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infas Holding AG (ISIN DE0006097108)

Friedrich-Wilhelm-Straße 18
D-53113 Bonn
Deutschland
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Zu ihrer diesjährigen Hauptversammlung hatte die infas Holding AG ihre Anteilseigner am 19. Juli 2017 wie bereits in den Vorjahren in das Maritim Hotel in Bonn eingeladen. Der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Oliver Krauss begrüßte die rund 80 Aktionäre, Gäste und Vertreter der Presse, darunter auch Alexander Langhorst von GSC Research, um 11:00 Uhr und erteilte nach Erledigung der üblichen einleitenden Hinweise und Formalien dem Alleinvorstand Menno Smid das Wort.


Bericht des Vorstands


Nach Begrüßung der Teilnehmer erklärte Herr Smid, dass er sich in seinen Ausführungen auf die zentralen Aspekte des Geschäftsjahres 2016 konzentrieren wird. Hinsichtlich der genauen Details verwies er auf den ausliegenden Geschäftsbericht, in dem alle Einzelheiten aufgeführt sind und dort nachvollzogen werden können. Mit Blick auf 2016 stellte er fest, dass es sowohl sehr gute Nachrichten zu überbringen gibt als auch weniger erfreuliche.

Unter die Rubrik der guten Nachrichten ordnete Smid die Geschäftsentwicklung im Berichtszeitraum ein. So verbesserte sich die Gesamtleistung um 17,8 Prozent auf 23,3 (Vorjahr: 19,8) Mio. Euro, das EBIT verbesserte sich um 13,8 Prozent auf 1,7 (1,49) Mio. Euro. Zudem konnte auch das Versprechen aus der letztjährigen Hauptversammlung eingelöst werden, dass die infas Holding AG mit dem Jahresergebnis 2016 die Dividendenfähigkeit erreicht. Jedoch ist es durch vorgenommene Abschreibungen auf Kaufpreisforderungen für die veräußerte ehemalige Tochtergesellschaft Action Press GmbH & Co. KG zu negativen Effekten gekommen. Somit ist letztlich unter dem Strich nur ein kleiner Gewinn verblieben, der zudem einer Ausschüttungssperre unterliegt, so dass für 2016 leider keine Dividende gezahlt werden kann.

Konkret belief sich das Ergebnis vor Ertragssteuern auf 1,61 (1,38) Mio. Euro, das Ergebnis aus fortzuführenden Geschäftsbereichen lag bei 0,99 (1,13) Mio. Euro. Die vorgenommenen Abschreibungen auf Kaufpreisforderungen aus dem Action Press-Verkauf werden unter dem Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen ausgewiesen. Dieses lag bei minus 0,78 (minus 1,46) Mio. Euro. Unter dem Strich ergibt sich damit ein Jahresüberschuss von 213 TEUR nach einem Fehlbetrag in Höhe von 325 TEUR im Vorjahr. Dies entspricht einem Ergebnis je Aktie von plus 0,02 (minus 0,04) Euro, allein aus dem fortgeführten Geschäft ergibt sich ein Ergebnisbeitrag von 0,11 (0,13) Euro.

Die wichtigste Tochtergesellschaft, die infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH, konnte auch 2016 die versprochene und erwartete gute Entwicklung weiter fortsetzen. So stieg die Gesamtleistung um 17,3 Prozent auf 22,28 (18,9) Mio. Euro, das EBIT verbesserte sich um 31,3 Prozent auf 2,56 (1,95) Mio. Euro. Damit stieg die EBIT-Marge auf 12 (10) Prozent. Die 2016 erzielten Umsatzerlöse stellen nicht nur ein Rekordniveau für das Unternehmen dar, sondern entsprechen laut Herrn Smid auch einer Verdopplung seit dem Jahr 2009. Auch für das laufende Geschäftsjahr rechnet er erneut mit einem Umsatzvolumen oberhalb der 20 Mio. Euro Marke.

