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infas Holding AG (ISIN DE0006097108)

Friedrich-Wilhelm-Straße 18
D-53113 Bonn
Deutschland
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Menno Smid
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Zu ihrer diesjährigen Hauptversammlung hatte die infas Holding AG ihre Anteilseigner am 06. Juli 2018 wie bereits in den Vorjahren in das Maritim-Hotel am Unternehmenssitz der Gesellschaft in Bonn eingeladen. Der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Oliver Krauss begrüßte rund 30 Aktionäre, Gäste und Vertreter der Presse, darunter Alexander Langhorst von GSC Research, und erteilte nach Erledigung der üblichen Hinweise und Formalien dem Alleinvorstand Menno Smid das Wort


Bericht des Vorstands


Nach Begrüßung der Teilnehmer bezeichnete Herr Smid das Jahr 2017 als ein erfolgreiches Geschäftsjahr für die infas Holding AG und ihre Tochtergesellschaften. Mit der positiven Geschäftsentwicklung im abgelaufenen und den vorherigen Geschäftsjahren einher geht auch die Entwicklung des Aktienkurses des Unternehmens. Hierbei blickte er zurück auf die Performance in den vergangenen zehn Jahren, innerhalb dieses Zeitraumes konnte der Aktienkurs von rund einem Euro im Juni 2008 auf aktuell über 3 Euro klettern.

Das Wachstum - insbesondere getriebenen von der anhaltend erfreulichen Entwicklung bei der Tochtergesellschaft infas Institut - verdeutlichte er mit einem Vergleich der Umsatz- und EBIT-Werte für die Geschäftsjahre 2015 bis 2017. So legten die Umsätze im Konzern von 19,81 Mio. Euro 2015 über 23,34 Mio. Euro 2016 auf 29,22 Mio. Euro 2017 zu. Das EBIT verbesserte sich von 1,495 Mio. Euro 2015 über 1,718 Mio. Euro 2016 auf 3,17 Mio. Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017. Unter dem Strich ergibt sich für das Geschäftsjahr 2017 ein Konzernjahresüberschuss von 1,88 (Vorjahr: 0,21) Mio. Euro, die entspricht einem Ergebnis je infas-Holding Aktie (aus fortzuführenden Geschäftsbereichen) von 0,21 nach 0,11 Euro. Positiv schlägt sich die erfreuliche Geschäftsentwicklung auch in der Dividendenausschüttung an die Anteilseigner nieder, die Dividende für 2017 beträgt 0,07 Euro. Im Vorjahr war wegen des Verkaufs der action press Beteiligung keine Dividende gezahlt worden, für das Geschäftsjahr 2015 lag die Ausschüttung je Aktie bei 0,06 Euro.

Wie dargelegt hat sich das infas Institut laut Smid erneut als Wachstumstreiber der Unternehmensgruppe gezeigt. Die dort erzielten Umsatzerlöse legten von 18,75 Mio. Euro 2015 über 21,77 Mio. Euro 2016 auf 27,9 Mio. Euro 2017 zu. Das EBIT verbesserte sich im Betrachtungszeitraum von 1,97 Mio. Euro über 2,58 auf sehr erfreuliche 4,18 Mio. Euro 2017. Planmäßig entwickelt sich nach Vorstandsangabe auch die Tochter infas 360 Grad. Diese hat ihre Zielsetzungen seit der Gründung vor drei Jahren laut Smid auch erreichen können. Die Umsätze kletterten von 590 TEUR 2015 über 954 TEUR 2016 auf 1,149 Mio. Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr. Das EBIT entwickelte sich von minus 433 TEUR über minus 448 TEUR auf minus 0,57 TEUR. Für das jetzt laufende Jahr 2018 rechnet Herr Smid - wie geplant - mit einem Gewinn bei weiterem Umsatzwachstum und sieht die Tochtergesellschaft auch auf gutem Weg dorthin.

