Jetter AG (ISIN DE0006264005)

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Günter Eckert
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HV-Bericht Jetter AG

Steuert auf neues Rekordergebnis zu


Am 18. September 2007 fand in Ludwigsburg die ordentliche Hauptversammlung der Jetter AG statt. Rund 250 Aktionäre und Gäste, unter ihnen auch Thorsten Renner von GSC Research, hatten sich im Forum am Schlosspark eingefunden, um sich über die weiteren Zukunftsaussichten der Gesellschaft zu informieren. Der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Michael Oltmanns eröffnete die Hauptversammlung und übergab nach dem Verlesen der üblichen Formalien das Wort an den Vorstandsvorsitzenden Martin Jetter.


Bericht des Vorstands

Einleitend brachte Herr Jetter seine Freude zum Ausdruck, über ein Rekordjahr berichten zu können. So legte der Umsatz um 46 Prozent zu, und da die wesentlichen Aufwandspositionen unterproportional anstiegen, explodierte das EBIT um 110 Prozent auf 3,5 Mio. EUR. Das Geschäft von Jetter umfasst vor allem Industriesteuerungen, wobei die Steuerung das elektronische Gehirn der Maschine oder Anlage darstellt.

Nach Aussage von Herrn Jetter umfasst das Produktangebot der Gesellschaft Industriesteuerungen, Industrie-PC’s, Bediengeräte und Dienstleistungen, die bisher wertmäßig aber noch einen kleinen Umsatzanteil ausmachen. Seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1980 und dem Börsengang in 1999 konnte die Mitarbeiterzahl mittlerweile auf 201 gesteigert werden. Die 2002 eingeführte revolutionäre JetWeb-Technologie ermöglicht die Verschmelzung von IT-Technologie und Steuerungstechnik.

Laut Herrn Jetter konnte in den letzten Jahren ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 40 Prozent und eine EBIT-Steigerung von durchschnittlich 70 Prozent erreicht werden, womit man sich der Zielmarke, einer EBIT-Marge von 10 Prozent, schon stark angenähert hat. Durch weitere Innovationen soll die Wachstumsgeschichte fortgesetzt werden, betonte der Vorstandsvorsitzende. Als Wachstumstreiber sah Herr Jetter die Wechselwirkung mit dem Weltmarktführer Emhart Glass durch intensive Technologiepartnerschaft und gemeinsame Geschäftsleitung. Mit der neuen JetWeb-Technologie, die bereits in über 1.000 Anlagen installiert ist, können durch den Online-Zugriff auf alle Daten schon 80 Prozent der Probleme an den Anlagen über das Internet gelöst werden, was Herr Jetter als riesigen Vorteil wertete.

Durch neues Hartglas sollen die beiden bestehenden Nachteile von Glas, nämlich Gewicht und Zerbrechlichkeit, aufgebessert werden. Hierbei soll die Prozessstabilität in der industriellen Fertigung bis Frühjahr 2008 erreicht werden, berichtete Herr Jetter. Dazu wurde in den USA von der Firma Emhart Glass ein Research Center errichtet und betrieben, das in der kommenden Woche den Betrieb aufnehmen und dann ab Ende des Monats mit den Versuchen starten wird.

Ebenfalls bedeutsam für das weitere Wachstum sei die Verfügbarkeit von JetWeb der zweiten Generation ab Anfang 2008, da das neue Gerät schneller und kostengünstiger ist und eine kompaktere Bauweise aufweist. Wie Herr Jetter informierte, bietet JetWeb weltweit die erste Software, die alle Automatisierungsfunktionen integriert hat. Zur Optimierung der Fertigung wurde eine neue, hochmoderne Produktionslinie errichtet. In die Anlage zur SMD (Surface Mounted Device)-Fertigung, die seit August 2007 in Betrieb ist, wurden rund 1,5 Mio. EUR investiert.

Anschließend erläuterte der Finanzvorstand Günter Eckert eingehender die Zahlen des vergangenen Geschäftsjahres. Auf der Aktivseite der Bilanz ergaben sich demnach keine großen Veränderungen. Nachdem in den Jahren 2001 bis 2003 hohe Verluste angefallen waren, werden nun nach der Rückkehr in die Gewinnzone wieder höhere latente Steuern ausgewiesen. Auch auf der Passivseite kam es zu keinen bedeutenden Veränderungen, mit 65 Prozent Eigenkapitalquote kann die Gesellschaft aber einen respektablen Wert vorweisen, meinte der Finanzvorstand.

