Elbstein AG (ISIN DE000A1YDGT7)

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HV-Bericht Elbstein AG

Beteiligungsgesellschaft mit Fokus auf Wertpapiere und Immobilien


Am 26. August 2021 fand die ordentliche Hauptversammlung der Elbstein AG für das Geschäftsjahr 2020 statt. Wie bereits im Vorjahr hielt das Beteiligungsunternehmen sein jährliches Aktionärstreffen in rein virtueller Form ab. Das vergangene Geschäftsjahr bescherte dem Unternehmen eine deutliche Ergebnissteigerung. Für GSC Research berichtet Thorsten Renner über den Verlauf der Hauptversammlung.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Winfried Gathmann eröffnete die Hauptversammlung pünktlich um 11 Uhr und begrüßte die teilnehmenden Aktionäre. Dabei bedauerte er, dass eine Präsenz-Hauptversammlung aus Gründen des Gesundheitsschutzes nicht möglich war. In diesem Rahmen begrüßte Herr Gathmann auch die beiden anwesenden Vorstände sowie die weiteren Aufsichtsratsmitglieder. Anschließend handelte Herr Gathmann die Modalitäten der Hauptversammlung ab und erstattete den Bericht des Aufsichtsrats. Im Anschluss übergab er das Wort an das Vorstandsmitglied Dr. Olaf Hein.


Bericht des Vorstands

Dr. Hein erinnerte zunächst an einige interessante Hauptversammlungen im Hotel Elysee mit lebhaften Diskussionen und bedauerte, dass dies aktuell nicht stattfinden kann. Er wies aber darauf hin, zahlreiche der im Vorfeld eingegangenen Fragen gleich in seinem freien Vortrag zu beantworten. Bei Verweis auf die angezeigte Karikatur brachte er seine Hoffnung zum Ausdruck, die Corona-Pandemie möge bald nur noch musealen Charakter haben.

Zunächst ging Dr. Hein kurz auf den Überblick der Zahlen für die vergangenen sechs Jahre ein. Die Gesellschaft startete Ende 2014 mit rund 6,3 Mio. Euro Barmitteln. Mit der HCK-Einlage erhöhte sich die Bilanzsumme 2015 auf gut 24 Mio. Euro. Daran änderte sich zunächst nicht so viel, erst zuletzt durch die Kapitalerhöhung gab es wieder einen deutlichen Anstieg. Seit dem Start war man eigentlich immer unverschuldet, berichtete Dr. Hein. Es wurden zwar teilweise Verbindlichkeiten ausgewiesen, allerdings gab es auch entsprechende Liquidität.

Entsprechend wies das Unternehmen immer eine hohe Eigenkapitalquote aus. Der Umsatzausweis fällt relativ gering aus, allerdings werden hier nur die Nettowertpapiererträge abgebildet. In diesem Rahmen betonte der Vorstand auch, dass die Gesellschaft von Beginn an eine recht hohe Dividende ausgeschüttet hat. Dabei hätte der Jahresüberschuss nicht ausgereicht, um die Dividende überhaupt zu bezahlen. Die Ausschüttung war jedoch nur möglich, weil die Familie des Großaktionärs auf einen Teil verzichtet hat, hob Dr. Hein positiv hervor. Erst in diesem Jahr nimmt der Großaktionär nach dem hohen Jahresergebnis komplett an der Ausschüttung teil. Insgesamt können sich die Zahlen der vergangenen Jahre sehen lassen.

Im Anschluss berichtete Dr. Hein über einige Highlights der vergangenen Jahre. So habe man die Aktien der schweizerischen Hochdorf Holding entdeckt, als ein Turnaround vor der Tür stand. Man konnte die Aktien auch mit Gewinn veräußern, jedoch stellte sich das Ganze doch eher als "Luftnummer" dar und der Vorstand habe sich dann auch nach Südafrika abgesetzt.

Rund 600 TEUR habe man auch mit dem nicht ganz unumstrittenen Immobilienwert GxP German Properties verdient. Der Verkauf erfolgte nach zwei Jahren im August 2018 im Rahmen einer Privatplatzierung. Sehr bedeutsam war auch die Beteiligung an der WCM, nachdem viele diese Gesellschaft schon abgeschrieben hatten. Dank der guten Kontakte zum Großaktionär konnte man sich auch dort erfolgreich engagieren. Inklusive des Umtauschs ins TLG-Aktien konnten mit dieser Position 0,9 Mio. Euro generiert werden, erklärte Dr. Hein.

