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Weng Fine Art AG (ISIN DE0005181606)

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D-40789 Monheim am Rhein
Deutschland
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Für den 9. September 2013 hatte die Weng Fine Art AG (WFA) zur zweiten Hauptversammlung nach dem Börsengang eingeladen. Als Veranstaltungsort hatte der Vorstand erneut die Veranstaltungsräume der Rennbahn in Krefeld gewählt. Wie im Vorjahr hatten sich dort rund 150 Aktionäre und Gäste eingefunden, darunter Matthias Wahler für GSC Research, um sich über das Kunsthandelsunternehmen zu informieren.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Heribert Reiners eröffnete die Versammlung um 14 Uhr, erläuterte die Formalien und sprach einige ergänzende Worte zum Bericht des Aufsichtsrats. Schwerpunkte der Beratungen waren unter anderem der Kapitalmarktauftritt und die Finanzierungsstruktur gewesen.

Im Anschluss übergab er das Wort an den Alleinvorstand, Firmengründer und Großaktionär Rüdiger K. Weng.


Bericht des Vorstands

Herr Weng begann seine Ausführungen mit einem Überblick über die Zahlen des Geschäftsjahres 2012/13 (bis 31.01.), in dem der Umsatz um 18 Prozent auf 7,7 (Vj. 6,5) Mio. Euro deutlich gesteigert werden konnte. Der Vorstand bewertet dies insofern als erstaunlich, da sich der Kunstmarkt insgesamt schwächer entwickelt hat. Die Mitbewerber weisen soweit bekannt rückläufige Umsatz- und Ergebniszahlen aus.

Der Kunstmarkt profitierte Herrn Weng zufolge im vergangenen Jahr nicht mehr von der Flucht in die Sachwerte, wie dies bei Aktien der Fall war. Speziell das zweite Halbjahr entwickelte sich bei der WFA schwächer als prognostiziert. Zudem haben Vorstand und Aufsichtsrat im vierten Quartal entschieden, sich stärker auf die Expansion zu fokussieren und nicht mehr nur auf die Optimierung der Handelsergebnisse. Ansonsten wäre der Umsatz wohl bei 8,5 bis 9 Mio. Euro gelandet.

Die Rohmarge hielt mit 73,1 (76) Prozent ein sehr hohes Niveau. Abschreibungen auf den Warenbestand waren mit 91 (90) TEUR kein nennenswertes Problem, da die Preise trotz der rückläufigen Marktentwicklung ihr Niveau gehalten haben. Von den sonstigen Erträgen von 701 (184) TEUR entfällt der größte Teil auf den Gewinn aus der Veräußerung der artnet-Aktien.

Wie Herr Weng in Erinnerung rief, war er als Vorstand der WFA beratend für dieses Unternehmen tätig gewesen. In diesem Zusammenhang hat die WFA auch artnet-Aktien gehalten. Zum Glück ist es gelungen, diese Anteile noch zu einem guten Preis zu verkaufen. Durch diesen Sonderertrag verbesserte sich das Rohergebnis sogar um 33 Prozent auf 3,9 (2,9) Mio. Euro.

Als sehr erfreulich bewertet Herr Weng, dass die Gesamtkosten trotz der Umsatzausweitung um 11 Prozent auf 1,3 (1,5) Mio. Euro weiter reduziert werden konnten. Das EBIT stieg deshalb um 80 Prozent auf 2,5 (1,4) Mio. Euro und das EBT konnte dank eines etwas geringeren Zinsaufwands sogar auf 2,2 (1,1) Mio. Euro verdoppelt werden.

Die Steuerbelastung ist unterproportional gestiegen, da Beteiligungserträge nur sehr gering besteuert werden. Der Jahresüberschuss kletterte deshalb um 123 Prozent auf 1,7 (0,8) Mio. Euro. Die Aktionäre profitieren von dem Erfolg über die Anhebung der Dividende auf 0,10 (0,06) Euro. Bezogen auf den ersten Kurs nach dem Listing bedeutet dies immerhin eine Rendite von 3,1 Prozent.

