Jeserich AG (ISIN DE0006216005)

Widdersdorfer Straße 190
D-50825 Köln-Ehrenfeld
Deutschland
Tel.:
+49 (0) 221 / 54961 - 0
Fax:
+49 (0) 221 / 54961 - 20
Internet: http://www.j-ag.de
Kontakt Investor Relations:
Edmond Cao-van-Hoa
Email: kontakt@j-ag.de

HV-Bericht Jeserich AG

"Erste AG, die für ihre Aktionäre die Straße sperrt"


Nicht viele börsennotierte Aktiengesellschaften in Deutschland verfügen über so wenige freie Aktionäre, dass sie in der Lage sind ihre Hauptversammlung an wirklich exklusiven Orten durchführen zu können. Die Jeserich AG (abgekürzt JAG) gehört zu diesem Kreis, und sie nutzte dieses Privileg, um ihre Hauptversammlung am 7. August 2001 in einem Turm der alten Stadtmauer von Köln stattfinden zu lassen. Da kaum ein Aktionär diese Einladung ausschlagen konnte, war der Turm dann auch mit rund 50 Aktionären gut besucht. Philipp Steinhauer war ebenfalls als Berichterstatter anwesend.


Bericht des Vorstands

Nachdem der Aufsichtsratsvorsitzende Herr Heribert Bastians die Hauptversammlung eröffnet hatte, ging er auf die üblichen Formalien ein, um danach Details über den Tagungsort zu erläutern. Der Turm gehöre der Karnevalsgesellschaft "Blaue Funken", diese habe ihn von der Stadt erworben und nutze ihn für festliche Anlässe. Hiernach bat er die per ersten Januar neu hinzugekommenen Vorstände Herr Dr. Hans-Joachim Dix und Herr Klaus-Dieter Bohn, sich vorzustellen.

Herr Dr. Dix sagte, dass er nach einem betriebswirtschaftlichem Studium nach mehreren beruflichen Stationen lange Jahre für die Markt und Kühlhallen AG tätig gewesen sei. Er wolle nun die hieraus gewonnene Expertise im Bereich der Logistikimmobilien auf die Jeserich AG übertragen. Herr Bohn betonte zu Beginn seiner Vorstellung, dass er nun schon seit 20 Jahren im Immobilienbereich tätig ist. Hier sei er in sehr vielen Bereichen tätig gewesen, bis hin zum Geschäftsführer einer Tochter der West LB. Der Vorstand sei sehr unterschiedlicher Couleur, man ergänze sich gut.

Hiernach begann der Vorstandsvorsitzende Oliver Blum mit seiner Rede und erklärte zunächst, dass man durch den noch nicht erhöhten Freefloat abermals die Gelegenheit nutzen konnte, die Hauptversammlung im Turm der "Blauen Funken" stattfinden zu lassen. Somit habe der geringe Streubesitz auch seine Vorteile, meinte Herr Blum mit einem Augenzwinkern. Im Rückblick auf das abgelaufene Geschäftsjahr 2000 könne man sagen, dass sich in der Gesellschaft sehr viel getan habe, wofür er einige Beispiele anführte. So habe man in Frechen (bei Köln) ein Objekt in die Gewinnzone führen können. Dieses habe man modernisiert, nun soll es bis zum Jahresende verkauft werden.

In Hamburg habe man für die Logistikfirma Transport Krumpf eines der modernsten Lagergebäude überhaupt errichtet. Auf dem alten Gelände der Firma wolle man aus den bestehenden Beständen das "@Haus" machen, hierzu soll die Fläche erweitert werden, so dass später modernste Ansprüche erfüllt werden können. In der Widdersdorfer Straße in Köln wolle man die bestehenden Objekte unter dem Credo "Gewerbe im Denkmal" ausbauen und sanieren. Auch der Firmensitz befindet sich auf diesem Areal, so Herr Blum.

Im Jahr 2000 habe man das Portfolio neu ausgerichtet und entsprechend auch Objekte verkauft. Dies sei unter der Prämisse der Konzentration auf die Kerngeschäftsfelder geschehen. Insgesamt habe man 2000 das erfolgreichste Geschäftsjahr der Gesellschaft seit 1992 abschließen können. Nun sei man nicht mehr nur Bestandshalter, auch die Veredlung von Objekten zum späteren Verkauf wolle man verstärkt vorantreiben. Hier wolle man vor allem bei Industrieimmobilien tätig sein, denn hier sei der Markt "enorm groß", wie Herr Blum betonte. Dies sei auch darauf zurückzuführen, dass immer mehr Firmen ihren Immobilienbestand auslagern. Auch wenn man sich im Bereich der Logistikimmobilien als Bestandshalter verstehe, so sei doch auf allen Objekten der Gesellschaft ein Preisschild. In diesem Jahr wolle man ebenfalls weitere Objekte verkaufen.

