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Infomatec Integrated Information Systems AG i.I. (ISIN DE0006222003)

Tannenstraße 9
D-86343 Königsbrunn
Deutschland
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Klaus Artmann
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Am 10. und 11. Januar 2007 fand in München die außerordentliche Hauptversammlung der Infomatec Integrated Information Systems AG in Insolvenz statt. Rund 150 Aktionäre und Gäste, unter ihnen auch Thorsten Renner von GSC Research, hatten sich im Hotel Hilton am Tucherpark eingefunden, wo über die Fortführung des Unternehmens und eine geplante Sacheinbringung befunden werden sollte.

Bereits im Jahr 2001 hatte die Gesellschaft Insolvenz anmelden müssen, und die beiden Vorstände Häfele und Harlos mussten sich anschließend vor Gericht verantworten und wurden auch verurteilt. Nach Jahren ohne operative Tätigkeit soll nun bald die Insolvenz beendet werden und dann eine Sacheinbringung erfolgen. Der Aufsichtsratsvorsitzende Herr Hannemann eröffnete die auf zwei Tage einberufene Hauptversammlung, wobei die Fortsetzung am zweiten Tag direkt um 0:00 Uhr erfolgen sollte, und übergab nach dem Verlesen der üblichen Formalien das Wort an den Alleinvorstand Gerhard Harlos.


Bericht des Vorstands

Nach Aussage von Herrn Harlos ist der Patient Infomatec "klinisch tot", und man müsse heute entscheiden, ob man dem Patienten die notwendigen Medikamente zuführt. Derzeit läuft noch das Insolvenzplanverfahren, da es nicht gelungen ist, die Insolvenz wie geplant zum Jahresende zu beenden. Aktuell fehlen noch die Stellungnahmen des Insolvenzverwalters und der IHK. Aus diesem Grund hat sich die Gesellschaft nun das Ziel gesetzt, die Insolvenz zum 31. März 2007 zu beenden, während die Insolvenzverwaltung mit April 2007 rechnet.

Wie Herr Harlos dann ausführte, unterstützt die Insolvenzverwaltung aber den vorliegenden Plan. Die aktuellen Verbindlichkeiten beliefen sich auf rund 7 Mio. EUR, und im Rahmen des Insolvenzplans soll eine quotale Befriedigung von 2 Prozent erfolgen. Als einer der Hauptgläubiger hat die ALV AG das Insolvenzdarlehen bis zum 31. März 2007 verlängert. Nach Beendigung des Insolvenzverfahrens wird die Gesellschaft vollkommen schuldenfrei sein, betonte Herr Harlos.

Nach den weiteren Worten des Vorstands handelt es sich bei der einzubringenden Infospirit Ltd. um eine Holding mit Sitz auf Zypern. Unterhalb der Holding befinden sich die beiden operativ tätigen Unternehmen GITC und Aspiritus. Zur Einbringung liegt ein Gutachten im Entwurf vor. Bei der GITC handelt es sich um ein IT-Unternehmen mit dem gleichen Technologieansatz wie die frühere Infomatec. Beide Unternehmen werden im Anschluss an den Vorstandsbericht noch ausführlich vorgestellt, erklärte Herr Harlos.

Allerdings ist die Insolvenzbeendigung die Voraussetzung für alles Weitere, so der Vorstand. Darüber hinaus muss auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) der Transaktion zustimmen. Die Einbringung erfolgt aber auch dann erst, wenn der Gründungsprüfer den Wert der Einbringung genau ermittelt hat. Jedoch werden die heutigen Beschlüsse benötigt, um überhaupt einen Gründungsgutachter bestellen zu können. Aus diesem Grund bat Herr Harlos um Zustimmung, auch wenn noch keine endgültigen Gutachten vorgelegt werden können.

Danach stellte Greg Young zunächst kurz die Struktur der Infospirit vor. Unter der Holding befinden sich die Aspiritus N.V. mit Sitz auf den Niederländischen Antillen und die GITC mit Sitz in Singapur. Die Holding wurde am 19. März 2004 gegründet und am 5. Oktober 2006 in Infospirit umbenannt. Wie Herr Young berichtete, hat die Infospirit alle Assets von der GITC erworben.

Die Aspiritus N.V. bietet Casino und Sportwetten mit einer Lizenz auf den Niederländischen Antillen an, da dies von dort aus legal betrieben werden kann. Darüber hinaus befinden sich auch noch Lotterien im Angebot. Wie Herr Young ausführte, beschäftigt die Gesellschaft derzeit über 100 Mitarbeiter und unterbreitet im Internet weltweit Glücksspielangebote. Die Gesellschaft verfügt über ein Online-Casino mit 96 verschiedenen Spielen und betreibt auch noch eine virtuelle Börse.

