ORBIS AG (ISIN DE0005228779)

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HV-Bericht ORBIS AG

Unverändert auf Wachstumskurs


Am 26. November 2020 fand die 20. ordentliche Hauptversammlung der ORBIS AG statt. Wie die meisten Unternehmen hielt auch ORBIS das jährliche Aktionärstreffen in rein virtueller Form ab. Trotz der Krise befindet sich das Unternehmen weiter auf Wachstumskurs. Für GSC Research berichtet Thorsten Renner über den Verlauf der Hauptversammlung.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Ulrich Holzer eröffnete die Hauptversammlung pünktlich um 10:30 Uhr und bedauerte, dass in diesem Jahr keine Präsenzhauptversammlung stattfinden kann. Allerdings habe die Gesundheit aller Beteiligten oberste Priorität. So waren auch nur der Vorstandsvorsitzende Thomas Gard und sein Stellvertreter Stefan Mailänder im Veranstaltungsraum. Die weiteren Vorstandsmitglieder waren im Nebenraum präsent, die sonstigen Aufsichtsratsmitglieder online zugeschaltet. Nach dem Verlesen sonstiger Formalien übergab Herr Holzer das Wort an den Finanzvorstand Stefan Mailänder.


Bericht des Vorstands

Auch Herr Mailänder begrüßte die Aktionäre zur virtuellen Hauptversammlung und ging dann kurz auf das Unternehmen ein. Demnach ist ORBIS ein international tätiges Business-Consulting-Unternehmen. Es begleitet Unternehmen bei der digitalen Transformation. In diesem Rahmen setzt ORBIS auf die Lösungen und Technologien der Partner Microsoft und SAP. Daneben offeriert ORBIS aber auch eigene Produkte und Lösungen. Im Bereich Microsoft stehen vor allem Dynamics 365 und Azure im Vordergrund. Insgesamt sah Herr Mailänder ORBIS hervorragend für die digitale Transformation bei den Kunden aufgestellt.

Nach Aussage von Herrn Mailänder war die deutsche und europäische Konjunktur 2019 von einer Schwächephase geprägt. Trotzdem konnte ORBIS die Marktstellung in der DACH-Region weiter ausbauen. Neben neuen Kunden gelang auch bei Bestandskunden die Platzierung neuer Komponenten. Als Wachstumstreiber fungierten Cloud-Computing und digitale Transformation. Mit der daraus resultierenden Effizienzsteigerung können Kosten eingespart werden. Ferner erwarb ORBIS 51 Prozent an der DIALOG GmbH und baute damit die Position in Ostwestfalen aus. Das Unternehmen verfügt über mehr als zehn Mitarbeiter.

Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz um 14,4 Prozent auf 72,3 Mio. Euro, womit ORBIS die durchschnittliche Branchenentwicklung bei IT-Services von 2,4 Prozent deutlich übertraf. Ein Teil des Umsatzwachstums ist auf die erstmalige Konsolidierung der DIALOG GmbH zurückzuführen, erklärte Herr Mailänder. Darüber hinaus investierte die Gesellschaft weiter in junge Mitarbeiter und bereitet weitere Zukäufe für das Jahr 2021 vor. Das EBIT verbesserte sich um 4,1 Prozent auf 3,6 Mio. Euro und lag damit im Rahmen der Erwartungen. Das Konzernergebnis blieb mit 1,97 Mio. Euro entsprechend 22,3 Cent je Aktie hinter dem Vorjahreswert zurück.

Laut Herrn Mailänder nahm die Umsatzentwicklung in den letzten Jahren deutlich Fahrt auf. In den Umsatzerlösen von 72,3 Mio. Euro waren die DIALOG GmbH anteilig und die QUINSO B.V. ganzjährig enthalten, was einem Umsatzanteil von 5,9 Mio. Euro entsprach. Das bereinigte Wachstum belief sich auf 3,2 Mio. Euro oder 5,1 Prozent. Die projektbezogenen Beratungsleistungen stiegen um 13,8 Prozent. Beim Produktgeschäft mit eigenen Produkten kam es zu einem deutlichen Zuwachs von 24,3 Prozent auf 5,2 Mio. Euro. Auch die Erlöse aus Handelswaren lagen deutlich über Vorjahr.

