SBF AG (vorm. Corona Equity Partner AG) (ISIN DE000A2AAE22)

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HV-Bericht SBF AG (vorm. Corona Equity Partner AG)

Nimmt Umsatzmarke von 100 Mio. Euro ins Visier


Am 5. Juli 2021 fand die ordentliche Hauptversammlung der SBF AG für das Geschäftsjahr 2020 statt. Wie bereits im Vorjahr hielt der Zulieferer sein Aktionärstreffen in rein virtueller Form ab. Trotz Pandemie verzeichnete die Gesellschaft ein recht erfolgreiches Jahr. Für GSC Research berichtet Thorsten Renner über den Verlauf der Hauptversammlung.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Lothar Koniarski eröffnete die Hauptversammlung pünktlich um 11 Uhr und begrüßte die teilnehmenden Aktionäre sowie den anwesenden Vorstand Rudolf Witt. Die sonstigen Organmitglieder waren lediglich online zugeschaltet. Anschließend erläuterte Dr. Koniarski die Modalitäten und nach einigen weiteren Formalien übergab er das Wort an das Vorstandsmitglied Rudolf Witt.


Bericht des Vorstands


Nach Aussage von Herrn Witt ist SBF ein Hersteller von Produkten für die Schienenfahrzeugindustrie. Dabei bietet das Unternehmen vor allem Produkte für den Innenbereich und hier speziell den Deckenbereich an. Diese Produkte stammen von der SBF Spezialleuchten GmbH. Die SBF AG fungiert dagegen als reine Holding. Zum 1. Oktober 2020 startete man jedoch auch noch die Lunux Lighting GmbH als reine Vertriebsgesellschaft mit etwa 25 Mitarbeitern.

Diese verfügt über zwei produzierende Gesellschaften, nämlich die Hellux Electra in Budweis. Daneben besteht noch die Hellux GmbH, die aus der Umbenennung der SBF Verwaltungs GmbH resultierte. Diese wurde in eine Produktionsgesellschaft umformiert, da die Hellux Electra in Tschechien Corona-bedingt nicht produzieren konnte. Herr Witt ging aber davon aus, dass der Standort in Tschechien spätestens im kommenden Jahr wieder voll produktionsfähig sein wird.

Laut Herrn Witt ist das Grundkapital derzeit in gut 8,8 Mio. Aktien eingeteilt. Bei einem aktuellen Kurs von 9,05 Euro ergibt sich eine Marktkapitalisierung von knapp 80 Mio. Euro. Mit 56,1 Prozent liegt die Mehrheit der Anteile bei der Elber GmbH. Aber auch die Baader Beteiligungs GmbH sowie das Management halten einen größeren Anteil. Dabei habe die Kursentwicklung in der letzten Zeit auch viel Freude bereitet.

Nach Ansicht des Vorstands ist die Auftragslage weiterhin gut und bei der SBF Spezialleuchten GmbH konnte im vergangenen ein weiteres Wachstum erzielt werden. Das letzte Jahr stand aber auch im Zeichen der Integration der Lunux Lighting GmbH. Die SBF Spezialleuchten GmbH ist führender Lieferant im Hinblick auf die Deckensysteme. Die Produktion erfolgt ausschließlich in Leipzig bei einer Mitarbeiteranzahl von rund 140 Personen. In den kommenden Jahren sollen auch noch Standorte in Großbritannien und den USA aufgebaut werden.

Bis 2015 gab es bei der SBF Schwierigkeiten, doch nun befindet sich die Gesellschaft in gutem Fahrwasser, betonte Herr Witt. Die Produktion erfolgt in Leipzig mit einem hochmodernen Maschinenpark. Positiv hob der Vorstand hervor, dass die Kunden weitgehend in der näheren Umgebung sitzen. Die Produkte der Gesellschaft sind auf der ganzen Welt im Einsatz, da auch die Kunden in alle Regionen liefern. Das Unternehmen ist auch im Bereich Forschung und Entwicklung aktiv und hierbei liegt der Schwerpunkt auf der hocheffizienten Beleuchtung. Langfristig sah Herr Witt gute Wachstumschancen, da die Schiene das Fortbewegungsmittel der Zukunft sein wird. Dabei wolle man auch am Wachstumsmarkt in Großbritannien partizipieren. Angesichts der sehr hohen Eintrittsbarrieren gibt es kaum Wettbewerber, so der Vorstand.