Nun kam Herr Blum auf die geplante Kapitalerhöhung in diesem Jahr zu sprechen. Das bestehende Grundkapital soll um 1.750.000 Euro erhöht werden. Im Vorfeld der Kapitalerhöhung habe man eine Due Dilligence von Arthur Andersen durchführen lassen - dies schon in gleicher Form, als ob man in den Amtlichen Handel wechseln wolle. Die Kapitalerhöhung werde von der HypoVereinsbank begleitet, diese sei ein exzellenter Partner für die Jeserich AG. Bei der Stadtsparkasse Köln bedankte er sich für die gute Zusammenarbeit in der Vergangenheit.

"Jeserich ist immer noch ein Investment in die Zukunft, aber eins mit Substanz und Strategie", so Herr Blum zur Jeserich-Aktie. Man arbeite intensiv daran, die Anleger auf die Gesellschaft aufmerksam zu machen, hierfür habe man Dr. Edmond Cao-Van-Hoa von der RSE AG abwerben können. Ziel hierbei sei, in ein paar Jahren eine ähnliche Bekanntheit wie beispielsweise die WCM AG zu erlangen. Nach seinen Ausführungen bedankte sich Herr Blum bei den Aktionären, dass diese im Vorjahr auf ihre Dividende verzichteten, um das Wachstum der Gesellschaft weiter vorantreiben zu können. Nun wolle man eine Dividende von 18 Cents ausschütten.

Im Anschluss an die Ausführungen von Herrn Blum trat Herr Dr. Dix an die Aktionäre. Dieser erläuterte die Bilanz der Gesellschaft, hierbei legte er sein Hauptaugenmerk auf den Vergleich zu den letzten sechs Jahren. So habe die Gesellschaft von 1995 bis heute ihre Bilanzsumme von 39,8 auf 109,8 Mio. DM steigern können. Das Eigenkapital stieg von 0,9 auf 19,6 Mio. DM, während die Verbindlichkeiten "nur" von 35 auf 83,6 Mio. DM anstiegen. Damit stieg die Eigenkapitalquote von 2,3 auf 17,9 Prozent, als Zielmarke nannte Herr Dr. Dix eine Größe von 20 Prozent.

Zum ersten Halbjahr 2001 erklärte er, dass man bereits einen Überschuss von 0,3 Mio. DM erwirtschaften konnte. Dies entspreche in etwa dem Jahresüberschuss des Vorjahres. Für weitere Auskünfte zur Bilanz verwies Herr Dr. Dix auf den Geschäftsbericht, hier habe man die Gesellschaft sehr transparent dargestellt und auch eine komplette Bestandsliste publiziert.

"Was aber haben wir mit der Jeserich AG vor?" fragte Herr Dr. Dix rhetorisch in die Runde. Wichtig sei, dass man auch weiterhin attraktive Dividenden ausschütte und über einen Hebeleffekt wachsen könne. Hierbei wolle man jährlich 50 Mio. DM investieren und 50 Mio. DM Bestand "drehen", dies alles mit dem Ziel der Steigerung des NAV pro Aktie.

Seinerzeit habe Herr Blum ihn gebeten, sich die Jeserich AG genauso sorgfältig wie einen Sanierungsfall anzuschauen; inzwischen könne er aber mit gutem Gewissen sagen, dass die Gesellschaft kein Sanierungsfall sei, wie Herr Dr. Dix scherzhaft bemerkte. Wichtig für das Wachstum sei nun die weitere Kapitalausstattung der Gesellschaft, langfristig müsse man auch auf dem Radarschirm der Analysten auftauchen.

Zur Tagesordnung erläuterte Herr Dr. Dix, dass man ein Aktienoptionsprogramm starten wolle. Hierfür möchte man sich nun die Genehmigung der Aktionäre holen. Dies seien nach der Kapitalerhöhung maximal unter fünf Prozent der Aktien, der Kurs müsse zur Ausübung 20 Prozent über dem Kurs des Bezugszeitpunktes liegen. Ein weiterer Tagesordnungspunkt ist die Wahl des Abschlussprüfers, hier schlage man Schröder, Nörenberg + Partner vor. Herr Dr. Dix dankte bei dieser Gelegenheit dem bisherigen Abschlussprüfer der Gesellschaft, Herr Uwe Schiebener.
 

