infas Holding AG (ISIN DE0006097108)

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HV-Bericht infas Holding AG

Zahlen nach 5 Monaten deutlich über Vorjahr


Am 16. Juli 2021 fand die ordentliche Hauptversammlung der infas Holding AG für das Geschäftsjahr 2020 statt. Wie bereits im vergangenen Jahr hielt das Meinungsforschungsinstitut das Aktionärstreffen in rein virtueller Form ab. Trotz rückläufiger Umsatzerlöse im vergangenen Jahr erwirtschaftete die Gesellschaft eine deutliche Ergebnissteigerung. Für GSC Research berichtet Thorsten Renner über den Verlauf der Hauptversammlung.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Oliver Krauß eröffnete die Hauptversammlung pünktlich um 11 Uhr und begrüßte die teilnehmenden Aktionäre. In diesem Rahmen bedauerte er auch, dass die Aktionäre nicht persönlich in Bonn anwesend sein können. Dr. Krauß begrüßte dann noch die beiden anwesenden Vorstände sowie die zugeschalteten anderen Aufsichtsratsmitglieder. Nach der Abhandlung der Formalien und den Informationen zur virtuellen Hauptversammlung übergab Dr. Krauß das Wort an den Vorstandsvorsitzenden Menno Smid.


Bericht des Vorstands


Die Hauptversammlung finde auch unter besonderen klimatischen Bedingungen statt, da man sich in Bonn noch am Rande einer Jahrhundertkatastrophe befindet, begann Herr Smid seine Ausführungen In diesem Zusammenhang dankte er für die gezeigte Solidarität. Im abgelaufenen Geschäftsjahr musste die Gesellschaft unter außergewöhnlichen Bedingungen arbeiten. Der Umsatz ging dabei Corona-bedingt um 15,6 Prozent auf 29,6 Mio. Euro zurück, womit er auf dem Niveau von 2018 lag. Trotz des geringeren Umsatzes konnte ein unverändertes EBIT von 2,9 Mio. Euro erzielt werden, was Herr Smid als großen Erfolg bezeichnete.

Im Kern wurde die auf der letzten Hauptversammlung dargelegte Umsatzprognose sogar leicht übertroffen. Allerdings zeigte sich innerhalb der Tochtergesellschaften eine differenzierte Entwicklung. Die Entwicklung beim infas Institut ist geprägt durch die Corona-Krise, berichtete Herr Smid. Denn die Interviewer konnten während der Pandemie nicht in die Häuser gehen und Befragungen durchführen. Darüber hinaus werden aber auch Tests durchgeführt, die nur bei physischer Präsenz möglich sind. Durch Projektverschiebungen kam es dann zu einem Umsatzeinbruch um rund 19 Prozent auf 24,1 Mio. Euro. Bemerkenswert fand der Vorstandsvorsitzende, dass dabei eine Umsatzrendite von 15,3 Prozent erwirtschaftet werden konnte. Hierbei konnten Kosten gesenkt und Kurzarbeit genutzt werden.

Laut Herrn Smid ist der Umsatzrückgang beim infas Institut komplett durch die Corona-Krise erklärbar. Projekte wurden jedoch nicht abgesagt, sondern zum Teil verschoben und zum Teil durch die Anwendung neuer Verfahren realisiert. Somit verzeichnete das Unternehmen einen Innovationsschub. Als Erfolg wertete Herr Smid auch die Gewinnung des SOEP-Projekts, eines der wichtigsten Projekte im Bereich der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Insgesamt verfügt das Institut derzeit über einen hohen bis sehr hohen Auftragsbestand.

Die Tochtergesellschaft infas 360 musste 2020 nur einen leichten Umsatzrückgang auf 1,7 Mio. Euro hinnehmen. Auch bedingt durch ein striktes Kostenmanagement hat sich das Ergebnis deutlich auf 0,1 Mio. Euro verbessert. Durch eine strategische Neuausrichtung in Richtung Projektgeschäft des infas Instituts erzielt das Unternehmen eine steigende Auftragslage, erklärte Herr Smid. Wichtig war es, einen Ankerpunkt für die Erschließung neuer Datenquellen zu finden, der nicht auf Befragungen beruht, aber mit Befragungen kombiniert werden kann.