Der Anstieg der Materialaufwandsquote im Berichtsjahr resultierte laut Vorstand aus dem hohen Arbeitsanfall und der Notwendigkeit von teilweisen Fremdvergaben. Es wird jedoch an der Aufstockung der internen Kapazitäten gearbeitet, so dass der Anteil der Fremdvergaben künftig wieder etwas zurückgehen soll. Für das große Engagement im arbeitsreichen Jahr 2016 dankte Herr Smid den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ausdrücklich.

Sodann gab der infas Holding-Chef einen Überblick über die verschiedenen Erhebungsmethoden, die im Unternehmen angewandt werden. Der nach wie vor größte Anteil entfällt dabei auf Telefoninterviews. 2017 wurden insgesamt 285.361 Telefoninterviews mit bis zu 2.000 Interviewern durchgeführt. Der Nettozeitaufwand lag bei 4,36 Mio. Minuten oder 71.000 Stunden, dies entspricht 5.900 Tagen oder 16,1 Jahren. Für bestimmte Erhebungen sind auch weiterhin die klassischen "Face-to-Face"-Interviews notwendig. Hierfür kann man auf 1.102 aktive Interviewer zurückgreifen, die Zahl der durchgeführten Interviews lag 2016 bei rund 36.000 und soll 2017 auf 56.000 ansteigen. An Bedeutung gewinnen im Zeitalter der Digitalisierung immer mehr auch Onlineinterviews. Hiervon wurden 2016 gut 68.000 durchgeführt. Bei Onlineinterviews sind laut Herr Smid gewisse Incentivierungen für die Teilnehmer erforderlich, so dass hierfür ein gewisser zusätzlicher Aufwand erforderlich wird.

Aktuell ist infas laut Vorstand unter anderem mit folgenden Projekten befasst. Im Rahmen des NEPS-Projektes sollen Bildungsverläufe von Menschen systematisch erfasst werden, dabei wird eine entsprechende Anzahl an Personen bis zum Eintritt in das Erwerbsleben begleitet und fortlaufend befragt. Hiervon verspricht man sich Erkenntnisse über die Gründe, warum möglicherweise Kinder aus bestimmten sozialen Milieus Schwierigkeiten haben einen sog. Bildungsaufstieg zu vollziehen. Weitere Projekte sind u.a. TwinLife, eine breit angelegte Studie über Zwillinge, Pass 2 - eine Studie zum Thema Langzeitarbeitslosigkeit, oder die Große Vermächtnisstudie der Wochenzeitung "DIE ZEIT".

Auch auf der qualitativen Seite macht infas nach seiner Angabe weiterhin große Fortschritte. So ist die Zertifizierung nach der DIN ISO Norm 20252, dem Standard für die Branche, erfolgreich abgeschlossen worden. Positiv hob er auch die Fortschritte beim Controlling und dem Sampling Management hervor. Hierdurch werden Informationen und Projektstände viel zeitnäher begleitet und es kann schneller auf etwaige Entwicklungen reagiert werden. Zugleich ist auch ein Beurteilungssystem für Führungskräfte geschaffen worden. Sehr positiv hob er auch die neue "B2B" Zeitschrift "Lagemaß" hervor, die eine Goldprämierung im "Best of Content Award" gewonnen hat.

Im weiteren Verlauf der Ausführungen wurde über die Entwicklung bei der Tochtergesellschaft infas 360 berichtet. Diese entwickelt sich nach Vorstandsangabe im Rahmen der Planungen und soll nach derzeitigem Stand im jetzt laufenden Geschäftsjahr eine schwarze Null schreiben. Das angebotene Leistungsportfolio passt in den Markt und wird den Anforderungen der Kunden gerecht. Beispielhaft nannte Herr Smid als Kunden VW, Vonovia, Daimler, Deutsche Telekom, Zalando, Kabel Deutschland sowieWüstenrot & Württembergische. Mit dem Ansatz von infas 360 ist es möglich, anhand der vorhandenen Daten und bei geringen Budgets dennoch repräsentative Ergebnisse zu errechnen. Die bereits gute Datenbasis wird ständig erweitert, inzwischen kann auch auf amtliche Daten, bei denen die Digitalisierung auch immer weiter voranschreitet, immer besser zugegriffen werden. Als Beispiel nannte Herr Smid die vorhandenen Daten zu ca. 52 Mio. Gebäuden, oder auch Daten und Dokumente aus öffentlichen Registern, die ständig erweitert und aktuell gehalten werden. Insgesamt sieht der Vorstand die infas 360 auf einem guten Weg.