Allgemeine Aussprache

Bevor die allgemeine Aussprache eröffnet wurde, erklärte Herr Bastians für den Aufsichtsrat, dass man sich viermal getroffen und immer in alle Geschäftsprozesse vollen Einblick bekommen habe. Es habe eine gute Zusammenarbeit gegeben, auch wenn diese laut Herrn Blum nicht immer einfach gewesen sei. Schließlich wünsche sich dieser harte Sparringspartner. Nun überwache der Aufsichtsrat die Installation eines Risikomanagementsystems.

Als erster Redner meldete sich Herr Krienwald (Anmerkung: Gründer der insolventen Cyberadio AG, einer Gesellschaft an der u.a. SPARTA, AHAG und die Findus AG beteiligt waren) aus Hamburg zu Wort. Dieser lobte den Vortrag von Herrn Blum, die Gesellschaft mache auf ihn "keinen unsympathischen Eindruck". Dennoch müsse er im Namen eines Kleinaktionärs "die Suppe versalzen". So sei das Aktienoptionsprogramm rechtlich so nicht zulässig, auch die Tagesordnungspunkte zur Kapitalerhöhung und der Erwerb eigener Aktien biete Nährboden für Anfechtungsklagen.

Hierauf sagte Herr Blum, dass er diese Bedenken nicht teile. Die Grenze für die höchstmögliche Menge an Aktionsoptionen liege bei 10 Prozent des Aktienkapitals, hier gehe es um eine Summe von unter 5 Prozent. Herr Dr. Dix wies darauf hin, dass man mit den Optionen die Möglichkeit schaffen wolle, qualifizierte Mitarbeiter auch zu einem geringen Fixgehalt an die Firma zu binden. Wenn Herr Krienwald hiergegen Schritte einleiten wolle, so sei ihm dies freigestellt. Auf seine Gegenfrage, wie er denn das Optionsprogramm ausgestalten würde, antwortete Herr Krienwald, dass dies nicht zur Diskussion stehe.

Als nächster Redner erkundigte sich Herr Kochejda nach den Trends für bestimmte Gegenden So sei es in Amerika üblich, dass hier schnell Gebiete in und out seien. Auch wollte er wissen, ob man auch im Bereich der Wohnbüros tätig sein wolle. Ihm wurde von Herrn Bohn geantwortet, dass sich der Markt in Deutschland unterschiedlich stark wandele. So sei in Berlin derzeit Kreuzberg "en vogue", während sich der Markt in Hamburg nur sehr langsam entwickle. Zur zweiten Frage von Herrn Kochejda meinte Herr Blum, dass man als Vermieter nichts dagegen habe, "wenn auch mal in den Büros übernachtet wird".

Herr von Delden, ebenso wie Herr Kochejda ein bekannter HV-Besucher im Rheinland, sagte, dass auf der ersten Hauptversammlung der Concordia AG der Vorsitzende "Herr Dr. M." gesagt habe, dass man jährlich 100 Mio. DM investieren wolle. Deswegen solle man mit solchen Aussagen vorsichtig sein. Hierauf sagte Herr Blum scherzhaft, dass man ja auch nur 50 Mio. DM jährlich investieren wolle.

Hiernach ergriff Herr Karl-Walter Freitag das Wort, der im unteren einstelligen Prozentbereich an der Gesellschaft beteiligt ist und erklärte den Anwesenden, dass Herr von Delden mit "Herrn Dr. M." Herrn Dr. Minninger (welcher unter anderem auch bei der Stolberger Telekom und bei der I.G. Farben aktiv war) gemeint habe. Man könne solch einen Verbrecher aber nicht mit der Jeserich AG vergleichen. Zum Aktienoptionsprogramm sagte er, dass er hier die Kritik von Herrn Krienwald nicht verstehen könne. Jedoch merkte er an, dass die Frist zum Bezug der Aktien begrenzt sein müsse. Da er sich selber "auch mal mit dem Aktienrecht beschäftigt" habe, sei er sich ziemlich sicher, dass das Optionsprogramm rechtsbeständig sei.
 

Abstimmungen

Nachdem die Präsenz mit 80,43 Prozent bekannt gegeben worden war, wurde über die Tagesordnung (Verwendung des Bilanzgewinns, Entlastung des Vorstands und Aufsichtsrats, Vergütung des Aufsichtsrats, Ermächtigung zur Begebung von Aktienoptionen, Ermächtigung zur Erhöhung des Grundkapitals, Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien, Neuwahl des Aufsichtsrats und Wahl des Abschlussprüfers) abgestimmt. Bis auf die Tagesordnungspunkte 6 bis 8, wo es von Herrn Krienwald jeweils eine Neinstimme und Widerspruch zu Protokoll gab, wurden alle Tagesordnungspunkte einstimmig beschlossen.