Auch bei einer Betrachtung der langfristigen Entwicklung des infas Instituts zeigt sich die erfreuliche Wachstumsentwicklung des Unternehmens. Vor 20 Jahren, also im Jahre 1998 zum Zeitpunkt des Börsengangs des Unternehmens lagen die Umsatzerlöse aus infas bei etwa über 5 Mio. Euro und haben sich seither stetig nach oben entwickelt. Die Wachstumsdynamik hat sich seit 2010 deutlich beschleunigt und insbesondere in den vergangenen zwei Jahren besonders dynamisch gezeigt, wie Vorstandschef Smid darlegte.

Sodann richtete Smid den Blick in Bezug auf die weitere Entwicklung nach vorn. Der für infas relevante Gesamtmarkt in der Markt- und Sozialforschung entwickelte sich 2017 gegenüber 2016 etwas rückläufig, das Marktvolumen beläuft sich auf rund 2,45 Mrd. Euro. Bemerkenswert ist nach seiner Angabe, dass die Branche noch immer nicht ihre Umsatzgrößenordnung aus dem Jahre 2012 wieder erreichen konnte. Als Grund hierfür nannte Smid insbesondere die auffälligen Umsatzrückgänge bei den großen Instituten im Markt. Ein besonderer Fall ist dabei der Branchenprimus GfK aus Nürnberg, der nach der Übernahme durch einen Finanzinvestor derzeit vor der Zerschlagung steht. Aus den sich dabei ergebenden Veränderungen sollten sich aber auch Chancen für die kleineren Anbieter im Markt ergeben können, zeigte sich infas-Chef Smid überzeugt.

Wichtige Gründe für die deutlichen Veränderungen im Markt sind nach Vorstandsangabe die fortschreitende Digitalisierung des Geschäfts und die damit einhergehenden Veränderungen auch in den Methoden der Datenerhebung. Der im Gesamtmarkt deutlich wachsende Anteil an Datenerhebungen über Onlineformate führt laut Smid zu entsprechend sinkenden Umsatzvolumina. Wenngleich sich die Veränderungen auch auf das Geschäft bei infas auswirken, erfolgt die Datenerhebung hier nach wie vor noch über Befragungen. Seit dem Jahre 2010 wurden rund 20 Millionen Interviews geführt, d.h. es wurde etwa ein Viertel der deutschen Bevölkerung im Rahmen von Erhebungen zu bestimmten Themenfeldern befragt.

Aus Sicht der Datenerhebung und der Auswertungsmöglichkeiten der erhobenen Daten sind laut Smid die persönlichen Interviews nach wie vor qualitativ deutlich brauchbarer und liefern eine bessere Ausgangsbasis für Prognosen als rein digital erhobene Daten. Als Beispiel hierfür verwies er etwa auf die Meinungsumfragen im Vorfeld des Brexit oder auch der US-Präsidentschaftswahl 2016, beide Endergebnisse wurden von den allermeisten Instituten nicht korrekt prognostiziert. Ein wesentlicher Grund ist dabei die laut Smid zu geringe Datenbasis, auf der die Ergebnisse berechnet werden. Hinzu kommt, dass bestimmte Erfahrungswerte über das Verhalten von Wählern nicht mehr mit den Erkenntnissen aus der Vergangenheit übereinstimmen und das Verhalten von Wählern aber auch Konsumenten zunehmend „volatiler“ wird. Dies ist eine große Herausforderung für die gesamte Branche. Neben einer ausreichend großen Gruppe von Befragten wird hier nach seiner Überzeugung die Qualität bei der Datenerhebung auch immer mehr Bedeutung gewinnen. Mit Blick auf fragwürdige Praktiken hierzu bei anderen Anbietern betonte Smid, dass infas nicht mit Vergaben an Subunternehmern arbeitet, sondern Daten und Interviews und mit direkt für infas tätigen Interviewern erhebt.