2018 konnte man sich auch günstig an der Godewind AG beteiligen. Später gelang noch einmal eine Verbilligung beim Einstieg, letztlich konnte man aber einen stolzen Ertrag erzielen, der die Gesellschaft deutlich vorangebracht hat, betonte Dr. Hein. Ferner verblieb aus dem Engagement bei SIXT Leasing nach dem Verkauf im Rahmen des Übernahmeangebots ein Ertrag von rund 0,4 Mio. Euro.

Als wesentliches Ereignis des vergangenen Jahres nannte Dr. Hein die im Mai 2020 durchgeführte Kapitalerhöhung. Während bei den meisten Anlegern in dieser Zeit eher "Mattenflucht" auf dem Programm stand, habe die Gesellschaft eine Kapitalerhöhung durchgeführt. Bei einem Bezugsverhältnis von 2:1 zu 14,50 Euro je Aktie wurde die Kapitalmaßnahme durchgeführt. Viele Aktionäre haben jedoch nicht daran teilgenommen, dabei habe sich der Kurs seitdem splitbereinigt sehr schön entwickelt. Die Familie des Großaktionärs übernahm dabei die nicht gezeichneten Aktien, so dass Elbstein 14,5 Mio. Euro zuflossen. Die Kosten für die Kapitalmaßnahme lagen bei lediglich 20 TEUR, wofür Dr. Hein dem gesamten beteiligten Team dankte.

Wie der Vorstand weiter mitteilte, liegt der Aktienanteil der Familie Ehlerding nun bei rund 90 Prozent, nachdem er vor der Kapitalerhöhung noch bei rund 75 Prozent lag. Die anderen Organmitglieder und der Vorstand halten auch noch ein paar Prozent, so dass sich der Streubesitz nur auf etwa 6 Prozent beläuft. Als Aktionär müsse man sich bewusst sein, an einer richtigen Familiengesellschaft beteiligt zu sein. Immerhin habe die Familie mehrmals auf ihren Dividendenanteil verzichtet.

Im Hinblick auf die Portfoliostruktur habe sich in den letzten Monaten nicht viel geändert, berichtete Dr. Hein. Als Kernbeteiligungen nannte er die ERWE Immobilien AG, die Traumhaus AG, K+S AG und die Allianz SE. Darüber hinaus habe man eine Beteiligung, die man schon seit Jahren als N.N. AG bezeichne. In dieser Position liegen stille Reserven von über 1 Mio. Euro. Darüber hinaus werden noch Anteile von sehr erfolgreich laufenden Fonds gehalten. Zusammen mit der HCK Beteiligungen GmbH verfüge man über einen hohen Cash-Bestand von mehr als 30 Mio. Euro. Momentan fühle man sich mit diesem hohen Cash-Bestand, der von Aktionärsseite hinterfragt wurde, auch recht wohl. Nichtsdestotrotz beobachte man weiterhin den Markt. In diesem Rahmen teilte Dr. Hein mit, dass man bei einer Bank Negativzinsen von 0,3 Prozent bezahlen müsse.

In den vergangenen knapp sieben Jahren habe der DAX um rund 60 Prozent zugelegt. Der DAX Kursindex weist dagegen lediglich einen Zuwachs von rund 30 Prozent aus. Deshalb könne man bei der Elbstein AG mit der eigenen Entwicklung zufrieden sein. Ein Aktionär konstatierte, seit der Kapitalerhöhung im vergangenen Jahr sei die Aktie nicht fungibler geworden. Dagegen erklärte Dr. Hein, vor allem seit dem Split sei der Handel in der Aktie sehr liquide im Verhältnis zum umlaufenden Kapital.

Angesichts der Beteiligungshöhe des Großaktionärs sprach ein Aktionär auch dessen weitere Pläne an. Hierzu konnte sich Dr. Hein jedoch nicht äußern. Er könne aber mit ziemlicher Sicherheit ausschließen, dass ein Squeeze-out drohe. Es sei eher wahrscheinlich, dass der HSV wieder in die 1. Bundesliga aufsteige. Deshalb könnten die Aktionäre recht beruhigt sein.

Informationsbedarf bestand auch hinsichtlich der Convalue SE. Auch wenn dies die Hauptversammlung nicht direkt betreffe, wollte der Vorstand hierzu einige Informationen geben. Nach seiner Aussage ist Elbstein nicht an dieser Gesellschaft beteiligt. Die Gesellschaft sei auch im Bereich Portfoliomanagement aktiv, wenn auch mit einer etwas anderen Ausrichtung. Deshalb sei die dortige Vorstandstätigkeit auch problemlos möglich. Derzeit bestehen auch keine Pläne für eine Beteiligung an der Convalue SE.