Laut Aussage des Vorstands erhalten die bisherigen Kunden Zahlungen, wenn sie neue Kunden gewinnen. Derzeit hat man 487.000 Mitglieder, wovon seit April 2005 schon 173.000 aktiv Angebote genutzt haben. Durchschnittlich 15.000 Mitglieder nutzen das Angebot mindestens einmal im Monat. Als am schnellsten wachsende Märkte bezeichnete Herr Young Finnland, Österreich und Estland. Im Gegensatz zu anderen Anbietern hat die Aspiritus nur geringe Werbekosten für neue Mitglieder, die Herr Young auf 45 US-Dollar bezifferte. In 2007 sollen noch weitere Produkte das bisherige Angebot erweitern, woraus auch ein weiterhin deutliches Mitgliederwachstum zu erwarten sei. Insgesamt sah Herr Young die Aspiritus für die Zukunft ausgezeichnet positioniert.

Frau Isaac gab dann einen Überblick über die Gesellschaft GITC, die Dienstleistungen in verschiedenen Märkten anbietet. Das Unternehmen wurde 2004 in Singapur gegründet. Anschließend stellte sie fast jeden Kunden und jedes Projekt äußerst langwierig vor. In den nächsten Jahren sollen mit neuen Produkten auch deutliche Umsatzzuwächse erwirtschaftet werden. Hier stehen vor allem die Bereiche VoIP, Online-Bezahllösungen und die Kauf/Verkauf-Handelsmaschine im Vordergrund. Insgesamt erwartete Frau Isaac in den kommenden Jahren eine äußerst erfreuliche Entwicklung bei der GITC.


Allgemeine Diskussion

Nach Aussage von Herrn Öfele von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) soll bei der Infomatec, „einem Skandalunternehmen des Neuen Markts“, der Mantel wiederbelebt werden. "Die Botschaft hör’ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube", meinte hierzu Herr Öfele. Nach seinen Worten hat die Süddeutsche Zeitung am 7. April 2005 bezüglich der damaligen Jahresabschlüsse der Infomatec von "Luftnummern und Lumperei" geschrieben, und der jetzige Vorstand heiße aber immer noch Harlos. In diesem Zusammenhang interessierte den Aktionärssprecher die Aktienanzahl, die noch von Herrn Harlos gehalten wird, worauf Vorstand Harlos seinen Anteilsbesitz auf etwa 1,8 Millionen Aktien bezifferte. Herr Öfele konnte sich keinen seriösen Grund vorstellen, was die Infospirit dazu bewegt, in die Hülle der Infomatec zu schlüpfen. Das Einzige sei der Vorteil, dass man dabei keinen Wertpapierprospekt benötigt und so "jeder Schrott" eingebracht werden kann.

Die Aspiritus habe World Games Inc. gekauft, obwohl World Games wegen eines illegalen Schneeballsystems verurteilt wurde und deshalb in einigen Ländern keine Genehmigung erhielt. Laut Herrn Young war World Games nie in Klagen verwickelt, sondern lediglich ein verbundenes Dienstleistungsunternehmen, das die Wettbewerbsregeln verletzt hatte. Wegen dieser Dienstleistung musste dann auch der Betrieb eingestellt werden und nicht wegen eines Schneeballsystems. Gegen die Aspiritus wurde auch kein Urteil erlassen, es wird nur vorsichtshalber der Zugang in einigen Ländern eingeschränkt.

Bezugnehmend auf die Länge der Präsentation meinte Herr Öfele, man hätte auch dort schon eine Redezeitbeschränkung einführen sollen. Kritik übte der SdK-Vertreter auch daran, dass in der Präsentation überhaupt keine Zahlen vorgelegt wurden. Insgesamt hielt er die vorgeschlagene Einbringung für eine "große Luftnummer", und er riet allen Aktionären, ihre Aktien zu verkaufen, da sie sonst mit den handelnden Personen "Schiffbruch" erleiden werden.

Frau Riegel schloss sich den Bedenken ihres Vorredners an und erkundigte sich nach der Vergütung des Vorstands. Dieser ist nach Aussage von Herrn Harlos lediglich bestellt, erhält aber keine Bezüge. Die Aktionärin bat dann noch um Angabe der noch gegen die Infomatec anhängigen Klagen, worauf Herr Harlos entgegnete, derzeit seien alle Klageverfahren unterbrochen.