Neben den Umfragen zum Wahlverhalten und dem dort auftretenden Phänomen der „neuen Volatilität der Wähler“, für das dringend Lösungen benötigt werden, sieht Smid auch im Bereich der Medienforschung weitere Betätigungsfelder für die Branche. Die klassischen Mediaanalysen und die veröffentlichten Ergebnisse sind nach seiner Angabe ebenfalls veraltet. Als Beispiel nannte er hier etwa die Erhebung von Einschaltquoten im TV. Diese werden nach wie vor nur in der analogen Welt erhoben, die Nutzung von Onlinediensten wird dabei nach wie vor komplett außen vor gelassen. Ähnliches gilt auch für Auflagen von Printmedien, insbesondere bei regional agierenden Anbietern. Hier muss die Befragung zur Erhebung der tatsächlichen Reichweiten der Publikation regional erfolgen, die Befragung als solche kann sich dabei durchaus auch digitaler Erhebungsmethoden bedienen, es muss aber sichergestellt werden, dass die befragten Personen auch zur tatsächlich adressierten Zielgruppe der Datenerhebung zählen. Ein weiteres Feld, bei dem man noch nicht alle Zusammenhänge wirklich greifen kann, ist laut Smid auch die Preisforschung. Dort wird in den Modellen und Annahmen immer mit einem rationalen und ökonomischen Verhalten des Konsumenten gerechnet, die Erkenntnisse der Verhaltensökonomie stellen diese Annahmen aber in Frage.

Angesichts der bestehenden Aufgaben im Markt sieht Smid die immer weitere voranschreitende Digitalisierung weniger als eine Bedrohung sondern vielmehr als eine Chance, die es anzunehmen gilt. Zudem bieten sich im Markt auch Chancen für mittelständische Anbieter wie infas, die man künftig verstärkt nutzen will. Erreicht werden soll dies durch den Markteintritt in Segmente, in denen infas bislang noch nicht vertreten war. Mit Blick auf die aktuelle Rangliste in der Branche belegt infas nach den Big Four (GfK, Kantar TNS, Nielsen Company Germany  und Ipsos Group Germany) sowie den beiden Mittelständlern Marix Research und Psyma den siebten Rang in Deutschland. Auf Sicht soll infas zur Nummer fünf im Markt und damit zum ersten Mittelständler nach den Big Four aufsteigen.

Um dieses Ziel zu erreichen soll das Aktivitätsfeld von den bisherigen Segmenten der Sozialforschung (Public Affairs), Information und Telekommunikation sowie Transport, Verkehr und Logistik um drei weitere Segmente erweitert werden. Bei den neuen Betätigungsfeldern handelt es sich um Medien und Verlage, Banken und Versicherungen sowie die pharmazeutische Industrie. Auf diese Weise erhöht sich das adressierte Marktvolumen von bislang etwa 550 Mio. Euro um eine vergleichbare Größenordnung auf rund 1,1 Mrd. Euro, zugleich wird die Bedeutung des Bereiches Marktforschung bei infas deutlich ausgeweitet.

Die geplante Erweiterung der Betätigungsfelder soll infas auch in den kommenden Jahren weiteres Wachstum bescheren. Neben den organischen Wachstumschancen kündigte infas-Chef Smid an, auch alle anderen Optionen wie etwa Akquisitionen ins Auge zu fassen. Zu diesem Zweck wird derzeit eine Wachstumsstrategie ausgearbeitet, die mit Unterstützung des vom Aufsichtsrat gesuchten Finanzvorstands in den kommenden Jahren umgesetzt werden soll. Geplant ist dabei auch die Erschließung weiterer Marktsegmente etwa in den Bereichen Medien und Verlage, Banken und Versicherungen sowie die pharmazeutische Industrie, die bislang noch nicht gezielt bearbeitet werden. Auf diese Weise soll sich der Umsatz bis zum Jahr 2021 auf rund 50 Mio. Euro erhöhen. Über das rein organische Wachstum im bisherigen Geschäft läge das Umsatzpotenzial bis dahin bei rund 35 bis 36 Mio. Euro.


