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Die Smart Equity AG hatte für den 28. August 2019 zur Hauptversammlung in das Restaurant Kowalski nach Köln eingeladen. Knapp ein Dutzend Aktionäre und Gäste hatten sich dort eingefunden, um sich über die Beteiligungsgesellschaft mit einem gewissen Fokus auf Geschäftsmodelle im Bereich digitale Technologien zu informieren. Für GSC Research war Matthias Wahler vor Ort.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Thomas Becker eröffnete die Versammlung um 14 Uhr und stellte zunächst die übrigen Mitglieder der Verwaltung vor, die vollzählig anwesend waren. Auf die Bestellung eines Notars wurde verzichtet, da keine Beschlüsse gefasst werden sollten, die einer qualifizieren Mehrheit bedurft hätten. Das Protokoll führte der Vorsitzende selbst.

Nach Abhandlung der Formalien und einigen ergänzenden Ausführungen zum Aufsichtsratsbericht übergab Herr Becker das Wort an Alleinvorstand Dr. Johannes Blome-Drees.


Bericht des Vorstands


Nach Aussage von Dr. Blome-Drees konnte die Smart Equity AG im Geschäftsjahr 2018 leider nicht an die guten Vorjahre anknüpfen. Das Berichtsjahr wurde mit einem deutlichen Verlust abgeschlossen. Ursächlich waren vor allem verlustbringende Verkäufe und Abschreibungen auf Positionen des Anlage- und Umlaufvermögens. Abschreibungen mussten unter anderem auf KUKA, GK Software, InVision, Klöckner und TUI vorgenommen werden.

Erträge konnten aus der Veräußerung von Wertpapieren des Anlage- und Umlaufvermögens, aus Eurex-Optionsrechten sowie aus Dividenden und Prämieneinnahmen aus Stillhaltergeschäften erwirtschaftet werden. Der Umsatz wird mit 192 (Vorjahr: 313) TEUR ausgewiesen und umfasst ausschließlich Eurex-Prämienerträge. Erträge aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens und aus Zuschreibungen zu Gegenständen des Anlagevermögens gab es nicht.

Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge beliefen sich auf 131 (417) TEUR. In dieser Position finden sich Erträge aus dem Abgang von Aktienoptionen in Höhe von 35 (59) TEUR, Erträge aus dem Abgang von Positionen des Umlaufvermögens von 31 (339) TEUR sowie Zuschreibungen auf Positionen des Umlaufvermögens in Höhe von 65 (19) TEUR. Dividendeneinnahmen ergaben sich in Höhe von 6 (10) TEUR.

Die Betriebskosten summierten sich auf 15 (21) TEUR. Personalkosten gab es nicht. Beim Materialaufwand von 189 (241) TEUR handelte es sich im Wesentlichen um Eurex-Prämienaufwendungen von 186 (237) TEUR, Aufwendungen aus dem Abgang von Wertpapieren des Umlaufvermögens in Höhe von 245 (241) TEUR sowie Abschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere des Umlaufvermögens von 134 (126) TEUR.

Letztlich schloss die Smart Equity AG das Geschäftsjahr 2018 mit einem Fehlbetrag von 261 TEUR ab, nachdem im Vorjahr noch ein Überschuss von 172 TEUR zu Buche gestanden hatte. Nach Verrechnung mit dem Gewinnvortrag von 36 TEUR stellt sich der Bilanzverlust auf 225 TEUR.

Die Bilanzsumme verringerte sich leicht auf 1,16 (1,20) Mio. Euro. Das langfristig gebundene Vermögen von 12 (113) TEUR bestand ausschließlich aus Finanzanlagen, das Umlaufvermögen von 1,14 (0,83) Mio. Euro ganz überwiegend aus Wertpapieren. Die sonstigen Vermögensgegenstände werden nur noch mit 7 (158) TEUR ausgewiesen.

Die liquiden Mittel stehen in der Bilanz mit null, nachdem es im Vorjahr noch 243 TEUR gewesen waren. Unter Einbeziehung der kurzfristig verfügbaren Vermögenswerte ergibt sich allerdings eine Liquidität von 1,14 Mio. Euro. Wie der Vorstand anfügte, konnte und kann die Gesellschaft ihren Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachkommen.

