ALBIS Leasing AG (ISIN DE0006569403)

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Am 28. Juni 2011 fand die 29. ordentliche Hauptversammlung der ALBIS Leasing AG statt. Hierzu hatten sich nur rund 30 Aktionäre, Aktionärsvertreter, Gäste und Pressevertreter, unter ihnen auch Mag. Mario-David Balda für GSC Research, im Novotel Hamburg Alster eingefunden, da an diesem Tag drei weitere Hauptversammlungen in Hamburg angesetzt waren.

Pünktlich um 11 Uhr begrüßte der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Rolf Aschermann die Teilnehmer. Nach der Erledigung der üblichen und umfangreichen Formalien übergab dieser dann das Wort an den Vorstandsvorsitzenden Hans Otto Mahn.


Bericht des Vorstands

Zu Beginn seiner Ausführungen verwies Herr Mahn darauf, dass man bei der ALBIS Leasing AG seit 2007 bemüht ist, die Gruppenstruktur konsequent zu vereinfachen. Im Juni 2010 wurden 49 Prozent der Gallinat-Bank AG erworben nebst einer Option auf den Erwerb der restlichen 51 Prozent nach der Zustimmung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Der vollständige Kaufpreis wurde bereits bezahlt, und inzwischen wurden auch schon über 300 Mio. Euro Refinanzierungen seitens der Gallinat-Bank geleistet.

Mit der Bank wurde zudem der erste ABS (Asset backed Sucrities)-Bond mit einem Nominalvolumen von 160 Mio. Euro umgesetzt. Im Konzern reduzierte sich die Bilanzsumme deutlich von 764,6 auf 547,8 Mio. Euro in 2010. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit drehte von minus 3,4 Mio. Euro im Vorjahr wieder auf plus 4,9 Mio. Euro.

Beim LKW-Leasing „Schwere Klasse“ musste nach Aussage des Vorstandsvorsitzenden ein Geschäftsrückgang um 10 Prozent hingenommen werden. Bei ALBIS HiTec betrug das Minus zwar 2,8 Prozent, die Margen und Zusatzerlöse konnten jedoch um 3,5 Prozent gesteigert werden. Auch bei der Gallinat-Leasing GmbH war das Neugeschäft rückläufig, und die ALBIS Capital AG & Co. KG erreichte ihre Ziele ebenfalls nicht.

In der AG wurde den weiteren Angaben des Vorstandsvorsitzenden zufolge mit plus 0,1 Mio. Euro nach den minus 5,4 Mio. Euro in 2009 wieder ein positives Jahresergebnis erzielt. Die Eigenkapitalquote blieb praktisch unverändert, von Creditreform wurde das Konzernrating mit BB+ zertifiziert.

Das erste Quartal 2011 brachte beim Neugeschäftsvolumen im Bereich LKW wieder eine deutliche Steigerung von 82 Prozent. Wie Herr Mahn weiter ausführte, wurde bei ALBIS HiTec ein Plus beim Neugeschäft von 15 Prozent erreicht, und bei der ALBIS Versicherungsdienst GmbH konnte der Abschluss von „sensationellen“ 2.480 Neuverträgen erzielt werden. Bei ALBIS Capital blieb die Entwicklung des Neugeschäfts hingegen erneut hinter den Erwartungen zurück.

Als Ziele für 2011/12 nannte CEO Mahn den Vollerwerb der Gallinat-Bank, den Ausbau des Leasinggeschäfts, den Aufbau der kompetenten Leasingbank zur führenden für das Standardgeschäft in Deutschland und die Rückkehr zur Dividendenfähigkeit. Letzteres sah er als das wichtigste Ziel an.


Allgemeine Diskussion

Die Generaldebatte eröffnete Dr. Gönke Jacobsen als Vertreterin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Diese kritisierte die erneute Beschlussfassung über das Unterbleiben einer individualisierten Offenlegung der Vorstandsbezüge unter TOP 5 und kündigte an, hier die Zustimmung zu verweigern. Allen anderen Tagesordnungspunkten wollte sie seitens der DSW zustimmen.

Die Fragen von Dr. Jacobsen betrafen dann die Funktion der Holding, wenn das Geschäft und die Bank zukünftig überwiegend in der ALBIS Finance AG angesiedelt sein werden, die 370 TEUR an Rückstellungen für Anlegerklagen im Detail und die Gründe der Bürgschaft für die Gallinat-Bank AG. Zudem wollte sie wissen, wann die Dividendenfähigkeit erstmals wieder erreicht werden soll.