Anschließend konnte sich Herr Freitag nicht des Eindrucks erwehren, dass die Gesellschaft als "Durchlauferhitzer für mögliche Spekulationen" genutzt werden soll. Ihn interessierte, wer hinter der ALV AG steht und welche Jahresabschlüsse der Infomatec vorliegen. Bei der ALV handelt es sich nach Angabe von Herrn Harlos um eine deutsche Aktiengesellschaft, mit der erste Gespräche bereits im Herbst 2005 aufgenommen wurden. Vorstand bei der ALV ist Frank Breuer und Aufsichtsratsvorsitzender Manfred Wolf. Wie er weiter ausführte, wurden während des Insolvenzverfahrens keine Abschlüsse erstellt, da die Mittel für die Aufstellung fehlten.

Nachdem früher falsche Ad-hoc-Meldungen herausgegeben wurden, habe man nun überhaupt keine Informationen mehr von der Gesellschaft bekommen, meinte Herr Freitag. Auch hier verwies Herr Harlos auf die Kostenfrage, da der Insolvenzverwalter nicht bereit gewesen sei, die Meldungen zu finanzieren. Ebenso wie Herr Freitag verlangten auch die nachfolgenden Aktionäre die Vorlage der Jahresabschlüsse von GITC und Aspiritus, was von Seiten der Verwaltung auch zuerst zugesagt, dann aber doch nicht eingehalten wurde.

Nähere Ausführungen erbat Herr Freitag zur Bewertung und den verwendeten Parametern sowie zum Erstellen des Entwurfs, und er bat um deren Auslage. Laut Herrn Harlos wurde die Bewertung von Dr. Körner & Partner in einem ersten Entwurf vorgenommen. Dieser Entwurf werde jedoch trotz der Aufforderung vorerst nicht offengelegt. Als Ertragsparameter wurden der geplante Jahresüberschuss verwendet, und der Entwurf wurde seit Mai 2006 sowohl in Singapur als auch in München erstellt. Da die Steuern schon im Businessplan Verwendung fanden, wurden sie im Bewertungsentwurf nicht mehr explizit ausgewiesen.

Weitere Fragen von Herrn Freitag betrafen den starken Umsatzrückgang in 2006 bei der Aspiritus, die Entwicklung der Mitgliederzahlen in den letzten Quartalen und die Höhe der Verlustvorträge bei der Infomatec. Nach den Worten von Herrn Harlos lag der deutliche Rückgang des Umsatzes in 2006 im Wegfall der USA und in schwächeren Zahlen in Australien begründet. Dagegen erklärte Herr Young, die Schließung in den USA habe keine großen Konsequenzen, da der Umsatzanteil nur bei 0,5 Prozent lag. Wie Herr Harlos informierte, bestehen noch Unsicherheiten bezüglich der Verlustvorträge. Aus dem Abschluss 2000, der jedoch nicht testiert war, beliefen sich die Verlustvorträge auf rund 200 Mio. EUR. Herr Young gab dann die Neuanmeldungen bei der Aspiritus in den Quartalen seit April 2005 bekannt. In der Zeit von April bis Juni 2005 waren es demnach 9.040, im dritten Quartal 12.725 und im letzten Quartal 14.554. Im Jahr 2006 kamen im ersten Quartal 8.461, im zweiten 4.930, im dritten 1.462 und im vierten 1.052 neue Mitglieder hinzu.

Informationsbedarf sah Herr Freitag auch noch bei der Übernahme von World Games und GITC. Die Assets von GITC wurden am 5. Januar 2007 erworben, so Herr Harlos. Die Infospirit hat für die Übernahme von World Games 750 Mio. EUR gezahlt.

Herr Eck reklamierte dann, er habe den originalen Vorstandsbericht noch nicht einsehen können. Hier interessierte ihn auch, wann der Vorstandsbericht erstellt wurde, was ihm Herr Harlos mit 30. November 2006 beantwortete. Des Weiteren verlangte Herr Eck Informationen zum Inhalt des Insolvenzplans und den vorliegenden WpHG-Meldungen. Wie Herr Harlos daraufhin betonte, liegen ihm keine WpHG-Meldungen vor, und auch vom Insolvenzverwalter habe er keine Meldungen bekommen.