Dr. Blome-Drees fuhr fort mit Nennung der fünf größten Positionen im Portfolio der Smart Equity AG. Derzeit sind dies 7.500 Aktien der InVision AG, 36 Weleda Partizipationsscheine, 10.000 TUI-Aktien, 15.000 Klöckner-Aktien sowie 140.000 Anteile an der australischen Amaysim. Mit der Beteiligung an diesem australischen Mobilfunkunternehmen ist der Vorstand allerdings weiterhin nicht zufrieden.

Den aktuellen Nettoinventarwert der Aktie bezifferte Dr. Blome-Drees mit 3 Euro. Dieser Wert beruht auf aktuellen Börsenkursen und bei den Investitionen in digitale Technologien auf den Einstandspreisen. Nachdem er vor einem Jahr noch einen inneren Wert von 4,05 Euro für die Aktie genannt hatte, bedeutet dies einen herben Rückschlag. Über mehrere Jahre betrachtet kann sich die Entwicklung der Gesellschaft aber nach Auffassung des Vorstands weiterhin sehen lassen.

Dr. Blome-Drees will das Portfolio weiterhin auf Qualität überprüfen und wenn nötig aktiv bewirtschaften. Allerdings gibt es eine große Unsicherheit, was die weitere Entwicklung der Finanzmärkte betrifft. Risiken ergeben sich unter anderen aus der weltweiten Konjunkturabschwächung, der anhaltenden Nullzinsphase sowie dem Handelsstreit zwischen den USA und China und dem Brexit. Eine Prognose wagte der Vorstand deshalb nicht.

Der satzungsmäßige Zweck der Smart Equity AG umfasst laut Dr. Blome-Drees auch Investitionen in digitale Technologien. Bisher wurden in diesem Bereich Vereinbarungen mit der nakamo.to GmbH und der Peaq Technology Ltd. unterzeichnet. Inhalt ist in beiden Fällen die Frühphasenbeteiligung an aussichtsreichen Technologieprojekten. Es handelt sich nach Aussage des Vorstands um langfristig angelegte Projekte. Mit diesem Investment sollen die Chancen im Bereich digitaler Technologien wahrgenommen werden.

Über die Einzelheiten der Projekte wurde Stillschweigen vereinbart. Mit Verweis auf die Aussagen des Vorstands auf der Hauptversammlung der Advanced Blockchain AG konnte Dr. Blome-Drees jedoch berichten, dass bei der Peaq Technology Ltd. im vergangenen Jahr eine weitere Finanzierungsrunde über die Ausgabe von Token auf einer Bewertungsbasis von 33 Mio. US-Dollar erfolgreich durchgeführt wurde. Smart Equity hatte sich an diesem Projekt bei einer Bewertung von 5 Mio. US-Dollar für 100 TEUR mit 2 Prozent beteiligt.

Peaq Technology arbeitet weiter an der Fortentwicklung technologischer Grundlagen und der Akquise von weiteren Kunden für Referenzprojekte. Es gibt bereits einige große Kunden, die Applikationen auf Peaq-Basis entwickeln lassen. Dr. Blome-Drees nannte einen großen Automobilhersteller. Zudem gibt es Verhandlungen mit einem der weltweit größten Telekommunikationsanbieter.


Allgemeine Aussprache


Ein Großteil der Fragen der folgenden Debatte zielte auf die Investmentstrategie. Aktionär Uwe Jännert wollte zunächst wissen, für wie viel Prozent des Portfolios derzeit Krypto-Themen stehen. Hier stellte der Vorstand klar, dass Kryptowährungen bei Smart Equity kein Thema sind. Investiert wird lediglich in digitale Technologien. Diese Projekte stehen derzeit für knapp 20 Prozent des Portfolios.

Die Frage, ob die Investments in diesem Bereich weiter ausgebaut werden sollen, beantwortete Dr. Blome-Drees mit Ja. Grundsätzlich ist dies der Satzungszweck der Smart Equity AG. Eröffnet sich die Möglichkeit, sich an aussichtsreichen Projekten zu beteiligen, wird dies in Vorstand und Aufsichtsrat diskutiert und gegebenenfalls gehandelt. Man beobachte den Markt intensiv.