Allgemeine Aussprache


Als erster Redner im Rahmen der Generaldebatte meldete sich Aktionär Oliver Schmidt zu Wort, der nach eigener Aussage das erste Mal einer Hauptversammlung der Gesellschaft teilnahm und sich vorab gleich entschuldigte, möglicherweise einige Verständnisfragen zu haben, die langjährigen Teilnehmern bereits geläufig sind. So interessierte er sich zunächst einmal für die Abgrenzung der Tätigkeitsfelder der verschiedenen Tochtergesellschaften.

Nach Angabe von Herrn Smid liegt der Aktivitätsschwerpunkt des infas Instituts auf der klassischen Sozialforschung. Hier werden vornehmlich Projekte für die Wissenschaft, wissenschaftsnahe Institutionen sowie Grundsatzabteilungen von Ministerien durchgeführt. Gut 80 Prozent der dort betreuten Projekte zielen laut Smid auf die Erforschung des sozialen Wandels in der Gesellschaft ab. Im Bereich der reinen Marktforschung hat man sich ausgehend von der Historie in der Sozialforschung immer etwas schwer getan, da hier neben den Methoden, die kein Problem darstellen, allerdings auch immer entsprechende Expertise für die betreute Branche notwendig ist. Aus diesem Grunde erfolgte im Vorjahr die Gründung der infas quo, um diese fehlende Expertise im Unternehmen zu entwickeln und auch in der Marktforschung weiteres Wachstum realisieren und zusätzliche Branchen adressieren zu können. Die Tochtergesellschaft infas 360 arbeitet bei ihren Analysen mit Daten, die in entsprechenden Datenbanken frei zugänglich sind, und aggregiert daraus Erkenntnisse, die im Regelfall ohne weitere Befragungen gewonnen werden können. Eingesetzt werden die Ergebnisse dabei vornehmlich für die Identifizierung von Marktpotenzialen von Produkten wie etwa von Autos oder anderen Artikeln.

Sodann interessierte sich Herr Schmidt für nähere Einzelheiten zum Anforderungsprofil des neuen Finanzvorstands, der für die infas Holding gesucht wird. Hierzu erläuterte Aufsichtsratschef Dr. Oliver Krauss, dass der Suchprozess derzeit läuft. Verschiedene mögliche Kandidaten wurden demnach identifiziert, die sich im weiteren Verlauf dann auch dem Aufsichtsrat präsentieren werden. Nähere Angaben wollte der Aufsichtsratsvorsitzende zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht machen. Vorgesehen ist, dass der neue Finanzvorstand bei der Umsetzung der von Herrn Smid dargelegten Strategie der kommenden Jahre aktiv mitwirkt und dabei Herrn Smid von einer ganzen Reihe von Aufgaben entlasten soll, die mit den Bereichen Finanzen, Kapitalmarkt aber auch der bestehenden Holdingstruktur mit der Aktiengesellschaft zusammenhängen. Auf ergänzende Frage betonte der Aufsichtsratsvorsitzende, dass man bei der Suche nach möglichen Kandidaten natürlich auch die nicht unlimitierten finanziellen Möglichkeiten der infas Holding AG in Bezug auf die Kosten für ein weiteres Vorstandsmitglied im Auge behalten wird.

Befragt nach der aktuellen Laufzeit des Vorstandsvertrags von Herrn Smid antwortete der Angesprochene selbst. Aktuell läuft der Vertrag bis Ende 2018. Er hat aber gegenüber dem Aufsichtsrat seine Bereitschaft signalisiert weiterhin dabei zubleiben. Angedacht ist eine Verlängerung um weitere drei Jahre bis Ende 2021, so dass er auch noch selbst die geplante weitere Wachstumsstrategie umsetzen kann. Der Aufsichtsratsvorsitzende bestätigte die grundsätzliche Übereinkunft mit Herrn Smid, die noch abzuhandelnden vertraglichen Gestaltungen für den bis Ende 2021 laufenden Vertrag sollen in den kommenden Monaten in Abstimmung zwischen Vorstand und Aufsichtsrat festgelegt werden. Dr. Krauss zeigte sich sehr zuversichtlich, dass es gelingen wird hier zu einer einvernehmlichen Lösung zu gelangen.