Wie geplant bewegte sich die WFA laut Herrn Weng im vergangenen Jahr verstärkt in den höherpreisigen Bereich. Wie die Zahlen zeigen, waren die Auswirkungen positiv. Zwar reduzierte sich die Zahl der gehandelten Kunstwerke auf 808 (935) Stück. Dafür stieg der durchschnittliche Preis aber massiv auf 9.506 (6.966) Euro, weshalb sich der Umsatz entsprechend erhöhte. Die Marge hat unter der Veränderung kaum gelitten und die Kosten sind gesunken. 

Förderlich wirkte sich in diesem Zusammenhang auch aus, dass sich das Vorstandsgehalt und die Aufsichtsratsvergütung auf einem sehr niedrigen Niveau bewegen. Die handelnden Personen sehen das Unternehmen als Zukunftsprojekt, bei dem sie den verdienten Lohn später einfahren. Außerdem sind alle Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder auch Aktionäre und profitieren so von dem höheren Gewinn.

Die Bilanzsumme erhöhte sich deutlich auf 16,9 (10,9) Mio. Euro. Dies war vor allem eine Auswirkung der Kapitalerhöhung im Juli 2012, bei der – vor dem Splitt – durch die Ausgabe von 50.000 Aktien zu 62 Euro insgesamt 3,1 Mio. Euro zugeflossen sind. Deshalb ist auch der Kassenbestand deutlich angeschwollen.

Das Eigenkapital hat sich durch die Kapitalerhöhung und die Thesaurierung eines Großteils des Gewinns auf 9,1 (4,4) Mio. Euro mehr als verdoppelt. Mit einer Eigenkapitalquote von 53,8 (40,4) Prozent sieht der Vorstand die WFA insbesondere im Vergleich zu anderen Kunsthandelsunternehmen sehr solide finanziert.

In diesem Zusammenhang verwies Herr Weng auf das sehr gute Rating der WFA. Die Deutsche Bundesbank hat dem Unternehmen sogar die Notenbankfähigkeit bescheinigt, was den Vorteil hat, dass Kredite zu sehr günstigen Konditionen aufgenommen werden können. Im vergangenen Jahr hat der Zins durchschnittlich bei 3 Prozent gelegen, dieses Jahr ist es noch etwas weniger.

Ein großes Thema war Herrn Weng zufolge im ersten vollen Jahr an der Börse die Etablierung des Unternehmens am Finanzmarkt. Als schönen Erfolg wertet er die Einbeziehung der Aktie in den Xetra-Handel. Mit der Kursentwicklung ist er ebenfalls sehr zufrieden. Ausgehend von der Erstnotierung von 16 Euro bzw. 3,20 Euro nach dem Splitt hat die Aktie in nur 18 Monaten um 350 Prozent auf aktuell 14 Euro zugelegt.

Ein Peergroup-Vergleich ist nach den Worten des Vorstands nicht so einfach möglich. Das einzige überhaupt vergleichbare Unternehmen in Deutschland ist die artnet AG, die Anfang 2012 noch dreimal so viel wert war wie die WFA; heute ist es andersherum. Dem Markt gefällt nach Einschätzung von Herrn Weng die Idee, den Kunstmarkt mit dem Finanzmarkt zu verzahnen und die Anleger trauen dem Team zu, die WFA zum Marktführer im deutschen Kunstmarkt aufzubauen.

Die Zahl der Aktionäre ist seit dem Börsengang kontinuierlich gestiegen. Mittlerweile sind schon mehr als 400 Anleger engagiert. Beigetragen zu dem steigenden Interesse hat wohl auch die Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln, über die sich die Aktienzahl auf 2,75 Millionen Stück verfünffacht hat. Die zwischenzeitlich etwas rückläufigen Kurse hat der Vorstand zum Erwerb eigener Aktien genutzt. Aktuell befinden sich 25.000 Stück im Bestand.

