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HV-Bericht NFON AG

Der spannende Weg zur Nummer eins der Cloud-Telefonie in Europa


Die NFON AG hatte für den 5. Juni 2019 zur ersten ordentlichen Hauptversammlung nach dem Börsengang am 9. Mai 2018 in den Mercedes Tower in München eingeladen. Etwa 50 Aktionäre und Gäste hatten sich zu der Veranstaltung eingefunden, um mehr Informationen über den Anbieter von cloudbasierten Telefonsystemen zu erfahren. Das Protokoll führte Notar Dr. Benedikt Pfisterer. Für GSC-Research berichtet Paul Petzelberger.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Rainer-Christian Koppitz, der von 2012 bis 2015 CEO der Gesellschaft war, eröffnete die Veranstaltung pünktlich um 10 Uhr. Er gab bekannt, dass alle aktiven Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat anwesend sind, und stellte im Anschluss die im letzten Jahr eingetretenen Veränderungen im Vorstand und Aufsichtsrat vor. Mit Beschluss der Hauptversammlung am 9. April 2018 verkleinerte sich der Aufsichtsrat von sechs auf vier Mitglieder. In diesem Zuge schieden folgende Aufsichtsratsmitglieder aus: Kristian-Schmidt-Garve, Ann-Kathrin Müller, Dr. Hendrick Brandis, Elmar Meid und Günter Müller.

Bezug nehmend auf die Milestone Venture Capital GmbH (MVC), die mit Abstand größter Aktionär bei der NFON AG ist, gab Herr Koppitz bekannt, dass dies bei der Zusammensetzung des Aufsichtsrats fortan berücksichtigt werden soll. „Der Aufsichtsrat wird deshalb nach der Hauptversammlung entsprechende Vorschläge hierzu unterbreiten und Maßnahmen einleiten“, so der Aufsichtsratsvorsitzende.

Auch im Vorstand kam es im Jahr 2018 zu einer Veränderung. Mit Wirkung zum 1. März 2018 wurde César Flores Rodríguez zum CSO der Gesellschaft berufen. Vor der Berufung war Herr Rodríguez als COO für das australische Softwareunternehmen Aconex tätig.

Durch Veröffentlichung nach § 126 Abs. 1 AktG schon frühzeitig bekannt war der Gegenantrag vom Aktionär Friedrich Bourquin zum Tagesordnungspunkt 5. In diesem schlug Herr Bourquin veränderte Modalitäten der Beschlussfassung zum Genehmigten Kapital vor.

Nach dem Verlesen der üblichen Formalien übergab Herr Koppitz das Wort an den Vorstandsvorsitzenden Hans Szymanski.


Bericht des Vorstands


„NFON – die neue Freiheit der Businesskommunikation“, so nannte CEO Hans Szymanski einleitend den Slogan des Unternehmens. Und weiter: „Freiheit zu bewahren, sie zu fördern und möglich zu machen, bedeutet eine große Verantwortung. Dessen sind wir uns bei NFON sehr bewusst und nichts weniger wollen wir als NFON AG mit Blick auf die Geschäftskommunikation. Wir bieten unseren Kunden die Möglichkeit, frei, sicher und zuverlässig zu kommunizieren, über Grenzen hinweg. Das ist unsere Mission.“

Zu Beginn seiner weiteren Ausführungen stellte Herr Szymanski sich den Aktionären persönlich vor. Seine berufliche Laufbahn begann er bei der Klöckner & Co. AG. Im Anschluss hatte er diverse Posten als CFO und CEO inne, bevor er im Jahr 2016 zu NFON kam und seitdem als CEO und CFO der Gesellschaft tätig ist.

Das Ziel von ihm und seinen Vorstandskollegen sei klar und deutlich: die Nummer eins für Cloud-Telefonie in Europa zu werden. Das zum Börsengang des Unternehmens vereinbarte Versprechen, an der Konsolidierung des Cloud-Telefoniemarktes teilzunehmen, wurde durch erste erfolgreiche Schritte bezüglich der Wachstumsstrategie umgesetzt.

Nur wenige Monate vor der Hauptversammlung, im März 2019, wurde die Deutsche Telefon Standard AG (DTS) übernommen. „Damit haben wir unsere Position in Deutschland weiter ausgebaut und uns für den Weg zur Nummer eins in Europa noch einmal deutlich gestärkt“, erklärte der Vorstandsvorsitzende.

Ebenfalls im März wurde eine Tochtergesellschaft in Italien eröffnet. Als Teil der Wachstumsstrategie kündigte er ferner den Start des Geschäfts in Frankreich an. Das erste Personal wurde hierfür auch schon rekrutiert. „Damit sind wir das einzige europäische Cloud-Telefonieunternehmen, das inklusive Frankreich in sechs Ländern mit eigenen Tochtergesellschaften und insgesamt in 15 europäischen Ländern vertreten ist“, so der CEO.

Erfreut zeigte er sich auch über die erfolgreiche Weiterentwicklung der Produkte und Services. So wurde schon im vergangenen Jahr das neue Kernprodukt Cloudya auf den Markt gebracht, zu dem der Vorstand später auch noch ein kurzes Unternehmensvideo zeigte. Cloudya soll komplexe und fehleranfällige Kommunikationstools ersetzen und es den Kunden durch eine schnelle und ortsbezogen unabhängige Kommunikation ermöglichen, reaktionsfähiger und effizienter zu werden.