Bei der Wahl des Aufsichtsrates stellte sich der zu wählende Herr Dietrich Nill vor, der auch schon Aufsichtsrat bei der GIVAG AG ist, und erklärte zu seiner Person, dass er drei Kinder (eins von ihnen der ehemalige SPARTA-Vorstand Herr Dr. Alexander Nill) und in Köln BWL studiert habe. Unter Hans Martin Schleyer sei er im Vorstandssekretariat bei der Daimler-Benz AG tätig gewesen, anschließend habe er dann die Familienfirma im Bereich des Versicherungsvertriebs übernommen und eine Firma zum Vertrieb von Konsumgütern in Ostdeutschland aufgebaut. Er habe zwar "wenig Erfahrung im Immobilienbereich" (Anmerkung: obwohl er Aufsichtsrat der GIVAG ist), sei aber ebenfalls ein "JAeGer".

Herr Bastians dankte dem nach der Hauptversammlung ausgeschiedenen Aufsichtsrat Herr Philip Moffat, Vorstand der SPARTA AG, für seine Tätigkeit für die Gesellschaft. Auch ein Vertreter des Abschlussprüfers stellte sich vor, dieser betonte, dass man es hier nicht mit einem anonymen Großprüfer zu tun habe, "es gibt wirklich einen Herrn Schröder". Im Anschluss an die Versammlung wurde zu einem reichhaltigen Buffet geladen, hierfür wurde extra eine Seitenstraße abgesperrt - sehr zur Freude von Herrn Freitag, der bemerkte, die Jeserich AG sei die erste AG, welche für ihre Aktionäre auch eine Straße sperren lässt.


Fazit

Die Hauptversammlung der JAG war eine harmonische und exklusive Angelegenheit, fand sie doch unter Ausschluss der breiten Aktionärsmassen im Turm statt. So war es auch nicht verwunderlich, dass unter anderem mit Herrn Freitag oder Herrn Dr. Issels, Vorstand der Allerthal-Werke AG, prominente Aktionäre auf der Versammlung anwesend waren.

Wahrscheinlich nicht als Aktionär anwesend war der auf der Hauptversammlung ebenfalls gesehene Herr Borkers, Vorstand der TAG Tegernsee AG. Nachdem sich diese Gesellschaft in einem ausführlichen Interview mit GSC Research recht wohlwollend über die Jeserich AG und Herrn Blum geäußert hatte, darf darüber spekuliert werden, ob es die TAG ist, welche das von Herrn Blum kürzlich im GSC-Interview angekündigte 25-Prozent-Paket bei der Kapitalerhöhung übernimmt.

Doch mit oder ohne TAG wird die Jeserich AG ihren Weg gehen. Trotz seiner jungen Jahre ist es Herrn Blum gelungen, die Gesellschaft innerhalb kürzester Zeit auf die beiden lukrativen Geschäftsfelder Bestandshaltung in Gewerbeimmobilien und Veredelung von Industriegebäuden neu auszurichten. Zusammen mit der weiteren Kapitalausstattung bietet dies die Möglichkeit, in große Dimensionen vorzustoßen. Das Team hierfür steht nun, hat man doch mit Herrn Dr. Dix, Herrn Bohn und auch dem für eine Publikumsgesellschaft wichtigen Platz des IR-Managers mit Herrn Dr. Cao-Van-Hoa erstklassige Leute gefunden. Nun geht es darum die weiteren Pläne zu realisieren.

Zur Bewertung der Aktie ist zu sagen, dass sich diese nach der Korrektur einer eindeutigen Überbewertung im vergangenen Jahr nun wieder auf einem vernünftigen Niveau befindet, auch wenn bei einem Kurs oberhalb des NAV sicherlich etwas Phantasie vorweggenommen wird, was aber sicherlich aufgrund der guten Perspektiven vertretbar erscheint.


Kontaktadresse

Jeserich AG
Widdersdorfer Straße 190
50825 Köln

Tel.: 0221 / 549 61 - 0
Fax: 0221 / 549 61 - 20

Email: kontakt@j-ag.de
Internet: www.j-ag.de



Impressum / Datenschutz

Anzeige: Effektenspiegel
defecation-porn.comfuckscat.comjapanese-scat.netscatgo.com