einen profitierte die Aktie Herrn Weng zufolge sicherlich davon, dass die WFA zu dieser Zeit die einzige Neuemission gewesen war. Den Hauptgrund sieht er jedoch in der starken Zunahme des Geschäfts. Die Gewinnerwartungen für das laufende Jahr hat der Vorstand schon dreimal nach oben revidiert. Nachdem die Planung zu Jahresbeginn noch von einem Überschuss von 500 TEUR ausgegangen war, lautet die Schätzung aktuell auf 2 Mio. Euro. Danach ist die Bewertung der Aktie trotz des starken Kursanstiegs kaum teurer geworden.

Hohe Aufmerksamkeit erregte die WFA auch durch die hohe Marge. Zuvor war vielen Anlegern gar nicht bewusst gewesen, was in diesem Bereich verdient werden kann. Im Gegenteil war der Kunstmarkt bisher eher bekannt für Geheimniskrämerei gewesen. Herr Weng kommt jedoch ursprünglich aus dem Finanzbereich und setzt auf eine hohe Transparenz. Für ein im Entry Standard notiertes Unternehmen ist der Newsflow sehr hoch.

Der Vorstand geht zudem davon aus, dass der stark zersplitterte Kunstmarkt vor einer Konsolidierung steht und die WFA in diesem Prozess die führende Rolle übernehmen kann. Dies dürfte nach seiner Einschätzung mit ein Grund sein, dass sich das Interesse an der Aktie so verstärkt hat. Zum Teil hat dazu vielleicht auch der unprätentiöse Ursprung des Unternehmens als eine Art „Garagenstory" beigetragen.

Weiterhin will sich Herr Weng stark auf die Steigerung des Unternehmenswerts fokussieren. Anders als beispielsweise bei der Artnet AG soll das Interesse der Aktionäre an erster Stelle stehen. Ganz uneigennützig ist dieses Vorhaben indes nicht. Herr Weng ist mit einer Beteiligung von rund 75 Prozent nach wie vor der größte Aktionär und sitzt damit im selben Boot wie die Privatinvestoren.

Im Anschluss präsentierte der Vorstand die Zahlen des ersten Halbjahres 2012/13, in dem der Umsatz wieder deutlich um 32 Prozent auf 4,9 Mio. Euro zulegte. Es handelt sich, wie Herr Weng betonte, um einen qualitativen Umsatzanstieg. Es wurden nicht mehr, aber höherwertige Kunststücke verkauft. Der Durchschnittspreis hat sich in den letzten Jahren von rund 6 TEUR auf jetzt knapp 10 TEUR erhöht.

Wichtig war ihm die Information, dass die Rohmarge trotz des Umsatzanstiegs mit 78 (Vj. 78,9) Prozent unverändert auf einem sehr hohen Niveau gehalten werden konnte. Zusätzlich wurden in den ersten sechs Monaten sonstige Erträge in Höhe von insgesamt 398 TEUR im Wesentlichen aus der Trennung von der Beteiligung an der Artnet AG generiert.

Das Rohergebnis stieg deshalb noch stärker als der Umsatz um 52 Prozent auf 2,5 (Vj. 1,7) Mio. Euro. Zugleich konnten die Gesamtkosten sogar noch um 10 Prozent verringert werden. Das EBIT hat sich deshalb auf 1,89 (0,94) Mio. Euro verdoppelt und das Periodenergebnis ist infolge geringerer Finanzierungsaufwendungen sogar um 134 Prozent auf 1,33 (0,57) Mio. Euro gestiegen. Die Nettoumsatzrendite erreichte extrem hohe 27,3 Prozent.

Das Eigenkapital wird Herrn Weng zufolge im laufenden Jahr einen kräftigen Sprung nach oben machen. Zum einen erwartet er einen Überschuss von 2 Mio. Euro und außerdem konnte im Juli 2012 eine Kapitalerhöhung bei Privatinvestoren platziert werden. Nach Aussage des Vorstands hatten verschiedene Investoren Interesse an einem größeren Engagement, das sie über die Börse nicht realisieren konnten.

Insgesamt wurden 50.000 Anteile zu einem Ausgabepreis von 62 Euro und damit sehr nah am damaligen Aktienkurs ausgegeben. Insgesamt erlöste die WFA damit 3,1 Mio. Euro. Das Eigenkapital wird damit bis zum Jahresende in Richtung 10 Mio. Euro ansteigen, womit sich die Möglichkeit eröffnet, das Geschäft nochmals deutlich auszuweiten. Die Banken haben bereits umfangreiche Kreditlinien angeboten.