Aktuell neu hinzugekommen ist die Tochtergesellschaft infas quo. Das Unternehmen mit Sitz in Nürnberg wird sich mit dem Thema Marktforschung und der strategischen Beratung auf dem Gebiet der Marktforschung beschäftigen. Die Geschäftstätigkeit am Standort in Nürnberg ist zum 01. Juli 2017 aufgenommen worden. Personell konnten einige Spezialisten von der GfK SE gewonnen werden, die sich in Folge der dortigen Änderung der Eigentümerstruktur nicht mehr richtig aufgehoben gefühlt haben. Zusätzlich sollen in Nürnberg auch Kapazitäten für Telefoninterviewer geschaffen werden.  Zu Beginn soll der Fokus vor allem auf den Branchen Finanzen, Transport & Logistik sowie Investitionsgüter liegen.

Abschließend zeigte sich Herr Smid mit der Performance der Aktie der infas Holding AG seit der vergangenen Hauptversammlung durchaus zufrieden und brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass es mit der positiven Entwicklung von operativem Geschäft und Kursverlauf so weitergeht.


Allgemeine Aussprache


Als erster Redner meldete sich Rechtsanwalt Thomas Hechtfischer, Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), zu Wort und zeigte sich mit der Entwicklung bei der Tochtergesellschaft infas institiut sehr zufrieden und hob auch positiv die bei der infas 360 für 2017 in Aussicht gestellten schwarzen Zahlen hervor. Mit Blick auf die vom Vorstand berichtete Entwicklung bei der bis zum Verkauf 2015 zum Konzern gehörenden Action Press begrüßte er die getätigte Veräußerung.

Nähere Erläuterung wollte er sodann zu der im Konzernanhang ausgewiesenen 33prozentigen Beteiligung an der BNS. Die genannte Gesellschaft beschäftigt sich mit verschiedenen Themen aus dem Bereich der Digitalisierung und dabei insbesondere mit dem digitalisierten Handelsregister. Mit einer Lösung von BNS ist es möglich, die Daten aus dem digitalisierten Handelsregister quasi realtime auslesen zu können und damit die vorhandenen Datensätze z.B. zu Unternehmen stets aktualisiert zu halten.  Von besonderem Interesse sind dabei laut Herrn Smid vor allem auch Veränderungen in der Geschäftsführung oder aber auch bei der Zusammensetzung des Aufsichtsrats.

Des Weiteren interessierte sich Herr Hechtfischer, wie auch weitere Redner in der Generaldebatte nach ihm, für weitere Details zur neuen Tochtergesellschaft infas quo in Nürnberg. Diese ist nach Angabe von Herrn Smid zum 01. Juli 2017 gestartet. Mit der Gründung der Tochtergesellschaft reagiert man auf den sehr starken Wandel. Spielt bei der infas 360 vor allem die immer weiter voranschreitende Digitalisierung eine wichtige Rolle, liegt der Fokus der infas quo vor allem darauf, die Expertise des Unternehmens im Bereich der Marktforschung weiter zu schärfen und zu stärken. Bei der Standortwahl hat man sich laut Smid bewusst für den Standort in Nürnberg entschieden. So ist Nürnberg der bedeutendste Standort für Marktforschung in Deutschland und weist eine hohe Konzentration der nennenswerten Wettbewerber auf. Insoweit kann man dort auch auf erfahrenes Personal zugreifen, zumal derzeit beim wichtigen Wettbewerber GfK durch die erfolgten Änderungen nach allem, was im Markt zu vernehmen ist, einige Unzufriedenheit herrscht. Ein weiterer wichtiger Faktor ist nach Vorstandsaussage allerdings auch, dass dort mit der Bundesagentur für Arbeit ein guter Kunde von infas ansässig ist und daher eine Präsenz direkt vor Ort sinnvoll ist und man hier auf Sicht insbesondere bei großen Projekten davon profitieren wird.