Des Weiteren interessierte sich der Redner für den aktuellen Stand der Nachfolgeplanungen bei der infas Holding AG für den Vorstand. Hierzu verwies Dr. Krauss auf die Suche nach einem Finanzvorstand. Die damit einhergehende Entlastung für Herrn Smid als Alleinvorstand ist ein wichtiger Faktor, um diesen von einer Verlängerung seiner Tätigkeit bis ins Jahr 2021 zu überzeugen. Auf der Ebene der Tochtergesellschaften existiert nach Angabe des Aufsichtsratschefs jeweils eine zweite Führungsebene, die das operative Geschäft erfolgreich betreiben kann, die Geschäftsführung der beiden anderen Tochtergesellschaften befindet sich ebenfalls nicht in den Händen von Herrn Smid. Auf die ebenfalls in den Raum gestellte Frage, ob der zu suchende Kandidat für den CFO-Posten über eine Expertise in der Branche verfügen muss, antwortete Dr. Krauss, dass dies nicht zwingend der Fall sein muss, wichtig ist, dass diese Person gut zum Team und zu Herrn Smid passt, um dann die bestmöglichen positiven Beiträge für das Unternehmen zu liefern.

Angesprochen auf die aktuelle personelle Situation im operativen Geschäft und der Verfügbarkeit geeigneter Mitarbeiter hierfür erklärte Herr Smid, dass man hier doch sehr stark von der Struktur des deutschen Bildungs- und Universitätssystems profitiert. Insbesondere jene Wissenschaftler, die es nicht schaffen einen den begehrten Professorenplätze zu ergattern, sind hier interessante Kandidaten für ein Unternehmen wie infas. Verschiedene Positionen im Unternehmen konnten auf diese Weise bereits erfolgreich besetzt werden, insbesondere aus den Bereichen Mathematik und Physik bringen diese auch gute Voraussetzungen mit. Der Vorstand betonte in seiner weiteren Antwort nochmals nachdrücklich, dass man auch im Bereich der Interviewer nur mit eigenen Kräften agiert und kein Outsourcing betreibt. Smid brachte es recht plakativ auf den Punkt, indem er feststellte, dass man die zum Teil sehr komplexen Interviews und Datenerhebungen „nicht mit Leuten machen kann, die man selbst nicht kennt und die keine Ahnung haben“. Alle Interviewer sind für ihre Tätigkeiten vom Unternehmen qualifiziert worden und besitzen eine vertragliche Bindung an infas.

Des Weiteren interessierte sich Herr Schmidt auch für die vorgestellte Wachstumsstrategie. Dabei war ihm aufgefallen, dass neben organischem Wachstum wie in der Vergangenheit nun erstmals auch explizit anorganische Wachstumsschritte wie Akquisitionen angesprochen worden sind. Dort interessierte den Redner insbesondere die Art der Targets, nach denen man Ausschau hält, und die angedachten Muliples bei Umsatz- und EBITDA, die infas zu bezahlen bereit ist. Hierzu antwortete Herr Smid, dass man den Markt natürlich fortlaufend beobachtet und dies nicht erst seit gestern erfolgt. Konkretere Überlegungen zu möglichen Multiples oder ähnliches wurden bislang noch nicht angestellt, dies soll im Rahmen der noch detaillierter aufzusetzenden Wachstumsstrategie erfolgen. Im Grundsatz wird man aber weiter der durch Augenmaß geprägten Vorgehensweise der Vergangenheit folgen und auch darauf achten, dass ein möglicher Zukauf zur eingeschlagenen Strategie passt und entsprechenden Mehrwert generiert. Mit dem vorhandenen genehmigten Kapital ist man aber durchaus in der Lage, bei sich bietenden Gelegenheiten am Markt flexibel reagieren zu können.