Sehr erfreulich entwickelten sich die Umsatzerlöse, die von 25,1 auf 36,6 Mio. EUR zulegten. Das EBIT konnte dabei von 1,65 auf 3,46 Mio. EUR mehr als verdoppelt werden. Aufgrund der Bilanzierung latenter Steuern kam es zu einem Steuerertrag, so dass sich der Jahresüberschuss auf 4,16 nach 2,20 Mio. EUR im Vorjahr belief. Trotz des deutlichen Überschusses kann die Jetter AG aber noch keine Dividende ausschütten, da immer noch ein Bilanzverlust von 11,2 Mio. EUR besteht. Erst nach Ausgleich dieses Betrags kann die Gesellschaft nach Aussage von Herrn Eckert eine Dividende ausschütten.

Das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres brachte einen Umsatzanstieg von 8,0 auf 11,2 Mio. EUR. Beim EBIT verzeichnete Jetter einen Zuwachs von 0,61 auf 1,48 Mio. EUR, und der Überschuss verbesserte sich von 0,59 auf 1,19 Mio. EUR. Laut Herrn Eckert konnten in den vergangenen Quartalen Umsatz und EBIT kontinuierlich gesteigert werden. Auch die Produktivität hat weiter zugelegt, und der Umsatz je Mitarbeiter erreichte im ersten Quartal einen Wert von 56 TEUR. Die Kosten der Hauptversammlung haben sich in den letzten Jahren bei knapp 40 TEUR eingependelt, obwohl man die Verpflegung wieder verbessert hat, nachdem es 2003 nur trocken Brot gab, wie Herr Eckert humorvoll bemerkte.

Trotz des Erwerbs von Gesellschaften und Erweiterungen hat sich der Bestand an Bankguthaben und Wertpapieren weiter erhöht. Erst in den letzten Monaten hat sich dieser aufgrund der hohen Investitionen wieder etwas verringert, lag aber immer noch über dem Niveau von 6 Mio. EUR. So konnte die neue Produktionsstätte innerhalb eines Jahres errichtet werden. Nach Aussage von Herrn Eckert zahlt die Gesellschaft für den Neubau eine monatliche Miete von 13 TEUR. Die Investitionen für die Produktionsstraße zur Oberflächenbestückung (SMD) bezifferte er auf rund 0,85 Mio. EUR, und zusammen mit einigen Nebenkosten erhöhte sich die Gesamtinvestition auf 1,47 Mio. EUR.

Für das laufende Jahr prognostizierte Herr Eckert eine erneute Umsatzsteigerung im zweistelligen Prozentbereich bei einer EBIT-Marge, die wieder zwischen 9 und 10 Prozent liegen soll. Da die Gesellschaft noch über hohe Verlustvorträge verfügt, wird das Konzernergebnis aufgrund der geringen Mindestbesteuerung nur leicht unter dem EBIT liegen. Aufgrund der guten Zahlen hatte sich auch der Aktienkurs erfreulich entwickelt und stieg auf über 16 EUR. In den letzten Monaten ließ das schwindende Anlegervertrauen das Papier aber wieder auf rund 13 EUR zurückkommen, erklärte Herr Eckert zum Ende seiner Ausführungen.


Allgemeine Diskussion

Rainer Schad als Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) gratulierte den Organmitgliedern und allen Mitarbeitern für das hervorragende Geschäftsjahr 2006/2007. Das Ergebnis je Aktie erreichte, wie er feststellte, immerhin schon ein Niveau von 1,29 EUR, auch wenn davon bei den Aktionären leider noch nichts ankam. In diesem Zusammenhang interessierte ihn die langfristige Dividendenpolitik. Nach Meinung von Herrn Jetter haben die Aktionäre sehr wohl verdient, irgendwann eine Dividende zu erhalten, auch wenn man dann immer überlegen muss, welcher Anteil ausgeschüttet und welcher für das weitere Wachstum einbehalten wird. Herr Eckert fügte noch hinzu, er wünsche sich ebenfalls, in drei Jahren die Dividendenfähigkeit zu erreichen, auch wenn er dies zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht versprechen könne.

Sehr zufrieden zeigte sich Herr Schad mit dem im ersten Quartal ausgewiesenen Cashflow von 2,8 Mio. EUR, der zum erfreulichen Kassenbestand beigetragen hat. Zu diesem Themenbereich bat er um eine Erläuterung der Mittelanlage und -verwendung. Das Niveau an liquiden Mitteln soll, wie der Vorstandsvorsitzende betonte, weiter gehalten werden, um sich über diese "Kriegskasse" Spielraum für strategische Optionen zu erhalten. Laut Herrn Eckert sind die liquiden Mittel derzeit zu 4,5 Prozent als Festgeld angelegt.