Im laufenden Jahr ist Herrn Weng zufolge im Kunstmarkt nochmals ein leichter Volumenrückgang zu beobachten. Je nach Segment ist die Entwicklung allerdings sehr unterschiedlich. Im oberen Preisbereich ist die Tendenz stabil oder sogar leicht positiv, während im unteren Preisbereich ein schwächerer Trend zu beobachten ist.

Die Kunstszene fokussiert sich laut Herrn Weng bei den Händlern und bei den Künstlern klar auf die Marktführer, das heißt der Markt verengt sich immer weiter. Bei den Margen ist bedingt durch eine höhere Transparenz tendenziell eine rückläufige Entwicklung zu verzeichnen. Aufgefallen ist dem Vorstand außerdem, dass große Auktionshäuser wie Sotheby´s die Gebühren angehoben haben, um die Einnahmen zu stabilisieren.

Die Branche befindet sich nach der Beobachtung von Herrn Weng insgesamt in Umbruch. Er meint eine beginnende Marktkonsolidierung zu erkennen, aus der sich für kapitalkräftige Unternehmen interessante Chancen ergeben. Bisher waren Übernahmen in Kontinentaleuropa allerdings kein Thema. Die kleineren Anbieter sind einfach weggefallen.

Angesichts dieser Entwicklung gibt es bei der WFA nun die Vorgabe, kurzfristig nicht mehr den Gewinn zu maximieren. Vielmehr gilt es eine Struktur zu etablieren, die es ermöglicht, die Marktführerschaft zu übernehmen und die Erträge dann mittelfristig erheblich zu steigern.

Nach Aussage von Herrn Weng hat er dem Aufsichtsrat sogar vorgeschlagen, das Tagesgeschäft vorübergehend komplett zurückzudrehen, um das Unternehmen fit für die Zukunft zu machen. Damit konnte er sich aber nicht durchsetzen. Nun gibt es eine Kompromisslösung dahingehend, dass das Geschäft vorwärts entwickelt werden soll, dies aber ohne das alte Geschäft komplett zu vernachlässigen.

In letzter Zeit hat der Vorstand viele Gespräche betreffend mögliche Übernahmen geführt und der Markt ist, wie er erfahren hat, für dieses Thema offener als gedacht. Mittlerweile wurde ein eigenes Team zusammengestellt, das die Chancen für eine Geschäftsausweitung in Europa und auch außerhalb der Europäischen Union auslotet.

Mit der Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2013/14 ist der Vorstand sehr zufrieden. Die internen Planungen wurden deutlich übertroffen. Eine konkrete Prognose für das Gesamtjahr wollte er aber lieber nicht abgeben.

Es ist, wie er anfügte, durchaus möglich, dass sich kurzfristig eine Übernahme mit erheblichen Auswirkungen realisieren lässt. Bei einem möglichen Deal beginnt die Due Diligence am Tag nach der Hauptversammlung und wenn diese Transaktion umgesetzt werden kann, würde dies die WFA in eine völlig andere Größenordnung führen und das Marktgefüge im Kunstmarkt in Deutschland erheblich beeinflussen.

Das klare Ziel ist es, mittelfristig mit einem integrierten Kunstkonzern die Führungsrolle in der Konsolidierung im Kunstmarkt in Kontinentaleuropa zu übernehmen. um dies zu erreichen ist es Herrn Weng zufolge wichtig, das Geschäft weiter zu skalieren und das Unternehmen breiter aufzustellen. Zusätzlich zu den Handelsaktivitäten will er die Bereiche E-Commerce, Edition, Galerie und Consulting ausbauen.

