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HV-Bericht 123fahrschule SE

Nach dem erfolgreichen Börsengang soll das Wachstumstempo beschleunigt werden


Die 123fahrschule SE hatte für den 30. Juni 2021 zu ihrer ersten öffentlichen Hauptversammlung eingeladen. Für GSC Research berichtet Matthias Wahler. Das Unternehmen entstand in seiner heutigen Form im Oktober 2020, indem sämtliche Anteile der 123fahrschule Holding GmbH in die damals noch unter Livonia SE firmierende Gesellschaft eingebracht wurden, die bereits an der Börse Düsseldorf gelistet war. Das Unternehmen wurde also im Rahmen eines Reverse IPO an die Börse geführt.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Stefan Petter eröffnete die virtuelle Versammlung um 11 Uhr und teilte mit, dass sich vor Ort in Essen neben ihm selbst die Vorstandsmitglieder Boris Polenske und Timo Beyer eingefunden haben. Zudem waren die Stimmrechtsvertreterin und der protokollierende Notar anwesend. Die anderen Aufsichtsratsmitglieder verfolgten die Versammlung über das Internet, sie konnten bei Bedarf kommunizieren.

Wie Herr Petter informierte, ist Boris Polenske schon länger im Unternehmen tätig. Er hat unter anderem die umfangreichen Umstrukturierungen im vergangenen Jahr begleitet. Timo Beyer gehört dem Vorstand seit 1. April 2021 an. Er stellte sich den Aktionären nachfolgend vor. Bei dem 42-Jährigen hatten in seiner gesamten beruflichen Laufbahn immer die Themen E-Commerce, Marketing und Vertrieb im Fokus gestanden. Er zeichnet bei 123fahrschule nun für das gesamte operative Geschäft verantwortlich.


Bericht des Aufsichtsrats


Nach der Erläuterung der Formalien erstattete Herr Petter den Aufsichtsratsbericht. Als zentrales Thema des vergangenen Jahres benannte er die Einbringung der 123fahrschule Holding GmbH in die bis dahin wirtschaftlich nicht aktive Livonia SE sowie die Neufassung der Satzung einschließlich der Schaffung eines dualistischen Führungssystems. Alle diese Beschlüsse wurden mit Eintrag ins Handelsregister Mitte Dezember 2020 wirksam.

Nach der konstituierenden Aufsichtsratssitzung, die noch vor dem Jahreswechsel erfolgte, informierte der Vorstand den Aufsichtsrat über den Geschäftsverlauf, die Lage der Gesellschaft, die geplanten Kapitalmaßnahmen sowie personelle Veränderungen inklusive der Erweiterung des Vorstands um Herrn Beyer. Ein Schwerpunkt waren daneben die Investitionen in weitere Fahrschulstandorte gewesen.

Im ersten Quartal 2021 befasste sich der Aufsichtsrat eingehend mit der Lage sowie der finanziellen und strategischen Positionierung des Unternehmens. Ein großes Thema waren daneben die Herausforderungen durch die Covid-19-Pandemie, die auch die Geschäftstätigkeit von 123fahrschule nicht unberührt gelassen hat. Nach Auffassung von Herrn Petter könnte die Pandemie aber als Katalysator für die Digitalisierung im Fahrschulbereich wirken, womit sich neue Chancen eröffnen.

Nach diesen Ausführungen aus Sicht des Aufsichtsrats übergab er das Wort an den Vorstand.


Bericht des Vorstands

Herr Polenske begann seinen Vortrag mit einigen Informationen zum deutschen Fahrschulmarkt, der in den letzten Jahren wachsende Umsätze bei mindestens stabilen Margen verzeichnete. Insgesamt wird in der Branche allein im Privatkundensegment ein Umsatz von 2,1 Mrd. Euro erwirtschaftet, was gegenüber dem Vorjahreswert von 1,9 Mrd. Euro einen ordentlichen Anstieg bedeutet.

Der Markt ist allerdings stark fragmentiert. Während in anderen europäischen Ländern größere Player mit Marktanteilen von mehr als 20 Prozent aktiv sind, verteilt sich das Geschäft in Deutschland auf viele sehr kleine Fahrschulen, die durchschnittlich nur rund 200 TEUR Umsatz erwirtschaften. Entsprechend gering ist in der Branche der Digitalisierungsgrad. Ein Unternehmen mit ein oder zwei Mitarbeitern benötigt keine digitale Infrastruktur.