Zusätzlich konnte mit der Übernahme der DTS das Cloud-PBX-Produktportfolio im Mid Market Segment und im Bereich SIP-Trunk ausgebaut werden. Die Folge ist eine deutliche Vergrößerung der Kundenbasis. Gegenüber dem Vorjahresquartal wurde die Kundenanzahl auf über 30.000 Unternehmen vergrößert. „Dies entspricht über 390.000 bei unseren Kunden betriebenen Nebenstellen – den Seats – bzw. einem Zuwachs von rund 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Hinzu kommen noch über 35.000 SIP-Trunk-Kanäle“, so Szymanski.

Im Zuge dieses Wachstums vergrößerte sich die Anzahl der Vertriebspartner auf über 2.000 und die Mitarbeiterschaft auf über 300. Aber auch in den Geschäftszahlen spiegelt sich das Wachstum wider. So berichtete Herr Szymanski von einem um 20,7 Prozent gestiegenen Umsatz auf 43 Mio. Euro.

Erfreulich ist laut ihm ferner, dass der Anteil der wiederkehrenden Umsätze sich mit 24,6 Prozent überdurchschnittlich auf 34,6 Mio. Euro erhöhte. Damit lag der Anteil der wiederkehrenden Umsatzerlöse mit 80,4 Prozent am oberen Ende der für das Gesamtjahr 2018 prognostizierten Spanne zwischen 75 und 80 Prozent. „Diese Entwicklung sowie der starke Anstieg der Seats belegt eindrucksvoll die Nachhaltigkeit und Stärke unseres Geschäftsmodells mit einer sehr guten Plan- und einer hohen Skalierbarkeit“, so der Vorstandsvorsitzende.

Die hohe Skalierbarkeit belegte der CEO weiter mit der positiven Entwicklung der Bruttomarge. So stieg der Materialaufwand lediglich unterproportional zum Umsatz um 14,2 Prozent. In der Folge verbesserte sich die Bruttomarge um 2,1 Prozentpunkte auf 74,2 Prozent. Weiter erhöhte sich der durch den Börsengang um Sondereffekte bereinigte Personalaufwand um 28,6 Prozent auf 17,1 Mio. Euro. Dies entspricht einer am Umsatz gemessenen bereinigten Personalaufwandsquote von 39,6 Prozent nach 37,2 Prozent im Vorjahr.

„Entsprechend unserer Wachstumsstrategie haben wir 2018 auch unsere Marketingaktivitäten mit dem Ziel intensiviert, neue Marktanteile zu gewinnen. So haben wir unter anderem eine große Marketingkampagne in Österreich gestartet, neue Partner hinzugewinnen können sowie unseren neuen NFON-Client Cloudya eingeführt“, erläuterte der Vorstandschef. Im Zuge dieser Aktivitäten erhöhte sich der Marketingaufwand plankonform um 49,9 Prozent auf 5,5 Mio. Euro. Bezogen auf den Umsatz erhöhte sich die Marketingaufwandsquote jedoch lediglich um 2,5 Prozentpunkte auf 12,7 Prozent.

Das um Einmaleffekte in Höhe von 6,6 Mio. Euro bereinigte EBITDA betrug minus 1,2 Mio. Euro. Herr Szymanski zeigte sich erfreut, dass trotz der im Zuge der Wachstumsstrategie erhöhten Verwaltungskosten das bereinigte EBITDA nur leicht von dem Vorjahresniveau bei 0,2 Mio. Euro negativ abweicht.

Auch die Kennzahlen des ersten Quartals bestätigen nach seinen Angaben den erfolgreichen Wachstumspfad. Der Gesamtumsatz konnte um 21,2 Prozent auf 12,1 Mio. Euro und die wiederkehrenden Umsatzerlöse sogar um 28,9 Prozent auf 10,4 Mio. Euro gesteigert werden. „Dabei zeigt sich erneut eindrucksvoll die Stärke unseres Geschäftsmodells im sehr hohen Anteil wiederkehrender Umsatzerlöse von 85,7 Prozent“, so der Vorstandsvorsitzende.

Als wesentliche Treiber des Wachstums nannte er die Akquise neuer Kunden sowie die Erweiterung des Produktportfolios und die kontinuierlich zunehmende Anzahl der Seats. In Folge der Erstkonsolidierung der DTS am 1. März  2019 erhöhte sich diese gegenüber dem Vorjahr um 45 Prozent auf über 390.000 Nebenstellen. Den in diesem Zuge leicht gesunkenen ARPU (Average Revenue per User) plant das Management in der Zukunft durch das Anbieten zusätzlicher Premium-Lösungen wieder zu steigern.

Das bereinigte EBITDA liegt im ersten Quartal infolge der Strategieumsetzung und steigender Verwaltungskosten um Einmaleffekte in Höhe von 0,8 Mio. Euro bereinigt mit minus 0,9 Mio. Euro im Rahmen der Erwartungen des Managements. „Wir sehen uns nach dem ersten Quartal auf bestem Wege unsere Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen. Bereits heute bedienen wir über 30.000 Unternehmenskunden in bald 15 europäischen Ländern und werden unsere Wachstumsstrategie konsequent weiter umsetzen. Wir sind uns sicher, auch weiterhin schneller als der Markt wachsen zu können“, so der CEO.

In diesem Zuge stellte Herr Szymanski die Ziele für das Jahr 2019 vor. Bezüglich des Umsatzes wird ein Wachstum zwischen 40 und 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr erwartet. Der Anteil der wiederkehrenden Umsatzerlöse soll dabei zwischen 75 und 80 Prozent liegen. Hinsichtlich der beim Kunden betriebenen Seats wird mit einem Anstieg von mindestens 45 Prozent gerechnet.