Angesprochen auf Insiderverkäufe von Elbstein-Aktien erklärte Dr. Hein, er habe Elbstein-Aktien und zur Diversifizierung habe er dafür ebenso wie der Aufsichtsratskollege einige Convalue-Aktien gekauft. Zur Deutsche Euroshop meinte der Vorstand, dabei handelte es sich um einen der "Corona-Patienten". Die Aktie wurde im März/April 2020 erworben und wurde dann im Oktober wieder erfolgreich verkauft.

Wie Dr. Hein weiter mitteilte, sei er ein großer Freund von Finanz-Literatur. Dies sei sehr hilfreich und deshalb sollte man sich diesem Thema auch widmen. Viele erfolgreiche Menschen wie Warren Buffett, Bill Gates oder Elon Musk seien ebenfalls sehr am Lesen interessiert. In diesem Zusammenhang stellte er das Buch "The Psychology of Money" von Morgan Housel vor. Auch das Spiel "Risiko" erachtete er als sehr hilfreich. Hierbei warnte er davor sich in allen Märkten und Segmenten gleichermaßen zu engagieren. In diesem Rahmen verwies er auch auf die jüngsten deutlichen Kursrückgänge in China.

Anschließend berichtete Vorstandsmitglied Volker Lemke über die wichtigsten Bilanzzahlen des vergangenen Geschäftsjahres. Auf der Aktivseite finden sich demnach Finanzanlagen von 19,9 Mio. Euro wieder, die auch die Beteiligung an der HCK-Gruppe enthalten. Darüber hinaus gibt es Wertpapiere von 1,1 Mio. Euro und Bankguthaben in Höhe von 22,3 Mio. Euro.

Auf der Passivseite weist Elbstein das Grundkapital von 30 Mio. Euro aus, berichtete Herr Lemke. Daneben besteht noch eine Kapitalrücklage von 5,6 Mio. Euro, eine Gewinnrücklage von 0,2 Mio. Euro sowie einen Bilanzgewinn von 5,9 Mio. Euro. Darüber hinaus gab es lediglich Rückstellungen von 0,2 Mio. Euro und Verbindlichkeiten gegenüber Tochterunternehmen von knapp 1,6 Mio. Euro.

Das Rohergebnis bezifferte Herr Lemke auf 3,52 Mio. Euro. Neben dem Personalaufwand von 353 TEUR fielen auch sonstige betriebliche Aufwendungen von 475 TEUR an. Die größte Position waren dabei Verluste aus dem Verkauf von Wertpapieren des Umlaufvermögens in Höhe von 210 TEUR. Dem standen auch Erträge aus Wertpapieren des Anlagevermögens von 180 TEUR gegenüber. In Summe resultierte dann ein Jahresergebnis von 2,83 Mio. Euro.

Der Bilanzgewinn von 5,89 Mio. Euro resultiert aus dem Jahresüberschuss und dem vorherigen Gewinnvortrag von 3,06 Mio. Euro. Aus dem Bilanzgewinn soll eine Dividende von 5 Cent je Aktie entsprechend 1,5 Mio. Euro gezahlt werden. Die Ausschüttung erfolgt dabei aus dem steuerlichen Einlagekonto ohne Abzug von Kapitalertragsteuer. Danach verbleibt dann noch ein Gewinnvortrag von 4,39 Mio. Euro, erklärte Herr Lemke zum Ende seiner Ausführungen.


Allgemeine Fragerunde

Herr Lemke beantwortete dann die weiteren Aktionärsfragen, die noch nicht im Rahmen des Vorstandsvortrags beantwortet wurden. Der erste Fragenkomplex beschäftigte sich mit dem Engagement bei der Traumhaus AG. Der Vorstand hat ausführliche Gespräche mit dem Management der Traumhaus AG geführt, berichtete Herr Lemke. Dabei habe man den Eindruck eines zukunftsfähigen Geschäftsmodells gewonnen. Über eine Kapitalerhöhung hat sich Elbstein dann mit rund 6 Prozent an der Traumhaus AG beteiligt. Durch deren Bauweise kommt es zu einer Ersparnis von Kosten und Zeit bei der Erstellung der Häuser. Die Gesellschaft gehört zu den Top 10 Herstellern von Reihenhäusern in Deutschland. Dabei bietet das Unternehmen vor allem Wohnraum für junge Familien. Analysten sehen das Kursziel für die Traumhaus-Aktie bei 21 bis 23 Euro. Derzeit bestehen noch keine Absichten, sich von der Beteiligung zu trennen.