Weitere Fragen von Herrn Schad betrafen die Abhängigkeit von Emhart Glass, die Gewinnung qualifizierter Mitarbeiter und die weitere Entwicklung der Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E). Der Umsatzanteil von Emhart Glass liegt nach wie vor bei rund 40 Prozent, so Herr Jetter. Er habe zwar im letzten Jahr versprochen, dass der Anteil durch das schnelle Wachstum der anderen Bereiche kleiner wird, aber auch Emhart ist sehr stark gewachsen, so dass der Anteil gleich geblieben ist. Einerseits bestehe zwar eine gewisse Abhängigkeit, auf der anderen Seite wirke dieser Umsatzanteil aber auch als stabilisierender Faktor.

Wie der Vorstandsvorsitzende weiter ausführte, waren die Ausgaben für F&E bezogen auf den Umsatz früher noch deutlich höher. Trotz überdurchschnittlicher Ausgaben kann mittlerweile aber noch eine EBIT-Marge von 10 Prozent erwirtschaftet werden, die auch in Zukunft etwa auf diesem Niveau gehalten werden soll. Sollte der Umsatz aber weiter stark ansteigen, dürften sich die F&E-Aufwendungen prozentual etwas abschwächen. Nach Aussage des Technikvorstands Andreas Kraut gestaltet sich die Suche nach qualifizierten Mitarbeitern nicht ganz einfach. Man hat aber eine Zusammenarbeit mit der Berufsakademie Stuttgart ins Leben gerufen, aus der viele Studenten übernommen werden.

Auf die Frage des Aktionärsschützers nach Beratungsaufwendungen im letzten Jahr bezifferte der Finanzvorstand die Summe auf 230 TEUR. Die größten Posten entfielen dabei auf die Abschlussprüfung mit 70 TEUR, Kosten für die Börsennotierung von 50 TEUR, technische Beratungsleistungen bei der Zertifizierung von 50 TEUR und Rechtsberatung im Umfang von 30 TEUR.

Erklärungsbedarf sah Herr Schad hinsichtlich der Investition in den USA, wobei er wissen wollte, ob der Bau nicht auch in Deutschland möglich gewesen wäre. Laut Herrn Jetter gab es für die Standortwahl in den USA mehrere Gründe. So war Emhart eigentlich ein amerikanisches Unternehmen, und die Forschung von Emhart sitzt auch weiterhin in den USA. Außerdem sind die Behörden dort sehr unkompliziert. Von der Genehmigung des Baus im Verwaltungsrat der Gesellschaft bis zum Baubeginn vergingen nur gut zwei Monate, was in Deutschland sicherlich undenkbar wäre. Angesprochen auf eine Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien erklärte Herr Eckert, die Gesellschaft verfüge derzeit über keine Ermächtigung, diese sei aber auch nicht unbedingt vorgesehen. Abschließend lobte Herr Schad noch die sehr bescheidenen Vorstandsbezüge von Herrn Jetter.


Abstimmungen

Vom Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von 3.236.511 EUR waren 1.084.950 EUR entsprechend 33,52 Prozent vertreten. Die Beschlüsse wurden dabei einstimmig oder bei sehr wenigen Gegenstimmen gefasst. Im Einzelnen beschlossen wurden die Entlastung von Vorstand (TOP 2) und Aufsichtsrat (TOP 3), eine Satzungsänderung hinsichtlich Bekanntmachungen (TOP 4) und die Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2007/2008 (TOP 5).


Fazit und eigene Meinung

Die Jetter AG kann auf ein äußerst erfolgreiches Geschäftsjahr 2006/2007 zurückblicken. So wurde bei einer kräftigen Umsatzsteigerung der Jahresüberschuss fast verdoppelt. Der Start ins laufende Geschäftsjahr ist ebenfalls geglückt, auch wenn bei den Zahlen des ersten Quartals zu berücksichtigen ist, dass es einige Vorzieheffekte aus dem zweiten Quartal gegeben hat, so dass das Wachstum im Letzteren schwächer ausfallen dürfte.

Trotzdem sollte der Umsatz im Gesamtjahr die Marke von 40 Mio. EUR locker überspringen, und bei einer Beibehaltung der Marge von gut 10 Prozent sollte das Ergebnis des Vorjahres selbst ohne latente Steuererträge erreicht werden. Da sich die Ertragslage jedoch nachhaltig positiv darstellt, ist hier durchaus mit einer weiteren Anhebung zu rechnen. Mit einem Ergebnis je Aktie von mindestens 1,30 EUR weist das Papier aber gerade einmal ein KGV in der Größenordnung von 10 auf. Vor dem Hintergrund der positiven Aussichten und der Einführung der zweiten Generation der JetWeb-Technologie sollte der Kurs noch deutlichen Spielraum nach oben besitzen.


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