Lutum + Tappert bezeichnete Herr Smid als „unseren Krabbenkutter“, der in jeder Lage Ergebnisse erzielen kann. Der Umsatz legte leicht auf 2,2 Mio. Euro zu, während das EBIT bei 0,4 Mio. Euro unverändert blieb. Allerdings machte der Vorstand hier noch großes Potenzial aus. Zudem wird das Unternehmen eine wichtige Rolle bei der Digitalisierung von Prozessen in der Gesellschaft spielen. Die Auftragslage bei Lutum + Tappert ist weiterhin gut und das geplante Wachstum kann realisiert werden.

Bei infas quo lagen Umsatz und Ergebnis über dem Vorjahresniveau. Trotzdem gab es deutliche Corona-Effekte und die Ergebnisverbesserung war lediglich durch drastische Kosteneinsparungen möglich. Neben dem Stopp von Projekten musste auch die Zukunftsplanung umgestellt werden. Insgesamt hatte die Corona-Krise unterschiedliche Effekte auf die Tochtergesellschaften, konstatierte Herr Smid. Wie im letzten Geschäftsbericht prognostiziert, ist es zu einem Umsatzrückgang gekommen, der jedoch nicht so stark ausfiel wie befürchtet.

Die Corona-Krise hat aber gezeigt, dass es in der deutschen Gesellschaft ein Defizit im Umgang mit Daten gibt, so der Vorstandsvorsitzende. Dies eröffnet jedoch neue Zugänge und Projekte, insbesondere im Bereich Gesundheit. Dies wird für den Konzern in Zukunft ein Schwerpunkt sein. Nach Aussage von Herrn Smid ist infas das führende Evidenz- und Beratungsunternehmen für den öffentlichen Sektor geworden. Hieraus ergeben sich weitere Wachstumschancen für den Konzern.

Trotz der Verbesserungen bleibe die Lage weiterhin schwierig, da auch einige Interviews weiterhin nicht durchführbar sind. Die anderen Tochtergesellschaften entwickeln sich jedoch gut und aktuell erweist sich die Umsatzprognose von 35 bis 38 Mio. Euro als tragfähig und belastbar. Allerdings können weitere Lockdowns nicht ausgeschlossen werden, da die Pandemie noch nicht überstanden sei. Trotzdem werden Umsatz und Ergebnis im ersten Halbjahr deutlich höher sein als im Vorjahr. Zum 31. Mai waren die Zahlen schon höher als zum Halbjahr 2020, das EBIT lag sogar schon doppelt so hoch. Deshalb könne man in diesem Jahr von einer positiven Entwicklung des Konzerns ausgehen, betonte Herr Smid zum Ende seiner Ausführungen.


Allgemeine Fragerunde


Vor dem Eintritt in die Fragerunde ging Dr. Krauß noch kurz auf den Aufsichtsratsbericht ein. Der erste Fragekomplex beschäftigte sich mit dem Bereich virtuelle Hauptversammlung. Man halte sich streng an die Vorgaben und eine Aufzeichnung der Hauptversammlung war bei infas nie üblich. Herr Smid hoffte dagegen auf eine baldige Aufhebung der Beschränkungen, damit wieder eine Präsenz-Hauptversammlung abgehalten werden kann, um dann einen direkten Austausch mit den Aktionären zu ermöglichen. Allerdings werde die Abhaltung von der weiteren Entwicklung der Pandemie abhängen. Die virtuelle Hauptversammlung sei nur eine schlechte Simulation des direkten Austausches. Eine Möglichkeit für Nachfragen würde ein teures Equipment erfordern, die schlechte Simulation aber nicht verbessern.