„Unsere erfolgreiche Geschäftsentwicklung seit dem Börsengang bestätigt, dass es uns gelingt, den zukunftsträchtigen Markt der Cloud-Telefonie erfolgreich zu adressieren“, so der Vorstandsvorsitzende. Im Anschluss übergab er das Wort an CTO Jan-Peter Koopmann.

Herr Koopmann, der schon seit 2009 bei NFON tätig ist, stellte diverse Faktoren vor, durch die sich NFON von der Vielzahl der Wettbewerber unterscheidet. So setzt das Management von Anfang an auf die selbst entwickelte Cloud-Lösung, die komplett autonom und selbstbestimmt in Deutschland entwickelt und betrieben wird. „Wir sind „Made in Germany“ – und darauf legen wir auch weiterhin sehr großen Wert“, so Koopmann. Die Entwicklungs- sowie Rechenzentren befinden sich allesamt in großen deutschen Städten.

Weitere potenzielle Wachstumsfelder sieht das Management laut Herrn Koopmann bei Lösungen rund um Video-Konferenzen und Kollaborationsfunktionen, sprich das gemeinsame Arbeiten an Bildschirmen und Dokumenten. Damit partizipiert das Unternehmen an dem Trend „New Work Order“ – einer neuen Form der vernetzten Zusammenarbeit, die über zeitliche und räumliche Grenzen hinweggeht. „Wir als NFON haben schon vor etwa elf Jahren vorausgesehen, was jetzt nicht mehr wegzudenken ist und unweigerlich kommen wird: das Arbeiten in der Cloud“, so der CTO.

Anschließend übernahm CSO César Flores Rodríguez das Wort. Er bezifferte den europäischen Markt für Telefonanlagen auf rund 135 Mio. Seats. Mit Blick auf die vergangenen Jahre zeigt sich ein rasantes Wachstum. So waren im Jahr 2017 erst rund 10 Prozent in der Cloud, was rund 13 Mio. Seats entspricht. Schätzungen zufolge wird bis zum Jahr 2022 ein Anstieg auf etwas 26 Mio. Seats erwartet.

„Der Markt ist also riesig. Wer hier dominanter Anbieter werden möchte, muss sich jetzt schnell bewegen und in Wachstum investieren. Und genau das tun wir! Dabei haben wir als einziger pan-europäischer Anbieter eine exzellente Ausgangsposition“, so Herr Rodríguez. Auch er betonte zudem das große Cross-Selling-Potenzial, unter anderem im Verkauf weiterer Produkte und Dienstleistungen wie Sprachaufzeichnungs- oder Contact-Center-Lösungen.

Als einen durch die erhöhten Vertriebs- und Marketingaktivitäten großen Erfolg nannte der CSO die Gewinnung des Unternehmens Fressnapf als Kunden. Bis 2020 sollen bis zu 1.500 Märkte von Fressnapf an die Cloud-Telefonanlage angebunden werden. Dies entspricht rund 4.500 Seats. Insbesondere durch den schon vollzogenen Start in Italien und den im Prozess befindlichen Start des Geschäfts in Frankreich sieht Herr Rodríguez weiteres großes Wachstumspotenzial.

„Mit Italien und Frankreich sind wir dann insgesamt in 15 Ländern vertreten und decken die großen europäischen Schlüsselmärkte mit eigenen Tochtergesellschaften ab. Diese Stärke zeigt kein anderer Cloud-Telefonie-Anbieter, dessen Produkt und Services aus einer Hand kommen. Damit sind wir einzigartig in Europa“, so der CSO abschließend.

In den weiteren Ausführungen sprach CEO Szymanski noch über die von Akquisitionen geprägte Konsolidierung des Cloud-Telefoniemarktes und machte deutlich, dass das Management sich nach der Übernahme der DTS nicht ausruht, sondern die Augen mit einer „gut gefüllten und systematisch erarbeiteten Long- und Short-List“ nach möglichen Akquisitionszielen offen hält.

„Es gilt zunächst die DTS zu integrieren und parallel dazu weitere Akquisitionen in Angriff zu nehmen, denn der Wettbewerb schläft nicht“, so der Vorstandsvorsitzende. Damit im Zusammenhang stehend warb Herr Szymanski noch für den Tagesordnungspunkt 5, der die Schaffung eines neuen Genehmigten Kapitals vorsah. Durch die Akquisition der DTS und die mit der Kapitalerhöhung verbundene Bindung von Führungskräften an NFON bleibt der Gesellschaft nur noch ein Genehmigtes Kapital von 368.671 Euro.

„Um unsere Pläne umsetzen zu können, benötigen wir aber auch die Freiheit des Handelns. Sie haben es in der Hand, uns diese Freiheit zu geben und uns ihr Vertrauen auszusprechen. Nur so sind wir in der Lage die NFON, zwar mit dem Rückenwind aus der Marktveränderung, aber schon auch mit dem Gegenwind durch den Wettbewerb, zur Nummer eins in Europa zu machen“, schloss der CEO seine Rede.


Allgemeine Aussprache

Passend zur stark wachsenden und agilen NFON AG zeigte sich eine bis um knapp 15:30 Uhr anhaltende, von Wortbeiträgen zahlreicher Aktionäre geprägte, lebendige Aussprache. Neben zahlreichen Kleinaktionären kamen auch Vertreter der Großaktionäre zu Wort. Die Debatte beginnen durfte aber wie üblich die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), vertreten durch Dr. Andrea Winter.