Herr Becker fügte aus Sicht des Aufsichtsrats an, dass bei den Investments ein vernünftiges Verhältnis bewahrt werden soll. Die Smart Equity AG ist eine kleine Gesellschaft und bei Engagements im Bereich digitale Technologien handelt es sich nun einmal um risikobehaftete Positionen. Entsprechend gilt es vorsichtig zu agieren und Investments nur in einer Größenordnung einzugehen, die zur Gesellschaft passt.

Aufsichtsratsmitglied Dr. Georg Issels ergänzte, dass sich die derzeitigen Projekte ordentlich entwickeln. Eine echte Bewertung ist allerdings noch nicht möglich. Bei Peaq hat sich der Einsatz von 100 TEUR rechnerisch versechsfacht, wenn man die Bewertungsbasis bei der letzten Finanzierungsrunde zugrundelegt. Allerdings ist dies nur eine Indikation, noch gibt es keinen Markt und die Volatilität ist hoch.

Auch bei den beiden anderen Beteiligungen gibt es eine deutliche Indikation, dass sich der Wert seit dem Einstieg vermehrfacht hat. Möglicherweise gibt es nach Einschätzung von Dr. Issels in einigen Monaten eine erste Kursfeststellung, die dann detailliertere Informationen ermöglicht. Er wollte aber keine zu hohen Erwartungen wecken. Von Vorteil ist es auf jeden Fall, wenn man zu einem frühen Zeitpunkt investiert.

Weiter informierte Dr. Blome-Drees auf Nachfrage aus dem Aktionariat, dass bei Peaq Technology Lösungen im Bereich der industriellen Anwendungen entwickelt werden. Es geht um die Abwicklung von vielen Transaktionen in kurzer Zeit. Das Geschäft hat also nichts mit Fintech oder ähnlichem zu tun. Der Vorstand erachtet das Produkt als sehr vielversprechend. Es gibt nichts Vergleichbares. Der Markt ist aber noch von hoher Unsicherheit geprägt.

Befragt nach den Planungen, wie die Projekte letztlich monetarisiert werden sollen, konnte der Vorstand noch nicht viel sagen. Dies ist auch keine Entscheidung, die von der Smart Equity AG beeinflusst werden könnte. Wie dargelegt beträgt die Beteiligung an der Peaq Ltd. lediglich 2 Prozent und es handelt sich rechtlich eher um eine stille Beteiligung.

Nach Aussage des Vorstands soll das Kapital weiterhin zum Teil in börsennotierte Investments und zum Teil im Bereich digitale Technologien investiert werden. Eine feste Aufteilung gibt es nicht. Die aktuell knapp 20 Prozent im Bereich der digitalen Technologien hält er der Größe der Gesellschaft für angemessen. Derzeit befinde man sich quasi noch in der Lernphase. Zeigt sich in fünf Jahren, dass das Konzept aufgeht, werde man das weitere Vorgehen diskutieren.

Ein anderer Aktionär thematisierte die Investments im Bereich der „Old Economy“, die mit einem Depotanteil von 80 Prozent immer noch wesentlich für den Erfolg sind. Seiner Aussage, dass es bei diesen Beteiligungen gar nicht gut gelaufen ist, konnte Dr. Blome-Drees nicht widersprechen. Auch das erste Halbjahr 2019 gestaltete sich nicht einfach. Man beobachte die Entwicklungen sehr genau, letztlich sei man aber abhängig vom Kapitalmarktumfeld.

Auf Nachfrage von Herrn Jännert informierte der Vorstand, dass das Depot insgesamt rund zehn Gattungen umfasst. Die größten Abschreibungen fielen im vergangenen Jahr auf KUKA mit 37 TEUR, GK Software mit 30 TEUR sowie InVision mit 23 TEUR an. Ursächlich waren die Kursverluste der besagten Aktien. In aller Regel handelt es sich um nicht realisierte Verluste, nur zu einem kleinen Teil wurden die Positionen tatsächlich veräußert.

Die Fragen von Aktionär Thomas Zürn betrafen verschiedene Bilanzpositionen. Zunächst war ihm aufgefallen, dass 200 TEUR aus dem Gewinnvortrag in die anderen Gewinnrücklagen eingestellt worden sind, die damit auf 475 (275) TEUR anstiegen. Dafür ist der Bilanzverlust mit 225 TEUR nun deutlich höher, als dies sonst der Fall gewesen wäre. Er konnte den Grund für diese Entscheidung deshalb nicht nachvollziehen.