Den nachfolgenden Aktionär interessierte die Höhe des steuerlichen Einlagekontos, das Herr Lemke auf rund 140 Mio. Euro bezifferte. Die körperschaftsteuerlichen Verlustvorträge benannte er mit etwa 141 Mio. Euro und bei der Gewerbesteuer mit rund 140 Mio. Euro. Angesprochen auf etwaige Grundstücks- oder Immobilienkäufe meinte der Vorstand, bei der Elbstein AG handelt es sich um eine Beteiligungsgesellschaft und kein Immobilienunternehmen. Ein Kauf von Grundstücken kommt deshalb nicht in Betracht, lediglich Beteiligungen an Immobiliengesellschaften.

Ein Aktionär bemängelte, dass der Dienstleister die Eintrittskarte zeitlich knapp vor der Hauptversammlung versandt habe und somit die Karte erst am 21. August eingetroffen sei. Nach Aussage von Herrn Lemke habe der Dienstleister die Bestellung der Bank des Aktionärs erst am 19. August erhalten. Die Tickets für die Hauptversammlung seien dann noch am gleichen Tag versandt worden.

Befragt nach den Grundstücken der HCK teilte Herr Lemke mit, die Grundstücke weisen eine Größe zwischen 400 und 2.500 Quadratmeter auf und verteilen sich auf die Bundesländer Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen.

Die nachfolgenden Fragen drehten sich um die Beteiligung an der ERWE Immobilien AG. Die ERWE Immobilien AG habe erst vor rund 3,5 Jahren mit dem Geschäftsmodell begonnen. Man habe sich dort mit rund 12,5 Prozent beteiligt, teilte Herr Lemke mit. Anfangs gab es größere Hürden zu überspringen, das Unternehmen komme nun aber zunehmend in Schwung. Der Vorstand ging davon aus, dass dort in Zukunft noch gute Ergebnisse erzielt werden. Dabei gebe es ebenfalls keine Pläne, die Beteiligung zu beenden.


Abstimmungen

Nach dem Ende der Fragerunde leitete Herr Gathmann zu den Abstimmungen über. Vom Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von 30 Mio. Euro waren 19.649.534 Euro entsprechend 65,50 Prozent vertreten. Die Beschlüsse wurden alle bei wenigen Gegenstimmen im Sinne der Verwaltung gefasst.

Dies waren die Ausschüttung einer Dividende von 0,05 Euro (TOP 2), die Entlastung von Vorstand (TOP 3) und Aufsichtsrat (TOP 4) sowie die Wahl von KPMG zum Abschlussprüfer (TOP 5). Gegen 12:45 Uhr konnte Herr Gathmann die Hauptversammlung wieder beenden.


Fazit und eigene Meinung

Für das abgelaufene und ganz im Zeichen der Corona-Pandemie stehende Geschäftsjahr 2020 weist die Elbstein AG mit 2,83 Mio. Euro erneut ein positives Jahresergebnis aus. Bezogen auf die Elbstein-Aktie ergibt sich daraus ein rechnerisches EpS von gerundet 0,09 Euro. An diesem Ergebnis werden die freien Aktionäre in Form einer Dividende von 0,05 Euro beteiligt. Diese aus dem steuerlichen Einlagekonto und ohne weiteren Steuerabzug ausgeschüttete Dividende ergibt auf Basis des aktuellen Aktienkurses von 3,10 Euro eine Dividendenrendite von etwas über 1,6 Prozent.

Spannend aus Investorensicht wird sicherlich werden, welche Ideen der Vorstand entwickelt, um die neben dem Wertpapierbesitz und Immobilienbestand vorhandenen liquiden Mittel von rund 30 Mio. Euro oder rechnerisch gut 1 Euro je Elbstein-Aktie zu investieren. Damit sollten sich zum einen mögliche Chancen in einem wieder unruhigen Kapitalmarktumfeld nutzen lassen. Zum anderen dürfte es nach Einschätzung des Verfassers – wie bereits anlässlich der letztjährigen Berichterstattung dargelegt – perspektivisch auch wieder ein neues börsenhandelbares Immobilienengagement der Großaktionärsfamilie Ehlerding geben. Hier hatte sich die Elbstein AG in der Vergangenheit stets mit entsprechendem Anlageerfolg frühzeitig beteiligt. Insbesondere für den langfristig orientierten Investor ist die Elbstein-Aktie eine erwägenswerte Investition.


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