Die SdK-Sprecherin zeigte sich erfreut über den erfolgreichen Börsengang, die klare Strategie und den erfolgreichen Launch von Cloudya. Begleitet vom Applaus der Vorstandsmitglieder gab sie bekannt, dass sie mit ihrer Anwaltskanzlei Kunde von NFON ist und mehrere Dienstleistungen in Anspruch nimmt.

Die Ziele des Managements sind ihrer Ansicht nach sehr hochgesteckt und der Weg zum europäischen Marktführer ist lang. Damit verbunden bezogen sich ihre ersten Fragen auf die Strategie: „Ist das Ziel, europäischer Marktführer zu werden, nur durch Akquisitionen möglich oder bauen Sie auch selbst aus?“, und weiter: „Wie viele Akquisitionen sind notwendig, um Marktführer zu werden?“

Zur Beantwortung ging CEO Szymanski ausführlich auf die Strategie des Managements ein und stellte klar, dass die M&A-Aktivitäten lediglich eine von fünf Säulen der Strategie bilden. Die erste Säule sieht eine stärkere Penetration der 14 bestehenden Länder vor, insbesondere durch das Anbieten neuer Lösungen für bestehende Kunden. Zum Beispiel werden einem Kunden, der bisher lediglich eine Cloudlösung hat, weitere Lösungen wie ein Contact-Center oder eine Gesprächsaufzeichnung angeboten.

In der zweiten Säule wird eine Expansion in weitere Länder angestrebt, unterlegt durch eine hohe Skalierbarkeit des Geschäftsmodells. Herr Szymanski zeigte sich erfreut, dass in Frankreich, als 15. europäischem Land, in dem NFON aktiv sein wird, schon die ersten Mitarbeiter eingestellt wurden. Der offizielle Start mit Presse und Marketingeffekt wird planmäßig noch im gleichen Monat, Ende Juni, erfolgen.

Als dritte Säule nannte er die Erweiterung des Produktportfolios in Richtung UCaaS (Unified Communications as a Service). Hierunter ist die Vereinigung von verschiedenen Kommunikationsmitteln und Kollaborations-Tools unter einer Benutzeroberfläche in der Cloud gemeint. Konkret wird das Produktportfolio durch Gruppenchats, Video-Konferenzen, das Teilen von Bildschirmen und durch andere Services erweitert.

Die Einrichtung von offenen Schnittstellen für ERP- und CRM-Systeme nannte Herr Szymanski als vierte Säule. „Das Ziel ist, dass wenn ein Kunde einen Haken bei der Bestellung eines solchen Systems macht, er dann gleich zum Beispiel die integrierte Cloud-Telefonielösung von NFON mit dazu bekommt“, so der Vorstandsvorsitzende. Abschließend und als letzte Säule nannte er die M&A-Aktivitäten. Diese sind seiner Ansicht nach auch von hoher Bedeutung, um aktiv Anteil an der Konsolidierung des Markts zu nehmen.

„Wir arbeiten konsequent an der Strategie, die Nummer eins in Europa zu werden. Den Weg müssen wir natürlich noch gehen, aber die dynamische Entwicklung des Unternehmens hat gezeigt, dass das Ziel auch realistisch ist“, so der Vorstandsvorsitzende abschließend zu den ersten Fragen von Frau Dr. Winter.

Unsicherheit auf dem Weg zur Nummer eins in Europa herrsche laut Frau Dr. Winter jedoch durch die am 21. Februar 2019 publizierte Ad-hoc-Mitteilung, dass der Großaktionär MVC eine Aktienmehrheit anstrebt, um Änderungen in der NFON AG herbeizuführen. „Droht uns etwa schon so kurz nach Börsengang ein Delisting?“, fragte Frau Dr. Winter. Passend dazu äußerte sich als zweiter Redner der Geschäftsführer des Großaktionärs Milestone Venture Capital GmbH (MVC), Günter Müller, der mit seinem Anwalt Clemens Hüber zugegen war. Dieser stellte im Laufe der Versammlung dann auch noch zahlreiche weitere Fragen.

Herr Müller stellte MVC als Investmentarm der Eigentümer-Familie der ASC Technologies AG vor und skizzierte im Groben die Investmentkriterien. Er lobte die Entwicklung der NFON AG und vor allem das erfolgreiche Wirken des damaligen CEO und heutigen Aufsichtsratsvorsitzenden Rainer-Christian Koppitz. In diesem Zuge kaufte MVC mehrere Altgesellschafter heraus und beteiligte sich maßgeblich an den Kapitalerhöhungen.

„Bereits zum IPO haben wir gezeigt, dass wir die Mehrheit über NFON anstreben. Das ist seit vielen Jahren den Altaktionären und dem damaligen Management bekannt. Wir streben es heute auch weiterhin an, wenn der Preis stimmt“, so Herr Müller. Und folgend: „Und dass wir weiterhin an NFON interessiert sind und investieren, zeigt auch die Tatsache, dass wir vor circa zwei Wochen einen weiteren großen Block an Aktien übernommen haben. Einer der Altaktionäre hat verkauft.“

Bezug nehmend auf die von Frau Dr. Winter geäußerte Sorge eines möglichen Delisting entgegnete Herr Müller sehr deutlich, dass dieses nicht geplant ist. „Die ehemaligen Mitglieder des Aufsichtsrats wissen, wie sehr ich dafür gekämpft habe, dass der Börsengang durchgeführt wird“, so Herr Müller.