Ein Aktionär erkundigte sich nach der Möglichkeit von Face-to-Face-Interviews. Laut Herrn Smid gehen Auftraggeber als auch Befragte mit dem Thema unterschiedlich um. Insbesondere wenn es die potenziellen Befragten wünschen, werden auch Interviews gemacht, sofern der Interviewer geimpft und die Einhaltung der Vorschriften möglich ist. Ferner bat der Aktionär um Angabe von Corona-Auswirkungen im laufenden Jahr. Der Vorstandsvorsitzende rechnete noch mit Auswirkungen, aber die Gesellschaft wird bei Umsatz und Ergebnis Fortschritte erzielen.

Ein Anteilseigner erkundigte sich nach den bereits erzielten Erlösen aus dem SOEP-Projekt. Das Projekt hat mit umfangreichen Arbeiten zu Jahresbeginn angefangen, der dabei erzielte Umsatz beschränkt sich jedoch noch auf die aktivierten Kosten, die Summe für das erste Halbjahr schätzte Herr Smid auf rund 1,2 Mio. Euro. Genaue Zahlen für den gesamten Auftrag lassen sich derzeit noch nicht angeben. Es sei derzeit noch nicht abschätzbar, wann der Zustand der ertragreichen Routine erreicht wird.

Im Blickfeld der Anleger stand auch der Rechtsstreit mit der deutschen Rentenversicherung. Laut Herrn Smid gibt es keine Neuigkeiten zum Rechtsstreit. Man warte weiter auf eine Reaktion der Gegenseite auf die Berechnung der tatsächlichen Beschäftigung. Angesprochen auf die Ausschüttungsquote erklärte Herr Smid, diese berücksichtigt die weiterhin virulente Krisensituation. Es bleibt das Ziel, in Zukunft eine höhere Ausschüttungsquote zu erreichen. Angesichts der Lage der Gesellschaft sah der Vorstand hier auch gute Perspektiven.

Erläuterungsbedarf meldete ein Anteilseigner hinsichtlich der Wachstumsstrategie an. Herr Smid betonte, er hat in seinen Ausführungen dargelegt, mit welchen Schwierigkeiten die Gesellschaft im letzten Jahr zu kämpfen hatte. Darin ist auch der Grund zu sehen, dass man die Umsatzmarke von 50 Mio. Euro noch nicht erreichen wird. Das Ziel von 50 Mio. Euro kann nur durch begleitende Akquisitionen erreicht werden. Mögliche Kandidaten gerieten durch die Krise selbst in Schwierigkeiten und haben sich deshalb Zurückhaltung auferlegt. Durch die Krise sei die Wachstumsstrategie etwas ausgebremst worden, jedoch sind die Perspektiven weiterhin hervorragend.

Nicht ganz nachvollziehen konnte ein Aktionär den hohen Liquiditätsbestand, auf den bereits Negativzinsen gezahlt werden müssen. Ein wesentlicher Teil der Wachstumsstrategie ist das anorganische Wachstum, das jedoch auch finanziert werden muss. Allerdings konnte dies in Zeiten der Krise nicht realisiert werden. Zudem steht die Branche vor hohen Investitionen in die Digitalisierung, erläuterte der Vorstandsvorsitzende. Auch die Erschließung des Bereichs Gesundheit wird hohe Investitionen mit sich bringen.

Ein Anleger kritisierte die eher „dürftige“ Wahrnehmung der Gesellschaft am Kapitalmarkt. Immerhin hat der Aktienkurs während der Krise einen historisch hohen Stand erreicht. Bei der Wahrnehmung der Gesellschaft am Kapitalmarkt sei jedoch auch eine strukturelle Eigenheit zu beachten. Angesichts der ausgegebenen Aktien und der Aktionärsstruktur gibt es nur eine begrenzte Anzahl an Aktien zu erstehen. Dementsprechend bewegt sich der Handel auf einem sehr niedrigen Niveau.