Wie Dr. Blome-Drees darlegte, handelt es sich bei der Einstellung eines Teilbetrags aus dem Bilanzergebnis in die Gewinnrücklagen um eine vorgelagerte Entscheidung. Hätte man zu diesem Zeitpunkt schon gewusst, dass das Geschäftsjahr 2018 mit einem hohen Verlust abschließt, hätte man vielleicht anders entschieden. Letztlich ist dies aber nicht relevant. Am Wert der Gesellschaft ändert sich damit nichts und eine Dividendenzahlung ist ohnehin nicht geplant.

Ferner war Herrn Zürn aufgefallen, dass Bankverbindlichkeiten in Höhe von 265 TEUR in der Bilanz stehen. Im Vorjahr hatte es diese Position noch nicht gegeben. Auf seine Nachfrage informierte Dr. Blome-Drees, dass es sich um einen Wertpapierkredit handelt, der bei Bedarf in Anspruch genommen werden kann.

Ein weiteres Thema des Aktionärs waren die Begriffe in der Gewinn- und Verlustrechnung, die seiner Auffassung nach eher zu einem produzierenden Unternehmen passen. Insbesondere Positionen wie Materialaufwand und Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe hielt er für ein Unternehmen, das sich mit der Verwaltung des eigenen Vermögens befasst, für unsinnig.

Dr. Blome-Drees stimmte zu, dass die Formulierungen unglücklich sind. Für das Geschäftsmodell von Smart Equity ist dies keine geeignete Terminologie oder zumindest erklärungsbedürftig. Die Wortwahl resultiert daraus, dass der Steuerberater den Jahresabschluss mit dem gängigen Kontenrahmen erstellt. Eine Anpassung würde Geld kosten, man habe deshalb bisher darauf verzichtet.


Abstimmungen

Herr Becker verkündete die Präsenz mit 199.620 Aktien. Bezogen auf das gesamte Grundkapital von 275.000 Euro, eingeteilt in ebenso viele Aktien, entsprach dies einer Quote von 72,59 Prozent. Alle Beschlüsse wurden einstimmig gefasst.

Im Einzelnen waren dies die Entlastung von Vorstand (TOP 2) und Aufsichtsrat (TOP 3) sowie die Wiederwahl der Herren Thomas Becker, Dr. Georg Issels und Hans Peter Neuroth in den Aufsichtsrat (TOP 4).

Um 15:27 Uhr schloss der Vorsitzende die Versammlung.


Fazit

Die Smart Equity AG konnte sich dem schwierigen Kapitalmarktumfeld im Geschäftsjahr 2018 nicht entziehen. Nach der erfolgreichen Entwicklung in den Vorperioden schloss das Berichtsjahr in Folge von hohen Abschreibungen auf die börsennotierten Beteiligungen mit einem deutlich negativen Ergebnis ab. Der innere Wert der Aktie reduzierte sich in den letzten zwölf Monaten von etwas mehr als 4 Euro auf 3 Euro.

Die Investments im Bereich der digitalen Technologien entwickeln sich indes vielversprechend. Legt man die Konditionen der letzten Finanzierungsrunde zugrunde, konnte der Einsatz bei Peaq Technology Ltd. glatt versechsfacht werden. Da es keinen offiziellen Markt für diese Beteiligungen gibt, sind diese Werte mit Vorsicht zu genießen. Es deutet aber doch vieles daraufhin, dass es im Depot stille Reserven von einigen hunderttausend Euro gibt.

Bei insgesamt nur 275.000 Aktien ist dies eine durchaus relevante Größenordnung. Und dieser potenzielle Wert findet bei der Berechnung des Nettoinventarwerts der Aktie keine Berücksichtigung. Ein Aufschlag von zumindest 1 Euro oder vielleicht auch mehr auf den genannten inneren Wert erscheint damit realistisch. Nachdem wir die Smart-Equity-Aktie vor einem Jahr mit 8,50 Euro noch als zu teuer angesehen hatten (siehe HV-Bericht 2018), ist sie mit aktuell 4,30 Euro nunmehr als interessant einzustufen.


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