Ein großes Problem ist zudem die Überalterung des Marktes, sowohl was die Unternehmer als auch was die Fahrlehrer betrifft. Wie Herr Polenske mitteilte, führt er derzeit viele Gespräche mit Inhabern, die in Ruhestand gehen und ihre Fahrschule verkaufen wollen. Der Markt befindet sich nach seiner Beobachtung in einem extremen Wandel.

123fahrschule ist angetreten, um den Markt zu modernisieren und zu digitalisieren. Das Ziel ist es, ein attraktives Umfeld für junge Menschen zu schaffen, die Fahrlehrer werden wollen, um die Führerscheinausbildung auch in diesen schwierigen Zeiten sicherzustellen. Der Beruf soll wieder attraktiver gemacht werden. Als Vision gab Herr Polenske aus, mit 123fahrschule bundesweit die qualitativ beste Führerscheinausbildung bieten zu wollen. Überzeugen will er dabei nicht mit einem besonders niedrigen Preis, sondern mit Qualität.

Derzeit beschäftigt das Unternehmen bundesweit 101 Mitarbeiter zuzüglich der Softwareentwickler in Osteuropa und wächst rasant. Nach der Wahrnehmung von Herrn Polenske ist 123fahrschule inzwischen in aller Munde und es entwickelt sich langsam eine starke Marke mit bundesweiter Strahlkraft. Als Newcomer werde man durchaus kritisch beäugt. Insgesamt kommt die Strategie aber am Markt an – und dies ist die Basis dafür, den Marktanteil in den bereits bearbeiteten Regionen zu steigern.
 
Aktuell ist 123fahrschule nach Angabe des Vorstands an 31 Standorten in Nordrhein-Westfalen, Berlin und Hamburg aktiv. Als nächstes folgt München. Wichtig ist ihm, dass in allen Regionen operativ schwarze Zahlen geschrieben werden. Bisher wurden bereits zehn Fahrschulen erfolgreich übernommen. Dieser Prozess ist ebenfalls weitgehend digitalisiert und automatisiert, was helfen wird, auch weitere Übernahmen ohne großen Geld- und Zeitaufwand zu realisieren.

Ferner konnte Herr Polenske von großen Fortschritten bei der proprietären Software berichten. Sie deckt inzwischen weite Teile des Fahrschulbetriebs ab und hilft bei der Automatisierung. Dieser Bereich soll noch stärker vorangetrieben werden. Letztlich soll die Software den Ausbildungsprozess des Fahrschülers möglichst ohne Rückfragen leisten können. Eine wichtige Rolle spielt in diesem Zusammenhang die eigene App, über die alles läuft. 123fahrschule verfügt damit über einen enormen Digitalisierungsvorsprung, der gehalten werden soll.

Als weiteren wesentlichen Erfolgsfaktor sieht der Vorstand das Team von hochqualifizierten Mitarbeitern, die die wesentlichen Bereiche professionell abdecken. Ein Mitarbeiter mit guten Kontakten kümmert sich insbesondere um die politische Kommunikation. Man hat die Gründung eines eigenen Verbandes inittiert, um die Bedürfnisse von Onlineanbietern wie 123fahrschule an das Fahrlehrergesetz politisch umsetzen zu können. Im Wesentlichen geht es Herrn Polenske zufolge um das Thema Online-Theorie, auf das er später näher einging.

Sodann präsentierte der Vorstand die Pro-Forma-Zahlen für das Geschäftsjahr 2020. Die tatsächlichen Zahlen sind wenig aussagekräftig, da das operative Geschäft der damaligen 123fahrschule Holding GmbH erst im vierten Quartal eingebracht worden ist. Bei den Pro-Forma-Zahlen wurde deshalb so getan, als wäre die Einbringung bereits zum 1. Januar 2020 erfolgt. Damit ist auch eine gewisse Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr gegeben.

Trotz der Corona-Pandemie konnte Herr Polenske von großen Fortschritten berichten. Der Umsatz erhöhte sich auf Pro-Forma-Basis durch den Ausbau der Marktanteile in den jeweiligen Städten, aber natürlich auch durch die Filialexpansion deutlich auf 4,3 (3,7) Mio. Euro. Zugleich konnte das EBIT trotz Pandemie auf minus 2,0 (minus 2,8) Mio. Euro verbessert werden.