Als zweiter Redner meldete sich Lutz Thorwardt aus Berlin zu Wort und interessierte sich unter anderem für den aktuellen Status bei der noch offenen restlichen Kaufpreisforderung aus dem Verkauf der Action Press Anteile. Hierzu antwortete Herr Smid, dass ein Betrag von 300 TEUR geflossen ist und man auch am Zufluss der noch offenen Summe arbeitet und entsprechende Vereinbarungen mit dem Zahlungspflichtigen herbeiführen will.

Breiteren Raum in den Nachfragen nahm auch die im Berichtsjahr erfolgte Umstellung beim Umsatzausweis nach IFRS auf die sog. "POC"-Methode (POC = percentage of completion) und die daraus resultierenden Effekte auf das Zahlenwerk 2017 und die Effekte in Bezug auf die Prognose für 2018 ein. Konkret wollte der Redner etwa wissen, ob durch die 2017 vorgezogenen Erträge verglichen mit der vorher angewandten Methode für 2018 mit einer deutlichen Ergebnisverbesserung gerechnet wird. Hierzu antwortete Herr Smid, dass die Umstellung nach IFRS vorgeschrieben gewesen ist, und man hier 2017 auch kein Wahlrecht mehr ausüben konnte. Grund hierfür ist, dass die internen Systeme bei infas so ausgelegt sind, dass man tag-genau über den jeweiligen Projektfortschritt informiert ist. Im weiteren Verlauf der Beantwortung der Fragen wies die Verwaltung noch darauf hin, dass auch bei der zuvor verwendeten Methode gewisse Ergebniseffekte aus dem Projektfortschritt bereits berücksichtigt wurden und nicht erst nach Fertigstellung der komplette Ergebnisbeitrag vereinnahmt werden konnte. Insoweit lässt sich eine als-ob-Vergleichsbetrachtung nur sehr schwer vornehmen und ist daher auch nicht erfolgt. Bei einem prognostiziert leicht besseren EBIT für 2018 bedeutet dies also nicht, dass gegenüber 2017 faktisch eine Verdoppelung des 2018 zu realisierenden Ertrages erfolgen wird.

Nicht ganz nachvollziehen konnte Herr Thorwardt die Nutzung der bestehenden steuerlichen Verlustvorträge insbesondere bei der Tochtergesellschaft infas 360 Grad. Hierzu antwortete auf Bitten des Vorstands, der sich die gegebene Antwort entsprechend zu eigen machte, Wirtschaftsprüfer Alexander Schönberger vom Abschlussprüfer Ebner Stolz. Laut Herrn Schönberger ist bei der Berücksichtigung von latenten Steuern auf einen fünfjährigen Betrachtungszeitraum abzustellen. Bei der infas 360 Grad handelt es sich jedoch um eine Neugründung, die noch über keine ausreichend lange Historie verfügt. Daher erfolgte die Bildung der passiven latenten Steuern entsprechend vorsichtig.

Als dritter Redner meldete sich Aktionär Bökenbrink zu Wort, der bereits seit vielen Jahren bei der infas Holding investiert ist und sich wie bereits in den Vorjahren nach dem aktuellen Stand der laufenden Verfahren zur Frage der Sozialversicherungspflicht bei den Interviewern erkundigte. Laut Herrn Smid gibt es in dieser Angelegenheit seit der letzten Hauptversammlung nichts Neues zu vermelden, das Sozialgericht äußert sich bislang nicht. Offenbar, so mutmaßte der infas Holding Chef, hat das Sozialgericht im vorliegenden Fall ein statistisches Problem, da dort mit Stichproben argumentiert wird, diese lassen sich aber im konkreten Fall widerlegen, so Smid weiter. Eine Prognose wann hier mit einer Entscheidung zu rechnen ist, konnte er indes nicht abgeben.