Zum Jahresende erhöhte sich die Belegschaft auf 562 Mitarbeiter gleichbedeutend mit einem Anstieg um 10,8 Prozent. Wie Herr Mailänder berichtete, waren 24 Hochschulabsolventen im Rahmen eines Trainee-Programms beschäftigt. Zum Jahresende waren es auch noch 7 Auszubildende, so Herr Mailänder. In Summe stieg der Personalaufwand um 15,6 Prozent auf 48,1 Mio. Euro. Auch beim Materialaufwand verzeichnete ORBIS einen Anstieg um 7,7 Prozent auf 10,6 Mio. Euro.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen legten durch die Ausweitung der Geschäftstätigkeit um 4,4 Prozent auf 8,7 Mio. Euro zu. Trotz eines schwierigen Marktumfelds blieben die operativen Ergebniskennzahlen nahezu stabil. Vor allem bedingt durch die Erstanwendung von IFRS 16 stieg das EBITDA um 47,1 Prozent auf 6,7 Mio. Euro. Allerdings führte IFRS 16 auch zu deutlich höheren Abschreibungen, so dass das EBIT leicht auf 3,6 Mio. Euro vorankam.

Das at-Equity-Ergebnis lag bei 164 TEUR, teilte Herr Mailänder mit. Darüber hinaus verbuchte das Unternehmen noch Währungsgewinne von 41 TEUR. Das Ergebnis vor Steuern erhöhte sich geringfügig auf 3,6 Mio. Euro entsprechend einer Marge von rund 5 Prozent. Nach den Worten des Vorstands waren alle nutzbaren inländischen Verlustvorträge bereits genutzt. Den ausgewiesenen Steueraufwand bezifferte er auf 1,03 Mio. Euro wovon 676 TEUR auf laufende und 356 TEUR auf latente Steuern entfielen. Nach gut 600 TEUR anderer Gesellschafter verblieb schließlich ein Jahresergebnis von 1,97 Mio. Euro.

Die Vermögens- und Finanzlage hat sich weiter verbessert. Die Bilanzsumme stieg um 16,9 Prozent auf 57,0 Mio. Euro. Während sich die liquiden Mittel etwas verringerten, nahmen die Forderungen zu. Das langfristige Vermögen stieg dagegen deutlich auf 24,1 Mio. Euro. Der positive Cashflow wurde vor allem zur Finanzierung der Dividende 2018 verwendet.

Wie der Finanzvorstand berichtete, erhöhte sich das langfristige Fremdkapital um 89,4 Prozent auf 6,8 Mio. Euro. Auch beim kurzfristigen Fremdkapital ergab sich ein Zuwachs auf 19,3 Mio. Euro. Das Eigenkapital verbesserte sich zwar von 29,1 auf 30,9 Mio. Euro, die Eigenkapitalquote sank dagegen von 59,7 auf 54,2 Prozent. Die anhaltend hohe Eigenkapitalquote gibt Sicherheit für die Zukunft, betonte der Finanzvorstand. Anschließend ging er kurz auf die Aktionärsstruktur zum 31. Dezember 2019 ein. Der DAX stieg im letzten Jahr um rund 25,5 Prozent, die ORBIS-Aktie kletterte sogar überdurchschnittlich um 42,9 Prozent. Nach Ansicht von Herrn Mailänder ist die Gesellschaft für die Zukunft sehr gut aufgestellt. Entsprechend rechnete er mit einer weiterhin positiven Entwicklung der ORBIS AG.

Auch der Vorstandsvorsitzende Thomas Gard bedauerte den fehlenden persönlichen Kontakt auf der virtuellen Hauptversammlung. Er war überzeugt, dass die Pandemie weitere Veränderungen mit sich bringen wird. Zur Bewältigung der Herausforderungen hat ORBIS ein Krisenmanagement eingerichtet. Durch die Krise hat die Digitalisierung in allen Bereichen Einzug gehalten, auch innerhalb der Unternehmen nimmt das Thema weiter Fahrt auf. Hierfür bietet ORBIS ein äußerst breites Angebot.