Neben dem  Lob aufgrund der guten Geschäftsentwicklung in den vergangenen Jahren machte Herr Müller deutlich, dass er  mit einigen Dingen, die nach dem Börsengang erfolgten, nicht zufrieden ist. Er führte in seinem ersten Wortbeitrag drei wesentliche operative Kritikpunkte aus, darunter erstens der Fokus des Managements auf das Wachstum der Seats. „Wachstum bei den Seats können Sie auch erreichen, wenn Sie die Seats verschenken. Dann haben Sie ein riesiges Wachstum“, so Herr Müller. Viel wichtiger ist seiner Ansicht nach die Entwicklung des ARPU (Average Revenue per User), der zu seinem Bedauern leider unter 10 Euro gesunken ist.

Daraufhin entgegnete Herr Szymanski, dass der ARPU für das Management nach wie vor eine sehr wichtige Kennzahl ist. Auch César Flores Rodríguez stimmte dem mit aller Deutlichkeit zu. „Allein die Vorstellung, Seats zu verschenken, tut meiner schwäbischen Seele weh. Das tun wir nicht“, so der CSO. Herr Szymanski führte zudem aus, dass der Durchschnittserlös im vergangenen Jahr aufgrund des erfolgreichen Geschäfts mit Großhandelspartnern (Wholesale-Partner) leicht um 4 Prozent gesunken ist und erklärte: „Je erfolgreicher wir mit den Wholesale-Partnern sind, umso stärker ist diese leicht sinkende Tendenz auf den Durchschnittserlös.“

Ausdrücklich machte er aber auch klar, dass alle weiteren Lösungen drumherum sich positiv auf den ARPU auswirken. Aktuell liegt der Fokus auf dem Wachstum, insbesondere durch die hohe Neugewinnung von Kunden. Trotz dieses auch durch Großhandelspartner verstärkt vorangetriebenen Wachstums erwartet das Management dennoch für 2019 einen in etwa gleichbleibenden ARPU. Mittelfristig wird durch die Cross- und Up-Selling-Möglichkeiten, unter anderem Richtung UCaaS, auch wieder ein höherer Durchschnittserlös erwartet.

Der zweite große operative Kritikpunkt von Herrn Müller war das zu langsame Wachstum der Gesellschaft. Gestützt auf eine von ihm beauftragte M&A-Gesellschaft führte er aus, dass zahlreiche Konkurrenten in der ähnlichen Größensituation wie NFON deutlich stärker gewachsen sind. Hierbei nannte er die Konkurrenten RingCentral, 8x8 und Five9. Auch hinterfragte er in diesem Zuge die Marketing-Aktivitäten kritisch, da diese im vergangenen Jahr stärker als der Umsatz anstiegen.

Daraufhin entgegnete Herr Szymanski, dass die genannten Unternehmen ehemals so stark gewachsen sind, da sie immer wieder Akquisitionen getätigt haben. Dies unterstreiche vielmehr die Bedeutung des Börsengangs und auch des TOP 5 zur Gewährleistung der Flexibilität des Managements. Bezüglich der Marketingkosten führte er die drei verschiedenen Hauptzielgruppen an, darunter als Erstes Partner, Spezialisten und Reseller, als Zweites IT-Manager, IT-Spezialisten und IT-Abteilungen und als Drittes Entscheidungsträger auf Vorstandsebene. Darüber hinaus sieht das Management eine hohe Bedeutung in der kontinuierlichen Vergrößerung des Partnernetzwerks.

Bezogen auf das Wachstum führte der Vorstandsvorsitzende ferner aus, dass laut Studien der Markt im europäischen Mittel mit 16 Prozent wächst. Ziel des Managements für 2019 ist ein deutlich höheres Wachstum, darunter ein Umsatzwachstum von 40 bis 45 Prozent und ein Seat-Wachstum um mindestens 45 Prozent. Zweiteres konnte im ersten Quartal anteilig auch schon erreicht werden. Er gestand aber auch ein, dass das Geschäft von NFON in Deutschland - welches zu rund 74 Prozent zum Gesamtumsatz beiträgt - mit rund 20 Prozent langsamer als der Markt mit rund 25 Prozent wächst. Mit zunehmender Größe ist es für ihn aber auch verständlich, dass die Wachstumschancen begrenzt sind.

Der dritte große operative Kritikpunkt im ersten Wortbeitrag von Herrn Müller war die Übernahme der DTS, welche auch seitens eines anderen Aktionärs mehrfach kritisch hinterfragt wurde. Die Kritik bezog sich zum einen auf die strategische Sinnhaftigkeit und zum anderen auf die Höhe des Kaufpreises. „Die DTS ist im Heimatmarkt Deutschland stark. NFON will aber internationaler Marktführer werden. Warum hat man nicht in England, Italien oder Frankreich zugekauft?“ - „Die Vermarktung der Lösungen der DTS war im Wesentlichen auf kleinere Unternehmen konzentriert, inwiefern hilft das der NFON AG?“, so zwei der zahlreichen Fragen zu diesem Themenkomplex.