Auf die Frage nach der bisherigen Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2018 antwortete der Vorstand, dass sich das Geschäft derzeit plangemäß entwickelt. Zur Frage, warum kein Bericht zum ersten Quartal 2018 veröffentlicht worden ist, antwortete er, dass man dazu nicht gezwungen war und dies daher entsprechend nicht gemacht hat. Herr Smid räumte an dieser Stelle aber durchaus Verbesserungspotenzial ein und stellte in Aussicht, dass sich bei erfolgreicher Suche nach einem Finanzvorstand dieser dann auch um eine Ausweitung der bisher eher gering ausgeprägten Investor Relations-Aktivitäten kümmern wird.

Aktionär Johannes Schröter interessierte sich für weitere Details der vom Vorstand vorgestellten Wachstumsstrategie mit einem angestrebten Umsatzwachstum auf 50 Mio. Euro im Jahre 2021. Hierzu erläuterte Herr Smid, dass das angestrebte Wachstum wie erläutert nicht allein organisch realisiert werden kann. Vor diesem Hintergrund habe er betont, dass auch alle anderen denkbaren Optionen und damit auch etwaige Zukäufe als Instrumente in Frage kommen und ernsthaft in Erwägung gezogen werden. Bei etwaigen Akquisitionen sind nach seiner Angabe neben bereits etablierten Anbietern auch durchaus die Beteiligung oder die mehrheitliche Übernahme von Start-ups denkbar, um das vorhandene Leistungsspektrum der Gruppe entsprechend zu erweitern oder noch nicht vorhandene Expertise in einzelnen Zielbranchen hinzuzugewinnen.


Abstimmungen

Nach Beendigung der allgemeinen Aussprache um 13:22 Uhr wurde die Präsenz mit 4.287.689 Aktien oder 47,64 Prozent des stimmberechtigten Grundkapitals festgestellt. Sämtliche Beschlussvorschläge wurden einstimmig verabschiedet.

Im Einzelnen beschlossen wurde die Ausschüttung einer Dividende von 0,07 Euro je infas Holding-Aktie (TOP 2), die Entlastung von Vorstand (TOP 3) und Aufsichtsrat (TOP 4), die Wiederwahl der Aufsichtsratsmitglieder Dr. Oliver Krauss, Susanne Neuschäffer und Hans-Joachim Riesenbeck (TOP 5) sowie die Wahl der Ebner Stolz GmbH & Co. KG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Bonn zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2018 (TOP 6). Der Versammlungsleiter konnte die Hauptversammlung nach einer Dauer von gut zweieinhalb Stunden um kurz nach 13:30 Uhr beenden.


Fazit

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017 konnte die infas Holding den dynamischen Wachstumskurs der vergangenen Jahre weiter fortsetzen und erneut Zuwächse bei Umsatz und insbesondere auch beim Ergebnis erzielen. Die Entwicklung belegt klar, dass die 2016 vollzogene Trennung vom Action press-Geschäft die richtige strategische Entscheidung gewesen ist, da man sich nunmehr voll auf das margenstarke Geschäft in der Sozial- und Marktforschung konzentrieren kann. Auf Basis des 2017 erzielten Ergebnisses je Aktie von 0,21 Euro  wird die infas-Aktie beim aktuellen Kursniveau mit einem KGV von etwa 15,5 bewertet, die Dividendenrendite beträgt 2,1 Prozent. Positives Potenzial könnte sich aus der angekündigten Wachstumsstrategie mit einem Umsatzziel im Bereich von 50 Mio. Euro in 2021 ergeben. Wenngleich hier zum jetzigen Zeitpunkt die genauen Ergebniseffekte noch nicht prognostizierbar sind, da Parameter wie etwaige Fremd- oder Eigenkapitalaufnahmen noch nicht bekannt sind, sollten bereits investierte Anleger an ihrer Position festhalten und die weiteren Meldungen zeitnah verfolgen.


Kontaktadresse


infas Holding AG
Friedrich-Wilhelm-Straße 18
D-53113 Bonn

Tel.: +49 (0)2 28 / 33 60 72 39

Internet: www.infas-Holding.de
E-Mail: info@infas-Holding.de


Hinweis: Der Verfasser ist Aktionär der beschriebenen Gesellschaft.


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