Zwar regte Herr Freitag an, sich doch mit dem Insolvenzverwalter in Verbindung zu setzen, nach einigen Stunden wurde dann aber erklärt, man habe diesen nicht erreichen können. Laut Herrn Hannemann kann der Insolvenzplan nicht veröffentlicht werden, er steht aber allen Gläubigern beim Amtsgericht Augsburg zur Verfügung. Sollte die Fortführung des Unternehmens abgelehnt werden, dann ist auch die Grundlage für den Insolvenzplan entzogen, und dann droht die Löschung der Gesellschaft.

Im weiteren Verlauf äußerte Herr Holter formale Zweifel, ob die Hauptversammlung überhaupt ordnungsgemäß einberufen wurde. Teilweise seien auch falsche Eintrittskarten ausgestellt worden, was zu Klagen führen könnte. Bezogen auf die Präsentation meinte Herr Holter, er komme sich eher vor wie "auf einer Kaffeefahrt". Vorsorglich kündigte er auch schon an, er sei beauftragt, mit seinen 3,1 Millionen Aktien gegen die Vorschläge der Verwaltung zu stimmen.

Auf die Frage nach den Leistungen der ALV AG erklärte Herr Harlos, diese habe Masseverbindlichkeiten über 60 TEUR und Forderungen über 80 TEUR übernommen. Im Gegenzug wurde der ALV dafür eine stille Beteiligung in Aussicht gestellt. Befragt nach dem Überprüfen der vorgelegten Zahlen der einzubringenden Unternehmen meinte Herr Hannemann, der Vorstand habe sich die Unternehmen vor Ort angesehen und die Zahlen mit Hilfe eines Wirtschaftsprüfers begutachtet. Falls die Hauptversammlung die vorgeschlagenen Beschlüsse fasst, wird ein Gründungsprüfer bestellt, der die Gesellschaft bewertet. Interne Berechnungen sollen hier aber nicht im Detail besprochen werden, so der Aufsichtsratsvorsitzende.

Unstimmigkeiten gab es auch hinsichtlich des verwendeten Kapitalisierungszinsfußes. Während im Bereich des Vorstands ein Wert von 9,0 Prozent angegeben war, wurden in den ausgelegten Unterlagen aber andere Werte ausgewiesen. Auf Nachfrage von Seiten der Aktionäre erklärte Herr Harlos, dann habe der Gutachter wohl mit anderen Zahlen gerechnet.

Herrn Freitag interessierte, was passiert, falls der Gründungsprüfer für die Infospirit einen geringeren Wert feststellen sollte. Wie der Aufsichtsratsvorsitzende betonte, findet keine Kapitalmaßnahme statt, wenn bei der Prüfung ein geringerer Wert festgestellt werden sollte. Interesse bekundete Herr Öfele daran, ob Herr Hannemann in Mandatsverhältnissen zu Herrn Harlos oder zur Infospirit steht. Herr Hannemann stellte jedoch klar, dass er zu Mandatsverhältnissen keine Auskunft geben darf.

Anschließend bat Herr Freitag um Angabe, wann der Aufsichtsrat die Tagesordnung beschlossen hat und wie der Erwerb von World Games vonstatten ging. Laut Herrn Hannemann wurde die Tagesordnung für die Hauptversammlung am 28. November 2006 beschlossen. Nach Aussage von Herrn Harlos wurde World Games im Rahmen eines Share Deals erworben. Informationsbedarf bestand für Herrn Freitag auch bezüglich des Vertrags über die Errichtung einer atypisch stillen Beteiligung mit der asp new media. Zum Vertrag mit asp new media wollte Herr Harlos keine Ausführungen machen, da in einer anderen Hauptversammlung über den Vertrag zu beschließen sein wird.

Frau Steeg verlangte die ladungsfähigen Adressen der Aufsichtsratsmitglieder, die jedoch nicht herausgegeben wurden. Statt dessen verwies Herr Hannemann auf das Handelsregister, in dem die Adressen hinterlegt seien. Die erste Phase in der Bewertung der Infospirit beinhaltet die Zeit vom 1. Januar 2007 bis Oktober 2010, und ab November 2010 schließt sich dann die zweite Phase an, informierte der Vorstand. Auf die Frage von Frau Steeg nach der Bewertung der GITC und dem Auftraggeber für die Bewertungen erklärte Herr Harlos, die Bewertungen seien von Herrn Merthan, der auch heute für Dr. Körner & Partner anwesend ist, vorgenommen worden. Dabei fungierte die Infomatec als Auftraggeber, bezahlt wurde das Gutachten aber von der ALV AG. Eine weitere Frage von Frau Steeg betraf den Kaufpreis von GITC beim Erwerb am 5. Januar 2007, der dem Vorstand jedoch nicht bekannt war.