Wie Herr Witt berichtete, passt die Lunux Lighting gut zur SBF-Gruppe, da sie sich auch mit der LED-Beleuchtung beschäftigt. Er zeigte sich zuversichtlich, mit diesem Unternehmen einen großen Beitrag zum Wachstum der SBF leisten zu können. Bei Lunux handelt es sich jedoch eher um standardisierte Produkte mit einem entsprechend höheren Wettbewerb. Trotzdem wolle man auch diese Gesellschaft in eine ertragreiche Zone führen. Als Hauptkunden nannte der Vorstand kommunale Betreiber, die Deutsche Bahn AG und die Industrie.

Aufgrund chronischen Missmanagements musste die alte Lunux GmbH Insolvenz anmelden. Vor der Insolvenz machte das Unternehmen 2019 noch einen Umsatz von 24 Mio. Euro. Da man das Geschäft erst Ende 2020 neu gestartet hat, ergab sich noch kein nennenswerter Umsatz. Herr Witt rechnete in diesem Jahr aber bereits mit Umsätzen von 10 Mio. Euro und 2022 von rund 20 Mio. Euro.

Nach Angabe von Herrn Witt hat sich die Ertragssituation bei der SBF seit 2015 deutlich verbessert. Seit 2018 verzeichnet die Gesellschaft auch wieder steigende Umsätze. So konnten die Erlöse im vergangenen Jahr auf gut 21 Mio. Euro ausgeweitet werden. Im letzten Jahr waren jedoch auch Sonderkosten von rund 1 Mio. Euro im Zusammenhang mit Lunux Lighting zu verkraften. Trotz dieser Sonderausgaben stellt sich die Ergebnislage in der Gruppe weiter sehr positiv dar. Bereinigt hätte sich beim EBITDA ein Anstieg von rund 10 Prozent ergeben, führte der Vorstand aus. Aber auch so erzielte die Gesellschaft noch eine EBITDA-Marge von 15 Prozent.

Für das laufende Jahr prognostizierte Herr Witt einen Umsatz von etwa 35 Mio. Euro. Davon entfallen auf die SBF Spezialleuchten 23 bis 24 Mio. Euro und auf Lunux Lighting gut 10 Mio. Euro. Im Geschäftsjahr 2022 soll der Umsatz auf rund 50 Mio. Euro zulegen. Dabei ist für SBF Spezialleuchten ein Umsatz von 26 Mio. Euro und für Lunux Lighting ein Umsatz von 20 Mio. Euro vorgesehen. Derzeit befindet man sich auch noch in fortgeschrittenen Gesprächen mit einem Elektronikunternehmen, das man gerne mehrheitlich übernehmen möchte. Herr Witt hoffte, diese Übernahme noch in diesem Jahr abschließen zu können. In den letzten Jahren hatte dieses Unternehmen immer 7 bis 10 Mio. Euro Umsatz erwirtschaftet.

Bis 2024/25 soll ein Umsatz von rund 100 Mio. Euro erwirtschaftet werden. Dabei sollen SBF Spezialleuchten 30 Mio. Euro, Lunux Lighting 30 Mio. Euro und das Elektronikunternehmen 10 Mio. Euro beisteuern. Daneben wolle man in Großbritannien und den USA Fuß fassen. Dies mache man aber nur bei einem entsprechenden Auftragspotenzial Sinn, wobei die Untergrenze bei 10 Mio. Euro liegt. Darüber hinaus gibt es auch Gespräche mit weiteren Unternehmen aus der Beleuchtungsindustrie. Dabei soll die EBITDA-Marge durchschnittlich bei 15 Prozent liegen. Um dies zu erreichen, wird SBF weiter in die Wertschöpfungstiefe investieren, ein striktes Kostenmanagement verfolgen, in neue Märkte expandieren und durch Akquisitionen abrunden. Bei Erreichen dieser Ziele wird der SBF-Konzern sicherlich auch eine höhere Marktkapitalisierung aufweisen, war Herr Witt zum Ende seiner Ausführungen überzeugt.