Bezug nehmend auf die strategische Sinnhaftigkeit der Übernahme führte CEO Szymanski aus, dass die DTS nach Ansicht des Managements klar zur Strategie beiträgt, die Nummer eins für Cloud-Telefonie in Europa zu werden. Neben der Stärkung des Kerngeschäfts in Deutschland und der Abwehr von Konkurrenten sieht das Management großes Potenzial in der Internationalisierung von den Produkten der DTS. Konkret sprach er die SIP-Trunks an, welche eine Brückentechnologie für Kunden sind, die zwar auf All IP umstellen, jedoch zunächst weiterhin eine Vorort-Telefonanlage verwenden möchten.

„Allein die 35.000 erworbenen SIP-Trunks helfen uns, die Kunden sehr früh in der Entscheidungsfindung abzuholen und in die Cloud zu überführen. Das bedeutet für uns ein großes Cloud-Potenzial. Wir erwägen zudem, dieses robuste Geschäft von DTS im Ausland auszurollen. Darum hat die Übernahme auch eine internationale Komponente, wobei die DTS nur in Deutschland tätig ist“, so der Vorstandsvorsitzende weiter ausführend.

Wortbeiträge kamen ferner von Hendrik Brandis, Vertreter und Partner des zweitgrößten Aktionärs Earlybird, und von mehreren Privataktionären. Herr Brandis zeigte sich sehr erfreut über die bisherige Entwicklung der Gesellschaft. Als Investor „der ersten Stunde“ lobte er, dass man es mit signifikant unterlegenen Ressourcen geschafft hat, ein technisch hochanspruchsvolles Cloud-System zu schaffen. Wichtig ist für ihn die weitere Entwicklung der Produkte, um ein seiner Ansicht nach „vollständigeres Feature-Set“ hinzubekommen. Auch Investitionen in Vertrieb und Distribution sind aus seiner Sicht für die weitere Gewinnung von Marktanteilen essenziell.

„Ich glaube, es besteht hier die Chance, aus diesem Kristallisationspunkt, diesem gesunden Kernsystem – Made in Germany – ein Leichtturm-Unternehmen in einem schnell wachsenden Markt hier aus Deutschland heraus aufzubauen“, so Herr Brandis. Im gleichen Zuge machte er aber auch deutlich, dass für Earlybird das aktive Begleiten in der Rolle des Investors sich dem Ende zuneigt. „Es ist nicht die Aufgabe von Earlybird, am Kapitalmarkt notierte Unternehmen zu begleiten. Wir sind kein langfristiger Partner für das Unternehmen“, so der Co-Founder und Partner von Earlybird.

Zahlreiche weitere Fragen kamen vom Anwalt Hüber, der Herrn Müller bzw. die MVC vertrat. Er hinterfragte die Entwicklung der Vorstandsvergütung in Bezug auf den Börsengang und auf die Übernahme der DTS. Bei den meisten Fragen verwies Rainer-Christian Koppitz als Aufsichtsratsvorsitzender jedoch auf den bestehenden Opt-Out Beschluss nach §268 Abs. 5 Satz 1 HGB, auf dessen Grundlage die Gesellschaft keine individuelle Offenlegung der Vorstandbezüge tätigen muss.

Konkret gab er lediglich zur Auskunft, dass das Vergütungssystem des Vorstands nicht bei dem Börsengang, sondern erst am 1. September 2018 geändert wurde. Um den durch den Börsengang gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden, wurden unter anderem die Fix-Vergütungen für CEO  Szymanski und CTO Koopmann angehoben. Bezüglich der Übernahme der DTS erläuterte er, dass diese in der Zielerreichung schon berücksichtigt wurde, da erste Gespräche auch schon im Sommer 2018 erfolgten. Mögliche noch zu vollziehende Übernahmen sind in der Zielerreichung für 2019 jedoch nicht berücksichtigt. Das anvisierte Wachstum hat bezogen auf die Zielerreichung somit rein organisch zu erfolgen.

Immer wieder kritisierte Herr Hüber die Übernahme der DTS und hinterfragte in diesem Zuge kritisch die Investitionsrichtlinien des Managements, auf dessen Basis die M&A-Entscheidungen getroffen werden. Herr Szymanski hielt mit Bezug auf die vorgestellte Strategie dagegen und hob die Tatsache hervor, dass jede Investition über 100.000 Euro sowie jede Kapitalerhöhung der Zustimmung des Aufsichtsrats unterliegt. Im Fall der DTS-Übernahme war die Zustimmung einstimmig.

Befragt nach zahlreichen detaillierten Informationen zu DTS erläuterte Herr Szymanski, dass die Vermarktung der Lösungen der DTS im Wesentlichen auf kleinere Unternehmen konzentriert war. Die Kundenstruktur zeigt im Durchschnitt etwa 10 Seats je Kunde und liegt damit unter dem Wert von NFON. „DTS ist im mittleren Preissegment unterwegs und ergänzt somit gut unser Produktportfolio, welches mehr im höheren Preissegment angesiedelt ist“, so der CEO.

Bezüglich des Umsatzes konkretisierte er, dass die DTS im Vorjahr einen Umsatz von rund 8 Mio. Euro hatte und das Management für 2019 ein signifikantes Wachstum erwartet. Bei zahlreichen weiteren Fragen verwies Herr Szymanski jedoch auf die Hauptversammlung 2020. „Das Closing wurde ja erst Anfang März vollzogen. Wir sind also in der ersten Phase der Integration, weswegen die Kundenstämme noch nicht ineinander übergegangen sind“, so der Vorstandsvorsitzende.