Angesprochen auf die Planungen für die neue Tochtergesellschaft zeigte sich Smid ausgesprochen positiv und geht davon aus, dass sich die infas quo auf mittlere Sicht erfolgreich entwickeln wird. Es wird mit allen neuen Aktivitäten bzw. Tochtergesellschaften angestrebt, nach zwei bis drei Jahren in die Gewinnzone zu gelangen. Auf die vorgebrachten Einwände aus dem Aktionariat, die eine Präsenz in Berlin mehr begrüßt hätten  informierte Herr Smid darüber, dass man auch dort mit einem Büro vertreten ist.

Bezogen auf weiteres Wachstum interessierte sich der DSW-Sprecher dafür, inwieweit neben dem deutschen Markt auch eine Expansion ins deutschsprachige Ausland, also Österreich oder die Schweiz, ein Thema sein könnte. Laut Herrn Smid beobachtet man die angesprochenen Märkte, jeder Markt weist aber entsprechende Charakteristika auf, so dass hier nur überlegt vorgegangen werden kann. Im Grundsatz zählt aber auch eine Expansion ins Ausland zur Wachstumsstrategie. Allerdings gilt auch für etwaige Auslandsaktivitäten die gleiche Prämisse wie bei den bereits gegründeten inländischen Tochtergesellschaften, nämlich nach zwei bis drei Jahren eine operativ schwarze Zahl zu schreiben.

Ferner interessierte sich Herr Hechtfischer für den aktuellen Stand der Verfahren rund um das sog. "Sozialversicherungsthema" für die Interviewer bei infas. Hierzu führte der Vorstand aus, dass eine Rückstellung in Größenordnung von 117 TEUR nach einem entsprechenden positiven Urteil des BFH aufgelöst werden konnte. Diese wurde ursprünglich für eine Forderung des Finanzamtes gebildet, allerdings besteht hinsichtlich der steuerlichen Sichtweise nach BFH-Urteil nunmehr Klarheit und die Rückstellung konnte ertragswirksam aufgelöst werden. Seitens der Sozialbehörden wird der identische Sachverhalt allerdings weiterhin ganz anders gesehen. Herr Smid konnte seine Verärgerung darüber kaum verbergen und bezeichnete den aktuellen Zustand als ein "absolutes Unding". Auch wenn man das Thema bisher noch nicht endgültig abschließen konnte, sieht er mit dem BFH-Urteil im Rücken die Argumentationsbasis von infas gegenüber der Sozialversicherung allerdings deutlich gestärkt.

Herr Hechtfischer wie auch im weiteren Debattenverlauf Herr Nimsch erkundigte sich nach dem aktuellen Stand der Abwicklung der Kaufpreiszahlungen für die veräußerte Action Press. Hierbei interessierte beide Redner insbesondere das mögliche Risiko, falls sich die ehemalige Tochtergesellschaft noch deutlich schlechter entwickeln sollte. Hierzu antwortete Herr Smid, dass der vereinbarte Kaufpreis bis auf eine ergebnisbezogene Komponente in Höhe von 250 TEUR geflossen ist und bei den erhaltenen Beträgen kein Risiko besteht. Ein Risiko besteht indes bei einer Kaufpreisforderung über 250 TEUR, die für den Fall eines positiven Jahresergebnisses 2017 bei der Action Press im Jahre 2018 fällig werden würde. Ausgehend von der schwachen Entwicklung 2016 ist laut Herrn Smid nach derzeitigem Erkenntnisstand nicht davon auszugehen, dass 2017 ein positives Ergebnis gelingen wird. Aus Gründen der kaufmännischen Vorsicht ist daher eine Abschreibung erfolgt. Sollte die Voraussetzung eines positiven 2017er Ergebnisses indes doch erreicht werden, würde sich die vereinnahmte Zahlung positiv auf den Cashflow auswirken.