Als zweiter Redner ergriff Peter Tschirner von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) das Wort, der sich ebenfalls erfreut hinsichtlich der Ankündigung der Dividendenfähigkeit zeigte. Auch der Geschäftsbericht sei deutlich besser als im Vorjahr ausgefallen, sowohl formal als auch von den Zahlen her. Wie seine Kollegin wollte der SdK-Sprecher allen Beschlussvorschlägen mit Ausnahme von TOP 5 zustimmen.

Dann erkundigte sich Herr Tschirner nach den Effizienzsteigerungen und den Kosteneinsparungen, dem Schicksal der PS AutoLeasing GmbH und nach den fünf „Special Purpose Vehicles“ auf den Cayman Islands. Zudem interessierte er sich für den Streit mit ehemaligen Vorständen bezüglich deren Altersversorgung, den gesamten Schaden aus dem Betrugsfall, den aktuellen Stand der Nachfolgeregelung im Vorstand und für den konkreten Ausblick für das EBIT.

Anschließend wollte Anteilseigner Prof. Dr. Götz wissen, wie die Optionen für die restlichen 51 Prozent an der Gallinat-Bank AG strukturiert sind, warum das Geschäftsfeld Factoring aufgegeben wird und ob der positive Unterschiedsbetrag in Höhe von 5,1 Mio. Euro aus dem Erwerb der Gallinat-Bank AG voll in die Gewinn- und Verlustrechnung einging, Ferner erkundigte sich der Aktionär, ob im laufenden Geschäftsjahr wieder eine erfolgswirksame Auflösung von Wertberichtigungen zu erwarten ist.

Die durchgeführte Aufnahme von Krediten durch Vorstandsmitglieder der Gesellschaft über die ALBIS Leasing lehnte Prof. Dr. Götz aufgrund der zusätzlichen Risiken strikt ab. Hier kritisierte er die Rolle des Aufsichtsrats ebenso wie bei der Darlehensgewährung an einen Vorstand, die für ihn den Verdacht einer verdeckten Gewinnausschüttung erweckte. Ebenfalls kritisierte er die geplante Verdoppelung der Aufsichtsratsbezüge, die fehlenden Investor Relations-Aktivitäten und das Ausbleiben eines Statements zur Aktienkursentwicklung.


Antworten

Nach einer Pause bis 13:10 Uhr konnte mit der Beantwortung der gestellten Fragen begonnen werden. Zunächst erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende, dass mit zwei früheren Vorstandsmitgliedern Vergleiche hinsichtlich deren Altersversorgung geschlossen werden konnten. Die Höhe liege unter der getroffenen Rückstellung. Mit dem Vorstand wurden die Verträge bis 2014 verlängert, womit eine Nachfolgeregelung derzeit nicht akut sei.

Die Darlehensgewährung an einen Vorstand liegt den weiteren Angaben zufolge bereits länger zurück und war zweckgebunden zur Finanzierung von Geschäften, die der Gesellschaften dienten, wobei es sich um den Vorgang „OBL-Restgeschäfte“ handelte. Bis Dezember 2011 werde hier die Volltilgung erwartet. Die Aufsichtsratsvergütung soll laut Dr. Aschermann angesichts der Komplexität des Geschäfts der Gesellschaft und der Arbeitsbelastung entsprechend angepasst werden.

Der Vorstandsvorsitzende Mahn teilte bezüglich TOP 5 mit, dies sei „eine ganz spannende Angelegenheit“, das Ergebnis werde er als hier Nichtstimmberechtigter zur Kenntnis nehmen. Die ALBIS Leasing AG werde weiterbestehen, aber denkbar sei eine Auflösung der ALBIS Finance AG als Zwischenebene. Dies sei auch das strategische Ziel, die Finanzierung würde jedoch aufgrund der stillen Gesellschafter rund 20 Mio. Euro kosten.

Am Ende könnte dann auch eine börsennotierte Bank stehen. Die Optionen für die restlichen 51 Prozent an der Gallinat-Bank AG sollen laut Herrn Mahn nach der Genehmigung durch die BaFin gezogen werden, die „Statthalter“ können gegen einen Obolus jederzeit herausgekauft werden. Bisher musste keinerlei Schadensersatz aus Anlegerklagen bezahlt werden, bei der Gesellschaft befürchte man hieraus „nichts außer viel Arbeit“.