Die Fahrschulen profitierten von steigenden Preisen. Marktseitig muss man sich nach Auffassung des Vorstands keine Gedanken machen. Zwischenzeitlich kam es Corona-bedingt zwar zu Schulungsverboten. Regional waren die Einschränkungen allerdings sehr unterschiedlich und im Kernmarkt Nordrhein-Westfalen zum Glück begrenzt. Auch die aktuellen Auflagen sind leistbar. Herr Polenske sieht eher positiv, dass die Pandemie die Digitalisierung in der Führerscheinausbildung vorangetrieben hat. Erstmals war im vergangenen Jahr Online-Theorieunterricht erlaubt.

Nach Überzeugung des Vorstands wird der Online-Theorieunterricht in der Branche zum Game-Changer. Er geht davon aus, dass diese Regelung dauerhaft erhalten bleibt. Für die Schüler bedeutet dies eine enorme Zeitersparnis, da die Anfahrt zu den Schulungen vor Ort entfällt. Eigene Analysen, die allerdings nicht wissenschaftlich fundiert sind zeigen, dass das Lernen zuhause ebenbürtig ist mit dem in der Filiale. Zudem findet derzeit eine wissenschaftliche Studie zu dieser Fragestellung statt, deren Ergebnisse im vierten Quartal 2021 erwartet werden. Natürlich stößt dies bei traditionellen Fahrschulen nicht auf Begeisterung.

Kommt es zu einer dauerhaften Erlaubnis, hätte dies für das Unternehmen sehr positive Effekte. In jeder Stadt bräuchte 123fahrschule dann nur noch einen Standort, was die Raumkosten erheblich reduzieren und den Aufbau neuer Regionen erleichtern würde. Letztlich würde sich die Fahrschul-Landschaft komplett verändern.

Für 123fahrschule ergäbe sich damit eine gute Chance, den Markt dank der bereits umfangreichen Erfahrungen im M&A-Bereich innerhalb weniger Jahre bundesweit zu besetzen. Den traditionellen Fahrschulen fehlt es an digitaler Kompetenz, um dies zu leisten. Zwar gibt es auch Anbieter im europäischen Ausland, die interessiert sind. Daran sieht Herr Polenske aber vor allem aufgezeigt, dass die Branche attraktiv ist. Und der Markt ist groß genug für mehrere große Player. Der Vorstand ist überzeugt, dass der Markt in den nächsten Jahren deutlich konsolidieren wird.

Als konkretes Ziel gab er aus, bis Ende 2021 in Nordrhein-Westfalen gerechnet nach Einwohnern 75 Prozent des Marktes abgedeckt zu haben. Auch in den anderen Regionen will er das Wachstum forcieren. Planmäßig soll das Unternehmen im kommenden Jahr in allen Bundesländern vertreten sein. Damit wäre 123fahrschule dann eine bundesweite Marke.

Eine Schlüsselrolle spielen allerdings die Fahrlehrer, die in vielen Fahrschulen bereits fehlen. Wird nicht gegengesteuert, ist in einigen Jahren eine erhebliche Unterdeckung zu befürchten. Das Problem ist Herrn Polenske zufolge gar nicht, dass es keine Interessenten gäbe oder die Bezahlung schlecht wäre. Die Ausbildung kostet aber rund 25 TEUR, womit sich für viele die Frage der Finanzierung stellt. Teilweise werden Leute vom Jobcenter geschickt, die oft gar nicht Fahrlehrer werden wollen. Viele scheiden dann schnell wieder aus oder bestehen schon die Eignungsprüfung nicht.

Die Idee von Herrn Polenske ist es nun, wirklich interessierten Nachwuchsfahrlehrern die Ausbildung über einen Kredit zu finanzieren, den sie dann über 36 Monate zurückzahlen. Er geht fest davon aus, dass dies neben dem Abwerben von Fahrlehrern und der Akquisition von Fahrschulen ein weiterer guter Ansatz ist, um das Unternehmen schnell wachsen zu lassen. Zunächst gilt es aber ein sauberes rechtliches Konstrukt aufzubauen. Zwar kommt das Geld schnell wieder zurück. Insgesamt geht es aber durchaus um größere Summen.

Die Übernahme von Fahrschulen hat sogar mehrere positive Aspekte. Zum einen können auf diese Weise neue Fahrlehrer gewonnen werden. Außerdem reduziert sich der Wettbewerb und der Marktanteil von 123fahrschule steigt. Die Kaufpreise sind dabei immer noch überschaubar. Es gibt im derzeitigen Marktumfeld nur wenige Interessenten, die über die nötigen Mittel verfügen. Als weiteres wichtiges Thema benannte der Vorstand die Kfz-Beschaffung, die ebenfalls Grundlage für das geplante Wachstum ist.