Als zweiter Redner meldete sich Alexander Langhorst, zugleich Verfasser des vorliegenden Berichts, zu Wort, der unter anderem die Aktien der Effecten-Spiegel AG vertrat, und bedankte sich zunächst für die geleistete Arbeit bei Mitarbeitern, Vorstand und Aufsichtsrat. Auf die Frage, wie sich die aktuellen Veränderungen bei der durch Finanzinvestoren übernommenen GfK SE im Markt auswirken, verwies Herr Smid auf seine Ausführungen zur neuen Tochtergesellschaft in Nürnberg. Insgesamt scheint nach seiner Wahrnehmung durch die Veränderungen im Gesellschafterkreis der GfK eine gewisse Verunsicherung bei den dortigen Mitarbeitern eingetreten zu sein, die dazu führt, das sich der ein oder andere nach anderen Wirkungsstätten umschaut. Hiervon hat infas am neuen Standort in Nürnberg bereits profitiert.

Des Weiteren interessierte sich Herr Langhorst für die Hintergründe der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 117 TEUR. Dabei handelte es sich laut Herrn Smid um die vorsorglich gebildeten Steuerrückstellungen aus dem "Sozialversicherungsthema". Nach dem ergangenen Urteil des BFH konnten diese nunmehr ertragswirksam aufgelöst werden.

Breiteren Raum im Rahmen der Generaldebatte nahm sodann die von Herrn Langhorst angesprochene und erfragte Rückforderung der Aufsichtsratsvergütungen für die Geschäftsjahre 2013 und 2014 ein. Hier interessierte sich der Redner dafür, ob der ausgewiesene Eingang von 108 TEUR im Jahr 2015 bedeutet, dass sämtliche Zahlungen zurückerstattet worden sind. Für den Fall, dass noch Zahlungen offen sein sollten, bat Herr Langhorst um Angabe der betroffenen Personen und der noch offenen Höhe. Hierzu erläuterte Herr Smid, dass noch Forderungen in Größenordnung von etwa 100 bis 130 TEUR offen sind. Der infas Holding-Chef bekräftigte, dass man auf der Forderung bestehen werde und diese auch mit juristischen Mitteln beigebracht werden sollen. Bislang setzt sich die Gesellschaft gegen Klagen des früheren AR-Mitgliedes Christochowitz zur Wehr. Gegen die anderen ehemaligen Aufsichtsratsmitglieder wird man noch vorgehen, aus taktischen Gründen soll aber zunächst noch der weitere Fortgang des zuvor genannten Verfahrens abgewartet werden. 

Im weiteren Debattenverlauf meldeten sich noch die Aktionäre Bökenbrink, Hellmerichs, Schröter, Klein und Nimsch zu Wort. Befragt nach einer Einschätzung des Vorstands zum fairen Wert der Aktie antwortete der Vorstand, dass er diesen etwa im Bereich von 4 Euro ansiedelt.
 