Weitere Fragen von Frau Steeg betrafen die Wahl des Beta-Faktors und die in der Bewertung angesetzten Steuersätze. Für den Beta-Faktor wurde laut Herrn Harlos ein frei geschätzter Wert angesetzt, was bei den anwesenden Aktionären durchaus Staunen hervorrief. Bei der GITC wurde ein 20-prozentiger Steuersatz für Singapur und bei der Aspiritus ein 2-prozentiger Steuersatz für die Niederländischen Antillen in Ansatz gebracht.

Da die Abschlüsse von Aspiritus und GITC nicht ausgelegt wurden, verlangte Frau Steeg zumindest die Angabe der wichtigsten Zahlen für die Jahre 2004 bis 2006. Wie Herr Harlos daraufhin bekannt gab, liegen für die GITC keine Zahlen vor. Im Jahr 2004 hatte die Aspiritus noch keinen Geschäftsbetrieb, deshalb liegen auch hier keine Zahlen vor. Das Jahr 2005 wies Umsätze von 61,05 Mio. EUR bei einem Aufwand von 59,84 Mio. EUR auf. So ergab sich ein Bruttoergebnis von 1,21 Mio. EUR, und nach sonstigen Aufwendungen von 3,06 Mio. EUR fiel ein Nettoverlust von 1,85 Mio. EUR an. Bei Umsätzen von 117 Mio. EUR ergab sich in 2006 ein Bruttoergebnis von 4,94 Mio. EUR. Abzüglich der sonstigen Aufwendungen erzielte die Aspiritus in diesem Jahr einen Nettogewinn von 0,60 Mio. EUR.

Bei einigen Nachfragen von Frau Steeg wurde diese dann von anwesenden Aktionären beleidigt. Nach einem ersten Blick in die Präsenzliste, die erstmals um 22 Uhr veröffentlicht wurde, mutmaßte Frau Steeg, dass Einige aufgrund fehlender Meldungen nicht mitstimmen dürfen. Herr Holten stellte einen Antrag auf Sonderprüfung, wonach die Geschäftsvorfälle im Zusammenhang mit dem Verkauf der Infomatec Software Lizenzen und der Infomatec Hardware durch die Gesellschaft ab dem Zeitraum 1. Mai 2001 bis heute an die Lech Valley Future AG durch KPMG geprüft werden sollen.

Herr Freitag verlangte die Angabe des Eigenkapitals von Aspiritus, Infospirit und GITC. Laut Herrn Hannemann beläuft sich das Eigenkapital bei der Aspiritus auf 750 Mio. EUR, bei der GITC auf 100.000 Singapur-Dollar und bei der Infospirit auf 1.000 EUR. Hierbei verlangten die Aktionäre die Vorlage des Jahresabschlusses der Infospirit, was jedoch abgelehnt wurde. Auf die Frage nach den Anschaffungskosten von GITC und Aspiritus erklärte Herr Harlos, die beiden Gesellschaften seien bei der Infospirit mit 185 Mio. EUR verbucht.

Schließlich verlangte Frau Steeg noch die Angabe der Planzahlen für die beiden Gesellschaften Aspiritus und GITC, worauf Herr Hannemann und der Notar die Zahlen für die Jahre bis 2010 verlasen. Demnach soll die Aspiritus bis 30.9.2007 einen Deckungsbeitrag 11,601 Mio. EUR bringen bei einem EBITDA von 8,654 Mio. EUR, einem EBIT von 10,156 Mio. EUR und einem Jahresüberschuss von 9,953 Mio. EUR. Bis 30.9.2008 soll der Deckungsbeitrag bei 15,105 Mio. EUR liegen bei einem EBITDA von 11,976 Mio. EUR, einem EBIT von 14,155 Mio. EUR und einem Jahresüberschuss von 13,872 Mio. EUR. Bis 30.9.2009 bezifferte Herr Hannemann den Deckungsbeitrag auf 16,887 Mio. EUR, das EBITDA auf 13,557 Mio. EUR, das EBIT auf 16,886 Mio. EUR und den Jahresüberschuss auf 16,548 Mio. EUR.