Die 500 TEUR-Bürgschaft für die Gallinat-Bank betrifft nach Aussage des Vorstandsvorsitzenden einen irischen Fondsanteil, der zur Kapitalstärkung der Bank bei ALBIS in die Bücher genommen wurde. Effizienzsteigerungen und Kosteneinsparungen ergäben sich in hohem Ausmaß aus der Übernahme der Gallinat-Bank und aus der Auflösung von Verwaltungen von Tochtergesellschaften. Die PS AutoLeasing GmbH wurde im September 2009 zu 94 TEUR erworben, und das Geschäft wurde konzernintern in eine andere operative Einheit überführt.

Wie Herr Mahn weitere ausführte, gibt es von den fünf „Special Purpose Vehicles“ auf den Cayman Islands bereits zwei nicht mehr, die übrigen drei befinden sich ebenfalls in Auflösung, „weil von den Investoren gewünscht“. Alle erdenklichen Risiken und Schäden aus dem Betrugsfall in 2008 seien in den Rückstellungen und Jahresabschlüssen abgebildet worden. Konkret handle es sich um 25 bis 27 Mio. Euro.

Bezüglich eines konkreten Ausblicks für das Ergebnis und das Wiedererreichen der Dividendenfähigkeit verwies Herr Mahn auf seine Ausführungen im Rahmen der letztjährigen Hauptversammlung. Die Aktienkursentwicklung sei „furchtbar“, mit Investor Relations-Aktivitäten werde erst gestartet, wenn die Hausaufgaben gemacht sind.

Das Geschäftsfeld Factoring habe weder in die Geschäftsstruktur noch in die Strategie gepasst, ergänzte Finanzvorstand Bernd Dähling. Der positive Unterschiedsbetrag in Höhe von 5,1 Mio. Euro aus dem Erwerb der Gallinat-Bank ergab sich aus der at-equity-Bewertung. Die erfolgswirksame Auflösung von Wertberichtigungen war laut Finanzvorstand der positiven Konjunktur geschuldet.


Abstimmungen

Nachdem keine Wortmeldungen mehr vorlagen, stellte Dr. Aschermann um 15:05 Uhr die Präsenz auf der Hauptversammlung mit 7.559.507 Aktien oder 49,3 Prozent des stimmberechtigten Grundkapitals fest. Die Tagesordnungspunkte 2, 3, 4 und 6 wurden mit eindeutigen Mehrheiten zwischen 83,2 und 98,8 Prozent im Sinne der Verwaltungsvorschläge verabschiedet. TOP 5 wurde abgelehnt.

Im Einzelnen waren dies die Entlastung von Vorstand (TOP 2) und Aufsichtsrat (TOP 3), die Wahl der BDO Deutsche Warentreuhand AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2011 (TOP 4), die Beschlussfassung über das Unterbleiben einer individualisierten Offenlegung der Vorstandsbezüge (TOP 5) und die Vergütung des Aufsichtsrats (TOP 6).

Danach konnte Dr. Aschermann die Hauptversammlung um 15:30 Uhr offiziell beenden.


Fazit

Auch wenn die Teilnehmerzahl der diesjährigen Hauptversammlung der ALBIS Leasing AG enttäuschend war, so brachten die präsentierten Ergebnisse des abgelaufenen Geschäftsjahr doch eine deutliche Verbesserung. Trotz des großen Hauptversammlungsangebots an diesem Tag waren Vertreter beider Aktionärsschutzverbände anwesend, und diese zeigten sich auch wieder deutlich positiver gestimmt als in den Vorjahren.

Und dies durchaus zu recht, denn die Gesellschaft steht heute wieder deutlich besser da als in den letzten Jahren. Bis zum Erreichen der Dividendenfähigkeit bleibt allerdings noch einiges zu tun, so dass hier noch kein Anlass zu überbordendem Optimismus besteht. Dies sieht man auch an der Börse so, denn der Kurs der Aktie dümpelt weiterhin auf einem Niveau von 50 Cent. Vom Zwölfmonatstief bei unter 0,30 Euro aus dem November 2010 konnte sich die Effekte immerhin wieder deutlich absetzen.


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Ansprechpartner Investor Relations

Andrea Neidlinger
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