Das Ziel für 2019 war ein nachhaltig profitables Wachstum. Dabei sollte der Umsatz im einstelligen Prozentbereich zulegen und das EBIT den Vorjahreswert übertreffen. Mit einem Umsatzanstieg von 14,4 Prozent auf 72,3 Mio. Euro und einem höheren EBIT von 3,6 Mio. Euro wurden die Ziele erreicht. Die Investitionen in neue Produkte bezifferte Herr Gard auf über 40 Mitarbeiter-Jahre. Insgesamt hat sich ORBIS sehr gut am Markt behauptet, allerdings müsse man weiter mit Umsicht und Vorsicht handeln.

Deshalb schlage man für das vergangene Geschäftsjahr auch keine Dividendenausschüttung vor. Laut Herrn Gard sollen die Mittel im Unternehmen gehalten werden. Dies hielt er mittel- bis langfristig für den richtigen Weg, denn es gehe auch vor allem um die Sicherung der Arbeitsplätze. Nach dem Ende der Pandemie wolle man aber wieder zur gewohnten Dividendenausschüttung zurückkehren.

Das vergangene Jahr gestaltete sich mit Kontakten zu über 800 Unternehmen sehr aktiv. Hierbei konnten zahlreiche Neukunden oder Neuprojekte gewonnen werden. Dieser erfreuliche Trend setzte sich auch im laufenden Geschäftsjahr fort. Seit April verfügt ORBIS mit der Hörmann Gruppe über einen neuen Ankeraktionär bei einem Anteil von über 28 Prozent. Mit Hörmann arbeitete ORBIS bereits seit Langem zusammen, nun geht man in eine noch engere Partnerschaft. Das Engagement sei langfristig ausgerichtet, zumal sich aus der Zusammenarbeit interessante Perspektiven ergeben. Zudem kann auch an den internationalen Standorten die Präsenz ausgebaut werden.

Im Rahmen der Strategie 2025 steht die Digitalisierung von Geschäftsprozessen weiter im Vordergrund. ORBIS optimiert dabei die gesamte Prozesskette. Zum besseren Verständnis spielte Herr Gard einen Videofilm ein. Durch Corona driftete die Weltwirtschaft in eine Rezession ab, was zu einem Einbruch führte. Im jüngsten Herbstgutachten rechnen die Beteiligten mit einem Rückgang von 5,4 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt. Im kommenden Jahr soll dann wieder ein Wachstum von 4,7 Prozent erreicht werden. Seit der ersten Belebung im Mai und Juni kommt die Erholung jedoch nur mühsam voran, teilte Herr Gard mit. Von der allgemeinen Schwäche sei auch die ITK-Branche betroffen.

Als Ziele für 2020 nannte Herr Gard ein profitables Wachstum trotz anhaltend hoher Investitionen. Insgesamt werde ORBIS die Corona-Krise gut verkraften. Bei den Einsparungen habe auch das Thema Kurzarbeit geholfen. Auf dieser Basis rechnete der Vorstandsvorsitzende mit einem Umsatzplus im einstelligen Bereich. Der Großteil des Wachstums wird dabei aus Akquisitionen stammen. Das EBIT erwartete er dabei leicht unter dem Vorjahreswert. Insgesamt sah er ORBIS für die weitere Zukunft gut aufgestellt. Ferner hält ORBIS auch nach neuen strategischen Partnerschaften Ausschau.

Die Krise ist auch an ORBIS nicht spurlos vorübergegangen, bei einigen Kunden wurden Projekte gestoppt. Viele der Mitarbeiter sind im Homeoffice beschäftigt, dies ist nach Aussage von Herrn Gard auch problemlos möglich. Allerdings erwartete er im Marktumfeld starke Veränderungen. ORBIS wird die Kunden aber auch in Zukunft auf dem Weg der Digitalisierung unterstützen. Die Corona-Krise ist jedoch noch nicht vorüber und wird sich auch 2021 auf das Geschäft auswirken, war Herr Gard überzeugt. Abschließend dankte er allen Mitarbeitern für ihren Einsatz in den vergangenen Monaten.