Für die GITC wurde bis 31.3.2007 ein Umsatz von 934 TEUR bei einem EBITDA von 48,6 TEUR, einem EBIT von 13,6 TEUR und einem Jahresüberschuss 13,6 TEUR. Bis 31.3.2008 ist ein Umsatz von 6,228 Mio. EUR geplant bei einem EBITDA von 4,538 Mio. EUR, einem EBIT von 4,498 Mio. EUR und einem Jahresüberschuss von 3,666 Mio. EUR. Bis 31.3.2009 soll der Umsatz 9,667 Mio. EUR betragen, das EBITDA 7,067 Mio. EUR, das EBIT 7,017 Mio. EUR und der Jahresüberschuss 5,634 Mio. EUR. Die Zahlen bis 31.3.2010 lauten 15,014 Mio. EUR Umsatz, ein EBITDA von 11,512 Mio. EUR, ein EBIT von 11,427 Mio. EUR und ein Jahresüberschuss von 9,161 Mio. EUR.

Kurz nach Mitternacht revidierte Herr Harlos seine früheren Aussagen zu den WpHG-Meldungen. Demnach hat die Gesellschaft nun am 9. Januar 2007 zwei2 Meldungen erhalten. Eine Meldung kommt von der ALV AG mit einem Anteil von 18,33 Prozent, wovon 15,89 Prozent aus Stimmrechtsvollmachten stammen. Per E-Mail kam ebenfalls am 9. Januar 2007 eine Meldung der Grimus Holdings Ltd. über 9,3 Prozent. Anschließend wurden dann noch eine Vielzahl von Fragen ins Protokoll aufgenommen, die nicht oder nur unzureichend beantwortet worden waren.


Abstimmungen

Nachdem Herr Hannemann kurz vor 1 Uhr nach 15 Stunden die Generaldebatte schloss, waren vom Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von 26.757.870 EUR noch 13.102.741 EUR entsprechend 48,97 Prozent vertreten. Die Beschlüsse zu den Tagesordnungspunkten Fortführung des Unternehmens (TOP 1), Sacheinlage Infospirit (TOP 2), Schaffung eines genehmigten Kapitals I (TOP 3) und Schaffung eines genehmigten Kapitals II (TOP 4) wurden jeweils bei maximal 74.000 Gegenstimmen gefasst.

Hierbei ist jedoch zu beachten, dass die von Herrn Holten vertretenen gut 3,1 Millionen Aktien aufgrund einer Pfändung der Stimmen nicht zur Abstimmung zugelassen wurden. Der Pfändungsbeschluss stammte vom 20. September 2006, und die Aufhebung werde erst am 19. Januar 2007 wirksam, erklärte Herr Hannemann. Allerdings hätte die Berücksichtigung dieser Stimmen nichts an den Mehrheitsverhältnissen geändert. Dies führte noch einmal zu heftigen Diskussionen unter den verbliebenen Aktionären bis hin zu Drohungen gegenüber Aktionären, die der Einbringung kritisch gegenüber standen. Auch der Antrag auf Sonderprüfung wurde dann mit 95,5 Prozent der Stimmen abgelehnt.

Morgens um 3:55 Uhr endete dann diese denkwürdige Hauptversammlung der Infomatec nach 18 Stunden. Vor dem Ende der Hauptversammlung gab noch eine Vielzahl von Aktionären Widerspruch zu Protokoll.


Fazit und eigene Meinung

Wieder einmal war die Infomatec Integrated Information Systems AG in Insolvenz an einem denkwürdigen Schauspiel beteiligt. Nach 18 Stunden endete die Hauptversammlung in den frühen Morgenstunden, was sicherlich schon grenzwertig erscheint. Allerdings spielte die Verwaltung auch ganz klar die Karte der Verzögerungstaktik, denn immerhin beliefen sich die Pausen und Unterbrechungen auf stolze achteinhalb Stunden.

Aber auch sonst war die ganze Angelegenheit äußerst dubios. Neben der Verweigerung der Auslage von Unterlagen, gegensätzlichen Antworten bis hin zu aus der Luft gegriffenen Bewertungsparametern, obwohl auf die Bewertung nach IDW-S1 verwiesen wurde, war alles enthalten. Darüber hinaus tauchten nach dem Hinweis auf mögliche Stimmverbote wie aus dem Nichts zwei WpHG-Meldungen auf, obwohl der Vorstand vorher angeblich keine Kenntnis davon hatte.

Alles in Allem kann jedem Aktionär nur geraten werden, sich so schnell wie möglich von seinem Aktienbesitz zu trennen. Der Verfasser hat schon viele Hauptversammlungen besucht, aber diese Einbringung gehört zu den dreistesten Versuchen, Geld zu generieren. Deshalb als Fazit ganz klar: Finger weg!


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