Allgemeine Fragerunde

Vor dem Eintritt in die Fragerunde teilte Dr. Koniarski mit, dass im Vorfeld der Hauptversammlung von drei Aktionären insgesamt vier Frageblöcke eingereicht wurden. Zunächst einmal drehte es sich um die Übernahme des großen Lagers bei Lunux. Wie Herr Witt berichtete, hat man das Lager zu einem damaligen Buchwert von 7 Mio. Euro übernommen. Das Lager wurde dann aber mit 1,8 Mio. Euro aktiviert und der Maschinenpark mit 0,4 Mio. Euro angesetzt. Den Lagerbestand wird die Gesellschaft sukzessive in die Produktion einfließen lassen und somit den Lagerbestand über die kommenden Jahre abbauen.

Angesprochen auf Auswirkungen einer möglichen Inflation sah der Vorstand nur geringe Einflüsse auf das Geschäft von SBF. Der Aktionär erkundigte sich nach Wettbewerbern im Kerngeschäft neben Seisenbacher. Hierbei nannte Herr Witt noch einen Wettbewerber in Italien und einen in der Slowakei. In diesem Rahmen interessierten den Anleger die Auswirkungen der Insolvenz von Seisenbacher in den USA. Zu den Gründen dieser Insolvenz konnte sich Herr Witt nicht äußern. Sofern man das Geschäft adäquat steuert, sollte man in diesem Geschäftsbereich aber erfolgreich sein. Die Insolvenz spielt für die SBF in keiner Weise eine Rolle, der Markt in den USA ist hochattraktiv und deshalb will SBF in den kommenden Jahren dort auch eine Niederlassung eröffnen.

Befragt nach geplanten Übernahmen erklärte Herr Witt noch einmal, man befindet sich in fortgeschrittenen Gesprächen und er hoffte, diese Übernahme noch in diesem Jahr abschließen zu können. Zum Thema Dividende berichtete der Vorstand, falls die Planungen eintreffen, dann könnte mit dem Abschluss 2022 erstmals eine Dividende ausgeschüttet werden, da dann die steuerlichen Verlustvorträge aufgebraucht sein sollten.

Überrascht zeigte sich der Aktionär, dass der Großaktionär nicht an der jüngsten Kapitalerhöhung teilgenommen hat. Der Großaktionär hat die Gesellschaft in den letzten Jahren massiv unterstützt, vor allem in den schwierigen Zeiten. Die Elber GmbH hat bei der letzten Kapitalerhöhung bewusst nicht teilgenommen, um den dürftigen Freefloat zu stärken. Hinterfragt wurde auch die Ergebnisentwicklung der Lunux Lighting GmbH. Im laufenden Jahr rechnete Herr Witt bei einem Umsatz von 10 Mio. Euro mit einem ausgeglichenen Ergebnis. 2022 soll der Umsatz auf 20 Mio. Euro steigen, wobei die Marge in Richtung SBF geht. Die Eingliederung erfolgt derzeit, da das opulente Vorratsvermögen erst einmal transportiert werden musste. Zudem musste aufgrund der Produktionsprobleme in Tschechien kurzfristig in Leipzig ein Produktionsstandort errichtet werden.