Allgemeine Fragerunde

Herr Holzer rief zunächst noch die weiteren Tagesordnungspunkte der Hauptversammlung auf. Zudem wies er darauf hin, dass bei der Beantwortung gleiche Fragen zusammengefasst wurden. So beschäftigte sich der erste Fragenkomplex mit dem Neubau der Gesellschaft. Nach Angabe von Herrn Gard befindet man sich derzeit voll in der Planung. Die ersten Ausschreibungen gehen raus und die Genehmigung ist ebenfalls erteilt. Somit erwartete er den Start der Erdarbeiten im ersten Quartal 2021. Die Fertigstellung ist derzeit für Mitte bis Ende 2022 vorgesehen, wobei der Neubau derzeit für 129 Arbeitsplätze geplant ist. Allerdings ist man in der Ausgestaltung auch noch sehr flexibel. Daneben wird es einen Konferenzbereich mit 50 weiteren Plätzen geben.

Angesprochen auf etwaige Zukäufe meinte der Vorstandsvorsitzende, als Wirtschaftsunternehmen ist man permanent interessiert zu wachsen. Sollten sich interessante Möglichkeiten eröffnen, dann werde ORBIS auch weitere Zukäufe in Angriff nehmen. Zu einem möglichen Volumen der Zukäufe konnte sich der Vorstand jedoch nicht äußern. Mehrere Aktionäre baten um Informationen zum Lizenz- und Wartungsgeschäft. Wie Herr Gard mitteilte, läuft das Geschäft derzeit sehr gut und zeigte deutliche Zuwächse in den letzten Jahren. Die Wartungserlöse bezifferte er auf rund 3,3 Prozent vom Umsatz. Der Anteil wird durch das wachsende Cloudgeschäft jedoch sinken, da dort die Wartungserlöse bereits in der Miete enthalten sind.

Zum Bereich ORBIS MES erklärte der Vorstandsvorsitzende, die Lösung wird derzeit nicht als SaaS-Angebot vertrieben, sondern als klassische Software verkauft und mit Wartungsverträgen vertrieben. Allerdings denke man über solche Cloud-Modelle nach. Die eigenen SaaS-Lösungen machten 2019 einen Anteil von 10,4 und im ersten Halbjahr 2020 von 14,0 Prozent der gesamten Lizenz- und Wartungserlöse aus. Im Hinblick auf QUINSO berichtete er schon von einer Zusammenarbeit vor der Übernahme. Dies wurde nun noch intensiviert und man arbeitet an weiteren Konsolidierungsmöglichkeiten.

Angesprochen auf das Microsoft-Geschäft konnte Herr Gard von einem sehr guten Verlauf berichten. In der DACH-Region zählt ORBIS mittlerweile zu den Top-3-Partnern und so werden auch bereits viele Marketingveranstaltungen gemeinsam abgehalten. Ein Aktionär hinterfragte den Umsatzrückgang und Verlustausweis bei OSCO. Nach Angabe von Herrn Gard befindet sich OSCO mit seiner Stahllösung in einem Nischenmarkt, der stark unter Druck steht. Deshalb rechnete er auch 2020 noch nicht mit einem positiven Ergebnis. Die Gesellschaft verfügt jedoch über einen guten Projekt-Forecast und, falls es nicht zu größeren Verschiebungen kommt, sollte die Gesellschaft 2021 ein positives Ergebnis erwirtschaften.

Mehrere Fragen drehten sich um den Themenkomplex Dividende. Man habe es sich bei der Dividendenentscheidung nicht leicht gemacht, betonte Herr Mailänder. Es geht aber auch um die Belegschaft der Gruppe. In der Gesellschaft wurde das variable Gehalt gekürzt und die Mitarbeiter haben auf eine Anhebung des Fixgehaltes verzichtet. Zudem gab es teilweise Kurzarbeit, weshalb es Herr Mailänder nicht für angebracht hielt, eine Dividende auszuschütten. In dieser Situation müssten alle Beteiligten „den Gürtel etwas enger schnallen“. Deshalb stand die Stärkung der Finanzkraft des Unternehmens im Vordergrund. Wenn das Ende der Krise absehbar ist, werde die Verwaltung sicher wieder einen angemessenen Dividendenvorschlag unterbreiten. Der Finanzvorstand betonte in diesem Zusammenhang, dass die Dividendenentscheidung in keinem Zusammenhang mit der Beteiligung von Hörmann steht.