Eine weitere Kapitalerhöhung ist aktuell nicht geplant. Dennoch schien es sinnvoll, die Liquidität an der Börse zu erhöhen. Die Hauptversammlung soll deshalb über die Ausgabe von Gratisaktien im Verhältnis 1 zu 4 durch die Erhöhung des Grundkapitals aus Gesellschaftsmitteln auf 2,75 (Vj. 0,55) Mio. Euro beschließen. Der Freefloat beträgt danach rund 800.000 Aktien und der Kurs wird optisch deutlich günstiger.

Konkret geht die Planung für 2012/13 laut Herrn Weng von einem Umsatz von 8,5 Mio. Euro und einem Jahresüberschuss von 2 Mio. Euro aus. Dies klingt nach dem Erfolg in den ersten sechs Monaten vielleicht konservativ. Der Vorstand bat jedoch zu berücksichtigen, dass das zweite Halbjahr im Kunstmarkt immer schwächer ausfällt und der Fokus in den nächsten Monaten auch vorrangig auf der Erweiterung der Unternehmensstrukturen gelegt werden soll, um mit dem Geschäft mittel- und langfristig noch in ganz andere Dimensionen vorrücken zu können.

Zudem war im ersten Halbjahr besagter Sondereffekt vor allem aus der Veräußerung der Artnet-Anteile enthalten. Und überdies realisierte der Vorstand in den letzten Monaten ein Ergebnis von 17 TEUR aus dem Verkauf von eigenen Aktien. Eigentlich waren die Anteile zum Aufbau eines Treasury Stocks gedacht. Nachdem sich die Aktie so steil nach oben bewegte, hat Herr Weng die Anteile aber wieder in den Markt gegeben, um unrealistischen Kursen vorzubeugen.

Für die Zukunft sieht Herr Weng enormes Entwicklungspotenzial. Bisher hat er mit der WFA erst zwei von etwa zehn validen Geschäftsideen umgesetzt. „Wir stehen noch ganz am Anfang der Entwicklung“, ist er überzeugt. Als Ziel sieht er an, aus der WFA das effizienteste, rentabelste und wichtigste Kunsthandelsunternehmen in Kontinentaleuropa zu entwickeln. Großbritannien bleibt bei dieser Betrachtung außen vor; dieser Markt spielt in einer anderen Liga.

Das Wachstum will er in den nächsten Jahren zum einen organisch erzielen. Es steht jetzt deutlich mehr Kapital zur Ausweitung des Geschäfts zur Verfügung und der Umsatz beträgt bisher nicht einmal 10 Mio. Euro. Das ist sehr wenig in einem Markt, in dem große Auktionshäuser wie Sotheby´s und Christie´s Milliarden erlösen. Und mit einer Ausweitung der Umsätze kommen die enormen Skaleneffekte noch stärker zum Tragen.

Neu aufgebaut wird derzeit das Retailgeschäft. Speziell hierfür wurde die Tochter Weng Fine Art Editions GmbH gegründet. Eine eigene Transaktionswebsite wird noch in diesem Jahr starten und das Geschäft mit Endabnehmern wirft noch höhere Margen ab als das Geschäft mit gewerblichen Kunden. Im Übrigen kann die WFA in diesem Bereich bereits mit einem Umsatz von 5 Mio. Euro zum Marktführer aufsteigen.

Mittelfristig will Herr Weng zudem ins Auktionsgeschäft einsteigen. Das entsprechende Know-how soll über Beteiligungen oder Joint Ventures eingekauft werden. Eventuell wird sich die WFA auch an Galerien beteiligen. Für diese Aktivitäten soll ein eigenes Team aufgebaut werden, um die Due-Diligence-Prüfungen selbst vornehmen zu können. In diesem Bereich soll die Manpower verstärkt werden.

Geplant ist überdies die Internationalisierung des Geschäfts. In ein bis zwei Jahren will der Vorstand sich über Partnerschaften nach London bewegen. Diese Metropole sieht er als europäische Kunsthauptstadt und als Sprungbrett in die USA und nach Asien. In London wird sich nach seiner Einschätzung auch einfacher hoch qualifiziertes Personal finden. Den Schritt nach Großbritannien will Herr Weng gehen, sobald die Strukturen umgesetzt sind.

Herr Weng sieht sich als Pionier in einem Wachstumsmarkt. Seine Vision ist es, mit der WFA im Kunstmarkt etwas aufzubauen, was es bisher noch nicht gegeben hat. Er ist überzeugt von der eingeschlagenen Strategie und will über die nächsten Jahre mit mindestens 70 Prozent am Unternehmen beteiligt bleiben. Aktuell hält er rund 75 Prozent der Anteile und bei der letzten Kapitalmaßnahme war er einer der größten Zeichner.

Es gibt auch Überlegungen, mit der Notierung der Aktie in ein bis zwei Jahren vom Entry Standard in den Geregelten Markt zu wechseln. Es gibt, wie der Vorstand erfahren hat, einige Investoren, die gern einsteigen würden, die dies aber nicht können, weil die Aktie nicht im regulierten Markt notiert. Zunächst soll aber die operative Basis ausgebaut werden.