Dafür bedarf es natürlich Kapital. Als Zahlungsmittel sind zum einen die eigenen Aktien angedacht. Die vorgesehene neue Ermächtigung will der Vorstand gegebenenfalls nutzen, um diesen Bestand noch weiter aufzustocken. Für die Ausnutzung des neuen genehmigten Kapitals und die Ermächtigung zur Ausgabe von Wandel- und Optionsschuldverschreibungen gibt es Herrn Weng zufolge aktuell keine Pläne. Dies könnte aber ein Thema werden, wenn eine Übernahme im zweistelligen Millionenbereich ansteht.

Nachdem die WFA bis zum Börsengang als reiner B2B-Händler aufgestellt war, sieht der Vorstand das Unternehmen jetzt in einer Phase der Transformation, die der Planung nach bis 2015 andauern wird. Nachdem die Ziele identifiziert sind, sollen im kommenden, vielleicht auch noch in diesem Jahr erste größere Deals umgesetzt werden.

Mit der Integration der neuen Beteiligungen soll dann ein schlagkräftiger integrierter Kunstkonzern geformt werden. Dies ist, wie Herr Weng einräumte, eine gewisse Pionierarbeit. Es gibt noch keine Erfahrungswerte in diesem Bereich. Daraus können sich mit etwas Geduld allerdings auch große Chancen ergeben.

Natürlich kann sich die WFA nicht völlig vom Kunstmarkt abkoppeln. Er ist aber überzeugt, dass sich die Branche ausgehend von den USA in den nächsten Jahren weiter nach oben entwickelt. Der Kunstmarkt ist weiterhin ein Wachstumsmarkt. Negativ könnten sich allenfalls die angedachten Veränderungen bei der Umsatzsteuer auswirken. Noch gibt es allerdings keine Ausführungsbestimmungen.

Wichtig war Herrn Weng die Versicherung, dass er das Unternehmen langfristig begleiten wird. Sein Vorstandsvertrag wurde vor kurzem bis 2016 verlängert den Großteil seiner Aktien hat er einer freiwilligen Lock-up-Verpflichtung unterworfen. Die Aktionäre müssen also nicht mehr diskutieren, ob der Vorstand vielleicht aussteigt. Seit dem Börsengang hat er kein Stück verkauft.

Herr Weng appellierte an die Anleger, ebenfalls langfristig zu denken. Schließlich sitzen alle in einem Boot. Für wichtig erachtet er es aber, dass im Zuge einer Übernahme bald ein zweiter Vorstand an Bord kommt, damit er sich aus dem Tagesgeschäft zurückziehen und auf die strategische Entwicklung des Unternehmens konzentrieren kann. Denn jetzt kommen die entscheidenden Schritte für die Zukunft.


Allgemeine Aussprache

Als erster trat Dr. Clemens Scholl von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) ans Rednerpult. Er beglückwünschte den Vorstand zu dem erfolgreichen Geschäftsmodell, das hervorragend funktioniert. Beim Blick auf die enorm hohe Rohmarge dürften andere Handelsunternehmen große Augen machen.

In diesem Zusammenhang wollte der Aktionärsschützer wissen, wie auf Dauer so enorme Margen erwirtschaftet werden können. Seiner Meinung nach müssten die Verkäufer doch verärgert sein, wenn sie erfahren, dass die von ihnen eingereichten Kunstwerke von der WFA mit einem so großen Gewinn weiterveräußert werden.

„Diese Frage habe ich schon sehr, sehr oft gehört“, entgegnete Herr Weng. Wie er darlegte, arbeitet die WFA in hohem Maße mit Vermittlern zusammen, so dass selbst er als Vorstand zumeist nicht weiß, wo die Ware herkommt oder hingeht. Zudem ist der Markt sehr intransparent und bei der Preisfindung spielen im Kunstbereich auch oft Emotionen eine Rolle. In 19 Jahren hat es keine einzige Beschwerde gegeben.

Die Strategie, das Geschäft breiter aufzustellen und damit den Vorstand zu erweitern, begrüßte der Aktionärsschützer. Er zeigte auch Verständnis, dass dafür Kapital benötigt wird. Ihm war aber nicht wohl dabei, dass gleich zwei Ermächtigungen auf der Tagesordnung stehen und zusammengenommen das Grundkapital verdoppelt werden könnte. Zumindest bedeutet dies einen großen Vertrauensvorschuss.