Auf die von verschiedenen Rednern aufgeworfene Frage nach einer möglichen Dividendenperspektive der Gesellschaft und den Gründen für den Vortrag des Bilanzgewinns auf neue Rechnung antwortete der Vorstand, dass man einem "gesetzlichen Ausschüttungsverbot" unterliegt und daher eine Ausschüttung leider nicht möglich ist. Hintergrund sind noch bestehende Pensionsverpflichtungen in der Gesellschaft, die insbesondere zu Gunsten des früheren Vorstands Moritz Hunzinger bestehen. In einem kleinen Umfang ist auch das frühere Vorstandsmitglied Gürmen betroffen. Ergänzend hierzu erläuterte Aufsichtsratschef Dr. Krauss, dass die Verwaltung auch sehr intensiv Möglichkeiten prüft. die Pensionsthematik zu lösen. Hierzu wurden auch bereits entsprechende Fachleute zur rechtlichen Begutachtung eingeschaltet. Dies ist laut Dr. Krauss wichtig, um gangbare Wege zu identifizieren und diese dann umzusetzen. Da es sich aber um eine insgesamt recht komplexe Gemengelage handelt - unter anderem ist auch das laufende Scheidungsverfahren von Herrn Hunzinger noch nicht abgeschlossen -, bat er die Anteilseigner um etwas Geduld, da eine rechtlich sichere und auch für die infas Holding AG wirtschaftlich vernünftige Lösung etwa in Form einer einmaligen Barabfindung gefunden werden soll.

Zum Thema Dividende bekräftigte der Aufsichtsratsvorsitzende die Ausführungen von Herrn Smid im Zusammenhang mit der Ausschüttungssperre. Wenn es möglich gewesen wäre, hätten Vorstand und Aufsichtsrat einen Dividendenvorschlag unterbreitet. Der nicht von der Ausschüttungssperre betroffene Betrag hätte allerdings lediglich zur Zahlung von 0,01 Euro je Aktie ausgereicht. Mit Blick auf die Kosten für die Abwicklung der Ausschüttung habe man daher den Vortrag auf neue Rechnung vorgeschlagen. Dr. Krauss zeigte sich aber zuversichtlich, dass bei plangemäßem Verlauf 2017 eine Dividendenzahlung im kommenden Jahr möglich werden wird. Auf den Vorschlag von Aktionär Manfred Klein, der einen Dividendenverzicht der Großaktionäre ins Spiel brachte, antwortete Dr. Krauss, dass er kein Freund eines solchen Verfahrens ist, da sich daraus Risiken auf der steuerlichen Seite ergeben könnten.

Aktionär Hellmerichs erkundigte sich im Rahmen seiner Wortmeldung unter anderem danach, ob es gelingt, ausreichend Nachwuchs für das Unternehmen zu finden. Hierzu führte Herr Smid aus, dass sich der Markt infolge der Digitalisierung derzeit sehr stark im Wandel befindet und sich dies naturgemäß auch auf die Suche nach Personal auswirkt. Die Digitalisierungsthemen sind dabei vor allem in der infas 360 Grad relevant und die Marktforschung in der neuen Tochter infas quo. Die beschriebene Entwicklung führt laut Vorstand zu einer rasanten Änderung des Berufsbildes, da immer mehr sog. Datenscientists benötigt werden, da immer größere Datenmengen auf verschiedenen Wegen ausgewertet werden müssen etwa über Algorithmen. Auffällig ist nach Vorstandsangabe, dass viele Bewerbungen und Anfragen von Physikern eingehen. Auch ist dies eine Option für viele Wissenschaftler, die bisher an Universitäten oder Max-Planck-Instituten tätig gewesen sind, aber die keine Professorenstelle anstreben. Durch die verschiedenen Standorte hat man auch Zugriff auf unterschiedliche regionale Arbeitsmärkte.

Aktionär Manfred Klein aus Saarbrücken erkundigte sich anknüpfend an die aufgeworfene Thematik zu den zurückzufordernden Aufsichtsratsvergütungen nach dem Rechtsgrund der geleisteten Zahlung und auf wessen Veranlassung diese erfolgt ist. Im Rahmen der weiteren Generaldebatte führte Herr Smid hierzu aus, dass er die Zahlungen aufgrund von Rechnungen veranlasst hat. Zudem bekräftigte er, dass er alles tun werde, sollten die Forderungen rechtens sein, damit die Gesellschaft unter Ausschöpfung der rechtlichen Mittel das Geld erhält.