Trotz der bemühten Beantwortung der vielen kritischen Fragen zu der DTS-Übernahme und den M&A-Aktivitäten des Managements im Allgemeinen mündete die Skepsis und Kritik des Großaktionärs in der Bekanntgabe der Ablehnung zu Tagesordnungspunkt 5, der eine Neuschaffung Genehmigten Kapitals vorsah. „Wir werden keinen Blankocheck für den Vorstand ausstellen. Wir unterstützen als MVC gerne jede sinnvolle Investition in das Wachstum, aber erst wenn wir wirklich die Verwendung kennen“, so Herr Müller.

Damit im Zusammenhang stehend trug der Aktionär Friedrich Bourquin seinen schon im Vorfeld der Hauptversammlung veröffentlichten Gegenantrag vor. Dessen Grundlage war ebenfalls eine Schaffung eines neuen Genehmigten Kapitals, jedoch unter Ausschluss der Einbringung von Sacheinlagen. „Es besteht meiner Ansicht nach keine Notwendigkeit, das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen. Deshalb sollte auch keine Einbringung von Sachanlagen vorgesehen werden. Bareinlagen können auch von den bestehenden Aktionären erbracht werden“, so Herr Bourquin.

Aufgrund der klaren Aussprache des Großaktionärs gegen den bestehenden Beschlussvorschlag des Managements zu TOP 5 begrüßte Herr Szymanski den Gegenantrag und bat die Aktionäre bei Ablehnung zu TOP 5 zumindest den Gegenantrag in Erwägung zu ziehen.

„Wir als Management sind hier offen. Die Vorteile für einen Ermächtigungsbeschluss haben wir dargelegt. Mit einem Genehmigten Kapital von 370.000 Euro werden wir nicht weit kommen, sollte hier einmal der Bedarf bestehen. Somit folgen wir dem Gegenantrag von Herrn Bourquin. Bevor wir als Gesellschaft ohne Genehmigtes Kapital agieren müssen, stellt die Begrenzung der Möglichkeit zur Kapitalerhöhung einen Kompromiss dar“, so CEO Hans Szymanski.

Gegenstand der Wortbeiträge mehrerer Sprecher war die Geschäftsentwicklung der einzelnen Tochtergesellschaften. CSO César Rodríguez führte aus, dass laut Planung des Managements alle Tochtergesellschaften zum Wachstum im Jahr 2019 beitragen sollen. Bei der Tochtergesellschaft in Spanien ist das Management bisher aber noch nicht mit der Entwicklung zufrieden. Hier wurde bei einem Umsatz von rund 0,3 Mio. Euro ein EBIDTA von minus 1,1 Mio. Euro ausgewiesen.

„Man muss aber berücksichtigen, dass wir in Spanien bis zum IPO nicht die notwendigen finanziellen Mittel hatten, um diese Gesellschaft entsprechend zu entwickeln. Seit dem IPO aber verfügen wir über entsprechende Mittel und da hätten wir eine dynamischere Entwicklung ganz klar erwartet“, so der CSO. In diesem Zuge hob er hervor, dass das Geschäft in Deutschland mit einer EBITDA-Marge von knapp 12 Prozent schon profitabel und somit Vorbild für die anderen Tochtergesellschaften ist.

Den Markt in UK bezeichnete er als sehr fortgeschritten und von einem hohen Wettbewerb gekennzeichnet. Bereits heute hat der Markt mit rund 4 Mio. Seats in der Cloud nahezu das Vierfache des deutschen Marktes. Im Falle eines Brexits ohne Abkommen erwägt das Management eine schnelle Eröffnung eines Rechenzentrums vor Ort.

Eine weitere Frage eines Aktionärs bezog sich auf die nicht-wiederkehrenden Umsatzerlöse. Herr Szymanski schlüsselte auf, dass es sich hierbei im Wesentlichen um Hardware und Aktivierungsgebühren handelt. Durch den geplanten stärkeren Verkauf von Premium-Lösungen, hält das Management, trotz klaren Fokus auf die wiederkehrenden Erlöse, nominal eine Steigerung im Jahr 2019 für möglich. „Bei Eintritt in neue Märkte sind die nicht-wiederkehrenden Umsatzerlöse erst einmal höher. Diese nehmen dann aber mit steigendem Kundenstamm ab“, so Hans Szymanski.

Uneinigkeit herrschte abschließend zwischen dem Großaktionär MVC und dem Management bezogen auf die publizierte Ad-hoc-Mitteilung vom 21. Februar 2019. Im Kern ging es bei den zahlreichen Fragen vom Anwalt Hüber darum, welche Absichten das Management mit der Ad-hoc-Mitteilung verfolgte. Da laut Müller schon seit langer Zeit das Interesse seitens MVC besteht, die Aktienmehrheit zu übernehmen, erschloss sich ihm nicht, warum das Management die Ad-hoc-Mitteilung veröffentlichte und noch weniger, warum erst zu diesem Zeitpunkt und nicht schon deutlich früher.

Herr Szymanski erläuterte, dass die Entscheidung unter Beratung der Anwaltskanzlei CMS und nach Absprache mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Koppitz getroffen wurde. Auslöser war ein Telefonat zwischen dem CEO und Herrn Müller, in dem Herr Müller seitens MVC mitteilte, durch die Erlangung der Aktienmehrheit Veränderungen in der NFON AG herbeizuführen. Der entscheidende Punkt für die Ad-hoc-Mitteilung war dabei nicht das schon bekannte Interesse an der Aktienmehrheit, sondern die damit beabsichtigten Veränderungen.