Herr Wenig betonte, dass es sich nur um Vorratsbeschlüsse handelt und dafür die möglichen Höchstwerte gewählt wurden. Sicherlich werden nicht beide Ermächtigungen gleichzeitig ausgenutzt. Ihm ist es wichtig, handlungsfähig zu bleiben. Wenn erst noch die Ermächtigung der Hauptversammlung eingeholt werden müsste, könnte man keine größeren Akquisitionen angehen. Im Übrigen meint der Vorstand, dass mit Blick auf den Track Record der letzten 20 Jahre ein gewisser Vertrauensvorschuss durchaus verdient ist.

Punkt acht der Tagesordnung, die Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien, schien Dr. Scholl im Widerspruch zu den Kapitalbeschlüssen unter TOP 6 und 7 zu stehen. Als Akquisitionswährung sind die eigenen Anteile seiner Meinung nach auch kaum zu nutzen. Interessant fand er in diesem Zusammenhang die Frage, wie die 25.000 eigenen Aktien zurückgekauft worden sind.

Die eigenen Aktien sind Herrn Weng zufolge zur Bezahlung kleinerer Akquisitionen gedacht, bei denen die Verkäufer teilweise sogar lieber Aktien wollen, um weiter am Erfolg beteiligt zu bleiben. Im Rahmen der Vorstandserweiterung könnten sie eventuell auch für ein Optionsprogramm verwendet werden. Angefangen hat der Vorstand mit dem Kauf, als der Kurs unter das Niveau von 12,40 Euro gefallen ist, zu dem die letzte Kapitalerhöhung platziert worden ist. Er konnte nicht nachvollziehen, wieso Aktionäre unter dieser Marke aussteigen.

Ferner interessierte Dr. Scholl, in welchem Bereich die Schwerpunkte der Expansion liegen sollen. Anders formuliert wollte er wissen, wie viel Profitabilität der Vorstand bereit ist aufzugeben, um zu wachsen. Kleine Anbieter verschwinden nach Aussage des Vorstands schließlich vom Markt, es würde sich also nicht lohnen, einen solchen zu übernehmen.

Das zentrale Ziel ist es laut Herrn Weng, die WFA im internationalen Auktionssektor zu etablieren. Dieses Geschäft ist viel weniger kapitalintensiv und auf diese Weise können die Segmente besser ausbalanciert werden. Interesse an kleinen Unternehmen hat der Vorstand nicht. Gespräche gibt es nur mit den marktführenden Unternehmen.

Beeindruckend fand der Aktionärsschützer, dass die WFA mit den artnet-Aktien dank einer Put-Option sogar noch Geld verdienen konnte. Gewisse Bedenken äußerte er allerdings, dass die Zahlung aus den Optionen erst am 31. Dezember 2013 fällig ist. Ihn interessierte außerdem, ob das Kapitel artnet für den Vorstand damit komplett abgeschlossen ist oder ob er noch Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit sieht.

Wie Herr Weng darlegte, stammten die Verkaufsoptionen ursprünglich von dem Unternehmen, das die artnet AG übernehmen wollte. Später wurden sie an ein anderes Unternehmen weitergegeben. Anlass für Zweifel, dass das Geld gezahlt wird, sieht er nicht gegeben. Natürlich gibt es aber ein Restrisiko, worauf im Geschäftsbericht auch hingewiesen ist. Zu den aktuellen Kursen beträgt die Differenz immerhin 350 TEUR.

Eine Geschäftsbeziehung zur artnet AG gibt es laut Herrn Weng schon seit vielen Jahren. Er schaut sich die Entwicklung auch weiterhin an. artnet verfügt im E-Commerce-Bereich noch immer über eine gute Position. Leider ist das Unternehmen aber schlecht gemanagt. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, würde er durchaus wieder aktiv werden.