Abschließend sprach Herr Polenske einige Worte zu TOP 6, unter dem die Schaffung eines neuen Optionsprogramms für den Vorstand mit einem Umfang von 181.448 Aktien vorgeschlagen war. Die Erfolgsziele sind sportlich. Das Programm greift nur dann voll, wenn entweder die Marktkapitalisierung auf über 100 Mio. Euro steigt, ein Umsatz von mindestens 100 Mio. Euro erzielt oder ein EBIT von über 10 Mio. Euro erwirtschaftet wird. Jeder Aktionär dürfte sich freuen, wenn diese Werte erreicht werden. Gleichwohl ist der Vorstand überzeugt, dass dies bereits in wenigen Jahren gelingen kann.

Insgesamt sieht Herr Polenske die Zukunft sehr positiv. 123fahrschule betätigt sich in einem attraktiven Markt mit einem Volumen von 2,1 Mrd. Euro, ist Innovationstreiber mit zwei bis drei Jahren Vorsprung und das Geschäft ist hochskalierbar. Zudem verdienen alle Regionalgesellschaften schon heute Geld, nur noch nicht genug, um auch die Holding zu finanzieren. Nach dem erfolgreichen Börsengang soll das schon hohe Wachstum nun noch einmal beschleunigt werden. Mit zunehmender Größe wird sich dann auch schnell der Bekanntheitsgrad erhöhen.


Allgemeine Aussprache


In der vorgegebenen Frist hatte ein Aktionär fünf Fragen eingereicht, die Herr Beyer im Folgenden beantwortete.

Zunächst bat der Aktionär um ergänzende Informationen zur Altersstruktur. Seinen Eindruck, dass es sich bei den Kunden von 123fahrschule vor allem um junge Menschen handelt, während die Fahrlehrer immer älter werden, bestätigte Herr Beyer. Das Durchschnittsalter der Fahrschüler liegt bei 25 Jahren. Allerdings gibt es große Unterschiede zwischen ländlichen Regionen, in denen die Jugendlichen in der Regel schon mit 17 oder 18 Jahren den Führerschein machen, und der Stadt, wo dies in der Regel später der Fall ist. Bei den Fahrlehrern liegt der Altersdurchschnitt bei 123fahrschule mit 48,8 Jahren etwas unter dem bundesweiten Durchschnitt von 55 Jahren.

Befragt nach dem Mehrwert, den Kunden haben, wenn sie sich bei 123fahrschule anmelden und nicht bei einem traditionellen Anbieter, konnte Herr Beyer mehrere Aspekte nennen. Ganz oben steht in diesem Zusammenhang die professionell gemanagte Ausbildung mit vielfach vollständig automatisierten Prozessen, die für den Schüler komfortabel und intuitiv zu handhaben sind. Damit wird gewährleistet, dass der persönliche Zeitaufwand möglichst geringgehalten wird und in aller Regel deutlich unter dem einer traditionellen Fahrschule liegt.

Allein schon durch die Online-Theorie spart der Fahrschüler enorm Zeit, da die Anfahrt entfällt. Damit wird kompensiert, dass 123fahrschule sich im oberen Drittel des Preissegments bewegt und quasi als Premiumanbieter positioniert. Allerdings sind die Fahrschüler meist gar nicht so preissensitiv, wie man denken könnte. Und letztlich ist die Ausbildung dank der hohen Digitalisierung nicht teurer als bei traditionellen Anbietern, aber weit komfortabler und transparenter. Alle Buchungen können bequem von zuhause erledigt werden und durch die App weiß der Schüler immer, wo er steht.

Ein Risiko für das Geschäftsmodell könnte sich nach Einschätzung des Aktionärs ergeben, wenn sich der Markt für selbstfahrende Autos weiter rasant entwickelt und der Führerschein vielleicht bald überflüssig wird. Diese Sorge konnte ihm Herr Beyer nehmen. Schaut man sich das Thema näher an, wird schnell klar, dass die Technik bei Weitem noch nicht so ausgereift ist, dass sie den Führerschein ersetzen würde. Zudem gibt es noch viele sicherheitsrelevante Fragen zu klären. Nach Überzeugung von Herrn Beyer wird es noch Jahrzehnte dauern, bis nur noch selbstfahrende Autos auf den Straßen fahren.

Ferner regte der Aktionär an, die 123fahrschule-Aktie zusätzlich an anderen Börsenplätzen listen zu lassen. Bisher ist sie nur in Düsseldorf notiert und wohl nicht zuletzt deshalb vielen Anlegern noch unbekannt. Bei verschiedenen Neobrokern, bei denen sich gerade junge und technikaffine Anleger bewegen, kann sie damit gar nicht gehandelt werden.