Eine weitere Frage beschäftigte sich mit dem Markteintritt in Großbritannien und den USA. Neben Corona war zuvor auch der Brexit ein Thema. Nun will SBF im nächsten oder spätestens im übernächsten Jahr den Einstieg in Großbritannien schaffen. Ein Jahr darauf soll dann der Einstieg in den USA erfolgen, allerdings nur wenn ein entsprechendes garantiertes Auftragspotenzial der Kunden vorhanden ist.

Der nachfolgende Fragenblock beschäftigte sich ebenfalls mit Lunux. Laut Herrn Witt hatte die Gesellschaft einen zu hohen Kostenapparat im Bereich Material, aber vor allem beim Personal. Diese aktuellen Probleme gab es in ähnlicher Form früher auch bei der SBF Spezialleuchten GmbH. In diesem Rahmen wurde auch etwas Fertigungs-Know-how übernommen, das meiste liegt jedoch schon bei der Spezialleuchten GmbH. Positiv wertete der Vorstand, dass die Kundenbeziehungen sogar ausgeweitet wurden. Die Produktion bei Lunux ist deutlich stärker standardisiert, langfristig wird auch hier eine EBITDA-Marge von mindestens 15 Prozent angestrebt.

Befragt nach den Auswirkungen steigender Rohstoffmaterialpreise meinte Herr Witt, dies führte dann entsprechend zu höheren Einkaufspreisen. Gegen Schwankungen ist man zum Teil abgesichert, zum Teil gibt es aber auch Preisgleitklauseln mit den Kunden. Derzeit gibt es einen großen Versorgungsengpass bei Elektronikartikeln und Aluminium. Deshalb werde man auch die Bevorratung dahingehend ausrichten. Derzeit ist noch nicht abzusehen, wie lange diese Phase anhält. Herr Witt ging aber davon aus, dass sich die Lage wieder normalisiert. Bei einem teureren Einkauf steigt erst einmal die Materialaufwandsquote. Man versucht dies aber durch andere Einsparungen zu kompensieren. Die steigende Kostenentwicklung könnte sich in diesem Jahr durchaus im Ergebnis niederschlagen, jedoch nicht in einem zu großen Maße, so der Vorstand.


Abstimmungen

Nach dem Ende der Fragerunde leitete Dr. Koniarski zu den Abstimmungen über. Vom Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von 8.824.027 Euro waren 5.864.888 Euro entsprechend 66,46 Prozent vertreten. Die Beschlüsse wurden meist bei gut 130.000 Neinstimmen im Sinne der Verwaltung gefasst. Bei der Entlastung des Aufsichtsrats waren dies rund 19,5 Prozent aufgrund einer verminderten Präsenz.

Beschlossen wurden der Gewinnvortrag auf neue Rechnung (TOP 2), die Entlastung von Vorstand (TOP 3) und Aufsichtsrat (TOP 4), die Wahl der Schneider + Partner GmbH zum Abschlussprüfer (TOP 5), die Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals (TOP 6) sowie die Schaffung eines neuen bedingten Kapitals (TOP 7).

Gegen 12:30 Uhr konnte Dr. Koniarski die Hauptversammlung wieder beenden.


Fazit und eigene Meinung

Die SBF AG hat im vergangenen Jahr ihre erfolgreiche Geschäftsentwicklung fortgesetzt. Jedoch musste die Gesellschaft im Rahmen der Übernahme der Lunux GmbH Sonderaufwendungen von rund 1 Mio. Euro verkraften, die den Ergebnisausweis belasteten. Allerdings eröffnet die Übernahmen dem Unternehmen neue Wachstumsimpulse und eine deutliche Ausweitung des Konzernumsatzes.

Zudem plant SBF noch die Übernahme eines Elektronikunternehmens mit einem Umsatz von rund 10 Mio. Euro. Mit dem erhofften Markteintritt in Großbritannien und den USA will die Gesellschaft mittelfristig die Umsatzmarke von 100 Mio. Euro knacken. Bei einer angestrebten EBITDA-Marge von 15 Prozent ergibt sich auch auf der Bewertungsseite der SBF-Aktie noch weiteres Potenzial.


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