Zur Anpassung der mittelfristigen Planung erklärte Herr Mailänder, vor dem Hintergrund der schwächeren Entwicklung in der Automobilbranche und der aufkommenden Corona-Krise hat ORBIS die Mittelfristplanung angepasst. Dabei geht man nun auf Konzernebene von einem durchschnittlichen organischen Wachstum von 7 Prozent per anno aus. Diese Schätzung enthält jedoch noch keine Zuwächse aus etwaigen Akquisitionen.

Kritisch hinterfragte ein Aktionär den negativen Ergebnisausweis für die Beteiligung an Data One. Wie Herr Mailänder mitteilte, handelt es sich bei Data One um eine Investition in die Zukunft, die sich mittel- bis langfristig sehr positiv auf den ORBIS-Konzern auswirken wird. Das Unternehmen bringt dabei ein ergänzendes Leistungsportfolio mit sich. In den Jahren 2018 und 2019 hatte die Gesellschaft nach dem tödlichen Unfall des bisherigen Alleingesellschafters einige personelle Abgänge zu verkraften. Dies konnte in der Zwischenzeit jedoch wieder ausgeglichen werden. In diesem Jahr kam dann noch die Corona-Krise hinzu, so dass die Profitabilität gelitten hat. Im kommenden Jahr rechnete der Vorstand mit einer EBIT-Marge von rund 3 Prozent und im Folgejahr von etwa 4 Prozent. Hinzu kommen außerdem noch positive Effekte auf das ORBIS-Geschäft.

Einen Anteilseigner interessierte, warum die Gesellschaft trotz bekundeten Interesses keine eigenen Aktien erworben hat. Der bisherige Dienstleister hat die Aktivität auf diesem Gebiet eingestellt. Die Suche nach einem Nachfolger gestaltet sich jedoch schwierig, allenfalls zu einem hohen Preis wäre ein Dienstleister zu finden. Nach den Worten des Vorstands wird das Unternehmen aber weiter versuchen, einen Rückkauf eigener Aktien umzusetzen. Aus der erneuen Anpassung der Mehrwertsteuer zum Jahresbeginn 2021 erwartete er sich kein Zusatzgeschäft, da die Kunden die Anpassung selbst vornehmen können.

Weitere Fragen drehten sich um eine etwaige Erhöhung der Eigenkapitalquote, die Aktionärsstruktur und die durchschnittlichen Zinssätze für die Finanzverbindlichkeiten. Bei der Eigenkapitalquote sah der Vorstand keine weitere Erhöhung, man plane weiter mit einem Wert zwischen 50 und 60 Prozent. Mit rund 28 Prozent ist die Hörmann-Gruppe größter Aktionär, danach entfallen rund 17 Prozent auf Herrn Loh und 15,36 Prozent auf den Vorstand. Der Aufsichtsrat hält 0,28 Prozent und die Gesellschaft noch eigene Aktien in Höhe von 3,04 Prozent.

Befragt nach der Zahlung von Negativzinsen berichtete Herr Mailänder von der erstmaligen Zahlung im laufenden Jahr. Dabei belief sich die Summe bis Ende Oktober auf 26.518 Euro. Den gewichteten Zinssatz bezifferte Herr Mailänder auf 0,96 Prozent. Hinsichtlich der eigenen Aktien ist kein Einzug der Aktien geplant, so der Finanzvorstand. In diesem Rahmen verneinte er auch ein Mitarbeiteraktienprogramm. Ferner erkundigten sich die Aktionäre nach den Kaufpreisen für den 51-prozentigen Anteil an DIALOG und für die Komplettübernahme von Data One. Bei DIALOG nannte Herr Mailänder einen Betrag von 1,122 Mio. Euro und bei Data One von 1,70 Mio. Euro. Zum Thema Corona-Krise gab der Vorstand noch bekannt, dass die Gesellschaft hierbei keinerlei Hilfskredite in Anspruch genommen hat.


Abstimmungen

Nach dem Ende der Aussprache leitete Herr Holzer zu den Abstimmungen über. Vom Grundkapital in Höhe von 9.766.042 Euro waren 6.124.101 Euro entsprechend 62,71 Prozent vertreten. Die Beschlüsse wurden alle mit mindestens 97 Prozent Zustimmung im Sinne der Verwaltung gefasst.