Ferner bat Dr. Scholl um eine Erklärung zu TOP 10. Dort war vorgesehen, die Aktionäre zur Erlangung des Stimmrechts zu verpflichten, alle Angaben zu machen, damit sie ins Aktienregister eingetragen werden können. Wie Herr Weng erklärte, sollen auf diese Weise vor allem Investoren aus dem Ausland motiviert werden, ihre Identität offenzulegen. Immerhin rund 20 Prozent des Freefloats werden von ausländischen Aktionären gehalten.

Die Gefahr, dass sich ein Investor eine Sperrminorität zusammenkauft, ist zwar derzeit nicht gegeben, nachdem er als Gründer und Vorstand direkt und indirekt rund 72 Prozent der Aktien hält. Es ist aber vorstellbar, dass die Beteiligungsquote im Rahmen von Fusionen oder Übernahmen absinkt, und für diesen Fall gilt es Vorsorge zu treffen.

Ein Thema von Dr. Scholl waren daneben die Vorräte, die mit 12,9 (10,5) Mio. Euro ein erhebliches Volumen einnehmen. Er erkundigte sich zunächst nach der durchschnittlichen Lagerdauer, die laut Herrn Weng bei den Kunstwerken in der Regel zwischen sechs Monaten und drei Jahren beträgt. Was länger liegt, wird gegebenenfalls auch unter dem Einkaufspreis abgegeben. Etwa 96 Prozent der Kunstwerke werden nach seiner Aussage mit Gewinn veräußert. Ein gewisser Bodensatz bleibt immer liegen, dieser wird dann komplett abgeschrieben.

Die Einschätzung des Redners, dass in den Vorräten stille Reserven enthalten sein müssten, bestätigte der Vorstand. Die Werke werden nach dem Niederstwertprinzip bilanziert und zusätzlich werden noch die Verkaufskosten mit eingerechnet, damit bauen sich ständig stille Reserven auf. Rechnerisch sind diese bei einer Marge von 60 bis 75 Prozent und einem Warenbestand von fast 13 Mio. Euro sogar ziemlich hoch.

Das Thema Vorräte griff im Anschluss auch Aktionär Erhard Knipping auf. Ihn interessierte, wie viele Bilder die Bestände insgesamt umfassen und wo diese gelagert werden. Auffällig niedrig fand er die Versicherungsprämie mit nur 15 TEUR. Damit können die Bilder seiner Meinung nach kaum ausreichend versichert sein.

Wie der Vorstand klar stellte, sind die Bestände zu einem guten Teil bei den Vertriebspartnern in aller Welt in Kommission gegeben. Diese haben ihre eigenen Versicherungen. Die Bestände im eigenen Lager sind natürlich versichert. Die Prämien sind im Kunstbereich aber tatsächlich nicht so hoch. In der Regel sind die Werke nicht sonderlich diebstahlsgefährdet und die Gefahr durch Feuer ist nicht so groß, da ja nicht alle Bestände an einem Platz gelagert werden.

Insgesamt umfasst der Bestand, wie Herr Weng auf Nachfrage des Aktionärs weiter ausführte, etwa 2.000 bis 2.500 Bilder. Aus der Anfangszeit ist mittlerweile nur noch ein Druck mit einem Wert von 400 Euro geblieben. Alles andere aus der Zeit vor 1998 ist verkauft. Aus der Zeit um die Jahrtausendwende gibt es noch Waren im Wert von rund 25 TEUR.

Dem Geschäftsbericht hatte Herr Knipping entnommen, dass der Vorstand auch noch für die Nadour GmbH tätig ist, seine Arbeitszeit also nicht vollständig der AG zur Verfügung stellt. Dies gefiel ihm nicht so recht.