In seiner Antwort versicherte Herr Beyer, dass sich der Vorstand dieser Problematik bewusst ist. Man arbeite daran, dass die Aktie zeitnah in den Xetra-Handel aufgenommen wird. Eventuell gelingt dies bereits mit Veröffentlichung der Halbjahreszahlen. Die Aktie soll auch an anderen Börsenplätzen gelistet werden. Bei Lang & Schwarz erfüllt 123fahrschule die Kriterien betreffend Börsenwert und Handelsvolumen noch nicht.


Abstimmungen

Vor Eintritt in die Abstimmungen verkündete Herr Petter die Präsenz. Die Stimmrechtsvertreterin vertrat 911.268 Aktien. Bezogen auf das Grundkapital von 1.814.480 Euro, eingeteilt in ebenso viele Aktien, entsprach dies einer Quote 50,22 Prozent. Darüber hinaus waren 482.346 Aktien im Wege der Briefwahl angemeldet. In Summe lag die Präsenz damit bei 76,81 Prozent.

Alle Beschlüsse wurden bei maximal 35.000 Gegenstimmen mit Zustimmungsquoten über 97 Prozent gefasst.

Im Einzelnen waren dies die Entlastung des Vorstands bzw. der geschäftsführenden Direktoren (TOP 2), die Entlastung des Aufsichtsrats bzw. der Mitglieder des Verwaltungsrats (TOP 3), die Bestellung der Morison Köln AG zum Abschlussprüfer (TOP 4), die Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals (TOP 5), die Aufhebung des bestehenden und die Etablierung eines neuen Aktienoptionsprogramms (TOP 6) sowie die Ermächtigung zur Ausgabe von Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen (TOP 7).

Um 12:38 Uhr schloss der Vorsitzende die Versammlung.


Fazit

Die 123fahrschule SE wurde im Dezember 2020 im Rahmen eines Reverse IPO an die Börse geführt. Das Unternehmen ist angetreten, um den in Deutschland noch sehr traditionell ausgerichteten Fahrschulmarkt zu modernisieren und zu digitalisieren, was nach einem vielversprechenden Projekt klingt. Während im restlichen Europa vielfach schon größere Anbieter aktiv sind, ist der Markt in Deutschland mit vielen sehr kleinen Fahrschulen noch stark fragmentiert. Entsprechend gering ist der Digitalisierungsgrad.

Dabei gibt es in der Branche viele Ansatzpunkte, um die Abläufe zu modernisieren. Im Fokus steht bei 123fahrschule derzeit der Online-Theorieunterricht, der mit der Pandemie an Bedeutung gewann und wohl dauerhaft erhalten bleiben dürfte. Insgesamt wird eine möglichst umfangreiche Digitalisierung der Prozesse angestrebt, was nicht nur Kosten spart, sondern auch mehr Transparenz bringt. Mit einer eigenen App hat 123fahrschule in diesem Bereich einen enormen Entwicklungsvorsprung.

Das Unternehmen will den Wandel der Branche aktiv mitgestalten. Das Ziel ist es, eine bundesweite Marke mit hoher Bekanntheit aufzubauen. Aktuell umfasst die Gruppe bereits 31 Standorte in drei Bundesländern. Nach dem erfolgreichen Börsengang soll das Geschäft jetzt mit der Akquisition weiterer Fahrschulen an attraktiven Standorten zügig bundesweit ausgerollt und das Wachstum noch beschleunigt werden.

Insgesamt handelt es sich um eine interessante Story, die allerdings noch am Anfang steht. Die Aktie, die bisher nur an der Börse Düsseldorf gelistet ist, ist auch noch relativ unbekannt. Mit der geplanten Notierung an weiteren Börsenplätzen dürfte sich dies ändern. Mit Blick darauf erscheint es sinnvoll, schon jetzt spekulativ einzusteigen, zumal die Marktkapitalisierung beim aktuellen Kurs von 10 Euro nur etwas mehr als 18 Mio. Euro beträgt. Es gilt allerdings zu beachten, dass noch einige Kapitalmaßnahmen zur Finanzierung des geplanten starken Wachstums anstehen dürften.


Kontaktadresse

123fahrschule SE
Klopstockstr. 1
D-50968 Köln

Tel.: 49 (0)2 21 / 17 73 57-0

Internet: www.123fahrschule.de
E-Mail: ir(at)123fahrschule.de


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