Die Kursentwicklung wird, wie er abschließend klar stellte, natürlich nicht so rasant weitergehen, wie dies in den letzten Monaten der Fall war. „Eine Konsolidierung wird kommen, die Frage ist nur, wann“, erklärte er. Sobald er das Gefühl hat, der Kurs entspricht nicht mehr der Realität, wird er allerdings zukaufen. Grundsätzlich sollten die Aktie nur Anleger kaufen, die daran glauben, dass aus der WFA etwas Großes entstehen kann, und die sich langfristig engagieren wollen.


Allgemeine Aussprache


In der Diskussion sprachen Manfred Klein und eine Aktionärin aus der Region. Beide äußerten ihre Freude, dass mit der WFA wieder eine börsennotierte Aktiengesellschaft nach Krefeld gekommen ist. Herr Klein beglückwünschte den Vorstand überdies zu dem elitären Veranstaltungsort und der hohen Teilnehmerzahl. Er stimmte mit dem Vorstand überein, dass es für die Entwicklung der Gesellschaft noch viel Luft nach oben gibt.

Im Folgenden richtete Herr Klein verschiedene Fragen an den Vorstand, die dieser jeweils spontan beantwortete. Als erstes interessierte den Aktionär, wieso sich der Vorstand von der Beteiligung an der Artnet AG getrennt hat.

Wie Herr Weng darlegte, hat er diesen Entschluss gefasst, nachdem er keine realistische Möglichkeit mehr gesehen, bei dieser Gesellschaft weiterhin beratend voranzukommen. Er räumte ein, diese Aufgabe unterschätzt zu haben. Als sich dann die Möglichkeit geboten hat, sich mit Gewinn aus diesem Engagement zu verabschieden, hat er diese genutzt.

Die anschließende Frage von Herrn Klein, ob die WFA eine Anfechtungsklage gegen die Beschlüsse der Artnet-Hauptversammlung eingereicht hat, beschied Herr Weng mit einem Nein. Einige Aktionäre hatten ihn zwar darum gebeten, er hat dies aber abgelehnt, nachdem es mit der Gesellschaft ja zunächst eine Geschäftsbeziehung gegeben hat. Im Übrigen wollte er ja gegen den ehemaligen Vorstand, nicht aber gegen das Unternehmen Stellung beziehen.

Weiterhin informierte Herr Weng auf Nachfrage des Aktionärs, dass die WFA auch im Editionsgeschäft ausschließlich als Händler tätig ist. Aktuell ist es so, dass die Bilder verwertet werden, die Rechte aber bei den Künstlern verbleiben. Für eine Betreuung der Künstler fehlen im Unternehmen die Strukturen. Gehandelt wird im Übrigen ausschließlich mit namhaften nationalen und internationalen Künstlern.

Interessant fand Herr Klein darüber hinaus die Frage nach etwaigen stillen Reserven. Dieses Thema ist Herrn Weng zufolge immer ein Teil der Bewertungsarbeiten. Aktuell schätzt er die stillen Reserven im Bestand der WFA auf 10 bis 12 Mio. Euro.

Einlieferungen bei Sotheby´s und anderen Auktionshäusern spielten Herrn Weng zufolge bislang keine große Rolle. Diese Häuser versteigern vorwiegend höherwertige Kunstwerke. In diesem Kontext stellte der Vorstand nochmals klar, dass die WFA nur für eigene Rechnung arbeitet. Nur so lassen sich die hohen Margen realisieren.

Ferner bat Herr Klein um eine Abschätzung, wie viel Kapital dem Unternehmen für die weitere Entwicklung zur Verfügung steht. Herr Weng bezifferte die freien Kreditlinien mit rund 7 Mio. Euro. Außerdem gibt es diverse Angebote von Kapitalinvestoren und auch speziell für die Finanzierung von Übernahmen. „An Kapital mangelt es uns am wenigsten“, brachte es der Vorstand auf den Punkt.

Schließlich unterbreitete Herr Klein einen alternativen Vorschlag für die unter TOP 6 anstehende Neuwahl des Aufsichtsrats. Mit Blick auf die Frauenquote und auch wegen der Branche schien es ihm sinnvoll, eine Frau in das Gremium zu entsenden. Er schlug vor, die Kunsthistorikerin Maria-Angela Meyer-Holtkamp in den Aufsichtsrat zu wählen. Sie stellte sich der Versammlung später vor.