Wie Herr Weng darlegte, kommt er auf eine wöchentliche Arbeitszeit von 90 bis 100 Stunden. Es sollte also kein Problem sein, wenn er davon vielleicht fünf Stunden für ein anderes Unternehmen aktiv wird. Die Nadour GmbH war ursprünglich eine Tochtergesellschaft der WFA, die er dann übernommen hat, nachdem der Geschäftsbereich nicht mehr weiterentwickelt werden sollte. Auf diese Weise wurde ein Problembereich herausgenommen.

Ferner informierte Herr Weng auf Nachfrage des Aktionärs, dass es wohl nur noch eine Frage von Monaten ist, bis der Vorstand auf zwei Personen erweitert wird. Bislang wurde der Platz absichtlich freigehalten, damit er im Zuge einer Akquisition neu besetzt werden kann. In der Regel ist es sinnvoll, den früheren Geschäftsführer dauerhaft mit einzubinden.


Abstimmungen

Herr Reiners verkündete die Präsenz mit 2.413.240 Aktien. Bezogen auf das gesamte Grundkapital von 2.750.000 Euro, eingeteilt in ebenso viele Aktien, entsprach dies einer Quote von 87,75 Prozent. Knapp 2 Millionen Aktien vertrat allein Herr Weng. Alle Beschlüsse wurden mit Mehrheiten weit über 99 Prozent gefasst.

Im Einzelnen waren dies die Dividende von 0,10 Euro (TOP 2), die Entlastung von Vorstand (TOP 3) und Aufsichtsrat (TOP 4), die Vergütung des Aufsichtsrats (TOP 5), die Wahl der Dr. Brandenburg Wirtschaftberatungs-GmbH zum Abschlussprüfer (TOP 6), die Ermächtigung zur Ausgabe von Wandel- und Optionsschuldverschreibungen (TOP 7) und die Ermächtigung zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien (TOP 8).

Weiterhin beschloss die Hauptversammlung über die redaktionelle Anpassung der Satzung betreffend den Bundesanzeiger (TOP 9) und die die Änderung der Satzung dahingehend, dass die Aktieninhaber verpflichtet sind, der Gesellschaft die für die Eintragung in das Aktienregister erforderlichen Angaben zu machen, um Stimmrecht zu erhalten (TOP 10).

Nach der Verkündung der Ergebnisse schloss der Vorsitzende gegen 19 Uhr die Versammlung.


Fazit

Unbeeindruckt von der insgesamt etwas schwächeren Entwicklung im Kunstmarkt setzt die Weng Fine Art AG ihren erfolgreichen Weg fort. Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr um weitere 18 Prozent auf 7,7 Mio. Euro und die Rohmarge hielt mit über 70 Prozent ihr sehr hohes Niveau. Der Jahresüberschuss hat sich, zusätzlich unterstützt durch den Gewinn aus der Veräußerung der artnet-Aktien, sogar mehr als verdoppelt.

Einen konkreten Ausblick für das laufende Jahr wollte der Vorstand nicht abgeben, da möglicherweise große Veränderungen anstehen. Der Schwerpunkt der Aktivitäten liegt derzeit nicht auf der kurzfristigen Gewinnoptimierung, sondern auf der Etablierung einer Struktur, die es ermöglicht, die Marktführerschaft zu übernehmen. Mittelfristig sollten sich die Gewinne damit erheblich steigern lassen.

Eine Übernahme ist ganz konkret geplant. Derzeit läuft die Due-Diligence-Prüfung. Wenn sich diese Akquisition realisieren lässt, würde dies das Unternehmen nach Aussage des Vorstands in eine völlig andere Größenordnung führen und das Marktgefüge im Kunstmarkt in Deutschland erheblich beeinflussen. Das klingt spannend und animiert immer mehr Anleger, in die WFA-Aktie zu investieren, um an dieser Story teilzuhaben.


Kontaktadresse

Weng Fine Art AG
Kimplerstraße 294
D-47807 Krefeld

Tel.: +49 (0)21 51 / 93 71 3-0
Fax: +49 (0)2151 / 93 71 3-29

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