Ferner interessierte sich Herr Klein gerichtet an den Aufsichtsrat dafür, wie man mit dem Risiko umgeht, dass die Gesellschaft mit Herrn Smid nur einen Alleinvorstand aufweist. Hierzu antwortete Dr. Krauss, dass diese Frage durchaus im Kontrollgremium diskutiert wird. Eine gewisse "Entspannung" bei dieser Frage sieht der Aufsichtsratschef jedoch dahingehend, dass durch die selbstständigen GmbHs dort jeweils weitere Führungspersonen vorhanden sind. Allerdings wies er auch darauf hin, dass es sehr schwer wäre, Herrn Smid adäquat zu ersetzen.“Einen zweiten Herrn Smid gibt es leider nicht!“, brachte er es auf den Punkt. Als eine denkbare Variante hält Dr. Krauss es für möglich, dass der Vorstand in der Holding aus zwei Personen besteht und damit auf Vorstandsebene eine entsprechende Arbeitsteilung möglich ist.


Abstimmungen

Nach Beendigung der allgemeinen Aussprache gegen 14:20 Uhr wurde die Präsenz mit 6.824.480 Aktien oder 75,83 Prozent des stimmberechtigten Grundkapitals festgestellt. Sämtliche Beschlussvorlagen der Verwaltung wurden mit sehr großer Mehrheit bei nur vereinzelten Gegenstimmen und/oder Enthaltungen verabschiedet.

Im Einzelnen beschlossen wurden der Vortrag des Bilanzgewinns auf neue Rechnung (TOP 2), die Entlastung von Vorstand (TOP 3) und Aufsichtsrat (TOP 4), die Wahl der Ebner Stolz GmbH & Co. KG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Bonn zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2017 (TOP 5) sowie die Aufhebung des bestehenden genehmigten Kapitals und Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals 2017 nebst entsprechender Änderung der Satzung (TOP 6). Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Krauss konnte die Versammlung nach einer Dauer von etwas über dreieinhalb Stunden schließen.


Fazit

Wie bereits anlässlich der letztjährigen Hauptversammlung geschlussfolgert, hat sich der Verkauf der Action Press als goldrichtig erwiesen. Auch wenn aus Vorsichtsgründen eine noch offene Kaufpreisrate abgeschrieben wurde und somit das 2016er Ergebnis belastet hat, war der Verkauf richtig und ermöglicht es dem Unternehmen sich voll auf sein Kerngeschäft Sozial- und Marktforschung zu konzentrieren. Neben der guten Entwicklung bei der infas GmbH nähert sich auch die Tochter infas 360 Grad den schwarzen Zahlen und sollte ab 2017 ebenfalls positive Ergebnisbeiträge liefern. Dies wird bei der aktuell neu gestarteten infas quo mit dem Fokus auf der Marktforschung noch zwei bis drei Jahre dauern. Dank einer weiter steigenden Nachfrage und den aktuellen Veränderungen beim Mitbewerber GfK SE sollte es infas aber gelingen hier zusätzliches Geschäft zu generieren und für das Wachstum des Gesamtunternehmens sorgen.

Dass sich die klare Fokussierung auf das Kerngeschäft auch wirtschaftlich rechnet, zeigen die 2016er Zahlen und die Wiedererlangung der Dividendenfähigkeit. Auch wenn hier aufgrund einer Ausschüttungssperre noch keine Zahlung an die Anteilseigner erfolgen kann, dürfte im kommenden Jahr wieder mit einer Dividende zu rechnen sein. Für 2017 erscheint ein EpS im Bereich von 0,20 Euro erreichbar, so dass sich bei Zugrundelegung eines KGV von 15 ein Kursziel im Bereich von 3,00 Euro ergibt. Bei Wiederaufnahme der Dividendenzahlung erscheint auch noch weitere Fantasie für den Kurs möglich. Dispositionen sollten stets limitiert erfolgen.


Kontaktadresse

infas Holding AG
Friedrich-Wilhelm-Straße 18
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Tel.: +49 (0)2 28 / 33 60 72 39

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Hinweis: Der Verfasser ist Aktionär der beschriebenen Gesellschaft.
 


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