Bei der Frage nach der D&O-Versicherung bezifferte Herr Mauch die Versicherungssumme auf 3 Mio. Euro. Ferner bat der Aktionär um Angabe der Pensionsverpflichtungen nach IFRS und nach Steuerrecht. Laut Herrn Mauch beläuft sich der Unterschiedsbetrag auf 4,4 Mio. Euro. Die Rückstellungen in der Steuerbilanz summieren sich auf 2,4 Mio. Euro und nach IFRS auf 6,8 Mio. Euro. Der Unterschied basiert dabei auf den verwendeten unterschiedlichen Abzinsungssätzen. Hinsichtlich des geplanten Mitarbeiterbeteiligungsprogramms stellte sich nach Angabe des Vorstands heraus, dass dies für eine kleine Gesellschaft zu aufwändig und teuer wäre. Derzeit prüfe man die Beteiligung über sogenannte Phantom Stocks, da dies weniger Kosten hervorrufen würde.

Interesse bestand auch an der weiteren Entwicklung bei infas 360. Bis zum Jahr 2025 sollen etwa 4 Mio. Euro Umsatz und eine Rendite von rund 10 Prozent erwirtschaftet werden, teilte Herr Mauch mit. Nachfragen gab es auch zu dem ausgewiesenen Honorar des Wirtschaftsprüfers. Bereinigt ergibt sich, dass man 2019 rund 149 TEUR und im letzten Jahr rund 128 TEUR für den Wirtschaftsprüfer gezahlt hat. 2019 lagen die Aufwendungen höher, da mehrere IFRS-Regelungen neu implementiert wurden. Im vergangenen Jahr fielen jedoch noch zusätzliche Aufwendungen im Zusammenhang mit der DPR-Prüfung an. Insgesamt seien die Kosten aber in einem angemessenen Rahmen, betonte Herr Mauch.


Abstimmungen

Nach dem Ende der Fragerunde leitete Dr. Krauß zu den Abstimmungen über. Vom Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von 9 Mio. Euro waren 5.928.727 Euro entsprechend 65,87 Prozent vertreten. Die Beschlüsse wurden alle mit mindestens 98 Prozent Zustimmungsquote im Sinne der Verwaltung gefasst.

Dies waren die Ausschüttung einer Dividende von 0,05 Euro (TOP 2), die Entlastung von Vorstand (TOP 3) und Aufsichtsrat (TOP 4), die Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals (TOP 5), die Billigung des Systems der Vorstandsvergütung (TOP 6), die Vergütung des Aufsichtsrats (TOP 7) sowie die Wahl von Ebner Stolz zum Abschlussprüfer (TOP 8).

Gegen 12:45 Uhr konnte Dr. Krauß die Hauptversammlung wieder beenden.


Fazit und eigene Meinung

Die infas Holding AG schloss das vergangene Geschäftsjahr vor dem Hintergrund der Covid-19-Pandemie äußerst erfolgreich ab. Zwar musste die Gesellschaft einen merklichen Umsatzrückgang ausweisen, auf der Ergebnisseite gelang aber sogar eine Steigerung auf 0,19 Euro je Aktie. Daraus erhielten die Anteilseigner eine Dividendenausschüttung von 0,05 Euro je Anteilsschein. Innerhalb der einzelnen Tochtergesellschaften zeigte sich jedoch eine durchaus differenzierte Entwicklung.

Sehr erfreulich ist die Gewinnung des SOEP-Projekts zu verbuchen. Auch die Tatsache, dass es beim infas Institut angesichts der Umstände lediglich zu Projektverzögerungen und nicht zu Stornierungen kam, ist positiv hervorzuheben. Entsprechend rechnet das Management im laufenden Jahr auch mit einer deutlichen Umsatzsteigerung auf 35 bis 38 Mio. Euro. Die Zahlen für die ersten fünf Monate bestätigen diesen Trend, immerhin liegt der Umsatz schon über dem Vorjahreswert zum Halbjahr, während sich das EBIT sogar mehr als verdoppelte. Die besser als erwartete Entwicklung bescherte dem Aktienkurs in den vergangenen zwölf Monaten bereits einen deutlichen Anstieg, angesichts der guten Perspektiven besteht aber weiteres Potenzial.


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