Für Herrn Müller schien das Vorgehen des Managements den Beigeschmack einer Art Abwehrmaßnahme zu haben, da in Folge der Ad-hoc-Mitteilung der Aktienkurs um knapp 16 Prozent stieg. Unabhängig von den kontrovers diskutierten Themen zeigte Herr Müller aber immer wieder deutlich, dass er hinter dem Unternehmen steht und das Wachstum mit vorantreiben möchte. „Ich hoffe und versuche, auch meinen Beitrag dazu zu geben, dass die NFON AG ihren technologischen Vorsprung weiter ausbauen kann. Der vom Vorstand vorgestellte Weg Richtung UCaaS ist auch meiner Ansicht nach klar der richtige“, so Herr Müller abschließend.

Auf die Frage von Frau Dr. Winter, was das Cloudportfolio von NFON einzigartig macht, erläuterte Herr Szymanski, dass es keinen anderen europäischen Anbieter gibt, der einen Cloud-Kommunikationsservice mit einem Tarif und identischen Lösungen seinen Kunden in bald 15 Ländern anbieten kann. „Kunden brauchen eine stabile, flexible und eine skalierende Kommunikationslösung. Das ist es, was der Kunde haben möchte, und genau das kriegt er von uns“, so der CEO.


Abstimmungen

Herr Koppitz verkündete die Präsenz mit 12.759.869 Aktien. Bezogen auf das Grundkapital von 14.091.554 Euro, eingeteilt in ebenso viele Aktien, entsprach dies einer Quote von 90,61 Prozent.

Nur wenige Beschlüsse fanden eine deutliche Mehrheit, darunter die Bestellung von KPMG zum Abschlussprüfer mit 99,95 Prozent (TOP 4) und die Entlastungen der Vorstandsmitglieder Jan-Peter Koopmann und César Flores Rodríguez mit 96,72 Prozent (TOP 2a+c).

Ebenfalls beschlossen im Sinne der Verwaltung, jedoch mit jeweils 938.231 Nein-Stimmen, die sich aufgrund zum Teil bestehender Stimmrechtsverbote in teilweise unterschiedlichen Zustimmungsquoten auswirkten, wurden die AR-Entlastungen von Dr. Hendrik Brandis mit 91,14 Prozent (TOP 3g), von Elmar Meid mit 92,65 Prozent (TOP 3h), von Günter Müller mit 87,42 Prozent (TOP 3i) und von Rainer-Christian Koppitz, Dr. Rupert Doehner, Angelique Werner, Ralf Grüßhaber, Kristian Schmidt-Garve und Ann-Kathrin Müller, allesamt mit 92,65 Prozent (TOP 3a-f).

CEO Hans Szymanski wurde wie seine Vorstandskollegen ebenfalls als Vorstand entlastet, jedoch bei einer Zustimmungsquote von nur 53,70 Prozent mit Gegenstimmen im hohen Umfang (TOP 3b). Abgelehnt wurde sowohl der Vorschlag der Verwaltung zu TOP 5 (Genehmigtes Kapital) mit nur 39,44 Prozent Jastimmen, als auch der Gegenantrag von Friedrich Bourquin mit nur 33,74 Prozent Jastimmen.

Nach fast sechs Stunden wurde die Hauptversammlung gegen 16:00 Uhr beendet.


Fazit

Schnell wird den Aktionären der NFON AG und dem 20-köpfigen Backoffice am 5. Juni 2019 über der Skyline in München klar, dass die erste ordentliche Hauptversammlung ohne Frage eine ganz besondere werden wird. Bei einer weit überdurchschnittlichen Präsenz von über 90 Prozent des Grundkapitals zeigt sich im Anschluss an die Vorstandsrede eine lebendige, von der Breite des Aktionariats getragene, allgemeine Aussprache. Am Schluss sind sich alle einig: Die Börsennotierung der NFON AG ist an Dynamik und Spannung kaum zu übertreffen.

Auch wenn das Wachstum im vergangenen Geschäftsjahr so manch einem Aktionär zu gering war, so würden die Meisten die ambitionierte Prognose für 2019 - wenn diese denn erreicht wird – wohl gerne unterschreiben: ein Umsatzwachstum zwischen 40 und 45 Prozent und ein Seat-Wachstum von mindestens 45 Prozent. Die Antwort des Managements auf die Kritik des zu geringen Wachstums könnte man darum wie folgt formulieren: „Letztes Jahr hatten wir erst anteilig das Kapital vom Börsengang zur Verfügung – wartet ab, zu was wir im Jahr 2019 damit im Stande sind zu leisten!“

Basierend auf einer hohen Skalierbarkeit des Geschäftsmodells treibt das Management die Expansion der Gesellschaft voran. Gestern Italien, morgen Frankreich – so klingt es, wenn CEO  Szymanski erklärt, wie NFON Europas Nummer eins in der Cloud-Telefonie werden soll. Das Kernsystem – Made in Germany – scheint nicht nur die Investoren, sondern auch die internationalen Kunden zu überzeugen.

Trotz vieler auch kontroverser Punkte sind sich Vorstand und Aktionäre auf der Hauptversammlung besonders in einem Punkt einig: Es muss weiter investiert werden! Nicht nur in die Expansion, sondern auch in die Technologie, insbesondere in Premium- bzw. UCaaS-Lösungen, damit nicht nur die Wachstumsrate und die spannende jährliche Hauptversammlung, sondern auch die Profitabilität den Aktionären in Zukunft ein Lächeln auf das Gesicht zaubert.


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