In seiner Antwort stellte Herr Weng zunächst klar, dass die WFA bis zum vergangenen Jahr mit Ausnahme von ihm selbst ein reines „Frauenunternehmen" war. In den Gremien hat sich dies nun anders ergeben. Grundsätzlich war er offen für alternative Vorschläge. Er hätte es jedoch begrüßt, wenn die Dame sich ihm schon im Vorfeld der Versammlung vorgestellt hätte. Er regte an, dies im Nachgang nachzuholen.

Dass Herr Ringleb nicht mehr für eine weitere Amtszeit im Aufsichtsrat zur Verfügung steht, hat, wie dieser selbst ausführte, berufliche Gründe. Ihm fällt es derzeit schwer, Termine verbindlich zu planen. Dies kann seiner Auffassung nach keine Grundlage für dieses Amt sein.


Abstimmungen

Herr Reiners verkündete die Präsenz zu Beginn der Abstimmungen mit 477.135 Aktien. Bezogen auf das gesamte Grundkapital von 550.000 Euro, eingeteilt in ebenso viele Aktien, entsprach dies einer Quote von 86,75 Prozent. Alle Beschlüsse wurden einstimmig oder mit Mehrheiten nahe 100 Prozent gefasst.

Zunächst waren dies die Dividende von 0,30 Euro (TOP 2), die Entlastung von Vorstand (TOP 3) und Aufsichtsrat (TOP 4), die Festsetzung der Vergütung des Aufsichtsrats (TOP 5), die Wahl der Herren Heribert Reiners, Christian W. Röhl und Wilm Zwitserloot in den Aufsichtsrat und Stefan Schulte zum Ersatzmitglied (TOP 6) und die Wahl der Dr. Brandenburg Wirtschaftsberatungs-GmbH zum Abschlussprüfer (TOP 7).

Es folgten die Erhöhung des Grundkapitals aus Gesellschaftsmitteln von 0,55 Mio. Euro auf 2,75 Mio. Euro und damit verbunden die Ausgabe von Gratisaktien im Verhältnis 1 zu 4 (TOP 8), die Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals (TOP 9) und die Änderung der Satzung betreffend die Ausübung von Stimmrechten in der Hauptversammlung (TOP 10).

Wie er bereits zu Beginn der Veranstaltung angekündigt hatte, unterbrach der Vorsitzende die Hauptversammlung um 20:30 Uhr für zwei Stunden für ein delikates Abendessen. In dieser Zeit wurden die Abstimmungsergebnisse ausgewertet. Das Treffen endete deshalb erst gegen 23:30 Uhr, dafür mit lauter satten und zufriedenen Aktionären.


Fazit


Mit der Weng Fine Art AG (WFA) ist seit Januar 2012 eine interessante neue Aktie im Entry Standard gelistet. Der Börsengang erfolgte fast unbemerkt von der Öffentlichkeit und komplett ohne Marketingmaßnahmen. Dennoch kannte der Kurs von Anfang an nur den Weg nach oben und hat sich ausgehend vom Listingpreis von 15 Euro bis heute fast versechsfacht. Die Marktkapitalisierung beträgt mittlerweile nahezu 50 Mio. Euro.

Die starke Kursentwicklung war jedoch auch begleitet von einer dreimaligen Anhebung der Ergebnisprognosen für das laufende Jahr. Nachdem zunächst nur 0,5 Mio. Euro verdient werden sollte, geht der Firmengründer und Alleinvorstand Rüdiger K. Weng aktuell von 2 Mio. Euro aus. Nach dem Erfolg des ersten Halbjahres scheint dies auch realistisch. Dennoch ist die Aktie mit einem KGV von 25 nach den gängigen Kriterien nicht mehr günstig bewertet.

Allerdings steht die Gesellschaft nach Überzeugung des Vorstands erst am Anfang ihrer Entwicklung. Er sieht noch erhebliches Wachstumspotenzial und rund um den Kunsthandel noch eine ganze Reihe von interessanten Geschäftsfeldern, die er nun sukzessive angehen will. Durch die enormen Skaleneffekte müsste sich der Gewinn damit noch deutlich weiter erhöhen. Große Chancen sieht er außerdem aus der geplanten Expansion ins Ausland erwachsen.

Die Kursentwicklung der Aktie wird sich sicher nicht in diesem Tempo fortsetzen. Eine Konsolidierung ist überfällig. Allerdings haben, wie am Rande der Versammlung zu erfahren war, viele Anleger den Einstieg verpasst und warten nur auf einen Rücksetzer, um sich zu engagieren. Daneben könnte auch der beschlossene Aktiensplitt neue Investoren anziehen. Als spekulative Depotbeimischung ist die in Deutschland einmalige Aktie auf jeden Fall geeignet.


Kontaktadresse

Weng Fine Art AG
Kimplerstraße 294
D-47807 Krefeld

Tel.: +49 (0)21 51 / 9 37 13-0
Fax: +49 (0)21 51 / 9 37 13-29

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