Dies waren der Gewinnvortrag auf neue Rechnung (TOP 2), die Entlastung von Vorstand (TOP 3) und Aufsichtsrat (TOP 4), die Wahl der RSM GmbH zum Abschlussprüfer (TOP 5), die Änderung von § 18 der Satzung (TOP 6), die Aufhebung des bedingten Kapitals (TOP 7), die Anpassung von § 4, § 9, § 10 und § 15 der Satzung (TOP 8 bis TOP 11), die Vergütung des Aufsichtsrats (TOP 12) sowie die Änderung von § 17 und § 21 der Satzung (TOP 13 und TOP 14).

Gegen 12:35 Uhr konnte Herr Holzer die Hauptversammlung wieder beenden.


Fazit und eigene Meinung


Die ORBIS AG setzte ihren Wachstumskurs auch im vergangenen Jahr fort und übertraf das Branchenwachstum deutlich. Allerdings spielten hier auch Akquisitionen eine positive Rolle, selbst wenn sie ergebnismäßig zunächst nicht ganz Schritt halten können. Das Management sieht bei den Akquisitionen aber die langfristigen Perspektiven. Neben strategischen Zugewinnen bescheren die Übernahmen ORBIS auch neue hochqualifizierte Mitarbeiter, die ansonsten auf dem Markt hart umkämpft sind.

Auch im bisherigen Jahresverlauf weist die Gesellschaft trotz Covid-19-Pandemie eine positive Umsatzentwicklung aus. Jedoch war auch ORBIS von der besonderen Situation in diesem Jahr betroffen, bei einigen Kunden kam es zum Stopp von Projekten. Vor allem bedingt durch Akquisitionseffekte rechnet der Vorstand auch im Gesamtjahr mit einem Umsatzplus. Das Ergebnis dürfte dabei hinter dem Vorjahresniveau zurückbleiben. Angesichts der anhaltenden Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Pandemie hat sich die Verwaltung für das Geschäftsjahr 2019 für einen Dividendenverzicht entschieden. Hiermit sollen die finanziellen Mittel im Unternehmen gehalten und auch die Verbundenheit mit den Beschäftigten ausgedrückt werden, die ebenfalls finanzielle Hilfestellungen leisteten.

Allerdings eröffnet die derzeitige Pandemie auch zusätzliche Wachstumsperspektiven. Denn in Folge der Pandemie erhalten die Digitalisierungsbestrebungen auf allen Ebenen noch einen zusätzlichen Schub. Viele Unternehmen oder Behörden haben nämlich festgestellt, dass sie die digitale Transformation schneller vorantreiben müssen, um den Markterfordernissen gerecht zu werden. Mittelfristig sollte ORBIS hiervon profitieren.

Auch das Engagement der Hörmann Gruppe ist positiv zu werten, gewinnt ORBIS damit doch einen langfristig orientierten Ankeraktionär hinzu. Als Kunde war Hörmann den Verantwortlichen schon Jahre bestens bekannt. Zudem vereinnahmte ORBIS durch die von Hörmann gezeichnete Kapitalerhöhung weitere finanzielle Mittel, die sowohl zur Absicherung des Geschäfts als auch für weitere Zukäufe eingesetzt werden können. Gerade in der Krise könnten sich attraktive Kaufmöglichkeiten ergeben.

Zwar ist im laufenden Jahr mit einem leichten Ergebnisrückgang zu rechnen, mittelfristig sollten jedoch die guten Perspektiven wieder die Oberhand gewinnen. Daneben ist ORBIS finanziell hervorragend aufgestellt. Zum Halbjahr beliefen sich die liquiden Mittel auf immerhin 21,5 Mio. Euro. Die eigenen Aktien bilden einen zusätzlichen Gegenwert von 1,9 Mio. Euro ab. Diese Summen sind vor dem Hintergrund einer Marktkapitalisierung von gerade einmal 62 Mio. Euro zu sehen. Entsprechend eröffnet die ORBIS-Aktie mittelfristig weiteres Kurspotenzial.


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